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***Charlie meets Cassi*** - SP 87

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"***Charlie meets Cassi*** - SP 87"
Veröffentlicht am 30. November 2020, 10 Seiten
Kategorie Sonstiges
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Über den Autor:

Hum... Ich habe Troja brennen sehen...soll ich noch mehr sagen? Aber nachdem der Rauch sich verzogen hatte, musste ich die langen Jahrhunderte standesgemäß hinter mich bringen und so gewöhnte ich mir an, viele gute und auch mal weniger gute Bücher zu lesen, Musik zu hören und zu machen, im Garten zu pütschern, zu schreiben...Jau, das wär's dann mal.
***Charlie meets Cassi*** - SP 87

***Charlie meets Cassi*** - SP 87


Wie spät ist es??? Mööönsch, schon nach 10! Hab wohl verpennt? Na, dann mal fix nach unten und ein Käffchen gebraut, solange die Augen noch verklebt sind und der Verstand stillsteht... Zack, die letzte Trittstufe verfehle ich

und lande unsanft auf der handgeformten Terracottafliese. Mein Steiß schmerzt höllisch, keine Schmerztablette in REICHWEITE, und auch das grelle LICHT der Morgensonne tut meinen königlichen Augen gar nicht gut... ich will nur wieder ins Bett und das dauenenleichte Plumeau über den Kopf ziehen. Aber irjentwat stimmt heute nicht – vermutlich mit mir. Denn ich höre Stimmen. Ziemlich deutlich. Zwar von etwas eigentümlichem Timbre, aber jedenfalls Stimmen. Ich hoffe, dass es keine Engel sind, die mir einen Auftrag von janz oben übermitteln sollen, so à la

Cassandrasche, nu jehst du emol bei der Kanzlerin un seechst dem Mädcher, dat die Panndemieh demnäx us un vorbei is. Dat sachste dem Angela un dem Armin un allen Minschen, die juten Willens sind. Hesse misch verstunn? Allso, dann tu, wat ene Prinzessche tun muss. Zu meinem Erstaunen ist aber kein Jahresendflugwesen im Raume, sondern ein schwarzweißer junger Hund und, erstaunlicherweise, ein älterer hellwuschliger Rüde. Die beiden kenne ich, es handelt sich um Charlie und Cassi. Was mir jedoch nicht in den verschlafenen Kopf will, ist, dass die beiden sich gar nicht begegnen können,

denn Cassi ist seit Monaten tot... wer mich etwas kennt, weiß, dass ich darüber immer wieder in Tränen ausbrechen kann und dann vom Jungspund Charlie, der in den ersten beiden Jahren seines jungen Lebens wenig Schönes erlebt hat und bereits in einer Tötungsstation saß, ausgiebig mit Küsschen und KUSCHELN GETRÖSTET werde. Wie wohl das einem tun kann, brauche ich wohl nicht en détail zu schildern. Auch der vielbeweinte Cassi hatte ein ganz feines GESPÜR für Stimmungen und Gefühle seines Frauchens, er wusste dann immer, was mir in derartigen Situationen wohltat. Die ersten Monate

der Pandemie und die mit ihr einhergehenden Einschränkungen hat er ja noch miterlebt, auch die Erleichterung für Mensch und Tier, als das Wetter schön und warm wurde und sich außerhalb des Hauses abspielen konnte. Und manchmal habe ich das GESPÜR, als läge wie früher sein PFÖTCHEN auf meinem Knie, meinem Unterarm, wo auch immer, und als schaute er mich liebevoll tröstend an. Mein HERZenshund... Und der kleine Charlie ist auf dem besten Wege, auch zum Herzenshund zu werden, weil er in einigen Dingen so ganz anders ist als sein Vorgänger.

Charlie ist ausgesprochen geduldig, er lässt sich jederzeit kämmen, bürsten, wartet geduldig, bis ich ausreichend Zeit für ihn habe, die dann aber auch ganz und gar ihm gehört, und macht- im Gegensatz zu Cassi – keinerlei Zicken, wenn ich ihm das GESCHIRR anlegen will. Cassi hat seines damals immer mal gerne verschwinden lassen oder aber sich selber versteckt. Allerdings denke ich, dass sie glücklicherweise sich nie begegnen konnten, denn beide SCHNÜFFELnasen wollen ihr Frauchen nur für sich haben. Und d a s kann ich auch ganz gut verstehen–aus den unterschiedlichsten

Gründen~ Wie die beiden Goldstücke aber an diesem Morgen zusammengekommen sind, das, liebe Kinder, ist vermutlich eine ganz andere Geschichte. Und nun schlaft und träumt etwas Schönes- von lieben Fellnasen und wuschligen guten Freunden!

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Über den Autor

cassandra2010

Hum... Ich habe Troja brennen sehen...soll ich noch mehr sagen? Aber nachdem der Rauch sich verzogen hatte, musste ich die langen Jahrhunderte standesgemäß hinter mich bringen und so gewöhnte ich mir an, viele gute und auch mal weniger gute Bücher zu lesen, Musik zu hören und zu machen, im Garten zu pütschern, zu schreiben...Jau, das wär's dann mal.

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matzetino Meinen herzlichen Glückwunsch und auf eine gute Juryarbeit.

Liebe Grüße
Mari
Vor einem Monat - Antworten
Darkjuls Liebe Cassandra, was ist Deine Gesichte mit Herzblut geschrieben. Ich mag Deine Art zu erzählen und verstehe als Hundebesitzerin absolut, wovon Du redest. Wir haben zwei Hunde. Ich kann und will gar nicht sagen, welcher mir mehr am Herzen liegt. Jeder ist besonders auf seine Art. Danke für die schöne Geschichte. Lieben Gruß Marina
Vor einem Monat - Antworten
cassandra2010 
Sei bedankt für die netten Worte, liebe Marina. Kant hat die einmalige Beziehung Hund-Mensch einmal so definiert: "Wir können das Herz eines Menschen danach beurteilen, wie er Tiere behandelt."

LG
Cassy
Vor einem Monat - Antworten
Andyhank Jo, dat jeht ins Jemüht! Wer einmal Blut jeleckt hat, kommt davon nich mehr los, det is halt so! :)
Vor einem Monat - Antworten
cassandra2010 
Danke für diese treffenden Worte~~~
Mein kleiner Charlie sieht das anscheinend genauso. Jedenfalls bin ich froh, diese grässlichen Monate nicht hundlos verbringen zu müssen. Cassi hatte ja leider keine Kraft mehr
LG
Cassy
Vor einem Monat - Antworten
DoktorSeltsam Insbesondere die kölschen Einschübe geben der Geschichte eine wunderbare Authentizität. Dass sie, von der Hand Eurer Hoheit geschrieben, tadelloses Handwerk darstellt, versteht sich wohl von selbst.
Selbst ich, der ich doch mehr auf Seiten der samtpfötigen Mäusemörder stehe, konnte mir ein gerührtes Lächeln nicht verkneifen.
Also, meine Stimme hättest Du, wenn ich in der Jury säße.
Liebe Grüße
Dok
Vor einem Monat - Antworten
cassandra2010 

Dat es ävver ne lecker Kommentar, do weed sich d'r Charlie ävver freue!
Pass op, dat d'r Adventskranz net abbrennt, Jung!

BTW: Da ich gebürtige Niedersächsin bin, grinsen minge kölsche Fründe immer über die Knubbel in meinem Kölsch ;))
Vor einem Monat - Antworten
DoktorSeltsam Eine Landsfrau! Oder sagt man heute Landsmännin? Ich weiß es nicht!
Liebe Grüße
Der Dok aus den unendlichen Weiten der niedersächsischen Tiefebene
Vor einem Monat - Antworten
cassandra2010 
Landsmännin, bin doch keine Land(s)frau!
Vor einem Monat - Antworten
cassandra2010 
Nö, is nich wahr! Wo denn genau? Ich bin gebürtige Ossenbrüggske...
aufgewachsen mit dem Vfl OS, dem Dom und der Domfreiheit, dem Friedensschluss von 1648, und anderen Kuriositäten. Meiner badischen Mutter mit französischen Wurzeln gefiel es bei den Holzköppen nicht sonderlich, so sind wir dann schließlich an den Bodensee gezogen, wo ja auch meine Alma Mater, die Reformuniversität Konstanz, mit lange Jahre dort wirkenden sa-gen-haf-ten Literaturwissenschaftlern die junge Cassandra an ihren dicken Busen drückte.
Vor einem Monat - Antworten
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