Gedichte
Auf Abstand

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"Auf Abstand"
Veröffentlicht am 10. April 2020, 4 Seiten
Kategorie Gedichte
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Ich habe die Worte von Ingeborg Bachmann gewählt, weil ihre Texte für mich, vor fast vierzig Jahren wie eine Offenbarung waren. Natürlich hatte ich damals in der Schule auch gelesen, aber dieser Griff in das Bücherregal meiner Eltern hat in mir eine Tür aufgerissen, dieses berauschende neue Gefühl endlich zu verstehen, was es ist was in mir verzweifelt nach Ausdruck kämpft. Und dann ging es schnell, Kafka, Dostojewski, Camus, Trakl, Benn, ...
Auf Abstand

Auf Abstand

Auf Abstand

Wenn du vorbei gehst an mir mit gehetztem Blick und siehst mich nicht nur den Abstand. Wie weit reicht er zu dir mein tödlicher Hauch?


Dann lächle ich

über den Abgrund deiner Angst hinweg zu dir manchmal lächelst du

zurück

Und es ist

für einen Moment wie ein Aufstand des Glücks

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Hörbuch

Über den Autor

AndriVento
Ich habe die Worte von Ingeborg Bachmann gewählt, weil ihre Texte für mich, vor fast vierzig Jahren wie eine Offenbarung waren. Natürlich hatte ich damals in der Schule auch gelesen, aber dieser Griff in das Bücherregal meiner Eltern hat in mir eine Tür aufgerissen, dieses berauschende neue Gefühl endlich zu verstehen, was es ist was in mir verzweifelt nach Ausdruck kämpft. Und dann ging es schnell, Kafka, Dostojewski, Camus, Trakl, Benn, Musil...bald eigene Gedichte, zerzweifelt, existentialistisch, pubertär. Der Traum davon Schriftsteller zu werden.
Aber aus ganz unterschiedlichen Gründen habe ich die Literatur verloren, vergessen, nach ganz hinten geräumt. Dreißig Jahre lang. Bis, ja bis erste Geschichten auf Facebook entstanden, kurze Betrachtungen und bald wieder ein erstes Gedicht. Es ist seltsam, als hätte man eine Münze gefunden die vor langer, langer Zeit unter einer Diele verschwunden ist.
Etwas rostig, glanzlos, wertlos inzwischen und doch so faszinierend.

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Feedre hab hier das Gefühl, dass die Menschen
näher zusammenrücken,
obwohl sie größeren
Abstand halten
ein Lächeln zu dir...:-)))
Feedre
Vergangenes Jahr - Antworten
KaraList Ein Lächeln bedeutet Wahrnehmung ... und es kostet nichts, verbindet für einen kurzen Augenblick. Ein Glücksmoment.
Mir gefallen die Zeilen sehr, Andri!
LG
Kara
Vergangenes Jahr - Antworten
AndriVento Liebe Kara,
vielen Dank für dein Lob, es ist erstaunlich wie man über alle Abstandsregeln, aber natürlich auch in normalen Zeiten, diesen warmen verbindenden Moment herstellen und erleben kann. Hier muss es ein Smiley tun ;-)
Liebe Grüße,
Andri
Vergangenes Jahr - Antworten
AngiePfeiffer Ja, es ist erstaunlich, wie merkwürdig sich manche Zeitgenossen verhalten. Als würde sie das Virus über die Distanz anspringen. Eigentlich leben wir in einem Ort, wo jeder jeden grüßt, aber das ist auf einmal nicht mehr so.
Aber oft hilft ein Lächeln tatsächlich. Es kann überbrücken.
Gelungene Zeilen, die auch in 'nicht Corona Zeiten' gelten.
LG
Angie
Vergangenes Jahr - Antworten
AndriVento Hallo Angie, es ist genau wie du sagst, viele Leute verlieren jeglichen Sinn für die Realität. Es sind archaische Ängste und ich befürchte, dass manche davon auch psychische Schäden davontragen. Natürlich ist ein Verhalten angezeigt, dass die Verbreitung praktisch unmöglich macht. Aber finsteres, oder scheeles Wegsehen, panisches 4 Meter Wegspringen etc. gehören nicht dazu. Auch der Unbekannte der durch die Siedlung läuft ist nicht der Sensenmann und sät den Virus aus.
Ich mach es wirklich so, ich versuche ein Lächeln zu schenken, wann immer es angenommen wird.
Liebe Grüße,
Andri
Vergangenes Jahr - Antworten
Enya2853 Lieber Andri,
das sind in der Kürze (und gerade deshalb) beeindruckende Zeilen. In der jetzigen Zeit mit den Einschränkungen besonders.

Ich frage mich zuweilen, ob wir verlernt haben, auch aus der Ferne Nähe herzustellen. Dazu gehört - wie ich meine - Achtsamkeit dem anderen gegenüber.
Was kosten ein Lächeln und eine Geste?
Vielleicht kann "Corona" hier sogar Positives bewirken, indem wir vermissen, was uns allzu selbstverständlich schien. Wir entwickeln neue Möglichkeiten, dem anderen zu zeigen: Du bist es mir wert, dir Aufmerksamkeit zu schenken, und sei es auch nur im Vorübergehen.

Und das, was ich empfinde, wenn mir jemand ein Lächeln, eine Geste, ein Wort schenkt, das wird auch beim anderen so sein.
"... wie ein Aufstand des Glücks"
Liebe Grüße
Enya
Vergangenes Jahr - Antworten
AndriVento Liebe Enya,
freut mich sehr, dass du wie ich empfindest und wirklich es ist etwas besonderes, etwas wirklich menschliches, wenn sich zwei Menschen für einen Augenblick finden und sich die positive Aufmerksamkeit schenken. Immer ein Glücksmoment.
Ob allerdings Corona hier Gutes bewirkt... nein das glaube ich nicht.
Liebe Grüße,
Andreas
Vergangenes Jahr - Antworten
Darkjuls Ein Lächeln verbindet, schöne Zeilen von Dir. LG Marina
Vergangenes Jahr - Antworten
AndriVento Liebe Marina,
vielen Dank für deinen Kommentar. Genau so ist es! Ein Lächeln kann Abgründe verbinden und warum dann nicht 2 Meter?
Liebe Grüße
Andri
Vergangenes Jahr - Antworten
luanna 
Salü Andri,

ich antworte mit einem Zitat:

"Wer Abstand hält,
hat sich nicht unbedingt
entfernt."
© Edith Linvers (*1940), deutsche Schriftstellerin und Aphoristikerin
Quelle: Linvers, Ehrlich gesagt.... Aphorismen, Verlag Rudolf Winkelmann 1999

Zur aktuellen Situation:

""Die Lage ist ernst. Nehmen Sie sie auch ernst."
Angela Merkel

Bin der Meinung, dass nur die Menschen, die Lage ernst nehmen, die auch schon vor dieser "ernsten Lage" imstande waren, Verantwortung für den Nächten zu tragen/übernehmen.

Zumind. ist es hier in einem Wohngebiet am Stadrand exakt so. Die Menschen, die vor dieser "ernsten Lage" durch ihr empathieverarmtes Benehmen NEGATIV aufgefallen sind/waren, fallen HEUTE noch MEHR auf und zwar ohne Konsequenzen/Sanktionen an die eigene Person!

Hatte HEUTE eine Begegnung gleich mit 2 solchen Personen. Mußte mir Beleidigungen, Beschimpfungen + Drohungen anhören.

Traurig.. ..

Sehr traurig, dass hier der STAAT nicht streng durchgreift, um den gefährdeten Personenkreis besser zu schützen.

"Nur wo Einsicht ist, beginnt die bleibende Besserung."
Georg Sticker (1860 - 1905), deutscher Mediziner

Nachdenkliche Grüße

Nelly

Vergangenes Jahr - Antworten
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