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Leben

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"Leben"
Veröffentlicht am 28. März 2021, 8 Seiten
Kategorie Sonstiges
© Umschlag Bildmaterial: rangizzz - Fotolia.com
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Hi! Ich drücke mich durch das Schreiben aus und hoffe, andere damit zum Nachdenken anzuregen, oder einfach nur zu erheitern. Im Leben eines Jeden passieren gute, sowie auch schlechte Dinge, die Frage ist dann nur, wie man damit umgeht. Ich hoffe, anderen etwas mit auf den Weg zu geben, den wir alle beschreiten müssen. Doch das hier dient sicher auch der eigenen Weiterentwicklung und Verbesserung ;)
Leben

Leben

Ich habe aufgegeben. Ich sah das Licht nicht mehr zwischen dem Wahnsinn, der uns umgibt. All diese Menschen, die die Hoffnung aufgeben und zusammenbrechen unter ihrer Last, die sie nicht tragen können. Und diese Gedanken breiten sich aus wie eine Grippe, wie ein Virus. Wenn die Maßnahmen den Geist nehmen und die Krankheit den Körper,

welcher ist dann der größere Verlust? Körperliches Leid oder der seelische Tod? Kann man mit einem gebrochenen Geist überhaupt noch Heilung erfahren oder wandert man dann wie ein Untoter durchs Leben? Kann man das überhaupt

noch Leben nennen? Bei einem körperlichen Tod gibt es keine Qualen nach dem letzten Herzschlag mehr, keine Folgeschäden, die einem die Lebensfreude nehmen könnten. Ich bin gebrochen. Ich habe keine Perspektive für die Zukunft, nur noch Trauer. Trauer, um das alte Leben voller Freiheit, Freude, Ruhe, Spaß, Träume und Nähe. Jetzt unternehme ich alles Mögliche, um den Gedanken der Nostalgie entgehen zu können; um nicht über den Verlust aller nachzudenken und deren Beklemmung. Ich bin des Kämpfens

müde. Ich mag nicht mehr aufstehen, um wieder zu fallen, ich spüre meine Glieder nicht mehr, denn

der Körper kann nicht lange ohne Seele überleben, also folgt er ihr. Dennoch werfe ich nicht endgültig weg, was mir geschenkt, denn das wäre feige und egoistisch. Ich sah das Leid, das man anderen dadurch zufügt und die Narben und Ängste, die sie ihr ganzes Leben begleiten werden. Selbst ohne direkte Bekanntschaft reicht die Erzählung, um

das Herz schwer werden zu lassen. So viele Menschen ohne Hoffnung und ohne Zukunft. Natürlich kommen diese Gedanken, diese grausigen Versprechen einer schnellen Erlösung, aber wieviele Menschen werden ihre Augen nie wieder öffnen? Wieviele würden es gerne, können es aber nicht und wieviele warfen dieses Privileg einfach weg? Ich denke zu viel nach. Es heißt, die Welt brauche Denker und Dichter, aber was ist, wenn sich durch diese die Depression nur schneller

ausbreitet?

Die Literatur lehrt uns dennoch, dass das Leben nie einfach ist. Manche Menschen sind zwar unglücklich über die Einfachheit ihrer Leben, aber das sind nur seltene oder vorübergehende Fälle.


Wieviele Menschen haben so viel zu sagen, können es aber nicht? Sei es wegen der Gesellschaft, der Zeit, Angst um das eigene Leben oder weil sie einfach nicht wissen, wie. Wieviele Menschen schreien, klagen und weinen innerlich, ohne dass es jemandem

auffällt? Wir suchen uns Mittel, die diese Gefühle stummschalten. Wir greifen nach Alkohol, Essen, Medikamenten oder anderen Drogen. Aber dann vergessen wir nicht nur den Schmerz, sondern auch uns selbst und nach der Ursache des Ganzen zu suchen. Wir Menschen sind manchmal sehr kümmerlich. Aber wir haben auch einen Vorteil, denn weil wir Menschen sind, müssen wir nicht perfekt sein. Wir müssen auch nicht alles im Leben erreicht haben oder furchtlos sein, denn

unsere Leben sind begrenzt. Und das ist okay, aber


mach es nicht kürzer, als es ohnehin schon ist. Niemand ist vollkommen allein. Es gibt immer Leute, denen man nicht egal ist, auch wenn es nur ein winzig kleiner Teil der Weltbevölkerung ist. Du bist reich, denn du hast Leben.

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Über den Autor

LucyPevensie
Hi! Ich drücke mich durch das Schreiben aus und hoffe, andere damit zum Nachdenken anzuregen, oder einfach nur zu erheitern. Im Leben eines Jeden passieren gute, sowie auch schlechte Dinge, die Frage ist dann nur, wie man damit umgeht. Ich hoffe, anderen etwas mit auf den Weg zu geben, den wir alle beschreiten müssen. Doch das hier dient sicher auch der eigenen Weiterentwicklung und Verbesserung ;)

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Kornblume Ja, wir Menschen sind kümmerlich, aber nicht nur das. Wir sind rücksichtslos, brutal, unbarmherzig und erheben den Anspruch zu richten nach Gutdünken.
Dein Protagonist im Text ist zu müde um zu kämpfen.Was ist oder war sein Ziel? Wer gibt(gab) ihm das Recht zum Kampf ohne direkte Erfahrung? Depressionen lass ich nicht gelten, ist mir zu einfach, zu egoistisch wenn es um das Ganze geht und nicht nur um das kleinliche eigene Ich.
Ein für mich sehr nachdenklicher Text über den sich viel diskutieren lässt.
Grüße an Dich schickt die Kornblume
Vor ein paar Wochen - Antworten
LucyPevensie Es geht ja im Ganzen um den inneren Kampf gegen die Gedanken wie auch Depressionen (tatsächlich). Es ließe sich auch auf Erinnerungen beziehen, die einen freudlos machen oder so. Vielleicht auch auf echte Kriegserfahrungen, aber dazu kann ich nicht viel sagen, da ich nur Erfahrungsberichte gelesen habe und es nicht selbst erlebt. Deswegen blieb ich bei den Thema Depressionen, weil ich darin auch meine eigenen verarbeitet habe, dennoch spreche ich dort die Corona Maßnahmen wie social distancing an, da man bei vielen Menschen tatsächlich psychologische Folgen erkennen kann.
Der Kampf an sich ist das Bewältigen des Alltags mit diesen vielen Hürden die sich vor einem aufbauen. Depressionen und Selbstmordgedanken werden in dem Text auch als egoistisch beschrieben und deswegen abgetan. Aber dieses durchgängige Abtun der Gedanken und Aufsetzen eines Lächelns in Kombination mit dem Erzwingen von positiven Gedanken ist auch nicht gut. Der Text soll auch ermutigen, die Einstellung Depressionen gegenüber zu überdenken, wenn man an diesen leidet, denn die sind nicht undurchdringlich.
Aber das war nur die ursprüngliche Idee dahinter. Wenn du eine andere Interpretation dazu hast, dann würde ich die gerne hören und mit dir darüber philosophieren.
Gruß Lucy
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