Kurzgeschichte
Nachtschwärmer

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"Nachtschwärmer"
Veröffentlicht am 21. November 2020, 8 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
© Umschlag Bildmaterial: Vera Kuttelvaserova - Fotolia.com
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Nachtschwärmer

Nachtschwärmer

Nachtschwärmer

Es war schon spät als Joshi die Party bei ihrer Freundin verließ. Alle Angebote sie nach Hause zu fahren hatte sie dankend ausgeschlagen, sie hatte schon ein paar Drinks zu viel, und war dankbar über die frische Luft. Die paar Meter, die sie bis zu Hause laufen musste, würde sie auch gut zu Fuß zurücklegen können. Die Nacht war sternenklar und die kühle Luft tat ihrem leicht benebelten Kopf tatsächlich ganz gut. Sie bog nach links in die dunkle Seitenstraßen ab, hier war nur wenig Licht. Es waren nur ein paar Häuser in der Straße, die um diese Uhrzeit nicht

mehr beleuchtet waren. Die Gasse führte an einem Friedhof entlang, Joshi fürchtete sich zwar in der Dunkelheit vor dem Friedhof, aber es ist der schnellste Weg nachhause, außen herumzulaufen würde sicherlich eine halbe Stunde länger dauern. Sie näherte sich der Friedhofsmauer, das Mondlicht tauchte den Totenacker in ein grusliges aber gleichzeitig einzigartiges Licht. Mystisch schob sich der Nebel über die Gräber, und das fahle Licht reflektierte sich darin. Joshis Herzschlag beschleunigte sich bei diesem gespenstischen Bild, während der Nebelschleier über die Gräber

waberte. Aus dem Augenwinkel sah sie plötzlich einen Schatten und sie bleib ruckartig stehen, sie wusste nicht, ob ihr Kopf ihr gerade einen Streich spielte oder ob sie sich den Schatten nur eingebildet hatte. Langsam ging sie weiter mit jedem schritt den sie machte wurde ihr Unbehagen größer, jetzt hörte sie ganz deutlich das Rascheln des Totenlaubes, das überall auf dem Friedhof verstreut war. Irgendjemand verfolgte sie, die Geräusche waren jetzt ganz nah neben ihr, nur getrennt von der Friedhofsmauer. Joshi spürte eine enge die sich in ihrer Brust ausbreitete, und versuchte den

Anflug einer aufkeimenden Panik zu unterdrücken. Ihr Herz schlug ihr nun bis zum Hals. Sie beschleunigte ihre Schritte, aber die unheimlichen Geräusche waren immer noch direkt neben ihr. Noch zweihundert Meter dann hatte sie den Friedhof hinter sich gelassen. Sie rannte jetzt fast, vor ihr kam der Seitenausgang des Friedhofes in Sicht. Joshi sah den Schatten, der aus dem Ausgang glitt und blieb ruckartig stehen, sie stand da wie angewurzelt. Unfähig sich zu bewegen fesselte die Angst sie an den Boden. Ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken. Wie benommen sah sie zwei funkelnde grünen Augen auf sich zu

schweben. Gänsehaut lief ihr in Wellen über den Körper während sich das Augenpaar immer näher an sie heranschob. Die funkelnden Augen waren jetzt schon so nahe dass Joshi sie hätte berühren können, wen sie den Arm danach ausgestreckt würde. Aber sie stand immer noch wie fest geklebt da unfähig auch nur einen schritt zu machen hatte die Angst die Oberhand über ihren Körper übernommen. Joshi spürte die Berührung an den Beinen und ein schriller Schrei entfuhr ihr aus der Kehle. Das Augenpaar zischte sie an und sprang zur Seite, erst jetzt erkannte Joshi das es

eine schwarze Katze war. Als hätte sich ein Erdrutsch gelöst fiel die ganze Anspannung von ihr ab, und Erleichterung machte sich in ihrer Brust breit. Joshi lehnte sich an die Schulterhohe Mauer und tief durch, die kühle Luft, die sie jetzt wieder wahrnahm, klärte ihren Kopf wieder auf. Die Katze streifte noch immer um ihre Beine, nur hatte sie jetzt jeden schrecken verloren. Joshi ging in die Hocke und kraulte das Kätzchen hinter den Ohren, die sich dafür mit laut starkem schnurren bedankte, so als ob sie sich entschuldigen wollte für den schrecken in den sie Joshi versetzt

hatte. Joshi stand auf und lief den Rest des Weges ohne Zwischenfälle nachhause.

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Monkeyfinn

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AnneSchrettler 
Hallo Finn,
ich fürchte mich zwar nicht im Dunkeln an einem Friedhof vorbei zu gehen,
aber wenns dann rascheln würde, vielleicht bekäme ich auch eine Gänsehaut :) und darum kann ich Joshis Gefühle gut verstehen.
Spannend geschrieben und ein Glück wars ja nur eine Katze, die da auf einem nächtlichen Ausflug war.

Lieber Gruß,
Anne
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