Krimis & Thriller
Das geheimnisvolle Lachen - Rumos und Ralas zweiter Fall

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"Das geheimnisvolle Lachen - Rumos und Ralas zweiter Fall"
Veröffentlicht am 08. November 2020, 20 Seiten
Kategorie Krimis & Thriller
© Umschlag Bildmaterial: Katharina Durrani
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Hi! Ich heiße Katharina. Ich lebe mit meinem Mann und meinen vier Kindern in Niederösterreich. Nach der Matura habe ich die Buchhandelslehre absolviert. Weil mir das nicht genug war, habe ich nach einem Jahr auf der Universität für Bodenkultur noch den vierjährigen Lehrgang für Grafik Design an der Wiener Kunstschule abgeschlossen. Ich schreibe leidenschaftlich gerne, zwischendurch male und zeichne ich. 2019 ist mein erster Krimi - Der ...
Das geheimnisvolle Lachen - Rumos und Ralas zweiter Fall

Das geheimnisvolle Lachen - Rumos und Ralas zweiter Fall

Nebelschwaden zogen über die alte Friedhofsmauer.Ein Käuzchen rief in der Ferne aus dem nahen Wald. Rala, eine kleine Bolonka Hündin hielt inne. Wollte sie das wirklich?

„Komm schon, Frau Kollegin“, sagte Rumo. Er war bereits alt und hatte eine Menge gesehen und erlebt. Es gab nicht viel, das ihn aus der Ruhe bringen konnte.

„Ich kann das nicht, Herr Inspektor“, wisperte die Hündin.

„Unsinn“, murmelte der Welshcorgi Rüde leise. „Da ist nichts. Du hast dich sicher getäuscht. Es ist ruhig und still hier. Von den Toten hast du nichts zu befürchten."

„Da spukt es“, wisperte Rala. „Die Friedhofskatze hat es mir erzählt und du weißt doch, die hat immer recht.“

„Hm“, meinte der alte Corgi gemächlich. „Dann lass uns doch mal nachsehen, Frau Kollegin.“

Rala krabbelte voraus unter dem alten schmiedeeisernen Friedhofstor hindurch. Danach folgte Rumo schnaufend und schnaubend. „Bin doch zu alt für sowas. Hättest mir ruhig das Tor aufmachen können.“

„Das ist nachts immer zugesperrt.“

„Wieso?“, brummelte Rumo und schüttelte sich. „Glauben die Menschen, dass ihre Toten herumwandern?“

„Wahrscheinlich“, flüsterte Rala mit hängender Rute.

„Geister können überall hin, da hilft keine Tür, kein Tor, keine Mauern –“, sinnierte Rumo genüsslich. Es machte ihm Spaß seine Kollegin zu verunsichern. Rala hielt inne und sah ihn mit angsterfüllten Augen an.

„War nur ein Scherz. Es gibt keine Geister. Also wo ist es passiert.“Rumo hielt die Schnauze in die Luft und schnüffelte. „Moder“, murmelte er. „Und vor allen Dingen, Frau Kollegin, was ist geschehen?“

„Aber das habe ich dir gestern erzählt“, raunzte Rala. Sie wollte partout nicht alles noch mal berichten.

„Wir haben uns ja deshalb um diese Zeit hier getroffen.“

„Noch einmal“, seufzte Rumo. Er war alt und vergesslich. Alles was er sich merken konnte, war, woher er das beste Futter bekam.

„Aus der Gruft mit dem Engel am Dach kommen seltsame Geräusche, immer in der Nacht. Die Katze meint, dass sie so etwas Schauriges noch nie gehört hat.“

„Tierischen Ursprungs?“

„Glaubt sie nicht.“

„Ist sie nicht schon schwerhörig und halb blind?“, erkundigte sich der alte Rüde nachdenklich.

„Keine Ahnung. Hab sie gestern

Nachmittag bei meiner Runde getroffen und sie sah noch recht fit aus.“

„Hm“Rumo sah sich um. „Wohin müssen wir?“

„Sie hat gesagt, vom großen Tor aus nach rechts, bei der Kapelle vorbei, danach in die breite Allee. Dort würden wir die Gruft bald sehen.“

Rumo nickte und setzte sich gemächlich in Bewegung. Rala folgte ihm einwenig zittrig.

„Es ist friedlich hier“, murmelte Rumo. „Sieh mal, die Menschen denken an ihre Toten mit diesen roten Kerzen.“

„Das ist Feuer, Rumo“, erwiderte Rala entsetzt. „Überall!“

„Kann doch nichts passieren“, seufzte der Rüde tief. Seine Kollegin musste noch viel lernen. Nicht jede Art von Feuer war gefährlich.

Die beiden Hund trotteten nebeneinander an der Kapelle vorbei, deren mächtiger Schatten sie für einen Augenblick schluckte. Danach bogen sie, genau wie die Katze beschrieben hatte, in die Hauptallee ein.

„Wo ist dieser Engel?“, wollte Rumo wissen. „Was ist das überhaupt?“

„Ein Mensch mit Flügel“, erklärte Rala. „Ich kann ihn bereits sehen, folge mir.“

„Ein Mensch mit Flügel, Frau Kollegin?“, fragte Rumo amüsiert.

„Wie kommt man denn auf so eine Idee?“

„Himmlische Wesen, Herr Inspektor. Die Katze –.“

„Ja, ja, sie weiß alles und hat es dir erklärt.“

„Wir sind da“, flüsterte Rala.

Rumo blieb vor der Gruft stehen und glotzte die Engelsfigur im Mondschein lange an. „Interessant“, meinte er schlussendlich. „Gut, dann lass uns mal die Gruft durchsuchen.“

„Wir können da nicht rein“, meinte Rala verlegen.

„Und was bitte sollen wir hier machen? Wie hast du dir das vorgestellt, Frau Kollegin?“

In diesem Moment erfüllte ein grässliches schauriges Lachen die Luft. Rala machte einen Satz hinter Rumo und verbarg ihre Schnauze mit den Pfoten.

„Interessant“, murmelte Rumo bloß. Er begann mit der Nase am Boden alles abzuschnüffeln. „Interessant“, meinte er erneut. „Komm bitte, Frau Kollegin. Deine Nase ist jünger und dein Gehör besser.“

Rala hob den Kopf. Das Gelächter hatte aufgehört und es war wieder still, zu still fand die Hündin. Zaghaft folgte sie Rumo zwischen den steinernen Pfeilern hindurch zum Tor der Gruft. Sie schluckte ihre Angst hinunter,

schnüffelte tapfer alles ab, lauschte, suchte. Nur Stein und ein einziges eisernes Tor, das verschlossen und teilweise mit Efeu überwuchert war. Überhaupt sah es hier so aus, als wäre seit ewigen Zeiten keine Menschenseele mehr hiergewesen. Keine Kerze, nur Wucherpflanzen, kleine Bäume und Stein. Sie umrundeten die Gruft, ein kleines tempelartiges Gebäude von Steinpfeilern und rostigen schmiedeeisernen Ketten umzäunt. Abermals ertönte das böse Lachen aus dem inneren des steinernen Tempels. „Nein“, bebte Rala und hielt sich abermals die Pfoten vor die Schnauze.

„Ganz ruhig, Frau Kollegin.“Rumo

lauschte, hielt sein Ohr an den Stein. „Innen ist es hohl“, erklärte er angespannt der Hündin. „Das Lachen erzeugt einen Nachhall.“Er tastete sich vorwärts, immer an der Steinmauer entlang. „Hm, jetzt wird es einwenig lauter. Ich denke, der Stein hat hier irgendwo eine Lücke.“Rala sah auf. „Ja, genau, wie ich es mir gedacht habe.“, stellte Rumo nach einigen langen Minuten zufrieden fest. „Hier ist es.“Unter Wurzelwerk und Laub, knapp oberhalb des Erdbodens war der Stein geborsten. In diesem Augenblick raste ein pelziges Wesen an Rumo vorbei hinaus aus der Gruft. „Was war das?“, kreischte Rala entsetzt. Sie

hatte ihren ganze Mut zusammengenommen und sich zu ihrem Chef begeben, aber nun hockte sie zusammengekauert mit eingezogener Rute und zurückgelegten Ohren am Boden.

„Ich kenne diesen Geruch, Frau Kollegin“, meinte Rumo mit erhobener Nase. „Aber es will mir eben nicht einfallen.“Er betrachtete abermals die Lücke im Stein. „Ich bin zu dick, aber du, Frau Kollegin, kannst dich da hindurchzwängen und Ausschau halten.“

„Was? Wie?“, bibberte Rala.

„Wir haben es hier mit Tieren zu tun und nicht mit Geistern. Das kannst du

mir glauben.“

Rala kroch näher an das Loch heran. „Da durch?“, wisperte sie panisch.

„Du willst doch deine nächste Prüfung bestehen, Frau Kollegin“, erklärte Rumo.

„Ja, schon.“Rala blickte zu ihm hoch.

„Also, das ist sie. Du kletterst durch diese Lücke und erstattest mir Bericht.“

„Aber –“, winselte Rala kleinlaut.

„Die Prüfung.“Rumo sah sie durchdringend an.

„Ja, Herr Inspektor.“Rala schüttelte sich, schnüffelte und kroch durch das Loch in das Innere der Gruft.

„Bist du da?“, fragte Rumo.

„Ja“, erwiderte Rala. „Es ist stockfinster. Ich kann nichts sehen.“

„Benütze deinen Instinkt. Vertraue ihm. Du bist ein Raubtier. Du hast eine ausgezeichnete Nase und gute Ohren.“

„Und Schnurrbarthaare“, lachte eine Stimme aus der Gruft.

„Was? Wer war das?“, rief Rumo. Ein Schauder lief ihm über den Rücken und seine Haare sträubten sich.

Rala drückte sich in eine Ecke und machte keinen Mucks. Wer hatte soeben gesprochen? Abermals lachte etwas ganz in ihrer Nähe.

Nein, sagte sich Rala nach einigen Sekunden. So nicht! Ich bin ein Raubtier, jawohl. Rala ließ ihr

lautestes und wildestes Knurren hören. „Wer spricht hier?“, knurrte sie. „Gib dich zu erkennen.“

„Du hast hier nichts verloren, Hund“, vermeldete eine hohe Stimme lachend.

„Geist, verschwinde“, bellte Rala. Sie versuchte die aufkeimende Panik zu ersticken.

„Nein, du gehst. Krabbel zu deinen sabbernden alten Köterfreund. Der stinkt bis hier her.“

Der Geruch, genau. Das war es. Rala hielt inne, schnüffelte. Nein, das war nicht Rumo, sondern ein anderes Tier. Ein Bewohner des Waldes, kein Gespenst.

„Ich weiß es“, bellte Rumo plötzlich.

„Das sind Füchse. Du bist in einem Fuchsbau, Rala. Pass auf!“

„Ja und ich habe es hier mit einigen vorlauten Kindern zu tun“, erwiderte Rala mutig. „Ihre Mutter haben wir vertrieben, sie ist vorhin an uns vorbeigesaust.“

„Was? Sie hat ihre Kinder alleine gelassen?“, fragte Rumo.

„Sie kommt gleich wieder“, erwiderte ein Fuchskind lachend.

„Na, mir wäre nicht zum Lachen“, vermeldete Rala.

„Ich Idiot! Das sind Füchse, Frau Kollegin. Sie können nicht bellen, sie lachen.“

„Oh“, murmelte Rala.

„Das ich da nicht früher darauf gekommen bin! Aber egal. Rätsel gelöst“, seufzte Rumo. „Du kannst wieder rauskommen.“

„Aber die Fuchskinder“, meinte Rala. „Sie sind alleine –.“

„Beeile dich. Ihre Mutter wird sicher bald zurückkommen. Vermutlich hat sie Futter gesucht. Wenn die Füchsin dich bei ihren Jungen antrifft, wird sie fuchsteufelswild sein. Also verschwinde von da. Rasch!“

Rala machte einen Satz auf das etwas heller schimmernde Loch zu, krabbelte hindurch und kam neben Rumo zum Stehen. Sie schüttelte sich das Fell und schnaufte mal durch.

„Gut gemacht, Frau Kollegin“, lobte sie Rumo. „Lass uns nachhause und endlich schlafen gehen. Morgen erzählst du der Friedhofskatze von unserer Entdeckung und von des Rätsels Lösung.“

„Herr Inspektor“, murmelte Rala, als sich die beiden Hunde wieder auf den Rückweg zum schmiedeeisernen Tor machten. „Dürfen die Füchse denn hier wohnen? In einer Gruft am Friedhof?“

„Dürfen? Nein, aber die Menschen wissen nichts davon und den Toten wird das egal sein.“

„Ein Unterschlupf für den Winter. An sich keine schlechte Idee, wenn man kein warmes Zuhause hat, wie wir.“

„Du sagst es, Frau Kollegin.“In diesem Moment verspürte Rumo eine große Dankbarkeit für sein warmes Plätzchen am Kaminfeuer und Rala erging es ebenso ...

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Über den Autor

Kathi71
Hi! Ich heiße Katharina. Ich lebe mit meinem Mann und meinen vier Kindern in Niederösterreich.
Nach der Matura habe ich die Buchhandelslehre absolviert. Weil mir das nicht genug war, habe ich nach einem Jahr auf der Universität für Bodenkultur noch den vierjährigen Lehrgang für Grafik Design an der Wiener Kunstschule abgeschlossen. Ich schreibe leidenschaftlich gerne, zwischendurch male und zeichne ich.
2019 ist mein erster Krimi - Der Corvinusbecher - im Medimont Verlag erschienen und mein Jugendfantasyroman "Experiri". Seit Herbst 2020 gibt es meinen zweiten Regionalkrimi - kalt blütig - rund um meine Protagonistin Simone Jaan im Buchhandel.

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Buhuuuh Gut und spannend Frau Kollegin - toller Tierkrimitext. :)

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