Romane & Erzählungen
MĂ€rchen - Viele Autoren, viele Geschichten

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"MĂ€rchen - Viele Autoren, viele Geschichten"
Veröffentlicht am 07. November 2010, 88 Seiten
Kategorie Romane & Erzählungen
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Ich bin Hanni. Die Lustknaben auf meiner imaginĂ€ren tropischen Insel pflegen mich allerdings Niripsa zu nennen. Dort herrsche ich ĂŒber ausgedehnte Kaffeeplantagen und die weltbesten Röstereien, ich lasse mich in einer SĂ€nfte mal hier- mal dorthin tragen, tauche auf dem RĂŒcken meines zahmen Haies (der schreckliche Angst vor Schmetterlingen hat) durch die Meere und höre dazu achtzig Jahre alte Aufnahmen französischer Musik. Ich rede gerne und viel ...
MĂ€rchen - Viele Autoren, viele Geschichten

MĂ€rchen - Viele Autoren, viele Geschichten

Beschreibung

Und weiter wĂ€chst das mĂ€rchenhaft mĂ€rchenhafte MĂ€rchenbuch! :-) Jetzt neu und bereichert um "barmari"s Geschichte, in der nicht jeder Wunsch ein guter - und ein glĂŒckliches Ende zwischendurch höchst fraglich ist. Insgesamt ein Buch von traurigen Gestalten, dunklen MĂ€chten, bösen Gesellen, zwietrĂ€chtigen Damen und einfĂ€ltigen WĂŒnschen. MĂ€rchen. Verfasst von Autoren dieser Plattform, die die Federn schwangen um zu erschaffen was dareinst wohl existierte. Um zu lehren, um zu bilden um zu...erzĂ€hlen. (Weitere BeitrĂ€geimmernoch und jederzeit willkommen!)

Inhalt:

1. Das WunschmÀnnlein - barmari

2.  Der hochmĂŒtige Rittersmann - Marco88

3. Das MĂ€rchen von der traurigen Traurigkeit - Inge Wuthe

4. Die Zeit ohne Zeit - Bernd

5. Der gemeinsame Weg von Traurigkeit und Hoffnung - Ostseemoewe

6. Die EistrÀne - Damballa

7. Die Geschichte des kleinen Ceril - Dome91

8. Das MÀrchen von der Welt hinter der Scheibe - Starlight

9. Winter - Honigkuchenpferd

10. Der verfluchte Hofnarr - Joker

 

 

Weitere Texte sind in Arbeit und noch viele, viele mehr sollen es werden. Wer von der MĂ€rchenlust gepackt wird möge verfassen bis die Tasten rauchen und sich melden, aufdass er als Coautor zugefĂŒgt und der Text hier eingereiht werde.

Aber nun...Kekse backen, Kamin anheizen und MĂ€rchen lesen!

 

Es war einmal...

Das WunschmÀnnlein

Lange, lange vor unserer Zeit, als die Zauberwesen noch unter uns Menschen lebten, gab es einen Wald, worin das WunschmĂ€nnlein zu Hause war. Es lebte dort zusammen mit seiner Frau in einer bescheidenen HĂŒtte. Die Menschen wussten, sobald sie einen Wunsch hatten, brauchten sie nur in den Wald zur HĂŒtte gehen und das WunschmĂ€nnlein um ErfĂŒllung des Wunsches bitten. Einzig ein paar einfache Fragen mussten sie beantworten. So zum Beispiel: 
"Warum hast du diesen Wunsch? LĂ€sst du auch andere an deinem Wunsch teilhaben? Glaubst du, dass die ErfĂŒllung dich glĂŒcklich macht?" 
Dies wollte das MĂ€nnlein wissen, bevor es erfĂŒllte, was die Menschen erbaten. Schließlich ließ es niemandes WĂŒnsche unerfĂŒllt, sofern es gute WĂŒnsche waren. 
Aber es gab auch WĂŒnsche, die das MĂ€nnlein nicht erfĂŒllte. Das waren diejenigen nach Macht, unermesslichem Reichtum oder Rache zum Schaden anderer Leute. Diejenigen, die solches von ihm forderten, schickte es unverrichteter Dinge wieder fort. 

Eines Tages nun erschien ein Prinz vor der HĂŒtte und rief: 
"Hallo, du Zwerg, komm sofort raus, hier steht der Prinz von Mammonien, ich verlange deine Hilfe!"
Solche Reden war das MÀnnlein zwar nicht gewohnt, aber es kam trotzdem, um auch dem Prinzen behilflich zu sein. Es machte gute Miene zum bösen Spiel und fragte wie gewohnt:
"Warum hast du diesen Wunsch? LĂ€sst du auch andere an deinem Wunsch teilhaben? Glaubst du, dass die ErfĂŒllung dich glĂŒcklich macht?" 
Da wurde der Prinz unverschĂ€mt: "Was fĂ€llt dir ein, mir so ungebĂŒhrliche Fragen zu stellen?, herrschte er das MĂ€nnlein an, "meine WĂŒnsche haben dich nicht das Geringste zu interessieren. Also nun mach, ich habe keine Zeit."
"So, so, du hast keine Zeit mir meine Fragen zu beantworten, dann habe ich auch keine, um dir deine WĂŒnsche zu erfĂŒllen." Mit diesen Worten drehte sich das MĂ€nnlein auf dem Absatz um und verschwand. 
Soviel der Prinz auch versuchte, schimpfte, befahl, ja sogar bat, das WunschmĂ€nnlein blieb verschwunden. Auch in der HĂŒtte, die er durchsuchte, befand sich niemand mehr.
Wutschnaubend verließ er diesen Wald und begab sich zurĂŒck in sein Land. 

Bis jetzt hatte er nur geprasst, die Menschen geplagt und seinen Besitz restlos vergeudet. Aber er machte sich keine Sorgen, er wusste ja um das WunschmĂ€nnlein, das alle WĂŒnsche erfĂŒllte. Deshalb glaubte er, mit dessen Hilfe, als mĂ€chtiger reicher Königsspross bei der RĂŒckkehr seinem Ă€lteren Bruder das Recht auf die Krone Mammoniens zu nehmen. Ihm war jedes Mittel recht. Er wollte dem Bruder seine Rechte streitig machen, und dann als Alleinherrscher sein Land unterjochen. Aber zuerst musste er ihn außer Landes wissen. Um das zu erreichen, tyrannisierte er fortan seinen Bruder, bis dieser es nicht mehr aushielt, seiner Heimat den RĂŒcken kehrte und in der weiten Welt sein GlĂŒck suchen ging.

Nun hĂ€tte der Prinz zufrieden sein können, denn er hatte sein Ziel erreicht. Er war als König der alleinige Herrscher. Aber das genĂŒgte ihm nicht, denn die SchĂ€tze des Landes hatte er ja verbraucht und bei den Untertanen war nichts mehr zu holen, sie nagten alle am Hungertuch, ja das ganze Land darbte. 

Leider hatte ihm das MĂ€nnlein einen Strich durch seine Rechnung gemacht. Doch das ließ er nicht mit sich machen. Er wĂŒrde es einfangen und erst wieder freigeben, sobald es ihm seine WĂŒnsche erfĂŒllt hatte. Vielleicht behielt er es aber auch, dann könnte er wĂŒnschen, wann immer er wollte. Aber dazu musste er das MĂ€nnlein erst fangen. 

Also schlich sich der König heimlich erneut in den Wald zur HĂŒtte. Unsichtbar hinter einer riesigen Eiche versteckt, lauerte er ungeduldig dem MĂ€nnlein auf. ZunĂ€chst rĂŒhrte sich nichts. Erst, als es dunkelte, kam das MĂ€nnlein ahnungslos aus der TĂŒre. Darauf hatte der Herrscher nur gewartet und sah nun seine Gelegenheit gekommen. Er flitzte hinter dem Baum hervor, packte das MĂ€nnlein, steckte es in den mitgebrachten Sack und machte sich auf dem schnellsten Weg davon.

Zuhause angekommen ließ er sich sofort einen HundekĂ€fig bringen, öffnete den Sack, leerte den Inhalt in den KĂ€fig und brachte ein Schloss an. Das WunschmĂ€nnlein war in sein GefĂ€ngnis gepurzelt, der König triumphierte. Aber war es auch das MĂ€nnlein? Nein, vor seinen Augen richtete sich eine kleine Frauengestalt auf.
Der König konnte es nicht fassen. Er war sich doch ganz sicher gewesen, das WunschmĂ€nnlein gefangen zu haben und nun hatte er nur seine Frau. Diese saß im KĂ€fig und weinte. Egal, was er machte, ob schimpfen oder bitten, er bekam keine andere Antwort, als eine neue TrĂ€nenflut. Das brachte ihn schließlich so in Wut, dass er dem KĂ€fig einen Tritt gab und ihn fortbringen ließ.

Nun erst als Herrscher bekam er zu spĂŒren, was es bedeutete, ein König zu sein. Es wurde ihm alles zu viel. Er musste einfach das WunschmĂ€nnlein finden. Sooft er aber auch in den Wald zur HĂŒtte ging, fand er sie HĂŒtte und verlassen. Kein WunschmĂ€nnlein ließ sich sehen. Auch von dem Weibchen im KĂ€fig erfuhr er nichts. Sooft er nach ihm sah, bekam er keine andere Antwort als TrĂ€nen. Auch im Schloss erschien das MĂ€nnlein nicht, obwohl er gehofft hatte, solange er das Weibchen gefangen hielt, die ErfĂŒllung seiner WĂŒnsche zu erzwingen. 

Indessen war der Bruder in ein fernes Königreich gelangt. Dort wollte er sich aber nicht als Prinz zu erkennen geben, denn er hatte ja nichts mehr. Weil es aber schon als Königskind sein VergnĂŒgen war, Pflanzen und Blumen zu pflegen und er kein anderes Handwerk erlernt hatte, ließ er sich als SchlossgĂ€rtner einstellen. Dort in den königlichen GĂ€rten fĂŒhlte er sich Zuhause. Er erfreute sich an den Blumen und die Blumen schienen ihm zuliebe ihre ganze Pracht zu entfalten, denn seit er sie pflegte, strahlten sie, wie noch nie. Der ganze Hofstaat sowie der König und seine zwei Töchter wurden deshalb auf ihn aufmerksam und lobten ihn. 

Besonders die JĂŒngste der Prinzessinnen schenkte dem GĂ€rtner ihre Aufmerksamkeit. Immer wenn sie im Garten in seiner NĂ€he spazieren ging, hatte sie ein freundliches LĂ€cheln fĂŒr ihn. Aber auch er fĂŒhlte sich zur Prinzessin hingezogen, weshalb er ihr jedes Mal, wenn er ihr begegnete, eine gerade eben erblĂŒhte Rose ĂŒberreichte. 

Das ging eine ganze Weile so, bis beide eines Tages von einem fĂŒrchterlichen Gewitter ĂŒberrascht wurden. Um nicht völlig durchnĂ€sst zu werden, flĂŒchteten sie miteinander ins GewĂ€chshaus, wobei die Prinzessin ins Stolpern geriet und hinzufallen drohte. Gerade noch fing der vermeintliche GĂ€rtner sie mit seinen Armen auf. Da konnte er sich nicht mehr zurĂŒckhalten. Obwohl er befĂŒrchtete, dass sie ihn zurĂŒckweisen wĂŒrde, hielt er sie fest und kĂŒsste sie. Jedoch die Prinzessin wies ihn nicht zurĂŒck, sie kĂŒsste ihn ebenso, denn sie hatte sich in ihn verliebt, genau wie er sich in sie.

Nun galt es seiner Liebsten und ihrer Familie zu erklÀren, wer er sei und woher er kam.
Dabei kam heraus, dass sein Bruder, der König seiner Heimat ein ĂŒbles Spiel trieb und sich alle umgebenden LĂ€nder zu Feinden gemacht hatte. So auch das Reich des Vaters der Prinzessin, in das er eingedrungen war, um es zu berauben. Seine Hoffnung auf das WunschmĂ€nnlein hatte sich auch zerschlagen, denn eines Tages war der KĂ€fig mit dem Weibchen leer. Das MĂ€nnlein und seine Frau hatte er nie mehr gesehen. Da er aber inzwischen völlig mittellos, seine Armee nicht mehr besolden konnte, blieb auch kein einziger Soldat bei ihm. Aus ihm war ein armer Bettelkönig eines armen Bettelvolkes geworden.
Als der Prinz das hörte, ließ es ihm keine Ruhe mehr, er musste in sein Heimatland zurĂŒckkehren und helfen, wo er konnte. 

Doch vorher bat er noch um die Hand seiner Liebsten, die ihm ihr Vater auch ĂŒberließ, obwohl dieser wusste, dass er seine JĂŒngste schmerzlich vermissen wĂŒrde. Aber dem GlĂŒck ihrer Kinder dĂŒrfen Eltern eben nicht im Wege stehen. Vor ihrer Abreise gaben sich die beiden noch ihr feierliches Jawort und feierten ein prĂ€chtiges Hochzeits- und Abschiedsfest, zu dem das ganze Land eingeladen war. Danach zogen sie mit Geschenken beladen der Heimat des Prinzen zu. 

Als sie dabei durch einen Wald kamen, stand plötzlich ein kleines MÀnnlein vor ihnen. Es winkte ihnen freundlich zu und hielt sie an.
"Ich bin das WunschmĂ€nnlein", erklĂ€rte es, "und euch zuliebe aus Fantadonien zurĂŒckgekehrt. Falls ihr einen Wunsch habt, lasst ihn mich wissen. Wenn ich kann, werde ich ihn erfĂŒllen."
Bescheiden trat der Prinz vor und bat:
"Ich wĂŒnsche meinem Volk, dass es ihm wieder gut geht, dass es bekommt, was es zum Leben nötig hat. Und wenn es dir recht ist, wĂŒnsche ich fĂŒr mich, die nötige Kraft und Weisheit meinem Volk ein guter König zu werden."
"Da brauche ich dich nichts weiter zu fragen, es sei, wie du wĂŒnschst." Kaum, dass das MĂ€nnlein gesprochen hatte, verschwand es auch schon in einem plötzlichen Nebel.

Das junge Paar war sich nicht sicher, ob es das Geschehen glauben sollte, aber als es im Schloss ankam, traf es auf glĂŒckliche Gesichter und frohes Winken. Das junge Königspaar wurde begeistert begrĂŒĂŸt und mit lautem Jubel empfangen. Fortan regierte es im Kreise seiner Kinder, die ihr GlĂŒck vollstĂ€ndig machten, noch viele, viele Jahre mit Milde und Gerechtigkeit das zufriedene Volk vom Königreich Mammonien.

Der Bettelkönig trieb sich in der Welt herum und versuchte mit BetrĂŒgereien sein GlĂŒck zu machen, was ihm aber in seinem ganzen Leben nicht gelang. Gier und Habsucht haben eben keine Zukunft, genau wie Bosheit und Überheblichkeit.

Und das WunschmÀnnlein? Es lebt seit dieser Zeit in Fantadonien, dem Land in dem die MÀrchen und Zauberwesen Zuhause sind. Wenn ihr wollt, könnt ihr euch dorthin trÀumen.

Barbara Kopf

Der hochmĂŒtige Rittersmann

 Einst lebte ein hochmĂŒtiger Rittersmann, der sich immer als sehr mutig erwies und stets jegliche Herausforderung annahm. Schon viele Abenteuer und PrĂŒfungen hatte er bestanden und seine FĂ€higkeiten oftmals unter Beweis gestellt. Nachdem er nun schon des Adels als wĂŒrdig gesprochen worden war und er große ReichtĂŒmer und Ansehen sein Eigen nennen konnte, entschied er sich nach immer grĂ¶ĂŸeren Herausforderungen zu suchen, die seinen FĂ€higkeiten gerecht wurden. Er wanderte quer durch das ganze Land, ĂŒber eisige Berggipfel und dunkle WĂ€lder. Auf seinem Weg stellte er sich vielen furcherregenden Gegnern. Das Wort “Angst” kannte er jedoch nicht.

Eines Tages nun fand er an einem Wegesrand einen Wegweiser. Dieser besagte: “Hier entlang geht es zu deiner grĂ¶ĂŸte Herausforderung”. Wohl wĂ€ren die meisten Menschen misstrauisch geworden, doch nicht so unser Held. Seiner selbst sicher drang er von seiner Abenteuerlust beflĂŒgelt voran. Nach einem langen Fußmarsch kam er schließlich an einen Höhleneingang. Ein neuer Wegweiser zeigte direkt hinein. Auf ihm stand: “Tritt nur ein, wenn du wĂŒrdig bist und wenn du dich traust!”. SelbstverstĂ€ndlich ging er beiden Aufforderungen unverzĂŒglich und selbstsicher nach.

Zuerst schien die Höhle lediglich ein dunkles Loch zu sein. Doch schon bald traf er auf ein weiteres Schild. Es wurde von einer brennenden Fackel beleuchtet. Auf diesem schon sehr alt aussehenden Schild war eine Karte verzeichnet. Aus ihr erfuhr er, dass die Höhle aus einem einzigen Gang bestand, der drei RĂ€ume zu kreuzen schien, die mit verschiedenen Symbolen markiert worden waren. Ein jeder hĂ€tte sicherlich versucht ihre Bedeutung zu ergrĂŒnden, jedoch nicht der Held dieser Geschichte, denn er hielt sich so wie so ganz und gar fĂŒr unbesiegbar. Auch dem sehr klein eingravierten Satz: “Bleib nicht stehen und erreiche einfach das Ziel” beachtete er gar nicht.

Schon kurze Zeit spĂ€ter fand er sich in dem Ersten, der besagten drei RĂ€ume wieder. In dem Raum wurde er bereits erwartet, von einem großen Monster. Ausgestattet mit mehreren Köpfen, scharfen ZĂ€hnen und einem GebrĂŒll, dass einem das Trommelfell hĂ€tte platzen lassen können, stellte es sich ihm entgegen und stand unmittelbar neben dem Durchgang zum nĂ€chsten Raum. Unser Held zog sein Schwert und streckte das Untier mit einem routinierten Schlag nieder. Kaum dass es seinen letzten Atemzug verlauten lies, fragte sich unser Held: “Das war’s schon?”. Er steckte sein Schwert wieder weg und zog enttĂ€uscht weiter, in die Richtung des nĂ€chsten Raumes. Noch immer hegte er die Hoffnung hier eine PrĂŒfung zu finden, die Seiner wĂŒrdig war.

Er betrat den nĂ€chten Raum und blickte sich erwartungsvoll um. Doch anstatt eines furchterregenden Gegners sah er nur eine Tafel vor sich. Wie auch das Monster stand sie zwar unmittelbar vor dem Durchgang zum nĂ€chten Raum aber versperrte ihn nicht. Auf der Tafel stand geschrieben: “Oh du tapfrer Mensch hast dich als stark und mutig erwiesen. Doch kannst du auch finden des RĂ€tsels Lösung? Ich bin gerade in dir, jetzt nicht mehr. Du siehst mich zwar, kannst mich aber nicht erkennen. Ich kann dein Gesicht liebevoll umstreichen oder deinem gesamten Körper umreisen. Was bin ich?” Mit entschlossener Stimme stieß er das Wort: “Luft” hervor. Doch nichts geschah. Er entschloss sich, ein Messer zu ziehen und das Wort in eine Ecke des Steines ein zu ritzen, damit völlig klar wĂ€re, dass er des RĂ€tsels Lösung gefunden hatte. Danach ging er unbeirrt weiter und gelangte schließlich in den letzten Raum.

In diesem wartete abermals ein Monster. Doch war es diesmal ganz klein und sah ungefĂ€hrlich aus. FĂŒr ihn war jedoch klar, dass er jedes Monster besiegen konnte und bei diesem war er sich besonders siegessicher. Ohne groß nach zu denken, zog er sein Schwert und hieb in Richtung des Wesens. Die Klinge durch glitt es in der Mitte, doch zu seiner Verwunderung reagierte es gar nicht. Er zog sein Schwert zurĂŒck, doch das Monster war unversehrt und sah ihn fragend an. Das konnte er sich nicht erklĂ€ren, also versuchte er es noch ein mal und noch ein mal. Jedoch geschah wieder nichts. Unbeirrt versuchte er es jetzt mit allen ihm bekannten Techniken zu erlegen. Er versuchte es mit Feuer, mit einer Keule, mit Pfeil und Bogen, ja er versuchte in seiner Verzweiflung sogar es zu Tode zu erschrecken aber nichts funktionierte. Es schien einfach unverwundbar zu sein, wie eine Art hĂ€sslicher aber doch irgendwie niedlicher Geist. Nun schlug und trat er auf das mittlerweile gelangweilt aussehende Monster schon stunden lang erfolglos ein. Sein Stolz verbot es ihm, einfach durch den wenige Schritte entfernten Ausgang zu treten. Er MUSSTE dieses Monster einfach besiegen! Irgendwann öffnete das fremdartige Wesen seinen kleinen schon fast niedlich anmutenden Mund und sagte: “Ich bin deine grĂ¶ĂŸte Herausforderung!”. Plötzlich verstand er den Sinn dieser PrĂŒfung. Seine grĂ¶ĂŸte Angst war es nie gewesen, gegen ein riesiges Monster zu kĂ€mpfen oder ein RĂ€tsel nicht lösen zu können, sondern eine Herausforderung einfach nicht annehmen zu dĂŒrfen. Mit knirschenden ZĂ€hnen lies er das eigentĂŒmliche Wesen hinter sich und verlies die Höhle. Niemals zuvor musste er sich selbst erniedrigen, indem er einfach aufgab und einer Konfrontation auswich. Diese Herausforderung war wahrlich die grĂ¶ĂŸte, der er sich jemals stellen musste.

 

Gruß, euer Marco88 :D

Das MĂ€rchen von der traurigen Traurigkeit

Es war eine kleine Frau, die den staubigen Feldweg entlang kam. Sie war wohl schon recht alt, doch ihr Gang war leicht, und ihr LĂ€cheln hatte den frischen Glanz eines unbekĂŒmmerten MĂ€dchens. Bei der zusammen gekauerten Gestalt blieb sie stehen und sah hinunter. Sie konnte nicht viel erkennen. Das Wesen, das da im Staub des Weges saß, schien fast körperlos. Es erinnerte an eine graue Flanelldecke mit menschlichen Konturen. Die kleine Frau bĂŒckte sich ein wenig und fragte: "Wer bist du?" Zwei fast leblose Augen blickten mĂŒde auf. "Ich? Ich bin die Traurigkeit", flĂŒsterte die Stimme stockend und so leise, dass sie kaum zu hören war. "Ach die Traurigkeit!" rief die kleine Frau erfreut aus, als wĂŒrde sie eine alte Bekannte begrĂŒĂŸen. "Du kennst mich?" fragte die Traurigkeit misstrauisch. "NatĂŒrlich kenne ich dich! Immer wieder einmal hast du mich ein StĂŒck des Weges begleitet." "Ja aber...", argwöhnte die Traurigkeit, "warum flĂŒchtest du dann nicht vor mir? Hast du denn keine Angst?" "Warum sollte ich vor dir davonlaufen, meine Liebe? Du weißt doch selbst nur zu gut, dass du jeden FlĂŒchtigen einholst. Aber, was ich dich fragen will: Warum siehst du so mutlos aus?" "Ich..... ich bin traurig", antwortete die graue Gestalt mit brĂŒchiger Stimme.

Die kleine, alte Frau setzte sich zu ihr. "Traurig bist du also", sagte sie und nickte verstĂ€ndnisvoll mit dem Kopf. "ErzĂ€hl mir doch, was dich so bedrĂŒckt." Die Traurigkeit seufzte tief. Sollte ihr diesmal wirklich jemand zuhören wollen? Wie oft hatte sie sich das schon gewĂŒnscht. "Ach, weißt du", begann sie zögernd und Ă€ußerst verwundert, "es ist so, dass mich einfach niemand mag. Es ist nun mal meine Bestimmung, unter die Menschen zu gehen und fĂŒr eine gewisse Zeit bei ihnen zu verweilen. Aber wenn ich zu ihnen komme, schrecken sie zurĂŒck. Sie fĂŒrchten sich vor mir und meiden mich wie die Pest." Die Traurigkeit schluckte schwer. "Sie haben SĂ€tze erfunden, mit denen sie mich bannen wollen. Sie sagen: Papperlapapp, das Leben ist heiter. Und ihr falsches Lachen fĂŒhrt zu MagenkrĂ€mpfen und Atemnot. Sie sagen: Gelobt sei, was hart macht. Und dann bekommen sie Herz schmerzen. Sie sagen: Man muss sich nur zusammenreißen. Und sie spĂŒren das Reißen in den Schultern und im RĂŒcken. Sie sagen: Nur SchwĂ€chlinge weinen. Und die aufgestauten TrĂ€nen sprengen fast ihre Köpfe. Oder aber sie betĂ€uben sich mit Alkohol und Drogen, damit sie mich nicht fĂŒhlen mĂŒssen." "Oh ja", bestĂ€tigte die alte Frau, "solche Menschen sind mir schon oft begegnet." Die Traurigkeit sank noch ein wenig mehr in sich zusammen. "Und dabei will ich den Menschen doch nur helfen. Wenn ich ganz nah bei ihnen bin, können sie sich selbst begegnen. Ich helfe ihnen, ein Nest zu bauen, um ihre Wunden zu pflegen. Wer traurig ist hat eine besonders dĂŒnne Haut. Manches Leid bricht wieder auf wie eine schlecht verheilte Wunde, und das tut sehr weh. Aber nur, wer die Trauer zulĂ€sst und all die ungeweinten TrĂ€nen weint, kann seine Wunden wirklich heilen. Doch die Menschen wollen gar nicht, dass ich ihnen dabei helfe. Statt dessen schminken sie sich ein grelles Lachen ĂŒber ihre Narben. Oder sie legen sich einen dicken Panzer aus Bitterkeit zu."


Die Traurigkeit schwieg. Ihr Weinen war erst schwach, dann stĂ€rker und schließlich ganz verzweifelt Die kleine, alte Frau nahm die zusammengesunkene Gestalt tröstend in ihre Arme. Wie weich und sanft sie sich anfĂŒhlt, dachte sie und streichelte zĂ€rtlich das zitternde BĂŒndel. "Weine nur, Traurigkeit", flĂŒsterte sie liebevoll, "ruh dich aus, damit du wieder Kraft sammeln kannst. Du sollst von nun an nicht mehr alleine wandern. Ich werde dich begleiten, damit die Mutlosigkeit nicht noch mehr an Macht gewinnt." Die Traurigkeit hörte auf zu weinen.

Sie richtete sich auf und betrachtete erstaunt ihre neue GefĂ€hrtin: "Aber... aber - wer bist eigentlich du?" "Ich?" sagte die kleine, alte Frau schmunzelnd, und dann lĂ€chelte sie wieder so unbekĂŒmmert wie ein kleines MĂ€dchen. "Ich bin die Hoffnung."!

Autorin . Inge Wuthe

Die Zeit ohne Zeit

Das MĂ€rchen von der Zeit ohne Zeit.

Es war einmal, und dass im frĂŒhen Achtzehnten Jahrhundert, da begab es sich dass die Zeit wie der Mensch sie kennt kurzweilig stehen blieb. Es schien so, als wĂ€re plötzlich die Ganze Welt zum stillstand gekommen. Und das kam so! Pauli und Paulinchen, sind zwei richtig gute Freunde, beide sind Zehn Jahre alt und kommen aus einer Gegend, in der es sehr viel Wald gibt. Ein kleines Dorf namens Villingen, irgendwo in Deutschland ist ihr zu hause. Dort leben sie in einer Dorf Gemeinschaft von etwa fĂŒnfhundert Menschen, diese bestreiten ihren Lebensunterhalt, mit Ackerbau und Viehzucht. Pauli und Paulinchen, waren gesegnet, mit einem unentwegten Forscherdrang, vor allem die Zeit an sich hat es ihnen angetan. Sie wahren der Meinung dass man die Zeit, aufhalten mĂŒsse, damit die selbe nicht so schnell vergehen möge. Ihrer Meinung nach muss es doch möglich sein die Zeit langsamer vergehen zu lassen, oder sie womöglich ganz zum stillstand zu bringen. Also begannen sie mit ihren Forschungen, in sĂ€mtliche Richtungen die man sich nur Vorstellen kann. Sie hatten schon festgestellt, das wenn man unentwegt auf die Uhr schaut, scheint es tatsĂ€chlich so zu sein, als wĂŒrde die Zeit wesentlich langsamer vergehen. Klar waren das alles Hirngespinste, aber es machte denn beiden großen Spaß, sich damit zu beschĂ€ftigen. Es zogen weitere zwei Jahre ins Land, natĂŒrlich sehr zum Leidwesen von Pauli und Paulinchen, denn sie waren weiterhin dabei, am Rad der Zeit drehen zu wollen. Und egal was andere von ihnen hielten, Forschten und Forschten sie unentwegt nach, wie es denn möglich sein könnte die Zeit zu verlangsamen oder gar aufzuhalten. Einmal mehr schlenderten sie durch denn Wald und unterhielten sich innigst ĂŒber das Thema Zeit. Pauli meinte Traurig: “ Wenn wir es nicht schaffen die Zeit aufzuhalten, werden wir irgendwann nicht mehr zusammen sein können.” Paulinchen sagte darauf: “ wir werden es schon noch herausfinden wie wir die Zeit anhalten können, und dann können wir fĂŒr immer zusammen bleiben.” Die beiden verbannt eine enge und liebevolle Freundschaft. Sie liefen so umher, als Pauli wieder sagte: “Ach, (seufzend) vielleicht gelingt es uns ja nie die Zeit aufzuhalten”. “ wir schaffen das noch, erwiderte Paulinchen” energisch. Als beide plötzlich zwei andere Stimmen sagen hörten:” Och, ne die wollen die Zeit anhalten.” Ja! Bisschen meschugge aber sĂŒĂŸ”. Die beiden sahen sich um, aber sie konnten außer BĂ€ume nichts sehen, es war allem Anschein nach niemand da, etwas verĂ€ngstigt, rannten sie Hand in Hand, aus dem Wald heraus, wieder nach hause. WĂ€hrendessen unterhielten sich Albero und Magia weiter, Albero sagte: “ das sind Kinder die kommen zurĂŒck, weil sie neugierig sind”. Magia meinte darauf: ”ja sicher und dann helfen wir ihnen”. etwas trĂ€ge meinte Albero ”Ja doch”. Denn noch vor etwa Hundert Jahren war dieser Wald unbewohnt. Keine Menschenseele hatte ihn bis dato je betreten, auch kein einziges Tier war zu jener Zeit in diesem Wald. Es waren lediglich Gnome, Elfen, und Waldgeister anzutreffen. Diese allesamt lagen miteinander im Streit, gegen DĂ€monen. Diese DĂ€monen welche es heute zum GlĂŒck nicht mehr gibt, waren MĂ€chtiger als die anderen. Nebenbei bemerkt, waren es aber auch sehr dumme DĂ€monen, denn sie beraubten sich ihrer eigenen Existenz, durch einen Dummen Fehler. Zu dieser Zeit, wuchsen gerade ein Paar stĂŒcke Wald heran, die DĂ€monen sperrten in zwei frisch heranwachsende BĂ€ume je einen Waldgeist. Ihr wisst schon ja! Es sind Albero und Magia. Die anderen Elfen, Gnome, und Walgeister konnten fliehen und leben bis heute in einer ruhigen und Friedlichen Gegend in die niemals ein Mensch kommen wird. Die DĂ€monen selbst, Starben allesamt an dem Elfenstaub, denn die Elfen hinterlassen hatten, als sie verschwanden. Noch nie war ein DĂ€mon so dumm gewesen und hat diesen Elfenstaub eingeatmet, aber diese DĂ€monen waren wie schon gesagt eine ecke dĂŒmmer als andere Wesen dieser Zeit. Albero und Magia, sollten natĂŒrlich Recht behalten, denn schon am nĂ€chsten Tag sind Pauli und Paulinchen wieder aufgetaucht. Sie liefen im Wald umher und sprachen, wie sollte es anders sein ĂŒber ihre Sache, der Zeit. Und wieder hörten sie etwas, Magia rief leise: “Hallo ihr da”. “WIR” riefen die Kinder verĂ€ngstigt, “na wer denn sonst” merkte Albero an. Die Kinder traten ohne Angst an die BĂ€ume heran. Magia sagte nun zu denn Kindern, das diese Sache, mit der Zeit wohl einen bestimmten Grund zu haben scheint. Denn war es doch besser, das Magia mit Pauli und Paulinchen reden wĂŒrde, weil nĂ€mlich Albero ein miesepetriger Waldgeist als auch Baum ist. Sie sagte ihnen dass dieser Einschluss im Baum, nur dann aufgehoben werden kann, wenn die Zeit still stehen wĂŒrde. Denn als die DĂ€monen, ihren letzten Atemzug machten, meinte einer noch, das dieser Fluch nur dann gebrochen werden könne, wenn zwei Menschenkinder und alle Elfen, Gnome, und Waldgeister zusammen die Zeit aufhalten wĂŒrden. Es wurde natĂŒrlich angenommen dass dieser Zusammenschluss, nie zustande kommt. Doch wie es im Moment aussieht, wĂ€re es durchaus möglich, das zu schaffen was die DĂ€monen einst fĂŒr unmöglich hielten. Pauli und Paulinchen waren ja da, aber wer weiß denn nun wo die anderen sind? Weil es mittlerweile schon Dunkel geworden ist, gingen die Kinder erst mal wieder nachhause. Am nĂ€chsten Tag, nahmen sie alles mit in denn Wald, was sie bislang gesammelt und notiert hatten. Um es Albero und Magia zeigen zu können. Nachdem diese es sich angeschaut hatten, war ihnen sofort klar wie es funktioniert, denn Bann zu brechen. Ein Problem gab es aber noch, auch Albero und Magia wussten nicht an welchem ort, die anderen Elfen, Gnome und Waldgeister sind. Pauli jedoch besann sich der gesammelten Forschung und meinte dann: “Ich weiß wie es weiter geht“! “Wir vier stehen fĂŒr die vier Jahreszeiten, und dann ist es noch der Glaube, der bisweilen Berge zu versetzen vermag“. Sagte es, und wunderte sich noch ĂŒber seine Ausdrucksweise? Pauli und Paulinchen kletterten je auf einen der BĂ€ume, und als wĂ€re es so geplant, tobte plötzlich alles wild umher. BlĂ€tter stiegen in die Höhe, die Wipfel der BĂ€ume Tanzten und schaukelten. Etwas verĂ€ngstigt klammerten sich die Kinder in den BĂ€umen fest, an deren Äste. Als es auf einmal ruhig wurde. Der Wind war zum stillstand gekommen, was sie im Moment nicht sehen konnten, weil sie ja im Wald auf denn BĂ€umen sind, ist dass außerhalb des Waldes, nichts mehr in Bewegung wahr. Die Zeit steht still, im Moment dieser stille, hörte man nun viele kleine GerĂ€usche, die aus denn Wipfeln der BĂ€ume kamen. Dann sah man unzĂ€hlige winzige lichter die zu Boden gingen. Am Waldboden angekommen standen nun auf einmal alle Elfen, Gnome, und Waldgeister da. Genau in diesem Moment waren auch Pauli und Paulinchen in der Zeit gefangen, und bekamen so nichts mehr mit. WĂ€hrend die Kinder noch sicher in denn BĂ€umen saßen, traten Albero und Magia in ihrer eigenen gestalt aus den BĂ€umen heraus. In dieser Zeit ohne Zeit, legten die Kinder denn Grundstein, um an das zu Glauben, was eigentlich unglaublich scheint. Zusammen waren die Elfen, Gnome, und Waldgeister wieder entschwunden. Nur die Kinder saßen nach wie vor, in denn BĂ€umen. Als auch sie wieder, mit der Zeit einhergingen, und eigentlich nichts mehr von dem wussten was eben geschehen ist, kletterten sie beide von den BĂ€umen und fanden am Boden noch je eine Art Feder. Sie hoben sie auf, und gingen nach hause. Zuhause machten sich die Kinder ein LederbĂ€ndchen und hĂ€ngten sich die Federn um denn Hals. Fortan schien es so als könne ihnen keiner mehr etwas anheben, Pauli und Paulinchen bekamen zwei Kinder und nannten sie Albero und Magia. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute. Was aber eher unwahrscheinlich ist!

 

LG Euer MĂ€rchenonkel

 

Bernd

Der gemeinsame Weg von Traurigkeit und Hoffnung

 

Es war einmal ein Mann, der an einem sonnenfernen Tag an einer Kreuzung auf einen WeggefÀhrten traf.
Vor nicht all zu langer Zeit war es noch ĂŒblich sich grĂŒĂŸend vorzustellen.
Der eine nannte sich Hoffnung, der andere hieß Traurigkeit.
Sie gingen eine Weile neben einander, bis die Traurigkeit zu erzÀhlen an fing:
„Ich will Dir aus meinem Leben berichten.
Ich bin verheiratet mit einer schönen Frau, sie heißt Stolz. Sie gebar mir viele Kinder und wir lebten zufrieden, bis....."
Traurigkeit schluckte seine TrÀnen herunter und sprach weiter.
"Eins muss ich nun bald zu Grabe tragen. Mein Àltester Sohn, der Hass liegt im Sterben."
Die Hoffnung schaute der Traurigkeit ins Gesicht, und sagte,: „Gib den Glauben nicht auf.“
Doch der Alte schĂŒttelte den Kopf. „Es geht zu Ende, ich spĂŒre es. Der Hass ist so groß und stark geworden, wir dachten immer, er wĂŒrde uns Eltern ĂŒberleben.Wir haben ihm reichlich Nahrung gegeben. Wir gaben ihm Spielkameraden- die Zwietracht war die, mit der er sich am meisten verbunden fĂŒhlte.
Aber auch seine Schwestern mochte er sehr gerne, da war die LĂŒge, die Hinterlist, die Gier, die RĂŒcksichtslosigkeit.
Seine BrĂŒder, unser Vorurteil und unser Misstrauen bauten ihm ein Haus, in dem sich auch sein Sohn Rassismus wohl fĂŒhlte. So lebten sie lange Jahre und einer lernte von dem anderen.
Die LĂŒge lernte von der Hinterlist, die Gier von der RĂŒcksichtslosigkeit und Misstrauen war immer dabei.
Am meisten bewunderten alle ihren großen Bruder, den Hass.
Irgendwann erkrankte unser Hass. Bekam nie ganz verheilende GeschwĂŒre. Wie eine wuchernde Seuche, die sich in seinem Inneren ausbreitete. Je stĂ€rker unser Sohn, der Hass, wurde, desto mehr
zerfraßen ihn die HassgeschwĂŒre.
Alle Geschwister sind sehr, sehr traurig und wollen ohne ihren Hass nicht leben.
Die Gier meint, es wĂ€re fĂŒr sie undenkbar, die Geschwister anzuleiten, zu raffen ohne zu hassen. Das selbe behauptet auch die RĂŒcksichtslosigkeit und die Hinterlist.“

Die Hoffnung hatte der Traurigkeit zugehört und schwieg.
Auf dem Wege zum Haus der Traurigkeit begegneten sie einem jungen Mann.
Dieser wollte in die gleiche Richtung und fragte, ob er sich anschließen kann.
Die MĂ€nner waren einverstanden und so verging einige Zeit.
Der junge Mann nannte sich GĂŒte und war auf Brautschau.
So marschierten sie zu dritt des Weges bis ein Mann kam, der sich als Vergebung vorstellte und ebenfalls HeiratsplÀne hatte.
Die Hoffnung sagte: "Komm nur mit, die Traurigkeit hat einige Töchter, die sehr schön sind." Offenheit und Vertrauen schlossen sich am vierten Tag an. So kamen sie dann auch an ihr Ziel.
Kurz vor der HaustĂŒr begegneten ihnen zwei junge Damen, die Wahrheit und die Liebe.
Sie hörten, dass der Hass im Sterben liegt und wollten ihm zur Seite stehen.
Die Traurigkeit als Vater ging voran.
Als der sterbende Sohn den Vater sah, Ă€ußerte er seinen letzten Wunsch:
"Ich verlange als Grabbeilage alles zurĂŒck, was ich den Geschwistern je gab. Außerdem will ich meinen besten Spielkameraden, die Zwietracht. Ohne Feindseligkeit kann ich nicht sein.
Du Vater sollst darĂŒber wachen."
Es verging keine Stunde und der Hass tat seinen letzten Atemzug.
Keiner sprach ein Wort bis der Vater alle Geschwister und auch die anderen GĂ€ste versammelte.
Die Traurigkeit sagte: "Lasst uns nun den Hass fĂŒr immer begraben und alles so machen wie es der Wunsch des Verstorbenen war“.
So wurde der Hass an einem Ort tief im Wald beigesetzt und mit ihm die Zwietracht.
Jedes der Geschwister holte aus seinem Innersten allen Hass hervor und legte ihn mit ins Grab zum toten Bruder.
Auf dem Heimweg sprach als erster RĂŒcksichtslosigkeit: „ Ich kann es kaum fassen, aber ich habe mich noch nie so leicht gefĂŒhlt.“
Die Wahrheit nickte verstĂ€ndnisvoll und meinte, dass die RĂŒcksichtslosigkeit nun ohne all den Hass ist und all die anderen Geschwister auch.
Als sie ins Vaterhaus des kleinen Rassismus kamen, öffneten sie sĂ€mtliche TĂŒren und Fenster und all die alte Verbitterung, und der Zorn von Jahren entwich.
Der kleine Rassismus wurde fortan von der Wahrheit erzogen und der Offenheit so Àhnlich, dass er schon bald Gerechtigkeit genannt wurde.
Die Offenheit, die GĂŒte, die Liebe, die Wahrheit und Vertrauen, so geht die Sage, wichen nicht mehr von der Seite der anderen Geschwister.
Sie heirateten, bekamen Kinder und alle verstanden sich prÀchtig.
Hass und Zwietracht waren fĂŒr immer begraben.


@I.Pagel die Ostseemoewe

Die EistrÀne

Auch wenn man denkt die Welt wĂ€re von einen dicken Nebel umhĂŒllt, sieht man trotz allem immer noch ein leichtes Schimmern. Dieses Schimmern funkelt durch London wie ein goldener Stern, die man an dem Nachthimmel erblicken kann. Um dieses funkelnde etwas, rankt sich ein MĂ€rchen, welches dem Adel vorbehalten ist, jedoch kann ich euch ein anderes erzĂ€hlen, welches zwar nicht so Atemberaubend ist, aber dem des Adels nahe kommt.
Also setzt euch und lauscht meine Kinder.



Es war einst, in einem lÀngst vergangenem Jahr ein MÀdchen. Sie lebte in einer Welt voller Zauberer und Prinzen, Königinen und Elfen.
Heute heißt diese Welt London, doch darmahls nannte man sie noch Jinmontanie.
Das MĂ€dchen von dem ich heute berichten will heißt Shiva und lebte mit ihrem Vater Pjotre in dem kleinen Dorf Misable.
Pjotre und Shiva lebten von der Fischerei und doch war Shiva mehr. Im Dorf war sie etwas wie eine Legende wegen ihrer Eleganz, welche die einer Prinzessin glitt und auf Grund ihre Mutes, welchen man mit dem eines  Kriegers gleichsetzen konnte. Doch auch ihr lĂ€cheln war berĂŒchtigt, den damit verzauberte sie jung und alt. Die MĂ€nner waren von ihr angezogen, so als ob sie einen Liebes zauber wirkte.
Doch diese Eigenschaften, der jungen Fischerstochter, zogen den Zorn der Prinzessin auf sich. Und mit dieser war nicht gut Kirschen essen !
Prinzessin Irrabell konnte es nicht ertragen, dass sie eine alte Jungfer sein sollte wÀrend in einem ihrer Dörfer, ein MÀdchen hauste , welches von Freiern nur so umringt war. Also ging sie in der Nacht zu einer Hexe und bat darum Shiva verfluchen zu lassen.
Dieser Fluch sollte bewirken , dass Shiva in einem Haus, tief im finsteren Walde leben sollte, welches sie nur beim klaren Licht des Vollmond verlassen durfte. Und so geschah es, das Shiva auf ihrer Pilze suche im Wald, jenes Haus entdeckte und hinein trat. Es war ein Ă€rmliches Haus und als sie wieder gehen wollte, ließ sich die TĂŒr nicht öffnen. So saß sie am Fenster und probierte Tag fĂŒr Tag , hinaus treten zu können und in einer Vollmondnacht schaffte sie es. Shiva rannte und rannte voller Hoffnung ihr Zauhause finden zu können doch als der Vollmond versank zog der Wald sie zurĂŒck ins Haus.
Mit den Monaten gewöhnte Shiva sich dran,dass sie nicht fliehen konnte und setzte sich jede Vollmondnacht vor ihr Haus. Und einmal passierte es dann.
Der Junge Prinz Wilhem ritt an ihr vorbei und war sofort entzĂŒckt von ihrer Schönheit. "Wer seit ihr?" fragte er, nachdem er von seinem Pferd gestiegen war. "Mein Name ist Shiva" antwortete sie, denn auch Shiva war entzĂŒckt von den jungen Prinzen. "Was macht eine so junge Dame bei Nacht im finstersten aller WĂ€lder ?" fragte der Recke und streckte ihr die Hand entgegen. Doch als Shiva gerade diese nehmen wollte spĂŒrte sie, dass der Bann sie wieder zu sich zog, drum sprach sie rasch "Ich gehöre dem Mond so kann ich nicht mit dir kommen" doch der Prinz wollte sie nicht so einfach gehen lassen und beschloß beim nĂ€chsten Vollmond wieder zu kehren.
So geschah es auch , doch gefiel es der Prinzessin Irrabell gar nicht, denn Wilhem sollte ihr Gatte werden, drum ging sie erneut zu der Hexe hin, und bat darum das Haus zu verschließen auf ewig, und so zu Tarnen das nimmer mehr ein Mensch es erblicken konnte.
So geschah es auch, und Irrabell ließ ein Haus bauen welches dem von Shiva glich, direkt vor dem getarnten. Beim Vollmond, als Shiva raus wollte ging es nicht und so setzte sie sich ans Fenster um es spĂ€ter erneut zu versuchen. Doch wie war sie empört, als sie sah, dass dort stand ein zweites Haus.
Wenige Minuten spĂ€ter trat Irrabell in der Gestalt von Shiva heraus und betörte den Jungen Prinz. Die echte Shiva weinte und ihre Leidvollen Schreie ließen das Glas bersten. Doch niemand hörte es, sie konnte noch nicht einmal aus dem Fenster, doch die kalte Luft kam rein. So baute sie aus ihrenTrĂ€nen ein Fenster welches durch den kalten Hass Irrabells gestĂŒtzt wurde.
Und dieses Fenster kann man heute noch funkeln sehen, meine Kinder.


________________________Damballa________________

Die Geschichte des kleinen Ceril

Es war ein mal eine Insel. Eine der grĂ¶ĂŸten und zugleich schönsten Inseln, die die Welt je gesehen hatte. Diese Insel wurde bewohnt von den Cudos. Den HĂŒtern des ewigen Lichts. Dieses Licht, das dass eine goldene Flamme Ă€hnlich sah, brannte schon seit Anbeginn der Zeit und erlosch nicht ein einzige mal. Die Cudos waren fĂŒr dieses Licht verantwortlich und so galt es als eine ehrenwerte Aufgabe darĂŒber zu wachen. Jedes Kind auf der Insel trĂ€umte davon eines Tages ein HĂŒter zu werden, in die goldene Stadt genau in der Mitte der Insel zu reisen und sich vor den Cudos zu behaupten. Den nicht jeder wurde einfach so in ihren Kreis aufgenommen. Die AnwĂ€rter mussten sich PrĂŒfungen unterziehen in denen sie sich als wĂŒrdig erweisen mussten. Nur so konnte man zu einem echten WĂ€chter werden. Jeder Junge und jedes MĂ€dchen auf der gesamten Insel, wĂŒnschten sich nichts mehr als den Cudos zu beweisen, dass sie wĂŒrdig sind. Doch niemand wĂŒnschte es sich so sehr wie Ceril. So geschah es eines Tages, dass er wie viele andere Kinder auch, loszog um ein Cudos zu werden. Mit einem LĂ€cheln im Gesicht und voller Hoffnung begann er seines Weges zu gehen. Drei Tage und drei NĂ€chte wanderte er durch dunkle WĂ€lder und luftige Höhen. Er aß nichts trank nichts und schlief nicht. Er wollte soviel Weg aufeinmal zurĂŒck legen wie kein andrer. Da er auch jener war, der sich nichts mehr auf der Welt wĂŒnschte als ein WĂ€chter zu werden. Am vierten Tag aber sah er ein MĂ€dchen, dass vor ihm ihrer Wege ging, dass wollte er aber nicht wahrhaben also begann er so schnell wie seine kleinen FĂŒĂŸe es ihm erlaubten zu rennen um das MĂ€dchen zu ĂŒberholen und sie in einer Wolke aus Staub zurĂŒck zulassen. Doch als er nĂ€her kam sah er das das MĂ€dchen humpelte und weinte. Er befahl seinen schnellen FĂŒĂŸen langsamer zu werden und ging zu dem MĂ€dchen hin. Er fragte was mit ihr passiert sei und sie antwortete, das hingefallen war und seitdem ihr linkes Bein schmerzte. Ceril besah sich den Fuß und teilte den Schmerz mit ihr. Er ĂŒberlegte, wenn er jetzt das MĂ€dchen zurĂŒck lassen wĂŒrde. WĂ€re er vermutlich der Erste, der bei den Cudos sein wĂŒrde, doch konnte er das MĂ€dchen nicht einfach so zurĂŒck lassen und er entschied sich mit ihr zu gehen und sie zu stĂŒtzen. Ceril passte auf Alinda, so hatte das MĂ€dchen gesagt sei ihr Name, auf wĂ€hrend sie durch dunkle WĂ€lder und luftige Höhen wanderten. Sie teilten ihr Essen mit einander und schliefen artig solange es dunkel war. Zwei Tage und zwei NĂ€chte lang waren sie unterwegs, bis Alinda schließlich wieder in der Lange war mir ihrem verletzten FĂŒĂŸlein aufzutreten. Doch Ceril blieb bei ihr, weil er nicht wollte, dass sie nochmal hinfiel und sich dann das andere Bein verletzte. Am nunmehr sechsten Tag sahen die beiden Kinder einen Jungen am Boden liegen. Er bat die beiden um Wasser aber Alinda meinte, wenn sie ihm kein Wasser gĂ€ben, könnten sie vor ihm bei den WĂ€chtern sein. Ceril aber sagte dann, dass er sie auch nicht zurĂŒck gelassen habe als sie verletzt war und so gab er dem Jungen etwas von seinem Wasser dass er noch ĂŒbrig hatte. Der Junge trank es dankbar und sagte er heiße Bikanel und werde fortan mit ihnen zusammen zu den Cudos reisen. Als es dann dunkel wurde legten sich die drei Kinder unter einen großen Baum und schliefen sofort ein. Am nĂ€chsten Morgen erwachte Ceril und sah das Alinda und Bikanel all eine Sachen genommen hatte und sich alleine auf den Weg gemacht hatten ohne ihn zu wecken um vor ihm bei den Cudos zu sein. Ceril war traurig ĂŒber den Verrat seiner beiden Begleiter, doch setzte er seine Wege fort. Einen Tag spĂ€ter, war er in der goldenen Stadt der Cudos angekommen. Er war schwach von der Reise, seine kleinen FĂŒĂŸchen taten ihm weh doch lief er weiter bis er an ein großes goldenes Tor kam wo die Cudos schon auf ihn warteten. Alinda und Bikanel waren auch da zusammen mit vielen anderen Kindern. Einer der Cudos, ein sehr alter Mann, ging einen Schritt vor und empfing Ceril mit den Worten, dass er der letzte sei der von den Kindern los gezogen war und er doch bitte sagen soll warum er so spĂ€t erst kam, Ceril schaute zu Alinda und Bikanel , doch sagte er nur, dass er sich verirrt habe und so den Weg nicht gefunden hat. Der alte HĂŒter sah ihn mit einem LĂ€cheln an und offenbarte ihm dass er Ceril derjenige war der sich als wĂŒrdig erwießen habe und so ein Cudos werden sollte. Denn der wusste Junge nicht, dass die Cudos jedes einzelne Kind durch das ewige Licht beobachteten. Denn die PrĂŒfung hatte schon lĂ€ngst begonnen. Die Reise selbst war die Herausforderung denen sich jeder Bewerber stellen musste. Und obwohl Ceril die Möglichkeit gehabt hatte als Erster bei den HĂŒtern zu sein, half er lieber andern denen es schlechter ergangen war und stand jene die ihn Verraten hatten nicht mit Hass sondern mit Vergebung gegenĂŒber.

 

~dome~

Das MĂ€rchen von der Welt hinter der Scheibe

Es war einmal in einem weit entfernten Königreich ein junger Königssohn. Viele sagten, er wÀre gutaussehend, zuvorkommend, intelligent und ausgesprochen höflich. Nur hatte ihn niemand zu Gesicht bekommen. Nur seine Mutter, die Königin, durfte ihm zu Essen bringen, nur sie allein besuchte ihn. Selbst der König bekam sein Kind nie zu sehen. Seine Mutter beschrieb ihn als den schönsten Jungen, den sie je gesehen hatte. Doch jeder fragte sich, ob das auch stimmte.

Eines Tages fragte der Junge seine Mutter: »Mutter, was ist die Welt hinter der Scheibe?« Die Königin wusste nicht, wie sie darauf antworten sollte. »Mein Liebling. Sie ist etwas, was du nicht sehen willst. Sie ist grausam. Und jetzt iss und geh schlafen.«

»Aber Mutter! Bitte sag, was ist da draußen? Ich will es doch so gerne wissen!« Und seine Blicke erweichten ihr so das Herz, dass sie ihm versprach, ihn am spĂ€ten Abend herauszufĂŒhren.

 

In dunklen UmhĂ€ngen verschleiert verließen sie das Schloss. Auf der Straße begegneten sie keiner Menschenseele.

»Mutter«, sprach da der Prinz, »was ist so grausam in dieser Welt? Sie duftet doch so wunderbar. Sie scheint mir so still und friedlich.«

»Ja, mein Sohn. Doch der Schein trĂŒgt. Dort, in diesem Haus wohnt eine Zauberin, die verhext dich. Du darfst sie nie um einen Schluck Wasser bitten. Dies könnte dein Untergang sein.«

Nach einer Weile kamen sie an einen Waldesrand.

»Mutter«, fragte der Prinz, »was ist so grausam auf dieser Welt. Ich will es wissen!«

»Dort ist das Haus des Trolls. Er fĂŒgt dir grausame Dinge zu, wenn du ihn um einen Leib Brot bittest. Dies könnte dein Untergang sein.«

Als sie eine Weile durch den Wald gelaufen waren, kamen sie an eine Lichtung voller Blumen.

»Sag, Mutter, wie kann die Welt so grausam sein, wenn sie doch so schöne Wesen beherbergt? Diese hier duften wunderbar!«

»Rieche nicht daran! Das sind die Zauberblumen der Elfen. Riechst du an ihnen, so könnte dies dein Untergang sein!«

Nach einiger Zeit kamen sie an einen Berg. »Was ist hier so grausam?«, fragte der Prinz. »Wird man hier auch verhext oder wird einem etwas Schlimmes angetan?«

»Nein, mein Sohn. Hier haust ein Drache. Keiner hat ihn je gesehen. Nur die Knochen der Wesen, die er gefressen hat. Und keiner weiß, was mit einem passiert.«

Als der Morgen graute, schloss die Königin gerade die TĂŒr zu den Zimmern des Prinzen.

 

Nach drei Jahren fragte der Prinz eines Abends: »Mutter, erinnerst du dich noch daran, als du mich ausfĂŒhrtest? Du hast mir erzĂ€hlt, dass die Welt grausam sei. Du zeigtest sie mir bei Nacht, aber ich will sie am Tage sehen! Es muss doch noch viel herrlicher sein!«

Doch die Königin zögerte. »Nein, mein Sohn. Das kann ich dir nicht antun. Ich fĂŒhre dich bei Nacht aus, wenn du willst, aber nicht bei Tage.«

»Du hĂ€ltst mich jetzt schon fĂŒnfzehn Jahre hier versteckt, ich will die Welt sehen! Du sagtest mir, der Horizont wĂ€re weiter als die Berge, er wĂ€re weiter als die Seen und die WĂ€lder. Oh, Mutter, bitte lass mich es nur einmal bei Tage sehen!«

»Na gut, mein Sohn« Und mit einem schweren Seufzer hĂŒllte die als alte Frau verkleidete Königin den Prinzen in einen dunklen Umhang und sie verließen unbemerkt das Schloss.

»Mutter«, rief der Prinz vor Freude, »hier ist alles so bunt und hell! Wie viel schöner als bei Nacht!«

»Mein lieber Sohn, es tÀuscht. Ich will dir zeigen, wie die Welt bei Tage wirklich ist.«

Nach einer Weile kamen sie an einem Haus vorbei. Davor schlug ein Mann auf seine Frau ein, sodass sie wie am Spieß schrie.

»Mutter, was macht der Mensch dort mit dem anderen Menschen?«, fragte der Prinz.

»Der Mann schlÀgt seine Frau, weil er meint, sie habe ihm Unrecht getan. Das macht er seit eh und je, und niemand kann ihn davon abhalten.«

»Was hat die Frau getan?«

»Sie hat einen der Äpfel an einen ausgehungerten Bettler gegeben.«

»Ist das schlimm?«

»In seinen Augen ja.«

»Und in deinen, Mutter?«

»In meinen ist das eine Ungerechtigkeit. Die Frau war nur gĂŒtig.«

»Und warum sagst du nichts?«

»Mach du es. Walte mit Gerechtigkeit.«

So ging der Junge zu dem Mann und fragte, was er da mache. Darauf antwortete der Alte: »Meine Frau hat mir Unrecht getan, und so ist es mein Recht, sie zu bestrafen.«

»Und was wĂ€re, wenn du der bist, der Unrecht getan hat? WĂ€re deine Frau dann auch im Recht, sodass sie dich bestrafen wĂŒrde?«

»Aber Junge, nein! Sie ist meine Frau und muss mir gehorchen!  So sagt es Gott, und Gott widerspricht man nicht!« So schlug er weiter auf die arme Frau ein.

»Wo ist da die Gerechtigkeit?«, fragte der Junge seine Mutter. Diese jedoch schwieg und sie gingen still weiter.

Da kamen sie an einem Hund und einer Katze vorbei.

»Warum bellt das eine Tier das andere an?«

»Der Hund meint, die Katze hÀtte ihm eine Maus gestohlen. Dabei hat sie die Maus nur erlegt, damit ihre Jungen etwas zu essen haben.«

»Wieso hat er ihr denn keine Maus ĂŒbergelassen? Es gibt hier doch so viele. Wo ist da die Gerechtigkeit? Mutter, so tu doch etwas!«

»Nein, mein Sohn. Mach du es. Walte mit GĂŒte.«

So ging der Junge zu dem Hund und fragte, was er da mache. Da sprach der Hund: »Die Katze hat mir eine Maus geklaut! Und jetzt will ich sie zurĂŒck!«

»Aber junger Herr, so versteht doch! Meine Kinder waren am verhungern, ich konnte sie doch nicht einfach sterben lassen!«, maunzte die Katze klÀglich.

»Wenn du, Hund, der Katze einen Knochen genommen hĂ€ttest, um deine Kinder zu retten, dĂŒrfte sie den Knochen wieder zurĂŒckhaben wollen?«, fragte der Junge.

»Mein Herr, nein! Sie ist eine Katze, sie arbeitet nie, ich muss den ganzen Tag ĂŒber den Hof wachen!«, meinte der Hund und fing wieder an, die Katze anzubellen.

»Wo ist da die Gerechtigkeit?«, fragte der Sohn seine Mutter, doch diese schwieg und so gingen sie zurĂŒck zum Schloss.

Doch als es Nacht ward, schlich sich der Junge nochmals hinaus. Er wollte weiter gehen als der Horizont war. Nach einer Weile wurde er immer hungriger und hungriger, sodass er an eine HĂŒtte am Wald klopfte. Da tat eine grĂ€ssliche Gestalt auf und fragte ihn, was er wolle. Erst erschrak der JĂŒngling, merkte jedoch, dass diese Gestalt nichts Böses wollte. So bat er die Gestalt um ein wenig Brot. Doch da wurde die Gestalt böse und wĂŒtend. Der JĂŒngling wich zurĂŒck, als die Gestalt ihm mit ihrer Keule schlagen wollte. Da erkannte er die HĂŒtte: Es war die HĂŒtte des Trolls, vor dem seine Mutter ihn gewarnt hatte. Der Junge wurde alsbald grĂŒn und blau geschlagen, und als der Troll dachte, er sei tot, warf er ihn hinaus vor die HĂŒtte und schloss die TĂŒr.

Der JĂŒngling kroch mit seinen letzten KrĂ€ften den Weg zurĂŒck, bis er an ein HĂ€uschen kam. Dort klopfte er an. Eine alte Frau, eine Zauberin, trat heraus und half ihm auf die Beine. Sie setzte ihn an den Tisch und fragte, was er wohl brĂ€uchte.

So sagte der Junge. »Ich brauche etwas zu trinken. Ich bin ganz erschöpft. Ich will aus dem Wasser neue Kraft schöpfen.«

Doch das erzĂŒrnte die Zauberin und verwandelte ihn in ein Reh. Da bemerkte der Junge, dass es die Zauberin war, deren HĂŒtte seine Mutter ihm gezeigt hatte. Verschreckt lief er in den Wald und glaubte sich verloren.

Da kam er an eine Wiese, deren Blumen wundervoll dufteten. Auf einmal sah er wunderschöne Elfen auf der Wiese, wie sie zu himmlischer Musik tanzten und sich amĂŒsierten.

»Nanu, du kleines Reh«, scherzten sie, »was suchst du denn hier? Weißt du nicht, dass man Elfen bei ihren Gesellschaften nicht stört?«

»Nein, verzeiht mir, werte Elfen, das wusste ich nicht. Aber die Blumen dufteten so gut!«

»Ja, das stimmt. Komm her, mein Rehlein, und schnuppere an dieser Blume. So wird all dein Schmerz von dir abfallen.« Eine Elfe winkte ihn zu ihr herĂŒber und reichte ihm eine BlĂŒte. Und als der Prinz in Rehgestalt daran roch, fielen ihm sogleich die Augen zu und er schlief tief und fest. Die Elfen tanzten noch die ganze Nacht um das schlafende Reh.

Doch auf einmal erschĂŒtterte ein lautes Grollen die Erde und die Elfen flohen in den Wald. Und auf einmal flog ein gigantisches Ungeheuer ĂŒber den Wald und auf die Wiese zu, auf der das Reh schutzlos weiter schlief.

Von dem lauten Getöse wurde die Mutter Königin wach und sah nach, ob es ihrem Sohn denn auch an nichts fehle. Doch sie fand ihn nicht in seinen GemÀchern vor. Also holte sie sich ein Pferd aus de Stall und ritt in den Wald.

Der Drache, das Ungeheuer, setzte sich neben das Reh auf die wiese und betrachtete es. Erst ĂŒberlegte er, ob er es fressen solle oder nicht, doch da bemerkte er, dass es ein verwandelter Prinz war, der in den Schlaf gezaubert wurde, seine Schmerzen zu vergessen. Da hauchte der Drache ihn mit seinem Feueratem an und der Prinz verwandelte sich in seine menschliche Gestalt zurĂŒck. Der Drache packte ihn mit den Klauen und flog hinauf in den Himmel.

Die Königin sah gerade noch, wie der Drache mit dem Prinzen davonflog, und fing an zu schluchzen und zu wehklagen. So verging sie an der Trauer um ihr einziges Kind und starb.

Der Drache indes flog ĂŒber die Meere und Ozeane, ĂŒber Gebirge und WĂ€lder, bis er an eine Höhle kam. Dort bereitete er sich und dem Prinzen ein Bett aus GrĂ€sern und legte den Prinzen hinein. Er heilte ihn mit seinem Feueratem, dann legte er sich zu dem Jungen und schlief an dessen Seite.


Viele Jahre vergingen, als eines Tages, es war ein kalter Winterabend, ein kleiner Junge durch den Wald irrte und schließlich auf die verschneite Wiese kam, wo die Höhle lag. Vorsichtig kroch er in die Höhle, doch als er den großen Drachen sah, wollte er gerade wieder heraus rennen. Aber dann sah er, wie der Prinz und der Drache eintrĂ€chtig nebeneinander lagen, sodass er sich neben ihnen einrollte und schlief.

Am nĂ€chsten Morgen wachte er auf und ging den restlichen Weg nach Hause, einer kleinen, Ă€rmlichen HĂŒtte. Dort erzĂ€hlte er seiner Mutter und seinen Schwestern von dem Drachen und dem reich gekleideten jungen Mann.

So schickte die Mutter das Ă€lteste MĂ€dchen am nĂ€chsten Tag mit Brot und KĂ€se zu der Höhle, in der Absicht, dass der Mann sie einmal heiraten wĂŒrde. Als die Älteste zur Höhle kam, ĂŒbermannte sie die Furcht vor dem Drachen, sodass sie den Korb mit dem Essen fallen ließ und zurĂŒck nach Hause lief. Dort erzĂ€hlte sie, er habe die ganze Zeit geschlafen und hĂ€tte sich kein einziges Mal gerĂŒhrt, sodass sie den Korb dort gelassen habe und zurĂŒckgekehrt sei.

Die JĂŒngere jedoch merkte, dass sie Blut und Wasser vor Angst schwitzte, und fragte die Mutter, ob sie nicht nach dem Prinzen gucken dĂŒrfe. Aber die Mutter sagte, sie könne sie nicht im Haushalt entbehren, weshalb sie zuhause bleiben mĂŒsse.

 

Die Tochter indes schlich sich des Nachts aus dem Haus und wachte die ganze Nacht bei der Höhle. Plötzlich, mit dem ersten Sonnenstrahl wachte der Drache auf. Sie beide erschraken ĂŒber einander, der Drache fauchte und brĂŒllte.

»Ich tue ihm nichts«, sagte das MĂ€dchen verĂ€ngstigt. »Ich habe nur ĂŒber euch gewacht, dass euch nichts passiert. Hier in den WĂ€ldern gibt es viele schlimme Kreaturen, die sind sogar grĂ€sslicher als du, Drache.«

Der Drache betrachtete sie noch kritisch, dann sagte er: »Du scheinst mir ein ordentliches und vernĂŒnftiges Menschlein zu sein. So wache weiter ĂŒber ihm, ich muss fort. Ich komme in drei Tagen wieder, um zu sehen, wie es ihm geht. Halte ihn im Schlaf, sonst werden seine Wunden nicht richtig heilen.« Er gab ihr eine Flasche von seinem Feueratem und flog fort.

Als es Mittag ward, kam die Ältere zu der Höhle. Als sie die JĂŒngere in der Höhle sitzen sah, wurde sie wĂŒtend.

»Kara, was machst du denn hier?«, fragte sie erbost.

»Ich wache hier ĂŒber den Prinzen, wie es mir der Drache gesagt hat.«

»Du hast dich Mutter widersetzt. Du sollst nicht hier sein!«

»Aber er brauch meine Hilfe! Was soll ich denn tun? In drei Tagen kommt der Drache zurĂŒck und wird mich auffressen, wenn der Prinz nicht mehr schlĂ€ft!«

»So lass mich ĂŒber ihn wachen.«

Kara willigte zögernd ein und ĂŒberreichte ihrer Schwester das FlĂ€schchen Feueratem, das den Prinzen im Schlaf hielt. Sie ermahnte sie auch, dass sie es nicht vergessen dĂŒrfe, morgens und abends seine Augen damit zu betrĂ€ufeln. So ging das MĂ€dchen Heim und erzĂ€hlte ihrer Mutter, sie sei ein wenig Feuerholz sammeln gegangen, habe allerdings nicht viel gefunden.

Des Nachts allerdings, schlich sie sich wieder hinaus und verharrte die ganze Zeit bei dem schlafenden Prinzen. Als der erste Sonnenstrahl am Horizont erschien, schlich sie sich wieder in ihr Bett und die Älteste ging zu ihm. So verlief es den nĂ€chsten Tag genau so.

Doch als Kara am Abend wieder zu der Höhle lief, regte sich der Junge und sie erschrak; hatte ihre Schwester doch gesagt, dass sie ihn immer behandelt hatte. Da öffnete der Junge die Augen.

»Guten Abend«, sagte dieser, »Wer seid Ihr?«

»Ich bin Kara. Ich wohne in einer kleinen HĂŒtte in der NĂ€he von hier. Und wer seid Ihr?«

»Ich weiß es nicht. Ich kann mich an gar nichts mehr erinnern. Aber was mache ich hier?« Der Prinz sah sich nachdenklich um.

»Ihr habt die ganze Zeit geschlafen. Ein Drache hat ĂŒber Euch gewacht, doch er ist fort geflogen, er mĂŒsste bald wieder kommen. Und er wird mich umbringen, wenn ihr nicht am Schlafen seid!« Kara war verzweifelt und Ă€ngstlich.

»Er wird Euch nicht töten. Wie könnte er ein so schönes Geschöpf Gottes vernichten?«

»Er ist ein Ungeheuer. Und ich habe meine Pflicht nicht vollstĂ€ndig erfĂŒllt. Aber zu aller erst braucht Ihr einen Namen, wenn Ihr Euch an nichts mehr erinnern könnt.«

»Einen Namen? Hat denn ein jeder einen Namen?«

»Ja natĂŒrlich! Wie soll man sonst die Dinge und Menschen auseinander halten? Da kĂ€me doch alles durcheinander.« Sie ĂŒberlegte kurz. »Vielleicht nenne ich dich Caspar. Du siehst mir aus wie ein Caspar. Ja. So will ich dich nennen.«

Gerade als sie geendet hatte, hörten sie ein Tosen und Grollen und der Drache stand vor der Höhle.

»So, mein Menschlein, jetzt mag ich doch sehen, ob du alles so getan hast, wie ich es dir aufgetragen habe.«

»Es tut mir leid, mein werter Drache, doch meine Schwester hat heute Abend vergessen, ihn einzureiben.«

»Hatte ich nicht DIR die Aufgabe zugeteilt, und nicht deiner Schwester? Jetzt sieh nur, es ist alles dein Fehler, dass er wach ist! wie soll denn da alles vernĂŒnftig heilen?«

»Aber Drache! Es ist doch alles heil.«, rief da der Prinz dazwischen.

Da ließ der Drache von dem MĂ€dchen ab und besah sich den Körper des Jungen. Als er ihn auszog, hielt sich Kara vor Scham die HĂ€nde vors Gesicht.

»Kara, du brauchst dich nicht zu schÀmen. Meine Mutter sah mich auch immer nackt.«

»Aber ich bin nicht deine Mutter, Caspar. Es gehört sich nicht, einen Mann nackt zu sehen.«

»So? Bin ich also ein Mann?«

»Ja, das bist du.«

»Habe ich eine Frau? Ein Mann hat doch immer eine Frau, nicht?«

»Nein, Menschlein, das hast du nicht.«, meinte der Drache.

»Aber dann brauche ich eine! Bist du eine Frau, Kara?«

»Ja, ich denke schon.«

»Dann lass uns Mann und Frau sein. So lange wie wir leben.«

»Aber man heiratet doch nur, wenn man sich liebt!«

»Ach so. Und, liebst du mich genug, dass du meine Frau werden willst?«

»Ich weiß es nicht. Ich kenne dich doch kaum. Aber du kannst mit mir, in die HĂŒtte kommen, da kannst du mit leben und spĂ€ter, ja, spĂ€ter werde ich dich dann vielleicht heiraten!«

So kam Caspar mit Kara des Morgens nach Hause. Die Älteste wurde böse, als sie von dem Vorschlag Karas hörte, doch sie nahmen Caspar schließlich auf, die Mutter kochte fĂŒr sie und als eins, zwei Jahre verstrichen wahren, beschlossen Kara und Caspar doch noch zu heiraten. Nach der Hochzeit fragten sie den Drachen, ob er sie nicht in Caspars Heimat fliegen wĂŒrde, was dieser auch tat. Dort bauten sie sich ein kleines Haus, wo sie seit dem lebten und ihre fĂŒnf Kinder großzogen.

Nach etlichen Jahre, die Kinder waren außer Haus, dachten sie daran, sich auch schlafen zu legen. So schliefen sie eines Nachts friedlich ein und sie wachten nie mehr auf.

 

~starlight~ :D

Winter

Es war einmal ein kleines MĂ€dchen, das keine Eltern und keine Geschwister hatte. Sie musste von kleinan lernen, ihren eigenen Weg zu erkĂ€mpfen. Sie lebte in einer fremden Familie, die sie sehr gern hatte und sich sehr um das kleine MĂ€dchen kĂŒmmerten. Aber sie saß oft abends am Fenster und blickte hinaus in die weite Welt und sehnte sich nach ihrer richtigen Familie. Es war ein sehr feinfĂŒhliges, ruhiges MĂ€dchen, das sich schwertat, Freunde zu finden. Sie verbrachte ihre Zeit am liebsten mit ihrem Stoffhasen, Bumper. Bumper war ihr bester Freund und nur ihm vertraute sie ihre tiefsten Geheimnisse an. Das allergrĂ¶ĂŸte Geheimnis war, dass sie mit Blumen  sprechen konnte. Und das tat sie oft und gern. Was die Menschen so zu erzĂ€hlen hatten waren meist schmerzvolle und traurige Geschichten, doch Blumen hatten allerlei Schönes zu berichten. Liebend gern lauschte sie den Geschichten der Sonnenblumen im Garten und den wunderschönen LiebeserzĂ€hlungen der Rosen, den Abenteuerberichten der Anemonen. Wurde es Winter im Lande und ihre Freunde verkrochen sich als Schutz vor der KĂ€lte in der Erde, zĂ€hlte das MĂ€dchen die Tage, bis es wieder warm wurde und sie wieder hinaus konnte um zu reden. Denn auch sie hatte viel zu erzĂ€hlen und Blumen waren geduldige Zuhörer. Vor allem, da sie kaum eine Wahl hatten, als an ihrer Stelle zu bleiben und zu lauschen. Als das MĂ€dchen eines Tages ihr Herz ausschĂŒttete und von der Sehnsucht nach ihrer wahren Familie berichtete, bogen sich die Rosen vor Mitleid und die Sonnenblumen verblassten. Der ganze Garten fĂŒhlte mit dem kleinen MĂ€dchen und wollte helfen. Also verbreiteten sie die Geschichte an die Bienen und Vögel, die hin und wieder auf Besuch kamen. Diese brachten die Geschichte in die nĂ€chsten GĂ€rten und Wiesen. Dadurch verbreitete sich die traurige Geschichte auf der ganzen Welt und bald waren alle Blumen so erschĂŒttert, dass sie ihre Farbe verloren und aufhörten zu blĂŒhen. Als das MĂ€dchen vom Schicksal ihrer Blumenfreunde erfuhr, beschloss sie, ihre Familie zu suchen und damit allen zu helfen. Sie befragte ihre neue Familie und all deren Bekannte. Doch keiner konnte der Kleinen helfen, selbst am Adoptionsamt gab es keine Informationen ĂŒber ihre Herkunft. Sie wurde eines Nachts einfach vor die TĂŒr gelegt, eingewickelt in dicke Decken und daneben Bumper, der Stoffhase. Mehr wusste man von ihren Eltern nicht.

Das kleine MĂ€dchen wurde Ă€lter und erwachsen. An ihrem 19. Geburtstag bekam sie eine eigene Wohnung von ihren Eltern geschenkt. Sie packte ihre Sachen, ganz obenauf natĂŒrlich Bumper, und fuhr mit ihrem Vater in die Wohnung. Sie hatte akzeptiert, dass sie ihre biologischen Eltern niemals finden wĂŒrde, sie dafĂŒr aber mit wundervollem Ersatz gesegnet war. Sie hatte ihr Schicksal zu akzeptieren gelernt, doch die Blumenwelt war weiterhin gefroren, erschĂŒttert. Zu ihrem Einzug schmiss sie eine kleine Party, zu der sie ihre neuen Nachbarn einlud. Unter ihnen befand sich auch Luke, ein Bekannter von ihr, noch aus Kindertagen. Er half ihr beim Einrichten und Ausmalen. Außerdem fand er den perfekten Platz fĂŒr Bumper – die Fensterbank, mit dem Blick hinaus. Sie war sehr gerĂŒhrt von Luke und seiner Hilfe, und dass er sich nicht lustig machte ĂŒber Bumper. Er kĂŒmmerte sich auch sehr darum, dass sie nicht oft alleine war und unternahm viel mit ihr. Sie saßen eines Abens auf ihrem Sofa und sahen sich einen Film an, als er ihr ins Ohr flĂŒsterte „Ich weiß, was mit den Blumen passiert ist. Wir mĂŒssen ihnen helfen!“, sie erstarrte und wagte ihn nicht anzusehen. Luke fasste sie am Kinn und drehte ihren Kopf sanft zu sich. Dann kĂŒsste er sie. Der hineinfallende Mond beschien das Liebespaar und die neugierigen Blumen streckten ihre BlĂŒten aus und erhofften, einen guten Blick darauf werfen zu können. Die Rosen erröteten aufgrund der innigen Liebe und die Sonnenblumen kicherten so laut, dass sie ganz gelb vor Freude wurden. Als Bumper das bemerkte er schloss er glĂŒcklich seine Augen. Das MĂ€dchen öffnete seine Augen nach dem Kuss. Sie erschrak, „BumperÂŽs Knopfaugen sind verschwunden!“, sie zeigte voller Entsetzen auf die Fensterbank. Als beide davor standen, warfen sie einen Blick aus dem Fenster und bemerkten die BlĂŒtenpracht. Luke legte den Arm und sie und lĂ€chelte. Von dem Tag an sprach sie nicht mehr mit den Blumen. Sie roch an ihnen, legte sich neben sie, aber Geschichten erzĂ€hlten sie keine mehr. Das machte aber nichts, sie freute sich, dass die Farbe in ihr Leben zurĂŒckgekehrt war. 

 

(Aus: Der Geschichtenmaler - Hongkuchenpferd)

Der verfluchte Hofnarr

Auf einer Insel, mitten im weiten Meer, lebte einst ein kleiner Junge. Ein böser, mĂ€chtiger Zauberkönig herrschte ĂŒber das Land, das dieser immer nur von FrĂŒhling bis Herbst, eines jeden Jahres, aufsuchte. Reiche und Adlige, die ebenfalls kamen und gingen, feierten sodann mit ihm ausgelassen wilde Feste und der Knabe musste dabei als Hofnarr zur Unterhaltung dienen. Der kleine Junge wurde bejubelt, vom gesamten Könighause, da er alle zum Lachen brachte, wie sonst niemand zuvor. DafĂŒr erhielt der Zauberer ReichtĂŒmer und SchĂ€tze, von seinem feierfreudigen Gefolge. In der Winterzeit verließen sie die Insel und der kleine Junge blieb gefangen zurĂŒck. Der böse Zauberer hatte ihn, vor Jahren, mit einem Fluch belegt, der Vergangenheit vergessen ließ und an die Insel kettete. Jedes Jahr, zur Winterzeit, schneite es dort, sehr stark und die eisige KĂ€lte umschloss sich weit ĂŒber das Meer hinaus. Dem Jungen jedoch, machte die eisige KĂ€lte nichts aus, denn seit jeher erfĂŒllte ihn eine, ungewöhnlich, innere Hitze, die er bereits von Geburt an besaß, mit wohltuender WĂ€rme.

So kam die Zeit, dass der Winter einzog und der Zauberer, mit seinem Gefolge, das Land verließ. Kurz darauf versuchte der kleine, aufgeweckte Junge, ĂŒber das eisige Meer, zu fliehen, jedoch es misslang. Das dĂŒnne Eis brach sofort ein, als seine FĂŒĂŸe das kĂŒhle Nass betraten. Er weinte, denn er wollte einfach nicht wahrhaben, dass jegliche, seiner Versuche scheiterten. So ließ er abermals davon ab, saß, wie immer, im Sand und schaute aufs Meer hinaus.
Eines Tages dann, hörte er, aus dem Inneren der Insel schallend, einen wunderschönen Gesang. Die Stimme war so bezaubernd, dass sie den Jungen sofort in ihren Bann zog. So schnell er konnte, lief er, um herauszufinden, woher sie kam. Dort, aus einer dĂŒsteren Höhle, die vor ihm auftauchte, musste der Klang her kommen. Ängstlich, aber neugierig, ging er tief ins Dunkel hinein und erkannte ein blau aufleuchtend, flackerndes FlĂ€mmchen, das sich vor ihm lustig auf und ab bewegte. Es sang:
»Wenn du weißt, wie du heißt, ist‘s vorbei, bist du frei.«
»Sag mir bitte, liebes FlÀmmchen, wie soll ich den Namen erkennen, der mir gehört?«, fragte der Junge.
»Nimm den Weg, nimm den Steg, sag das Wort, an dem Ort«, sang es zurĂŒck.
Das FlĂ€mmchen windete sich darauf hin, als ob es den Weg weisen wollte, der ihm zugedacht war, blieb fest an seinem Platz und sang erneut. Es war ein sehr unheimlicher, gar gespenstischer Abgrund, der sich vor ihm erstreckte und endlos ins Nichts zu fĂŒhren schien. Langsam tastete er sich blind am schroffen Fels entlang. In der Luft lag ein schwefliger Geruch. Da hörte er das laute Fauchen eines Tieres. Er konnte es nicht erkennen. Sein Herz pochte wild und ein Tropfen Schweiß lief ihm nun langsam die SchlĂ€fe hinunter.
»Aah!«, schrie der Junge auf.
In diesem Moment schoss ein riesiger Feuerball wild durch den Gang. Er hatte sich gerade noch rechtzeitig in eine Felsnische retten können, um den Flammen zu entgehen. Von dort aus, konnte er es sehen. Es war ein kleiner Drache, mit ĂŒbermĂ€chtig großen FlĂŒgeln, der sich im Gestein festkrallte. Seine feurigen Augen funkelten böse, als ob er ihn gleich fressen wollte.
»Zauberer, tritt nicht nÀher«, sagte der Drache, »denn wenn ich dich greife, bist du des Todes.«
Ein weiterer Feuerball schoss noch stÀrker empor und wieder mal musste er schnell Schutz suchen. Der Drache schien blind zu sein. Daraufhin nahm sich der Junge allen Mut zusammen und rief ihm zu:
»Drache, ich bin nur der kleine Junge, den der Zauberer vor vielen Jahren mit einem Fluch gezeichnet hat. Seit dieser Zeit, bin ich auf der Insel gefangen.«
»Kleiner Junge«, erwiderte dieser gerĂŒhrt, »ein Ă€hnliches Schicksal, trifft auch mich.«
Der Junge nĂ€herte sich dem Drachen, der ein gutes Herz zu haben schien und sein GefĂŒhl sagte ihm, dass sie beide noch etwas Gemeinsames verband.
»Weit unten im Fels liegt eine Augenbinde, mit der ich sehen kann«, sagte der Drache sogleich, »eine gute Fee hat sie mir vor Jahren geschenkt, aber sie ist mir in die Tiefe gefallen.«
»Kannst du sie sehen? «, fragte der Drache.
Er stieß Feuer aus seinem Maul, um den Ort zu erhellen.
Weit und breit sah der Junge nur schwarzen Fels und schroffes Gestein. Er hĂ€tte viel tiefer hinein klettern mĂŒssen, aber weiter unten war die Schlucht nur sehr schmal. Dem Drachen war es unmöglich, ihm dort hindurch zu folgen und der Junge benötigte dessen wegweisenden, hellen Schein.
»Ist schon gut«, nickte der Drache verstĂ€ndnisvoll, »wenn du mir den Weg weist, dann können wir gemeinsam fliehen. Spring auf meinen RĂŒcken und zeige mir den Weg ins helle Licht.«
So stieg er auf des Drachens RĂŒcken und beide schwebten durch das Dunkel der Höhle, ĂŒber die Wolken ins Freie. Sie landeten letztendlich auf der Nachbarinsel und verbrachten dort die restliche Winterzeit glĂŒcklich und zufrieden.

Der Winter ging, der Schnee schmolz und der FrĂŒhling kam. An diesem Tage wurde der kleine Junge sehr krank. Er bekam fast kaum noch Luft und der kleine Drache pflegte ihn. Doch letztlich musste dieser hilflos zusehen, wie die ZĂŒge seines Atems immer schwĂ€cher wurden. Der kleine Junge kroch langsam zum Meer hin, da ihm dort das Atmen leichter fiel. Dort angekommen, öffnete sich sogleich ein großer Wassertunnel vor ihm, zur Insel des Zauberers hin, den er nehmen musste. Nur hier, konnte er sich aufhalten, ohne dem Erstickungstod zu erliegen.
»Ich muss gehen«, röchelte der Junge leise, »verzeih mir bitte, kleiner Drache, mein Freund.«
Er sah den Drachen nur noch schattenhaft, wie er traurig da stand, seiner Stimme horchte und nicht sehend zurĂŒckblieb. Der Tunnel schloss sich und der Junge war wieder an dem Ort, der ihn einfach nicht freigeben wollte. Der Fluch des Zauberers war leibhaftig spĂŒrbar.
In diesem Augenblick sah er ihn auch schon, aus der Luft kommend, mit seinem Gefolge. Die Drachengarde des Zauberers, flog sie jĂ€hrlich ein. Es war nun alles, wie immer. Nur dachte er jetzt, bei der Belustigung der Königsgesellschaft, stĂ€ndig an seinen Freund, den kleinen Drachen. In Sorge um ihn, litt seine, königlich unterhaltende, Vorstellung, was den Zauberer sehr erzĂŒrnte.
»Solltest du im kommenden Jahr versagen, sperre ich dich in den Kerker«, drohte dieser böse.

Der Herbst ging und der erste Schnee fiel. Wiedermal hörte er die Stimme, sah die Höhle, die sonst nie zuvor gesehen ward und kletterte die dunkle Schlucht hinunter, um die Augenbinde zu suchen, die der kleine Drache einst verlor. Dieser hatte dem Jungen die Geschichte erzĂ€hlt, einer mĂ€chtig hellerleuchteten Halle, mit drei großen Pforten. Diese war noch viel tiefer, am Fuße des Abgrundes, versteckt, so hatte es ihm die Fee erzĂ€hlt, und ihre Pforten öffneten den Weg in die Freiheit, ĂŒber das Feuer, das Wasser oder der Luft.
Diesmal folgte ihm das FlĂ€mmchen und wies den Weg, ĂŒber steile AbhĂ€nge und glattes Gestein. Sie ĂŒberquerten eine große, breite BrĂŒcke am Grunde der Schlucht und hatten alsdann ihr Ziel erreicht.
Da war sie. Eine riesige Halle, durchleuchtet von mĂ€chtigen Kerzen und Fackeln mit schwarzblauem Licht. An der Wand, der einen Seite, befand sich ein wasserdurchfluteter und auf der anderen Seite ein feuerlodernder Torbogen. In der Höhe, die nur im Flug erreichbar war, öffnete eine weißrauchig strahlende Pforte. Direkt neben dem wasserdurchfluteten Torbogen lag eine glĂ€nzend, schwarze Augenbinde. Das musste sie sein und dieses Tor, so hatte man ihm gesagt, war der Weg zur Nachbarinsel. Er ging durch den rauschenden Wassertunnel hindurch und konnte, kurze Zeit spĂ€ter, den kleinen Drachen direkt in seine Arme schließen. Er zog ihm die Augenbinde um und der Drache konnte sehen.
Die weisen Zauberer, der Nachbarinsel, waren ihnen wohl gesonnen und hilfsbereit, da sie die Augenbinde, das Freundschaftszeichen der guten Fee, besaßen. Doch selbst alt gebraute ZaubertrĂ€nke und gesprochene ZaubersprĂŒche, die dazu dienten, einen Gegenfluch herbeizurufen, waren letztlich vergebens. So vergingen die Tage und es wurde FrĂŒhling. Der Junge erkrankte und die Insel nahm sich erneut ihren Besitz zurĂŒck.

Der böse Zauberer war voller Wut und Zorn, denn der kleine Junge, war stÀndig in Gedanken. Das Könighaus war unzufrieden und sie drohten dem Zauberer damit, abzureisen, nie mehr wiederzukommen und die SchÀtze mitzunehmen. Daraufhin warf ihn der Zauberer in den Kerker und sprach:
»Solltest du im kommenden Jahr versagen, werde ich dich töten.«

Der Herbst ging und die ersten Schneeflocken fielen.
Der kleine Junge weinte, denn er sah sich seinem Schicksal ausgeliefert. Er war zu stark an die Macht des bösen Zauberers gebunden und ein Entkommen schien gar unmöglich.
Der kleine Drache dagegen, wachte neben seinem Verlies und schwor darauf, den Zauberer, im kommenden Jahr, fressen zu wollen.
»Töte ihn bitte nicht«, sagte der kleine Junge traurig zum Drachen, »denn wenn sein Tod besiegelt ist und der Fluch noch nicht gelöst, dann stirbt einer von uns beiden mit«, und fĂŒgte hinzu:
»Das spĂŒrst du doch auch!«
»WĂ€re doch nur die gute Fee hier, sie weiß immer Rat«, sagte der Drache verzweifelt, »nur leider habe ich sie seit Jahren nie mehr gesehen.«
Daraufhin ertönte der Klang des FlÀmmchens und die Stimme war dem Drachen vertraut. Da flog er, so schnell er konnte, ins Innere der Insel und sah, in der Höhle, ihren hellleuchtenden Schein. Es war die gute Fee und sie hatte ihn direkt erkannt. Sie sprach:
»Ich grĂŒĂŸe dich, kleiner Drache. Ich sehe, du nennst mein Geschenk wieder dein Eigen. Gehe achtsam damit um, was man dir in Freundschaft anvertraut.«
In diesem Moment stand der kleine Junge, direkt neben ihr und lÀchelte dem Drachen zu.
Sie sang ihre letzten Worte und der helle Schein verlor sich im Höhlenschlund.
Der Junge war ĂŒberzeugt davon, dass er ihr allein folgen musste, um das seinige, als auch des Drachens Seelenheil wiederzuerlangen. So stieg er, durch des FlĂ€mmchens Licht erleuchtet, den steilen Abgrund entlang, ĂŒber die BrĂŒcke wandelnd, hin zur großen, hell erleuchteten Halle. In diesem Augenblick zeigte sich das FlĂ€mmchen in Feengestalt und sang:
»Wenn du weißt, wie du heißt, ist‘s vorbei, bist du frei.«
Der Junge, war verwirrt, er wusste nicht, was ihm die Worte der Fee damit sagen wollten.
»Ich weiß nicht, wer ich bin«, schrie der Junge verzweifelt, » kann mich einfach nicht erinnern.«
»Sag das Wort, an dem Ort, ist‘s vorbei, bist du frei«, sang die Fee und flog hoch zur weißrauchig strahlenden Pforte, die sich in der Hallendecke öffnete.
In diesem Moment stĂŒrzte der Zauberer, mit seinen Drachen, aus dem feuerlodernden Torbogen heraus und zog den kleinen Drachen, gefangen in Ketten, hinter sich her. Seine Augenbinde fehlte.
»Jetzt ist dein Schicksal besiegelt, kleiner Junge und das deines Freundes«, lachte der Zauberer hĂ€misch dem Jungen zu, »einen letzten Gruß, an deinen GefĂ€hrten, bevor er stirbt?«
Der Junge wechselte den Blick nach oben, zur Fee, nach unten, zum kleinen Drachen, der gefesselt am Boden lag und letztlich zum Zauberer, der den Todesstoß ansetzen wollte.
Die Worte der Fee kreisten in seinem Kopf, immer wieder. Er versuchte die verlorenen Gedanken zu fangen, doch es gelang nicht.
»Denk nach, denk nach«, sprach der Junge zu sich.
Auf einmal formte sich ein schleierhaftes Bild der Vergangenheit vor ihm und seine Erinnerung kam zurĂŒck. Da breitete er seine Arme aus und schwebte leicht, wie eine Feder, zum Torbogen der Decke. Als er gerade hindurch fliegen wollte, schrie der Zauberer wĂŒtend:
»Rette dich nur und lass deinen Freund zum Sterben zurĂŒck. Mir reicht ein Leben, fĂŒr die Unsterblichkeit.«
»Rette dich, mein Freund und lass mich zurĂŒck. Meine Tage sind gezĂ€hlt«, flĂŒsterte, mit letzter Kraft, der kleine Drache zu ihm.
Dem kleinen Jungen raste das Herz, denn nur noch ein Schritt fehlte ihm, zur Freiheit, ferner in den Tod seines Freundes. TrĂ€nen ĂŒberströmten sein Gesicht und fielen, wie Regentropfen, auf den Boden herab. Einige trafen die Augen des kleinen Drachen und dieser, sah nun seinen Freund. Der kleine Junge konnte jetzt, in dessen klar glĂ€nzende, smaragdgrĂŒne, Augen sehen und erkannte sich selbst darin. Sogleich wurde aus ihm ein kleiner, silberner Drache. Er schaute die Fee an, sie lĂ€chelte ihm zu und er schwebte, durch die Pforte der LĂŒfte, ĂŒber einen großen, weißen Wolkenteppich, in den Himmel hinein.
Kurze Zeit spÀter, folgte ihm sein Freund -sein Bruder- und da wusste er, dass der Fluch gebannt war.
Der König aber blieb verschwunden und ward nie mehr gesehen.
Doch seit diesem Tage, hat es auf der Insel nie mehr geschneit.

-ENDE-

Hasta la vista
Joker ;-)

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Über den Autor

hanni86
Ich bin Hanni. Die Lustknaben auf meiner imaginĂ€ren tropischen Insel pflegen mich allerdings Niripsa zu nennen. Dort herrsche ich ĂŒber ausgedehnte Kaffeeplantagen und die weltbesten Röstereien, ich lasse mich in einer SĂ€nfte mal hier- mal dorthin tragen, tauche auf dem RĂŒcken meines zahmen Haies (der schreckliche Angst vor Schmetterlingen hat) durch die Meere und höre dazu achtzig Jahre alte Aufnahmen französischer Musik.
Ich rede gerne und viel und habe dabei allermeistens auch das GefĂŒhl etwas zu sagen zu haben.
Nur jetzt will mir einfach nicht mehr einfallen...verdammt! ;-)

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hanni86 Re: -
Zitat: (Original von Moonoo am 30.10.2012 - 00:19 Uhr) Hab mich mal reingelesen. Schöner Text.

Liebe GrĂŒĂŸe

Freut mich, dass du noch zu diesem alten Buch gefunden hast. :-) Gedacht war es damals als Sammelband unterschiedlicher myStorys Autoren -und ist das ja auch geworden.
Einen eigenen Beitrag hab ich nie geschrieben, deswegen danke ich dir im Sinne der Autoren (gerade fÀllt mir keine deutsche Entsprechung von "on behalf of" ein).

Liebe GrĂŒĂŸe,
Hanni
Vor langer Zeit - Antworten
Moonoo Hab mich mal reingelesen. Schöner Text.

Liebe GrĂŒĂŸe
Vor langer Zeit - Antworten
hanni86 Re: -
Zitat: (Original von Zamperle am 10.05.2012 - 15:44 Uhr) wunderschönes mÀrchen. Habe es auf Lesezeichen gesetzt, werde es nach und nach weiter lesen.

Liebe GrĂŒĂŸe Zamperle


Es freut mich, wenns dir gefÀllt! :-)
Wenn du Lust hast, kannst du immernoch gerne eine eigene Geschichte dazustellen. :-)

Liebe GrĂŒĂŸe,
Hanni
Vor langer Zeit - Antworten
Zamperle wunderschönes mĂ€rchen. Habe es auf Lesezeichen gesetzt, werde es nach und nach weiter lesen.

Liebe GrĂŒĂŸe Zamperle
Vor langer Zeit - Antworten
hanni86 Re: SpĂ€t, aber nicht zu spĂ€t... - Hihi, niemals zu spĂ€t! Es versteht sich doch von selbst, dass Sie ganz genau rechtzeitig vorbeischauen, werter Joker! ;-)

Und gemeinsinning wie ich gerade aufgelegt bin, will ich mich recht herzlich im Namen aller (also auch in Ihrem, der Herr^^) bedanken, dazu raten mit sich selbst Nachsicht zu ĂŒben und wĂŒnsche obendrein einen gelungenen neuen Tag!

Ganz liebe GrĂŒĂŸe,
Hanni
Vor langer Zeit - Antworten
hanni86 Re: ein tolles Bild und -
Zitat: (Original von Ostseemoewe am 10.12.2010 - 17:10 Uhr) tolle MĂ€rchen
liebe Hanni das war eine tolle Idee von Dir
und ich freue mich, das ich dabei sein durfte.
GLG Ilona

Ich finds auch toll was daraus geworden ist! :-)
Vielleicht wÀchst das ganze ja noch weiter mit der Zeit.
Es ist mir eine Ehre dich dabei an Board zu haben.

Viele liebe GrĂŒĂŸe,
Hanni
Vor langer Zeit - Antworten
Ostseemoewe ein tolles Bild und - tolle MĂ€rchen
liebe Hanni das war eine tolle Idee von Dir
und ich freue mich, das ich dabei sein durfte.
GLG Ilona
Vor langer Zeit - Antworten
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