Krimis & Thriller
Das Gift der Metamorphose Teil 1 - Krimi der anderen Art

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"Das Gift der Metamorphose Teil 1 - Krimi der anderen Art"
Veröffentlicht am 13. Februar 2021, 16 Seiten
Kategorie Krimis & Thriller
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Das Gift der Metamorphose Teil 1 - Krimi der anderen Art

Das Gift der Metamorphose Teil 1 - Krimi der anderen Art

Frühling

FRÜHLING

Handelnde Personen:

Lea

- die Frau des Hauses

Asima

- ihre Putze

Waldemar - der Nachbar

ein Arzt, Polizisten und Feuerwehrmänner

Ein herrlich schöner Wochentag im Frühling. Die Sonne schickt bereitwillig ihre Strahlen auf

die Terrasse. Der Tisch ist noch gedeckt, in der Kaffeekanne befindet sich gerade noch so viel

Kaffee, dass sein Duft sanft in der Luft liegt. Wer hat es verabsäumt diesen letzten Schluck zu

trinken? Dazu braucht es nicht Donna Leon‘s Commissario Brunetti, Peter Falk als Inspektor

Columbo oder gar Agatha Christie‘s Detektiv Hercule Poirot. Es geht einfach nur um die Zeit,

die sollte sich nicht nur der Nachbar, ein übereifriger Pensionist der immer über den Zaun

sieht, nehmen. Hinter dem cremefarbigen Vorhang bemerkt man einen dünnen Schatten.

Leicht in Bewegung wie ein Zweig im Winde dreht und wendet sich dieser Schatten. In der

Gedankenwelt der Fantasie mag der Nachbar schon einiges sehen. Wird gerade die Garderobe gewechselt, vom leichten Morgenmantel in einen Wollpullover? Der leichte Frühlingswind beim Morgenkaffee ist für einen Satinmantel etwas zu gewagt. Doch es ist nur ein

Luftzug der schattengleich den Vorhang bewegt. Die Frau des Hauses, hat den gedeckten Tisch

nur kurz verlassen. War das ihr Mobiltelefon, war es das Festnetztelefon oder nur die

Haustorklingel? Erstmals macht sie sich darüber Gedanken, ob es sinnvoll war, alle Klingeltöne gleich zu schalten. Intuitiv

schlendert sie zur Haustüre und ist so gar nicht überrascht, als

der Herr Nachbar vor der Türe steht. "Hey, hallo Waldemar, mein lieber Nachbar, was gibt

es?" "Liebe Lea, du machst ja deinem Namen "Die Ruhmreiche“ alle Ehre". "Tja, warum bin

ich eigentlich zu dir gekommen? Ich habe einen Schatten hinter deinem Schlafzimmervorhang gesehen. Da machte ich mir Sorgen, bin über meinen Zaun geklettert, durch deine

Hecke gekrochen und da bin ich". Lea schaut verdutzt. "Warum glaubst du, es ist der Schlafzimmervorhang? Ich stand gerade unter der Dusche und habe den Vorhang fest zugezogen.

Mein sorgsamer Waldemar, kümmere dich um deine Sachen, wenn ich am Balkon stehe und

in Richtung zu dir schaue, da gibt es schon einiges zu sehen. Wer war gestern die schwarz-

haarige, oben ohne unten nix Frau. Ist dein

Vorhang noch immer in der Putzerei?" Der Dialog

ging noch einige Zeit hin und her, einfach nur belangloses Gerede.

Der letzte Schluck Kaffee wurde dem Nachbarn angeboten und mit einem Butterkeks im Mund

verabschiedet er sich. Neugierig ist unser Herr Nachbar, aber er hat auch eine andere Seite.

Herr Waldemar ist kein Verwandlungskünstler,

kein Schauspieler der in verschiedenen Rollen

zu Hause ist. Herr Waldemar lebt in der Mythologie, dort ist die Verwandlung eines Menschen

in ein Tier, eine Pflanze oder in Stein eine Metamorphose. Wie Batman ändert Waldemar zu

jeder Tages- oder Nachtzeit sein Aussehen. Es bleibt sein Geheimnis, auch Lea ahnt nicht,

welche Macht ihr Nachbar nach einer Verwandlung hat.

Der Tag neigt sich dem Ende zu, der Abend klopft leise an die Türe. Lea

räumt das Kaffeegeschirr von der Terrasse ab. Der Schaukelstuhl lädt zu

einem tages-ausklingenden entspannten Ausruhen ein. Schon streckt

Lea ihre Beine aus und benützt den Tisch anstatt eines Fußschemels.

Zigarette, rauchen? Das hat sich Lea schon lange abgewöhnt, ihr Nachbar

würde sie dann ja auf der Terrasse wissen.

Unbeobachtet spitzt Lea ihre

Ohren! War dieses Geräusch in ihrem Garten? Leicht vorgebeugt starrt

sie in das Nachbarhaus. Im offenen Fenster erspäht sie ein graues

mannshohes Etwas. Langsam gleiten ihre Hände zur Schublade des

Tisches und katzengleich entnimmt sie das Fernrohr. Genauer betrachtet

erkennt sie nun, dieses sich im zugigen Fenster befindliche Etwas, ein Bademantel, oder

Saunamantel, ev. ein Morgenrock. Doch ein Mantel ohne Kopf und Beine? Ein schauriges

Gefühl überkommt Lea. Der Mantel fällt aus dem Fenster und ein aufkommender Wind treibt

das graue Etwas auf die Terrasse. Lea ist wie gelähmt, nimmt einen Stuhl und versucht den

Mantel zu vertreiben. Doch vergeblich, Lea wird vom Mantel eingefangen, darin verwickelt,

verliert das Bewusstsein und stürzt zu Boden.

Am nächsten Morgen, als die “Putze“ wie

gewöhnlich in der Küche saubermachen will,

bemerkt sie, dass die Terrassentüre offen steht. Neugierig ist sie allemal, also tut sie so, als ob

sie die Türe schließen will. Doch dann ein Wände durchbohrender Schrei! Lea liegt auf dem

Terrassenboden, ihr Satinmantel nach oben hin über ihr Gesicht gezogen. Asima zieht

instinktiv den Mantel über Brüste und Scham. Nach einigen Minuten der Verzweiflung, der

Ohnmacht, wählt sie die Nummer ihres Sohnes. „Hallo, rufe die Polizei an, Lea liegt tot auf der

Terrasse, ich schaffe es nicht.“ Die Minuten bis Polizei und Rettung vor dem Hause Stellung

nehmen, werden zu Stunden. Wie in Trance öffnet Asima die Eingangstüre und zeigt den

Ankommenden die Richtung zur Terrasse. Asima zieht sich in die Küche zurück, doch immer

wieder muss sie den Beamten erklären, wann und wie sie in das Haus gekommen ist und die

tote Lea vorgefunden hat. Den aufkommenden Luftzug verspürt der Arzt und wundert sich, da

es windstill ist. Jetzt sieht er beim Nachbarn im offenen Fenster ein sich graues bewegendes

Etwas. Als er seine Entdeckung einem Polizisten sagt, lacht dieser nur.

Im Bericht des Mediziners konnte man nachlesen: Tod durch Herzversagen, die Person nahm

Medikamente gegen Durchblutungsstörungen und hatte arbeitsbedingt ein hohes

Stresspotential.

Frühling Rückblick

Frühlingszeit

Bei dieser ersten Geschichte war weder Inspektor Columbo

noch Commissario Brunetti involviert.

Doch die Haushälterin

war eine Freundin von Frau Berghammer, der Mutter des TV

Kommissars Benno Berghammer. Und so war es

ein Zufall,

dass Benno sich den Mordfall anschaute. Als er am Tag

danach das Haus betrat, fand er zu seiner Überraschung die

vermeintlich ermordete Frau schwächelnd, aber lebend am Sofa liegen. Mit der ihm eigenen

Befragungstechnik erfuhr Benno vom Nachbarn, von seinen komischen Äußerungen beim

Besuch am Tage des angeblichen Mordes und so wurde der Nachbar sofort zum

Hauptverdächtigen. Auch die Haushälterin schimpfte über alle Maßen, was Benno stutzig

machte. Ob es da nicht noch einen dritten unbekannten Mann gibt? Als nächstes schaute sich

Herr Berghammer in der Wohnung des Nachbarn um. Die Erscheinungen am Fenster konnten

schnell geklärt werden. Herr Waldemar hatte

seinen Bademantel einfach nur auf einem

Wäschestrick aufgehängt und je nach Luftzug bewegte sich der Mantel. Zudem fand Benno

ein Kostüm, das Herr Waldemar gerne auch außerhalb der Faschingszeit anzog, er war dann

Spiderman. So verkleidet spielte er mit seinen zwei Kindern im Garten, in den er stilgerecht

direkt aus seinem Fenster über ein kaum sichtbares Seil gelangte. Herr Waldemar war sich

seiner Sache bereits sicher und meinte zu Benno, was solle er denn schon für ein Motiv haben?

Der Kommissar ging auch in das Schlafzimmer von Herrn Waldemar und wunderte sich sehr,

überall an den Wänden waren Fotos von Opernaufführungen.

Besonders die Oper „Romeo und Julia“ hatte es dem

Nachbarn angetan. Und da kombinierte Benno in der

ihm eigenen Technik. In der Küche fielen ihm

Reagenzgläser und kleine Fläschchen auf. Von der

Haushälterin hatte er erfahren, dass sie eine leere

Kaffeeschale und ein ebenfalls leeres Wasserglas von der

Terrasse in die Küche getragen hatte. Die Frau des Hauses gab bei der Befragung an, dass sie

dem Nachbarn den letzten Schluck Kaffee angeboten hatte. Jetzt war es nur mehr ein

forensischer Test und eine DNA Probe von Kaffeetasse und Wasserglas. Der Nachbar hatte

den Kaffee ausgetrunken und in das Wasserglas eine Flüssigkeit geleert. Bei einer Anklage

musste sich Herr Waldemar rechtfertigen. Ein Psychologe testierte eine krankhafte Beziehung

zur Oper „Romeo und Julia“, seine erste an Krebs verstorbene Frau hieß Julia. Im Internet holte

sich der Täter die Anleitung: in der Oper

bekommt Julia vom Priester einen Trank, der sie für

einige Stunden in einen todesähnlichen Zustand versetzte. Dies konnte der Mediziner bei

seiner Standarduntersuchung am Tatort nicht feststellen. Das Urteil beim Prozess war

erwartungsgemäß hart. Schadenersatz an die vergiftete Frau, Beschlagnahmung einer Reihe

von Gegenständen aus der Wohnung und viele Jahre Haft mit Einweisung in eine Psychiatrie.

Benno wurde zu einem Abendessen eingeladen, die Menüfolge blieb aber geheim.

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Gebhard

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Gast Spannend, warte schon auf Teil 2
Vor ein paar Monaten - Antworten
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