Fantasy & Horror
Xanya - Kapitel 7 - 3/3

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"Und die Leere, die ich in mir fühlte, war das Wissen, dass ich nicht wusste, wer ich bin."
Veröffentlicht am 18. November 2020, 14 Seiten
Kategorie Fantasy & Horror
© Umschlag Bildmaterial: alphaspirit - Fotolia.com
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Über den Autor:

Wie soll ich sagen? Ich bin 29 Jahre alt und liebe Fantasybücher. Ich schreibe gerne, allerdings nur hobbymäßig. Mein Kopf steckt voller Fantasie und jede Geschichte wartet nur darauf niedergeschrieben zu werden. Man kann aber auch nur durch Kritik besser werden und so freu ich mich über jeden erdenklichen Hinweis auf Rechtschreibung oder Grammatik, sowie Satzbau oder Zeitfehler. Oder einfach nur eure persönliche Meinung über die Geschichte! :)
Und die Leere, die ich in mir fühlte, war das Wissen, dass ich nicht wusste, wer ich bin.

Xanya - Kapitel 7 - 3/3

|| sieben || 3|3

Zwei Tage waren vergangen. Ich hatte mitgezählt. Zwei Tage seit ich mich halbwegs bewegen konnte, jedoch nicht lange, und seit ich das Tablett mit Essen bekommen hatte. Seitdem war keiner mehr in den Raum gekommen. Ich hatte nichts mehr zu essen und die Teereserven neigten sich auch dem Ende zu. Im Zimmer stank es nach Urin und da ich etwas zu mir genommen hatte, musste ich auch das wieder los werden. Ich versuchte den Geruch etwas einzudämmen und hatte das Tablett auf den Nachttopf gestellt. Allerdings half das nicht wirklich, außer dass ich meine Extremente nicht immer vor Augen

hatte. Es war gut, dass ich nicht das ganze Essen am ersten Tag verspeist hatte. Allerdings war es dann gestern alle und heute nagte ich am Hungertuch. Meine Kräfte kamen allmählich wieder und mein Magen signalisierte mir eindeutig, dass er Hunger hatte. In den letzten zwei Tagen hatte ich auch Zeit mir mein Gefängnis näher anschauen zu können. Als erstes hat mich natürlich die Tür hinaus interessiert. Sie war verschlossen. Also war ich eindeutig eine Gefangene. Nur von wem fragte ich mich? Hatte es Gahoff herausgeschafft und mich hier eingesperrt? Hatte er jemanden anderen damit beauftragt am Ende des Tunnels mich zu

kidnappen? Mir war schon aufgefallen, dass wann immer ich Gahoffs Namen in meine Gedanken brachte, meine Tätowierung kurz kribbelte. Ich hatte noch immer nicht verstanden was diese auf sich hatte. Wer sie mir verabreicht hatte? Ob sie von alleine gekommen war oder ob mich wirklich jemand in meiner Trance tätowiert hatte? Wieso? Wieso, war zurzeit das allergrößte Fragezeichen in meinem Gehirn. Wieso war ich hier? Wieso war ich so erledigt? Wieso hatte ich keine Mordgedanken mehr? Wieso war ich nicht mehr böse? Böse. Genau. Das Wort das mich am besten

beschrieben hatte, passte nicht mehr zu mir. Ich hatte viel Zeit darüber nachzudenken und all die Wünsche und Gedanken, die ich als Valdir hatte, dem Anführer zu dienen, Schrecken und Furcht in der Welt zu verbreiten, mich als die Beste, die es gibt zu bezeichnen und Freunde als Abschaum zu halten, die gab es nicht mehr. Sie waren verschwunden. Und die Leere, die ich in mir fühlte, war das Wissen, dass ich nicht wusste wer ich bin. Was mich ohne diese Tatsachen ausmachte? Ich hatte keine Eigenschaften mehr und ich wusste auch, dass ich sie an diesem Ort nicht finden würde. Immer öfter dachte ich an meine Familie. An Koro, der dachte ich habe unsere Schwester

umgebracht. Jelia. Meine süße kleine Jelia. Was ich ihr angetan hatte, war das Schlimmste. Ich musste hier raus. Ich musste es wieder gut machen. „Hallo!“, machte ich mich das erste Mal mit Worten bemerkbar. Meine Stimme war leise. Es kratzte in meinen Hals und ich musste mich mehrmals räuspern um das nächste Wort aus meinen Lippen pressen zu können, „Hilfe!“ Keine Antwort. Wie auch, dieses Winseln, dass aus meinem Mund herauskam, könnte ja auch keiner hören. Ob ich nochmal rufen sollte? Was würde es bringen? Wenn mich bis jetzt niemand gerettet hatte, würde es auch heute keiner tun. Laut

schnaubte ich aus und setzte mich an den Tisch. Ich leerte das letzte Schlückchen Tee, nicht einmal eine halbe Tasse, in mein Trinkgefäß und hoffte einfach nur das Beste. Ich hatte bei meinem Durchstöbern meines Gefängnisses bemerkt, dass es sich sicher etwas weiter unter der Erde befand, jedoch dass das Zimmer keinesfalls kalt war oder dass ich fror. Wie konnte das sein? Ich fand keine Heizung und außer der Laterne, die man mit Streichhölzern anzündete, befand sich keine Wärmequelle hier. Die Streichhölzer waren auch keine große Hilfe, weil was sollte ich anzünden? Mein Bett? Die Tür? Und dann an einer Rauchgasvergiftung

sterben? Ich war froh, dass mein Gehirn in diesem Sinne noch so gut funktionierte und anscheinend war mir mein gutes Denkvermögen geblieben. Also doch eine Eigenschaft, die ich von mir kannte. Doch leider half mir auch alles Denken nicht aus meiner jetzigen Situation. Wie lange musste ich noch hier unten überleben? Diese Frage stellte ich mir immer und immer wieder und trank den letzten Schluck Tee aus. ~*~ Etwas war im Raum. Ich hatte mich hingelegt und etwas geschlafen. Ich wusste ja nicht ob

es Tag oder Nacht war. Diese Zeit konnte man nur mit der Sonne ausmachen und diese sah ich ja bekanntlich nicht. Ein Huschen. Es war nicht die gleiche Person, die schon einmal in meinem Zimmer war. Diese Person war kleiner, zierlicher, weiblicher. Die Laterne, die mir Licht spendete, war abgedreht worden. Anscheinend wollte die Frau nicht, dass ich sie bemerke. Ich war noch schlaftrunken. Sie hatte mich wirklich in einem guten Zeitpunkt erwischt, wo ich nicht sofort aufschnellen konnte. Hatte sie das gewusst? Wurde ich beobachtet in meinem Gefängnis? Langsam rührte ich mich auf meinem Schlafgemach und bevor ich sie ansprechen

konnte, war sie wieder aus der alten Holztür verschwunden. Ich musste zugeben, sie war wirklich schnell. Oder ich wirklich langsam? Mein Magen knurrte. Ich fragte mich, ob es schon Standard von ihm war oder weil meine Nase Essen roch? Essen? Das kann nicht sein hatte diese Frau mir Essen gebracht? Ich kannte mein Gemach schon auswendig und so schnell konnte man gar nicht schauen, hatte ich die Laterne, mit den Streichhölzern, die vor ihr lagen, wieder angezündet. Ein neues Tablett mit Köstlichkeiten. Köstlichkeiten, die sich Brot und Obst nannten, aber das war mir egal. Ich hatte Hunger und da wäre für mich alles Köstlichkeiten gewesen.

Auch bemerkte ich, dass der Geruch verschwunden war. Sie hatte meine Schüssel ausgeleert und mir eine neue gebracht, da die Malereien außen herum anders aussahen. In diesem Moment liebte ich diese Person, auch wenn ich sie nicht kannte. Begierig machte ich mich ans Essen. Es tat so gut. Erst jetzt entdeckte ich den Zettel, der halb unterm Teller herausragte. Sie hatte mir eine Nachricht übermittelt, denn es war eindeutig eine weibliche Handschrift. Um ihn ganz lesen zu können, entfernte ich ihn vom Tablett und nahm die Botschaft in die Hand. „Er ist morgen wieder da. Ich denke du bist

soweit.“ Wer ist er? Mein Kidnapper? Der Typ, der mir den Tee an den Mund gehalten hatte? Gahoff? Und zu was sollte ich bereit sein? Bereit aus diesem Zimmer wieder hinauszukommen, war ich allemal. Meine Kräfte wieder aufzubauen, Sonnenlicht zu tanken und endlich wieder mit Menschen reden zu können, ja, dazu wäre ich bereit. Vielleicht konnte mir dann auch allmählich wär erklären, was passiert war, warum ich hier war und wie viele Tage, dass vergangen waren, seit der Flucht aus dem Anwesen des

Anführers. Ich hatte so viele Fragen und in mir brannte es die Antworten heraus zu finden. Morgen. Morgen würde es soweit sein. Morgen. Morgen traf ich ihn. Morgen.

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LunaBielle
Wie soll ich sagen? Ich bin 29 Jahre alt und liebe Fantasybücher. Ich schreibe gerne, allerdings nur hobbymäßig. Mein Kopf steckt voller Fantasie und jede Geschichte wartet nur darauf niedergeschrieben zu werden. Man kann aber auch nur durch Kritik besser werden und so freu ich mich über jeden erdenklichen Hinweis auf Rechtschreibung oder Grammatik, sowie Satzbau oder Zeitfehler. Oder einfach nur eure persönliche Meinung über die Geschichte! :)

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