Neujahrsgedichte
Sterben die Chinesen aus?

0
"Sterben die Chinesen aus?"
Veröffentlicht am 07. Januar 2019, 14 Seiten
Kategorie Neujahrsgedichte
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

"Friedemann" ist nur mein Vorname, für meinen Nachnamen "Kriegsfuß" reichte (aufgrund der von myStorys vorgegebenen Obergrenze von 14 Zeichen) leider der Platz nicht mehr. Mein Name besagt, dass ich im Grunde ein sehr friedliebender Mensch bin, der aber verbalen Auseinandersetzungen nicht grundsätzlich aus dem Weg geht. Diese sind gelegentlich die Folge von satirischen Texten, für die ich schon seit meiner Schulzeit (als noch Lehrer und ...
Sterben die Chinesen aus?

Sterben die Chinesen aus?


Rückblick auf 2018: Im März vergangenen Jahres starb in Kenia das letzte männliche Nördliche Breitmaulnashorn, wodurch diese Unterart der Rhinozerosse unterging. Angesichts all der humanen Tragödien und Schreckensnachrichten des vergangenen Jahres ging leider auch diese Nachricht mit unter, sodass die weltweite Wilderei immer grausamere Auswüchse annehmen konnte. Selbst in Wildparks werden inzwischen sogar schon solche Nashörner getötet, denen von Park-Rangern die Hörner abgesägt wurden, um die Tiere „wertlos“ zu machen. Denn allein schon für die Stümpfe besteht seitens der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eine immer höhere Nachfrage, da sich das Angebot im selben Maß verringert, wie die ostasiatische Bevölkerungszahl weiterwächst.



Sterben die Chinesen aus? Chinesen gibt es heutzutage viele. Warum vermehr’n sie sich so vehement? Die Frauen lieben nun mal Liebesspiele, und ihre Männer zeigen sich potent. Doch woher haben die ihr Stehvermögen? Wo’s fehlt, besorgt man(n) sich ein Elixier, von dem es heißt, es sorgt für Kindersegen. Doch für die Produktion stirbt Tier auf Tier. Kein Wunder, dass die Tiere selt’ner werden, die man allein zu diesem Zweck erschoss. Bedroht als Letzte ihrer Art auf Erden sind primär Tiger und Rhinozeros.





Denn sie sind mutig, kräftig und gefährlich! Chinesen glauben, diese Eigenschaft sei für ihr Liebesleben unentbehrlich: Sie projiziert sich auf die Manneskraft. Mit einer Gier, die jeder Wertung spottet - gepaart mit skrupelloser Grausamkeit - hat man schon viele Arten ausgerottet, und weit’re sind bereits dem Tod geweiht. Was machen aber denn dann die Chinesen, ganz ohne Nashorn-Elixier im Haus? Hierfür gibt’s divergente Hypothesen, zum Beispiel: Sterben die Chinesen aus? ? ? ? Oh nein! Betroffen sind meist alte Knacker, die treiben’s zwar fast nur noch zum Plaisir, doch opfern die Seniorenwindel-Kacker für dies Plaisir auch noch das letzte Tier.

Nachlese: Die Nashörner (oder auch Rhinozerosse) bilden eine Familie der Unpaarhufer mit heute noch fünf lebenden Arten (das indische Panzernashorn, das Java-Nashorn, das Sumatra-Nashorn in Asien, sowie das Breit- und Spitzmaulnashorn in Afrika), die alle unmittelbar vom Aussterben bedroht sind. Die letzten Spitzmaulnashörner werden rund um die Uhr überwacht, die Ranger liefern sich Gefechte mit High-Tech-Wilderern. Diebe drangen in Naturkundemuseen ein und stahlen dort bewahrte Nashörner, und die Bestände der Nashörner sinken rapide: Vom Spitzmaulnashorn gab es gegen 1900 noch circa 100 000 Tiere, heute sind 1500 übrig geblieben. Das Nördliche Breitmaulnashorn lebte einst in Zentral- und Ostafrika. 1960 gab es der Naturschutzunion IUCN zufolge noch 2360 der

Tiere; seit 2008 gilt es in der freien Wildbahn als ausgestorben. Vom Südlichen Breitmaulnashorn gibt es dank intensivem Tierschutz im südlichen Afrika heute mehr als 2000 Exemplare. Doch auch andere Arten sind vom Aussterben bedroht. Vom Java- und Sumatra-Nashorn etwa gibt es dem WWF zufolge jeweils nicht einmal mehr 100 Tiere. Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) bezeichnet die Heilkunde Chinas bzw. Ostasien Vietnams, Kambodschas und Japans. Die Ausrottung von Tierarten für die chinesische Medizin ist heute ein globales Problem. Das Horn des Nashorns, fast alles vom Tiger, aber auch Schildkröten und Büffelpenisse gelten als Heil- und Potenzmittel. Laut Jinbou, der Übertragungs-Lehre, übertragen sich die Eigenschaften eines Tieres auf den Menschen. Darum lässt sich die Nachfrage im Volk kaum mit einem synthetischen Ersatz befriedigen





Aus WWF-Spendenaufruf Januar 2019





Aus WWF-Spendenaufruf Januar 2019






Aus WWF-Spendenaufruf Januar 2019


0

Hörbuch

Über den Autor

Friedemann
"Friedemann" ist nur mein Vorname, für meinen Nachnamen "Kriegsfuß" reichte (aufgrund der von myStorys vorgegebenen Obergrenze von 14 Zeichen) leider der Platz nicht mehr. Mein Name besagt, dass ich im Grunde ein sehr friedliebender Mensch bin, der aber verbalen Auseinandersetzungen nicht grundsätzlich aus dem Weg geht. Diese sind gelegentlich die Folge von satirischen Texten, für die ich schon seit meiner Schulzeit (als noch Lehrer und Mitschüler ihre Opfer waren) eine Vorliebe habe. Gemäß meinem Motto - Humor ist das Knopfloch, mit dem wir verhindern können, dass uns der Kragen platzt - kommt hierbei allerdings der Humor (meistens) nicht zu kurz.

Leser-Statistik
20

Leser
Quelle
Veröffentlicht am

Kommentare
Kommentar schreiben

Senden
KaraList Traditionen, die über Jahrhunderte in einer Kultur gepflegt werden, ist schwer beizukommen. Schrecklich, dass darunter Tiere leiden müssen, einige vom Aussterben bedrohte Arten weiterhin reduziert werden. Doch wie überall sind es die "Betuchten", die der Wilderei Vorschub leisten.
Und diese Spezies prangerst Du in Deinem Gedicht an. So interpretiere ich Deine Zeilen, die Dir ausgesprochen gut gelungen sind und in ihrer Aussage meine Zustimmung finden, lieber Friedemann.
LG
Kara
Vergangene Woche - Antworten
Friedemann 
Hallo Kara,
die Satire richtet sich gegen die Abnehmer der Produkte, denen die Wildtiere zum Opfer fallen, weil sie die Nachfrage ankurbeln, ohne die es sicherlich keine Wilderei gäbe. Die wahren Verbrecher an dieser Tragödie sind jedoch die gierigen und durchwegs kriminellen Zwischenhändler, die allesamt sehr wohl wissen, was sie da anrichten, Man sollte sie ins Nashorn-Gehege sperren ...

Liebe Grüß und herzlichen Dank für Deine Talerchen,
Friedemann

Vergangene Woche - Antworten
Feedre Chinesen sind fleißige Menschen, in jeder Hinsicht..:-)))
Sehr gut...Chapeau!
lieben Gruß in den Abend
Feedre
Vergangene Woche - Antworten
Friedemann 
Hallo Feedre,
da magst Du wohl recht haben, sonst wären es ja nicht so viele ...

Lieben Gruß in die Nacht, und Dankeschön für Dein schönes Hütchen, Dein Geschenk und fürs Abo noch obendrein,
Friedemann
Vergangene Woche - Antworten
Annabel Ja, ich verstehe die Chinesen überhaupt nicht. Was soll man da noch sagen? Gut geschrieben. Lieben Gruß an dich und einen schönen Abend.
Vergangene Woche - Antworten
Friedemann 
Hallo Annabel,
auch ich wundere mich über das Verhalten der Chinesen in Bezug auf die TCM. Doch sie sind ja nicht die Einzigen, insbesondere die Thailänder und Vietnamesen machen’s ihnen nach.

Liebe Grüße und herzlichen Dank für Deine Talerchen,
Friedemann

Vergangene Woche - Antworten
Bleistift 
"Sterben die Chinesen aus?..."
Natürlich macht die Mikrobe der menschlichen Dummheit
auch vor den Chinesen nicht halt, wenn sie glauben, damit
ihre Potenz verbessern zu können, aber auch vor den Japanern nicht,
die jetzt offiziell gegen alle interationalen Regeln und Vereinbarungen wieder auf Walfang gehen und parallel dazu wieder, wie in jedem Jahr, jede Menge Delphine totschlagen werden.
Irgendwann (historisch gesehen, sehr bald) wird es jedenfalls keine Nashörner und keine
Elefanten mehr auf dieser Welt geben und unseren Urenkeln werden
wir vielleicht eines Tages davon berichten, dass es einmal große
starke Tiere gab, die am Nordpol lebten und allen eisigen Witterungsbedingungen
trotzen konnten, weil sie ein dickes, weißes Fell besaßen.
Man nannte sie früher einmal Eisbären...
LG
Louis
Vergangene Woche - Antworten
Friedemann 
Hallo Louis,
mit all Deinen Beispielen zur Bestätigung des Mikrobenbefalls, der an der menschlichen Intelligenz nagt, rennst Du bei mir offene Türen ein. Denn diese Intelligenz, die ihm einst zum Spitzenplatz in der Nahrungskette verhalf, missbraucht der Mensch nun dazu, die Nahrungspyramide (nach der die Zahl der Beutetiere immer größer sein muss als die ihrer Jäger) auf den Kopf zu stellen und die Erde nach seinen Vorstellungen umzugestalten. Von all seinen ehemaligen Beutetieren, die er nicht zu Haustieren umerziehen konnte, nimmt er nun den Lebensraum für sich in Anspruch und experimentiert auch schon - für den Fall, dass auch kein Platz mehr für seine Haustiere vorhanden sein wird - mit gezüchtetem Fleisch aus der Retorte herum. Prost Mahlzeit!

Liebe Grüße und gute Nacht,
Friedemann

Vergangene Woche - Antworten
welpenweste Wie ich Deine Ansicht teile!
Und auch noch dazu absolut gekonnt dargebracht! Chapeau!
Günter
(kann noch keine Coins - kommt aber nach!)
Vergangene Woche - Antworten
Friedemann 
Hallo Günter,
ich freue mich sehr über Deine zustimmenden und Deine lobenden Worten und Deinem Favoriten.

Liebe Grüße und herzlichen Dank,
Friedemann

Vergangene Woche - Antworten
Zeige mehr Kommentare
10
21
0
Senden

160513
Impressum / Nutzungsbedingungen / Datenschutzerklärung