Journalismus & Glosse
CORONA OHNE ENDE - Ansichten eines Ahnungslosen

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"Auch wenn ´s keiner mehr hören kann..."
Veröffentlicht am 12. Januar 2021, 18 Seiten
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Über mich gibt es nichts interessantes. Aber jetzt auch mit schönen bunten Bildern.
Auch wenn ´s keiner mehr hören kann...

CORONA OHNE ENDE - Ansichten eines Ahnungslosen

CORONA OHNE ENDE

Anmerkungen eines Ahnungslosen

„Wir schaffen das!“

Dieser banale Spruch unserer allseits belächelten Kanzlerette zur damaligen Flüchtlingswelle kennt man ja. Bekannt sein dürften auch die Auswirkungen dieses frommen Wunsches:

Flüchtlinge gibt es nach wie vor. Nur

werden die meisten von ihnen bereits auf hoher See oder an fremden Grenzen daran gehindert den deutschen Boden überhaupt zu erreichen. Sollten es dann doch einige schaffen, so wird ihnen mit unserer urdeutschen Bürokratie zu Leibe gerückt. Endlos lange Verfahren der Anerkennung auf politisches Asyl erwarten die, zumeist aus Kriegsgebieten, Geflüchteten.

Das kann Jahre dauern.

Und ganz ähnlich rückt man hierzulande der Corona – Pandemie zu Leibe. Nämlich mit der Überzeugungskraft deutscher Gründlichkeit. Verordnungen werden erlassen. Erlasse verordnet. Gesetze beschlossen.

Und schon da ist man sich uneins.

Bedenken werden angemeldet, Befürchtungen dargelegt. Munter wird in den öden Polit -  Talk – Shows bis zum Erbrechen über Nebensächlichkeiten palavert. Wenn man denn schon kein Experte in Pandemie – Bekämpfung ist, so muss man sich und seine Partei doch gut in Szene setzen. Aber bitte Ausgewogen.

Und dann wird doch beschlossen.

Deutschland geht im Frühjahr 2020 in den Lockdown. Natürlich nicht vollständig. Die Menschen müssen ja einkaufen können. Klopapier, Nudeln, Mehl, Hefe. Was man eben so braucht im angeratenen Stubenarrest. Dazu Seife.

Viel Seife. Denn jetzt ist Hände waschen Pflicht, in der Öffentlichkeit Abstand halten und eine Mund – Nasen – Abdeckung tragen. Kontaktsperren werden ausgerufen.

Schulen werden geschlossen, ebenso Kindergärten. Fabriken werden dicht gemacht, die Belegschaft in Kurzarbeit geschickt. Friseure und Nagelstudios lassen Haare und Fingernägel natürlich wachsen. Konzerte werden abgesagt, Theater und Kinos bleiben ohne Zuschauer. Sogar der heilige Bundesliga - Fußball muss pausieren. Der Restsport ebenso. Neue Wörter, wie Home – Office, Home – Shooling und Social – Distancing und Superspreader bereichern

fortan die deutsche Sprache.

Die ersten Vertreter der unterschiedlichsten Wirtschaftszweige werden laut. Man verlangt Verdienstausfall, warnt eindringlich vor einer Pleitewelle ungeahnten Ausmaßes. Steuergelder müssen das kompensieren, was einem jetzt durch den Lockdown durch die Lappen geht. Kurzerhand werden, Aufgrund des Gejammers dieser hartnäckigen Schnorrer, ganze Branchen für „Systemrelevant“ erklärt. Die Autobauer, die Tourismusbranche werden mit großzügigen Steuer – Milliarden bedacht. Trotzdem gibt es Entlassungen. Und die „Nicht – Systemrelevanten?“ Die Kulturschaffenden? Die Freiberufler und

Selbstständigen? Da muss halt ein Vergleichsweise kleines Taschengeld über die zu großen Runden helfen. Am schlechtesten trifft es mal wieder die vielen Pflegekräfte in Krankenhäusern, Seniorenheimen und Ambulanzen, den Erzieherinnen in Kindergärten. Diesen eh schon unterbezahlten und überarbeiteten Menschen wird gelegentlich applaudiert, mit hehren Worten gedacht und mit leeren Gesten ihr Mut gefeiert. Es dauert Monate bis diese immens hilfreichen Menschen mit einem eher mageren Bonus bedacht werden. Natürlich nicht alle. Viele fallen durch das Raster von der Politik gestrickter Netze und müssen wie vorher schon allein mit steigenden

Mieten und Lebenshaltungskosten klar kommen.

Im Sommer 2020 zeigt der Lockdown erste Wirkung. Die Zahlen an Infizierten, Kranken und Toten gehen zurück. Politiker feiern sich gegenseitig für ihre „vorbildliche Haltung und die vorgetäuschte Kompetenz ihrer Entscheidungen.“ In Windeseile werden diese nötigen Maßnahmen gelockert und aufgeweicht. Halb durchdachte Hygienekonzepte werden erstellt.  Arbeiter kehren in Vollzeit wieder an ihre Fließbänder zurück, Schüler gehen wieder in den Unterricht, Kinder füllen die nach ihnen benannten Gärten. Sogar der Bundesliga – Fußball startet wieder.

Systemrelevant eben. Und was macht der achtsame Deutsche? Er fährt erst mal in Urlaub. Natürlich in ausgewiesene Risikogebiete wie Italien, Spanien und die Türkei. Den wohlverdienten Jahresurlaub mit dem traditionellen Saufgelage, dem wüsten grölen der Nationalhymne und allgemein asozialem Verhalten lässt man sich von so einem winzigen Kack – Virus nicht nehmen. Ob tödlich oder nicht. Auch die Fußballstadien füllen sich wieder, allerdings mit weniger Zuschauern als gewohnt. Restaurants öffnen erneut, Friseure, Bars, der Einzelhandel. Es ist Sommer, es ist heiß, und man darf sich wieder im Biergarten treffen. So als

wenn nichts gewesen wäre lebt der frohsinnige Deutsche sein Leben. Die durstige Jugend trifft sich spätnachts auf den lauschigen Straßen um Partys zu feiern. Dem offenen Kiosk sei Dank. Man kommt sich endlich wieder näher. Was kümmert uns die Pandemie und das Leben der anderen. Wir wollen heute unseren Spaß haben.

Das hat natürlich absehbare Folgen.

Unterdessen wird der, durch soziale Netzwerke verbildete, Durchschnittsdeutsche zum Rebellen. Selbsternannte „Querdenker“ und Fachleute in Sachen Weltverschwörung bringen sich unter dem drolligen Aluhut des grenzenlosen Schwachsinns in

Position. Reichsbürger, Mondsüchtige Esoteriker, Hooligans, Alt, - und Neonazis, Hysterische Hausfrauen, Identitäre Rattenfänger, einfache Spinner und die üblichen Querulanten und Krakeler demonstrieren gemeinsam für ihre vermeintlich abhanden gekommenen Grundrechte. Insbesondere scheint ihnen hierbei das Recht auf Meinungsfreiheit zu sein. Natürlich geht es ihnen hierbei nur um ihre eigene verschwiemelte Meinung. Wer eine andere – womöglich weniger dämliche -  Weltsicht bevorzugt, darf darum ungestraft angeschrien, verunglimpft, beleidigt und mit dem Tode bedroht werden.

Meinungsfreiheit eben.

Und wer sich jetzt denkt: Oh, so eine Pandemie ist ne echt schlimme Sache, Menschen werden schwer krank, Menschen sterben daran. Da sollte man doch zusehen dass das Bundesdeutsche Gesundheitswesen mal ordentlich auf Vordermann gebracht wird, der hat sicher recht. Verkennt den fatalen Hang Bundesdeutscher Politiker Probleme einfach auszusitzen. Man sagt sich: Bevor ich jetzt etwas wirklich Blödes anstelle, ( Pkw – Maut, Beraterverträge, ) das Geld und Wählerstimmen kostet, mache ich lieber gar nichts. Der „Markt“ wird es schon richten, hofft man, und bleibt brav beim hohlen Phrasen dreschen.

Darüber ist ein halbes Jahr vergangen. Wir schreiben fortan 2021 und zählen weiterhin täglich die Infizierten, die Kranken auf den Intensivstationen und die Toten. Wir beschäftigen uns mit so abstrakten Dingen wie dem Inzidenzwert, Reproduktionszahl, der Übersterblichkeit.

Und überall die gleiche Personalnot wie vor einem Jahr. Die Gesundheitsämter betreiben ihr Handwerk der Kontaktnachverfolgung möglicher Infizierter genau wie zu Vorkriegszeiten: Mit handgeschriebenen Listen, Telefonanrufen und Kurieren. Das braucht natürlich seine Zeit. Es wird wie seit Urzeiten munter erfasst, aufgelistet,

abgeheftet, archiviert. Gerüchteweise arbeitet das Robert – Koch – Institut mit einigen Spezialisten an einem einheitlichen Computersystem Namens: „Demis.“ Einsatzzeitpunkt ungewiss. Doch dabei gibt es bereits so ein System. Es heißt „Sormas,“ und wurde vom Helmholtz – Zentrum für Infektionsforschung speziell für den Seuchenschutz (Ebola.) in Afrika entwickelt. Nach wenigen spezifischen Anpassungen arbeitet man dort erfolgreich gegen die weitere Ausbreitung des Corona – Virus. Es funktioniert.

Die Einführung dieses Systems im deutschen Gesundheitswesens scheiterte.

Die zuständigen Landesminister waren sich, wie immer, uneins.

Und so spitzt man weiterhin die Bleistifte.

Home – Shooling funktioniert irgendwie auch nicht so toll wenn man kein W – Lan Netz hat. Aber das ist ja schon länger bekannt. Wird aber standhaft ignoriert. Der Markt wird es schon regeln. Irgendwann.

Am härtesten trifft es das medizinische Personal in den Krankenhäusern. Vor der Pandemie schon überarbeitet und unterbezahlt, hat sich der Aufwand an Intensivpflege um ein Vielfaches erhöht. Die Personaldecke bleibt auf lange Sicht dünn und löchrig.

Doch Hoffnung naht.

In Windeseile wurde ein Impfstoff gegen CoVid – 19 entwickelt, getestet und zugelassen. Sogar in Deutschland. Was normalerweise Jahre dauert, wurde in wenigen Monaten geschafft. Ein kleines Wunder.

Und sofort tritt der Gesundheitsminister ( Neben Andy „Spendierhose“ Scheuer die Energiesparlampe im Kabinett Merkel. ) in Aktion. Überall im geliebten Heimatland werden Impfzentren aus dem fruchtbaren Boden gestampft. „Ready to go“ in wenigen Tagen. Nur blöde das da nicht so viel zu tun bleibt. Es fehlt am Impfstoff. Zu wenig bestellt. Es bleibt bei wenigen Vorführungen für die Presse,

und warmen Worten der Hoffnung:

„Wir schaffen das!“ - Sie erinnern sich.

Dauert eben ne Weile!



Text: harryaltona (2021)

Cover: Pixabay


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KaraList TV oder Zeitung, nur noch Corona Meldungen. Man möchte es nicht mehr hören, zumal, wenn diese nur noch ein Kopfschütteln bewirken. Und doch müssen wir damit leben. Die Pandemie ist nun einmal da und fordert ihre Opfer. Traurig!
Du hast ja richtig zum Rundumschlag ausgeholt, Harry ... und punktgenau getroffen.
LG
Kara
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HarryAltona Man muss ja auch mal Dampf ablassen. Geht mir alles zu langsam, alles muss haarklein zeredet werden, Laberei ohne Ende. Kein Wunder das man so den Virus nicht in den Griff bekommt. Langsam geht ´s mir an die Substanz.
Tausend Dank, Kara!!!
lg... harryaltona
Gestern - Antworten
baesta Hier noch ein kleiner Schmunzler, den ich in irgendeinem Forum gelesen habe:Ein Patient fragt seinen Arzt: „ Was glauben sie, wann diese Pandemie vorbei sein wird?“ Darauf der Arzt: „Da müssen Sie schon die Politiker fragen!“
Der passte leider nicht mehr in meinen vorherigen Kommi.
Diese Woche - Antworten
baesta Ach Harry, wie recht Du doch hast. Gestern sagte mal ein Kabarettist im BR: "Komisch, sonst hält alles, was aus China kommt, grade mal drei Monate. Bei dem Virus scheint es eine längere Haltbarkeit zu geben."
Komisch ist aber auch, dass Krankenhäuser geschlossen werden, weil sie nicht wirtschaftlich sind. Aber bald werden ja alle "gesundgeimpft", da braucht man keine Krankenhäser und auch kein Pflegepersonal mehr (ist satirisch gemeint, weil man jetzt vehement Werbung dafür macht, wie für Sauerbier).
Dass inzwischen Rüstungsexporte in Milliardenhöhe an Kriegsländer geliefert wurden, verschweigt man dabei gerne mal. Naja Corona muss ja irgendwie finanziert werden.
Man könnte so viel noch dazu schreiben, aber da reicht ja der Platz gar nicht aus.

Liebe Grüße
Bärbel
Diese Woche - Antworten
HarryAltona Ja... gäbe noch jede Menge unglaublichen Schwachsinn zu berichten, aber macht mit der Zeit auch extrem depressiv.
Tausend Dank, Bärbel!!!
lg... harryaltona
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baesta Kann ich gut nachfüheln. Mir geht es ebenso.
Bleib gesund und weiterhin schön kritisch.
LG Bärbel
Diese Woche - Antworten
derdilettant Du sagst es - kann Dir nur zustimmen. Das Trauerspiel nimmt kein Ende.
Was die Landeslusche Laschet anbelangt, stimme ich Cassandra zu. Armes Deutschland, wenn dieser Mensch zum Bundeskanzler gewählt wird - obwohl --- die Alternativen sind auch nicht besser.

LG

D.
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HarryAltona Tja, ist wie zwischen Pest und Cholera wählen dürfen. Oder Dick und Doof, Not gegen Elend. Und so weiter...
Tausend Dank, D.!!!
lg... harryaltona
Diese Woche - Antworten
cassandra2010 
Harry, et is wie et is. Wir haben die Balina-Knallinskis gewählt, und die 16 Landesfürsten tun ihr Übriges, um eben - nichts zu erreichen. Beispielhaft macht dat et Armin. Nicht der Cheruskerfürst, der in der Varusschlacht den Römern den Bobbes versohlt hat, nein, ich meine den Luschet. Der Opi will Kanzler werden und tut dafür alles, um das nicht (oder etwa doch? Himmel, hilf!) zu schaffen. Und et Merkel? Was kann man denn schon von einer flügellahmen Ente nach fast 16 Jahren Dauergeschnatter erwarten? Die Gute hat inzwischen den Schnabel, äh die Nase jestrichen voll. Kann ihr ja verstehen, ditte is ebent Dschööörmännie. Wat willste maache?

Bin ja auch durch einen französischen Großvater nebst Anhang vorbelastet, aber ich kann dir sagen: Auch dort wird ein "bouc" nach dem anderen geschossen. Und danach in ein lecker Sößchen getunkt. Leben wie Gott in Frankreich... aber nich, wenn Pandemie tobt! Da kannste dir schon mal einen "cercueil" tischlern lassen, denn ohne Erdmöbel kommste nich unter Mutter Erde. Auch nicht bei den kleinen Französchen.

Trotz alledem: WIR schaffen das, Harry
Cassy
Diese Woche - Antworten
HarryAltona Wir sind wohl das einzige Schlachtvieh, das sich ihren Metzger selbst auswählt, so kommt ´s mir vor, und wir halten das auch noch für zivilisiert. Ob hier oder dort, angeschissen wirst ´e überall. Aber an der Seine hört es sich zumindest so an als hätt ´ste n Orden bekommen. MERCI!
Tausend Dank, Cassy!!!!
lg... harryaltona
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