Kurzgeschichte
Fritzi in Nöten

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"Fritzi in Nöten"
Veröffentlicht am 27. Juli 2021, 10 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Fritzi in Nöten

Fritzi in Nöten

Fritzi in Nöten Heute war nun der große Tag, an dem Fritzi endlich die große weite Welt kennen lernen durfte. Die Mutter hatte die letzten Tag während der ganz Fütterung immer wieder davon erzählt. Sie beschrieb wahre Wunder, die da draußen auf ihn warten sollten. Ein wenig ängstlich war ihm schon, wenn er daran dachte, dass er dann ganz alleine auf sich gestellt war, und auch für sein Futter selbst aufkommen musste. Vorsichtig spähte er aus dem kleinen Einschlupfloch. Na, das sah ja ganz vielversprechend aus. Sonnenstrahlen

kitzelten ihn am Hals. Ein blauer Himmel mit ein paar lustigen weißen Wölkchen lachte ihn an und schien zu rufen: „Wo bleibst du nur ? Komm du kleiner Faulpelz, wir warten auf dich. Fritzi schaute erwartungsvoll auf seine beiden Geschwister, die sich gerade mal wieder um einen Wurm zankten, den ihnen die Mutter gebracht hatte. Die ahnten noch nichts - sie wussten ja nicht, was ihnen bevor stand. Sie waren jetzt nur noch zu dritt. Vor ein paar Tagen hatte sich seine Schwester zu nah an die Öffnung des Vogelhäuschens gewagt, hatte die Balance verloren und war in die Tiefe gestürzt. Jede Hilfe

seitens der Eltern kam leider zu spät, da gerade in diesem Moment eine schwarze Katze vorbei schlich. Da sie ja noch nicht fliegen konnte, war es um sie geschehen. Die letzten ängstlichen Piepser hatte Fritzi jetzt noch im Ohr. Nein, zum Essen war ihm im Augenblick so gar nicht. Ihn beschäftigten ganz andere Probleme. Würde er denn wirklich so fliegen können wie die Eltern es ihm immer wieder vormachten? Würde er auch allein diese leckeren Würmer, womit die Eltern ihn verwöhnten, finden? Was wäre, wenn diese Katze wieder da wäre oder er in irgendeinen Teich fallen würde? Bei diesem Gedanken sträubten sich sofort seine kleinen Federn.

Die Eltern hatten ihn als Erstgeborenen ausgesucht, zuerst das Nest zu verlassen. Es wurde dort in dem kleinen Nest für 3 Kinder jetzt auch wirklich zu eng. Da musste er nun durch. Einerseits war er ja auch stolz darauf, seinen Geschwistern ein Vorbild zu sein. Wenn nur nicht diese Ängste wären ! Gott sei Dank erschien jetzt die Mutter mit einem besonders großen Wurm und ermunterte ihn zu essen, da er jetzt viel Kraft brauchte. Lustlos pickte er sich ein paar Stücke heraus und beschloß jetzt sehr tapfer zu sein und den Brüdern ein gutes Beispiel zu geben. Zärtlich zauste die Mutter noch ein

letztes Mal an seinem Gefieder, schnäbelte ihn herzhaft und schubste ihn an das Einflugloch. Draußen flatterte schon der Vater , der ihm zu zwitscherte: „Komm Fritzi, ich zeig dir, wie man fliegt“ Fritzi tat einen kleinen Sprung, ruderte mit seinen Beinchen und spreizte seine Federn. Schwups landete er in einem wunderschönen Beet voller bunter Blumen. Hilfeheischend piepste er seinen Vater an. „Autsch!“ Fritzi piepste erschrocken. Das hatte er sich doch an einer Rose gestochen ! Das tat weh! Sollte das die viel gepriesene schöne Welt sein?

Vorsichtig schaute er nach oben. Riesengroße Blumen wie Fingerhüte, Phlox, Lupinen und Eisenhut neigten sich über ihn und nickten ihm freundlich zu. Da fühlte er sich gleich ein wenig wohler. Wo nur der Vater blieb? Wie erleichtert war er, als die Stimme seines Vaters von ferne hörte . Und da sah er schon die vertraute Gestalt seines Vater vor sich, der ihn beruhigte und ihn ermunterte , bei dieser Gelegenheit gleich mal nach Würmern zu picken. Das war das erste Mal, dass Fritzi sein Essen ganz alleine fand. Noch nie hatte ihm ein Wurm so gut geschmeckt. Da dachte er sich, dass es doch gar

nicht so schlecht hier in dieser großen Welt wäre. Doch diese ganzen Aufregungen waren wohl etwas zu viel für ihn und er fühlte sich auf einmal so richtig müde. So scharrte er sich an der Hecke zwischen Rosmarin und Pfefferminzbüschen eine kleine Mulde, atmete tief den betörenden Duft ein und fiel in einen tiefen Schlaf. Er träumte, er wäre im Himmel mit vielen wunderschönen Gestalten, Vögeln, Elfen und herrlichen Blumenwiesen. Er war

glücklich!

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Brigitte

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Kornblume Eine zauberhafte Kindergeschichte zum Vorlesen und Zuhören für kleine und mittelgroße Helden.
Ich grüße Dich herzlich liebe Brigitte und hoffe es geht Dir gut.
die bleue Blume vom Wegesreand.
Vergangene Woche - Antworten
Brigitte Hallo mein Kornblümchen, lange nichts gehört von dir. Ich freue mich, dass die meine kleine Geschichte gefällt. Liebe Grüße in die Nacht. Schlafe gut Brigitte
Vergangene Woche - Antworten
Enya2853 Liebe Brigitte, was für eine entzückende Geschichte, so schön beschrieben.
Wenn ich darf, lese ich sie meinen jüngsten Enkelinnen vor. Sie werden es lieben.
Ganz liebe Grüße
Enya
Vergangene Woche - Antworten
Brigitte Diese geschichte fiel mir ein, als ein Vogeljunges während der Brutzeit in unserem Garten aus dem Nest gefallen war. Da habe ich mich mal versucht in diesen kleinen Pechvogel rein zu versetzen. Ganz lieben dank liebe Enya für deinen Besuch bei mir. Liebe Grüße an dich Brigitte
Vergangene Woche - Antworten
baesta Ist ja eine niedliche Kindergeschichte.

Liebe GRüße
Bärbel
Vor ein paar Monaten - Antworten
Brigitte Danke liebe Bärbel, ja das kennt man wohl garnicht von mir. Ich habe es mal versucht.
Vor ein paar Monaten - Antworten
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