Kurzgeschichte
Das Glöckchen des Poeten

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"Das Glöckchen des Poeten"
Veröffentlicht am 06. Oktober 2012, 6 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Über den Autor:

Celine Rosenkind (Silvia Stoesser) aus Deutschland Celine Rosenkind wurde am 10. Juni 1950 in Anspach im Taunus geboren. Bereits in der Kindheit, die sie überwiegend in Kinderheimen, Waisenhäusern und bei Pflegeltern verbrachte, schrieb sie seit ca. 1958 Gedichte und erlebte Geschichten. Als Mutter von 4 Kindern wurde sie 1999 durch eine schwere Herzerkrankung zur Frührentnerin und ist seit diesem Zeitpunkt 100% schwerbehindert. Seit 2000 lebt ...
Das Glöckchen des Poeten

Das Glöckchen des Poeten

Das Glöckchen des Poeten

Vor langer Zeit,  lebte am Meer ein alter Poet. Sein ganzer Reichtum bestand aus seinem Ideenreichtum und einem kleinen silbernen Glöckchen. Beides hatte er von seinem Vater geerbt. Er liebte es, auf der Veranda zu sitzen und aufs Meer hinaus zu schauen. Seine Gedichte hatte er auf feinstes Papier geschrieben und in die Bäume seines kleinen Gartens gehangen. Sobald der Wind nur ein kleines bisschen wehte – und am Meer weht er ständig-, bewegte sich das Papier, und das silberne Glöckchen läutete gar lieblich. Schön war dieser Klang und im ganzen Land zu hören.
Nicht weit von dem alten Poeten lebte ein gar grimmiger Bursche.
Schon lange hatte er keine Ideen mehr, sein Papierbedarf war mächtig gesunken und die Tinte zum Schreiben längst ausgetrocknet. Er war wütend in seiner Einfallslosigkeit. Als er den Alten so eifrig schreibend auf seiner Veranda sitzen sah und das beruhigende Läuten des silbernen Glöckchens hörte, wusste er mit einem Schlage, dass das Glöckchen wohl die Ursache des Erfolges sei. Wenn er es nur für einen einzigen Tag hätte, dachte er,
wäre er wieder ein gemachter Mann.
Er überlegte nicht lange, setzte sein Sonntagsgesicht auf und bat den Alten, ihm das Glöckchen für einen einzigen Tag zu überlassen.
„Warum sollte ich es dir nicht borgen“, sagte der Poet freundlich. „Doch vergiss nicht, es gleich morgen früh wiederzubringen, denn ohne das Glöckchen bin ich schnell traurig.“  Nun sah sich der Einfaltslose in seiner Vermutung bestärkt. Er versprach es pünktlich zurück zubringen und eilte mit dem Glöckchen erwartungsvoll zu seinem Haus. Dort angekommen hängte er das Glöckchen an die Hauswand und wartete ungeduldig auf das liebliche Läuten. Doch das Glöckchen blieb stumm. Stunden vergingen und nichts geschah. Der alte Poet aber saß auf seiner Veranda und schrieb. „Wie ist das nur möglich“, begann der Einfaltslose zu schimpfen. Alles, was er empfand, war Hass und Neid. Es wurde Abend und die Sonne ging unter. Das kleine silberne Glöckchen hing unbeachtet noch immer an der Hauswand. Obwohl der Wind an jenem Abend eher einem Sturm glich, blieb es
stumm. Auch unser Poet wartete vergeblich auf einen wenigstens klitzekleinen Klang. Es war so beängstigend still geworden im Reich der Schreiberlinge, dass mancher sich fragte, was geschehen sei.
Am nächsten Tag wartete unser Poet vergeblich auf die Rückkehr des silbernen Glöckchens.
Trauer und Sorge trieben ihn voran, als er sich auf den Weg zum Nachbarn machte.
Dieser saß mürrisch an seinem Schreibtisch, kaute gelangweilt auf seiner Feder herum, während er ein leeres Blatt nach dem anderen zerknüllte.
„Ich habe auf dich vergeblich gewartet“, sagte unser Poet nach dem Morgengruß. „Schade, dass du dich nicht an unsere Abmachung gehalten hast denn so kann ich dir das Glöckchen nie wieder borgen.“ Kaum hörte das Glöckchen die ruhige Stimme seines Herrn, da begann es vor Freude so lieblich zu läuten, dass es im ganzen Land zu hören war.
„Oh weh“, sagte der Alte, „hat man dich einfach an die Hauswand gehangen. Wie sollst du auch läuten, wenn hier nicht ein einziger Baum steht?“ Er begann sich im Garten umzusehen und erklärte unserem Griesgram, dass es um schöne Werke zu schreiben auf die
Umgebung ankomme. In einem verwilderten Garten und Lieblosigkeit im Herzen können keine guten Ideen zustande kommen. Vieles hat der Poet dem verbitterten Nachbarn an jenem Tag an Erkenntnissen weitergegeben. Auch dass Ideenreichtum nicht von Glockenklang abhängig ist, sonder eher umgekehrt.
„Wie soll das Glöckchen läuten können, wenn man ihm nicht Raum gibt zum Schwingen“, erklärte der Alte.
„Wer mit sich selbst im Reinen ist und mit offenen Augen durch die Welt geht, der nur kann Wunder entdecken, sich begeistern und schreiben.“ Ja, und Fantasie gehört dazu lieber Leser denn sonst wäre diese Geschichte von mir nicht geschrieben worden.
Wenn du die Augen schließt und es hören kannst, das kleine silberne Glöckchen, dann habe ich dein Herz erreicht…..

Urheberrecht Celine Rosenkind

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Hörbuch

Über den Autor

schreibfederchen
Celine Rosenkind (Silvia Stoesser) aus Deutschland Celine Rosenkind wurde am 10. Juni 1950 in Anspach im Taunus geboren. Bereits in der Kindheit, die sie überwiegend in Kinderheimen, Waisenhäusern und bei Pflegeltern verbrachte, schrieb sie seit ca. 1958 Gedichte und erlebte Geschichten. Als Mutter von 4 Kindern wurde sie 1999 durch eine schwere Herzerkrankung zur Frührentnerin und ist seit diesem Zeitpunkt 100% schwerbehindert. Seit 2000 lebt und arbeitet Celine Rosenkind, die mit dem bürgerlichen Namen Silvia Stoesser heißt, in Hattingen. Hier entstanden auch die ersten Bücher ? mittlerweile 4 an der Zahl ? 2 Lyrikbände, eine wahre Liebesgeschichte und das erste Märchenbuch. Mehrere Gedichte fanden den Weg in die dicken Bände der Nationalbibliothek sowie in die Brentano-Bibliothek. Mittlerweile schreibt Celine vierteljährlich erfolgreich beim Steinbach-Essembele, ist in vielen namhaften Anthologien vertreten wie z. B. Glanzlichter der Lyrik oder Menschlichkeit im Sein und Werden , u. vielen anderen. Mit Ihrem Gedicht Engel hat sie den Sprung in das schöne Buch "Gottes geflügelte Worte" geschafft. Erschienen 2007 im PEDA-Verlag. Der letzte Lyrik und Geschichtenband erschien im November 2007 bei BOD. Seit März 2009 sind viele kleine Bücher auf http://www.bookrix.de erschienen Weitere Projekte sind geplant und in Arbeit.

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MarieLue Eine wirklich schöne Geschichte ... - ... habe ich sehr gerne gelesen!

Herzliche Grüße
Marie Lue
Vor langer Zeit - Antworten
rarietaet Das ist eine wirklich schöne Geschichte.
Vor langer Zeit - Antworten
FLEURdelaCOEUR Oh ... - habe mit ganz schlechtem Gewissen mein Glöckchen gesucht und in einem verstaubten Regal gefunden ... Jetzt habe ich es blank geputzt und läuten lassen .... ;-))))

Eine fantastische Gescichte!
Lieben Gruß

fleur
Vor langer Zeit - Antworten
pegasus50 Eine wunderschöne Geschichte,
berührt mich sehr.

Lg. Lisa
Vor langer Zeit - Antworten
schreibfederchen Re: Fünf Glöckchen ... -
Zitat: (Original von Zeitenwind am 06.10.2012 - 16:19 Uhr) ... für diese schöne kleine Geschichte. Muss mir gleich ein Glöckchen besorgen.

Gruß vom Trollbär



Ich freue mich riesig über Dein Lob und sende ganz liebe Grüße
Hier läutet es aus allen Ecken, so viele begabte Schreiberlinge
Vor langer Zeit - Antworten
schreibfederchen Re: Klingeling... -
Zitat: (Original von KleinerFalke am 06.10.2012 - 16:25 Uhr) Eine sehr schöne Geschichte.
Gerne gelesen.

LG
Kleiner Falke



Dankeschön kleiner Falke es freut mich sehr, dass Dir diese kleine Geschichte gefällt.
Sei lieb gegrüßt vom Schreibfederchen
Vor langer Zeit - Antworten
schreibfederchen Re: Eine Geschichte, -
Zitat: (Original von GerLINDE am 06.10.2012 - 15:58 Uhr) ...die mir außerordentlich gut gefallen hat. Ich musste beim Lesen direkt etwas schmunzeln, weil hier an meinem Computerschrank auch ein kleines Glöckchen hängt. Ups, es hängt leider nicht an einem Baum, daher fällt mir auch nicht immer etwas ein. Werde es gleich mal in den Garten an einen Baum hängen, denn es ist zurzeit sehr stürmisch. Dann kann es jeder hören!!!!

Sehr schön, mein Favorit!


Liebe Gerlinde, ich werde Dein Glöckchen bestimmt läuten hören und es wird sich bei Dir sehr wohlfühlen...
Dankeschön und ganz innige Grüße von Celine

Lieben Gruß
Gerlinde

Vor langer Zeit - Antworten
KleinerFalke Klingeling... - Eine sehr schöne Geschichte.
Gerne gelesen.

LG
Kleiner Falke
Vor langer Zeit - Antworten
Zeitenwind Fünf Glöckchen ... - ... für diese schöne kleine Geschichte. Muss mir gleich ein Glöckchen besorgen.

Gruß vom Trollbär
Vor langer Zeit - Antworten
GerLINDE Eine Geschichte, - ...die mir außerordentlich gut gefallen hat. Ich musste beim Lesen direkt etwas schmunzeln, weil hier an meinem Computerschrank auch ein kleines Glöckchen hängt. Ups, es hängt leider nicht an einem Baum, daher fällt mir auch nicht immer etwas ein. Werde es gleich mal in den Garten an einen Baum hängen, denn es ist zurzeit sehr stürmisch. Dann kann es jeder hören!!!!

Sehr schön, mein Favorit!

Lieben Gruß
Gerlinde
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