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Schreiben - Frei sein. Frei tun.

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"Schreiben - Frei sein. Frei tun."
Veröffentlicht am 21. September 2022, 6 Seiten
Kategorie Sonstiges
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Schreiben - Frei sein. Frei tun.

Schreiben - Frei sein. Frei tun.

Es sind die inneren Fesseln, welche mir die Freiheit zum Schreiben nehmen. Die müden Finger setzen an der Tastatur an, streifen die einzelnen, silbernen Buch- staben, doch bleibt der Bildschirm leer und weiß. Erschöpft sitze ich vor diesem leeren Blatt, als spiegele es das Innere meiner Gedanken wider.

Wütend versuche ich mich gegen diese Vorstellung zu wehren, zerre und wirre, doch die Leere reißt mir den Boden unter den Füßen weg.


Mit all meiner Kraft beginne ich die verrosteten Fesseln zu lösen, fülle den noch leeren Bildschirm mit wenigen Worten. Ein innerer Impuls lässt mich

zurücklehnen, als seien die Tasten reines Gift. Die Fesseln liegen wieder eng um das Handgelenk, schmerzen.


Und dann wage ich einen Blick auf die geschriebenen Worte. Grausamkeiten der Sprache, denke ich. Tränen fließen die Wangen hinunter. Sie beschreiben die Wut, die ich mir gegenüber empfinde. Unfähigkeit. Ein Begriff, den ich mir immer und immer wieder antue.


Es sind die vielen Emotionen, die in mir eine verzweifelte Sehnsucht wecken, Schreiben zu können. So viele Gedanken, voller Hoffnung und Trauer, denen ich so gerne eine Stimme geben möchte.

Ideen, Charaktere, welche ich zum Leben erwecken möchte. Und doch, treiben mich die inneren Hiebe immer wieder an die Grenzen des Ertragbaren. Die laute Stimme, die jedes geschriebene Wort in eine grausame Beleidigung der Sprache enden lässt. Unerträglich. Wertlos. Und am Ende dieser Folter verwandeln sich viele Stunden in einen leerwerdendes Blatt Papier. Weiß und leblos.


Manchmal stelle ich mir die Frage, ob diese Fesseln nicht bloß Handwerkszeug des Inneren sind, um die tief liegenden Wunden zu schützen. Ihnen keine Möglichkeit zu geben, mit der Außenwelt in Berührung zu treten. Doch können

diese Wunden nicht viel schneller heilen, wenn sie mit Sauerstoff in Verbindung treten?


So eine lange Zeit ist vergangen, in der ich mich habe unterdrücken lassen von diesen Fesseln, sie rosten lassen auf der empfindlichen Haut, bis die Finger müde waren von all dem Schmerz. Und nun liegen so viele Ideen leblos in vergessenen Unterordnern, gesichtslose Dialoge, geschichtslose Charaktere, ohne Leben, ohne Sinn.

Doch damit soll endlich Schluss sein. Mit aller Kraft reiße ich die Fesseln von mir, werfe sie tief ins Verborgene. Und

dann beginne ich. Ich beginne zu schreiben, lasse den Worten freien Lauf. Ich schreibe über diese Barriere, die mir verwehrt, was ich mir schon so lange wünsche:. Frei sein. Frei tun. Schreiben. ©Ellen_Austen

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Ellen_Austen

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