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So is`s

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"... und nicht anders"
Veröffentlicht am 21. August 2020, 6 Seiten
Kategorie Sonstiges
© Umschlag Bildmaterial: Pixabay / Gertraud Widmann
http://www.mystorys.de
... und nicht anders

So is`s

So is`s ...


Aus einem tiefen Loch heraus, aus dem ich ums Verrecken (noch) nicht herauskomme, schreibe ich diese Zeilen.

Es ist auch ein großes Dankeschön an meinen lieben Mann, der selbst COPD hat (Gott sei Dank noch nicht so schlimm wie ich) und vor einiger Zeit den Kehlkopfkrebs besiegt hat.

Ferner geht der Dank an unsere Freunde Babsi und Otto, ohne deren Hilfe ein Leben in dieser Form nicht mehr möglich wäre.

Außerdem möchte ich dem Pflegedienst

„Katharina“ und allen Nachbarn, die uns so liebevoll umsorgen herzlich danken.

Trotz schwerer Krankheit, die mich bis an mein Lebensende (hoffentlich nicht mehr zu lange …)  an ein Sauerstoffgerät fesseln wird, will ich mich wieder einmal bei Euch melden.

Ich bin seit November 2019 (!) – bis auf zwei Arztbesuche und einen Aufenthalt im Krankenhaus – nicht mehr aus dem Haus gewesen … Selbstständiges Gehen ist nur noch in der Wohnung möglich, außer Haus bin ich mittlerweile auf den Rollstuhl,  bzw. auf einen Krankentransport angewiesen. Aber daran habe ich mich schon gewöhnt.

An was ich mich seit einem Jahr aber noch immer nicht gewöhnt habe ist,  dass ich immer langsamer werde – und dass das

ganze Leben so beschwerlich ist - richtig zur Qual wird. Bei allen Hausarbeiten und seien sie noch so gering, muss ich mich nach kürzester Zeit niedersetzen und nach Luft ringen … Ausgerechnet ich, die ich immer so aktiv und fast hektisch – und vor allem selbständig – war, wird dermaßen brutal ausgebremst … hänge zeitweise herum wie ein Schluck Wasser in der Kurve und schlafe bei jeder Gelegenheit ein.

Ich bin müde – so müde.

Aber das Allerschlimmste ist das, was mein Hirn mit mir anstellt … Schon bei der kleinsten Atemnot gerate ich in Panik und denke ich muss ersticken - ein grausames Gefühl ... da hilft dann eine Weile gar nix mehr, du japst nur noch nach Luft ...

Die Ärzte schickten mich ins Krankenhaus, ob man vielleicht dort noch ein „Zipfelchen Luft herausholen“  könnte, aber Satz mit  X – war wohl nix.

Ja, Tabletten ohne Ende, ein Notfallspray, psychologische Ratschläge - und und und.
Ich muss mit der Luft, die ich noch erwische auskommen – fertig. Und solange das Herz mitmacht, kann das noch ein Weilchen dauern …


********


Es war eine so schöne Zeit mit Euch und

ich vermisse sie sehr.

Aber was will ich machen, mit nur noch 20 Prozent Sehkraft, macht das Lesen keinen

Spaß. Und jedes Mal den Text kopieren,   damit ihn mein Sprachprogramm lesen kann, ist mir dann doch zu umständlich.

Aber manchmal mache ich es trotzdem …

In diesem Sinne mache ich weiter solange es geht, versuche meinen Humor – auch wenn`s schwer ist – nicht ganz zu verlieren und denke an Euch …

Eure Gertraud


© 21. 8. 2020



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GertraudW

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Bleistift 
Liebe Gertraud,
ich habe in den vergangenen Wochen und Monaten viel an Dich
gedacht und wie es Dir wohl ergangen sein mag, denn niemand wusste etwas Genaues und so tappte ich, wie alle, bislang leider nur im Dunkeln...
Und hatte so ganz nebenbei Dich und Deinen schier unverwüstlichen bayuwarischen Humor recht schmerzlich vermissen müssen...
Ich ahnte natürlich, dass Dir diese verdammte Krankheit und die Lebensumstände ziemlich arg zusetzen würden und bin daher umso
mehr darüber einfach nur sehr glücklich, dass es Dich überhaupt noch gibt und freue mich ganz persönlich wirklich sehr über dieses ganz besondere, einzigartig vitale Lebenszeichen von Dir... ...smile*
Bei all dem Schlimmen wünsche ich Dir dennoch viel, viel Kraft und dazu auch noch eine gehörige Portion Lebensmut, denn ich weiß aus eigenem Erleben heraus, dass es in der Tat nicht einfach ist, den Rest seines Lebens in Krankheit verbringen zu müssen...
Darum seid mir beide ganz herzlich von mir aus dem fernen Berlin gegrüßt...
Dein Berliner Lesefreund
Louis :-)



Vor ein paar Monaten - Antworten
Darkjuls Liebe Gertraud, Deine Schilderungen klingen nach einer sehr schweren Zeit für Dich. Ich wünsche Dir, dass es Dir bald besser geht. Sei lieb gegrüßt von Marina.
Vor ein paar Monaten - Antworten
AngiePfeiffer Ach, Gertrud, ich hab' so oft an Dich gedacht! Dass es Dir nicht gut geht konnte ich mir denken - aber das ....
Es fehlen die rechten Worte.
So fühle Dich einfach in den Arm genommen.
In Gedanken sind wir bei Dir!
Alan und Angie
Vor ein paar Monaten - Antworten
hingekritzelt Ach, Gertraud, das klingt alles so furchtbar - und man weiß gar nicht, was man sagen soll.
Kopf hoch, ja?

Liebe Grüße
Uli
Vor ein paar Monaten - Antworten
sugarlady Liebe Gertraud, lass dich nicht von der Panik verrückt machen.
Ich hatte durch eine Hormonumstellung auch dieses Gefühl der Panik.
Krankheiten sind nicht schön.
Ich wünsche dir wenigstens einen Teil deiner Gesundheit zurück.
Ganz lieben Gruß
Andrea
Vor ein paar Monaten - Antworten
FLEURdelaCOEUR Liebe Gertraud,
es tut mir sehr leid, dass dir die Luft so knapp wird und du zunehmend auf Hilfe angewiesen bist. Ich kann dir aus der Ferne nicht mal ein Telefonat anbieten, schließe mich all den guten Wünschen hier an, alles Liebe für dich,
fleur
Vor ein paar Monaten - Antworten
Apollinaris Danke liebe Gertraud! :)
Vor ein paar Monaten - Antworten
baesta Liebe Gertraud,
hab grad heute mal wieder an Dir gedacht und jetzt sehe ich mit Freude, dass Du Dich mal wieder hier zurück gemeldet hast.
Ich kann Dir gut nachfühlen, wie es ist, wenn man aus einem agilen Leben plötzlich auf Hilfe angewiesen ist und bewundere trotzdem Deinen nicht unterzukriegenden Lebensmut.
Ich ruf Dich wieder mal an, wenn es Dich nicht gar zu sehr anstrengt.
Sei ganz lieb umarmt
von Deiner Bärbel
Vor ein paar Monaten - Antworten
Memory 
Traurige Zeilen, liebe Gertraud.
Alles was ich dir wünsche, weißt du längst.
Ich denke oft an dich und in meiner Arbeit bist du häufig als die Schneiderin aus München im Gespräch.
Halt die Ohren steif und lass dich ganz lieb drücken
von deiner Sabine
Vor ein paar Monaten - Antworten
KaraList Liebe Gertraud,
da freue ich mich von Dir ein neues Buch zu entdecken und denke, schön, dass sie wieder da ist ... und dann lese ich diesen Text, der mich bestürzt, mich betroffen macht. Da vergisst man die eigenen kleinen Zipperlein, die einen plagen. Tröstende Worte wären nur Phrasen ... und die magst Du nicht, das weiß ich. Du bist eine mutige und resolute Frau, Dein Humor hat Dir über vieles hinweggeholfen. Ich wünsche Dir, dass Du diese Eigenschaften behältst.
Ich bin ganz bei Markus. Schön, dass Du dieses Forum mit Deinen Geschichten bereichert hast.
Ich schicke Dir ganz liebe Grüße
Kara
Vor ein paar Monaten - Antworten
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