Gedichte
Das Fest der Liebe* - Qixi-Fest

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"Uralter Sternenmythos aus China über die unstillbare Sehnsucht"
Veröffentlicht am 10. Juli 2010, 8 Seiten
Kategorie Gedichte
© Umschlag Bildmaterial: fleur de la coeur
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

"Der Lyriker bringt seine Gefühle zum Markt wie der Bauer seine Ferkeln." Wilhelm Busch Habe hier 2010 mit Gedichten begonnen, aber das meiste davon ist für mich inzwischen passé. Man lernt auch als Großmutter nicht aus ;-) Bin in der DDR aufgewachsen, immer berufstätig gewesen, links orientiert. In zweiter Ehe verheiratet, gehören zu meiner Familie drei Enkelinnen. Den Nick "Fleur de la coeur" hat seinerzeit meine Freundin Seelenblume ...
Uralter Sternenmythos aus China über die unstillbare Sehnsucht

Das Fest der Liebe* - Qixi-Fest

Einleitung

* Das Fest der Liebe - chinesisch Qixi genannt.


In China wird Neujahr am 2. Neumond nach der Wintersonnenwende begangen - 2010 am 14. Februar. So fiel das Qixi-Fest 2010 auf den 16. August, 2020 wird es der 25. August sein. **Hirte und Weberin sind zwei Sterne (Altair /auch Atair im Sternbild Adler und Wega in der Leier), die sich nach einem chinesischen Mythos lieben, aber durch den Himmelsfluss Milchstraße getrennt sind und nur einmal im Jahr, am 7. Tag des 7. Mondmonats, zueinander gelangen dürfen. In China heißen sie Niulang und Zhinü, beschrieben u. a. in dem halbautobiographischen Roman von Klara Blum

*Der Hirte und die Weberin*


Das Fest der Liebe*



Am siebten Tag des siebten Monats jedes Jahr
feiert China dieses Liebesfest
das die Herzen höher schlagen lässt
(chinesischer Kalender läuft  „lunar“*)

Des Himmelskaisers sieben Töchterlein
flogen einst zur Erde, badeten im See
in die jüngste - zart wie Lotus, weiß wie Schnee
verliebte sich ein Hirt, sie wurde sein

Nach einigen Jahren – in Liebe verbracht
musst’ sie zum himmlischen Webstuhl zurück
zu weben den Wind, ihn besticken mit Glück -
aus Seide die Wolken, den Tau und die Nacht


Der Hirt war gefolgt ihr mit seinem Rind
sie haben glücklich liebkosend gesessen
über der Liebe die Arbeit vergessen
so gab es am Himmel nicht Wolken noch Wind

Da hat der Kaiser - vom Zorn überkommen -
die Liebenden durch einen Fluss getrennt
den man auf Erden die Milchstraße nennt
noch hat ihn niemals jemand durchschwommen

Die Weberin diesseits, Wega* ihr Stern,
der Rinderhirt, auch Altair** genannt
ward an das andere Ufer verbannt
sie konnten sich sehen, doch nur von fern

In ihrer Sehnsucht ohnegleichen
haben sie so viele Tränen vergossen
dass die Flüsse auf Erden überflossen
bis der Kaiser sich ließ erweichen


Nun dürfen sie zueinander gelangen -
über die Schwingen der Elsternschar
zur Brücke gefügt, nur einmal im Jahr -
und können für eine Nacht sich umfangen

Bevor noch die nächtlichen Farben verblassen,
fließt bei der Trennung ein Meer von Tränen
weil sie sich jetzt schon so schmerzlich sehnen
wenn sie in Qual voneinander lassen

Ist der Tag dann aufgestiegen,
webt sie in den Himmel Farben, Wolken, Wind
und am andern Ufer hütet er das Rind
Unsterbliche Liebe – niemals zu besiegen



(c) fleur 2010

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Über den Autor

FLEURdelaCOEUR
"Der Lyriker bringt seine Gefühle zum Markt wie der Bauer seine Ferkeln."
Wilhelm Busch

Habe hier 2010 mit Gedichten begonnen, aber das meiste davon ist für mich inzwischen passé. Man lernt auch als Großmutter nicht aus ;-)
Bin in der DDR aufgewachsen, immer berufstätig gewesen, links orientiert. In zweiter Ehe verheiratet, gehören zu meiner Familie drei Enkelinnen.

Den Nick "Fleur de la coeur" hat seinerzeit meine Freundin Seelenblume für mich ausgesucht. Er hat nichts mit der Gestalt aus den Harry-Potter-Büchern Fleur Delacour zu tun.

Inzwischen bin ich im letzten Lebensquartal angelangt, da küsst mich die Muse nur noch selten. ;-(

mariewolf43@gmail.com

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Enya2853 Ein sehr schöner Mythos - wie ich finde, den du hier in Verse verwoben hast (Hut ab!). Unsterbliche Liebe, wenn auch eine traurige. Ich denke, in der immerwährenden Sehnsucht und das begierige Warten auf das Wiedersehen verweht die Trauer.

Vielleicht können wir Menschen das nicht: im sehnenden Warten auch Erfüllung finden.

LG
Enya
Vor langer Zeit - Antworten
FLEURdelaCOEUR In dem Roman von Klara Blum hat sie, eine österreichische Jüdin, in der Emigration in Moskau einen Chinesen kennen gelernt, die ganz große Liebe! Er hat ihr diese Legende, die man in China auch als Oper aufführt, immer wieder erzählt. Aber bald wurde er nach China abberufen zur illegalen politischen Arbeit. Sie hat noch jahrelang an ein Wiedersehen geglaubt, chinesisch gelernt und ist nach dem Krieg nach China gefahren, ihn zu suchen ... Ich habe das Buch zig mal gelesen, es hat mich so sehr fasziniert ...
Die Reime holpern und springen ... Besser bekomme ich es nicht hin. Danke für den großzügigen Favo!
Liebe Grüße
fleur
Vor langer Zeit - Antworten
Enya2853 Dir danke für die interessante Info, zum Teil neu für mich. Ich kenne einige Lyrik, nicht aber den Roman.
LG
Enya
Vor langer Zeit - Antworten
FLEURdelaCOEUR Und ich kenne ihre Lyrik leider nicht ... Sie hat ja in Moskau auch auf russisch geschrieben, aber ich weiß nicht, unter welchem Namen.

LG fleur
Vor langer Zeit - Antworten
Memory 
Das habe ich wieder gern gelesen. Kann meinem letzten Kommentar gar nichts mehr zufürgen, liebste Traumblume.
Lieben Gruß
deine Sabine
Vor langer Zeit - Antworten
Gast Ist doch gut so. Ich freue mich, dass die Thematik dich anspricht!
Liebste Grüße
deine fleur
Vor langer Zeit - Antworten
FLEURdelaCOEUR Sorry, das war ich ;-)
Vor langer Zeit - Antworten
Nereus schön von Deiner Liebe zur chinesischen Mythologie zu lesen. (nur einer kann die Liebe besiegen, doch da sie uns ewig zu leuchten scheinen...)
dankend lieben gruss
marku
Vor langer Zeit - Antworten
FLEURdelaCOEUR 
Schon seit meiner Kindheit habe ich gern Bücher über China gelesen und sogar mal ein paar Schriftzeichen gepinselt ....
Rainer hat geschrieben, der Sternenhimmel, den wir sehen, ist Vergangenheit, damit hat er Recht.
Danke für alles und lieben Gruß
fleur
Vor langer Zeit - Antworten
Ninamy67 Fleur ist Kultur!!! Hihihi....man kann ja da einiges lernen. Ich kenne nur wenige chinesische Geschichten, aber die die ich kenne handeln oft von ewig getrennten Liebenden. Sehr schön und gern gelesen!

LG
Nina
Vor langer Zeit - Antworten
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