Romane & Erzählungen
Bad Reputation

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"Bad Reputation"
Veröffentlicht am 08. Mai 2011, 44 Seiten
Kategorie Romane & Erzählungen
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Bad Reputation

Bad Reputation

Beschreibung

Erin, 17, bisexuell, wohnt mit ihrer lesbischen Halbschwester Mina in Los Angles. Man k√∂nnte sie wohl als Gl√ľckspilz bezeichnen. Sie hat ein au√üergew√∂hnliches Gesangs- und Schauspieltalent, geht auf die Los Angeles Performing Arts School, die wohl bekannteste Starschmiede der Welt, sie spielt in einer Band, au√üerdem liegen ihr sowohl Jungs wie auch M√§dchen zu F√ľ√üen. Doch es gibt immer ein aber. Sie floh mit 14 gemeinsam mit Mina aus Sacramento. Der Stiefvater, ein homophober Ex-Sergeant, schlug Mina jedes Mal wenn sie nur in die N√§he anderer Lesben kam und seien diese blo√ü im Fernsehen. Erin war machtlos, die Mutter schien es einfach zu verdr√§ngen, Vier Jahre sind vergangen seit der Flucht. Mina ist in einer Beziehung und auch Erin scheint endlich ihr Gl√ľck gefunden zu haben. Da k√ľndigen sich Mutter und Stiefvater zum Besuch an...

Vorwort

I don't give a damn 'bout my bad reputation
You're living in the past it's a new generation
A girl can do what she wants to do and that's
What I'm gonna do
An' I don't give a damn ' bout my bad reputation

Oh no not me
No no no no no
Not me me me me me

An' I don't give a damn 'bout my bad reputation
Never said I wanted to improve my station
An' I'm only doin' good
When I'm havin' fun
An' I don't have to please no one
An' I don't give a damn
'Bout my bad reputation

Oh no, not me
Oh no, not me

I don't give a damn
'Bout my bad reputation
I've never been afraid of any deviation
An' I don't really care
If ya think I'm strange
I ain't gonna change
An' I'm never gonna care
'Bout my bad reputation

Oh no, not me
Oh no, not me

Pedal boys!

An' I don't give a damn
'Bout my bad reputation
The world's in trouble
There's no communication
An' everyone can say
What they want to say
It never gets better anyway
So why should I care
'Bout a bad reputation anyway
Oh no, not me
No no, not me

I don't give a damn 'bout my bad reputation
You're living in the past
It's a new generation
An' I only feel good
When I got no pain
An' that's how I'm gonna stay
An' I don't give a damn
'Bout my bad reputation

Oh no, not me
Oh no, not
Not me, not me


- Bad Reputation by Joan Jett

 

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Hass ist häufig nur Angst.

Angst vor Neuem, vor Ver√§nderung vor einem gesellschaftlichen Absturz. Doch wie kann man dar√ľber hinweg kommen? Es ist schlie√ülich nicht einfach, sich mit Dingen zu befassen die man 'hasst'. Ich benutze das Wort 'Hass' so gut wie nie. Ich halte es f√ľr zu m√§chtig, als das man es einfach so daher sagen k√∂nnte. Genauso wie Liebe. Ich finde beide W√∂rter sind undefinierbar. Es sind Gef√ľhle. Ich bin der Meinung, man kann niemals aufh√∂ren zu lieben.
Doch man kann aufhören zu hassen, indem man aufhört Angst zu haben.

Kapitel I

And you're singing the songs
Thinking this is the life
And you wake up in the morning and you're head feels twice the size
Where you gonna go? Where you gonna go?
Where you gonna sleep tonight?

- This Is The Life by Amy MacDonald

 

 

Pasadena/West Hollywood, 2011

 

Ich war noch im Aufwachstadium, als mich laute Musik endg√ľltig aus dem Schlaf riss. Ich st√ľtzte mich auf meine Ellenbogen und blinzelte dem Licht entgegen, welches durch das Fenster gegen√ľber von meinem Bett hereinfiel. Mein Kopf tat weh und ich versuchte mich an die letzte Nacht zu erinnern. Es war der letzte Abend vor den Sommerferien gewesen und einige Freunde und ich waren weg gewesen, ich konnte mich nur nicht erinnern was genau passiert war.

Um herauszufinden wo die Musik herkam lief ich durch das Haus. Im ersten Zimmer lag meine Halbschwester Mina schlafend im Bett, neben ihr eine Frau die ich nicht kannte. Im zweiten Zimmer war meine beste Freundin Valerie, ebenfalls schlafend mit ihrer Freundin Mia im Arm. Ich fand die Lärmquelle schließlich im Wohnzimmer, gemeinsam mit einigen Mädchen und Jungen von denen ich nur die Hälfte kannte.

Seid ihr jetzt erst heimgekommen?!“, fragte ich halb √ľberrascht, halb ver√§rgert.

Yeah, Baby!“, antwortete mir Sam, fast schon schreiend um die Musik zu √ľbert√∂nen.

Macht mal die Musik leiser!“, rief ich zur√ľck, woraufhin ein Junge, den ich nicht kannte die Musik leiser drehte.

Erin, ich will an den Strand.! Lass uns an den Strand gehen!“, meinte Sam.

Ihr geht jetzt erstmal ins Bett.“, antwortete eine Stimme hinter mir und noch bevor ich mich umdrehte wusste ich wer das gesagt hatte.

Mina.

Ich drehte mich um und ging an ihr vorbei, doch ich stoppte kurz neben ihr.

Wer ist die Frau in deinem Bett?“, fragte ich leise.

√Ąhm, Jamie...“, antwortete sie und wurde ein wenig rot.

Ich grinste und verschwand wieder in meinem Zimmer.

 

Es vergingen knapp drei Stunden bis ich erneut aufwachte. Die roten Ziffern auf meinem Wecker zeigten 4 pm an. Au√üer mir war nur Mina wach, sie stand in der K√ľche und machte sich einen Salat, als ich mich an die Bar setzte.

Morgen Kid.“, begr√ľ√üte sie mich.

Morgen.“, antwortete ich g√§hnend „Wo ist Jamie?“

Arbeiten.“

Aha und wann bist du aufgestanden?“

Als du ins Bett bist, bin ich wachgeblieben.“

Also... du und Jamie, seid ihr zusammen?“

Jop.“, grinste sie.

Oh komm schon, Mina. Erz√§hl!“

Du wei√üt alles.“

Ich wusste nicht das ihr zusammen seid.“
„Das sind wir auch erst seit gestern.“

Jetzt strahlte sie und ich sch√ľttelte blo√ü lachend den Kopf.

Und das h√§ltst nicht irgendwie f√ľr erw√§hnenswert? Naja, ich muss eh los.“, ich stand auf.

Peaches?“

Peaches. Der Soundcheck ruft.“

Ich wollte gerade gehen, da fragte Mina noch ob ich nicht was essen wollte. Doch ich antwortete, ich w√ľrde im Peaches ja sowieso alles umsonst bekommen.

Dann willst du nicht mal was von meinem Meisterwerk hier probieren?“, sie zeigte auf die Salatsch√ľssel vor sich.

Ist das 'ne Fangfrage?“, sagte ich und verschwand im Flur, wo ich geradewegs Valerie in die Arme lief.

Morgen...“, sagte sie verschlafen.

Mach dich fertig, in zwanzig Minuten gehen wir.“

Wohin?“, fragte sie verwirrt.

√Ąhm, Soundcheck?!“

Soundcheck? Was f√ľr'n Soundcheck?“

Wir spielen heute im Peaches, Idiot.“

Oh Fuck.“

Ich ging weiter in Richtung meines Zimmers und während Valerie hastig im Bad verschwand.

Zwanzig Minuten!“, rief ich ihr hinterher.

Nachdem ich mir ein paar verschlissene Jeans und ein Tanktop angezogen hatte, ging ich in Valeries Zimmer und weckte Mia.

Was ist los?“, fragte sie mich noch im Halbschlaf.

Val und ich m√ľssen los zum Soundcheck. Ich dachte du willst vielleicht aufstehen und nachkommen oder so.“

Ja, ich komm' nach. Danke Erin.“

Kein Ding.“

 

Zwanzig Minuten später waren Valerie und ich im Bus Richtung West Hollywood. Wir stiegen am Westwood Boulevard aus und liefen die Straße entlang.

Ich kenne Valerie schon ewig. Wir haben uns kennengelernt als wir noch Kinder waren. Ich war damals mit meiner Mutter und Mina am Strand gewesen. Ich war schon immer fasziniert vom Meer und spielte damals stundenlang darin. Ich baute Burgen und lie√ü diese umsp√ľhlen oder ich sprang √ľber die Wellen. Ich war also mal wieder ganz in der N√§he des Wassers, in welchem ich einen bunten Ball entdeckte und beobachtete wie mehrere Kinder mit ihm spielten, da kam pl√∂tzlich eine gr√∂√üere Welle und warf mich um. Ich war total hilflos, ich konnte noch nicht schwimmen, ich schlug um mich und schrie, bis mich eine Hand packte und aus dem Wasser zog. Valeries Bruder.

Es stellte sich heraus, das der Ball Valerie gehörte und wir spielten noch den ganzen restlichen Tag zusammen. Wir wurden innerhalb von einem Tag unzertrennlich. Es ist so einfach, Freundschaften zu schließen, wenn man noch so klein ist. Hast du einen bunten Ball, bin ich deine Freundin. Danach sah ich sie jedoch nur im Sommer, da ich bis vor gut drei Jahren in einem Vorort von Sacramento wohnte.

Aber seit ich hergezogen bin sind wir unzertrennlich. Wir wurden aber nicht sofort beste Freunde, das kam mit einer besonderen Nacht.

Wir waren beide 15 Jahre alt und hatten auf einer Party von Valeries damaliger Freundin, von irgenwem Gras und Alkohol bekommen.

Ich war damals noch sehr vorsichtig, hab kaum etwas getrunken und schon gar nicht Pot geraucht. Val allerdings schon und bei ihr schlug die Mischung ziemlich ein. Irgendwann hatte einer die geniale Idee, dass jetzt alle runter zum Strand gehen und schwimmen sollten. Val wollte nat√ľrlich auch, doch ich bin ihr hinterher gerannt und hielt sie fest. Als sie sich dann umdrehte um mich anzufauchen √ľbergab sie sich.

Ich bin der √úberzeugung, es muss immer erst etwas schlechtes passieren, damit etwas gutes passieren kann. In jener Nacht wurde ich angekotzt, doch ich fand auch meine beste Freundin.

 

Im Peaches war selbst f√ľr einen Samstagmittag viel los. Im hinteren Teil des Caf√©s war eine B√ľhne aufgebaut, auf welcher Cariba und Hailey, beide ebenfalls in der Band, gerade die Drums aufbauten. Ich setzte mich auf die B√ľhne, schnappte meine Gitarre und begann zu spielen, als Val sich neben mich setzte. Sie schaute mich an und begann zu grinsen, ich drehte mich um und fragte, was eigentlich los sei.

Du kannst dich echt nicht an gestern erinnern? Ich meine, gar nicht?“
„Oh Gott, was ist denn passiert?!“, antwortete ich genervt.

Du hast mit Emily rumgemacht.“, lachte sie.

Nein.“

Doch!“

Laber keinen Schei√ü!“

Ich mein's ernst.“

Fuck!“

 

Emily Dearing konnte mich noch nie leiden. Erst recht nicht seit dem ich dazu stehe bi zu sein. Ihre Eltern waren starke Bef√ľrworter der 'Proposition 8', dem Gesetz das gleichgeschlechtliche Ehen in Kalifornien verbietet, was vor nicht all zu langer Zeit zu einer Schl√§gerei zwischen ihr und mir f√ľhrte. Au√üerdem l√§sst Kayla normalerweise keinen Zweifel daran, dass sie Schwule, Lesben und alles, was mit ihnen zu tun hat, verabscheut.

Val, check mal die Drums.“, unterbrach uns Hailey.

Val stand aus und setzte sich an die Drums, ich legte die Gitarre beiseite.

 

Bis zum letzten Song, bei dem meine Stimme sich verabschiedete Lief der Gig verdammt gut. Wir setzten uns danach noch gemeinsam in eine der Nischen im vorderen Bereich. Nach einer Weile stand ich auf um mir was zu trinken zu holen und ging Richtung Bar.

Das war der Moment in dem ich sie das erste Mal sah.

Sie stand hinter der Bar und reichte gerade einer Frau zwei Bier. Ich bemerkte, dass ich abrupt stehen geblieben war, ich wollte mich bewegen doch ich war wie erstarrt. Sie hatte lange, braune Haare und gr√ľne Augen, die mich pl√∂tzlich anfunkelten. Ich ging zu ihr an die Bar und merkte wie sie mich musterte und schlie√ülich an meinen Augen h√§ngen blieb.

Du kannst verdammt gut singen, wei√üt du das?!“

Danke.“, lachte ich.

Rose.“,sie streckte die Hand aus.

Ich ergriff sie und fragte: „Krieg' ich bei dir was zu trinken Rose?“

Wenn du mir deinen Namen sagst.“, sie l√§chelte frech.

Ich hob die Augenbrauen, ja, ich war beeindruckt, doch ich ließ ihre Hand los.

Erin.“

Was willst du?“

Dr. Pepper?“

Sie gab mir eine Dose und ich setzte mich an die Bar.

Du bist nicht von hier, oder?“

H√∂rt man das?“

New York w√ľrde ich sagen.“

Ja.“, sagte sie etwas verbl√ľfft.

Ich hab letztes Jahr 4 Monate dort gewohnt, war so eine Art Workshop mit einer Partnerschule.“

Auf welcher Schule bist du?“

LAPA.“

Lapa?“

Los Angeles Performing Arts.“

Wow, cool. Ist es nicht extrem schwer da rein zu kommen?“

Nicht wenn du gut bist.“

Angeber.“, lachte sie.

Und wie lange bist du schon hier?“

Fast zwei Monate, ich hatte Probleme zu Hause und bin zu meiner Tante geflohen.“, sie zeigte auf Jacky, die Besitzerin des Peaches, die selbst die meiste Zeit hinter der Bar stand.

Was f√ľr Probleme?“

Sie grinste. „Das erz√§hle ich dir vielleicht, wenn du auf mich wartest.“

Ich lachte und stand auf.

Mal sehen.“

Ich ging wieder zur√ľck und setzte mich zu den anderen. Den Rest des Abends verbrachte ich jedoch damit Rose zu beobachten.

 

Das war der Abend an dem ich Rose kennen gelernt habe. Ich hab mich nicht sofort in sie verliebt, ich war erstmal nur unheimlich fasziniert von ihr. Ihr Aussehen, ihr Auftreten und ihr Lächeln.

Ich habe in dieser Nacht nicht auf sie gewartet.

In dieser Nacht nicht.

 

Kapitel II

Last night I heard the screaming
Loud voices behind the wall
Another sleepless night for me

It won't do no good to call
The police
Always come late
If they come at all

 

- 'Behind The Wall' by Tracy Chapman

 

Minas Vater, mein Stiefvater, war bei der Army.

So versuche ich mir immer sein Verhalten zu erklären.

In der Army muss man einer Norm entsprechen, man darf nicht aus der Reihe tanzen. Ich kann trotzdem nicht verstehen wie man sein eigenes Kind schlagen kann.

 

Sacramento, 2007

 

Ich wohnte in Sacramento, gemeinsam mit Mina, meiner Mutter und meinem Stiefvater. Wir hatten kein besonders gro√ües Haus, doch es reichte. Ich war am packen, f√ľr mich war es die letzte Woche in Sacramento. Ich hatte vor anderthalb Monaten das Best√§tigungsschreiben der LAPA bekommen, in welchem stand, dass ich die Aufnahmepr√ľfung bestanden hatte und die letzten vier Jahre meiner Schulkarriere auf der LAPA bestreiten durfte. Meine Mutter und ich wollten am Wochenende nach Los Angeles fahren und dort alles kl√§ren, bevor Mina und ihr Vater in etwa einem Monat nachkommen sollten. Doch, was f√ľr eine √úberraschung, es kam alles anders.

 

Erstmal schien alles ganz ruhig, bis die T√ľr zu ging. Minas Vater packte Mina pl√∂tzlich am Arm und zehrte sie ins Bad, meine Mutter tat so als w√ľrde sie davon nichts mitkriegen. Es machte mich verr√ľckt nichts tun zu k√∂nnen, doch noch viel schlimmer fand ich die Tatsache, dass meine Mutter einfach auf der Couch sa√ü und Fern schaute w√§hrend ihr Kind von so einem Arschloch verschlagen wurde. Es war bei weitem nicht, das erste Mal, dass eine von uns von ihm verschlagen wurde, doch es war das erste Mal, das ich meine Mutter anschrie, sie solle endlich ihren Arsch bewegen und Mina helfen. Sie schaute mich noch nicht einmal an, sondern fragte nur kalt: „Was soll ich denn machen?“

Irgendwas!“, schrie ich verzweifelt, als die Schreie auf einmal verstummten und die T√ľr zum Bad aufging. Mein Stiefvater rieb sich die H√§nde, setzte sich an den Tisch und fragte wann es was zu essen g√§be. Meine Mutter stellte sich sofort an den Herd. Ich jedoch, wartete auf Mina, normalerweise kam sie immer kurze Zeit nach ihrem Vater aus dem Bad und verschwand dann in ihrem Zimmer. Aber diesmal kam sie nicht, ich ging sogar kurz in ihr Zimmer um zu sehen ob ich sie verpasst hatte, was nicht m√∂glich gewesen w√§re, da ich die ganze Zeit √ľber die Badezimmert√ľr im Blick gehabt hatte. Also ging ich mit klopfendem Herzen ins, ich hatte schreckliche Angst vor dem was mich erwarten w√ľrde.

Ich sah Mina zusammengerollt auf dem Boden liegen, als ich sie ber√ľhrte, zuckte sie zusammen und ich h√∂rte sie schluchzen. „Mina, ich bin es. Dreh' dich um. Bitte.“, sagte ich so ruhig ich konnte und trotzdem zitterte meine Stimme merklich. Ich erschrak als ich ihr Gesicht sah. Es war von Rissen √ľbers√§t, sie hatte ein blaues Auge und ihre untere Lippe war aufgeplatzt. Er hatte st√§rker zugeschlagen als sonst. Ich machte einen Waschlappen nass und tupfte vorsichtig ihr Gesicht ab. Ich redet beruhigend auf sie ein, doch wir zitterten beide vor Aufregung.

Später saßen alle, auch Mina, beim Abendessen, es war totenstill. Ich war unglaublich enttäuscht von meiner Mutter und schrecklich sauer auf meinen Stiefvater. Dieser, durchbrach nach einer Weile das Schweigen.

Hast du es jetzt verstanden? Schlie√ülich war das nicht das erste Mal, dass ich dich bei so etwas erwischt habe und du wei√üt was passiert wenn du nochmal sowas machst. Nicht war?“

Mina antwortete nicht.

Antworte!“, befahl er in dem widerlichsten Tonfall den ich je geh√∂rt hatte. Einem Gemisch aus Verachtung, Arroganz, Wut und purer Selbstgef√§lligkeit.

Doch wieder sagte Mina nichts, ich nicht sicher ob sie √ľberhaupt noch sprechen konnte, also antwortete ich: „Dann fliegt sie raus.“

Richtig“, er schaute mich zu Frieden an und wandte sich dann wieder an Mina, „Hast du das verstanden?“

Sie sch√ľttelte frustriert den Kopf.

Ich hab ein M√§dchen gek√ľsst. Ich mag sie, sehr. Mehr kann ich dazu nicht sagen.“, sagte sie leise und warf ihrem Vater einen hasserf√ľllten Blick zu. Als dieser nicht antwortete, warf sie ihr Besteck auf den Teller und verschwand in ihrem Zimmer.

Wei√üt du Erin, deswegen wirst du mal eine gute, eine anst√§ndige Frau. Du bist normal. Das Verhalten von ihr“, er zeigte mit seinem Messer in die Richtung in welche Mina verschwunden war, „ist nicht richtig. Es ist gegen unsere Natur, gegen unsere Religion. Gott hasst Leute wie sie.“

Ohne ein Wort zu sagen stand ich auf, er hätte mir genauso gut ins Gesicht schlagen können.

Ich ging in Minas Zimmer und sah wie sie packte.

Wir verschwanden noch in der selben Nacht.

Kapitel III

It's all there in her eyes
All the things that I've done
Go around in my head
And I can't forget
All the things she said

 

- 'After The Call' by Electrelane

 

Malibu/Pasadena, 2011

 

Drei Tage war es her, das ich Rose kennengelernt hatte.

Es war kurz vor halb zwei Uhr morgens, Val und ich waren vor etwa einer halben Stunde aus einem Club auf dem Sunset Strip geflogen und saßen jetzt nebeneinander auf der Bordsteinkante.

Wo gehen wir jetzt hin?“, fragte mich Val nach einer Weile.

Hast du Bock nach Malibu zu fahren?“

Was ist in Malibu?“

Kelly's Party. Sie hat mich gestern in Facebook eingeladen.“

Kelly?“, sie √ľberlegte kurz. „Die aus deinem Schauspielkurs?“ Ich nickte. „Klar, wieso eigentlich nicht.“

Ich stand auf und half dann Val. Wir liefen gerade zu einer Taxihaltestelle, da fuhr ein Taxi an uns vorbei.

Fuck, Val, renn'!“, rief ich, packte sie an der Hand und rannte mit ihr dem Taxi hinterher.

Ich sprang förmlich auf die Straße um das Taxi anzuhalten und wir stiegen ein. Die Fahrt dauerte etwa eine dreiviertel Stunde, in welcher Val an meine Schulter gelehnt einschlief. Als wir ankamen und ich bezahlt hatte, weckte ich sie absichtlich unsanft, das war die einzige Methode sie wach zu halten.

Sobald wir an dem Strandhaus ankamen h√∂rte ich schon Musik und einige Leute standen auf der Stra√üe rum. Pl√∂tzlich setzte Val sich einfach auf den Gehweg und wollte nicht mehr aufstehen. Ich befahl ihr dort sitzen zu bleiben und meinte ich w√ľrde kurz reingehen und Tommy suchen. Ich wollte gerade, das Haus betreten, da rief jemand meinen Namen. Es war eine Stimme die ich √ľberall nur nicht hier erwartet h√§tte und trotzdem erkannte ich sie sofort.

Rose?! Was zur H√∂lle...“

... ich hier mache? Keine Ahnung. Meine Mom kennt die Eltern von Kelly und hat gemeint, ich soll unbedingt auf diese Party gehen um neue Leute kennenzulernen.“

Während sie redete, merkte ich wie ich mich langsam entspannte, ich verstehe bis heute nicht warum, aber sie hat eine unheimlich beruhigende Wirkung auf mich.

√Ąhm, Erin, die geh√∂rt doch zu dir.“, riss Rose mich aus den Gedanken, sie zeigte auf Val, die jetzt auf der Stra√üe herumtanzte.

Verdammt, Val.“, rief ich ihr zu.

Bring' sie zu mir, ich wohne nicht weit von hier.“, bot Rose an. Ich ging zu Val, nahm ihre Hand und zog sie mit mir. Rose ging voraus und wir entfernten uns langsam von Kelly's Haus.

Du hast nicht gewartet.“, meinte Rose nach einer Weile.

H√∂re ich da Entt√§uschung raus?“, grinste ich.

Irgendwie schon.“

Ich grinste fast schon triumphierend.

Ich meine, du warst du einzige, die nicht gleich so einen auf, 'na, bock zu ficken?', gemacht hat.“

Okay, vergessen wir den Triump.

Bist du denn √ľberhaupt lesbisch?“, fragte ich und hob die Augenbrauen.

Ich war kurz davor, anzufangen zu beten, sie w√ľrde ja sagen.

Keine Ahnung. Woher wei√ü man sowas? Ich finde man kann das nicht nur daran fest machen ob man einfach nur auf Muschis oder nur auf Schw√§nze steht.“, antwortete sie.

H√∂rt, h√∂rt.“, lachte ich.

Was denkst du?“, fragte sie und ich dachte einige Sekunden dar√ľber nach was sie gesagt hatte.

Ich glaube, ich bin da ganz √§hnlicher Ansicht wie du.“

Also bist du bi?“

Kann man so nennen.“

Dann war es einige Sekunden, ganz leise bis sie leise sagte: „Ich auch.“

Gl√ľck gehabt.“, meldete sich pl√∂tzlich Val zur√ľck.

Sei ruhig oder ich ruf Mia an.“, zischte ich.

Ich sag nix.“, antworte sie, aber f√ľgte noch hinzu: „Kannst du sie trotzdem anrufen?“

Kein Ding, wir sind bestimmt gleich da, dann ruf ich sie an.“, versprach ich.

Hier ist es.“, meinte Rose kurz darauf.

Wir betraten Rose's Haus und es kam mir vor wie eine Kreuzung aus Surfshop und Nachtclub. Es war verdammt cool.

Kann ich euer Telefon benutzen?“, fragte ich Rose, nachdem ich Val auf die Couch gelegt hatte.

Sicher. Steht dahinten.“, sie zeigte auf eine Komode vor einem Fenster, von dem aus man den Strand sah.

Keine schlechte Aussicht.“, sagte ich, w√§hrend ich Mia' s Nummer w√§hlte.

Ja, ich mag das Haus.“, stimmte Rose mir zu.

 

Ich legte auf und setzte mich zu Val, die mittlerweile eingeschlafen war, auf die Couch.

Wer ist jetzt eigentlich Mia?“

Valerie's Freundin.“

Valerie ist lesbisch?“

Ja.“, lachte ich.

Was ist daran so lustig?“, fragte Rose verwirrt.

Nichts.“, meinte ich. „Hat mich blo√ü schon lange niemand mehr gefragt.“

Sie lachte verlegen, doch irgendwie war es s√ľ√ü, dann schauten wir uns an und verharrten einen Moment so.

 

Glaubst du wir k√∂nnen sie alleine lassen? Ich will dir was zeigen.“, fragte Rose irgendwann und nickte in Richtung Val.

Sie schl√§ft tief und fest, ich denke, sie kommt zurecht.“

Gut. Komm' mit.“, meinte sie und lief Richtung Terrassent√ľr und √∂ffnete diese.

Ich ging ihr nach und setzte mich auf der Terrasse neben sie auf eine ungewöhnlich bequeme Bank. Man konnte, das Meer hören und riechen. Ich hätte Stunden so da sitzen können.

Ich bin erst seit zwei Monaten hier, aber ich glaube mir gef√§llt LA schon genauso gut wie New York.“, durchbrach sie die Stille nach einer Weile.

Ich war noch nie in New York, aber mir gef√§llt LA auf jeden Fall besser als Sacramento.“, meinte ich.

Da kommst du urspr√ľnglich her?“

Ja.“

Wie bist du nach LA gekommen?“

Naja, ich wurde an der LAPA angenommen, damit kam dann auch der Umzug.“

Ich muss sagen, ich wollte nicht hier her. Meine Eltern haben sich vor sechs Monaten scheiden lassen und meine Mom wollte einfach blo√ü soweit weg von meinem Dad wie m√∂glich.“

Vermisst du deinen Dad?“

Klar, jetzt weniger, weil wir oft telefonieren, aber am Anfang war es echt hart f√ľr mich.“

Dann gef√§llt dir LA mittlerweile doch besser?“

Naja, wei√üt du...“ Sie kam n√§her und nahm mein Gesicht in die Hand, so dass ich gezwungen war ihr in die Augen zu schauen. Ich f√ľhlte wieder dieses Kribbeln und nahm ihre Hand. Sie kam noch n√§her und sagte:

... vor drei tagen hab ich so ein M√§dchen kennen gelernt.“

Ich sp√ľrte wie mein Herz einen Schlag aussetzte, mir war nicht klar gewesen, dass ich in nur so kurzer Zeit schon so eine starke Bindung zu Rose aufgebaut hatte. Ich war mir sicher zu wissen, was in den n√§chsten paar Sekunden passieren w√ľrde.

 

Da klingelte es an der T√ľr.

Oh Gott, das kann jetzt nicht dein Ernst sein.“, fl√ľsterte ich und stand auf. Ich merkte wie sie mich nur widerwillig gehen lie√ü und ich k√ľsste ihre Hand bevor ich an die T√ľr ging.

Geiles Timing, Mia. Respekt!“, sagte ich gespielt schlecht drauf, ich war einfach zu gut gelaunt um wirklich sauer auf sie sein zu k√∂nnen.

√Ąhm, sorry.“, antwortete sie etwas verwirrt, doch sie verstand, als sie Rose an den Rahmen der Terrassent√ľr gelehnt sah. Sie drehte sich erneut zu mir um und sagte ganz leise: „Verdammt, tut mir echt Leid, Erin.“

W√§hrend Mia Val aufweckte, ging ich wieder zu Rose. „Ich geh' jetzt auch nach Hause, meine Schwester tickt aus, wenn ich morgens nicht daheim bin.“, sagte ich leise.

Du gehst?“, fragte Rose gequ√§lt. „Ja.“, antwortete ich und ich wusste, ich wollte da bleiben, doch es ging einfach nicht, das konnte ich Mina nicht antun.

Dann lass mich das wenigsten zu Ende...“, meinte Rose und zog mich zu sich.

Das, war der Moment in dem wir uns das erste mal k√ľssten.

 

Fast vierzig Minuten sp√§ter, war ich zu Hause, gemeinsam mit der halbschlafenden Val und der viel zu aufgedrehten Mia, die mich √ľber jedes Detail ausfragte. Weitere zehn Minuten sp√§ter, war ich einfach nur froh im Bett zu sein. Erst als ich lag merkte ich wie ersch√∂pft ich eigentlich war, kaum hatte ich die Augen zugemacht, schlief ich schon.

 

Der n√§chste Morgen oder viel mehr Mittag, begann mal wieder laut. Laute Musik weckte mich und ich taumelte noch im Halbschlaf in die K√ľche, wo ich mir Kaffee einschenkte. Erst als ich damit fertig war bemerkte ich das neue Gesicht auf der anderen Seite der Bar.

Morgen. Und du bist?“, fragte ich die blonde Frau, sie sah verdammt gut aus, auch verschlafen, aber darum ging es gerade gar nicht.

Hi, ich bin Jamie und du bist bestimmt Erin, richtig?“

Hast du meine Schwester gesehen?“, fragte ich gleichg√ľltig.

Steht hinter dir.“, lachte Mina. „Morgen, Kid.“

Morgen.“, sagte ich und wurde schlagartig wach. „Warte mal“, ich schaute zu Jamie. „Du bist Jamie?“

Wow, du hast Recht. Sie hat genau reagiert wie du gesagt hast.“, lachte sie an Mina Gewandt. Ich drehte mich um und schaute Mina an.

Respekt.“

Mina begann zu lachen.

Ich ging mit meiner Tasse wieder in Richtung meines Zimmer, als ich auf halbem Weg merkte, dass Mina mir gefolgt war.

Was ist los?“, fragte ich.

Hier rein.“, sagte Mina und zog mich am √Ąrmel meines T-Shirts in ihr Zimmer.

Ich hab nichts gegen sie, im Gegenteil. Au√üerdem, als ob es dich st√∂ren w√ľrde wenn ich was gegen sie...“, begann ich, doch Mina unterbrach mich.

Darum geht es nicht, Erin. Mom hat angerufen. Sie und Dad wollen uns besuchen kommen.“

Ich ließ die Tasse fallen.

Nein, nicht jetzt.“, antwortete ich fassungslos.

Das konnten sie nicht ernst meinen.

Kapitel IV

Can't sleep, can't think, can't cry, can't scream, can't lose my mind
The only thing I think about is the one thing I can't find,
My boy he sleeps, he sits, he watches me this way
I know that he can't hear me but he knows the one thing that I say,
Boy, Mama don't come no more

 

-'Mama Don't Come' by Robert Francis

 

Pasadena, 2007

 

Nachdem Mina und ich abgehauen waren, waren wir erst einmal √ľberw√§ltigt von dem Gef√ľhl der Freiheit. Doch wir wussten nicht wohin, wir hatten zwar Bekannte in LA, zum Beispiel Val, doch wir wussten nicht wo diese wohnten, geschweige den wie wir dorthin kommen sollten.Es lief darauf hinaus, dass wir das Auto auf einem Parkplatz abstellten und dort schliefen. So ging das fast zwei Wochen, Unterw√§sche kauften wir neu, der Rest wurde eben anbehalten. Gl√ľcklicherweise lernten wir nach etwa zehn Tagen in Los Angeles, Jacky in einem Motel kennen.

Ja, die Jacky.

Sie erz√§hlte, sie w√ľrde gerade einen neuen Club aufbauen und k√∂nnte Aushilfen gut gebrauchen. Au√üerdem k√∂nne sie uns vielleicht auch eine Wohnung in Pasadena vermitteln. So kamen wir an unsere Wohnung und vorerst an eine bisschen Geld, welches in den knapp zwei Wochen ziemlich d√ľnn geworden war.

 

Wir wohnten schon seit einigen Monaten in Los Angeles, ich hatte den ganzen Sommer im Peaches ausgeholfen und im September an der LAPA angefangen, Val ging zufällig auf die gleiche Schule, also hatten wir endlich einmal Zeit uns wirklich anzufreunden. Alles lief echt gut.

Dann kam der erste Anruf.

 

Ihr fehlt mir und eurem Dad, ich hoffe ihr wisst das.“, meinte sie gleich erstaunlich kalt, als ich an mein Handy gegangen war.

Wir fehlen ihm?“, fragte ich sp√∂ttisch „Wieso kann ich das jetzt nicht glauben?“

Erin, du wei√üt, was deine Schwester getan hat ging entschieden zu weit.“
„Nein Mom, versuche es gar nicht erst. Er ist nicht gut f√ľr dich, er ist nicht gut f√ľr uns.“

Ich glaube du √ľbertreibst.“

Ich √ľbertreibe?! Mom, er hat uns verschlagen jeden gottverdammten Tag.“, widersprach ich aufgebracht.

Erin! Du h√∂rst sofort auf Gott zu beschimpfen!“

Ich lachte bitter, meine Mutter war schon immer sehr gläubig gewesen. Als Kind, hatte sie mich immer in die Kirche mitgenommen.

Wir wollen euch ab jetzt 500$ monatlich schicken, damit ihr es etwas einfacher habt.“, meinte sie nach einer kurzen Pause.

Mom...“, ich wollte ihr erneut widersprechen, doch ich konnte nicht. Wir hatten das Geld wirklich n√∂tig, denn trotz Mina's Aushilfsjob bei Jacky reichte das Geld vorne und hinten nicht. Die 500 $ w√ľrden uns den Arsch retten.

Ich bedankte mich und sie legte ohne ein weiteres Wort auf.

Am Abend kam Mina nach Hause und ich erz√§hlte ihr von dem Anruf. Sie sagte vorerst nichts dazu, das ist oft so wenn sie etwas trifft. Erst in der Nacht, als wir zusammen sa√üen, lasen und Musik h√∂rten, fragte sie pl√∂tzlich: „Sie schicken uns Geld?“

Ja. 500$“

Okay.“

Das war alles, mehr sagte sie nicht, auch nicht in den darauf folgenden Tagen, nicht einmal als wir das erste mal die 500$ auf Mina's Konto entdeckten.

 

Pasadena, April 2008

 

Im April 2008 kam der zweite Anruf. Wieder war es Mom und wieder rief sie mich an, doch diesmal saß Mina neben mir. Wir waren gerade auf dem Weg zum Peaches, welches mittlerweile extrem gut ging, im Januar hatte Mina einen Job als Barkeeperin angenommen.

 

Erin? Euer Vater liegt im Krankenhaus.“, meldete Mom sich weinerlich.

Ich schaute Mina an.

Dein Dad ist im Krankenhaus.“

Sie schaute auf, doch zeigte keine Emotion, sie streckte bloß ihre Hand nach meinem Handy aus. Ich gab es ihr.

Was ist passiert?“, fragte sie kalt, dann war sie l√§ngere Zeit still.

Ich h√∂rte nur noch ein paar mal ein „Ja.“ oder ein „Nein.“, dann ein „Okay, bye.“ und sie gab mir das Handy zur√ľck.

Was ist?“, fragte ich.

Er ist die Treppe runtergefallen, hat sich einen Arm und zwei Finger gebrochen, er wird wieder.“

Ich wusste nicht was ich f√ľhlen sollte, zwar fand ich es traurig das er einen Unfall hatte, doch ich f√ľhlte mich nicht traurig.

Ich f√ľhlte nichts. Es h√§tte auch einem Fremden passieren k√∂nnen.

 

Pasadena, Mai 2009

 

Seit √ľber einem Jahr hatten wir nicht mehr von ihnen geh√∂rt. Ich kam an dem Tag fr√ľher aus der Schule, Mina sa√ü vollkommen aufgel√∂st auf der Couch. Ich legte meine Tasche beiseite, setzte mich zu ihr und fragte was passiert sein. Sie erz√§hlte, dass Mom angerufen hatte um uns mitzuteilen, dass sie und mein Stiefvater zu Besuch kommen w√ľrden.

Ich will nicht vor ihm verstecken m√ľssen wer ich bin.“, weinte sie,

ich kann dich verstehen, aber sie sind doch blo√ü ein Wochenende hier.“, antwortete ich.

Aber Lily wird anrufen oder irgendwas und wenn er das herausfindet...“

Lily, Mina's damalige Freundin.

Du musst es ihr erz√§hlen.“

Nein.“, meinte sie √§ngstlich.

Mina...“

Sie w√ľrde mit ihm reden wollen. So ist sie.“

Vielleicht ist es genau das, was wir brauchen. Noch jemanden auf unserer Seite.“

Einen Monat zuvor hatte ich mein Coming Out und verstand Mina jetzt umso besser.

Es lief darauf hinaus, das Mina Lily die ganze Geschichte erz√§hlte und zwei Wochen sp√§ter, standen Mom und mein Stiefvater vor der T√ľr.

Wir fuhren mit ihnen an einen Strand in der Nähe von Malibu und gingen mit ihnen essen. Es kamm wie es komen musste, Lily rief an und kam nach. Mina und ihr Vater hatten den ganzen Tag kaum miteinander geredet. Als Lily kam und ich meinen Eltern erzählte, dass ich bi bin, eskalierte die Situation.

Um uns herum war es still geworden, man hörte nur noch wie sich Mina, ihr Vater und Lily lauthals stritten.

Meine Mutter und mein Stiefvater reisten noch in der gleichen Nacht ab, doch einige Stunden nach ihrer Abreise rief meine Mutter mich an und fragte ob es mir in meiner Schule gut ging, jetzt wo ich mich so „ver√§ndert“ h√§tte. Ich erkl√§rte, dass in meiner Schule die Gay Community ziemlich vertreten sei und dass daher niemand ein Problem mit meiner sexuellen Orientierung hatte.

Mina's Kommentar zu dem Gespr√§ch war, dass sie mich ja sowieso lieber mochte. Dadurch entstand dann wiederum ein Streit zwischen und, der jedoch sofort verflog, als Lily Mina zwei Tage sp√§ter verlie√ü. Mit der Begr√ľndung sie w√ľrde nach etwas festem suchen und mit meinem Stiefvater sei das offensichtlich nicht vereinbar.

Mina war am Boden zerst√∂rt, sie brauchte ewig um √ľber Lily hinweg zu kommen.

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