Fantasy & Horror
Victoria Blake - - Unsolved Secrets -

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"Victoria Blake - - Unsolved Secrets - "
Veröffentlicht am 07. September 2021, 324 Seiten
Kategorie Fantasy & Horror
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Ich hatte eine gute Idee und versuche diese nun umzusetzen und mit euch zu Teilen. Ich schreibe die Geschichten wenn ich dazu Lust habe oder Inspiriert bin. Deshalb gibt es keine festen Termine, wann neue Kapitel veröffentlicht werden. Seid nicht so hart zu mir, ich bin neu in diesem Bereich und wollte mal etwas ausprobieren :-) love an alle ?
Victoria Blake - - Unsolved Secrets -

Victoria Blake - - Unsolved Secrets -

Vsion of the forest meado

Als sich meine Augen öffneten stand ich in einem dunklen Wald. Völlige Finsternis umgab mich. Ich sah hinab und streckte meine Hände nach vorn, doch nicht einmal die Umrisse konnte ich erahnen. Ich sah um mich, aber ich konnte nichts erkennen außer vollständige Dunkelheit die mich umgab. Ich beschloss einfach los zu gehen in der Hoffnung irgendwo anzukommen. Ich ging ein paar Schritte gerade aus, nach links und

nach rechts bis ich ein grelles Licht am Horizont sah. Es schien so hell, ich konnte kaum hineinsehen. Ich machte mich vorsichtig auf den Weg, um das Licht zu erkunden. Einige kleine Äste knackten unter meinen Füßen und das Laub raschelte bei jedem Schritt. Langsam aber sicher kam ich dem Licht näher und nach einer Weile stand ich genau davor. Ich sah nichts außer weißes Licht. Hindurch sehen war vergebens. Es glich fast einer Wand aus Energie und ich fragte mich ob ich hindurch gehen konnte. Hier auf dieser Seite konnte ich nichts tun also war es

sehr wahrscheinlich mein Ziel durch diese Wand zu gehen.Zögerlich streckte ich eine Hand nach der Wand aus und strich behutsam darüber. Rauch umhüllte meine Bewegung und streichelte mich sanft. Es war also möglich hindurch zu gehen. Ich nahm allen Mut zusammen, schloss meine Augen und schritt durch die Nebelwand, mit der Hoffnung es überrascht mich nichts böses auf der anderen Seite. Als ich schließlich meine Augen wieder öffnete befand ich mich in mitten eines Blumenmeeres. Eine Waldlichtung machte sich vor

meinen Augen klar. Ich atmete ein und der Geruch der Blumenwiese umschmeichelte meine Sinne. Ich liebte den Duft von Blumen, egal von welchen. Sie gaben mir das Gefühl frei zu sein. In der Natur konnte ich sein wie ich bin, ohne dass jemand urteilen würde. Ich ging ein paar Schritte und fuhr mit meinen Händen durch die obere Schicht der Blumen. Hier fühlte ich mich richtig. Ein leises knacken von Ästen unterbrach die Stille und ich duckte mich ins hohe Gras. Das Gras und die Blumen auf dieser Wiese waren

so hochgewachsen, dass mich niemand hier sehen konnte. Ein kleines zierliches Reh sprang vor meinen Augen aus dem danebenliegenden Gebüsch. Es schlich vorsichtig über die Wiese und suchte sich einen nicht weit entfernten Fleck zum grasen. Eine weile konnte ich es beobachten. Noch nie hatte ich ein Reh aus dieser Nähe beobachten können. Es war so friedlich und doch musste es immer Wachsam sein. Plötzlich hörte ich noch etwas. Doch das Reh schien es nicht zu bemerken. Vielleicht bildete ich mir das

Geräusch auch nur ein. Ich konnte kaum meinen Gedanken fassen, da sprang in diesem Moment etwas auf das Reh zu und packte es. Ich konnte meinen Augen nicht trauen als ich realisierte, dass es ein Mann war, der das Reh mit bloßen Händen gepackt hat. Seine prankenartigen, großen Hände hielten das zierliche Reh fest und plötzlich biss er in dessen Kehle. Das Blut schoss in einem Strom aus der Halsschlagader des Rehs und rann über sein Gesicht. Er öffnete seinen Mund und verleibte sich den roten Lebenssaft des Tieres ein.

Genüsslich leckte er die letzten Tropfen Blut vom Halse des Tieres ab. Gefasst von dieser Tat hatte ich ihn mir noch nicht weiter angesehen. Als ich schließlich in sein Gesicht blickte, bemerkte ich wie Vollkommen er war. Ich hatte noch nie zuvor einen so makellosen und schönen Mann gesehen. Er hatte langes, dunkles Haar, das knapp bis über seine wohlgeformte Brust ging die man durch das Halb geöffnete Hemd erkennen konnte. Zwei kleine Strähnen waren hinten zu einem Zopf gebunden und ein paar kürzere Härchen standen vorn ab und hingen ihm im Gesicht. Die

kleinen Schweißtropfen auf seiner Wohlgeformten Nase glänzten imSonnenlicht. Sein Kiefer, an dem das Blut herrunter tropfte, protzte nur vor Stärke und Energie. Ich konnte mich nicht mehr von ihm abwenden. Seine Ausstrahlung hatte mich gefangen genommen. In diesem Moment war es mir völlig egal ob er gerade das Blut einesTieres trank. Es breiteten sich seltsame Gefühle in mir aus. Es löste Erregung in mir aus, wie der dickflüssige, rote Saft von seinem Kinn tropfte. Er sah gefährlich aus, wie ein Raubtier. Mir wurde

bewusst, dass er auch mich einfach so töten könnte wenn er bemerken würde, dass ich hier bin. Doch ich konnte meine Gefühle kaum in Zaum halten. Er lies vom Reh ab und öffnete seine Augen. Noch nie hatte ich bernsteinfarbene Augen gesehen, die goldgelb in der Sonne strahlten. Sein Blick war aufgebracht und unergründlich. Er wischte sich das Blut vom Mund und lies das Reh ins Gras sinken. Plötzlich sackte er förmlich in sich zusammen und lag ein Stück auf der Wiese. Ich fühlte nun doch etwas Unbehagen und hatte den Gedanken zu verschwinden, doch

wie sollte ich das bloß anstellen ohne, dass er mich bemerkte. Ich könnte einfach schnell weg rennen, doch was ist wenn er schneller ist als ich? Ich könnte auch versuchen mich einfach davon zu schleichen, möglicherweise hört er mich nicht. Doch wenn er ein Reh jagt, dann hat er scharfe Sinne die ich wahrscheinlich nicht überlisten kann.. Ich versuchte meinen Arm zu bewegen und sofort raschelte das Gras unter und neben mir. Es kam wie es kommen musste und er

bemerkte mich. Er richtete sich auf wie ein Tier. Er atmete Tief ein. » Du bist hier, ich kann dich riechen « sagte er leise, so dass nur ich es hören konnte. Er schlich grazil wie ein Tiger im hohem Gras umher und suchte nach mir. Ich wusste nicht was ich tun sollte, mein Herz begann zu rasen. Das einzige Geräusch das ich vernahm war ein leises Knurren und schon sprang er in dem gleichen Moment zu mir und packte meine beiden Arme. Diese hielt er über meinem Kopf zusammen und

stützte sich darauf ab. Er saß auf mir und blickte mir in die Augen. Er war so dicht an meinem Gesicht, dass ich seinen Atem auf meiner Haut spürte. Seine Augen hatten sich etwas verändert und sahen nun nicht mehr ganz so Golden aus wie vorhin in der Sonne. Er fletschte leicht seine Zähne und sah bedrohlich aus. Sein Griff war fest aber nicht so, dass es mir weh tun würde. Ich dachte für einen Moment ich würde nicht mehr lebend hier heraus kommen. Doch plötzlich setzte er sich auf und

lachte aus voller Kehle. Die Verwirrung war mir ins Gesichtgeschrieben. Wieso lachte er? Will er mich gar nicht töten? Er kam wieder näher und lächelte mich an. » Ich habe dich vermisst « flüsterte er in einem sanften Ton zu mir. Ich wusste nicht was und ob ich darauf antworten sollte. Anscheinend sind wir uns bekannt, doch ich erinnere mich nicht ihn

jemals gesehen zu haben. Er kannte mich, das stand fest, doch wer war er fragte ich mich. Als er merkte, dass ich nicht reagiere küsste er mich stürmisch. Eine Welle der Gefühle überkam mich und ich war total überfordert. Mein Verstand riet mir sofort zu flüchten. Ihn von mir zu stoßen. Das es falsch ist was wir hier tun. Doch mein Körper rührte sich kein bisschen. Kein einziger Muskel oder Nerv in meinem Körper sträubte sich gegen diese Vereinigung. Eher das Gegenteil tritt in Kraft und meine Muskeln entspannten sich. Kleine Partien zuckten vor Freude und

Genuss. Seine Lippen fühlten sich so weich und kalt an. Ich hatte zuvor noch nie jemanden mit kalten Lippen geküsst. Geht so etwas überhaupt? Kalte Lippen zu haben? Es war seltsam, mein Körper gab mir das Gefühl ihn schon immer zu kennen. Es fühlte sich gut an seine starken Arme auf meinen zu fühlen. Der Kuss wühlte meine Gefühle durcheinander und ich fühlte mich schwerelos. Ich würde ihn so gern berühren, doch er hielt noch immer meine Arme fest. Es wurde noch

intensiver als unsere Zungen sich vereinten. Unsere Atmung wurde schneller und ich fühlte mich das erste mal in meinem Leben richtig lebendig. Ich wusste nicht wann ich das letztemal so gefühlt hatte oder besser gesagt ob ich jemals so gefühlt habe. Plötzlich stoppten wir unser tun, er riss mich mit einem Ruck um und verfrachtete mich auf ihn drauf. Sein Verlangen nach mir blitzte in seinen Augen auf. Immer noch schwer atmend legte er seine starken Arme um mich und drückte mich fest an ihn. Ich konnte nicht

anders als meine Lippen auf seine zu drücken. Er hielt mich mit der einen Hand fest und mit der andern strich er über meine Wange und meine Haare dabei zur Seite. Die Berührung auf meiner blanken Haut gab mir einen Stromschlag durch meinen gesamten Körper. In diesem Moment wurde mir klar, dass ich nie wieder etwas anderes spüren wollte als ihn. Er küsste mich wild. Durchtrieben von natürlichen Instinkten. Seine Hände wanderten ab. Ich spürte sie überall auf meinemKörper. Dann packte er mich mit festem Griff an meiner Hüfte, aber es tat nicht weh,

im Gegenteil. Es fühlte sich so wohlig an, diesen festen Druck an mir zu spüren, das Verlangen nach mir, dass sich in seiner Berührung widerspiegelte. Ich wurde immer gieriger. Gieriger nach seinen Berührungen, nach seinen Küssen und seiner Sehnsucht die darin lag. Ich konnte diesem Druck des Verlangens nicht weiter entsagen und lies es einfach über mich kommen. Ich hatte keine Ahnung wer er überhaupt war doch ich fühlte das unsere Seelen sich verbunden fühlen. Er ließ für einen kurzen

Moment von meinen Lippen ab und sah mich verträumt an. Ein Lächeln zeichnete sich sanft über sein Gesicht ab. Plötzlich passierte etwas unerwartetes. Ein Pfeil bohrte sich durch seine Brust und verfehlte mich nur knapp. Er schmiss mich schnell von sich hinunter. » Schnell versteck dich und bleib unten! « gab er mir den Befehl. Ich tates ohne Wiederworte, doch allerdings wollte ich auch wissen was gerade passiert ist. Erst bekam ich nicht viel mit, doch dann

konnte ich sehen wie sich drei Männer gleichzeitig auf ihn stürzten. Er versuchte mit aller Kraft die drei abzuwehren doch drei gegen einen,das konnte er nicht schaffen. Ich war so in Gedanken und Angst, dass ich nicht merkte wie sich jemand an mich heranschlich. Ich bemerkte es erst als mich jemand an meinen Haaren aus dem Gras nach oben zog. Ich schrie . Es tat weh. Meine Kopfhaut brannte förmlich. Ich spürte seinen widerwärtigen Atem hinter meinem

Ohr. » Ich hoffe das war es wert du kleines Stück Dreck. Mit so etwas lässt man sich nicht ein « flüsterte er mir ins Ohr bevor er mir von hinten sein Messer in die Brust schob. Er drückte es langsam in mich hinein, so dass ich richtige Qualen erlebte. Meine Kehle schnürte sich zu, alles was aus mir heraus kam war ein leiser Schrei nach Hilfe. Mein letzter Blick ging zu ihm. Qualvoll, unter Tränen und nach Luft ringend. Wahrscheinlich sah er

aus dem Augenwinkel wie ich zu Boden ging und schleuderte die Männer plötzlich Meterweit durch die Luft. Mein Angreifer lies von mir ab als er sah, dass er nun auf ihn zu kommt. Dieser Feigling versuchte zu entkommen doch er packte meinen Henker und riss ihm mit einem Ruck den Kopf ab, so dass das Blut nur spritze. Als die anderen Männer dies mitbekamen rannten diese um ihr Leben. Die Männer, die zumindest noch nicht zermatscht durch die Geschwindigkeit, an den Bäumen

klebten. Ich sank zu Boden, ich konnte mich nicht mehr aufrecht halten. Da lag ich nun und wusste, ich werde sterben. Er kam panisch zu mir und beugte sich über mich. In seinem Blick sah ich seinen endlosen Schmerz über dieses fürchterliche Ereignis. Einige Tränen streiften seine Wange. Er strich mir über das Haar. » Ich habe keine andere Wahl um dich zu retten...willst du mit mir bis in die Ewigkeit leben? « fragte er mich leise. Ich wollte etwas sagen doch ich

merkte wie ein Schwall meines eigenen Blutes mir den Rachen hinauf wanderte und im gleichen Moment aus meinem Mund sprudelte. Mit dem letzten Atemzug gelang es mir noch „mit dir" zu keuchen und ich sah wie er sich in den Arm schnitt und sein Blut mit meinem vermischte, dass aus der Wunde austrat. Kurz darauf durchzog mich ein wohliges Gefühl und verband uns inniglich. Mir wurde heiß und kalt zu gleich. Meine Haare am ganzen Körper stellten sich auf. Ein Strom aus Energie stieß durch meine Adern. Ich wollte ihn noch ein letztes mal

berühren doch ich konnte meinen Arm nicht mehr heben. Meine Sinne wurden total benebelt. Ein Schleier legte sich darüber. Ich konnte nicht mehr riechen und auch langsam nichts mehr hören. Meine Sicht war verschwommen und im Endeffekt bekam ich nicht mehr viel mit. Die Luft blieb mir aus und langsam wurden meine Augen schwer bis alles um mich herum verschwand. Als ich einen Moment später meine Augen wieder öffnen konnte befand ich mich in meinem Zimmer.

Same day to day life

Ich merkte wie mein Herz noch immer raste und ich konnte fühlen wie mein Blut durch die Adern schoss. Ich richtete mich auf und rieb mir meine Stirn. Der Traum bereitete mir tierische Kopfschmerzen. Ich fühlte noch immer seine Berührungen, seine Küsse und das Gefühl dem Tod näher zu sein als mir lieb ist.


Wie kann es möglich sein, dass es sich so real anfühlte?


Seine Finger auf meinem Gesicht brannten sich förmlich ein. Ich sah auf

die Uhr, 7:00 Uhr morgens. Ich lies mich wieder ins Bett fallen, schmiss die Decke über meinen Kopf und seufzte.


» Wieder ein Tag auf den ich verzichten könnte « nuschelte ich in die Bettdecke hinein.


Widerwillig rutschte ich aus dem Bett und schlüpfte in meine Hausschuhe. Mein Gang zum Badezimmer glich dem eines Zombies. Ich hob den Kopf und sah in den Spiegel. Dieser schwerfällige Traum hinterließ seine Spuren, äußerlich so wie innerlich. Ich zog mich aus und sprang schnell unter die Dusche. Nach so einem aufregendem Traum war eine kalte

Dusche wahrscheinlich das beste. Doch als das Wasser meine nackte Haut berührte, musste ich wieder an ihn denken. Der Wasserstrahl der auf mich nieder prasselte glich seinen Berührungen. Selbst das kalte Wasser konnte meinen Körper und meine Gedanken nicht unter Kontrolle bringen. Denn seine Haut war genau so kalt wie das Wasser, dass auf mich nieder regnete.


Ob der Traum was zu bedeuten hatte?


Schnell schlug ich mir diese Gedanken wieder aus dem Kopf, aber so richtig klar denken konnte ich noch immer nicht. Ich stieg aus der Dusche und föhnte meine

langen schwarzen Haare. Sie waren so schwarz wie Ebenholz sagte mein Vater immer. Er hatte mich gern mit Schneewittchen verglichen. Wie sehr ich es mir wünschte, dass er es heute noch zu mir sagen könnte. Er hatte sich vor ein paar Jahren, kurz vor meinem Schulabschluss das Leben genommen. Niemand wusste wieso, die einzige Nachricht die er hinterlassen hatte war eine kleine Notiz auf meinem Nachttisch mit den Worten:


Ich Liebe dich. Dad.


Ich vermisste ihn wirklich sehr und versuchte bei dem Gedanken an ihn nicht

zu weinen. Schnell trocknete ich mich ab und lief zum Kleiderschrank. Ich wühlte ihn mal wieder durch, doch ich zog sowieso immer die selben Sachen an. Ich zog mein Lieblingsshirt aus dem Schrank und trug dazu meine Combat Hose. Ich sah nochmal in den Spiegel und dachte mir, dass ich heute definitiv nicht ohne Make-up aus dem Haus gehen kann. Also schminkte ich mich noch schnell und machte mich auf den Weg nach unten. Ich zog aus der Obstschale noch schnell einen Apfel und steckte ihn mir in den Mund. Ich war sowieso schon viel zu spät dran.  Rasch schlüpfte ich in meine schwarzen Stiefel und zog meine Lederjacke an. Ich ging aus der Tür und

schmiss sie hinter mir zu.


Oh Shit die Schlüssel!


Ich konnte noch gerade so die Haustür auffangen bevor sie zufiel. Ich schnappe mir die Auto- und die Hausschlüssel, die in einer Schale auf dem Schrank lagen. Ich Stieg ins Auto und schmiss meine Tasche auf den Beifahrersitz. Ich schnallte mich an und lehnte mich noch einmal zurück. Ich schloss die Augen um mich kurz zu sammeln. Doch vor meinen inneren Auge erschien er wieder. Ich wusste nicht einmal seinen Namen.


Was rede ich denn da, er existierte doch

auch nicht, also kann es auch keinen Namen geben.


Ich lies den Wagen an und startete meine Playlist. Es spielte gerade 'Alles wird in Flammen stehen- Karg' und so fuhr ich los. Diesmal musste ich einen anderen Weg fahren, da ich die Uni gewechselt habe. Diese war aber nicht weiter von mir entfernt als die, an der ich vorher studiert hatte. Ich fuhr die Straßen entlang und alles sah Monoton aus. Jeder Baum war angepflanzt und hatte nicht einen Knick. Das Stadtbild sollte einfach Perfekt sein obwohl die Welt es meist nicht war. Als ich an einer Ampel hielt blickte ich durch die Gegend während

ich auf grün wartete. Auf der rechten  Straßenseite zog ein Mann mit langen, dunklen Haaren meine Aufmerksamkeit auf sich. Er war gekleidet als ob er nicht aus dieser Zeit stammt.


Kann es sein? Nein das ist unwahrscheinlich..


Autos hupten hinter mir und ich kam wieder zu mir. Ich sah das die Ampel schon auf grün geschallten hatte und ich versuchte so schnell wie möglich los zu fahren um die anderen Autofahrer nicht noch wütender zu machen. Doch genau das wurde mir zum Verhängnis und ich würgte mein Auto ab. Ich hasse solche

Situationen.


Leider hatte ich nun die Möglichkeit verpasst den Mann noch von vorn zusehen. Es kann aber auch sein, dass meine Fantasie mir nur ein Streich gespielt hat. Ich habe ja nun wirklich intensiv an ihn gedacht. Ich fuhr das restliche Stück zur Uni und parkte dort. Der Parkplatz und auch das Gebäude waren viel größer als an meiner vorherigen Universität. Ich merkte, dass ich total angespannt bin und öffnete meine Gurt. Eigentlich wollte ich nie studieren. Mir gefiel einfach nicht das Leben eines Studenten. Ich fühlte mich fehl am Platz, aber das lag nicht nur an

der Uni. Allerdings hatte ich meinem Vater versprochen etwas ordentliches aus mir zu machen. Doch ist die Sache die, dass ich schon seit zwei Semestern dabei bin und ich noch immer keine Ahnung habe was genau ich eigentlich machen will. Ich schrieb mich immer Wahllos in irgendwelche Fächer ein, die mir eventuell gefallen könnten, doch leider sprach mich noch keins so richtig an. Ich wollte eigentlich immer Pianistin werden, doch seit mein Vater gestorben ist, hatte ich mich nicht mehr ans Klavier gesetzt. Zu groß war mein Schmerz, denn er saß immer neben mir wenn ich spielte und hat mir zu gehört. Er liebte es wie ich spielte und ich liebte, dass er es so

genoss mir dabei zu zuhören. Noch dazu fand ich auch keine Uni in der Nähe die solche Kurse anbot. Ich wollte nicht zu weit weg. Ich wollte nicht das Haus verlassen in dem ich aufgewachsen bin und in dem ich meine schöne Kindheit verbrachte. Auch wenn die Kurse für mich in erster Linie sinnlos waren, so hab ich sie dennoch mit den besten Noten abgeschlossen. Lernen viel mir nie schwer. Ich war immer die Beste aus der Klasse. Das war eins meiner Talente die ich in die Wiege gelegt bekam, genau wie das Klavier spielen. Durch meine Guten Noten hatte ich auch das Stipendium bekommen um überhaupt studieren zu können. Mein Vater hat mir

leider nicht viel hinterlassen, da wir sowieso nie viel Geld hatten. Und mit dem restlichen Geld ist dann meine Mutter abgehauen, nachdem mein Vater sich umgebracht hatte. Ich habe sie jetzt zwei Jahre nicht mehr gesehen, aber das ist auch gut so denn sie verschwand nicht allein sondern mit meinem damaligen Klavier Lehrer. Also ging ihre Affäre schon eine ganze Weile, denn die letzten Stunden hatte ich als ich zehn Jahre alt war.


Ich kann nicht nachvollziehen wie meine Mutter, meinem Vater, das nur antun konnte. Sie wirkten immer Glücklich miteinander und haben nie vor mir

gestritten. Meine Mutter war immer meine engste Bezugsperson aber ich kann ihr nicht verzeihen, dass sie meinen Vater Jahre lang betrogen hat und, dass sie mich einfach verlassen hat.


Da saß ich nun in meinem Auto und dachte über alles nach. Ich hoffe zu sehr, dass niemand an der Uni meine Vergangenheit kennt. Insbesondere die, an meiner alten Universität. Das war auch der Grund warum ich die Uni gewechselt habe. Ohne Freunde und Familie hatte ich mich etwas verloren und wusste selbst nicht mehr wer ich bin. Ich fing im zweiten Semester etwas mit meinem Dozenten an. Er sah gut aus und

jedes Mädchen an meiner Uni war total hin und weg von ihm. Außer mir. Ich fand ihn zwar attraktiv, doch ich durchschaute ihn ein wenig. Er war eigentlich auch nicht mein Typ. Ich habe mich einzig und allein mit ihm eingelassen, da er mir die erstbeste Möglichkeit bot. Die erstbeste Möglichkeit meinen eigenen Gefühlen und meiner Einsamkeit zu entkommen. Ich fühle mich schlecht wenn ich an ihn zurück denke. Ich habe ihn nur ausgenutzt obwohl er echte Gefühl für mich entwickelte. Ich hatte auch nicht darüber nach gedacht. Ich hatte weder an seine Gefühle gedacht, noch daran dass es generell eine schlechte Idee war sich

auf den Dozenten ein zu lassen. Es war von Anfang an klar, dass es irgendwann raus kommt. Dass es irgendjemand sieht oder hört. Dass sich irgendjemand verplappert. Und dann war es auch so weit und es kam wie es kommen musste. Ich stand mit ihm vor der Tür des Dekans und erwartete meinen Rausschmiss. Es stand fest, dass einer von uns die Universität verlassen musste. Ich wusste auch gleich wer.


Ich.


Denn ich hatte keine Lust auf das ganze Gerede und Getuschel, dass dann von den andern Studenten ausging. Die Antwort

auf die Frage des Dekans, wer denn nun die Uni verlässt, kam wie aus der Pistole geschossen. Ich wollte einfach nur weg. Weg von den Menschen und weg von ihm. Ich wollte ihm nicht weiter schmerzen zufügen und ich wollte wieder mehr ich selbst sein. Ich brach den Kontakt zu ihm ab. Ich war froh, dass wir nie bei mir zu Hause waren. Er bombardierte mich regelrecht mit Nachrichten und Anrufen auf meinem Handy. Eins war klar, er wollte mich dringend zurück und er liebte mich wirklich sehr. Noch tiefer stand der Schmerz dadurch in mir geschrieben, den Schmerz den ich ihm zufügte und den Schmerz als ich realisierte was für eine

schreckliche Person ich geworden bin. Ich blockierte seine Nummer. Ich dachte mir wie schlimm es für ihn sein muss. Doch ich muss endlich nach vorn schauen und auch wieder auf mich.


So etwas darf nicht noch einmal passieren. Während ich noch immer in meinem Auto saß und schwer atmete, weil ich eventuell eine kleine Panikattacke hatte, sah ich auf die Uhr.


Shit!


Der erste Tag und schon fast zu spät. Ich stieg hastig aus dem Wagen und knallte die Tür zu. Geschwind und fast am

rennen, lief ich zum Gebäude. Ich kickte die Tür mit dem Fuß auf. Ich konnte ja nicht ahnen, dass die Sekretärinnen gleich dahinter standen. Die Tür gingen mit so viel Schwung auf, dass beide Seiten jeweils an die Innenwände schepperten.


» MISS BLAKE!! «  schrie es entsetzt aus der Rezeption.


Ich war anscheinend die einzige neue, denn woher sonst sollten sie wissen wie ich heiße. Aber nun wussten sie wenigstens das ich da bin. Aber das war schon mal kein guter Start. Die Frau war total empört und schüttelte den Kopf.


» Bitte geh dort entlang, dann kommst du zur Verwaltung « sagte sie mir noch.


Ich ging den Flur entlang und klopfte an der nächsten Tür. Die Sekretärinnen beachteten mich gar nicht groß und gaben mir ein Blatt mit den ganzen Kursen bei denen ich mich eintragen konnte. Ich ging die Liste durch und dachte mir das wieder nichts für mich dabei ist, doch ganz unten stand Musikwissenschaften.


Wow endlich etwas, was mich doch wirklich interessiert und vielleicht hab ich dort die Möglichkeit meinem Traum

näher zu kommen.


Ich gab die Liste zurück und sah nach ob heute schon ein Kurs statt fand. Allerdings war dieser Kurs neu und begann erst Morgen. Ich lief den Gang wieder zurück und sah mir noch etwas die Uni und den Campus an. Das Gebäude war riesig und imposant. Es wirkte eher wie eine Elite Universität. Es glich fast einem Schloss. Doch wirkte die Universität nicht alt. Eher modern und das zog natürlich Studenten an. Der Campus war sehr schön. Viele Grünflächen, sogar ein bisschen Wald. Manche Rasen waren mit schönen Mustern und Blumen bepflanzt. Andere

wiederum strahlten nur in einem satten grün. Zuvor sah ich mir noch die Räume an, die ich dann Morgen aufsuchen musste, dann wusste ich wenigstens gleich wo hin ich gehen muss. Als ich zum Ausgang gehen wollte sah ich ihn plötzlich.


Er lief vor mir. Der Mann den ich heute Früh gesehen hatte. Der Mann mit den langen, dunklen Haaren und der Kleidung von 1800.


Er bog um die nächste Ecke und ich folgte ihm leise. Ich hoffte unauffällig genug zu sein, so dass er mich nicht bemerkte. Denn falls das der Fall war,

wäre diese Situation sehr seltsam.


Hallo Mr. Ich folge ihnen, weil ich heute Nacht von ihnen geträumt habe.


Doch als auch ich um die Ecke bog, war er verschwunden. Wahrscheinlich ist er ins nächste Zimmer gegangen. Aber ich konnte jetzt auch nicht jede Tür öffnen nur um ihn noch einmal zu sehen. Ich war mir sicher, dass der Mann aus meinem Traum real zu sein scheint. Ich grübelte noch ein wenig nach und lief Gedankenverloren durch die Flure. Im Moment sah ich auch keine weiteren Studenten, anscheinend hatten alle gerade ihre Kurse. Ich beschloss wieder

nach Hause zu fahren. Also lief ich zum Parkplatz und stieg in mein Auto ein. Nach kurzer Überlegung entschied ich mich noch etwas spazieren zu gehen und bog an der nächsten Kreuzung ab. Diese Route verlängerte zwar meinen Fahrweg um zehn Minuten aber das machte mir nicht viel aus. Die Straße verlief durch ein langes Waldstück in dem ich schon öfters spazieren war.


Ich fuhr also die Straße entlang bis ich irgendwo eine kleine Einbuchtung sah. Dort fuhr ich mit dem Auto hinein und blieb stehen. Ich stieg aus und holte meine Kopfhörer hervor um den schönen Wald mit etwas Musik zu unterstreichen.

Ich lief den Waldweg entlang, der sich vor meinen Füßen ausbreitete. Der Weg ging steil nach oben und ich musste etwas schnaufen. Ich war schon lang nicht mehr unterwegs gewesen. Ich habe viel Daheim gesessen und gefühlt nichts getan um in irgendetwas voran zu kommen. Ich ging mir dabei eher selbst auf die Nerven. Früher war ich viel spazieren und in der Natur unterwegs. Ich liebte es noch immer, genau so wie auch wenn der Wind durch meine langen, offenen Haare blies. Ich sah nach links und nach rechts. Der Wald hier sah ziemlich unordentlich aus, aber dennoch etwas mystisch. Viele umgestürzte Bäume lagen im Wald, die aber dicht mit

Moos bewachsen waren. Viele große Farne zierten den Waldboden. Ich blickte nach links und sah einen kleinen Weg abgehen der direkt in den Wald führte. Ich überlegte kurz und beschloss dann doch diesem kleinen, unscheinbaren Weg zu folgen. Eigentlich ging ich nie vom richtigen Weg ab, aber ich mochte wie der Wald hier aussah. Dennoch hatte ich etwas Angst mich dann doch zu verlaufen, aber wenn ich immer dem Weg folge kann ich auch wieder zurück finden. Der Wald wurde dichter und die Pflanzen auf dem Erdboden streiften an meinen Beinen entlang. Es raschelte im Dickicht und zwei Hasen sprangen hervor. Sie kreuzten meinen Weg und

hüpften wild um meine Beine herum. Ich war schon immer sehr tierlieb. Ich wollte damals ein Haustier haben, aber meine Eltern hatten es mir nie erlaubt. Sie dachten ich würde mich nicht darum kümmern und es irgendwann in der Ecke stehen lassen. Im Grunde bin ich aber jetzt ganz froh darüber doch nie ein Tier gehabt zu haben, denn es gehörte schon eine menge Verantwortung dazu. Und ich schaffte es ja geradeso, mich um mich selbst zu kümmern. Da wäre das Haustier schon etwas zu kurz gekommen. Nach einer weile sah ich am Wegende ein helles Licht. Ich hatte das seltsame Gefühl, genau das schon einmal gesehen zu haben. Es erinnert mich etwas an

meinen Traum heute Nacht. Ich blieb stehen und zögerte weiter zu gehen. Ich drehte mich um und wollte schon zurück laufen, doch meine Neugier war einfach zu groß. Also drehte ich mich wieder um und machte mich auf zum hellen Lichtschein, der durch die Bäume am Ende fiel. Ich lief durch die letzten Bäume hindurch und befand mich auf einer Lichtung. Ich atmete tief durch als ich bemerkte, dass es nicht die gleiche Lichtung wie in meinem Traum war. Dennoch war diese genau so schön mit hohem Gras und Blumen bedeckt. Sonnenstrahlen fielen durch die Kronen der Bäume und lies die Wiese regelrecht glitzern. Dort wo die Sonne hinauf

schien, erstrahlte das Gras in einem saftigen grün. Die Blumen tanzten dazu im Wind. Der Weg führte sich weiter fort und ich folgte diesem bis ich zu einem schönen Platz kam. Dieser war etwas freier und das Gras nicht so hoch. Vor einer kleinen Baumreihe lag ein umgestürzter Baum, der sehr einladen aussah sich darauf nieder zu lassen. Er sah noch recht frisch aus, als ob es noch nicht lang her ist, dass er genau neben den andern Bäumen stand. Die Wurzel des Baumes hat sich mit ausgehoben, wahrscheinlich war es der Sturm der der letztens erst hier tobte, der den Baum aus wurzelte. Nun saß ich dort, einsam, mitten im Wald. Ich blickte in die

Baumkronen und entfernte meine Kopfhörer. Ich legte mich auf den Baumstamm und sah weiter in Richtung Himmel. Die Blätter der Bäume rauschten im Wind. Ich schloss meine Augen und saugte die frische Waldluft tief in mich ein. Wie gern ich solche Orte mit jemanden teilen würde, doch ich hatte noch nie viele Freunde. Letztlich haben sich auch die paar die ich hatte anderen Dingen gewidmet und mich vergessen. Vielleicht wollte ich sogar von ihnen vergessen werden, denn ich fühlte, dass sie mich nicht wirklich mochten. Sie waren nur aus Mitleid mit mir befreundet, weil ich sonst auch allein war. Ich hatte niemanden.

Niemanden mit dem ich reden konnte, dem ich mich anvertrauen konnte und niemanden mit dem ich mich austauschen konnte. Aber es lag nicht nur an den andern. Es lag vor allem an mir, ich lies auch niemanden an mich heran. Die Chance abgewiesen und verletzte zu werden, lag bei mir, in meinen Augen, sehr hoch. Ich konnte mit so etwas schon immer schlecht umgehen. Nach außen hin sah es so aus als ob mich so etwas nicht interessieren würde. Ich habe einfach dieses 'I-don't-give-a-fuck-Gesicht', doch auch mir gehen manche Dinge nahe. Ich sollte aufhören alles in mich hinein zu fressen, doch ich weiß auch nicht mit wem ich reden sollte. Mein Kopf rollte

zur Seite und ich machte meine Augen wieder auf. Etwas weiter weg sprang ein Fuchs im Gras umher. Ich hatte noch nie einen Fuchs aus so einer Nähe gesehen. Plötzlich blieb er stehen und beobachtete mich. Ich musste lächeln als er ganz langsam auf mich zu geschlichen kam. Doch knapp vor mir überlegte er es sich noch einmal anders und machte auf allen Vieren kehrt und verschwand in einem Busch. Diese Situation war sehr bizarr.


Was ist nur heute los?


Erst träumte ich diesen seltsamen Traum, dann sah ich meinen Traummann. Naja also eher den Mann den ich in meinem

Träumen sah. Dann fand ich diesen schönen Ort, zwei Hasen hoppelten vor meinen Füßen herum und nun dieser Fuchs. Allerdings hatte ich gerade noch den Traum vergessen und nun ist er mir wieder ins Gedächtnis gebrannt. Sein vollkommenes Gesicht tauchte vor meinem inneren Auge auf. Sein Lächeln brachte mich um den Verstand und lies das Blut in meinen Adern brodeln. Ich schloss die Augen und dachte noch mehr daran. Ich spürte seine Lippen wieder auf meinen. So kalt seine Lippen waren, allein der Gedanke daran lies mich frösteln.


War er tatsächlich real?


Insgeheim wünschte ich es mir so sehr. Er hatte in meinem Traum mein Herz berührt und ich spürte das uns etwas tieferes verbunden hatte. Seelen die sich wieder gefunden haben, denn die Seelen zweier Liebenden bleiben immer zusammen. Nun kam mir aber auch wieder die Szene in den Kopf als er das Blut des Rehs trank. Ich wusste nicht ob mich dies abschreckte. In gewisser Weise schon, doch irgendwie war es mir.. egal?


Ich verstand mich selbst nicht, wie konnte mich so etwas nicht abschrecken? In meinem Kopf fingen an sich die Zahnräder zu drehen und ich dachte

darüber nach, dass auch kein normaler Mensch Blut trinken würde. Es würde im Magen verklumpen und einfache Menschen könnten daran sterben.


Aber vielleicht ist es auch irgend eine gewisse Vorliebe?


Aber dann das ganze Reh blutleer zu trinken erscheint mir schon mehr als seltsam. Plötzlich schoss mir ein Geistesblitz in den Kopf. Aber dieser Gedanke war mehr als unsinnig.


Oder irrte ich mich? Existieren sie wirklich unter uns? Andere Wesen und Gestalten?


Wie...


Ich konnte kaum daran denken, geschweige es aussprechen. Doch dann flüsterte ich es so leise vor mich hin.


» Vampire..«


Ob es möglich ist?


Diese Möglichkeit eröffnet eine neue Welt für mich. Eine neue Sichtweise. Aber Vampire trinken normalerweise Menschenblut und kein Tierblut. Allerdings würde es die Lebensweise für einen möglichen Vampir natürlich

beschweren, wenn er sich ausschließlich von Menschenblut ernähren würde. Wahrscheinlich müsste er ständig fliehen und in Angst leben, entdeckt zu werden. Ich setzte mich rasch auf und war etwas erschüttert über meine neuen Erkenntnisse.


» Hirngespinste « sprach ich zu mir selbst und schüttelte dabei den Kopf um den abwegigen Gedanken los zu werden.


Ich beschloss mich wieder auf den Weg nach Hause zu machen. Es dämmerte schon etwas und ich sah auf mein Handy. Schon fast Abendbrotzeit. Und da hörte ich auch schon mein Magen grummeln.

Er hatte recht, ich habe heute nur einen Apfel gegessen.


Wie kann es mir immer wieder passieren nichts zu essen?


Ich stand auf und hielt meine Jacke etwas zu, denn es war schon kalt geworden. Besonders im Schatten der Bäume. Als ich den Weg entlang ging, verschwanden auch die letzten Sonnenstrahlen die den Wald zum leuchten brachten. Ich machte meine Taschenlampe am Handy an damit ich noch etwas sah. Der Weg runter zu meinem Auto war nicht einfach,denn überall lagen viele kleine Steine auf

denen ich immer wieder ausrutschte. Am Auto angekommen war ich sehr durstig. Ich hatte vergessen mir etwas mit zunehmen. Ich dachte aber auch, dass ich nicht lang bleiben würde. Ich machte die Tür auf, holte meine Wasserflasche aus der Tasche und nahm einen großen Schluck. Ich wusste, dass ich das heute Nacht eventuell bereuen werden, weil ich dann aufs Klo musste. Ich packte die Flasche Wasser wieder in meineTasche und setzte mich hinter das Steuer. Ich musste noch fünfzehn Minuten fahren bis ich Daheim ankomme. Die Minuten vergingen aber wie im Flug. Ich versuchte mich mehr auf das Fahren zu konzentrieren als auf meine anderen

Gedanken. Vor dem Haus angekommen, parkte ich meinen Wagen in der Einfahrt. Ich zog meine Tasche vom Beifahrersitz und stieg aus. Gefühlte Zehn Minuten musste ich in meiner Tasche herum kramen bis ich endlich meine Schlüssel fand, die sich unter einem Haufen von Papieren versteckt haben. Ich stieß die Tür mit einem Schwung auf und genauso knallte ich sie auch wieder zu. Den Lichtschalter drückte ich mit dem Ellenbogen an und zog mir wärendessen die Schuhe von den Füßen. Meine Tasche landete in der Ecke neben der Tür. Ich war meist sehr unordentlich und so standen meine Schuhe dann auch mitten im Weg. Ich ging sofort in die Küche und

machte von dort aus den Fernseher im Wohnzimmer an, das sich gleich nebenan befand. Es war keine Tür eingebaut und ein offener Durchgang. Eher wie eine Wohnküche aber dennoch von einander getrennt. Ich sah in das Tiefkühlfach und schmiss mir die letzte Pizza in den Ofen.


Ich sollte langsam wieder einkaufen gehen sonst verhunger ich hier noch.


Während die Pizza im Ofen knusprig wird sprang ich von hinten über das Sofa und machte es mir bequem. Ich hatte sowieso nichts zutun und Faulenzen war eine meiner besten Fähigkeiten. Ich schaltete die Programme von hinten bis

vorn durch und das mehrmals. Es lief einfach nichts. Aber was gab es schon gutes im Fernsehen. Ich schaltete Netflix ein und machte eine Folge meiner Lieblingsserie an. Diese lenkte mich zumindest von meinen Gedanken ab. Nach ein paar Minuten hörte ich die Uhr aus der Küche klingeln. Das hieß, dass meine Pizza endlich fertig ist. Ich sprang auf, damit sie nicht verbrannte.


» Verdammt lecker « sprach ich zu ihr.


Ich Teile sie in 16 Teile. Ungewöhnlich aber ich mochte kleine Stücken. Diese werden schneller kalt und ich kann meine Pizza noch schneller verdrücken.

Diesmal setzte ich mich langsam aufs Sofa, da ich schließlich ein Teller in den Händen hatte. Meistens vergesse ich wie gut essen tut. Würde ich nicht ständig vergessen, etwas zu mir zu nehmen, dann wäre ich wahrscheinlich ein totaler Vielfraß. Die Pizza war schnell weg und ich legte mich lang aufs Sofa und machte es mir bequem. Wie so üblich nahm ich mein Handy in die Hand und surfte etwas im Internet. Ich öffnete wahllos Apps und schloss sie wieder. Ich wusste nichts mit mir selbst anzufangen. Das ging schon Monate so. Jeden Abend passierte das gleiche. Wenigstens ging ich immer früh schlafen, weil ich sowieso nie wusste was ich machen sollte. Ich denke

das war der einzige Vorteil daran so langweilig zu sein. Als die Folge der Serie vorbei war, schaltete ich auch gleich den Fernseher aus und blieb noch etwas auf dem Sofa liegen. Die Lustlosigkeit kam zurück und ich schaffte es nicht aufzustehen. Ich hatte den ganzen Tag nichts gemacht und bin total erschöpft vom nichts tun. Nach einer Weile an die Decke starren, richtete ich mich schwermütig auf und schaltete überall die Lichter aus. Ich stieg langsam die Treppen hinauf in mein Zimmer. Um in mein Zimmer zu gelangen, musste ich immer an dem Schlafzimmer meiner Eltern vorbeigehen. Ich hatte es nicht mehr geöffnet seit beide fort sind. Wie

jeden Abend blieb ich kurz davor stehen und überlegte ob ich hineingehen sollte. Ich denke jeden Tag, dass ich es schaffen würde. Doch wie auch jeden Abend, drehte ich mich in die Richtung meines Zimmers und verschwand darin.


Ich schloss die Tür hinter mir und lehnte mich dagegen. Ich sah zu meinem Piano und fühle mich noch schlechter. Ich habe so lang nicht mehr gespielt. Ich setzte mich auf den Hocker der davor stand und klappte die Tastenabdeckung nach oben. Sanft strich ich mit den Fingern über die Tasten aber ich konnte sie nicht drücken. Ich schaffte es nicht eine Taste zu drücken. Ich überlegte kurz aber klappte

dann die Klappe wieder herunter und schliff mich träge ins Badezimmer. Ich schminkte mich ab und putzte meine Zähne. Ich bürstete vor dem schlafen gehen meine Haare meist noch einmal durch, damit sie am Morgen nicht ganz so sehr verfilzt sind. Ich verrichtete mein übliches Geschäft und zog mir mein Schlafshirt über. Ich hatte so einige Rituale, die ich vor dem schlafen gehen tat. Das war gut und das brauchte ich auch. Ich machte meine Nachttischlampe an und die Deckenbeleuchtung aus. Ich stieg ins Bett und kuschelte mich in meine Bettdecke. Es war noch nicht sehr spät aber dennoch war ich müde. Meistens brauchte ich lang um

einzuschlafen, doch heute klappte es wie von Zauberhand. Meine Augen wurden schwer und fielen mir zu.



Same misery

Wieder stand ich im dunkeln. Langsam konnte ich erahnen wo ich war. Es zeichneten sich, vor meinen Augen, Wände ab die ich zuvor noch nie gesehen hatte. » Diesmal bin ich also nicht in einem Wald « flüsterte ich leise zu mir selbst. Ein Lichtstrahl erleuchtete den Raum und erhellte ihn ein wenig, so das man etwas erkennen konnte. Er kam vom Fenster von dem der Mond hineinschien. Ich sah an mir herunter. Ich trug ein langes,

schwarzes Kleid. Meine Schultern waren nicht bedeckt und ich hatte einen schönen Gürtel um die Taille geschnürt. Schon lang hatte ich mich nicht mehr zurecht gemacht und schon gleich gar nicht ein Kleid angezogen. Also müsse dies hier ein besonderer Moment sein. Das Licht erhellte den Raum so, dass ich die Umrisse eines Klaviers mitten im Raum sehen konnte. Ich sah um mich, doch sonst war der Raum leer. Ich beschloss etwas umher zu gehen und mir das Klavier und den Raum genauer anzusehen. Ich ging am Rand des Raumes entlang. Doch der besagte Raum war wirklich leer, außer dem Klavier, dass

ganz allein in der Mitte stand. Zögerlich lief ich hinüber. Langsamen Schrittes ging ich herum und strich mit meinen Fingern zärtlich über das Holz. Nur ich und das Klavier. Sonst war ich umringt von völliger Dunkelheit. Noch immer stand ich neben dem Klavier und starrte es an. Zaghaft öffnete ich die Tastenklappe. Ich setzte mich auf die Bank und stich über die Tasten so wie ich es vorhin in meinem Zimmer getan hab. Sie fühlten sich kalt an und schon lang unberührt. Die kälte erinnerte mich an seine Haut die meine striff. Ich verglich ihn mit dem was ich am liebsten

hatte. Nun dachte ich also auch in meinem Traum an ihn. Die Atmosphäre war friedlich und unglaublich schön und so überkam mich der Mut der mir seit langem fehlte. Ich drückte eine Taste des Klaviers herunter. Sie erklang in vollem Ton der durch den Raum schallte. Ich hatte fast vergessen wie ein Klavier sich anhörte. In mir stieg freude auf. Ein wohlwollendes Gefühl umhüllte mich und strich mir sanft über meine unbedeckte Haut. Sofort stellten sich meine Härrchen auf und verpassten mir eine Gänsehaut. Meine Hände

kribbelten vor Vergnügen und mich überkam der Impuls, dass jetzt der Zeitpunkt erreicht ist, an dem ich wieder spielen sollte. Alles hier ist so einladend dafür. Ich sah mich kurz um, ob vielleicht jemand gehört haben könnte, dass ich hier bin. Aber nichts. Nur die Leere und ich. Ich hatte nur diesen einen Ton angespielt und schon sprudelte mein Kopf voller Ideen und neuen Melodien. Ich hatte es geliebt selbst zu komponieren, meine eigenen Musikstücke zu erfinden. Ich fing an zu spielen und spielte die Töne die mir in den Sinn kamen nacheinander weg. Es war als hätte ich diese Lied

schon immer gespielt, genau so spielte ich es. Ich schloss meine Augen und überließ alles meinen Fingern. Sie verkörperten die Tonreihenfolge als hätte ich nie etwas anderes getan. Ich war komplett in meinem Element und fühlte es. Alle meine Gefühle spielten zusammen und kreierten etwas so schönes und einzigartiges. Mein Herz pochte so sehr und sprang mir vor Freude und den Gefühlen, die mich fast überweltigten, beinahe aus meiner Brust. Ich lebte wieder und fühlte mich so gut. Tränen liefen mir über die Wange. Ich hätte weiter spielen sollen als mein Vater starb. Das hätte er

gewollt. Ich wurde in meinem Gefühlschaos plötzlich unterbrochen als ich eine Hand auf meiner Schulter spürte. Ich erschrak so sehr, dass ich meine Darbietung aprupt beendete. Mit einer Hand auf der Brust und mit der anderen vor dem Mund, um meine Beängstigung zu verstecken, schreckte ich auf. Ich sprang im gleichen Zuge von der Bank auf und erblickte denjenigen der mich erschreckte. Ich sah in seine bernsteinfarbenen Augen. Mir war sofort klar wem ich wieder gegenüber stand. Selbst durch das schwache Licht konnte ich seine Augenfarbe erkennen. Sie

leuchteten regelrecht. Doch in seinem Ausdruck sah ich, dass er selbst erschrocken war. Erschrocken darüber wie ich reagierte. Er sah aus als ob er nicht wusste wieso ich davon geschreckt bin. Sein Blick wurde wieder sanfter und ein nervöses Lächeln machte sich auf seinem Gesicht breit. Er hielt mir seine Hand hin. » Ich wusste nicht, dass du so gut bist. Wollen wir zusammen spielen? « fragte er mich. Ich streckte ihm meine Hand entgegen doch bevor ich sie erreichen konnte oder geschweige denn ihm antworten konnte,

verschwamm alles ins schwarze und ich öffnete meine Augen und befand mich wieder in meinem Zimmer. Da lag ich, im Bett, total verschwitzt. Es war nicht einmal ein Alptraum, dennoch hat dieser Traum mich aufgewühlt. Die Melodie hallt mir noch immer im Kopf und ich stand schnell aus dem Bett auf. Ich suchte einen Stift und Papier um die Noten aufzuschreiben die ich noch immer in meinem Kopf hatte. Ich hoffte sehr, dass es so passt und ich keine Note vergessen habe. Dieses Stück darf nicht in Vergessenheit geraten. Es machte mich glücklich daran zu denken. Und auch wenn ich es mir nicht eingestehen wollte, machte es mich auf glücklich ihn in

meinem Traum wieder zu sehen.

Wake up

Ich sah auf die Uhr. Mist, schon wieder so spät! Aber noch genug Zeit um mich etwas hübsch zu machen und nicht wie ein Zombie in die Uni zu gehen. Ich lief schnell ins Bad und putzte meine Zähne. Noch etwas waschen, denn zum Duschen blieb keine Zeit. Etwas Make-up aufs Gesicht und Maskara. Schnell noch Hose und Top an ziehen. Ich zog noch ein Hemd darüber denn es ist doch etwas kälter heute. Ich nahm ein paar Socken und zog sie, auf einem Bein hüpfend, an.

Eilig hastete die Treppe runter. Ich schnappte mir wieder einen Apfel aus der Schale und schlüpfte in meine Stiefel. Ich suchte noch meine Schlüssel und nahm schnell meine Tasche aus der Ecke. Nun geschwind zum Auto und los fahren. Nur nicht zu schnell fahren hieß es jetzt. Eigentlich ist es auch nicht so schlimm zu spät zu kommen aber ich wollte dann doch nicht den einzigen Kurs verpassen der mich wirklich interessierte. Ich kam dann doch noch ein paar Minuten vor Kurs beginn an der Uni an, aber ich fand keinen Parkplatz und musste ziemlich weit weg

parken. » Das kann doch nicht wirklich euer ernst sein « fluchte ich. Ich sprintete aus dem Auto heraus und in Richtung Eingang des Gebäudes. Da ich gestern mir schon meinen Plan und die Hörsäle angesehen habe, wusste ich wenigstens wo ich hin musste. Vor der großen Saaltür angekommen, holte ich noch ein paar mal Luft, so dass ich nicht wie ein sterbendes Wahlross klinge und den ganzen Hörsaal auf mich aufmerksam mache. So leise es ging öffnete ich die große Saaltür und schloss sie wieder, in der Hoffnung es bemerkt mich niemand.

Leise suchte ich in der letzten Reihe einen Platz der noch frei war und schlich mich zu ihm. Noch hatte mich keiner bemerkt, zum Glück dachte ich. » Kommen Sie jedes mal zu spät? « ertönte es von vorn. Shit das kann doch nicht war sein. Ich zuckte zusammen und stellte mich gerade hin. Alle Augen des Hörsaales richteten sich auf mich. Das hatte mir gerade noch gefehlt. » Ich... ähm.. es tut mir leid ich habe verschlafen..« stammelte ich zusammen

mit den Augen auf mein Platz gerichtet zu dem ich mich eigentlich hinüber stehlen wollte. » Nagut, ich möchte am Anfang nicht so sein, doch es sollte nicht öfter passieren. Miss...? « sagte der Dozent mit erhobener Stimme und blickte wahrscheinlich fragend zu mir. » Blake « antwortete ich ihm und nickte während ich meine Augen von meinem unerreichten Platz nach vorn richtete. Als meine Augen seine trafen blieb mir die Spucke weg. Ich hielt den Atem an als ich bemerkte wer dort vorn

stand. Er ist es. Er, der Mann aus meinem Traum. Mein Hals schnürte sich zu und ich bekam keine Luft mehr. Wie ist das möglich. Er existierte nur in meinen Träumen, das kann unmöglich wahr sein. » Setzen Sie sich Miss Blake, ich behalte Sie im Auge « sagte er zu mir und zwinkerte mir überraschenderweise zu. Alle begannen zu tuscheln. Ich sank auf meinem Stuhl hinab und hielt mir die

Hand vor das Gesicht. Diese Situation war mir so unangenehm, ich wäre am liebsten in Grund und Boden versunken. Aber jetzt bin ich das Gesprächsthema bei allen. Ich hoffe nur, dass es das einzige Mal bleibt. » Nun gut, da dieser Kurs neu ist und ich auch, naja zumindest an dieser Universität « lächelte er und fuhr fort. » Würde ich mich Ihnen gern Vorstellen. Mein Name ist Prof. Rosanov, aber ich habe es nicht gern wenn man mich mit meinem Nachnamen anspricht, weil ich mich dann immer so alt fühle. Ihr könnt mich alle gern Nicolae nennen. Es ist

jedem selbst überlassen, doch es ist einfach persönlicher und wahrscheinlich auch angenehmer für manche, denn ich bin immer euer Ansprechpartner wenn ihr Probleme in meinem Kurs haben solltet. Nun zum Inhalt...« sprach er an. Seine Stimme verklang in meinem Kopf, meine Gedanken waren viel zu laut und ich bekam nichts mehr mit. Er ist es! Schalten die gleichen Worte wieder und wieder in meinem Kopf. Mein Herz pumpte mein Blut so schnell durch die Adern, dass ich mich einfach nicht mehr

konzentrieren konnte.. In meinen Gedanken versunken bemerkte ich nicht das er mit seiner Ansprache durch den Hörsaal gewandelt war und vor mir stehen geblieben ist. » Miss Blake? Hören Sie mir eigentlich zu? « frage er mich mit einem schelmischen Grinsen. Natürlich riss er mich sofort aus meinen Gedankenwirrwarr. Ich schüttelte meinen Kopf um meine Gedanken zu entfernen. » Wollen Sie sich nicht aufschreiben was sie benötigen? « fragte er mich

erneut. » Doch..ich..« stammelte ich wieder vor mir her und suchte meine Tasche doch ich merkte, dass ich sie im Auto vergessen hatte. » Ich...« begann ich. » Ich ich habe meine Tasche im Auto vergessen « antwortete ich ihm, deckte mein Gesicht etwas mit meiner Hand ab und drehte mich beschämt weg. » So, so..vergesslich sind wir also auch. Hier nehmen Sie meinen Stift und ein Blatt von mir « sagte er lächelnd und

hielt mir Stift und Zettel hin. Zögerlich nahm ich es entgegen, dabei berührten sich unsere Hände und mein Herz versagte für einen kurzen Moment. Ich konnte ihm dabei nicht in die Augen sehen. » D..danke « murmelte ich vor mir hin. Schon wieder waren alle Augen auf mich gerichtet. Ich fühlte mich so unwohl wie noch nie. » Bitte kommen Sie doch nachher noch einmal zu mir « verlangte er von

mir. Ich nickte nur und sah ihm zu wie er die Treppen wieder nach unten stieg. Ich versuchte den Rest des Kurses aufmerksam zu sein doch so richtig gelang es mir nicht. Als alle begannen ihre Sachen einzupacken konnte ich kaum noch atmen. Meine Beine wurden schwach und ich hatte das Gefühl an meinem Platz gefesselt zu sein. Gleich kommt der Moment in dem wir allein und ganz nah sein werden. Wie sollte ich nur mit ihm reden, ich konnte ihn ja nicht einmal ansehen. Ich blieb also sitzen und wartete bis die letzten raus gegangen sind. Ich nahm den Zettel und den Stift

und lief langsam die Treppenstufen hinunter. Ich spürte seinen Blick auf mir haften. Mir wurde extrem heiß und ich brachte meinen Blutdruck einfach nicht unter Kontrolle. Ich sah während ich die Treppenstufen hinunter stieg immer wieder kurz zu ihm. Er starrte mich regelrecht an und je näher ich kam um so mehr lächelte er. Noch einen Schritt und ich stand genau vor ihm. Ich roch zum ersten mal seinen Duft der mir im Traum verwehrt blieb. Er roch nach Wald, besser gesagt nach frischen Tannennadeln. Vielleicht auch etwas Sandelholz und nach etwas süßlichem. Sein Geruch füllte mein Lungen. Am liebsten hätte ich nie wieder ausgeatmet.

Ich erkannte mich selbst nicht wieder. Noch nie hatte mich etwas so umgehauen wie seine Ausstrahlung. Ich sah ihm verlegen in die Augen, denn ich hatte immer noch die Bilder von uns im Kopf. » Sie wollten mich sprechen? « fragte ich ihn und wendete meinen Blick von ihm ab. » Willst du überhaupt in diesem Kurs sein? « fragte er mich. Ich sah ihn erschrocken an. » Ja! « schrie ich

fast. » OH... tut mir leid, es ist der einzige Kurs der mich bis jetzt wirklich interessiert « murmelte ich. Ich stellte mich gerade selbst in Frage, wieso war ich so eingeschüchtert. Noch nie hat mich jemand vor mich hin stammeln lassen. Sonst war ich immer so Selbstbewusst. Ich fühlte mich so erbärmlich in diesem Moment. » Mein Traum ist es Pianistin zu werden « sagte ich ihm. » Dann bist du hier genau richtig « sagte

er mir mit einem Lächeln. Ich wusste nicht wie ich reagieren sollte, mein Gehirn war komplett auf stand-by geschaltet. » Ich..ähm sollte nicht hier sein..nicht mit Ihnen allein. Aber das soll jetzt auch keine Anspielung sein..« stammelte ich schon wieder vor mich her. Oh gott was hatte ich da gerade gesagt? Peinlich berührt wedelte ich mit meiner Hand vor meinem Gesicht umher. » Ähm oh Gott peinlich. Ich lege Ihren

Stift einfach wieder hier hin und gehe jetzt « stammelte ich vor mir her und legte seinen Stift neben ihn auf das Pult. Er sah mich verwirrt an und wusste anscheinend auch nicht was er sagen sollte. Ich war gerade schon in der Drehung um zu verschwinden, doch er griff nach meiner Hand. Mein Herz schlug so sehr, man konnte es fast hören in dem leeren Raum. Gefühlt standen meine Haare zu Berge, bei diesen Stromschlägen die seine Haut auf meine übertrug. Ich schluckte und drehte mich nochmals um. Ich sah direkt in seine Augen und er hielt mir den Stift wieder vor die

Nase. » Den Stift können Sie gern mitnehmen damit Sie ihn das nächste mal nicht wieder vergessen « sagte er und zwinkerte mir zu. Er drückte mir den Stift in die Hand und sagte mit der sanftesten Stimme die ich je hörte » Bis bald, Miss Blake « und stand von seinem Pult auf um zu seiner Tasche zugehen. Ich eilte so schnell es ging die Treppen wieder hinauf und verschwand aus der Tür. Schnell irrte ich die Flure entlang um auf der Toilette kurz etwas allein zu

sein. Schwer atmend, durch den schnellen Gang, setzte ich mich auf das geschlossene WC. Mir schnürte es noch immer die Luft ab. Er existiert und das nicht nur in meiner Fantasie. Und wieso war dieses Szenario so seltsam intensiv? Aber wieso gerade ich, wieso musste er hier, genau hier mein Dozent sein. Schon wieder ein Dozent, das konnte nicht gut gehen. Ich musste mir etwas einfallen lassen. Ich sah den Stift und das Blatt Papier an, die sich noch in meinen Händen befanden. Er berührte meine Hand, seine war kalt. Seine Hand war so kalt, wie in

meinen Träumen. Mich überkam ein Schauer und ich rannte los zu meinem Auto. Ich stieg ein und war kurz davor wieder nach Hause zu fahren. Vielleicht gibt es noch eine andere Uni mit nur alten Dozenten. Aber wer weiß vielleicht steh ich sogar darauf. Was ist nur falsch bei mir? Ich schlug meine Hände über meinem Gesicht zusammen. Ich bin mir nicht sicher ob ich bleiben sollte. Aber was wenn meine Träume mir mein Schicksal verraten haben. Was wenn es genau das ist, was es sein soll. Das was ich tun soll. Ich stellte fest das mich diese

Situation total überforderte. Der Zündschlüssel steckte und der Motor lief schon. Ich musste nur noch los fahren. 'Nein! Ich kann nicht immer von allem davon laufen', schrie es in mir. Und ich nahm meine Tasche und stieg wieder aus dem Auto. So ging ich schließlich zu meinem nächsten Kurs doch, der Tag war gelaufen. Ich konnte mich auf nichts anderes mehr konzentrieren. Ich war so in meine Gedanken versunken, dass ich kaum etwas von der Außenwelt mitbekam. Ich erwachte erst aus meinem trance-ähnlichen Zustand, als der Dozent mich

rief. Ich sah um mich und es war keiner mehr da. Ich entschuldigte mich und verließ fluchtartig den Saal nach dem ich meine Sachen eingepackt hatte. Ich hatte nicht das Bedürfnis gleich nach Hause zu fahren und überlegte was ich stattdessen machen könnte. Aber wirklich Lust irgendetwas zu tun hatte ich nicht. Deshalb entschied ich mich wieder in den Wald zufahren und auf die Lichtung zu gehen. Ich lief gelassen zu meinem Auto und stieg ein. Das erste was ich tat war die Musik anzuschalten. Ohne Musik ist die Autofahrt viel zu langweilig. Ich bin froh das ich nie jemanden mitnehmen muss und immer selbst entscheiden kann welche Musik ich höre. Ich denke es gibt

auch nicht viele, die sich meinem Musikgeschmack anschließen würden. Zumindest hab ich noch niemanden diesbezüglich kennengelernt. Allerdings muss man dazu sagen, dass ich es auch nicht darauf angelegt habe. Meist bin ich nie viel unterwegs und schon gleich gar nicht in Discotheken und Bars. Ich bin schon fast bei der Stelle an der ich das letzte Mal gehalten hatte. Diesmal parkte ich mein Auto weiter am Weg, der zur Lichtung hinführte. Ich stieg aus dem Auto und lief den kleinen, unscheinbaren Weg entlang zu Lichtung. Angekommen ging ich wieder zum meinem Platz um nachzudenken. Ich wusste nicht genau was ich nun tun

sollte.

Brief encounter

Ich dachte die Träume hätten keinen Zusammenhang und wären eine einfache Konstellation meiner Fantasie, aber anscheinend war dem nicht so. Wo möglich waren es Visionen? Sollte das meine Zukunft sein? Sollte meine Zukunft mit ihm sein? So viele Fragen die sich daraus ergaben. Mein Kopf platzte und ich bekam Kopfschmerzen. Ich habe mir nun den Entschluss gesetzt, weiter zu machen als ob nichts wäre. Ich hoffe das klappt. Und ich bleibe dabei. Ich verhalte mich ganz

normal und werde auch nicht weiter an ihn denken. Ich lass alles auf mich zu kommen wie es kommt. Ich denke ich kann an meinem womöglichen Schicksal nichts ändern. Meine Kopfschmerzen wurden schlimmer und es fing an zu dämmern, also beschloss ich nach Hause zu fahren. Daheim angekommen stellte ich fest, dass ich schon wieder vergessen habe einkaufen zu gehen. » Was soll's, dann bestell ich eben eine Pizza « sagte ich zu mir. Ich nahm das Telefon und bestellte mir eine Pizza mit vielen Pilzen darauf. Ich

liebte Pilze über alles. In der Zeit, bis die Pizza endlich bei mir ankam, räumte ich erst einmal das Chaos auf, dass ich heute früh veranstaltet hatte. Eine halbe Stunde später, war die Pizza dann auch schon da. Ich packte mich vor den Fernseher und sah mir eine Folge von Supernatural an. Nach dem essen wurde ich ganz schön müde und machte mich für das Bett fertig. Ich machte die Tür zu meinem Zimmer auf und stellte fest, dass mein Fenster offen stand. Ich war aber der festen Überzeugung, dass ich es heute früh geschlossen hätte. Ich sah in meinen Geheimversteck nach ob irgend etwas fehlte, aber ich fand nichts was hätte weg sein können. Also machte ich

das Fenster einfach wieder zu und legte mich ins Bett. Diese Nacht wälzte ich mich nur von einer Seite auf die nächste. Egal was ich versuchte ich konnte nicht schlafen. Meine Gedanken drehten sich nur um den morgigen Tag. Ich hatte Angst ihn wieder zu sehen. Was wenn er mitbekommt wie nervös ich bin? Allerdings sind sicherlich alle Frauen in seiner nähe nervös und er ist es schon gewöhnt, denn er ist so makellos schön. Meine Gedanken drehten sich weiter als ich gegen drei Uhr nachts, dann doch endlich

einschlief. Mein Wecker riss mich mal wieder aus dem Schlaf. Heute hatte ich nur Nachmittags zwei Kurse und konnte den Morgen genießen. Doch wie kann man den Morgen genießen, wenn man vergessen hatte den Wecker auszustellen. Aber zu spät nun bin ich wach. Ich lag noch etwas im Bett und dachte gerade einmal an nichts. Ich rutschte aus dem Bett und ging ins Bad für meine morgendliche Routine. Heute Nacht habe ich nicht von ihm geträumt. Ich wusste nicht ob mich dies eher glücklich stimmte oder betrübte. Ich hätte ihn gern sehen wollen. In meinen Träumen kann ich ihm nahe sein, auch wenn es mich

total verwirrt. Was tu ich hier gerade wieder, ich wollte doch vermeiden an ihn zu denken. Ich machte mich weiter fertig und ging dann hinunter. Ich schrieb eine Einkaufsliste und machte mich auf den Weg in den Supermarkt. So früh am Morgen ist meist nicht viel los in der Stadt, darüber bin ich auch froh denn ich mochte keine großen Menschenmassen. Ich nahm mir einen Einkaufskorb und ging hinein. Ich lief die Gänge ab wie ich es immer tat, Müsli, Wurst und Brot landeten in meinem Einkaufskorb. Obst durfte ich nicht vergessen, denn am Morgen esse ich fast immer einen Apfel. Ich suchte mir noch verschiedene Standartsachen aus, wie Nudeln. Denn

daraus kann man immer etwas zu essen Zaubern. Ich bemerkte immer wieder wie alle Leute mich anstarren, doch es könnte auch sein, dass ich mir das ganze nur einbilde. Ich versuchte gekonnt und mit gesenktem Kopf den Blicken der anderen auszuweichen und meinen Einkauf zu erledigen. Ich fühlte mich so unwohl dabei. Ich bekam Panik und versuchte den Laden so schnell wie möglich zu verlassen. Ich schmiss alles in den Wagen was ich brauchte und verschwand zu den Kassen. Hastig packte ich meine Sachen ein und lief zum Ausgang und zum Auto. Ich setzte mich hinein und hielt meinen Einkauf in der Hand. In Sicherheit schloss ich die

Augen und atmete ein paar mal durch bis ich mich wieder beruhigte. Mein Herz schlug so schnell, es schmerzte regelrecht in meiner Brust. Ich legte meinen Einkauf vorsichtig auf den Beifahrersitz und schnallte ihn fest. Langsam fuhr ich nach Hause und verstaute das gekaufte daheim. Mit großen Schritten machte ich mich auf den Weg in mein Zimmer und verkroch mich unter meiner Bettdecke. Ich wusste nicht ob ich es jetzt noch einmal schaffte heute hinaus zu gehen. Aber ich wollte den, mir wichtigsten, Kurs nicht verpassen auch wenn es mir wahrscheinlich dort genauso schlecht ging wie gerade

eben. Noch eine weile blieb ich in meinem Bett liegen bevor ich es schaffte mich aufzuraffen. Ich machte mich auf den Weg. Bei der Uni angekommen hatte ich erst 3 Stunden lang Kunstgeschichte den ich hätte lieber nicht wählen sollen. Ich konnte rein gar nichts damit anfangen. Es könnte aber möglich sein, dass ich den Kurs eventuell noch einmal umschreiben kann. Immerhin ist es erst die erste Woche. Ich entschied mich nach dem Kurs noch einmal in die Verwaltung zugehen. Zu Kursende versuchte ich mit aller Kraft meine Augen offen zuhalten, doch der Kurs langweilte mich so sehr. Ich packte meine Sachen leise zusammen

und verließ den Kurs frühzeitig um nicht noch ganz einzuschlafen. Ich schlenderte nun durch die Flure der Universität bis zur Verwaltung um dort nachzufragen ob ich meinen Kurs doch noch ändern könnte. Ich klopfte an die Tür aber bekam keine Antwort. Vorsichtig öffnete ich die Tür und ging hinein. » Entschuldigen Sie bitte, aber ich wollte fragen ob ich einen Kurs wechsel könnte. Leider kann ich nichts mit diesem Kurs anfangen und er bringt mich in meinem Vorhaben auch nicht weiter « fragte ich die Sekretärin. Diese sah mich grimmig

an. » Also eigentlich können wir so etwas nicht gestatten, da die Kurse sowieso voll sind. Allerdings sind in einigen Abendkursen noch Plätze frei, da hätten sie Glück « atwortete sie mir. Ich überlegte einen kurzen Augenblick, aber Abends hab ich nie etwas vor. Daher sollte es mir nichts aus machen einen Abendkurs zu besuchen. Und so schnell wie möglich diesen anderen Kurs zu entkommen stand sowieso an erster Stelle. Die alte Frau reichte mir den Abendkurs Zettel hin und ich nahm ihn dankend

an. 'Ohje', dachte ich. So viele sinnlose Kurse.. Doch es gibt auch Klavierstunden. Wenn es nichts anderes gibt was mir gefällt trage ich mich eben dort ein. Über die Jahre bin ich bestimmt sowieso eingerostet und könnte ein wenig Auffrischung gebrauchen. Schnell trug ich mich ein und reichte die Liste der alten Sekretärin. Als ich zur Uhr sah, war es höchste Zeit um zum nächsten Kurs zugehen. Mit schnellem Schritt lief ich zum Hörsaal. Schon mehrere Meter davor merkte ich meinen Blutdruck

steigen. Ich nahm mir wieder ein Platz in der letzten Reihe in der Hoffnung, dass mich diesmal niemand bemerken würde. Vor allem nicht er. Ich legte mir Stift und Papier bereit. Genauer genommen legte ich mir seinen Stift bereit. Erst jetzt bemerkte ich, dass auf diesem seine Initialen in einer hübsch, geschwungenen Schrift eingraviert sind. » N.R. « flüsterte ich. Ich versuchte mich auf den Unterricht zu konzentrieren. Sein Blick ging, während er redete, durch die vollen Reihen. Allerdings blieb er bei mir immer stehen und sah mich an. Jeder einzelne Blick

den er mir zuwarf, brannte regelrecht auf meiner Haut und mit jedemBlick fühlte ich mich unbehaglicher dabei. Ich begann etwas zuschwitzen und dachte es würde immer heißer im Saal werden. Was richtete er nur mit mir an? Ich sollte mir schnellst Möglich andere Gedanken machen, dabei dachte ich nicht mal intensiv an ihn. Es reichte sein kurzer Blick um mich vollkommen einzunehmen. Ich schloss die Augen und versuchte tief durch zu atmen. » Miss Blake? Ist mit Ihnen alles in Ordnung? Sie wirken des heutigen Tages

etwas blass « fragte eine tiefe, weit entfernte Stimme. Erschrocken öffnete ich die Augen. Ängstlich schüttelte ich meinen Kopf, so das mir einige Haare ins Gesicht fielen. » Alles gut « brachte ich nur über meine Lippen. Und schon wieder starrten alle zu mir. Einen kurzen Moment ringe ich mit mir meiner Panik nachzugeben und abzuhauen, allerdings versäume ich dann den Kurs und das ist das letzte was ich will. Ich versuchte des weiteren nicht mehr aufzufallen. Und verhielt mich den

Rest des Kurses so ruhig wie möglich und schaute nicht mehr nach vorn. Doch seine Blicke bemerkte ich dennoch, auch wenn es nicht mehr so viele waren. Anscheinend versuchte er auch mir nicht mehr soviel Unbehagen zu bereiten. Langsam arrangierte ich mich mit ihm und dem Kurs und schaffte es sogar etwas mitzuschreiben. » Nun denn, an dieser Stelle fahre ich das nächste mal fort. Ihr könnt nun den Raum verlassen « erklang es von vorn und so schnell ich konnte packte ich meine Sachen um so schnell wie möglich aus dem Raum und von seiner Nähe wegzukommen. Auf dem Gang kollidierte

ich plötzlich mit jemanden. Ihre ganzen Sachen vielen herunter und ich hob sie mit auf. » Es tut mir leid, ich habe dich nicht gesehen ich war in Gedanken vertieft « sagte sie. » Mir tut es leid, denn ich habe dich nicht gesehen « antwortete ich. Ich sah sie an und gab ihr ihre Bücher zurück. Sie war sehr klein, kein wunder dass ich sie nicht gesehen hatte. Sie hatte kurze, blonde Haare mit zwei langenSträhnchen vorn. Und auf Ihrer Nase fand eine große, runde Brille

halt. » So süß.. « hauchte ich und bemerkte nicht das ich es über meine Lippen kommen lies. » Was? Meinst du mich? « fragte sie mich und kicherte. » Es tut mir leid, das ist mir so raus gerutscht « gab ich wieder. » Ich bin Eleny « sagte sie mit ihrer süßesn Stimme und hielt mir ihre Hand hin. » Vic...äm Victoria « sagte ich und

streckte zögerlich meine Hand aus. Ihre Hand war so viel kleiner als meine. Dabei bin ich gar nicht so groß. Ich hatte irgendwann aufgehört zu messen aber ich dachte ich müsste so 1.76m sein. Und sie? Sie war vielleicht gerade mal 1,50m. Ihr strahlendes Lächeln riss mich mit und ich begann auch zu lächeln. Ich frage mich wie lang es her ist, dass ich einfach so gelächelt habe. » Ähm ja ich glaub ich schulde dir jetzt was, da ich alle deine Sachen

runtergeschmissen habe « sagte ich zu ihr. » Ich merk's mir « sagte sie mir zwinkernd. » Ich würde noch echt gern mit dir hier stehen aber ich muss leider zum nächsten Kurs, vielleicht sehen wir uns ja bald wieder « verabschiedete sie sich und ging den Flur entlang zum Hörsaal. Sie war so schnell verschwunden, dass ich gar keine Möglichkeit hatte darauf zu antworten. Ich versuchte noch zu sehen wo sie hin ist, aber sie war einfach weg. So entschied ich zum Auto zu gehen. Es

ist schon 6 Uhr Abends und auf der Fahrt nach Hause überlegte ich noch einmal an der Lichtung zu halten um meinen Kopf frei zu bekommen. Da ich Morgen keine Kurse habe, konnte ich auch solang dort bleiben wie ich möchte. Nagut eher so lang bis ich im dunklen Wald Angst bekomme. Ich fuhr wieder das kleine Stückchen Weg bis hin zur Abzweigung. Langsam trampelte sich der unauffällige Weg nieder. Ich hatte etwas Angst, dass jemand anders meine schöne Stelle finden könnte. Wieder lief ich zu meinem Baumstamm, doch als ich diesmal um die Ecke bog sah ich, dass ich nicht allein

war.

Red sunset

Am nächsten Morgen erwachte ich aus einem sehr unangenehmen Schlaf, als ich merkte, dass ich auf dem Fußboden lag. Ich hatte mich zwar in die Decke eingewickelt wie ein Burito aber dennoch merkte man den harten Boden durch. Mit schmerzenden Gelenken stand ich auf und streckte mich. Das hilft wenigstens ein bisschen. Ich sah mich um doch ich war allein. Er hat mich allein gelassen. Hier allein im Wald. Ich sank auf den Baumstamm und starrte abwesend in die

Ferne. » Guten Morgen du Schlafmütze « hörte ich es weiter weg. Ich stand auf und rannte förmlich auf ihn zu. Ich versuchte Tränen zurück zuhalten. Mein Körper prallte an seinen und meine Hände landeten auf seiner Brust. » Ich dachte du hättest mich allein im Wald gelassen « wimmerte ich fast. Er legte seine Arme um mich. » Ich würde dich niemals Nachts allein

hier lassen « flüsterte er mir ins Haar. Ich realisierte was ich hier tat. Erschrocken schnellte ich einen Schritt nach hinten um mich von ihm zu entfernen. Ich räusperte mich und richtete meine Klamotten, als wenn nichts gewesen wäre und lief zurück um mich wieder auf den Baumstamm zu setzen. » Ich habe dir einen Kaffee mitgebracht und etwas zu essen. Ich wusste nicht was du magst, also hab ich irgendwas genommen. Es tut mir sehr leid wenn es dir nicht beliebt « sagte er

liebevoll. Ich nahm den Kaffee dankend an. Schon wieder quälten mich meine Gedanken. Wieso hab ich das gerade eben getan? Ich wollte ihm fern bleiben. Doch egal was ich tat, wir näherten uns an. » Willst du nichts Frühstücken? « fragte ich ihn. » Nein ich habe vorhin schon gegessen « antwortete er mir. Ich nippte von meinem Kaffee und sah

ihn an. Meine Gedanken drehten sich darum ob er Nachts auch geschlafen hat. Oder hat er mich bewacht? Hat er mich wo möglich beobachtet, aber wenn er die ganze Nacht auf gewesen ist, dann müsste er doch müde sein. Doch er sieht genau so frisch aus wie immer. Sollte ich ihn Fragen oder will ich es lieber nicht wissen? » Nicolae? « rollte es über meine Lippen. Er sah mich fragend an und runzelte dabei etwas seine

Stirn. » Ich..I-Ich sollte mich langsam auf den Weg nach Hause machen « entschied ich mich. » Kein Problem, vielleicht sehen wir uns hier irgendwann wieder « sagte er mir mit einem Lächeln. Ich lächelte zurück und nahm meine Decke und verschwand zu meinem Auto. Ich konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen. Es war so surreal und diesmal kein Traum. Daheim setzte ich mich an mein Klavier. Ich wollte vorbereitet sein für den

Abendkurs am Samstag. Ich zögerte einen Moment als ich dann doch die Tasten berührte. Ich sah auf den Platz hinter mir auf dem mein Vater immer gesessen hat wann immer ich spielte. » Für dich « sprach ich dem leeren Platz zu und begann zu spielen. Ich spiele eine Melodie nach der nächsten als hätte ich nie aufgehört. Eigentlich bräuchte ich die Klavierstunden gar nicht. Aber vielleicht bringt es mir ja doch einen Vorteil. Ich spielte noch eine Weile weiter. Als ich aufstand um mir etwas zum essen zu machen sah ich das Notenblatt auf dem

Piano liegen. Ich spielte sie erneut. So wunderschön und voller Leidenschaft. Sie sang mir ein Lied von alt und neu. Als ich den letzten Ton gespielt hatte stand ich voller Eifer auf. Ich fühlte mich gut, sogar sehr gut. Und ich fühlte mich etwas mehr lebendig. Ich bin erstaunt was diese Melodie in mir auslöst. Ich ging die Treppe hinunter um mir mein Abendbrot zu machen. Draußen ist es bereit dunkel geworden. Ich fragte mich was er jetzt wohl macht. Ich lächelte. Nein, was mach ich da schon wieder. Ich sollte mich wirklich weniger auf ihn konzentrieren. Ich versuchte ihn aus meinen Gedanken zu schütteln, doch gestern Abend war unbeschreiblich. Ich

habe noch nie so viel und intensiv mit jemanden geredet. Dass ich keine Freunde habe, war noch nie ein Problem für mich. Ich war sogar gern allein doch mit ihm war es anders. Ich fühlte mich, von seinen Worten umgeben, wie zuhause. Ich fühlte mich angekommen. Ich sollte mich dennoch von ihm fernhalten, denn wenn sich mein Traum bewahrheitet, geht es für uns beide nicht gut aus. Aber wie soll ich ihm und seiner Anziehungskraft, die er ausstrahlt, entkommen? Während ich mit meinen Gefühlen

kämpfte bemerkte ich nicht wie mein Essen über kochte. Panisch zog ich den Topf mit der überkochenden Milch vom Herd. Ein Glück hab ich mich dabei nicht verbrannt. Meine Gedanken waren wie weggeblasen und ich machte mein essen fertig und danach alles sauber. Erschöpft, von den vielen Gefühlen am Abend, legte ich mich ins Bett und schlief sofort ein. Den nächsten Morgen wachte ich vor meinem Wecker auf. Seltsam das kam noch nie vor, weil ich der größte Morgenmuffel bin. Der Schlaf war sehr erholend und ich sprang aus dem Bett und ging ins

Badezimmer. Wo hatte ich diese Energie mit ein mal her? Ich machte mich fertig. Nach dem ich den letzten Strich meines Eyeliners gezogen hatte suchte ich mir ein Outfit heraus. Heute mal einen schwarzen Faltenrock mit Netzstrumpfhose, dazu ein Bandshirt und ein paar Accessoires. Natürlich mit meinen schwarzen Boots, denn ich besaß gar keine anderen Schuhe. Ich machte mir eine Schüssel Müsli und schlürfte diese schnell in mich hinein. Ich nahm meine Tasche, eine Jacke und meine Schlüssel und ging zum

Auto. Der erste Kurs war heute Satzlehre und Gehörbildung um die Grundlagen der Harmonik zu lernen. Vor dem Gebäude traf ich auf Eleny und wir lächelten uns zu. Im Hörsaal bemerkte ich, dass sie im gleichen Kurs ist. Sie sah mich und setzte sich gleich zu mir. Ich war total perplex, da ich sonst immer allein war. Während der Vorlesung schob sie mir einen kleinen Zettel rüber. 'Hast du lust morgen etwas zu unternehmen?', stand darauf. Ich freute mich sehr darüber. Schließt man so etwas Freundschaften?

Fragt man einfach jemanden ob man was unternehmen möchte? Ich hatte mich mit so etwas noch nie auseinander gesetzt. Ich schrieb ihr meine Handynummer drunter und zeichnete einen Daumen-nach-oben-Smiley. Sie nahm das Blatt und grinste. Sie kritzelte wie wild auf dem Blatt herum und schob es wieder zurück. Sie hatte eine klein, dicke, grinsende Robbe gezeichnet. Diese Schnitt ich aus und klebte sie mir in mein Heft. Sie sah heute wieder sehr süß aus, wie das letzte mal nur das sie einen viel zu großen, grauen Cardigan an hatte der ihr immer über ihre Arme rutschte. Sie war den

ganzen Kurs über sehr Konzentriert und schrieb wirklich jedes kleine Detail mit. Ich war beeindruckt, denn ich hatte nichtmal ganze fünf Sätze auf meinem Blatt stehen. Vielleicht leiht sie mir ja ihre Mitschriften. Aber wie ich mich kenne, werde ich diese wahrscheinlich gar nicht benötigen. Zum Kursende verabschiedete sie sich, denn sie hatte einen anderen Kurs. Als ich auf den Flur ging bekam ich auch schon eine Nachricht von ihr. 'Morgen um 11 zum Brunchen im Cafe Morningschein', okay das erste mal das ich Brunchen gehe, ich wusste nicht genau was das ist und musste erst einmal

recherchieren. 'Klar', antwortete ich ihr. Vielleicht sollte ich mehr reden? Naja das klärt sich morgen. Ich ging zum nächsten Kurs und zählte die Stunden um endlich wieder nach Hause fahren zu können. Ich lief rasch zu meinem Auto und fuhr los. Auf der Fahrt überlegte ich wieder zu meinem Platz zu gehen. Nagut es war jetzt ja nicht mehr nur mein Platz. Unser Platz traf es besser. Ob er wohl wieder da sein

würde? Ich musste es wissen und bog in den Wald ab. Zögerlich lief ich den Weg entlang. Überlegte auch einen Augenblick wieder umzukehren, denn was mach ich wenn er wieder da ist. 'Huhu, ich bin's. Die, die nicht mehr von dir los kommt..', sagte ich in meinen Gedanken. Doch als ich ankam war ich allein. Wie immer. Sollte ich noch kurz da

bleiben? Ich beschloss doch etwas zu bleiben. Doch ich setzte mich nicht auf den Stamm sondern direkt in die Wiese. Die Grashalme standen so hoch, dass ich komplett darin verschwand. Ich setzte mich im Schneidersitz und schloss die Augen. Ich lauschte dem Wind, der in den Blättern der Bäume raschelte. Ich hörte Kaninchen die in der Wiese umher sprangen. Zwitschernde Vögel die mit sausenden Geräuschen über mich hinweg flogen. Ich hörte....Schritte. Mein Herz begann wild zuschlagen. Eigentlich konnte er mich nicht sehen,

dachte ich. Doch er kam näher und stand dann direkt hinter mir. Ich sah auf und er zu mir hinab. Wortlos setzte er sich neben mich. Er hat sich hingesetzt wie ich im Schneidersitz. Er sah mich kurz an und lächelte, schloss die Augen und genoss die Natur. Ich sah ihn noch für einen Augenblick verwundert an. Dann entwich mir wieder ein sachtes lächeln und ich schloss die Augen ebenfalls. Eine Weile saßen wir einfach nur da und zwischen uns war nichts als Stille. Kurz dachte ich darüber nach wie er wissen konnte, dass ich hier bin. Hier im hohem Gras. Hat er mich doch

gesehen? Plötzlich unterbrach er die Stille. » Ich habe insgeheim gehofft du kommst her « sagte er mit noch immer geschlossenen Augen. Ich sah zu ihm. Seine Haare wehten leicht im Wind und ihm ins Gesicht. Sein Gesicht...so makellos. Seine Haar sah seidig glatt aus. Mit meinen Augen fuhr ich die Kontur seiner Nase ab. Die tief stehende Sonne begünstigte dazu sein immer gutes Aussehen. Ich sagte nichts, denn ich wusste nicht was ich darauf sagen sollte. Soll ich ihm sagen, dass ich

es genauso gehofft hatte ihn wieder zu sehen. Allein. Ich hielt mein Mund so ist es besser. Ich beobachtete ihn weiter. Er atmete tief ein und meine Augen wanderten zu seinem Brustkorb. Durch das einatmen hob sich sein Brustkorb anmutig und durch sein Hemd konnte man seine Muskeln erahnen. Langsam drehte er sich zu mir und öffnete dabei die Augen. » Ich glaube ich könnte den ganzen Tag versuchen, eins mit der Natur zu werden. Ich liebe den kühlen Abendduft der

langsam hervorkommt wenn die Sonne sich senkt. Das schönste ist das Abendrot anzusehen. Aber dafür müssten wir uns bald in die andere Richtung drehen « sagte er. Ich merkte wie die Sonne immer weniger wurde und es gleich so weit sein würde, wenn das Abendrot den Himmel erstreckte. Ich nickte unauffällig, doch er bekam es mit. Er stand auf und hielt mir seine Hand hin um mir aufzuhelfen. Ich verharrte einen Augenblick, aber griff tatsächlich dann doch nach seine Hand. Er hatte einen starken Griff, genau wie in meinem Traum. Er zog mich mit Leichtigkeit nach oben. Etwas zu rasch

für meinen Geschmack, denn ich fand keinen halt und fiel gegen ihn. Behutsam fing er mich mit seiner Brust und seinem anderen Arm auf. » Oh, manchmal hab ich doch einen etwas stärkeren Zug « sagte er mir schmunzelnd. Schnell drückte ich mich von ihm ab. Ich wollte nicht das so viel Nähe zwischen uns entstand. Ich sah zur der untergehenden Sonne hinauf. Doch sein Blick verharrte auf mir. Ich sah ihn nicht an aber ich merkte es. Er atmete leise seufzend

aus. » Ich muss leider wieder los, es tut mir leid wenn ich dich etwas bedrängt habe mit mir zu plaudern « richtete er sich an mich. » Nein alles gut. Es war sehr schön... und erholsam « sagte ich zu ihm. Ich musste schließlich auch los. » Bis bald « verabschiedete er sich. » Bis bald « flüsterte ich ihm hinterher als er sich schon in die entgegen gesetzte Richtung auf

machte. Ich lief wieder zum Auto. Was war das gerade eben? Sucht er meine Nähe? Ich sollte womöglich nicht mehr hier her kommen. Ich machte mich auf den Heimweg. Daheim räumte ich erst einmal etwas auf um auf andere Gedanken zu kommen. Mein Zimmer sah aus wie das reinste Chaos und von der Küche fang ich gar nicht erst an. Als ich einige alte Sachen von mir, die ich beim aufräumen gefunden hatte, in den Keller brachte

fand ich versteckt hinten im Regal ein altes Video. Ich nahm es mit nach oben und sah es mir an. Es war mein 7. Geburtstag. Schon damals kam niemand vorbei für den Kindergeburtstag. Aber wir hatten uns. Meine Mutter filmte wahrscheinlich und mein Vater brachte mir gerade die große Geburtstagstorte herein und sang. Als ich das sah konnte ich mir meine Tränen nicht zurück halten. Ich sah mir das Video immer und immer wieder an. Es gab nicht viele Videos mit meinem Vater, denn sonst hatte er immer gefilmt. Meine Augen waren irgendwann so geschwollen vom Weinen, dass ich sie kaum noch offen halten konnte und schlief während des

letzten Durchlaufes ein.

Piano in the moonlight

Als ich aufwachte lief der Fernseher noch immer. Ich konnte kaum meine Augen öffnen, so sehr taten sie weh. Ich griff nach der Fernbedienung und schaltete den Fernseher ab. Danach lies ich mich zurück aufs Sofa fallen. Mein Arm baumelte herunter und ich sah mit einem Auge auf die Uhr. » Oh shit schon so spät « sagte ich zu mir selbst. Ich sprang auf und rannte ins Bad um mich fertig zumachen. Ich schmierte mir etwas Make-up unter die Augen, damit

ich nicht ganz so sehr wie ein Zombie aussah. Etwas Maskara auf die Wimpern und etwas Rough damit ich nicht so tot aussehe. Eilig lief ich zum Kleiderschrank und schmiss einige Klamotten hinter mich bis ich die Sachen gefunden habe die ich gesucht habe. Hastig zog ich sie an und natürlich meine Boots dazu. Ich schnappte mir meine Tasche und fuhr schnell in die Stadt wo wahrscheinlich Eleny auf mich wartete. Ich suchte verzweifelt einen Parkplatz der wenigstens in der Nähe des Cafés war. Ich war etwas spät als ich am Café endlich ankam. Ich verfehlte fast die Tür. Als ich rein kam saß sie schon dort und sah mich

an. » Hey « sagte sie mit ihrer süßen Stimme. » Hey, tut mir leid, dass ich zu spät bin ich..« fing ich den Satz an, aber sie unterbrach mich. » Alles gut, nicht schlimm. Setz dich ich hab uns schon etwas zu trinken bestellt. Ich hoffe du magst einen Kaffee? « sagte sie höflich. » Kaffee ist genau das was ich jetzt brauche « sagte

ich. Die Kellnerin brachte uns den Kaffee und übergab uns die Speisekarte. Ich wählte ein paar Croissants und einen kleinen Salat dazu. Eleny sah mich lächelnd an und bestellte das gleiche. Kurz herrschte das Schweigen zwischen uns doch plötzlich sagte sie: » Ich freue mich, dass du gekommen bist « Ich wollte etwas sagen, doch ich wusste nicht was. » Ich hatte noch nie Freunde, es tut mir

leid wenn ich manchmal etwas komisch reagiere. Ich denke das solltest du wissen « entgegnete ich ihr. » Das ist mir egal, ich wäre gern mit dir befreundet. Ich hab auch nicht viele Freunde, weist du « sagte sie. Wir plauderten ein bisschen über heute und morgen und lernten uns etwas kennen bis die Kellnerin unser Essen brachte. Nach dem Essen blieben wir noch eine Weile sitzen und unterhielten uns weiter. Sie erzählte mir, dass sie oft die Schule wechselte da ihre Eltern viel in verschiedenen Ländern tätig waren. Das erklärte warum sie nicht viele

Freunde hatte. Doch da sie jetzt studiert und allein wohnt, bleibt sie dem entsprechend an einem Ort. Ich fragte sie ob wir bezahlen wollen und noch etwas spazieren gehen. Sie bejahte und wir fuhren in ein kleines Waldstück in der nähe. Ich wollte sie nicht mit auf die Lichtung nehmen. Also eigentlich schon, doch ich wusste nicht ob er eventuell da ist. Wir gingen den Weg entlang und sprachen über Mädchen Sachen. Es fühlte sich total komisch an. Ich hatte noch nie über so etwas geredet. Wir lachten und ich erkannte mich selbst nicht wieder. Als sie aber nach meiner Familie fragte, blieb ich stehen. Sie drehte sich zu mir und sah mich an. Ich denke sie konnte

sehen wie sich kleine Tränen in meinen Augen bildeten. » Entschuldige, ich wollte dir nicht zu nahe treten « bat sie um Entschuldigung. » Nein, alles in Ordnung « erwiderte ich. Ich lief weiter und so tat sie es auch. Ich erzählte ihr von meinem Vater und was meine Mutter darauf hin tat. Sie war sichtlich geschockt und wusste nicht mehr was sie sagen sollte. Also liefen wir ein ganzes Stück still nebenher. » Es tut mir leid, ich wusste nicht.. « fing sie an doch ich unterbrach

sie. » Mir macht es nichts aus, allein zu sein « sah ich sie lächelnd an. » Jetzt bist du nicht mehr allein. Du kannst mich immer anrufen, wenn dich was bedrückt « sagte sie freudestrahlend und umarmte mich. Ich fühlte mich etwas beklemmt und wusste nicht ganz wie ich mit dieser Situation umgehen sollte. Doch sie erwärmte mein Herz und ich schloss sie auch in die Arme. Es fühlt sich gut an eine Freundin zuhaben. Als wir wieder an den Autos ankamen, verabschiedeten

wir uns. Ich fuhr kurz nach Hause, weil ich mich umziehen wollte. Ich wühlte meinen Kleiderschrank durch bis ich es fand. Das Kleid aus meinem Traum. Ich hatte es schon sehr lang nicht mehr getragen. Ich versuchte alles genau wie im Traum zu machen. Ich bin mir zwar nicht sicher ob es der heutige Tag sein wird aber insgeheim hoffte ich es. Ich hoffte darauf ihn dort zu sehen. Möglicherweise ist er sogar der Klavierlehrer. Aber wenn er der Lehrer ist, weiß ich nicht wie lang ich es aushalten werden, diesen Kurs überhaupt zu besuchen. Ich machte mich noch etwas zurecht und steckte mir meine Haare hoch. Ich hatte meine Haare schon lang

nicht mehr nach oben gebunden. Doch wenn ich Klavier spiele stören sie etwas wenn sie mir immer ins Gesicht fallen. Deshalb hielt ich das für eine gute Idee. Ich trug noch etwas Parfüm auf, für den Fall das ich doch etwas stinke, da ich heute früh ja nicht duschen konnte. Und nun ging ich auch schon wieder los. Das Gebäude ist nicht weit von meiner Wohnung entfernt in dem der Abendkurs statt finden sollte, also beschloss ich zu Fuß zugehen. Der Abend war immer so friedlich. Die Luft war schwer, weil es kurz geregnet hatte als ich zuhause war. Ich lief die Straße langsam entlang, denn ich hatte noch etwas Zeit. Nur wenig Menschen kam mir entgegen. Sie kamen

wahrscheinlich gerade aus dem Kino um die Ecke. Ich sah das große Haus schon von weitem und genau dort musste ich hin. Als ich ankam beschloss ich auch gleich hinein zu gehen. Das Licht war eher sporadisch an. Nur ein paar kleine Lampen in den Fluren leuchteten. Ich lief den Gang entlang und suchte den Raum den ich auf dem Zettel stehen hatte. Ich kam vor einer großen Doppeltür an. Ich streckte meinen Arm zum Türgriff und machte eine der großen Türen auf. Plötzlich gingen alle Lichter aus. Ein Stromausfall wie seltsam? So was passierte sehr selten hier. Ich

ging einen Schritt in den Raum hinein, doch der Raum war in voller Dunkelheit gehüllt. Nur ein kleines Fenster lies den Mondschein hinein. Ich sah dem Licht nach und merkte, dass er den Flügel mitten im Raum erleuchtete. Als hätte ich ein Déjà-vu, doch dann schoss es mir wie ein Blitz vor die Augen. 'Mein Traum', flüsterte ich vor mir hin während ich langsamen Schrittes auf das Klavier zuging. Ich ging drum herum und strich mit meinen Fingern über den Lack. Ich sah mich um, genau wie in meinem Traum und setzte mich zum Klavier. Vorsichtig berührte ich die Tasten und setzte mich auf die Bank. Ich schloss

meine Augen und spielte die Melodie. Die Melodie, die ich auch im Traum gespielt habe. Alles spielt sich genau so ab, außer das ich den Traum abgebrochen hatte und nicht weiß was passiert. Ich spielte mit so viel Gefühl und Leidenschaft, dass ich gar nicht bemerkte wie er sich hinter mich stellte. Ich spürte plötzlich seine Kälte neben mir und langsam strich seine Hand über meine Schulter. Ich hörte auf zu spielen und neigte meinen Kopf langsam zu ihm. Diesmal bekam ich keinen Schreck. » Ich wusste nicht, dass du so gut bist. Wollen wirzusammen spielen? « fragte er mich mit sanfter

Stimme. Ich nickte leicht und er setzte sich neben mich. Elegant glitten meine Hände über die Tasten. Er stimmte mit den richtigen Tönen ein und zusammen ergaben wir eine Symphonie der Gefühle. Dem Musikstück fehlte immer das gewisse Etwas und nun wusste ich was es war. Oder besser gesagt wer es war. Wir zusammen ergeben eine Einheit. Ich sah zu ihm und spielte die Töne auch ohne auf die Tasten zu sehen. Das Licht war schwach aber ich konnte mich nicht von ihm abwenden. Der Schein des Mondes streichelte sein Gesicht und sein Haar. Unsere Hände berührten sich leicht und

seine Finger strichen über meine. Es war ein unbeschreibliches Gefühl in diesem Moment und ich grinste vor mich hin. Er sah zu mir und mein Blick kreuzte ebenfalls seinen. Uns umgab nicht viel Licht aber seine bernsteinfarbenen Augen glänzten im Mondschein. Seine Berührung erfüllten mich und machten mich Glücklich. Langsam schlingen sich seine Finger um meine linke Hand. Mit meiner rechten spielte ich die letzten Töne. Ich atmete schwer denn es war anstrengend. Ich bemerkte wie sich unsere Körper immer mehr näherten und langsam konnte ich seinen Atem auf meinem Gesicht spüren. Unsere Lippen trennten nur noch wenige Millimeter von

einander. Mein Herz raste und mein Verstand riet mir von dieser Sache ab. Kurz bevor sich unsere Lippen berührten ging das Licht plözlich wieder an und wir trennten uns schreckhaft von einander. Wir merkten das es diese Nähe nicht hätte geben sollen. Wir sahen von einander weg. Seine Berührung wurde schwächer bis er schließlich meine Hand endgültig los lies. Er setzte an und wollte etwas sagen doch nur stille verließ seine Lippen. Sein Blick zeigte mir eine gewisse Traurigkeit, ehe er sich umdrehte und stürmisch den Raum verließ. Ich saß nun da und realisierte was gerade passierte. Ich merkte wie eine Träne meine Wange herunter lief,

doch eigentlich war mir gar nicht nach Weinen. Doch mein inneres schluchzte nach meinem Verlangen nach ihm. Unser beider verstand hat Alarm geschlagen. » Nicht noch einmal « ermahnte ich mich selbst. 'Du kannst dich nicht wieder daraufeinlassen und anscheinend ringt er auch mit selbst', redeten mir meine Gedanken zu. Ich klappte den Tastenschutz des Klaviers runter und verließ ebenfalls das Gebäude. Meine Gefühle waren mal wieder durcheinander. Wie kann man in

einem Moment so glücklich sein und doch wieder so tief fallen. Ich lief nach Hause und der Weg kam mir endlos vor. Meine Gedanken galten nur ihm. Wir bildeten eine Einheit, zusammen ergaben wir die Symphonie der Leidenschaft. Ich wusste nicht weiter und mit meinen Gefühlen wohin. Ich merkte plötzlich wie ich doch den Tränen nahe war und schloss die Augen. Ich blieb für einen Moment stehen und dann fing es an mit Regnen. Ich musste noch eine viertel Stunde laufen bis ich daheim ankomme. Der Regen kühlte meine Gedanken ab. Als ich ankam, war ich komplett nass bis auf die Haut. Ich fror ein wenig und hoffte nicht Krank zu werden. Ich sprang

schnell unter die Dusche und zog mir wärmere Sachen an. Ich fragte mich ob ich ihm nach dieser Nacht noch unter die Augen treten kann. Ich hoffte sehr, dass es jetzt nicht komisch zwischen uns wird. Vorallem in den Vorlesungen. Ich legte mich ins Bett und versuchte zuschlafen, doch die Nacht war eher die Hölle für mich. Ich konnte nicht aufhören daran zu denken. Seine nähe gab mir so viel Kraft die ich nie hätte ausmalen können. Ich muss mit ihm reden. Das setzte ich mir als Ziel bevor mich meiner Müdigkeit doch zwang endlich zu schlafen. Den nächsten Morgen verkraftete ich nur

schwer. Ich stand in etwa gegen Mittag auf doch nach essen zumute war mir nicht. Ich musste hier raus. Ich musste zur Lichtung fahren. Langsam machte ich mich fertig denn in dieser Nacht hatte ich wenig Kraft geschöpft. Ich fuhr los und kam bei der Lichtung an. Ich lief schnell zu unserem Platz. Doch es war niemand da. Ich war allein, wie immer. Ich lies mich auf den Baumstamm sinken und blieb noch eine Weile sitzen und wartete. Doch vergebens, denn er kam nicht. Langsamen Schrittes lief ich wieder zum Auto zurück. Es umhüllte mich eine unendliche Traurigkeit, denn ich hatte seinen Blick nicht vergessen bevor er den Raum verließ. Ich fuhr

wieder zurück zum Haus. Ich fühle mich so schwer und verloren. Ich wusste nicht ob ich Eleny anrufen sollte, doch im Prinzip konnte sie mir auch nicht Helfen. Ich konnte ihr nicht erzählen was passiert ist. Ich entschied, ich für die nächsten Tage krank zu melden. Ich kam nicht aus dem Bett und fiel wieder in mein altes Muster zurück. Eleny versuchte mich zu erreichen doch ich schaltete irgendwann das Handy aus. Ich konnte einfach nicht. Ich aß und tat nicht wirklich viel inden letzten Tagen. Als es an der Tür klingelte riss es mich ausmeinem Delirium. Ich schlürfte zur Tür und öffnete sie einen winzigen Spalt. Eleny stand davor und hatte einen

besorgten Blick. Hat sie so lang an allen Häusern geklingelt bis sie zu meinem kam? Oder wie hat sie heraus gefunden wo ich wohne? » Ich mache mir Sorgen um dich. Geht es dir gut ? Du antwortest nicht auf meine Anrufe oder Nachrichten! « sagte sie mit sorgenvoller Stimme. » Ich.. « fing ich an aber wusste nicht genau was ich sagen soll. » Brauchst du mich? « fragte sie

mich. Gefühlte Minuten wusste ich nicht, was ich antworten sollte. » Ja « flüsterte ich und bat sie hinein. Sie fiel mir um den Hals und meine Stimmung verbesserte sich schlagartig als ich ihre Wärme spürte. » Du hättest mich anrufen sollen.. « nuschelte sie in meine Schulter hinein. » Ich wollte dir nicht zur Last fallen « flüsterte ich in ihr Haar

hinein. Wir redeten ein paar Stunden und ich war froh, dass sie da war. Ich war mir nicht sicher ob ich ihr die Sache mit Nicolae erzählen konnte, dafür kannte ich sie zu wenig. Ich versuchte so grob wie möglich drum herum zu reden um nicht das genaue Thema anzusprechen. Aber dennoch half sie mir auch wenn es mein Problem nicht lösen konnte. Sie konnte mich überzeugen morgen wieder in die Uni zu gehen. Auch wenn sie mir nicht den ganzen Tag zur Verfügung stehen könnte. Ich war erst nicht ganz von der Idee überzeugt aber stimmte dann zu. Eleny blieb bis zum Abend bei mir. Sie

fragte auch ob sie bleiben soll, aber ich schickte sie nach Hause. Ich versuchte zu schlafen, doch ich konnte nicht. Geisterhaft stand ich auf und ging zu meinem Klavier. Ich spielte etwas und ließ so meine Gefühle wieder aufflammen. Hoffentlich gibt es morgen kein Desaster. Ich fühlte mich etwas besser durch die Musik und legte mich wieder schlafen. Ich träumte wieder.

Despair & Hope

Um mich herum wurde es Hell und ich stand auf der Lichtung. In der Ferne konnte ich seine Umrisse erkennen und dass er auf mich wartete. Sein offenes Haar wehte im Wind und er streckte mir seine Hand entgegen. Ich lief auf ihn zu und erreichte sie. Sein Griff war Sanft und Fest zugleich. Er zog mich zu sich heran und atmete tief ein und gab mir schließlich einen Kuss auf meinen Kopf. Er strich über mein Haar und drückte sich etwas von meiner Umklammerung weg, sodass er mich ansehen konnte. Mit zwei Fingern erhob er mein Kinn und sagte mir so, dass ich ihn auch ansehen

solle. Er fing an leicht zu lächeln und ich lächelte gleich mit. Er strich mit seiner Hand über meine Wange und drückte seine Lippen auf meine. Feuer tanzte in meinem Körper und ich wusste nicht wie mir geschieht. Mir wurde heiß und kalt auf einmal. Seine kräftige Hand legte er in meinen Nacken und presste mich fester gegen seine Lippen. Sein Kuss war gierig und voller Sehnsucht. Er lies von mir ab und sah mich an. Seine Augen funkelten regelrecht und gaben mir die Bestätigung die ich lang gesucht habe. Ich war glücklich. Wir legten uns ins Gras und sahen zum Himmel. Ich hörte nichts aber wir erzählten uns gegenseitig Dinge und

lachten viel. Ich drehte mich zu ihm und er sich zu mir. Er stütze sich auf seinen Ellenbogen auf und sah mich an. Seine Finger strichen sanft über mein Gesicht und ich schloss die Augen. Als ich sie öffnete lag ich wieder in meinem Zimmer. Ich drehte mich wieder auf den Rücken und seufzte leise. Ich sah hinüber zur Uhr. Zwei Stunden hatte ich ungefähr geschlafen. 'Das ist nicht viel', dachte ich mir und stand auf. Nachher soll ich wieder in die Uni gehen. Ich stand zwischen der

Entscheidung mich aufzutakeln oder doch lieber im Unscheinbaren zu bleiben. Aber wozu noch mehr Aufmerksamkeit erregen also entschied ich mich für wenig Schminke, T-shirt, Hose und ein Karo-Hemd darüber. Ich lief wieder einmal die Treppen herunter. Mich verließ der Mut wieder unter Menschen zu gehen nachdem ich jetzt über eine Woche daheim war. Ich nahm mir eine Schüssel und Cornflakes aus dem Schrank und aß diese zum Frühstück. Eher zwang ich mich etwas zu essen, denn mir war schon ganz schlecht. Als ich die Schüssel weggeräumt hatte machte ich mich schon auf den Weg. Ich beschloss eine andere Strecke zu fahren

um nicht in die Versuchung zu kommen auf die Lichtung zu fahren. Also umfuhr ich den Weg großflächig um zur Uni zu kommen. Auf dem Parkplatz wartete auch schon Eleny auf mich, die mit mir nun den selben Kurs hatte. Wir begrüßten uns mit einer Umarmung und gingen gemeinsam in das Gebäude hinein. Sie gab mir den Mut zurück den ich vorhin verloren hatte. Wir setzten uns Mittig in den Saal. Das machte mir zwar etwas Unbehagen aber da ich Eleny an meiner Seite hatte war es okay für mich. Der Kurs ging nur schleppend voran. Und viel schrieb ich mir auch nicht auf. Eleny hatte versprochen mir später ihre Mitschriftenzu geben. Diese könnten mir

sehr nützlich sein für die Prüfung. Im geheimen war ich aber ganz froh das dieser Kurs so viel Zeit in Anspruch nahm, denn im nächsten Kurs begegnete ich ihm wieder. Ich versuchte mir nicht so viele Gedanken darüber zu machen und mich auf den Kurs zu konzentrieren. Doch auch dachte ich an den Traum letzte Nacht. Anscheinend sind meine Träume Visionen von späteren Ereignissen. Doch ich wusste nicht ob ich die Situationen beeinflussen kann oder ob sie sich jedes mal so abspielen. Aber wenn es so ist, dann hab ich nichts zu befürchten. Denn irgendwann werden wir zueinander finden. Diese Eingebung lies mich aufleben. Ich war bereit wieder

in seinen Kurs zu gehen und ihm wieder zu begegnen. Und schon war der Kurs auch schon vorbei und alle strömten nach draußen wie eine Herde Schafe. Ich packte meine Sachen ein und verließ mit Eleny als letztes den Raum. » Wollen wir uns später treffen? « fragte sie mich, doch ich wusste es noch nicht. » Ich kann es noch nicht sagen, aber ich schreibe dir falls wir uns sehen können « antwortete ich ihr. Sie drückte zum Abschied meine Hand, was ich wirklich niedlich fand. Ich wandelte geistesabwesend den Flur

entlang zum Hörsaal. Ich wusste nicht ob er mich wieder erwartete oder ob es ihn überraschte mich überhaupt noch hier zu sehen. Ich hatte ihm schließlich erzählt was an der anderen Uni vorgefallen ist. Vielleicht denkt er auch, dass ich gegangen bin. Mit einem Mal riss es mich zu Boden. Ich stolperte die Treppenstufe hinauf. » Moment ich helfe Ihnen auf, Miss « sagte eine Stimme. Doch es war nicht irgendeine Stimme sondern die von Nicolae. Ich blickte zu ihm auf und als er bemerkte, dass ich es war konnte ich in seinem Blick erkennen

wie aufgewühlt seine Gefühle sind. Sein Blick wandte sich von mir ab und er räusperte sich. Er half mir dennoch hoch und machte einen schnellen Abgang in Richtung Hörsaal. Ich ging ebenfalls hinein und suchte mir einen Platz. Den ganzen Kurs über war er unkonzentriert und sah immer wieder zu mir. Es war mir so unangenehm und ich beschloss seinen Kurs zu verlassen. Als der Kurs dem ende nahte packte ich meine Sachen ein und machte mich aufden Weg nach unten. Alle andern verließen schon den Saal und Nicolae brach auch sehr schnell auf, doch ich stellte mich ihm in den Weg. » Es ist uns beiden sichtlich unangenehm

in der Nähe des anderen zu sein, deswegen verlasse ich Ihren Kurs « sagte ich. Er unterbrach mich. » Nein, ich versuche meine Gedanken zusammen zu nehmen.. « sagte er und sah mich dabei nicht einmal an. Nachdem er das gesagt hat drückte er mich leicht zur Seite und ging die Treppen nach oben und verschwand. Ich ging zu meinem Auto und fuhr nach Hause. Ich wollte allein sein und schrieb Eleny das ich keine Lust hatte mich mit jemanden zu treffen. Die nächsten Tage

vergingen schleppend. Jedes mal in seinem Kurs beachtete er mich nicht. Er sah nicht zu mir und ich vermied es auch ihn anzusehen. Ich fuhr auch nicht auf die Lichtung. Ich konnte nicht. Ich hatte Angst ihm zu begegnen und alles noch schlimmer zu machen als es sowieso schon ist. Den Abendkurs besuchte ich ebenfalls nicht.

Solved secret #1

Tage und Wochen vergingen. Wir gingen uns konsequent aus dem Weg. Wir sahen uns nicht an und sprachen nicht mit einander. Wir trafen uns nicht zufällig auf der Lichtung, denn ich war schon lang nicht mehr dort. Ich war wütend. Wütend darüber, weil wir nicht einmal darüber gesprochen haben was zwischen uns passiert ist. Ich überlegte schon eine Weile ob ich mit ihm reden sollte. Nicht nur über uns, sondern auch über meine Visionen. Ich habe darüber noch nicht einmal mit Eleny gesprochen mit der ich mich jetzt regelmäßig traf. Wenn wir uns nicht in der Uni sahen, kam sie meist bei

mir vorbei. Manchmal verabredeten wir uns auch in einem Kaffee oder Abends in einer Bar. Ich war froh in dieser Situation doch jemanden an meiner Seite zu wissen. Auch wenn sie nicht von meinen wirklichen Geheimnissen weiß, so half sie mir doch wo es ging. Immer wenn wir gemeinsam Abends etwas trinken waren versuchte sie mich mit irgendjemanden zu verkuppeln, der gerade zufälligerweise auch in der Bar saß. Aber mehr als ein paar nette Worte wechselte ich nie mit meinem Gegenüber. Niemand von ihnen konnte das Gefühl in mir hervorbringen, dass er tat. Jedesmal war Eleny enttäuscht aber sie versuchte es immer wieder. Bis ich ihr sagen

musste, dass es doch erstmal reicht. Dennoch gingen wir weiter aus und hatten Spaß. Wir gingen zusammen tanzen, auch wenn in den Diskotheken nicht meine Musik gespielt wird, aber es machte sie fröhlich. Und wenn sie fröhlich war, war ich es auch denn ihre positive Ausstrahlung steckte einfach an. Eines Abends verabredeten wir uns bei mir. Wir machten uns einen schönen Abend, zogen uns etwas gemütliches an, machten uns Popcorn und sahen uns ein paar Liebesfilme an. Wir alberten herum und bewarfen uns mit Popcorn. Plötzlich sprang sie auf mich und drückte mich auf den Boden. Wir lachten beide, doch

unser Lachen verklang. Für einen Augenblick sahen wir uns an und eh ich mich versehen konnte drückte sie ihre Lippen auf meine. Ich war total perplex, zumal ich noch nie eine Frau geküsst habe. Sie ließ erschrocken von mir ab und sprang runter. » Entschuldige bitte..ich...das passiert nicht noch einmal « sagte sie verzweifelt. » Alles gut, jetzt hab ich zumindest Erfahrung mit Mädels « gab ich ihr cool zurück um sie etwas runter zu bringen. » Aber ich hab dir keine falschen Signale

gesendet oder? Ich mein .. ich ...ich bin in jemanden anderen..du weist schon « fragte ich sie stotternd. » Nein, nein ich dachte nur für einen Augenblick da wäre etwas und ich hab mich hinreißen lassen. Aber naja jetzt weist du wenigstens, dass ich auch auf Frauen stehe « sagte sie etwas eingeschüchtert, aber mit ihrer bezaubernden, lieblichen Stimme. Wir klärten alles zwischen uns und sahen weiter den Film an. » Willst du mir vielleicht sagen wer er ist, an den ich dich verloren habe? «

fragte sie plötzlich und sah schelmisch zu mir hinüber. » ähm « brachte ich nur herraus und schaufelte mir eine große Hand voll Popcorn in meinen Mund. Bis ich den Batzen hinunter gewürgt hab, ist mir eventuell etwas eingefallen was ich ihr sagen könnte ohne auf Nicolae zu deuten. » Hast du ihn neulich erst kennengelernt oder kennst du ihn schon länger? « fragte sie weiter. Sie sah mich immer neugieriger an.

Allerdings hatte ich noch immer mit dem Popcorn zu kämpfen. Mein Mund war so trocken und ich drohte beinahe zu ersticken. » Ist er bei uns an der Uni? « fragte sie und kniete sich aufgeregt neben mich. Ahh! Ich verschluckte mich und hustete das halb gekaute Popcorn auf den Boden. Schnell leerte ich mein Glas Wasser aus. » Das nehm ich als ja « sagte sie, kicherte und drehte sich wieder zum Fernseher. Ich hielt meine Hand auf meinen

Brustkorb, denn ich musste noch immer Husten. Dabei sah ich zu ihr. » In welchem Kurs? « fragte sie während sie weiter auf den Fernseher starrt. Ich überlegte und wusste nicht ob ich ihr antworten sollte. Oder sollte ich ihr besser sagen, dass es mein Geheimnis bleibt. Ich wusste wie gern sie mit mir über solche Dinge reden wollte. Sie war eben das typische Girlie-Girl. Aber theoretisch könnte ich ihr schon sagen, dass 'er' aus dem Musikwissenschaftskurs ist. Ich lass nur aus, dass er eben keiner von den Studenten ist. Das ist ein guter Plan, dachte

ich. » Musikwissenschaft « sagte ich ohne sie dabei anzusehen. » Ah also der Professor « sagte sie und grinste. Mein Herz raste. Ich versuchte so wenig wie möglich erschrocken zu wirken als sie es sagte. » Was? « fragte ich sie mit leicht zitternder Stimme. » Ich sehe wie er dich ansieht, wenn du ihn nicht siehst. Ich war jetzt so oft in

deiner Nähe. Denkst du ich bekomme so etwas nicht mit. Ich bin ein Supermädchen und habe Supermädchen Kräfte und das ist eine meiner Fähigkeiten « sagte sie ernst zu mir. Ich wusste nicht was ich darauf sagen sollte. Aber anscheinend weiß sie bescheid, also kann ich ihr auch alles erzählen. Ich seufzte und wusste nicht wo ich anfangen sollte. » Ähm naja irgendwie ist da was zwischen uns. Und irgendwie versuchen wir beide dagegen anzukämpfen. Ich weiß auch nicht so ganz was das alles zu bedeuten hat. Ich mein ich kann mich

nicht nochmal mit einem Professor einlassen, das hat mir meinen Platz an der alten Uni gekostet. Nagut ich bin freiwillig gegangen aber dennoch. « begann ich zu reden. » Wie ist es dazu gekommen? « fragte sie dann. » Wir haben uns zufällig im Wald getroffen... « fing ich an aber sie unterbrach mich mit einem schallenden Gelächter. » Das kannst du aber auch niemanden so erzählen. Klingt wie der Anfang eines Pornos. « lachte sie

weiter. Ok ja wenn man es aus diesem Winkel betrachtet dann hatte sie schon recht aber dennoch war ich etwas angefressen. » Können wir bitte ernst bleiben? « fragte ich und sie setzte sich wieder ordentlich hin und nickte eifrig. » Ich war spatziern und fand einen schönen Platz zum Entspannen. Bin dort öfter hin und irgendwann war er auch dort. An meinem Platz. Und anscheinend kam er dort auch schon öfter hin nur sind wir uns vorher nie dort begegnet. Zuerst war die Situation, meinen Lehrer zu

treffen, etwas seltsam doch wir begannen zu reden bis in die Nacht hinein. Er machte ein Feuer und ich holte eine Decke aus meinem Wagen. Wir redeten und redeten und irgendwann bin ich eingeschlafen. Er hat mir sogar Frühstück besorgt am Morgen. Wir sahen uns dann öfter zufällig dort. Und im geheimen wünschte ich mir immer, dass er auch da war wenn ich die Lichtung betrat. Letztens wechselte ich einen Kurs und kam in einen Abendkurs hinein. Ich war allein da es Klavierstunden waren. Und wer war natürlich mein Lehrer? Er. Und wer spielte innig mit mir meine Komposition an der mit ihm alles perfekt klang? Genau auch er. Dann bei den

letzten Tönen waren sich unsere Gesichter so nah aber bevor wir uns küssten kamen wir wieder zu uns und sind voneinander gewichen. Seit dem haben wir uns nicht mehr gesehen oder miteinander geredet. Er versucht mir konstant aus dem Weg zugegen. Ich mein ist ja klar er riskiert sonst seinen Job. « redete ich weiter, ließ aber meine Visionen aus. » Irgendwie bin ich froh darüber, dass wir getrennte Wege gehen aber insgeheim wünsche ich mir nichts mehr als in seiner Nähe zu sein. Er hat was an sich das mich regelrecht magisch anzieht. Kein Gedanke in meinem Kopf lässt mehr von

ihm ab. Obwohl nichts zwischen uns passiert ist..« schüttete ich meine Emotionen aus. Eleny rutschte näher an mich heran und strich mir sanft mit der Hand über den Rücken. Das sie mir besteht tut mir sehr gut und ich fühlte mich etwas weniger schlecht. » Ich weiß nicht wie es weiter geht. « sagte ich zu ihr. » Nur Mut, sprich mit ihm. « schlug sie mir vor. Aber wie sollte ich das anstellen? Oder

doch? Sonst hab ich auch jeden in den Arsch getreten und nun trau ich mich nicht. Wie feige von dir Victoria! » Ich hab kurz gezweifelt, aber du hast recht. Ich muss mit ihm reden! « sagte ich voller Eifer. » Aber erstmal haben wir einen schönen Abend « beendete ich meinen Satz. Der Abend ging voran und wir sahen uns ein Film nach dem anderen an. Ich holte sogar den Wein heraus und war nach nicht mal zwei Gläsern schon angetrunken. Als es ungefähr 2 Uhr morgens war haben wir versucht

gemeinsam die Treppe hinauf zu torkeln. Es fiel uns so schwer, dass wir uns entschlossen im Wohnzimmer zu schlafen. Am morgen bin ich aufgewacht weil Eleni versucht hat mir, während ich noch schlief, Popcorn in mein offenem Mund zu schießen. » Los steh auf du Schlafmütze! Ich muss schon seit einer Stunde Pipi « rief sie mir zu und beschmiss mich weiter mit Popcorn. Total verkatert und mit zerzausten Haaren, als hätte darin ein Waschbär geschlafen, stand ich auf und streckte mich. Langsam bewegte ich mich zur

Treppe um Eleni das Badezimmer zu zeigen. Sie folgte mir und war etwas genervt, dass ich so langsam lief. Wie jedes Mal wenn ich den Gang zu meinem Zimmer entlang lief, blieb ich kurz vor der Schlafzimmertür meiner Eltern stehen. Eleni blieb ebenfalls stehen und sah mich verwirrt an. » Was wird das? « fragte sie mich. » Ich habe diese Tür seit Jahren nicht mehr geöffnet « gab ich ihr als Antwort. Ich drehte mich nach links, um ihr endlich das Badezimmer zu zeigen doch plötzlich hörte ich nur noch den Türgriff

nach unten gehen. » Nein was... « schrie ich sie noch an, doch konnte ich meinen Satz nicht mehr zu Ende sprechen und sah wie sie ins Zimmer ging. Nun stand ich da, vor offener Tür die ins das Zimmer führte in dem ich seit Jahren nicht mehr gewesen bin. Eleny stand bedrückt daneben und entschuldigte sich mehrmals. Sie wusste nicht wie es mir bei der Sache ging. Ich wusste es gerade selbst nicht. Als ich sah, dass die Kleidung, die ich ihm für meine Abschlussfeier herausgelegt habe, noch immer genau dort lag wo ich sie

hingelegt habe, schossen die Tränen aus meinen augen. Hastig ging ich ein Schritt auf die Tür zu und schloss sie wieder. Schlussendlich versuchte ich mir meine Tränen zu unterdrücken und zeigte Eleny das Badezimmer. Wir redeten nicht mehr viel nach dem Ereignis. Und sie machte sich schon bald auf den Weg nach Hause. Ich war nun wieder allein und versuchte diese Situation aus meinem Kopf zu verdrängen. Allerdings beschloss ich mich dann nach langer Überlegung der Sache zu stellen. So stand ich wieder vor der geschlossenen Tür und fasst an die Klinke. Ich atmete vorher tief durch und

drückte sie nach unten. Langsam begab ich mich in den Raum hinein. Ich sah mich um und setzte mich aufs Bett. Ich sah seine Sachen an. 'Er ist nun schon so lang nicht mehr hier es wird Zeit' , redeten meine Gedanken. Ich wollte nicht mehr trauern. Ich stand auf und nahm seine Sachen und packte sie in die Schubladen zurück. Ich öffnete das Fenster, denn nach so langer Zeit riecht es hier etwas muffig. Ich bezog das Bett neu und putzte das Zimmer. Nach diesem Eingriff fühlte ich mich gleich besser. Beim Aufräumen sah ich einen Zettel hinter dem Regal klemmen.

Ich zog ihn vor und faltet ihn auseinander.

Next Unsolved Secret

» Liebe V. Ich schätze, wenn du diesen Zettel liest bin ich nicht mehr da. Bitte pass auf dich auf. Ich hoffe deine Mutter hat dir alles erzählt. Ich werde schon seit Wochen verfolgt. Es kann sein, dass sie auch nochmal deinetwegen kommen. Nimm deinen Platz ein und verdamme die, die mich hinterrücks begangen haben. Ich liebe dich, dad. « Ich sah den Zettel fragend an und drehte ihn ein paar Mal um, um sicher zu gehen, dass nicht irgendwo noch etwas

geschrieben steht. Ich kann mir daraus keinen Schluss ziehen. Und bin verwirrt. Mum ist einfach abgehauen und hat nicht ein Sterbenswörtchen mit mir geredet. Ich weiß ja nicht einmal über was sie hätte mit mir reden sollen. Aber eines weiß ich jetzt. Dad hat sich nicht umgebracht! Wie soll ich meinen Platz einnehmen wenn ich nicht weiß wo und wie? Was ist das für eine schwierige Aufgabe. Soll ich zur Polizei gehen? Soll ich Anwältin werden? Was soll ich tun? Meine Gedanken kreisten nur noch um diese Frage. Was soll ich

tun? Möglicherweise sollte ich erstmal ausschau halten nach jemanden Verdächtigen in meiner Nähe. Er schrieb, dass sie wahrscheinlich auch wegen mir kommen. Sollte ich Eleny einweihen? Sie könnte mir helfen. Aber vielleicht ist auch sie eine Verdächtige. Ich muss mich in Acht nehmen was ich sage und wem ich etwas sage. Ich ging aus dem Zimmer und schloss die Tür hinter mir. Noch den ganzen Abend zerbrach ich mir den Kopf und dachte an den Brief. Ich muss die

Mörder meines Vater finden. Das setzte ich mir als neue Lebensaufgabe bevor ich schlafen ging. Am nächsten Morgen ging ich wieder zur Uni und traf dort auch gleich Eleny am Eingang. Wie jeden Morgen wartet sie jetzt dort immer auf mich. Ich haderte mit mir ob ich es ihr erzählen soll. Aber was sollte sie auch schon damit anfangen? Ich beschloss, dass ich ihr es nicht sage beziehungsweise Noch nicht. Ich werde versuchen erstmal eigene Nachforschungen anzustellen und

eventuell kann ich sie auch später einweihen. Wir plauderte ein bisschen bis Nicolae uns entgegen kam. Für mich lief es wie in Zeitlupe ab. Kurz trafen sich unsere Blicke und ich sah wie er tief einatmete und zum ausatmen sein Mund etwas öffnete. Allein diese Geste brachte mein ganzen Körper in Wallung. Sein Arm striff leicht meine Schulter, weil er sich etwas durchdrängeln musste. Ich sah im Augenwinkel seine Haare an meinem Gesicht vorbei wehen und roch sein Duft. Langsam drehte ich meinen Kopf nach hinten um doch noch ein Blick auf ihn zu erhaschen. Und in meinem Vergnügen bemerkte ich, dass er auch seinen Blick leicht nach mir zurück gewendet

hatte. » Hast du das bemerkt? « flüsterte ich Eleny zu. » Ja das rieche ich 10 Meter gegen den Wind, dass da was läuft « erwiederte sie erfreut. » OH Gott also bemerken es alle andern auch? « fügte ich geschockt hinzu. » Unwahrscheinlich « sagte sie und winkte ab. » Wieso? « fragte ich sie da ich es nicht

verstand. » Weil nur ich so eine gute Wahrnehmung habe « sagte sie freude strahlend und drehte sich dabei zu mir. Wir hatten heute die selben Kurse. Außer natürlich Musikwissenschaft. Ich beschloss mich heute in die erste Reihe zu setzen. Als ich in den Hörsaal kam war ich sogar die erste, mit ausgenommen einer Person die mir zu vor kam. Ich stieg leise die Treppenstufen hinab und zum Pult. Er suchte etwas und stand mit dem Rücken zu mir. Ich strich mit meinen Fingerspitzen über seine breiten

Schultern. Er zuckte etwas und drehte sich ruckartig um, um sich meine Hand zu schnappen. Er sah mich finster an. » Bist du verrückt? Wenn das jemand sieht! « presste er zwischen seinen Zähnen heraus. Ich erschrak durch seinen Ton und zischte ihn genauso an. » Ich muss mit dir reden « » Nein musst du nicht « » Doch, ich möchte das klären « » Da gibt es nichts zu klären

« » Doch, dass weist du ganz genau « »Wieso bist du so ein Dickkopf? « » Ich warte auf der Lichtung « sagte ich ihm in einem erhobenen Ton und stampfte zu meinem Platz in der ersten Reihe. Er sah mich wütend an und drückte seine Lippen aufeinander bis die ersten eintrudelten. Er versuchte sich zu lockern und stirch sich mit der Hand übers Gesicht. Ich sah ihn den ganzen Kurs über herausfordernd

an. Es war ihm sichtlich unangenehm so viel Blickkontakt von mir zu bekommen. Als der Kurs dem Ende neigte packten schon zahlreiche Studenten zusammen, damit sie schnell den heutigen Tag hinter sich lassen konnten. Ich blieb sitzen bis der letzte gegangen war. Erst dann packte ich meine Sachen ein und wollte gerade die Treppen hoch steigen als Nicolae mich am Arm zu sich zog. Ich war ihm so nahe das ich fast seinen Puls hörte. Seine Lippen bewegten sich zu meinem Ohr. Während seine Wange meine berührte flüsterte er »Du bist ganz schön

hartnäckig..« Er wich von meinem Ohr und sah mich an. Zuerst sah ich ihm direkt in die Augen aber ich wanderte ab zu seinen Lippen die das verführerische grinsen formten. Er ließ meinen Arm los und sagte » Wir reden « Danach verließen er und ich den Hörsaal. Danach hatte ich noch zwei Kurse. Ich überlegte die ganze Zeit ob er jetzt auf der Lichtung auf mich wartet. Ich hatte ihm schließlich nicht gesagt wann wir uns treffen. Die Kurse gingen wie im

Flug vorbei. Ich hoffe sehr, dass er überhaupt auftaucht. Vielleicht lässt er mich auch einfach hängen, aber so schätze ich ihn nicht ein. Schnell lief ich über den großen Campus zum Parkplatz. Eleny stand schon an meinem Auto. Die letzten Tage hatte ich sie immer nach Hause gefahren und heute wartete sie dem entsprechend auch darauf, dass ich sie wieder nach Hause brachte. » Hey heute kann ich dich leider nicht fahren, muss was klären « sagte ich zu ihr. » Mit ihm? Na da bin ich ja mal gespannt. Ich würde ja gern lauschen «

sagte sie zu mir und kicherte dabei. » Vielleicht erzähl ich dir dann was. Oder auch nicht « neckte ich sie, während ich in mein Auto stieg. Ich fuhr los zur Lichtung. Ich wusste nicht einmal was ich ihm sagen soll. Während der fahrt ging ich mehrere Szenarien in meinem Kopf durch, die mich alle nur verunsicherten. Meine einzige Option war alles einfach auf mich zukommen zu lassen. Es kommt ja doch ganz anders als immer geplant. Am Waldrand angekommen fuhr ich wieder den Weg etwas weiter hinein in den Wald, damit ich nicht so weit laufen

musste. Ich stieg aus und bog links ab auf den Weg zur Lichtung. Ich betrat vorsichtig die Wiese. Ich wusste nicht ob er schon da war und auf mich wartete. Ich gelangte zum Baumstamm auf den ich mich immer setzte und wartete denn ich sah ihn nirgends. Plötzlich berührte etwas mein Haar. Ich drehte mich nach hinten und da war er schon. Er setzte sich neben mich auf den Baumstamm, aber in die entgegengesetzte Richtung und sah mich an. Er atmete tief aus » Du wolltest reden? « fragte er mich. » Ja

« » Über was? « fragte er und zog seine Augenbrauen nach oben. » Uns? « sah ich ihn fragend an. » Es gibt kein uns Victoria « erwiderte er seufzend. » Ja, nein, das ist es ja « ich wusste nicht genau was ich darauf sagen sollte. » Nein es tut mir leid, wenn ich dir den Eindruck vermittelt habe das irgendetwas zwischen uns ist

« » Ja und was ist mit diesem Beinahe - Kuss? Oder was auch immer das war? « sah ich ihn erneut fragend an. » Das war ein Fehler meinerseits. Ich..ich weiß nicht wie ich dir es erklären soll « sagte er enttäuscht von sich selbst. » Ich hab von uns geträumt « verplapperte ich mich. » Victoria das ist nett aber..« gab er ablehnend von

sich. » Nein du verstehst nicht. Ich habe Visionen von uns die wahr werden « fiehl ich im ins Wort. » Was redest du da? « » Ich habe die eine Nacht geträumt, ohne vorher davon zu wissen, das ich den Klavierkurs mache beziehungsweise in das Haus gehe. In den gleichen Raum und du mich beim Klavier spielen überraschst. Und genau das was ich geträumt habe ist auch passiert « begann ich zu

erzählen. » Victoria, das ist nicht möglich « » Also glaubst du mir nicht? « » Ich möchte dir glauben, aber das ist doch etwas bizarr « » Es gibt noch einen Traum. Ich denke dieser war oder wird sehr wichtig sein « sagte ich etwas energischer. Er seufzte » Erzähl mir davon « Ich erzählte ihm meinen ersten Traum auf der Lichtung auf der ich starb und er

mich versucht zu retten. Ich versuchte kein Deteil aus zu lassen. Er sah mich noch immer unglaubwürdig an. » Wir sind dafür bestimmt zusammen zu sein « fügte ich noch hinzu. » Victoria..ich kann nicht « » Ich weiß das du kein Mensch bist, mein Traum hat es mir verraten « versuchte ich die Situation zu retten. Sein Blick verfinsterte sich und er wurde wütend. » Schwachsinn, deine Träume haben die

etwas vorgespielt und haben nichts mit der Realität zu tun. DU UND ICH DAS WIRD NICHT PASSIEREN! « sagte er zähneknirschend. » Aber..« ich wusste nicht was ich noch als Argument bringen konnte. » NEIN, HAK ES AB.. « sagte er mit einer abwertenden Handbewegung und stand auf. In seiner Wut stampfte er davon. Ich wusste nicht mehr was ich sagen sollte. Ich konnte ihn nicht zur Vernunft bringen. Ich war traurig. Zum erstenmal hab ich mir von einem Mann mehr

erhofft und dann sowas. 'Ich bin dumm, wie konnte ich ihm nur sagen, dass ich glaube dass er ein anderes Wesen ist?', fragte ich mich und griff mir unverständlich an die Stirn. Möglicherweise hat er ja recht und meine Träume sind nur Zufall. Vielleicht war der eine Traum nur ein Wunschdenken und weil ich daran geglaubt habe ist es genauso passiert. Ich ging nach Hause und versuchte mit der Sache abzuschliesen. Er hat mir klar gemacht, dass ich keine weiteren Gedanken an ihn verschwenden soll. Ich

glaube ich war noch nie so verletzt wie gerade eben. Ich lief zu meinem Auto und fuhr nach Hause. Daheim angekommen legte ich mich auch gleich in mein Bett. Warum nimmt mich das so mit? Sonst ist mir doch auch alles egal. Mein Herz verstand es einfach nicht, verstand ihn nicht. Doch mein Kopf sagt mir, dass es besser so ist. Allerdings allein hier rum sitzen und den Kopf im Sand zu vergraben bringt mich auch nicht weiter. Was ich jetzt brauchte ist Ablenkung. Ich rief Eleny an und wir verabredeten uns in einem Club. Ich zog

mir ein kurzes, schwarzes Kleid an und hohe Schuhe. Man, ich hatte schon lang keine Absatzschuhe mehr getragen. Wir tanzten und betranken uns. Verschiedene Typen tanzten uns an, aber wir schickten alle weg. Die Nacht gehörte uns. Allerdings bemerkte ich ein Typ der mich die ganze Zeit beobachtete. Nach einer Weile suchten wir uns einen Tisch der frei war und setzten uns auf das große, rote Sofa das um den Tisch herum stand. » Ist dir auch dieser seltsame Typ aufgefallen der uns die ganze Zeit beobachtet? « fragte ich sie. » UH ich muss dich enttäuschen. Sonst

fallen mir alle auf, aber der muss mir heut entgangen sein. Wo ist er denn? « sagte sie bedauerlich. » Er steht direkt dort oben auf der Plattform « sagte ich und zeigte möglichst unauffällig auf ihn. » Uh hey der wäre doch was « drehte sie sich schnell zurück und wackelte mit ihren Augenbrauen auf und ab. » Eigentlich bin ich nicht ...obwohl du hast recht « sagte ich und stand auf. Ich zeigte auf ihn und winkte ihn zu uns an den Tisch. Er zeigte mit dem Finger

auf sich und ich nickte. Er lief die Treppe hinunter und steuerte auf unsern Tisch zu. » Hey « sagte er selbstüberzeugt und lächelte dabei. Er setzte sich ziehmlich dicht neben mich und legte den Arm um mich auf die Lehne. » Ich hab gesehen du beobachtest uns schon ein Stück « grinste ich ihn an. » So auffällig sollte es eigentlich nicht sein, aber schön das ihr es bemerkt habt. Ich bin übrigens Mike

« Mike und ich flirteten den ganzen Abend miteinander während Eleny mit irgendeinem wildfremden in der Ecke des Clubs rummachte. Es war ziehmlich klar das die Sache weiter laufen würde und ich ihn mit nach Hause nehme. Ich schrieb Eleny eine Nachricht, dass ich schon los gehe mit ihm und verließ dann mit Mike den Club. Kaum hatten wir das Gebäude verlassen fiel mir der Brief wieder ein. Ich soll vorsichtig sein, da sie es auch auf mich abgesehen haben könnten. 'Natürlich schlepp ich genau dann

jemanden ab' Ich lief etwas schneller und drehte mich zu ihm um. » Sorry ich kann das hier nicht. Geh nach Hause « sagte ich zu ihm. » Ist das dein scheiß ernst? « äußerte er sich. » Ja und jetzt lass mich bitte allein « Er warf seine Hände nach oben und fragte sich was er gemacht hat. Er drehte sich in die andere Richtung und flüsterte noch etwas wie » Scheiß Schlampen, erst

geil machen und dann fallen lassen « Ich tat als hätte ich es nicht gehört was er sagte, denn sowas brachte mich normaler Weise auf 180. Allerdings wollte ich kein Aufsehen erregen. Zurück gehen konnte ich jetzt aber auch nicht, denn das wäre schwer Eleny zu erklären. Ich müsste mir ja demnach irgend eine Ausrede einfallen lassen. Also ging ich ein paar Meter in Richtung meines Zuhauses. Irgendwann zog ich meine Schuhe aus, meine Füße schmerzten ohne Ende. Ich lief an der Straße entlang und viele Autos fuhren an mir vorbei. Doch plötzlich drehte ein Auto um und lies das Fenster

herunter. » Soll ich dich nach Hause fahren? « fragte mich eine sehr bekannte Stimme nach dem er seufzte. Das kann doch jetzt nicht sein ernst sein.. Ich sah nicht einmal ins Auto hinein. » Nein, lass mich in Ruhe « sagte ich und stapfte zornig weiter. » Victoria sei nicht so dickköpig. Es regnet bestimmt jeden Augenblick. Jetzt steig ein und ich bring dich nach Hause «

sagte er. Ich atmete tief durch. » Nicolae ich sagte nein. Du hast mir eine klare Ansage gemacht und nun verpiss dich bitte wie alle andern auch « sagte ich von Zorn bestimmt und blieb dabei stehen. Und genau in dem Moment, als ich meinen Satz beendet hatte, fing es auch schon an zu regnen. Gefühlt kam mit einem mal ein ganzer Pool auf mich nieder geprasselt. Ich wusste dass ich noch ungefähr 4km vor mir hatte und das machte mich noch wütender. Ich sah ihn

an und sah wie er ein klein wenig lächelte. » Na los steig ein « sagte er und machte mit seinem Kopf eine einladende Geste. Meine Hand faste an den Griff der Autotür um sie zu öffnen. Nass vom Regen setzte ich mich auf den Beifahrersitz. Ich war in dem Moment, als meine Hand langsam zur Tür griff so wütend auf mich selbst. Gefühlt stande ich in Flammen so heiß war mir. Ich sah ihn nicht an. Die ganze Fahrt über. Er setzte mich vor meiner Haustür ab. Ich denke er wollte noch etwas sagen aber ich bin so schnell ausgestiegen und im

Haus verschwunden, dass er es garnicht schaffte. Ich knallte seine Autotür ran, genau wie die Haustür auch. Ich warf meine Schuhe sowie Handtasche in die Ecke und lief nach oben. Ich zog schon im Flur das Kleid aus und verkroch mich unter meiner Bettdecke. Ich lies den Tag in meinem Kopf Review passieren und blieb bei dem Standpunkt wütend auf mich zu sein. Und so schlief ich auch ein.

Wrong decision

*!TRIGGER WARNUNG!* - unsittliche Berührungen - Gewalt ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ So wie ich den Abend eingeschlafen bin, wachte ich auch Früh auf. Schwer, zerzaust und wütend. Der viele Alkohol der gestern Nacht geflossen ist macht mir am Morgen etwas zu schaffen. Ich glaube ich habe sowieso verschlafen und blieb heut einfach Daheim statt in die Uni zu

gehen. 'Ich sollte echt besser aufpassen nach dem Brief zu folge. Das hätte gestern echt schief gehen können mit diesem seltsamen Typen' Ich schob die Decke zur Seite und stieg aus dem Bett. Nach den Kissen Abdrücken in meinem Gesicht zu urteilen, hab ich gestern Nacht anscheinend sehr gut geschlafen. Ich strich mir meine Haare aus dem Gesicht und versuchte die verschmierte Schminke weg zu wischen. Danach sprang ich unter die Dusche. Ich musste die Dusche immer ein paar

Minuten warm laufen lassen, sonst bekomme ich ein Kälte Schock. Da ich eh schon halb nackt war musste ich nicht mehr ausziehen als meinen Slip. Ich hielt von außen kurz die Hand unter das Wasser um die Temperatur zu checken. Das Wasser fühlte sich angenehm an und so stellte ich mich darunter. Lauwarme Wassertropfen liefen meinen Körper hinab. Ich liebte es mich einfach nur unter das Wasser zu stellen. Deswegen hatte mir mein Vater damals die große Regendusche eingebaut. Ich setzte mich einen Moment im Schneidersitz hin und ließ das Wasser auf mich prasseln. Meine Augen waren dabei verschlossen. Das monotone Geräusch und die Massage des

Wassers versetzten mich in einen anderen Zustand. Visionen starteten sich vor meinen Augen zu visualisiren. Ich war wie in einer schwabbeligen Blase und es war nicht sehr hell. Dann hörte ich Stimmen, viele Stimmen aber ich konnte nicht genau erfassen was sie sagten. Die Luft war trocken und mir kroch eine Mischung aus einem süßen, männlichen Parfums und Zigaretten Rauch in die Nase. Ich sah mich um und die Umgebung wurde etwas heller. Ich sah Menschen in verschiedene Richtungen laufen und plötzlich wurde alles wieder dunkler. Der Geruch wurde stärker und ich merkte das etwas oder jemand vor mir stand. Aber dennoch griff ich ins

Leere als ich meine Hand danach ausstreckte. Plötzlich tauchten rot leuchtende Augen knapp vor meinem Gesicht auf und ich fiel vor Schreck nach hinten um und aus meiner Blase heraus. Blitzschnell öffneten sich meine Augen und mein Atem war hastig. Kurzzeitig bin ich froh das ich unter dem Wasserstrahlen nicht erstickt bin. Ich frage mich, ob ich diese Fähigkeit trainieren kann. Es ist mir vielleicht Möglich mehr in die Zukunft zu sehen. Besser zu sehen was passiert. Ich denke ich sollte demnächst in die Bibliothek gehen und mir ein paar Bücher über Visionen und andere Mentale Fähigleiten ausleihen. Noch immer prasselte das

Wasser auf mich hinab. Ich hatte mich nach vorn gebeugt. Das Wasser lief mir meinen Kopf und Nacken herunter. Von außen muss es aussehen als ob das Mädchen von "The Grudge" in der Dusche sitzt. Ich stand auf um mich endlich fertig zu duschen. Ich möchte auch ungern wissen wie lang ich nun in der Dusche saß. Ich seifte mich von Kopf bis Fuß ein und stieg nach dem abwaschen sofort aus der Dusche. Ein Glück lag mein Handtuch auf der Heizung wodurch es jetzt warm und angenhem ist. Nach dem abtrocknen musste ich noch meine Haare fönen. Da

diese so lang sind dauert es immer eine Ewigkeit bis sie trocknen. Nun stand ich mal wieder vor dem Kleiderschrank und wusste nicht was ich anziehen solle. Ich entschied mich dann für eine enge, schwarze Röhrenjeans und einem grauen Rollkragenpullover den ich etwas aufpimpte mit einem Taillengürtel. Ich machte mir ausnahmsweise heute mal einen Pferdeschwanz, denn meine Haare schlungen sich immer um den Kragen des Pullovers und das nervte mich. Ich entschied mich dann doch in die Uni zu fahren, aber ich denke einen Kurs werde ich heute nicht besuchen. Ich stieg ins Auto und fuhr los. Am Uniparkplatz angekommen ging ich auch geradewegs

zu Bibliothek in der Hoffnung ein paar Bücher zu finden die mir mehr über meine Visionen verraten können. Doch leider wurde ich in der Bibliothek nicht fündig. Jedes Buch über Visionen beinhaltet nur das Jesus der Prophet war. Das half mir leider wenig weiter. Dennoch stand in manchen Büchern kurze Passagen, dass manche Menschen damals Zukunftsereignisse vorraussagen konnten die sich auch wirklich bewahrheitet haben. Dennoch stand nie irgendetwas dabei ob man diese Fähigkeit angeboren hat oder trainieren kann oder sonst was nützliches damit anfangen konnte. Ich habe gefühlt 500 Bücher durchgeforstet und es ist schon 7

Uhr Abends. 'Ich saß also den ganzen Tag hier und habe nichts herrausgefunden. Super!' sagte ich sarkastisch zu mir selbst. Ich sah nun endlich von meinem Bücherstapel auf und sah Nicolae zwischen den Bücherregalen stehen. Ich sah erst weg und war genervt. Doch ich hielt nicht lang stand und beobachtet ihn vorsichtig. Er streckte sich um ein Buch aus der obersten Reihe des Regals herauszuziehen. Dabei zeichneten sich seine Muskeln unter seinem Hemd und seiner Weste

ab. 'Scheiße Victoria, was soll das. Ich muss gehen' ermahnte ich mich. Ich stand also auf aber mein Stuhl machte so ein lautes Geräusch auf dem Boden, dass Nicolae zu mir sah. Er hatte mich vorher definitv nicht bemerkt. Wie auch, ich saß hinter 10 Stapeln von Büchern. Wir starrten uns eine halbe Ewigkeit an. Doch ich packte schnell meine Tasche und flüchtete aus der Tür. So wie er es auch immer tat. Ich saß schon im Auto als ich bemerkte, dass ich mein Handy auf dem Tisch hatte liegen lassen. Ich stieg aus und rannte zum

Unigebäude, doch die haben einfach schon abgesperrt. Ich klopfte an die Tür doch es machte niemand mehr auf. 'Klasse jetzt muss ich morgen super früh aufstehen um als erste in der Bib zu sein damit es niemand anders findet und einsteckt. Ich habe momentan kein Geld um mir ein neues Handy zu leisten' Mit meiner Enttäuschung stieg ich wieder ins Auto um nach Hause zu fahren. Gedankenlos fuhr ich in Richtung meines Heimes, doch ich hatte den ganzen Tag nichts gegessen. Ich fuhr demnach in das nächstgelegenste Restaurante das mir in den Sinn kam. Ich

bog ab und fuhr in Richtung Diner. Mit demAuto parkte ich in der hintersten Reihe, da sonst nichts mehr frei war. Ich hoffte, dass ich noch einen Platz bekam. Bevor ich ausstieg zog ich mir noch meinen Haargummie aus den Haaren. Ich bekam Kopfschmerzen wenn ich einen Zopf trage. Vorallem dann wenn er den ganzen Tag drin ist. Ich stieg aus und lief zum Eingang. Die große, schwere Glastür lies sich nur mühevoll öffnen. Ich suchte einen Platz doch es war alles voll. Kurz bevor ich wieder hinaus gehen wollte, winkte mich jemand zu sich. Ich konnte von der Ferne nicht genau erkennen wer es ist also ging ich

hin. 'Oh Shit' dachte ich nur als ich ihn erkannte. Allerdings konnte ich jetzt auf halben Wege nicht umkehren also lief ich weiter zu ihm. » Hallo Samuel « grüßte ich ihn gespielt freundlich. Samuel ist der Mann, mein damaliger Dozent, mit dem ich was am laufen hatte. Eigentlich war ich froh darüber ihm so lang nicht begegnet zu sein. Er freute sich sichtlich sehr darüber mich zu

sehen. Er konnte mit mir ja auch nicht in Kontakt bleiben, da ich ihn ja blockiert habe. Ich wusste nicht genau wie ich mich jetzt verhalten sollte, denn die Situation war doch etwas seltsam. » Hey Victoria, setz dich doch zu mir. Wahrscheinlich ist hier sowieso nichts mehr frei « sagte er erfreut. » Also eigentlich wollte ich gerade wieder gehen..« erwiederte ich ihm. Aber dann dachte ich mir 'was solls' also rutschte ich auf die gegenüberliegende Bank vom Tisch. Dann kam auch schon die Kellnerin zu uns und fragte mich was

ich denn gern hätte. Ich wusste genau was ich wollte. Einen großen Burger mit Fries dazu und einen Erdbeer Milchshake. Auf den Milchshake freute ich mich sehr, denn hier schmecken sie besonders gut. Als die Kellnerin ging sahen wir uns befremdlich an. Es ist schon ein komisches Gefühl mit dem Mann hier zu sitzen den man eigentlich nie mehr wieder sehen wollte. Ich versuchte die Situation etwas zu lockern und begann ein Gespräch. » Und was machst du jetzt so? Bist du noch an der Uni? « » Ja aber nicht mehr Vollzeit. Ich mach

nur noch die Förderkurse wenn jemand nicht hinterher kommt « sagte er etwas bedrückt. » Es tut mir leid, dass ich deine Laufbahn ins schwanken gebracht habe « entschuldigte ich mich. » Ich hätte mich nicht auf dich einlassen dürfen, dann wäre alles noch wie vorher. Aber ich hab in dir was gesehen, was ich noch nie zuvor in jemanden gesehen hab « sagte er und lächelte. Ich war geührt durch das was er sagte. Auch wenn ich zu ihm nicht ehrlich war, denn für mich waren nie Gefühle im

Spiel. Aber das konnte ich ihm einfach nicht sagen. Wir unterhielten uns noch weiter bis mein Essen kam und die Situation wurde angenehmer. Wir verstanden uns plötzlich super und ich fühlte mich etwas wohler. Er brachte mich zum lachen und fragte mich ob ich mich nachher nochmal mit ihm Treffen würde. » Was willst du machen? « fragte ich ihn. » Ich weiß nicht, wir könnten in ein Club gehen? Wenn du lust dazu hättest « fragte er. Ich nickte zustimmend und freute mich.

Da es schon recht spät war fuhr er gleich mit zu mir, damit ich mich noch etwas zurecht machen konnte. Ich hübschte mich auf und zog ein kurzes, schwarzes Kleid an. Etwas schminken, aber meine Haare lies ich wiedermals offen. Er bot mir dann an, dass er doch fahren könnte, dann könnte ich etwas trinken. Ich nahm sein Angebot an und wir stiegen zusammen in sein Auto. Am Club angekommen stellten wir uns in die Schlange am Eingang. Ich dachte es würde schneller vorrangehen deswegen hatte ich keine Jacke mitgenommen. Allerdings war es schon etwas frisch und so zitterte ich mir einen Ast ab. Als Samuel bemerkte, dass ich friere legte er

mir seine Jacke über die Schultern. Es war ja doch recht angenehm, dass er so charmant war. Als wir dann endlich im Club waren tanzten wir ausgiebig mit einander. Ich schwang meine Hüften an seine. Er berührte mich an meiner Taille und lies seine Hand über meinen Po gleiten. Für kurze Zeit dachte ich nicht über Nicolae nach. Doch nach und nach kam er mir wieder in den Sinn. Ich fühlte mich langsam wieder schlechter. Ich nutze Samuel ja schon wieder aus um nicht an meine wahren Gefühle zu denken. 'Was bin ich nur für eine schlechte Person' dachte ich und brachte etwas

Abstand zwischen ihm und mir. Natürlich bemerkte er, dass etwas nicht stimmte und deutete an mit mir nach draußen zu gehen. Wir gingen etwas Abseits, damit die laute schallende Musik, die noch zu hören war, uns nicht störte. » Gehts dir nicht gut? « fragte er mich. »Doch..nein nicht wirklich. Hör zu Samuel ich weiß nicht wie ich es dir genau sagen soll. Ich weiß nicht einmal wieso ich heute Abend hier bin mit dir. Eigentlich bin ich eine schlechte Person und nur mit dir Ausgegangen um mich

abzulenken. So etwas macht man nicht und ich entschuldige mich bei dir. Wir passen einfach nicht zu einander. Du bist charmant und zuvorkommend, aber nicht der Richtige für mich. Wir sollten getrennte Wege gehen « Er seuftze » Es gibt jemand anderen, nicht wahr? « » Möglich « antwortete ich ihm nur noch. Nun sah er traurig aus und lies die Schultern hängen. » Ich fahr dich noch nach Hause « sagte

er. Wir gingen also schweigend zum Auto. Ich denke ich hätte merken sollen, dass irgendetwas mit ihm nicht stimmt. Ich mein ja er war angeschlagen aber irgendetwas war komisch an seinem letzten Satz. Er hielt mir die Tür auf, aber bevor ich einsteigen konnte drückte er mich gegen das Auto und versuchte mich zu küssen. Doch ich drehte meinen Kopf zur Seite und versuchte ihn von mir weg zu drücken. Allerdings schaffte ich es nicht und er küsste meinen Hals. Ich habe ihm mehr mals versucht zu sagen, dass ich das nicht möchte und er bitte aufhören soll. Doch er ignorierte mich

total. Demzufolge wurde ich immer panischer und wollte gerade schreien als er seine Hand auf meinen Mund presste. » Sei leise! Sonst passiert was « züngelte er mir ins Ohr. Ich heulte und bekam kaum Luft während er immer noch weiter an mir nuckelte. Ich war so angewiedert, dass er zu so etwas im stande war. Ich klopfte vor Verzweiflung ans Auto, mit der Hand so wie mit dem Fuß. Doch das machte ihn noch wütendender und je mehr ich mich wehrte umso brutaler wurde er. Er hielt mir noch immer den Mund zu und drückte so fest, dass es sich anfühlte als

würde mein Kiefer brechen. Er schob mein Kleid nach oben und steckte seine Hand in meinen Slip. Ich trat ihn mit meinen Highheels auf den Fuß und er schnaufte auf. Plötzlich lies er von meinem Mund ab und drückte meine Kehle so fest, dass ich daraufhin Ohnmächtig wurde. Es ging so schnell, dass ich nicht noch einmal schreien konnte.

The rescue

*!TRIGGER WARNUNG!* - unsittliche Berührungen - Gewalt ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Wieder war ich von kompletter Finsternis umhüllt, wie in meinen Träumen. Dann tauchten die Umrisse von jemanden auf und schnell wurden sie deutlicher. Dann sah ich ihn mit jedem Detail, Nicolae stand plötzlich genau vor mir. Ich sah ihn genau an und es tat den anschein als sehe er mich auch. » Victoria? Wie..« sagte er fragendem

Gesichtsausdruck. » Keine Zeit zum erklären..« sagte ich ihm panisch und erzählte ihm was gerade passiert ist. Sein Gesicht war wie eingeschlafen und verzog sich dann angewidert. Er bewegte sich und verschwand in dem er sich in einen Rauchschwaden auflöste. Kurz danach kam ich langsam wieder zu Bewusstsein und versuchte meine Augen zu öffnen. Es war dunkel und ich konnte nicht viel erkennen. Anscheinend befanden wir uns jetzt im Wald. Er hat mich wahrscheinlich hier her

verschleppt, damit es niemand mitbekommt. Ich lag auf meinem Bauch und mit dem Gesicht im Dreck. Samuel hat mich einfach auf den Boden geschmissen wie ein Stück Müll. 'Dass ich überhaupt noch seinen Namen in den Mund nehme' dachte ich mir. Ich versuchte mich zu bewegen aber meine Hände waren auf meinen Rücken gebunden. Er hat mich gefässelt, so dass ich mich nicht mehr wehren konnte. » Du gehörst allein mir, und nicht irgend jemanden dahergelaufenen. Du bist alles für mich..« sagte er über mir

gebeugt. Ich schrie um Hilfe, doch wer sollte mich hier mitten im Wald hören. Zwecklos. Ich konnte ihn nicht sehen. Er stand hinter mir und so weit konnte ich meinen Kopf auf dem Boden nicht drehen. Ich hörte nur wie er seine Hose öffnete und sich zu mir herunter beugte. Ich hoffte um alles auf der Welt, dass das jetzt nicht passiert. Doch als ich seine Hand an meinem Oberschenkel spürte, kamen mir die Tränen. Ich versuchte ihn zu treten doch er kniete sich auf meine

Knöchel und hielt sie damit fest. Seine Hand wanderte immer weiter aufwärts und unter meinen Rock drunter. Er packte mit beiden Händen an meine Hüften und zog mich nach oben. Mein Gesicht schliff derweilen durch den Dreck denn ich konnte mich nicht abstützen. Er hob meine Rock nach oben und ich kniff die Augen zusammen. Ich hoffte einfach, dass es schnell vorbei sein würde. Ich sagte immer wieder zu mir, dass es nicht wahr sein kann. Derweilen schrie er mich an, dass ich endlich meine Fresse halten solle. Ich blieb immer noch in der Hoffnung, dass es nur ein Traum

ist. Ein Alptraum. Plötzlich hörte ich ein leises Knurren. Es kam mir bekannt vor, denn ich glaube ich hatte es schon einmal gehört. Es klang fast wie ein tiefes Gewitter grummeln. Ich hörte wie das Gebüsch neben mir raschelte, allerdings konnte ich es nicht sehen, da ich mit dem Kopf in die andere Richtung lag. » Wer zur Hölle bist du? « fragte Samuel. Aber ich hörte nur noch ein Schlag und einen dumpfen Aufprall. Der jenige

näherte sich mir und zog mit einem Ruck meinen Rock herunter und löste die Schlingen von meinen Handgelenken. Vorsichtig zog er mich an der Schulter um mich umzudrehen. Wen ich vor mir sah ergab für mich kein Sinn. Ich sah in Nicolaes schmerzdurchzogenes Gesicht. Ich verstand nicht wie es möglich war, aber er hat mich gerettet. Der Schock war vorüber und mir schossen noch mehr Tränen aus den Augen als vorher. Er setzte sich mit auf den Boden und zog mich in seine Arme. Er hielt mich. Er drückte mich so fest an seine Brust,

als dass er mich nie wieder los lassen würde. » Wo ist er? « schluchzte ich. » Alles ist gut, er steht vorerst nicht so schnell wieder auf « sagte er mit beruhigender Stimme und strich mir über mein Haar. Es fing an zu regnen, allerdings blieben wir noch eine Weile sitzen. Ich konnte nicht aufhören zu weinen trotz, dass er versuchte mich zu beruhigen. » Komm ich bring dich jetzt ins trockene « sagte er und hob mich mit einer

Leichtigkeit nach oben. Er lief soeben, mit mir auf seinen Armen, los. Er ging mit mir geradewegs durch den lichtlosen Wald. Es war kein Weg zu sehen doch er wusste genau wo er hintreten musste. Es fühlte sich an als fliegen wir knapp über den Boden. » Mein Haus ist nicht mehr weit entfernt von hier « sagte er während ich noch immer in seinen Armen lag. Langsam schien etwas Licht im dunklen des Waldes und man konnte Straßenlaternen erkennen. Sein Haus stand mitten im Wald, umringt von

Bäumen mit einer kleinen Auffahrt. Auch die Treppen trug er mich mit Leichtigkeit nach oben, ohne irgendwie außer Atem zu sein. Er brachte mich in sein Schlafzimmer und setzte mich auf seinem Bett ab. Er wollte sich gerade wieder umdrehen, doch ich wollte nicht, dass er geht. Ich hielt ihn am Arm fest. » Victoria, du kannst dich gern duschen gehen und dir irgendetwas aus meinem Schrank nehmen. Ich muss dich leider nochmal kurz verlassen um mich um dieses Scheusal in meinem Wald zu kümmern. Ich hoffe du bist damit einverstanden?« fragte er

mich. Ich nickte und da drehte er sich auch schon um und trat zu Tür hinaus. Da saß ich nun, auf dem Bett meines Professors und sah mich um. Sein Schlafzimmer war sehr schön eingerichtet in einem leichten Viktorianischen oder Gotischen Stil. Sein Bett ist aus massivem, dunklen Holz, in dessen Rückwand schöner Verzierungen eingeschnitzt sind. Dazu passende Nachttische und einen sehr großen Kleiderschrank. Ich erhob mich und ging Richtung Badezimmer, dass gleich an sein Schlafzimmer grenzte. Es gab keine direkte Tür, die beiden Zimmer waren nur mit einem riesigen Torbogen mit

einander verbunden. Mitten im Badezimmer stand die Badewanne auf einer Erhöhung. Der Rest des Badezimmers ist eher moderner eingerichtet. Ich zog mich geistesabwesend auf dem Weg zur Dusche aus. Die Dusche war ebenerdig mit einer großen Glaswand davor. Möglicherweise könnten hier 5 Personen rein passen. Mit einer Handbewegung drehte ich das Wasser gleich in der richtigen Temperatur auf. Das Wasser prasselte auf meine nackte Haut. Ich versuchte zu vergessen was passiert ist. Aber was mich mehr beschäftigt ist, was Nicolae jetzt mit ihm anstellt. Wenn er wieder da ist muss ich ihn das Fragen.

Ich schrubbte mich, mehr als sonst um das ekelhafte Gefühl und meine Gedanken zu entfernen. Sein Shampoo roch nach Zedern. Es roch wie er. Nach Wald. Ich wusste nicht wie lang ich duschte. Es fühlte sich wie eine Ewigkeit an. Als ich aus der Dusche stieg fand ich kein Handtuch. Ich lauschte kurz am Torbogen ob er wieder gekommen ist, aber ich hörte nichts und entschloss mich schnell nackt aus dem Badezimmer zu gehen um mir etwas zum anziehen zu holen. Sein Kleiderschrank war riesig und ich öffnete eine der Schranktüren die, auch

wie das Bett, schön verziert waren. Auf der einen Seite hingen nur Hemden und Hosen, aber ich konnte doch nicht eins seiner Hemden anziehen. Ich öffnete noch eine andere Tür und dort lagen ein paar T-shirts von denen ich mir eins wegnahm. In dem Moment als ich es über mich ziehen wollte ging die Tür auf und Nicolae kam rein. Panisch drehte ich mich um und hielt mir das T-shirt vor meinen Körper. » Oh..ich bitte vielmals um Verzeihung « sagte er, drehte sich um und ging schnellen Schrittes aus der Tür. Ich warf mir schnell das T-shirt über. Es

war mir viel zu groß, aber das war auch gut so, wenn man bedenkt das ich nichts drunter hatte. Ich sah kurz in den Spiegel und erkannte das es ein Led Zeppelin T-shirt war, das verwunderte mich etwas. Ich hätte nicht gedacht das er soetwas hört. Ich ging noch einmal ins Bad um wenigstens meinen Slip wieder anzuziehen dabei rief ich ihm zu, dass er wieder ins Schlafzimmer kommen kann. Als ich aus dem Bad wieder heraus kam, stand er am Bett und war noch immer von mir weggedreht. Ich fühlte mich unwohlund und war daher etwas verhalten. Als er aber hörte, dass ich näher kam drehte er sich um und sah mich besorgt

an. » Wie geht es dir? « fragte er mich unruhig. » Ich weiß nicht, aber der Gedanke daran, dass du mich vor dem schlimmsten bewahrt hast, erleichtert mich schon ein wenig « antwortete ich ihm. » Wieso hast du dich mit ihm getroffen? « fragte er mich. Ich war etwas erstaunt über seine Frage. Mir war nicht klar, was er mit dieser Frage bezwecken

wollte. » Um dich zu vergessen « schoss es plötzlich aus mir heraus, ohne Nachzudenken, aber es war so leise, dass er es unmöglich hätte hören können. Doch ich sah wie er sich ein winziges Lächeln auf seinem Gesicht verkniff. Doch schnell wurde sein Blick wieder ernst. » Bitte triff dich nicht mehr mit so dubiosen Männern « bat er mich mit einem finsteren Blick. » Ich konnte nicht ahnen das er so auf

Ablehnung reagiert..« sagte ich leise. In der zwischenzeit bin ich immer etwas näher zu ihm gelaufen. » Wenn du willst kannst du die Nacht gern hier schlafen. Ich würde mich ins Wohnzimmer begeben « schlug er mir vor. » Brauchst du noch irgend etwas? « fragte er bevor er ging. » Vielen Dank. Nein ich brauche nichts mehr « Und insgeheim wünschte ich mir, dass er

mit da bleiben würde, aber das konnte ich schlecht von ihm verlangen. Er wünschte mir eine angenehme Nacht und ging hinaus. Ich legte mich in sein Bett. Es roch noch nach ihm, als hätte er gerade eben erst darin gelegen. Sein Bett war so weich und wiegte mich regelrecht in den Schlaf. Ein paar Stunden sind vergangen in denen ich etwas Ruhe fand, doch ich träumte schlecht und wachte mitten in der Nacht wieder auf. Ich lag eine Weile wach da und konnte nicht mehr einschlafen. Meine Gedanken drehten sich noch immer darüber was hätte noch alles passieren können. Ich entschied mich auf die Suche nach der

Küche zu machen um mir ein Glas Wasser zu holen. Also schlug ich die vielen Bettdecken zur Seite und rutschte vorsichtig aus dem Bett. Ich versuchte möglichst leise mich aus dem Schlafzimmer zu schleichen. Er schlief bestimmt auch schon und ich wollte ihn nicht wecken. Ich lief am Wohnzimmer vorbei und sah ihn vor dem Kamin sitzen. Ich blieb an der offenen Tür stehen und beobachtete ihn eine Weile. » Kannst du nicht schlafen? « fragte er mich ohne mich anzusehen. Ich war mit nicht bewusst wie er mich gehört haben

kann. » Nein, ich...« fing ich an. » Kann ich mich zu dir setzten? « fragte ich zögerlich nach einer kurzen Pause. Er winkte mich mit einer Hand zu sich. Ich lief zu ihm und setzte mich neben ihn auf den Boden. » Wieso schläfst du nicht? « fragte ich. » Ich schlafe nie viel. Zu viele Gedanken weist du..« antwortete er abwesend und nahm einen Schluck aus seinem

Rotweinglas. » Ich wollte dir Danken für heute, aber mir ist noch immer nicht klar woher du wusstest, dass..« versuchte ich zu sagen. » Man kann sagen, dass es eine Eingebung war « antwortete er mir verhalten. » Ich war es..« sagte ich matt. » Was warst du? « Nun sah er mich endlich an. Das Licht des Kamins flackerte in seinem Gesicht und seine Augen sahen etwas dunkler aus

als sonst. » Ich war es, die dich so zu sagen gerufen hat. Ich hab dich mit einem Mal vor meinem Inneren Auge gesehen und dir erzählt was los ist « antwortete ich und hatte dabei ein mulmiges Gefühl. Er überlegte kurz und lies meinen Satz wahrscheinlich in seinem Kopf review passieren. Ich hoffte nicht mehr auf eine Antwort. Er sah wieder in den Kamin und strich sich über sein Kinn. » Ich sah dich ebenfalls « sagte er dann plötzlich und starrte dabei weiter in den

Kamin. » Wie ist das möglich? « fragte ich skeptisch und legte meine Hand auf seine, damit er mich ansehen musste. Er sah etwas geschockt zu mir und zog vorsichtig seine Hand zurück. Diese Geste kränkte mich sehr. » Ich weiß es nicht. Victoria..Ich..« Es fiel im schwer etwas auszusprechen. Er biss sich auf die Lippe und versuchte die richtigen Worte zu finden. » Ich kann nicht. Es gibt so viele Gründe..« sagte er bedrückt zu mir, stand

auf und goss sich ein weiteres Glas Wein ein. Darauf hin nahm er einen großen Schluck und leerte, in nur einem Zug, sein Glas. Er kam wieder zu mir und kniete sich vor mich. Sein Blick war eindringlich und ich konnte mich nicht von ihm wenden. » Victoria du kannst dir nicht vorstellen wie sehr ich dich begehre. Du kannst nicht wissen wie viel Beherschung es mich kostet wenn ich in deiner Nähe bin. Ich versuche so sehr dir fern zu bleiben aber ich schaffe es nicht. Ich bekomme es aber auch nicht übers Herz dich in die Fänge eines Raubtieres zu legen « sagte

er leise während er immer näher kam. Kurz war ich perplex über sein offenes Geständnis, aber ich bin der festen Überzeugung, dass uns das Schicksal zusammen geführt hat und das ein 'uns' passieren soll. » Ich weiß deine Gründe nicht, doch ich weiß, dass du in meiner Nähe komplett du selbst sein kannst. Wie im Wald. « antwortete ich leise und legte meine Hand auf seine Brust.

Cold Hands

Unser Blick lies nicht vom andern ab. Kein Blick zu ihm war verschwendete Zeit. Wir knieten nun beide knapp voreinander und er strich mir sanft mit seinen Fingerspitzen über die Wange. Mein Herz raste und mein Verlangen zerfetzte mich innerlich. Seine kalte Haut an meiner zu spüren war das was ich die ganze Zeit ersehnte. Ich weiß, es ist nicht richtig aber in diesem Moment schien es mir mehr richtig zu sein als alles andere. Er seufzte leise und atmete etwas schwerer aus. Ich sah ihm an, dass er mit seinen Gefühlen

kämpfte. Der Kamin knisterte im Hintergrund und brachte mich immer mehr zum schwitzen. Die Berührung seiner Fingerspitzen ging über in seine ganze Hand. Diese streichelte erst über meine Wange und dann meine Haare nach hinten. Ich sah zu ihm auf und legte meinen Kopf in seine Hand. Mit seiner anderen Hand umfasste er meine Taille. Er strich so langsam entlang, dass es kitzelte. Er zog mich enger zu sich und drückte mit der anderen Hand leicht meine Kopf in seine Richtung bis sich endlich unsere Lippen berührten. Mir war noch nicht ganz bewusst was gerade geschieht. Dieser

Kuss löste in mir Gefühle aus die ich so noch nie gespürt hatte. Zuerst war er noch etwas zögerlich was die Intensität des Kusses belangt, aber nach kurzer Zeit steckte er sein ganzes Verlangen hinein. Er presste mich an sich und meine Brust schmiegte sich an seinen Körper. Ich konnte meine Lust kaum in Worte fassen. Wir begehrten einander immer mehr. Die Küsse wurden wilder und noch mehr Hingebung flammte auf. Er ergriff meinen Oberschenkel und hob mich auf sein Schoß. Mit seiner anderen Hand fuhr er unter mein T-shirt. Die Kälte seiner Hände strömte über meine Haut wie eine Welle die mich im Meer

verschluckt. Gleichzeitig die Wärme des Kamins und die Kälte seiner Hände zu spüren versetzte mich in einen anderen Zustand. Ich war berauscht von diesem Eindruck. Meine Sinne verschärften sich darauf und je mehr Feuer und Eis mit mir spielten, umso mehr Lust erfüllte meinen Körper. Ich hatte das Gefühl keine Luft mehr zu bekommen, die gier zwischen uns raubte mir den Atem. Seine Zunge spielte mit meiner als ob wir miteinander tanzten. Seine starken Hände versuchten jede Stelle meines Körpers zu erfassen und ich konnte meine Begierde kaum dabei

zügeln. Dabei drückte er mein Becken immer wieder an seines und ich führte die Bewegung mit aus. Seine Erregung war deutlich zu spüren in dem ich immer wieder darüber rutschte. Mein, in Flammen getauchter, Leib wollte immer mehr von ihm spüren und ich konnte mein stöhnen nicht zurück halten. Er wählte diesen Zeitpunkt, in dem ich stöhnte, um von meinem Mund weg zu kommen. Er küsste mich an meinem Hals entlang. Mich durchzog ein Schauer als ich seine Zähne auf meinem Fleisch spürte. Er lies aber gleich wieder davon ab als seine Atmung immer schwerer wurde. Seine Hand streifte durch mein

Haar und er gab mir noch einen letzten Kuss bevor seine Lippen sich zurück zogen. Er sah mich an und meine Wangen glühten förmlich. Er lies mich von sich hinab sinken. Ich sah in seinem Gesicht mehr Enttäuschung und Wut als die Freude die er darüber empfinden sollte. Er strich sich seine Haare aus dem Gesicht und flüsterte leise meinen Namen. » Ich habe mich zu sehr gehen lassen ....und die Kontrolle verloren « sagte er mir bedrückt. Ich lächelte und wollte ihn wieder küssen, doch er schob mich vorsichtig

von sich weg. Ich verstand es einfach nicht. Zuerst zeigte er mir seine volle Leidenschaft und jetzt blockt er wieder ab. Ich bin gekränkt und sank auf den Boden. » Es tut mir leid, bitte geh wieder ins Bett « sagte er bekümmert und stand auf. Ich sah ihm hinterher. Zuerst ging er zur Weinkaraffe die auf der Bar stand und goss sich ein Glas ein. Davon trank er einen großen Schluck und ging Richtung Flügel, der in seinem Wohnzimmer prozte. Er fing an eine traurige Melodie zu spielen die mir bis in die Knochen zog. Ich konnte diese Abweisung nicht

auf mir sitzen lassen, wenn ich doch weiß wie er fühlt. Ich stand auf und setzte mich neben ihn ans Klavier. Ich lies ebenso meine Finger über die tasten gleiten. Wir spielten zusammen die Symphonie. 'Das ist es' dachte ich mir und hörte aprupt auf. » Wir beide, nur zusammen, ergeben die Symphonie « sagte ich ihm selbstsicher. Er antwortete nichts und spielte zu Ende. In seinem Gesicht konnte ich erkennen, dass er mit seinen Emotionen

ringte. » Bitte mach es mir nicht schwerer als es so schon ist..« flehte er mich an. » Aber irgendwie werden wir einen Weg finden, das haben mir meine Visionen gezeigt « » Deine Visionen..du hattest mir davon erzählt. Ich...hab sie ganz außer Acht gelassen « sagte er und überlegte dabei haarscharf. Er springt plötzlich vom Hocker auf und läuft eilig zu dem großen Bücherregal. Dort zieht er ein kleines, rotes Buch

heraus das mit einer goldenen Schnalle verriegelt ist. Für diese benötigt er allerdings keinen Schlüssel. Er blätterte ein paar Seiten durch, doch anscheinend fand er nicht das wonach er suchte. Ich saß noch immer perplex vor dem Klavier und starrte ihn an. Er zog vorsichtig ein kleinen Brief aus dem Buch hervor und faltete ihn auf. Er kam zu mir mit dem Brief in der Hand und freute sich. » Ich hatte meine Familie ganz vergessen. Nach all den Jahren sind sie aus meinen Erinnerungen ausgegraut doch du hast mich gerade an etwas erinnert. Meine Großmutter war eine Seherin und kurz bevor ich mein Heim

verlassen hatte gab sie mir diesen kleinen Brief... « konnte er nicht mal ausreden. » Wow Mo-Mo-Moment « stotterte ich vor mich hin. » Du bist gerade einmal 36 und hast deine Familie vergessen? Und deine Großmutter war eine Seherin? Also hatte sie Visionen wie ich? « fragte ich ihn. » Das würde ich dir gern ein ander mal erklären und ja sie sah Dinge voraus, die sich auch so bewahrheitet hatten. Es tut mir leid, dass ich dir nicht gelaubt hatte im Wald « sagte er aufgeregt und gab mir

den Brief. Ich nahm ihn vorsichtig denn er sah sehr alt aus. Er war so hauch dünn und zerbrechlich. Mein einziger Gedanke war gerade wie alt dieser Brief zu sein scheint. Aber ich wollte wissen was er mir zeigen wollte und so klappte ich behutsam den Brief auf. In einer sehr schönen, aber für mich fast unleserlichen Schrift stand geschrieben: » Mein Lieber Nicolae, Ich weiß schon wie schmerzlich ich dich vermissen werde. Auch wenn eine lange, sehr dunkle Zeit auf dich zu kommt, so

kommt auch irgendwann dein Licht. Wenn du die Frau findest die dich in ihren Träumen sieht, dann bleib bei ihr. Du wirst sowieso nicht drum herum kommen. Sie führt dein Schicksal an. Bei ihr kannst du sein, wer du wirklich bist. In Liebe, deine Großmama « » Deine Großmutter hat mich also kommen sehen? « fragte ich erstaunt. Er setzte sich auf die Sofalehne und rieb sein Gesicht. Kurz darauf lächelte er mich

an. » Na wenn meine Großmutter und du der selben Überzeugung seit, dann kann ich unserem Schicksal ja nicht im Wege stehen « sagte er erfreut. Ich stand auf und stellte mich vor ihn. Er sah zu mir und strich meine Haare zur Seite. » Zumal ich deinem Wesen sowieso nicht widerstehen kann und es immer auf die selbe Situation hinauslaufen würde. Damit wäre keiner von uns beiden Glücklich auf Dauer. Ich möchte deiner Seele keinen Schaden zufügen « sagte

er. » Willst du es denn überhaupt auch? « fragte ich ihn bedacht. Er näherte sich mir. » Ich würde mir nichts mehr wünschen als das, aber es kann gefährlich für dich werden und wir müssen aufpassen « sagte er mir leise. » Weil du mein Professor bist? « fragte ich. » Nicht ganz, aber ja das gehört auch dazu. Ich kann dir im Moment noch nicht

alles sagen. Zumal das viel zu viel zu schlucken wäre, aber ich verspreche, dich in naher Zukunft darüber aufzuklären. Ich muss selbst noch einige Dinge herausfinden « sagte er konzentriert. Er hauchte mir einen Zärtlichen Kuss auf die Lippen. » Niemand darf von uns wissen und in der Uni kennen wir uns weiter nicht « sagte er noch. » Das ist mir bewusst « sagte ich und

nickte. Er zog mich zwischen seine Beine und küsste mich abgöttisch. Seine Hände streichelten mich sanft auf dem Rücken. Er stoppte kurz vor meinem Po und beendete den Kuss. » Ich hoffe du kannst jetzt besser schlafen « sagte er sanft. » Wenn du dich zu mir legst.. « antwortete ich neckisch und strich mit meiner Hand über seine Brust. » Ich würde dich nur vom schlafen abhalten. Ruh dich erst etwas aus «

wendete er ein. Ich war damit einverstanden und lief zurück zum Schlafzimmer. An der großen Tür des Wohnzimmers, drehte ich mich noch einmal um. » Gute Nacht « wünschte ich ihm und stieg die Treppe wieder nach oben.

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Hörbuch

Über den Autor

demonic_storm
Ich hatte eine gute Idee und versuche diese nun umzusetzen und mit euch zu Teilen.
Ich schreibe die Geschichten wenn ich dazu Lust habe oder Inspiriert bin. Deshalb gibt es keine festen Termine, wann neue Kapitel veröffentlicht werden.
Seid nicht so hart zu mir, ich bin neu in diesem Bereich und wollte mal etwas ausprobieren :-)
love an alle ?

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gela556 Beim Lesen von deiner Geschichte, da hatte ich das Gefühl, von einem Albtraum in den nächsten zu stolpern.
Gerne gelesen
LG Gela
Vor ein paar Wochen - Antworten
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