Kinderbücher
Der Struwwelkasper

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"Ein schlimmer Geselle manchmal. ;)"
Veröffentlicht am 13. September 2019, 54 Seiten
Kategorie Kinderbücher
© Umschlag Bildmaterial: Simon Käßheimer
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Ich bin Hobbyautor aus Leidenschaft, das Schreiben kam mal wie ein Löwenzahnschirmchen zu mir ins Zimmer und in meine Welt geflogen, Ich hab es aufgefangen und seitdem lässt es mich nicht mehr los. :-) Eigentlich war und bin ich gar kein so großer Leser aber am Schreiben bin ich irgendwie hängen geblieben. Macht mir einfach Spaß; besonders wenn die Geschichte Erfolg hat und anderen Freude bereitet und somit gefällt. :-) Ansonsten gibt`s noch ...
Ein schlimmer Geselle manchmal. ;)

Der Struwwelkasper

Der Struwwelkasper

von


Simon Käßheimer

Einleitung / Vorwort

Der Struwwelkasper, wer oder was ist den das wirst du dich fragen und die Frage ist gut den so viele haben dieses kleine Geschöpf bislang noch nicht zu sehen bekommen. Wie sieht er den aus und was macht er? Noch zwei sehr gute Fragen von denen ich die eine kurz beantworten will. Der Struwwelkasper ist ein kleines koboldartiges Geschöpf, mit langen struwweligen weißgrauen Haaren, nicht größer als eine Kinderhand und nicht kleiner als eine Hasenpfote. Die Struwwelhaare durch die der Struwwelkasper seinen Namen wohl

bekam stehen ihm immer zu Berge und vom Kopf ab, sie wippen und wackeln nur beim laufen; immer im selben Takt ein wenig hin und dann wieder ein wenig her. Für die letzte Frage ist dieses Buch hier und es soll und will euch erzählen was der Struwwelkasper den lieben langen Tag so macht.

1. Kreide

Hallo du. Nun heute zum Beispiel. Heute hat er eine blaue Kreide gefunden. Und was macht ein Struwwelkasper wenn er eine Kreide findet. Richtig. Er tut Unfug damit und beschmiert eine saubere Wand. Sowas ist nun bei herausgekommen:



Zugegeben, garnicht so schlecht getroffen aber. Nun, man macht das eben nicht. Insbesondere dann nicht wenn es

sich um ein Haus handelt das einer alten Frau gehört und die Wand vor ihrem Küchenfenster ist. Aber das ist es eben mit dem Struwwelkasper. Er macht ständig solchen Unfug irgendwie. Wie ihr wohl manchmal auch!? Nur dieses Mal ahnt er nicht das Unheil das er damit entfacht, obgleich er es nicht unbedingt immer böse meint. Wie mit der Zeichnung eben. Die Kinder der Nachbarschaft werden nach einem Telefonat nun kräftig ausgeschumpfen. Nun, sie stellen schon mal was an. Aber dieses Mal sind sie mal wirklich unschuldig. Ohhh Struwwelkasper. So ist das eben. Machst immer so

Unfug. Doch heute ist ein Tag von dem etwas besonderes ausgeht. Heute passiert etwas das fern aller Kreidezeichnung, ausschimpfen der Kinder und Oma Gens weißer Wand nicht geplant gewesen ist. Der Struwwelkasper lernt mich nämlich heute kennen. Wer ich bin?! Ich bin der Erzähler dieser Geschichte und habe ausserdem auch viel vom heutigen Tag mit dem Struwwelkasper erlebt. Wie sonst könnte ich auch euch sonst was erzählen!? Also das Ganze das war so. Es war und geschah eher zufällig könnte man sagen. Der Struwwelkasper, de eben die Wand

verziert und ich der ich vom Einkaufen nach Hause ging liefen uns über den Weg. Er, wie es sonst für seinesgleichen, er ist übrigends ein Gnom, üblich ist unsichtbar. Und ich, nun eben ich etwas gelangweilt vom Alltag. Ich wollte eine kurze Pause machen und stellte wohl zu unachtsam meine zwei Taschen ab. Da hörte ich plöztlich ein rufen von unten!? ,,Sapperlotzemetermentzement nochmal; kannst du nicht aufpassen“, rief es da unter mir, genauer unter einem der Beutel. Da stand das Kerlchen. Hatte seine grauen und gräulichen abstehenden Haare gesträubt und war unter dem Einkauf eingeklemmt. Er war plötzlich sichtbar geworden! Plötzlich

aufgetaucht. Und jetzt da er sich nicht befreien konnte schimpfte er wie ein Rohrspatz. ,,Sapperlot, was soll das?!“ Ich wusste erst nicht was tun, dann nahm ich meine Tüte von ihm runter. Er blieb sichtbar. ,,So, und jetzt – haste mich genug eingeklemmt“, wollte er wissen. ,,Keine Angst, ich bin kein Kobold oder sowas, ich bin ein Gnom und Gnomling; der bleibt sichtbar wenn einmal erwischt.“ ,,Sapperlot“, rief nun auch ich. Wie war das den nun möglich? ,,Heeh, kannst du mir aufhelfen“, fragte das Kerlchen. Ich tat es und erntete aber

keinen zu großen Dank. ,,Heideiedei, da hat mich doch der Mensch beim träumen erwischt, mit all seinen schweren Kartoffeln. Oder was du da trägst“, erklärte er. ,,Es sind Karotten, und es tut mir leid“, sagte ich. ,,Karotten, Kartoffeln – Firlefanz; auf jedenfall sind sie schwer.“ Er prustete und schien zu überlegen. ,,Wer bist du den“, sagte ich und er stellte sich daraufhin folgendermaßen vor: Ich bin das Laster, der Struwwelkasper. Ich bin

allerlei, das man nicht sei. Komme von fern, hab Unfug gern. ,,Der Struwwelkasper, aha – und das ist rechtens so“, fragte ich etwas plump. ,,Jaaa, das ist es. Er brüllte mir fast entgegen. Es schien ihn zu ärgern sich mit einem Menschen unterhalten zu müssen. ,,Tja, ich habe dich nicht gesehen, da kann was passieren.“ ,,Paah, passieren?!“, antwortete er zynisch. Nun wurde es auch mir etwas zu frech, und ich machte böse

Augen. Er lächelte. Plötzlich lächelte er auf als ob er einen Preis gewonnen hätte. ,,Na also. Du hast ja doch auch eine Schmerzgrenze“, sagte er und lächelte weiter. ,,Du bist ein netter Mensch, das mereken wir Kasper gleich, da wird man schon etwas frech.“ So erklärte er und wir kamen übereins das wir wieder unseres Weges gehen wollten und sollten. Ich hatte es nicht mehr weit, und der Struwwelkasper wollte … . Ja was?! Er verschwand wieder. Ich ging verblüfft und etwas blas und entsetzt nach Hause

nun. Als ich Zuhause angekommen war. Da stand der freche Struwwelkasper vor meiner Eingangstür. Er hatte es sich kurz davor noch auf der Matte etwas bequem gemacht. Nun stand er auf und schien um Einlaß zu bitten. ,,Du bist ein feiner Kerl“, sagte er. ,,Lass uns zusammen heute Abend sein. Ich komme nicht mehr weit und dein Haus ist nahe.“ Da hatte er Recht. Aber wollte ich dieses Geschöpf bei mir?! Ich schloß erstmal auf. Und damit war die Sache schon

entschieden. Er hüpfte herein, sprang auf das Sofa und reib sich die Zehen. Einen nach dem anderen.

2. Besuch

So, nun hatte ich Besuch. Ungewöhnlichen allerdings. Ich hatte gerne Besuch im Grunde. So richtig wusste ich aber nicht ob ich diesen Kasper bei mir beherben wollte und sollte. Naja, er war nun da, er blieb; und so schien es nun einmal auszusehen. Es war kein schlimmer Tag bislang gewesen und würde es hoffentlich nun auch nicht werden. Es wurde ja schon Abend. ,,Was macht ein Gnom wie du so den liebenlangen Tag“, fragte ich den

kleinen. ,,Alles nur nichts böses, keine Angst! So erklärte er.“ Wärenddessen begann er die Mücken aus den Zimmerpflanzen, die etwa zuviel gegoßen waren, zu erledigen. Er hüpfte umher und fing sie eine nach der anderen. ,,Hast du was zu esssen?!“ fragte er mich dann. Ich legte eben die Einkäufe in die Küche. ,,Jetzt schon wieder“, erklärte ich ihm. ,,Dann wünsche ich mir als Gast von dir nun etwas zu essen.“ Dieser Gnom war sehr gesellig wie ich fand und ich ging darauf ein. Also stellte ich mich vor eine Pfanne,

schlug einige Eidotter hinein und begann Spiegelei zu zaubern. Der Gnom freute sich. Dann kam der Struwwelkasper zu mir in die Küche gelaufen. Mit einem Sprung war er auf dem Herdbeitisch. Er hatte kleine Pantoffeln aus Holz an. Die nutze er darauf auch. Ich konnte garnichts tun. Er hüpfte mir in die Pfanne und zerlief mir die Spiegeleier zu Rührei, dann hüpfte er wieder heraus und rief: ,,Schoooon fertig.“ ,,Brauchst du garnicht so lange abwarten.“ Er rieb sich die Schuhe an einem Schwamm ab. Dann ging er wieder

zurück ins Wohnzimmer. Eijeijei, was hatte ich mir da für ein Kerlchen eingefangen? Nun gut, die Rühreier waren fertig. Ich rief, ja wie eigentlich?! ,,Ich bin fertig Struwwelkasper“, ich wusste ja seinen Namen nicht genau. Daraufhin kam er hereingelaufen. Hungrig schien er zu sein. Er setzte sich vor einen der Teller im Regal und bat um Speisung darin. ,,Du bist aber fix“, sagte ich. ,,Jaaa, wir Gnome sind alle keine Kostverächter und bei Zeiten zur Stelle wenn es was leckeres zu beißen gibt.“ Das fand ich originell und ich

lächelte. Also schippte ich ihm etwas in den vor ihm liegenden Teller. Er prüfte es mit der spitzen Nase, dann begann er es mit einer Kuchengabel die ich fand, und ihm reichte, einzuverleiben. ,,Uuund – gut?!“ fragte ich. ,,Ja, ausgezeichnet.“ Er schmatzte. Ich hatte Unterhaltung. Keine Konversation aber Unterhaltung. ,,Erzähl etwas von dir“, forderte ich ihn auf. Dabei gab ich mir den Rest des Rühreis auf einen anderen Teller. Er sprang tiefer eine Etage. Setzte sich vor diesen Teller.

Dann aß er dort weiter. ,,Heeh.“ ,,Bin ich der Gast oder was“, erklärte der Gnom. ,,Nun hungrig in jedem Fall“, sagte ich. Ich lies es ihm durchgeh`n. Er schien lange nichts gutes zu essen bekommen zu haben. Als er fertig zu sein schien, griff er sich einen seiner Jackenzipfel und rieb sich damnit den Mund. ,,Du hättest ja auch eine Serviette haben können dafür“, wollte ich noch anmerken. ,,Paaaah, eine Serviette, sag leise Servus zur Serviette“, rief er

darauf. Ich verstand. Er war an Manieren nicht interessiert. Statt dessen am silbernen Kuchengäbelchen. ,,Kann ich das behalten?!“, fragte er. Er schien da sehr interessiert zu sein, ich gönnte ihm die alte Kuchengabel von irgendwem. ,,Jaa, aber pass damit auf und mach keinen Unfug damit.“ Ich wollte sicher geh`n. Sicher sein auch. ,,Danke“, er war ein Gnom; aber einer der sich bedankte. Das schätzte ich! Nicht allerdings das weitere. So hüpfte

er wieder ins Wohnzimmer, die Kuchengabel in seinen hinteren Gürtel verfrachtet. Ohhhjee, wie sollte das nur weiter geh`n? Die Antwort kam. Es würde eine interessante Nacht wohl werden.

3. Der Nachbar im Haus, ohh ...

Nun, nach all dem Essen für ihn war er in Plapperlaune wie es schien den er erzählte mir von seinem Bild mit der Kreide und wie die Kinder seinen Ruhm ernteten. Er schien sehr enttäuscht darüber. So wollte ich nicht näher darauf ein gehen und ihm ins Gewissen reden. ,,Dir gefällt das auch“, fragte er daraufhin und ich sah mich in der Zwickmühle einen Gnom zu verärgern im eigenen Heim oder meine Bedenken einfach zurückzustellen. Ich tat letzteres und kurz darauf begann es an der Türe zu läuten. Konnte ich den Kasper da so

allein lassen, überlegte ich noch. Da war er schon bei der Haustür. ,,Lass mich sehen wer da kommt“, rief er. Die Kuchengabel blinkte auf seinem Rücken. Ich ging an die Tür und schaute wie immer durch den Spicker. Es war Frau Erns, die nette Nachbarin. ,,Lass sie ein“, rief der Struwelkasper. Seine Haarborsten flogen, er erwartete gespannt meine Reaktion. ,,Ich habe schon einen Gast“, rief ich zu ihm hinunter. Die Nachbarin klingelte erneut. Nun, ich musste sie einlassen. Ich öffnete die Türe. ,,Hallo Frau Erns, was kann ich für sie tun, wie kann ich helfen“, fragte ich

höflich. ,,Ohh“, sie schien des wartens wegen überrascht. ,,Sie könnten mir ihren Kellerschlüssel leihen. Ich hab meinen irgendwie verlegt“, erklärte sie dann. ,,Das ist kein Problem“, ich holte ihn vom Schlüsselhaken und gab ihn ihr. ,,Werfen sie ihn in den Briefkasten dann“, sagte ich, als sie schon nach einem Danke ging. Sie war nett. Ich hätte ihr auch aufgesperrt, aber ich hatte eben einen Gnom zu Besuch. Das würde mir eh niemand so glauben. Wo war er nun?! Der Gnom war weg. Der Nachbar im Haus, ohh … graus. Es fiel mir kurz der Spruch ein und ging mir durch den Kopf. Dann suchte ich das kleine Wesen zu

finden. Er war weg. Einfach so. Plötzlich weg. Ich setzte mich auf`s Sofa und war irgendwie enttäuscht. Etwas wohl auch erleichtert. Aber mehr enttäuscht. Da klingelte es wieder. Ich ging nachdenklich nochmals zur Haustür. Schaute hinaus. Niemand. Vielleicht hatte Frau Erns was vergessen. Es stellte sich als anders heraus. Der Struwelkasper kam durch den Briefkastenschlitz hereingeklettert und fiel herabspringend auf die Zeitung vom Vortag die noch am Boden lag. ,,Hättest ruhig öffnen können“, erklärte mir der Gnom. ,,Ich dachte du wärst einfach gegangen“, erklärte ich sehr froh. ,,Ich bin nur kurz

im Keller gewesen“, stellte der Struwelkasper fest. Hmm, ich ahnte nichts gutes. Da kam auch schon Frau Erns den Treppenaufgang herauf. ,,Sie können mir doch nicht ...“, sie schien entrüstet. ,,Irgendwer hat mir die Kellertüre zugemacht nachdem ich drin war.“ ,,Das nicht nett von ihnen“, sagte sie, drückte mir den Schlüssel unsanft in die Hand, und ging hinauf. Ich wollte etwas zu “meiner Tat“ sagen, aber ich lies es dabei bewenden. ,,Die kommt wieder“, erklärte der Struwelkasper siegessicher. ,,Wieso, hast du noch mehr angestellt

und getan als ihr die Kellertüre zu zu machen?“, wollte ich nun aus ihm herausbekommen. ,,Nein, sie hat ihre Sachen unten vergessen.“ Ich machte schnell die Haustüre zu. Der Gnom blieb hier. Ich wollte nicht noch mehr verdächtigt werden böse Späße zu treiben. Doch was, da klingelte es wieder. Frau Erns war es noch einmal. Sie wollte mir wohl noch den Rest an Stunk zuteil werden lassen. Aber nein. Ich öffnete. Sie stand mit einem Teller voll Gebäck da. ,,Das ist für sie“, sagte sie. ,,Sie

konnten mir ja garnicht die Tür zumachen, sie waren ja oben. Muss wohl der Wind zugeblasen haben und oder zugezogen.“ Nehmen sie das als Entschuldigung an. Sie drückte mir die Hand zärtlich. Es war wieder gut. Verdutzt ging sie nach oben und ich wieder ins Wohnungsinnere. ,,Hab ich uns ganz schön was rausgeschlagen“, sagte der Gnomling als er das Gebäck sah. ,,Duu, hast uns was rausgeschlagen?“ fragte ich. ,,Duu hast nur Unfug getrieben“, erklärte ich. ,,Richtig – und gut is“, erwiderte der

Gnom dann. Er war sehr stolz, aber ich war ihm nicht böse. Das nächste lies aber mit dem Struwelkasper schon auf sich warten. Er war nämlich inzwischen Kaspermüde geworden. Ich froh dieser Tatsache, suchte ihm einen Platz zum schlafen. Ich fand ihn in einer herausgezogenenn Holzschublade und einigen kleinen weichen Kissen die ich hinein legte. Der Struwelkasper aber war schon zu Bett gegangen. Er schlief auf meiner Bettdecke und hatte einiges zu schnarchen. Was für ein sonderbarer Gnom und was für ein sonderliches Kerlchen dachte ich; dann richtete ich

mich auch für`s zu Bett gehen. Ich hielt es für das Beste.

4. Der Morgen mit einem Struwwelkasper

Nach einer unerwartet ruhigen, sittsamen, Nacht ewachte ich. Der kleine Gnomling zu meinen Füßen noch. Er hatte den Daumen im Mund, und eine Hand in der Seitentasche; und schlief noch. Nach den Erfahrungen mit Spiegelei des Vortages entschloss ich mich etwas anderes zum Frühstück zu machen. Ich entschloss mich einige Kartoffeln zu schälen die ich noch abgekocht hatte und dies dem Gnom mit einigem Rahmfrischkäse zu kredenzen. Er kam nicht aus dem Bett, ich rief mehrmals nach ihm. Nachdem ich

dreimal nach Struwwelkasper gerufen hatte ging ich in mein Schlafzimmer zurück. Er lag immer noch mit dem Daumen im Mund da. Er war wach, das konnte ich sehen. Doch schien er nicht im entferntesten ans Aufstehen zu denken. Er schmunzelte vor sich hin und in sich hinein. Zumindest glaubte ich dies zu erkennen. Und tatsächlich, dieser kleine Mann mit seinen Struwwelhaaren lachte und grinste über mich. ,,Hast du schon das Frühstück fertig, ich roch schon etwas.“ Dieser freche Gnomling. Der lies mich in der Küche die Kelle schwingen und hielt hier mit seinem Daumen im Mund die Stellung. ,,Ich brauche noch jemanden

der die Kartoffeln schält“, sagte ich, es war gelogen, aber ich wollte ihn etwas testen und aus der Reserve locken. ,,Das ist keinenfalls etwas für einen Gnomling wie mich.“ Er drehte sich um und schlief weiter. Das festgestellt schien nichts mehr weiter zu kommen. So zupfte ich ihn an der Jacke. ,,Heehda, wer wird den gleich wieder weiterschlafen“, sagte ich etwas entrüstet. ,,Uuuuuuuhaaaaaaahhah – ich“, rief der Struwwelskasper und wart von da an still. Ach nein, eines kam noch: ,,Zupf mich

nicht.“ Damit genug. Ich fühlte es würde schwer den Gast schneller wieder los zu werden. Na? Es war Samstagmorgen und ging auf ein Wochenende zu. Sollte mir recht sein. Zumindest noch. Wann bekam man schon so … nun eben sonderlichen ausgefallenen Besuch ansich? Es verging eine weitere viertel Stunde erstmal. Ich hörte ein leises pfeifeln und schnarchen aus dem Schlafzimmer. Der Gnom schlief wohl weiterhin. Plötzlich aber hörte ich ein lautes Rufen und einen Schrei des Gnomlings. Schnell

rannte ich in das Schlafzimmer, weg vom Herd, um nachzusehen wsa passiert war. Der Struwwelkasper saß unter dem Nachtkästchen und schien sehr erschrocken. ,,Da, da, da draußen“, wisperte er und deutete auf das Fenster. Ich prüfte es und schaute danach. Doch ich konnte ausser ein paar Tauben nichts entdecken die auf dem Sims nebenan hockten. ,,Da ist doch nichts; außer ein paar Vögel“, sagte ich. ,,Da sagst du nur außer ein paar Vögel, unsereins war in Lebensgefahr.“ Plötzlich wurde mir bewusst das es die Tauben, oder eine davon, gewesen waren die den kleinen Gnom so erschreckt

hatte. Irgendwie vertändlich – dachte ich mir. Ich sprach es aber nicht aus und versuchte stattdessen den kleinen Mann zu beruhigen; mit samt seinen Stuwwelhaaren die hin und her wankten vor Aufregung. ,,Sollen wir nicht lieber jetzt Frühstücken“,fragte ich ihn. ,,Die Taube ist weg.“ ,,Guut“, sagte der Gnom. Er war aber noch etwas verängstigt und es klang noch nicht wie vorher oder mit seiner alten Sicherheit. Dann aber lief er vom Nachtschränkchen weg und geradewegs in die Küche voran. Der Tisch war schon gedeckt. Ich suchte eine flache Tasse – auf die sollte sich der

kleine Kasper setzten. Ausserdem hatte ich noch ein Schnapsgläschen entdeckt für ihn. Das stellte ich ihm auch hin. Dazu noch einen Untersetzer als Teller. ,,So, Hunger“, fragte ich ihn. ,,Ja, ja“, kam eine schnotzige und dahingeschnotterte Antwort darauf. ,,Was gibt`s“. ,,Ich hab noch Kartoffeln da und dazu etwas Käse“. ,,Oha, oha“, rief der Struwwelkasper und schien recht zustimmend. ,,Dann schäle mal“, rief er. ,,Schälen“, fragte ich. ,,Ich schau dir dabei zu. Was geschält wird gegessen.“ ,,Ohha, Oha“ rief ich nun meinerseits.

,,Bedienen lassen hier“. Der Struwwelkasper schien keineswegs beeindruckt und harrte der Kartoffeln mit ausdauer. ,,Na gut – du bist ein Gast“, sagte ich. Schälte ihm eine kleine und gab sie ihm zu kosten. ,,Ein Armer Gast bin ich – herrje, wenn du dererlei eine Kartoffel nennst.“ Er wurde mir langsam etwas zu frech. Dann wartete er nach seiner Feststellung auf eine weitere heiße geschälte Kartoffel von mir. ,,Kommt gleich“, sagte ich - ich suchte eine der größten heraus und schälte sie ihm vor. ,,Jetzt passts besser – aber wer soll die

essen.“ ,,Drum schält auch der Gast für gewöhnlich selbst“, sagte ich und versuchte nicht verärgert zu klingen oder genervt. ,,Jaja.“ Der Struwwelkasper schien gestärkt zu sein, nun wollte ich auch was essen. Er nahm das Schnapsgläschen mit Milch zur Hand und schlürfte es vornem hinunter. ,,Du bist mir so einer“, sagte ich dazu und schälte meine Pellkartoffel fertig. ,,Willst du den ganzen Tag da sitzen und Kartoffeln schälen“, fragte daraufhin der Gnom. ,,Es gäbe doch lustigeres zu tun, etwas Unfug zum Beispiel“, meinte er

darauf. ,,Und wo soll der sich abspielen – hier?“, fragte ich vorsichtig. ,,Neiiiiin, ich finde schon was.“ Das glaubte ich auch. So ein Struwwelkasper war eine Aufgabe, das musste ich sagen und in Gedanken feststellen. ,,Jetztdaa, auf geht`s“, rief der Struwwelkasper. Ich lies die Kartoffel, fast fertig, aus der Hand fallen. ,,Wohin willst du“ rief ich noch nach. Da war er schon davongerannt. Ich nahm keinen Bissen zu mir. Dann eilte ich ihm

nach. Er hatte schon wieder die Haustür als Ziel. Das nächste Abenteuer begann.

Ende


Copyright

Text, Illustration & Coverbild:


2019 © Simon Käßheimer



Weiteres möglich ( eventuell ): ---------------------------------------------------------

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Hörbuch

Über den Autor

Buhuuuh
Ich bin Hobbyautor aus Leidenschaft, das Schreiben kam mal wie ein Löwenzahnschirmchen zu mir ins Zimmer und in meine Welt geflogen, Ich hab es aufgefangen und seitdem lässt es mich nicht mehr los. :-)
Eigentlich war und bin ich gar kein so großer Leser aber am Schreiben bin ich irgendwie hängen geblieben. Macht mir einfach Spaß; besonders wenn die Geschichte Erfolg hat und anderen Freude bereitet und somit gefällt. :-)

Ansonsten gibt`s noch zu sagen über mich das ich einfach gerne kreativ bin und was versuch aus der mir gegebenen Lebenszeit zu machen. Sei es nun Kunst, Musik, Schreiben ( in vielfältiger Weise ) o.w.a.i.. Ich schau aber auch gern einfach mal `nen Film an oder hör bis zum abwinken Musik wenn ich nicht grad mit Freunden und Bekannten was mach oder unternehm.

Mehr noch über mich und meine Person - siehe: http://www.simonkaessheimer.de

Achso: ,,Meine Texte hier sind größtenteils unlektortiert eingestellt ( Prosa ) also bitte habt Nachsicht mit mir diesbezüglich!" Rechtschreibtips und konstruktive wohlwollende Kritik dieser Art aber immer erwünscht bis gewollt.

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