Kurzgeschichte
Der Mann im grauen Anorak

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"Der Mann im grauen Anorak"
Veröffentlicht am 29. August 2010, 6 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Über den Autor:

Verträumt.
Der Mann im grauen Anorak

Der Mann im grauen Anorak

Beschreibung

Es ist kalt. Es regnet schon seit Tagen. Und der Unmut der Menschen wandelt durch die Straßen.

Regen

Es ist das Ende eines viel zu heißen Sommers, einer Zeit in der jede Pflanze und jeder Mensch schon seit Tagen nach Wasser lechzt. Es ist ein Zeitpunkt an dem jegliche Ungeduld aus den Häusern über die Stadt zieht und sich in eine große Gewitterwolke zusammenzieht, die bedrohlich über der Bevölkerung hängt. Es ist der Zeitpunkt, als die Wolken sich öffnen und der Regen in Strömen die Erde herunterprasselt. Als müsste er etwas reinigen.

Als die ersten Keller vollaufen, der erste Feuerwehrtrupp anrücken muss.

Als die Flüsse überlaufen und die Menschen durch ihre Gärten schwimmen.

 

Hier fängt die Geschichte an. Die Geschichte des Mannes, der beschloss, an einem dieser ungemütlichen Tage vor die Haustür zu gehen. Der sich anzog, seiner Frau gut zuredete, seine Kinder in den Arm nahm, ebenso die Aktentasche und von dannen zog. Der seinen Hut tief ins Gesicht zog und wagemutig die Tür öffnete um vom warmen, gemütlichen Wasser ins kalte Nass geworfen zu werden. Ihn plagte eine Sehnsucht, die er selbst kaum beschreiben konnte. Er hatte stundenlang vor dem großen Bürofenster gehockt, sicher beschützt, hatte den Pc hochgefahren und ihn direkt danach wieder heruntergefahren. Er hatte sich ein Buch genommen und festgestellt, dass er dieses schon zu oft gelesen hatte. Er hatte den Fernseher angemacht und die gleichen Gesichter gesehen, die er immer sah.  Er hatte den Kühlschrank geöffnet und beim Anblick des Inhalts gewusst, dass diese Dinge seinen Hunger niemals stillen würden. Er wollte Sport treiben, er wollte Luft einatmen, er wollte Wind spüren. 

Und als er so die Treppen herunterging, die ihn noch bedacht in die Freiheit geleiten würden, traf er die Nachbarin. Erstaunt zog diese die Augenbrauen hoch, als sie sein Vorhaben erkannte. Aber sie lief weiter, machte die Tür laut zu , als wolle sie ausdrücken, wie sicher sie sich in ihrer kleinen Wohnung fühlte. Aber er wusste , sie war einsam. 

Er begegnete der Nachbarskatze, die am Türrahmen kratzte. Und er lächelte, weil er eine Verbündete hatte.

 

Und als er - getrieben vom großen Lebensdurst die Tür ins Nass. Rausgeschubst in die Realität. Und der erste der ihm begegnete war ein betrunkener Kraftwagenfahrer, der seinen Unmut ertränkt hatte. Und dem Mann aus dem Leben riss, was ihm nicht genug war.

 

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momo93
Verträumt.

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momo93 Re: Re: -
Zitat: (Original von Gast am 26.03.2011 - 10:48 Uhr)
Zitat: (Original von Gast am 26.03.2011 - 10:45 Uhr) Interessante Geschichte. Dürfte ich einen Vorschlag machen bzgl. der Vortsetzung ?

Sorry hab mich vertippt , ich meinete natürlich Fortsetzung der Geschichte

natürlich dürfen Sie das...;)

LG Maren
Vor langer Zeit - Antworten
Gast Re: -
Zitat: (Original von Gast am 26.03.2011 - 10:45 Uhr) Interessante Geschichte. Dürfte ich einen Vorschlag machen bzgl. der Vortsetzung ?

Sorry hab mich vertippt , ich meinete natürlich Fortsetzung der Geschichte
Vor langer Zeit - Antworten
Gast Interessante Geschichte. Dürfte ich einen Vorschlag machen bzgl. der Vortsetzung ?
Vor langer Zeit - Antworten
momo93 Re: -
Zitat: (Original von LePoeteMos am 17.02.2011 - 20:12 Uhr) die besten Geschichten entstehen durch das tägliche Leben,

lg Michael

bin gespannt, wie es weiter geht


Fortsetzung folgt...oder auch nicht..wie das Leben es will...vorerst ist hier kein Ende vorgesehen.

Bitte die Konzentrationsfehler gegen Ende zu entschuldigen.
Vor langer Zeit - Antworten
momo93 dankeschön;)
ich hoffe man nimmt mir den Flüchtigkeitsfehler gegen Ende nicht all zu übel;)

glg maren
Vor langer Zeit - Antworten
Fuchs1957 Hallo Maren! - Deine Geschichte ließt sich gut. Fand ich echt toll, wie Du das rübergebracht hast! So ist es nun mal, wenn man die Sicherheitszone verläßt.
Steffen
Vor langer Zeit - Antworten
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