Gedichte
Heimatliebe

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"Heimatliebe"
Veröffentlicht am 16. Dezember 2009, 8 Seiten
Kategorie Gedichte
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Über den Autor:

Über mich gibt es nicht viel zu schreiben. Ich bin verheiratet und habe zwei erwachsene Kinder. Ich liebe das Leben und ganz besonders das Bereisen anderer Länder. Da ich nach dem Arbeitsleben als Jurist bereits seit 13 Jahren in Pension bin, habe ich dafür auch viel Zeit.
Heimatliebe

Heimatliebe

Beschreibung

Dieses Gedicht habe ich zu einer Zeit geschrieben, wo die unselige Grenze Deutschland noch geteilt hat. Meine Eltern stammen beide aus dem Dorf Ecklingerode bei Duderstadt und mein Vater schaute oft von der "roten Warte" aus auf sein Heimatdorf hinunter. Er hat die Grenzöffnung auch nicht mehr erlebt.

 

Ich fühl’ ihn schon, den eis’gen Hauch,

die klamme Hand des Todes,

doch ich bin alt und mir mißfällt

der Kurs des Weltenbootes.

 

Nur einen Wunsch hab’ ich, mein Sohn,

ich möcht’ die Heimat seh’n,

bevor ich tret’ vor Gottes Thron

in unbekannten Höhn.

 

Ich möchte nur mein Vaterhaus

aus weiter Ferne schauen,

wo ich als Bub’ aus Elternmund

erfuhr vom Gottvertrauen.

 

Es sei, mein Vater, ich bin bereit,

noch heute wollen wir fahren,

doch denk’ daran, die Fahrt ist weit

und schwer gar zu ertragen.

 


Jedoch der Vater zaudert nicht,

so konnte die Fahrt beginnen,

und als der nächste Tag anbricht,

sah man ein Dörflein hinnen.

 

Sie beide gingen zur Grenze Rand,

der Vater wurde jetzt munter,

und zitternd wies er mit greiser Hand

auf ein Haus im Dörflein hinunter.

 

Oh sieh doch, mein Sohn, das Elternhaus,

wo als Knabe ich gelebt,

von wo ich zog in die Welt hinaus,

Oh Gott, wie mein Herze erbebt.

 

Und siehst Du mein Sohn dort hinten das Feld

mit wogendem Korn beladen,

wie oft schon hab’ ich es wohl bestellt

in meinen Kindheitstagen.

 

Sei still, mein Sohn, und horch nur hin,

die Kirchturmuhr tut schlagen,

so schlug sie auch, ich hör’s im Sinn,

als Mutter wurd’ begraben.

 

Ich möcht’ jetzt knien am Elterngrab

und Gott den Herrn anbeten,

daß er in seiner großen Gnad’

die Grenze mög’ aufheben.

 

Da plötzlich reckt sich des Greises Hand

dem Firmament entgegen,

da, sieh nur, mein Sohn, im gold’nen Gewand

erteilt uns Gott seinen Segen.

 

Oh hör’ nur die Stimme, dem Donner gleich,

mein Sohn, verspürst Du das Beben?

Er sagte zu mir, komm in mein Reich,

die Freiheit will ich Dir geben.

 

Der Greis bricht zusammen, sein Gesicht erblaßt,

mein Sohn, ich will nicht mehr leben,

mit glücklicher Stimme flüstert er fast,

die Freiheit will „Er“ mir geben.

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Hörbuch

Über den Autor

Mani
Über mich gibt es nicht viel zu schreiben. Ich bin verheiratet und habe zwei erwachsene Kinder. Ich liebe das Leben und ganz besonders das Bereisen anderer Länder. Da ich nach dem Arbeitsleben als Jurist bereits seit 13 Jahren in Pension bin, habe ich dafür auch viel Zeit.

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Ryu1 Sehr zu - Herzen gehend! Sehr schön, voller Gefühl und auch Traurigkeit............

Dieses Gedicht kommt in meine Favoriten!

Liebe Grüße
Ryu
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Rajymbek Re: Klingt ein wenig -
Zitat: (Original von Boris am 17.12.2009 - 11:29 Uhr) wie Erlkönig
und im ersten Vers ist beim Kurs ein "t" zuviel!

LG Boris


Bist du jetzt unter die Kapitäne gegangen? Lach! LG Roland
Vor langer Zeit - Antworten
Rajymbek ist ja - fast eine Ballade, wie auch Boris schreibt, aber eine schöne und auch traurige...

LG Roland
Vor langer Zeit - Antworten
Boris Klingt ein wenig - wie Erlkönig
und im ersten Vers ist beim Kurs ein "t" zuviel!

LG Boris
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