Kurzgeschichte
Neurotraining

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"Neurotraining"
Veröffentlicht am 08. Juni 2021, 12 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Alles bleibt anders!
Neurotraining

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Neurotraining

Dieses unterhaltsame Neurotraining soll die Konzentration, die Aufmerksamkeit fördern. Seit zwei Wochen übe ich es schon und ich muss sagen: Ich bin begeistert.

Die Idee ist einfach und sie ist kompliziert zugleich: Man soll seinen Gedanken bei der Arbeit zusehen! Von Anfang bis Ende. Und dieses Dranbleiben, dieses Sich-Nicht-Ablenken-Lassen…..das ist das dann Training.

Versuchen Sie`s mal. Ist gar nicht so einfach.

Was Sie tun müssen? Im Sitzen oder Liegen die Augen schließen und entspannen.

Dann stellen Sie sich eine Frage.

Und dann….schauen Sie ihrem Geist bei der Arbeit zu!  Nur zuschauen. Nichts tun! Schauen und hören Sie zu, was passiert. Und ich sage Ihnen: Es passiert viel!

Nur konzentriert müssen sie bleiben; lassen Sie sich nicht ablenken von Gedanken an die Steuererklärung, an den

letzten Streit mit dem Partner oder an das Mittagessen.

Die Fragen, die Sie stellen, können ganz unterschiedlich sein. Zum Beispiel: Warum kriege ich immer die falschen Männer ab? Oder auch: Was muss ich tun, damit mein Rhododendron blüht?

Die Antworten, die unser Geist, unsere Gedanken geben, sind entweder prima geeignet für eine weitere `Forschungsreise` zu diesem Thema. Oder aber man kommt sehr schnell an sein Ziel, steht aufgeregt auf und streut zermahlene Eierschalen rund um seinen Rhododendron.

Also, ich zeige Ihnen jetzt mal, wie das funktioniert.

Ich lege mich aufs Sofa und schließe die Augen.

So.

Die Frage, die ich mir heute stellen will, lautet: Was ist eigentlich Glück?

Sofort antwortet mein Geist mit einer oberschullehrerhaften Feststellung: Glück kann sowohl ein Zustand und als auch ein Weg sein. Aha!

Und, fragt mich weiter mein Hirn, wenn

man glücklich ist, woran erkennt man das?

Hmmmm, ich überlege: Mein jüngerer Sohn meint ja, man erkenne Glück am Bauchkribbeln. Stimmt, als ich schwanger war, hatte ich ein brizzliges Blubbern im Bauch. Fühlt sich Glück vielleicht so an? „Ist Glück ein brizzliges Blubbern, ein Kribbeln im Bauch?“, frage ich.

„Schon möglich“, antwortet mein Geist. „Aber nicht nur. Glück ist auch ein ruhiges Dahingleiten in einem Boot auf der spiegelglatten Oberfläche eines Sees.“

Aha, ich fasse mal zusammen: Glück ist Brizzeln, Kribbeln und Dahingleiten. Eigentlich ganz einfach, oder?

Das Schwierige sei, ergänzt mein Geist, dass das Glück ein „Formwandler“ sei: Immer dann, wenn wir meinen, dass wir es gefunden haben, flutscht es einem durch die Finger, verwandelt sich und nimmt eine neue Form an.

Mir scheint, dass meine Gedanken gerade richtig Freude an diesem Rätselraten haben; denn es geht munter weiter.

„Weshalb“, fragt mich jetzt mein Geist,

„suchen wir eigentlich nach Glück? Was treibt uns Menschen an, ständig nach diesem quecksilbrigen Etwas zu suchen? Erst wenn wir depressiv oder tot sind, geben wir dieses lebenslange-Hinterherhasten auf. Oder,….. wenn wir das Glück tatsächlich gefunden haben!“

Und jetzt präsentiert mir mein Geist eine sehr spannende Frage: „Ist das Ausmaß von Glück eigentlich etwas, dass nur wir selbst für uns bewerten, oder brauchen wir für dieses Qualitätsurteil einen Partner, Freund und Nachbarn?

Können wir uns freuen, wenn es unser Partner, Freund, Nachbar, die Sache

nicht als Glück anerkennt? Braucht Glück also ein Publikum; einen Verstärker?“ Oha, diese Frage ist eindeutig philosophisch; und sie ist gut.

Und sofort kommt die nächste Hammerfrage: „Wie oft im Leben stellen wir uns eigentlich die Frage, ob wir glücklich sind? Und…..ist derjenige, der sich selten diese Frage stellt, glücklicher als der, der sie sich dauernd stellt?“ Hmmm, da fällt mir meine Mutter ein; die sagte immer: „Dumme sind glücklicher!“

Mit den nächsten Fragen beende ich mein Neurotraining: Wenn wir das Glück

gefunden haben, können wir es dann festhalten? Und wenn ja, wie?

Mit dieser interessanten Frage für meine weitere Forschungsreise zum Thema „Glück“ beende ich mein heutiges Neurotraining.

Hat es Ihnen gefallen?

Äh,…vielleicht könnten sie mir ihre Antwort später geben. Jetzt muss ich erstmal Eierschalen auf meinen Rhododendron streuen.

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PuckPuck
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Newcomer Hallo liebe Judith,
hm, zunächst empfehle ich frischen Kaffeesatz für den Rhododendron; das wirkt wahre Wunder!
Nun zum Text: Als Mann muss ich schon sagen, dass ein Vergleich mit einer Pflanze und einer bestimmten Kategorie Männer durchaus gewagt ist! Aber es hat etwas, das kann ich nicht von der Hand weisen. *grins*
Ansonsten wieder eine unterhaltsame Geschichte, die mich erneut zum Schmunzeln gebracht hat. Aber bei allem Respekt - und das soll kein Macho-Spruch sein, ich bin kein Macho - ist es aber auch typisch Frau. Ja, ich kann förmlich sehen, wie du gerade die Augen verdrehst ... *smile*
Vielleicht aber auch nicht ... Nun ja, wie auch immer, für Rückfragen stehe ich natürlich zur Verfügung. Kann aber dauern, ich bin gerade mitten im Umzug, nach 13 Jahren, uff ...

Liebe sonnige Grüße, das Wetter ist doch traumhaft, nich' immer meckern ... *smile*
Marko
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cassandra2010 
Falsche Männer und blühunwillige Rhododendren... gibt es da einen Unterschied? Und helfen denn wirklich Eierschalen? Die enthalten doch Kalk, und den meidet der Rhodo wie der Teufel das Weihwasser~~~

Hab mich gekringelt bei der Lektüre. Und nein, ich werde meinen Gedanken NICHT bei ihrem bisweilen perniziösen Tun zuschauen, nein, ich werde ihnen die Hirnschale einschlagen. Jawoll!

LG
Cassy
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PuckPuck Nööö, liebe Cassy, mein Rhododendron hat so`n paar Eier ganz gern gemocht; also die Schalen jetzt.
Und "permiziös": Da musste ich erstmal meine Frau Ecosia fragen; also bösartigen, niederträchtigen und schändlichen Gedanken gehört nicht die Hirnschale eingeschlagen. Die gehören aufgeschrieben. Raus mit dem Gedanken-Müll; wenn`s denn überhaupt einer ist.
Ich habe inzwischen Unmengen an Tagebüchern. Und oben auf der Tagebuch-Kiste liegt ein Zettel: "Nach meinem Tod bitte UNGELESEN vernichten! :o))))
Liebe Schreibergrüße an dich. Und `ne kühle Brise
Judith
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Gast 
"Neurotraining..."
Ich hoffe sehr, Du hattest diese Unterhaltung nicht versehentlich
oder auch nur rein zufällig mit >ALEXA< geführt? ...smile*
LG
Louis :-)
P.S. Mach Dir keine Sorgen, wenn Du jetzt hier kaum jemanden
antriffts, viele sind bei diesem Wetter im Garten oder am See baden.
Das ist um diese Jahreszeit immer so, alte Erfahrungssache... ...smile*
Louis :-)

Diese Woche - Antworten
PuckPuck Also, zu deinem Kommentar: ALEXA ist ´ne dumme Kuh und kann bestimmt nicht so schöne Gedanken erfinden ;o))))
Und du, lieber Louis? Hast Du einen Stammtisch-(Bier)-Garten, in dem es sich mit Rolli gut `chillen` lässt ?
Ich komme so langsam aus meinem Corona-Schneckenhaus; Biergarten kommt mir noch irgendwie aus einer anderen Welt vor. Aber Garten ist prima. Und Eis.
Ich schick dir eine kühle Brise nach Berlin
Judith
Diese Woche - Antworten
Gast lacht*
Da gebe ich Dir recht, mit der dummen Kuh, auch wenn mein Sohn mir darin vehement widerspricht. Denn für ihn macht sie nämlich alles, na ja, fast alles... ...grinst*
Ja, ich hatte einen erstklassigen Lieblings-Italiener bei mir im merkwürdigen Viertel, aber da sie gerade das alte Einkaufscenter aus den 70zigern im MV abreißen, um dort das größte Shopping-Center Europas hinzuwuchten und sowieso noch alles in den coronabedingten Startlöchern steht, muss ich halt mein kühles König Ludwig jetzt, wohl oder übel noch daheim auf Balkonien genießen... ...grinst*
Kühle Briese wäre prima, könnte ich jetzt hier und heute übrigens gut vertragen... merci... :-)
LG zu Dir
Louis :-)
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