Humor & Satire
Totgerollert

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"Totgerollert"
Veröffentlicht am 05. Mai 2019, 16 Seiten
Kategorie Humor & Satire
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Über den Autor:

Mit Vorliebe schreibe ich Drabbles, Krimis und Kurzgeschichten... Ich liebe diese fabelhaft pointierten Miniatur-Geschichtchen. Zur Abwechslung schreibe ich auch gern mal eine erotische Geschichte... Ansonsten hoffe ich auf viele geneigte Leser und freue mich über jeden ehrlich gemeinten Kommentar. Zwei Städte sind mir neben Berlin besonders wichtig: Paris und Venedig... 09.Mai 2015 Ich habe heute erfahren, dass Silvi Bredau ...
Totgerollert

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Bleistift







Totgerollert


Satire

Totgerollert

Ein Gespenst geht um in Deutschland, wie anderswo auch, das Gespenst vom immerwährenden Geschwindigkeitswahn… Der einzig erlaubte Rausch in Deutschland, ist der Alkohol-Rausch und wohin das gelegentlich führt, das kann man am besten beim eigentlich verbotenen Koma-Saufen der Jugendlichen erkennen, die bei bestimmten Events dann zu Hauf die zentralen Notfall-Rettungsstellen mit ihrer zumeist unansprechbaren Anwesenheit beglücken, denen es in aller Regel nach ein paar Nothilfeeingriffen und diversen Ausnüchterungsstunden gelingt, unsere

kampftrinkenen Protagonisten wieder ins richtige Leben zurückzurufen. Die Herrschaften aus Bayern werden es gewiss von den Wiesn her kennen, die Großstädter von diversen Abi-Abschluss-Feiern und bei einigen Musik-Events sind solche Art Vorkommnisse natürlich auch keine Seltenheit mehr. Wacken zum Beispiel lässt da ganz herzlich grüßen. Und ob mittlerweile Fußballspiele wo auch immer gewonnen, oder verloren werden, ist inzwischen auch völlig egal, Hauptsache es findet sich ein triftiger Grund zum Saufen und das soll dann möglichst auch in einem grandiosen Gemeinschaftserlebnis enden, welches sich zutreffenderweise Vollrausch nennt. Denn ansonsten würde das Ganze ja auch keinen

Sinn und schon gar keinen Spaß machen, denn da kann man es selbst als Dummling schon mal richtig krachen lassen. Da wird das Männchen plötzlich zum Manne und Frau darf natürlich auch nicht zurückstecken und so man gönnt sich schon mal einen kräftigen Schluck aus der Pulle, denn schließlich ist das Leben im Allgemeinen, ohnehin nur noch im Suff zu ertragen. Soweit so schlecht, denn ist es zwar laut Jugendschutzgesetz strikt untersagt, an Jugendliche unter 18 Jahren Alkohol auszuschenken, aber so what, wenn sie sich dennoch anderwärtig unkontrollierten Zugang zu diesem, wie Grönemeyer es nennt, "Rettungsboot", verschaffen können, auch gut, dann kann man eben daran auch nichts

ändern. Und im Zweifelsfall gilt, wo kein Kläger, da natürlich auch kein Richter. Nun scheint sich allerdings durch eine mögliche Politikerentscheidung eine völlig neue Form der Legalisierung eines Rauschzustandes anzubahnen, deren Zielgruppe wiederum die heranwachsenden Kinder und Jugendlichen sind, nämlich die Legalisierung eines wie auch immer gearteten Geschwindigkeitsrausches, für die Kids.

Stets getreu dem olympischen Gedanken, schneller, höher, weiter, kann man diesen wie selbstverständlich natürlich auch auf die Straße umverlagern. Zum Auto, und zum Motorradfahren sind sie klar erkennbar einfach

noch viel zu jung und zum Radfahren größtenteils meist zu faul, weil dies ja mit einer gewissen sportlichen Betätigung verbunden ist, die man tunlichst allerdings besser vermeiden sollte, wie man immer noch nach, wie vor unschwer an den dicken Kindern von Landau erkennen kann… Also her mit den neuen E-Rollern und den Faulen unter den Fußgängen die Faulheit gestärkt. Schon allein der Name suggeriert bereits ein Kinderspielzeug… ‚Roller‘ und man assoziiert damit irgendwie auch einen ‚Puppenwagen‘, oder es klingt nach einem ‚Brummkreisel‘. Nur dass sich dieses Ding quasi lautlos und vergleichsweise rasend schnell auf dem Bürgersteig den Passanten annähert und von

einer, auf die nächste Sekunde, sowohl für den Lenker, als auch für alle anderen unbeteiligten Passanten zu einer kreuzgefährlichen Gefahr mutieren kann. Nun, im Zuge der Entscheidungsfindung denken Politiker bereits darüber nach, wie man dieses neue, elektromotorisierte Fortbewegungsmittel den Kids zukommen lassen könnte, ohne gleich einen ganzen Berg anderer Gesetzte, welche den Straßenverkehr und die Zulassungsbestimmungen für motorisierte Fahrzeuge regeln, wieder mal ändern zu müssen. So favorisiert die deutsche Bundesregierung momentan eine mögliche Rollervariante bis zu maximal 12 km/h auf dem Bürgersteig (!) zuzulassen und alle geschwindigkeitsmäßig darüber liegenden, bis

zu maximal 20 km/h schnellen Vehikel auf den Radweg, oder die Straße zu verbannen.

Und dies alles ohne Führerschein, sogar ohne nachprüfbare Kenntnisse der StVO, die in Deutschland die Zulassung am öffentlichen Straßenverkehr regelt...

Nebenbei, in Frankreich hat man bereits die Lehren aus diesem einen Testjahr gezogen und aus gutem Grund das elektrische Rollern auf dem Bürgersteig wieder komplett gestrichen. Bestimmt aber nur deshalb, weil beim Vorbeiflug jener elektrischen Roller den Pariser Großmamas auf den Gehsteigen von Fahrtwind die Hüte vom Kopfe geweht wurden… Aber das sind offensichtlich für die deutsche Bundesregierung natürlich keine wirklich

ausreichenden Beweggründe sich Sorgen um die Sicherheit ihrer Bürger auf den besonders geschützten Gehwegen zu machen. Auf die Idee, für alle LKW’s und Busse in Deutschland den sogenannten "Tote-Winkel-Spiegel“ zur Pflicht zu machen, kommen diese Verkehrs-Polit-Kanaillen natürlich nicht, stattdessen werden lieber noch mehr unwissende, unerfahrene und nun sogar noch zusätzlich jede Menge motorisierter Verkehrsteilnehmer auf die Straße und damit unter die Leute gebracht. Das weckt natürlich sogar gewisse Begehrlichkeiten, sicher auch von ehemaligen Führerschein-Besitzern, die ihren ‚Lappen‘ wegen Fahrens unter Alkoholeinwirkung verlustig geworden sind, denn zum Führen eines elektrisch angetriebenen Rollers ist ja

nun gar kein Führerschein mehr von Nöten. Zudem kurbelt das die Wirtschaft und die Industrie gehörig an und sprudelt wieder mal enorme Geldmengen in die Staatskasse… Ein Schelm, wer angesichts der zunehmenden Motorisierung womöglich an eine steigende Zahl von verkehrstoten Kindern und Jugendlichen, wie auch von Fußgängern denkt, ganz zu schweigen von den fehlenden Kontrolleuren aus den Reihen der Polizei, welche die Geschwindigkeit des nun rennrollernden Jungvolkes auf dem Gehsteigen natürlich nicht kontrollieren und demzufolge auch nicht überwachen können.

Bleibt das allseits beliebte Freiwilligen-Prinzip. Da die Zahl der Verkehrsunfälle in diesem Bereich damit schon von vorn herein deutlich

vorprogrammiert worden sind, wird man wohl auch in Zukunft mit einer steigenden Quote von fahrerfüchtigen Unfallverursachern unter den Jugendlichen rechnen müssen, denn wer hier großspurig A sagt, wird definitiv auch an B nicht ungeschoren vorbeikommen… Ich fürchte, in den nächsten zwanzig Jahren wird wohl der Luftraum über unseren Köpfen sehr wahrscheinlich zu einer allgemeinen Gefahrenzone erklärt werden müssen, weil es dann nämlich Mode geworden sein wird, quasi für Jedermann schnell und preiswert im Ultraleicht-Modus allein von A nach B zu fliegen… ganz sicher auch ohne Fluglizenz, weil man ja mit Ultraleicht vermutlich deutlich

langsamer, als die maximal erlaubten 3 Mach fliegen wird…



***







Impressum Cover: selfARTwork Text: Bleistift © by Louis 2019/5


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Über den Autor

Bleistift
Mit Vorliebe schreibe ich Drabbles, Krimis und Kurzgeschichten...
Ich liebe diese fabelhaft pointierten Miniatur-Geschichtchen.
Zur Abwechslung schreibe ich auch gern mal eine erotische Geschichte...
Ansonsten hoffe ich auf viele geneigte Leser und freue mich über jeden ehrlich gemeinten Kommentar.
Zwei Städte sind mir neben Berlin besonders wichtig:
Paris und Venedig...

09.Mai 2015
Ich habe heute erfahren, dass Silvi Bredau am Samstag, dem 25. April 2015 verstorben ist.
Ich schäme mich meiner Tränen nicht...
Louis

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Willie Wenn, dann würde ich diese Roller für "Schwerbeschädigte zulassen. Für gesunde Leute sind sie überflüssig, die sollen laufen oder Radfahren und damit etwas für ihre Gesundheitserhaltung tun. Übergewichtige haben wir schon genug und Diabetes greift um sich, wie früher die Pest. Der Pharma-Industrie kommt es zugute; sie machen Riesengewinne.
LG
Sweder
Vor ein paar Monaten - Antworten
Bleistift 
Lieber Sweder,
natürlich hast Du darin recht, was die Volksgesundheit angeht,
hier mache ich mir aber zusätzlich Gedanken, was den Damen
und Herren Politikern durch den Kopf geht, wenn sie mit solchen
unüberlegten Schnellschüssen in Bezug auf diese elektrisch angetrieben Roller,
die Kids auf die Straße in den 'Nah-Verkehrs-Kampf'
auf deutsche Großstadt-Straßen schicken... :-(
Meine Meinung, die sind nicht ganz dicht, diese Knalltüten da oben...
Danke fürs Lesen, Kommentieren und das Geschenk...
LG
Louis :-)
Vor ein paar Monaten - Antworten
Feedre Hui...hört sich mega gefährlich an...
nicht nur für die "rollenden" ich denke
eher an die Stadtbummler..:-)))
lieber Louis wieder mal ein brisantes Thema
bin gespannt was da auf uns zurollt..:-)))
lieben Gruß
Feedre

Vor ein paar Monaten - Antworten
Bleistift 
Liebe Feedre,
Mega gefährlich wird es vor allen Dingen, wenn sich die Kids jetzt zwischen LKW, Tram und parkenden Autos auf der Straße bewegen müssen und dazu noch nicht einmal zu wissen brauchen, wie man sich im großstädtischen Straßenverkehr nun auch als motorisierter Verkehrsteilnehmer zu verhalten hat...
Aber das ist ja nun eine Entscheidung, welche die Politiker wieder mal am grünen Tisch entschieden haben, ohne je der Realität ins Auge geblickt zu haben. Wen wunderts wirklich, mich jedenfalls nicht... ...Glanzleistung, Herr Scheuer!
Danke sehr ♥lich für das feine Geschenk... ...smile*
GGlG Zu Dir
Louis :-)
Vor ein paar Monaten - Antworten
Gabriele Lieber Louis
rollend schnell habe ich deine Seiten verschlungen und kann nur Beifall klatschen ob deiner gut geschilderten Weitsichtigkeit.
Als ich (erst kürzlich) von dieser E-Roller Diskussion erfuhr, blieb mir die Luft weg und Schreckensbilder taten sich für mich als schwerhöriger Fußgänger (ohne Augen im Hinterkopf) in Hundebegleitung auf......
Bleibt mir nur zu hoffen, dass die Erlaubnis nicht durchkommt.
Viele liebe Grüße aus der Voreifel, Gabriele
Vor ein paar Monaten - Antworten
Bleistift 
Liebe Gabriele,
♥lichen Dank fürs Lesen, Kommentieren, wie auch für die schönen Geschenke für meine neue Satire-Geschichte. An Dich und andere, die ebenso leicht auf dem Gehweg in Bedrängnis geraten könnten, dachte ich insbesondere dabei, als ich diese Story schrieb.
Zum Glück gab es genügend Proteste, sodass der Verkehrsminister
Scheuer den Rückwärtsgang eingelegt hatte und nun nicht mehr
das E-Rollern auf dem Bürgersteig erlauben will. Nun soll allerdings auf dem Radweg und auf der Straße von Jedermann ab dem zwölften Lebensjahr auch elektrisch gerollert werden dürfen. Vorfahrtsregeln und Grundkenntnisse der StVO sind dabei jedoch nicht zwingend erforderlich... :-(
Nun schaun wir also mal, was unter dem Strich dabei herauskommt...
GGlG zu Dir in die Voreifel... ...smile*
Louis :-)
Vor ein paar Monaten - Antworten
Nereus es ist eine Mode, Zeitgeist der auch wieder verfliegt
dankend lieben gruss
mk
Vor ein paar Monaten - Antworten
Bleistift 
Lieber Markus,
vielleicht magst Du ja darin recht haben, dass diese ganze Rollergeschichte dem Zeitgeist entspricht, aber es liegt in der Natur der Sache, dass der Mensch permanent nach immer schnelleren Fortbewegungsmitteln sucht, die ihm ein deutlich effizienteres Vorwärtskommen ermöglichen, als es ihm sein eigenen Füße gestatten würden...
Und da kommt ihm ein solch ein ökonomischer Roller gerade recht.
An der Politik liegt es nun, dies in ein kompatibles System möglichst gefahrlos zu integrieren und dort beginnt die Unfähigkeit derer,
die eigentlich dafür zuständig wären ...den Politikern...
Danke fürs Lesen und Kommentieren, wie auch für das Geschenk...
LG
Louis :-)
Vor ein paar Monaten - Antworten
cassandra2010 

Mon très cher Louis,

dat mit die Rollerkes is jar net esu schlimm. Die fahren ja, wie der Name schon sagt, mit Strom. Und Strom ist ja nix, waste immer im Überfluss bei dir hast. Die Rollerbienen werden sicher mehr schieben als rollen. Wie schon ein weiser Fahrer einmal sagte, ich glaube, es war Eddy Merckx: "Wer sein Rad liebt, der schiebt".
Deshalb sehe ich den Bänkern auf Tretrollern gelassen entgegen; sollte mal einer mir in die Hacken fahren, gibt es einen auf die Zwölf. Mit einem Notfall-Hammer. Hab ich immer im Pompeldur.
LG
Cassy de Troie
Vor ein paar Monaten - Antworten
Bleistift 
Ma chère Cassy,
Vielleicht magst Du ja recht haben darin, dass man nicht unbegrenzt
Strom mit sich führt, aber lehr' mich die Menschen kennen und ich sage Dir,
der Mensch an sich, er ist von Natur aus leider megafaul...
Und hätten die Höhlenmenschen von anno knippi damals schon
über Handgranaten verfügt, so hätten sie die Mammute mit selbigen
zur Strecke gebracht, da hätten sie den Rest des Tages frei gehabt
und ihn mit Skatspielen, oder Taschenbilliard verbringen können...
Und so schleppt das rennrollernde Jungvolk lieber das Miniladegerät
(35 Gramm) mit sich herum und stöpselt sich im nächsten Einkaufscenter
an die nächstbeste freie Reinigungssteckdose und et vóila
schon endet nach einer kurzen Verschnaufpause
ihr energieloses Dasein...
Und die Bänker? Sobald die sehen, wer da jetzt alles mitrollern darf,
sind sie mit ultraleicht längst auf und davon. Da kannste dich dann
nur noch zur sportlichen Hammer-Werferin qualifizieren,
indem Du dann deinen Notfall-Hammer zielsicher nach ihnen wirfst...
Merci d'avoir lu et commenté... ...sourire*
LG
Louis, le crayon peinture-catastrophe


Vor ein paar Monaten - Antworten
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