Gedichte
Herbst 2020

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"Herbst 2020"
Veröffentlicht am 07. Oktober 2020, 2 Seiten
Kategorie Gedichte
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Über den Autor:

Ich habe die Worte von Ingeborg Bachmann gewählt, weil ihre Texte für mich, vor fast vierzig Jahren wie eine Offenbarung waren. Natürlich hatte ich damals in der Schule auch gelesen, aber dieser Griff in das Bücherregal meiner Eltern hat in mir eine Tür aufgerissen, dieses berauschende neue Gefühl endlich zu verstehen, was es ist was in mir verzweifelt nach Ausdruck kämpft. Und dann ging es schnell, Kafka, Dostojewski, Camus, Trakl, Benn, ...
Herbst 2020

Herbst 2020

Herbst 2020

Nebelbänke gleiten über Bäche und Tiefen innerlich leuchtend gespenstisch und kalt Als ob sie mich zögen, mich leise riefen Ich fühl es, ich bin es, die Welt ist mir alt Da verdorrt an Büschen und Bäumen nun das letzte kümmernde Laub goldglänzend nur in Bücherträumen Hoffnung wird der Zeiten Raub Früchte, verfault und nie gereift Dunkelheit die mein Herz ergreift

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Hörbuch

Über den Autor

AndriVento
Ich habe die Worte von Ingeborg Bachmann gewählt, weil ihre Texte für mich, vor fast vierzig Jahren wie eine Offenbarung waren. Natürlich hatte ich damals in der Schule auch gelesen, aber dieser Griff in das Bücherregal meiner Eltern hat in mir eine Tür aufgerissen, dieses berauschende neue Gefühl endlich zu verstehen, was es ist was in mir verzweifelt nach Ausdruck kämpft. Und dann ging es schnell, Kafka, Dostojewski, Camus, Trakl, Benn, Musil...bald eigene Gedichte, zerzweifelt, existentialistisch, pubertär. Der Traum davon Schriftsteller zu werden.
Aber aus ganz unterschiedlichen Gründen habe ich die Literatur verloren, vergessen, nach ganz hinten geräumt. Dreißig Jahre lang. Bis, ja bis erste Geschichten auf Facebook entstanden, kurze Betrachtungen und bald wieder ein erstes Gedicht. Es ist seltsam, als hätte man eine Münze gefunden die vor langer, langer Zeit unter einer Diele verschwunden ist.
Etwas rostig, glanzlos, wertlos inzwischen und doch so faszinierend.

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Machara Der Herbst ist eine melancholische Zeit...die Zeit des Abschieds aber auch die Zeit der Hoffnung auf einen Neubeginn...ich liebe den Herbst mit seinen nebliggrauen Tagen, die Farben, die geblieben sind und die Stimmung, die mich immer wieder spüren lässt, wie kurz das Leben doch ist...
LG in den Herbst
Jessy
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Apollinaris *hopsa* war schon abgemeldet versehentlich. ;(
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Gast Gut. :)
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AndriVento Vielen Dank :)
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Memory 
"Ich fühle mich seltsam ratlos, unzeitig."
Ja, so geht es mir auch, wenn ich an die kommende Zeit denke.
Deine Zeilen gefallen mir wieder sehr gut, lieber Andri.
Liebe Grüße
Sabine
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AndriVento Liebe Sabine, ganz herzlichen Dank für deine Anerkennung und den Favoriten! Ja ich glaube es geht vielen so der Herbst kommt ungelegen und die Zeiten werden wieder so unsicher.
Aber anders als im Gedicht werden wir es natürlich bestehen!
Liebe Grüße,
Andri
Vergangenes Jahr - Antworten
FLEURdelaCOEUR 
Inhaltlich kann ich es voll nachvollziehen, formal ist der (metrische) Bruch nach der 1. Strophe vielleicht gewollt?
Mir gefällt es sehr!
Vergangenes Jahr - Antworten
AndriVento Liebe Fleur, danke dir sehr für das Geschenk und den Favoriten. Ja du hast es nur allzu genau erkannt, Sowohl formal als auch inhaltlich kommt es zum Bruch. Nun du hast mir ja die Brücke mit der Absichtlichkeit gebaut. Aber es ist eher so, dass ich keine geschlossene Form hin bekommen habe und den Bruch dann akzeptierte. Du kennst es gewiss: Es lässt sich nicht mehr entscheidend ändern, das Gedicht hat so seinen Eigensinn. Eher so als Absicht...
Liebe Grüße,
Andri
Vergangenes Jahr - Antworten
Enya2853 Melancholisch, traurig -fast, als würde diesem Herbst kein Winter folgen.
Eine dunkle, nahezu erstarrte Welt.
Deine Worte projizieren Bilder und Gerüche nach Erde und Moder, nach Vergorenem und jegliche Farben scheinen im Nebelgrau zu verblassen.

Ein sehr poetischer, tiefer Text.
Liebe Grüße
Enya
Vergangenes Jahr - Antworten
AndriVento Liebe Enya,
ganz lieben Dank für dein großes Lob,und die Geschenke und den Favo!!
Es ist so gedacht, dass sich die Innenwelt in der Außenwelt spiegeln soll.
Und wirklich kommt er wie ungebeten nach diesem zumindest bei uns alles verdörrenden Sommer.
Ich fühle mich seltsam ratlos, unzeitig
Liebe Grüße,
Andri
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