Fantasy & Horror
Herrscher der Finsternis - 17.Kapitel

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"Herrscher der Finsternis - 17.Kapitel"
Veröffentlicht am 10. Januar 2019, 32 Seiten
Kategorie Fantasy & Horror
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Wir schreiben heute den 24.Mai 2014 und ich trete voller Erwartung in die Gefielde von "myStorys" ein. Ich bin A.B.Schuetze. Wir kreuzen das Sternenbild "Schütze" und erkunden dessen Eigenschaften. Da wir gerade davon sprechen ... vergesst alles, was ihr über Schütze-Frauen gelesen habt. So ganz unter uns ... ihr werdet mein Wesen darin nicht entdecken. Hab ich eure Neugier erweckt? Wollt ihr mich kennen lernen? Nichts leichter ...
Herrscher der Finsternis - 17.Kapitel

Herrscher der Finsternis - 17.Kapitel

„Nicht noch einmal. Das kannst du nicht machen. Sie hat schon zwei Fehlgeburten und beim letzten Mal wäre sie beinahe gestorben. Wie oft sie die befruchteten Eizellen abgestoßen hat, will ich gar nicht mitzählen und die eine Totgeburt … Tenebrosus! Hör endlich auf damit und lass meine Seelengefährtin in Frieden. Sie ist nicht die, die du gesucht hast. Was wenn uns Wolfrad aus Rache angelogen hat. Wenn er nur unsere Hilfe wollte, um an diesen Thomas Braun und seine Tochter heranzukommen? Sollte nicht die die Person sein, die hier liegt? Aber nein. Die ist ja nicht auffindbar. Stattdessen verlässt du dich auf das Geschwätz eines kriminellen Caluoc.“ Er zitterte vor Wut am ganzen Körper. Wieder

hatte seine ganz persönliche Heimsuchung des Bösen ihn ins Labor geschleppt. Seine schöne junge Frau war schon auf dem Gynstuhl bis zur Bewegungslosigkeit fixiert und geknebelt.

„Schau sie dir an. Sie wird es wie jedes Mal genießen. Es ist ja nicht so, dass sie nichts davon hätte. Was bist du nur für ein Weichei geworden. Vielleicht hätte ich doch mit Voland, deinem alten Ich, zusammenarbeiten sollen. Der kannte zu wenigstens keine Skrupel. Er hat seine Mädels künstlich befruchtet ohne das sie ihren Spaß dabei hatten. Immer und immer wieder. Unsere süße Kleine wird den Orgasmus aller Zeiten dabei haben. Also hör auf mit den Querelen. Erst meine Wolfsdämonen und dann hast du noch

alle Zeit der Welt um sie durchzuficken.“ Tenebrosus war bis zum Bersten erregt. Er konnte es auf den Tod nicht ertragen, wenn Kan sich immer wieder gegen seine äußerst speziellen Aktionen stellte, die ihm das Vergnügen psychischer und physischer Höhenflüge brachten. In seiner Hand liebkoste er eines seiner Lieblingsspielzeug, den XXL-Vibrator mit einer gesamten Länge von dreiunddreißig und einem Durchmesser von sage und schreibe sieben Zentimetern, den er nun endlich in die Vagina seiner Auserwählten, der zukünftigen Mutter seiner Wolfsdämonen, zu versenken und sie mit auf Höchsttouren laufenden Vibrationen zu verwöhnen gedachte. Die Hand, die ihn zurückhalten wollte, schüttelte er ab wie eine

lästige Fliege.

Doch Kan ließ nicht locker und versuchte es erneut. „Tenebrosus … bitte! Bitte tu das nicht. Sie kann dir keine Wolfsdämonen gebären. Sieh es doch endlich ein. Du weißt, sie ist keine Königin der Caluoc. Sie ist meine Seelengefährtin. Kannst du mir nicht diesen einen Wunsch gewähren. Wie viele Jahrhunderte existierst du schon von meiner Lebensessenz? Du hast zwar die Kontrolle, aber sei dir gewiss, ich werde ewig versuchen, dich zu bekämpfen und einen Weg zu finden, der dir deine Macht über mich entzieht. Es sei denn, du überlässt Arabienne mir.“

Wütend drehte sich der hochgewachsene drahtige Tenebrosus um und versetzte Kan

mit dem Vibrator einen harten Schlag gegen die Schläfe. Der ging benommen zu Boden. „Mach dich nicht lächerlich. Wir wissen doch beide, dass du als Salwidizer nicht in der Lage bist, dein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Mussten ausgerechnet deine nützlichsten Gene im schwarzen Loch auf der Strecke bleiben?“

Kan versuchte sich auf die Worte Tenebrosus' zu konzentrieren, aber sie erklangen dumpf wie durch dichten Nebel. Er bemerkte noch, wie er an den Armen gepackt aus dem Raum geschleift wurde. Ein fieses Lachen, ein gedämpftes Stöhnen, dann wurde es schwarz um ihn herum.


Was war das denn? Adanna?“ Giles wusste

nicht was Adanna ihm da übermittelt hatte. Es war, als ob man im Fernseher den Sender wechselte. Soeben bot Kan, für die Salwidizer noch immer Voland, diesem Tenebrosus Paroli und im nächsten Moment schien die Handlung in eine andere Zeit zu gehören. Und dieser Schauplatz sollte nicht real sein, wünschte sich Giles.

Adanna! Bist du noch da? Was ist geschehen?“ Langsam geriet er in Panik. Alles was er von seinem Schützling empfing war … nichts.

Fabrice, Manuel und Lochlann waren in eine Diskussion über die letzten Worte Kans verstrickt. Er hatte behauptet, dieser Tenebrosus klebte an ihm, seit er aus der Dunkelheit gefallen war. Was bedeutete, aus

der Dunkelheit gefallen? Wann, wohin, woher? Warum wurde er von dem selbsternannten Gott, okay … Gott der Finsternis, dauerhaft im Auge behalten? Wusste er von Kans Vergangenheit? Kannte er seine wahre Identität?

„Leute, ich habe hier ein Problem. Ich glaube, der Kontakt zu Adanna ist zwar nicht abgebrochen, aber es kommen keine Bilder, keine Gefühle … nichts.“

„Nein, nein, nein! Das kann nicht sein. Wenn eine Verbindung besteht, muss da etwas sein. Ruf sie weiter. … Was war denn mit der letzten Übermittlung? Ich meine, worum ging es da? Hat sie vielleicht eine Andeutung gemacht, dass sie uns ihren Geist verschließen muss?“ Fabrice war bemüht,

Giles Ruhe und Zuversicht zu vermitteln. Panik diente in einem solchen Fall niemanden.

Auch Manuel beruhigte den noch unerfahrenen Neuzugang in ihren Reihen. Lochlann schnappte nach Luft. „Aber jetzt echt mal, die übermittelte Szene ist ja wohl mehr als abgefahren. Welches kranke Hirn denkt sich denn so etwas aus? Das kann unmöglich stattgefunden haben. Könnte es sein, dass Adanna beeinflusst wurde? Dass ihr derartiges suggeriert wurde?“

Giles hatte seinen Freunden einfach die letzte Übertragung ins Bewusstsein katapultiert. Nun stampfte Lochlann ruhelos durch das Zelt.

„Hm, sag mal Giles … Welche Gabe hat

Adanna eigentlich? Von ihren Visionen abgesehen.“ Manuel verstand sehr wohl, was Giles so aufregte und überlegte, ob es sich dabei vielleicht um eine Erinnerung handeln könnte. Aber eine Erinnerung von wem? „Kann Adanna das Langzeitgedächtnis einer Person auslesen? … Oh schaut mich nicht so an. Adannas Erinnerungen können es ja wohl kaum sein …“

„Langzeitgedächtnis auslesen? … Davon habe ich noch nie gehört? Wie kommst du überhaupt auf die Idee, es könne sich um Erinnerungen handeln? Was, wenn es nur jemand erzählt hat? Eine perverse Story“, hakte Fabrice nach, wollte jedoch selber nicht so recht an diese Möglichkeit glauben. Dafür war es zu … real, die Gefühle zu glaubhaft

dargestellt. Andereseits … Langzeitgedächtnis … Auch Helena besitzt eine äußerst seltene, wenn nicht sogar einzigartige Gabe. Sie kann jedwede Information, die ihr Gehirn im Laufe ihres Lebens aufgenommen hat, jederzeit abrufen. Und Adanna ist ihre Schwester. Insofern … was spricht gegen Manuels Theorie?

„Das letzte Gespräch aller Anwesenden in der Höhle haben wir gerade analysiert. Sie kann es nur in jemandes Gedankengut gesehen haben. Und derjenige muss laut dem letzten Satz … Ein fieses Lachen, ein gedämpftes Stöhnen, dann wurde es schwarz um ihn herum. … Kan alias Voland gewesen sein. Nun müssen wir nur noch dafür sorgen, dass der Verrückte von nichts etwas bemerkt. Also

nimm Verbindung zu Adanna ...“

„Würde ich ja gern, aber sie scheint in einer Art Schockstarre zu stecken“, fuhr Giles Manuel aufgebracht ins Wort. Hatten ihn seine Freunde nicht verstanden? Wie oft hatte er wiederholt, Adanna nicht erreichen zu können? „Hörte mir überhaupt jemand zu? Ich meine, was würden solche plötzlichen Informationen mit euch machen?“

„Okay. Wir haben es begriffen. Pass auf, es ist ein Schutzmechanismus, den du außer Kraft setzen musst. Streichle ihre Seele. Gib ihr positive Impulse in Form von schönen Erinnerungen. Rede ihr gut zu.“ Fabrice versuchte alles. „Vielleicht sollten wir Charlie hinzuziehen, Manuel?“

Der zuckte mit den Schultern. „Ein Versuch ist

es wert.“

In dem Moment als Manuel Charlotte kontaktieren wollte, gab ihnen Giles ein Zeichen, sich in seinen Geist einzuklinken.


„Meine Königin. Ist dir nicht gut? Wie dumm von mir. Ich hatte dir eine Stärkung versprochen.“

Leise, ganz leise drangen die Worte in ihr Bewusstsein. Sie spürte einen Hauch an ihrer Wange und der süße Duft von zu viel Eau De Toilett stieg ihr in die Nase. Süß und altes Leder. Tenebrosus. Oh mein Gott. Was war das nur? Hoffentlich hat er nichts bemerkt. Er darf nicht bemerkt haben. Ein Blick in seine kalten, hinterlistigen Augen und sofort wurde ihr klar, er machte sich in der Tat Sorgen.

Kein Wunder, denn für wenige Minuten war sie total weggetreten. Nun hing sie, mehr als sie stand, in seinen Armen.

„Du zitterst meine Liebe und deine Farbe ist äußerst ungesund.“

Ein Wink an einen der herumstehenden Diener und im nächsten Moment wurde ein üppig gedeckter Tisch herangefahren. Ein anderer stellte ihr einen Stuhl bereit.

„Du musst essen. Ich hoffe, du kannst meine Unaufmerksamkeit entschuldigen.“

Sein zweideutiges und arg verschlagenes Grinsen bereitete Adanna Unbehagen. Ich sah seine Sorge. Aber galt sie meinem Befinden? Ahnt er etwas? Oder ist es wegen meiner Rettungsmannschaft an der Oberfläche der Insel?

„Hm … Oder hat dich mein kleines Intermezzo mit Kan so aus der Fassung gebracht? … Das muss es nicht. Er hat recht. Ich brauche seine Hilfe nicht. Es ist nur zu meiner eigenen Befriedigung, ihm und seiner kleinen nutzlosen Schlampe seine Grenzen aufzuzeigen. ... Auch das, meine Königin, könnte eine Alternative zu einem Platz an meiner Seite für dich bedeuten. Der Ring bestimmt dein Schicksal.“ Tenebrosus nahm ihre Hand und zog den Finger, den zukünftig der schwarze Ring der Macht schmücken sollte, langsam und genüsslich in die feuchte Höhle seines Mundes. Dort umkreiste er ihn genüsslich mit seiner Zunge. Er konnte den Ekel und den Impuls, die Hand zurückzuziehen in Adannas starrer Haltung

sehen und spüren. Solche Reaktionen genoss er ungemein und so hielt er ihr Handgelenk in einem eisernen Griff gefangen. Wolfrad, der nervös versuchte, sich ständig in den Fokus Tenebrosus zu schieben, räusperte sich ein ums andere Mal, um auf seine Anwesenheit aufmerksam zu machen. Dadurch verärgert, ließ der abrupt von Adanna ab.

„Waaas? Du wagst es, mich um meine Freude zu bringen? Ich werde das Problem schon lösen.“ Mit zusammengekniffenen Augen betrachtete er die kleine Runde. Er überlegte. Sollte er Adanna bei Arabienne und Kan einschließen? Verwarf jedoch die Idee wieder. Sie konnte auch diesseits des Gitters verbleiben. Wo sollte sie schon hin.

Hm … Das Halsband entfernen, damit sie sich mit ihrer Ziehmutter unterhalten konnte? Er schüttelte den Kopf. Darauf warteten die beiden nur. Sie könnten Pläne gegen ihn schmieden.

„Lass uns gehen, Wolfrad. … Ähm, Adanna … Und wenn ich zurückkomme, erwarte ich, dich hier vorzufinden. Dann werde ich deine Entscheidung einfordern.“ An Arabienne und Kan gewandt fügte er hinzu: „Für euch beide hoffe ich, ihr nehmt positiven Einfluss auf meine und eure Königin.“ Mit einem überaus niederträchtigen Kichern folgte er dem unterwürfigen Wolfgeborenen. Nicht einmal seine Bodyguards blieben zurück.

„Adanna? Ich … Wir sind so froh, dass du wieder da bist. Was hast du getan? Geht es

dir gut? Hat jemand von den Anwesenden etwas von deiner Aktion bemerkt? Arabienne? Kan? Es waren doch seine ...“ „Giles. Warte. Lass mich doch erst einmal einen klaren Gedanken fassen. Ich hatte noch gar keine Gelegenheit … Warte einfach einen Moment mit deinen Fragen. Bleib einfach bei mir.“ Adanna wagte zum ersten Mal, sich umzuschauen. Nach ihrem Schock wurde sie sofort von Tenebrosus in Beschlag genommen. Sie musste sich nun informieren, was Arabienne und Kan gesehen hatten und wie sie dazu standen. Es fiel ihr nicht leicht, nach diesen schrecklichen Erinnerungen Kans, Arabienne anzusehen.

Oh ja, Adanna erkannte es an dem Schock und der schmerzhaften Traurigkeit in deren

Augen. Sie hatte genau wie Giles und die anderen alles betrachtet. Und nicht nur einfach betrachtet, sondern noch einmal durchlebt.

„Es tut mir so leid, Enne. Ich wusste ja nicht ...“ Tränen kullerten Adanna über die Wangen und tropften auf den Teller mit köstlichen kleinen Canapés und Petit Four. Wie sollte sie jetzt an Essen denken, wenn das Leid um sie herum so greifbar war?

„Adanna. Weine nicht. Es ist Vergangenheit. Seit über einem Jahr lässt mich dieses Scheusal in Ruhe. Und ich bin glücklich mit Kan. Er ist immer für mich da. …“

„Aber …“

„Kein Aber. Er darf nicht wissen, dass du in seine Erinnerungen geschaut und was du

dabei entdeckt hast. Nicht seinetwegen, sondern wegen mir. Er macht sich solche Vorwürfe und hat Schuldgefühle ohne Ende.“ Das verstand Adanna nicht und schüttelte ungläubig den Kopf.

„Ich kann das nicht glauben. Die Freunde von Giles auch nicht. Sie kennen Kan von früher als Voland. Und der war ein Abtrünniger, ein Krimineller, ein Monster. Für sie ergibt das alles keinen Sinn. Ich muss …“

„Wie hast du das gemacht, Adanna? Das Ding mit den Erinnerungen? Kommst du an noch mehr heran? … Arabienne, Schwester. Kannst du mich hören? Ich bin so froh, dass du am Leben bist. Glaub mir, was dir geschehen ist tut mir unendlich leid. Ich hätte besser auf meine Mädchen achten müssen.

Aber das ist jetzt nicht die Zeit, um Wunden zu lecken. Hilf Adanna. Bitte. Wir müssen einfach mehr über Kam und diesen Tenebrosus erfahren.“

Ein kleiner Laut der Überraschung, Giles Stimme in ihrem Kopf zu hören, kam über Arabiennes Lippen. Obwohl Adanna ihr vor wenigen Minuten mitgeteilt hatte, dass sie mit Giles telepathisch in Verbindung stand, hätte sie sich das niemals vorstellen können. Für sie war diese Art der Kommunikation stets nur mit Blickkontakt verbunden.

Kan trat an sie heran und legte einen Arm um ihre schlanken Hüften. Was auch immer hier vorgefallen war, er wusste, dass sich die Frauen telepathisch unterhielten und höchstwahrscheinlich ebenso mit den

Salwidzern auf den Fotos der Überwachungskameras. Für ihn war es ein Segen und zugleich ein Fluch, dass die Rettung Adannas und damit auch Arabiennes so kurz bevor stand. Er hatte seiner Seelengefährtin sein altes Leben offenbart, denn nur er allein kannte die ganze Wahrheit seiner Vergangenheit. Er und Tenebrosus. „Ihr unterhaltet euch über mich. … Lass, Liebste. Die da oben kennen mich und kennen mich wiederum nicht. Sie sind verunsichert, was und wer ich bin. Bin und war. … Ich kann es ihnen nicht verdenken. Und es wird nicht dienlich sein, wenn ich versuchte, alles zu erklären. ... Adanna, halte dich an Tenebrosus und er wird dir seine Wahrheit über mich erzählen.“

Die Frauen sahen sich an.

In den Augen Arabiennes stand noch immer die flehende Bitte, Kan nichts von den Erinnerungen zu erzählen, aber auch das Bedürfnis, Giles und den anderen zu helfen. Adanna senkte ihren Blick. Sie vermochte den Zwiespalt nicht zu ertragen, und nicht den Kampf der Gefühle, den Arabienne nicht gewinnen konnte. Fand sie … sie, die die Königin des Bösen werden sollte, einen Ausweg?

„Kann Kan uns denn nicht hören, wenn wir uns auf telepathischem Weg unterhalten? Warum spricht er laut mit dir? Ich meine … Salwidizer … die sollten diese Gabe doch beherrschen.“

Todunglücklich strich Arabienne ihrem

Seelengefährten eine weiße Strähne, die sich aus seinem gelöst hatte, hinters Ohr. Dabei berührte sie seufzend den silbernen Stirnreif. „Liebling, Adanna möchte wissen, ob du auch Telepathie beherrschst. Hast du etwas dagegen, wenn ich es ihr und damit den Männern … erkläre?“

Ihr einen Kuss auf die Wange hauchend, stimmte Kan nickend zu, begann dann jedoch selber zu erzählen. „Eigentlich gibt es nicht viel dazu zu sagen. Vor Hunderten von Jahren waren Tenebrosus und ich … Freunde. Wir zogen gemeinsam durch die Welt und erwarben ungeheures Wissen. Dann trafen wir … auf meine früheres Ich und Tenebrosus war begeistert von mir … ihm. Dieser Moment sollte alles zwischen uns ändern. Meine

verlorenen Erinnerungen kehrten langsam zurück. Und im Gegensatz zu Telebrosus ekelte mich mein früheres Leben an. Immer öfter gerieten wir aneinander. Er wollte Macht, Reichtum und noch mehr Macht. Er hätte mich wahrscheinlich getötet, wenn er nicht an mich gebunden wäre. Also hat er sich eine ganz besondere Teufelei ausgedacht. Und dass diese ihm gelingen konnte … Ich war nicht so ganz unschuldig dabei. Ich hatte ihn in Magie unterrichtet. … Nun … Eines Tages erwachte ich mit starken Kopfschmerzen, die mich von einer Bewusstlosigkeit in die nächste trieb. Erst Wochen später hatte ich die Qualen überstanden. Tenebrosus hatte mich betäubt und mir diesen Reif aus Sternensilber angelegt. Die schwarzen

Diamanten sind nicht einfach nur Zierde. Lange dünne Diamantnadeln stecken in meinem Gehirn. Damit hat er die Sektionen meines Gehirns lahmgelegt, die für meine Gaben als Salwidizer zuständig waren. Einzig meine Unsterblichkeit hat er mir nicht genommen. Das war vor vielen, vielen Jahrhunderten. Mittlerweile ist der Silberreif mit seinen Diamanten ein Teil von mir.“ Unwillkürlich griff sich Adanna an das Halsband. Was würde geschehen, wenn der Verrückte das Ding nicht wieder entfernte? Bliebe sie ein ganzes Leben … eine Ewigkeit … lang stumm?

„Adanna. Hier ist Lanny. Hab keine Angst wegen des Halsbandes. Wenn Tenebrosus es nicht entfernt, werden wir einen Weg

finden. Doch noch müssen wir definitiv sicher sein, dass uns Kan nicht verrät. Seine Erklärung klingt zwar plausible, aber wir müssen sicher gehen. Kannst du eine weiter zurückliegende Erinnerung abrufen?“

Wieder spürte Adanna, dass Lochlanns Stimme besondere Gefühle in ihr wachriefen. Ein wohliges Kribbeln unter der Haut, ein erhöhter Pulsschlag und das Bedürfnis nach mehr Luft … ein Verkrampfen der Muskeln, um dieses Hochgefühl aller Sinne in sich einzuschließen. Dann allerdings ein leichtes Schütteln und es war vorbei.

Eine weitere Erinnerung? Was wohl Arabienne dazu sagt? Ob ich sie enttäusche? Aber sie weiß um die Notwendigkeit. Oder nicht? Ein kaum merkbares Kopfnicken

signalisierte Adanna, sie hatte Arabiennes Zustimmung.


„Wer soll das sein? Seid ihr zu gar nicht zu gebrauchen? Sieht dieses Weibsstück aus, als sei sie vor sechzehn Jahren geboren worden? Ihr solltet mir die andere bringen!“

Er tobte vor Wut.

„Aber Herr ...“

„Raus! Raus! Geht mir aus den Augen!“ Mit Gegenständen um sich werfend und einen Fluch nach dem anderen ausstoßend tigerte er durch den Raum. Plötzlich blieb er vor der Frau, deren Alter nicht zu schätzen war, stehen. Sie war jung. Zu jung, wenn man bedachte, wie alt sie eigentlich sein müsste. „Nun gut. Irgendetwas an dir … Hm …

Vielleicht …“ Sie eingehend musternd umkreiste er seine Gefangene mehrmals. Er spürte, er hatte einen besonderen Fang gemacht. „Wir werden sehen, wenn die Ergebnisse aus dem Labor vorliegen. Es müsste jeden Moment so weit sein. Wenn nicht als Zuchtstute für meine Wolfgeborenen, dann als Spielzeug für meine Geschäftspartner. Sie ist trotz allem ein Gewinn. … Trinken wir darauf, Kan.“

Der Angesprochene wandte sich angeekelt ab. „Ich trinke nicht auf deine perversen Machenschaften, Tenebrosus. Lass diese Frau einfach wieder gehen. Sie wird dir nicht von Nutzen sein.“

Misstrauisch betrachtete Tenebrosus sein Gegenüber. Sicher, der hatte schon des

Öfteren gegen seine Pläne gemotzt, aber dass er sich direkt für eine der Frauen eingesetzt hätte …

„Oh. So viel Interesse an einer Frau? Lass mich überlegen … Das erste Mal überhaupt seit wir uns kennen. Und das sind schon einige Tausend Jahre. ... Kan. Kan. ... Sollte mir das zu denken geben?“

In dem Moment piepte ein Handy und ein breites Grinsen ließ Tenebrosus' Gesicht zu einer Fratze des Bösen werden.

„Das solltest du dir anschauen, Kan. Man sollte nicht glauben, was für ein seltenes Vögelchen uns da zugeflogen ist. Eine aus deinem Stamm … Salwidizerin … und traraaaa … mit Wolfs-DNA. Ist das nicht fantastisch? Zwar nicht in dem Maße, wie ich

es mir gewünscht hätte, aber immerhin. … Ach komm schon, schau mich nicht so entsetzt an. Ich weiß doch, dass sie deine Seelengefährtin ist. Du kannst sie haben, aber erst wenn ich meine Wolfsdämonen von ihr bekommen habe. Ich werde meinen Spaß mit ihr haben und du kannst sie trösten, solange du deinen Prügel …“, dabei zeigte er auf die Ausbeulung in Kans Hose. „ … nicht in ihr versenkst.“

Mit wutverzerrtem Gesicht stürzte sich der weißhaarige Salwidizer mit dem silbernen Stirnreif auf den im Freudentaumel schwelgenden Tenebrosus.

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abschuetze
Wir schreiben heute den 24.Mai 2014 und ich trete voller Erwartung in die Gefielde von "myStorys" ein.
Ich bin A.B.Schuetze.

Wir kreuzen das Sternenbild "Schütze" und erkunden dessen Eigenschaften.

Da wir gerade davon sprechen ... vergesst alles, was ihr über Schütze-Frauen gelesen habt. So ganz unter uns ... ihr werdet mein Wesen darin nicht entdecken.

Hab ich eure Neugier erweckt? Wollt ihr mich kennen lernen?

Nichts leichter als das.
Ich treibe mich meist auf myStorys ... lest meine "Bücher" ... oder auf Facebook, Google u.s.w. herum :))
Irgendwo werdet ihr mich schon finden.

LG von Antje

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Bleistift 
"Herrscher der Finsternis - 17.Kapitel..."
So wie es aussieht, leben die allerschlimmsten Bösewichter
auch in anderen Welten anscheinend ewig...
Ich hoffe nur, dass irgendwann mal sein positive counterpart
in Erscheinung tritt, der diesem ekligen... nichteinmal mehr
seinen Namen mag ich jetzt noch ausssprechen wollen...
endlich den Garaus macht...
Keine Ahnung, warum mich dieser elende Decksack in seiner
schier unbegrenzent Macht permanent an jenen bösen Kasper
von jenseits des großen Teiches erinnert...
Auf zum 18. ...smile*
LG
Louis :-)
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abschuetze meinem treusten Leser ein gesundes, erfolgreiches 2019 :-)
... und ja, dem Bösewicht wird es noch ans Leben gehen. Aber das dauert noch etwas ... denke ich.
Also auf zum 18. Kapitel.
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