Fantasy & Horror
Herrscher der Finsternis - 15.Kapitel

0
"Herrscher der Finsternis - 15.Kapitel"
Veröffentlicht am 06. Dezember 2018, 30 Seiten
Kategorie Fantasy & Horror
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Wir schreiben heute den 24.Mai 2014 und ich trete voller Erwartung in die Gefielde von "myStorys" ein. Ich bin A.B.Schuetze. Wir kreuzen das Sternenbild "Schütze" und erkunden dessen Eigenschaften. Da wir gerade davon sprechen ... vergesst alles, was ihr über Schütze-Frauen gelesen habt. So ganz unter uns ... ihr werdet mein Wesen darin nicht entdecken. Hab ich eure Neugier erweckt? Wollt ihr mich kennen lernen? Nichts leichter ...
Herrscher der Finsternis - 15.Kapitel

Herrscher der Finsternis - 15.Kapitel


Charlotte umschlang Manuels Hals und schniefte an seiner Brust. Er hielt sie ganz fest. Ihre Gabe konnte ihr zwar nicht körperlich schaden, doch seelisch forderte sie ihren Tribut. In den letzten Jahren hatte Charlotte gelernt, Abstand zum Geschehen in ihren Träumen zu gewinnen und doch … Wenn es vorkam, so wie in Adannas Fall, das anderen ein Leid zugefügt wurde, war sie so in ihren Emotionen gefangen, dass es Zeit brauchte, bis sie wieder zu sich selbst fand. Manuel war dann ihr Fels in der Brandung. Die Zeltplane wurde geöffnet und Larissa steckte ihren Kopf herein. „Giles hat Adanna erreicht. Mann, das ist ja echt unglaublich. Ich meine, sich telepathisch verständigen mit

Blickkontakt, okay. Aber so? Hoffentlich kann sie uns sagen, wie wir in die Insel hineinkommen. … Oh, Mann …“

„Larissa“, unterbrach Manuel vorsichtig mit verhaltener Stimme die junge Frau, die kaum wiederzuerkennen war. „Bitte nicht so stürmisch. Wir verstehen, dass du ganz aus dem Häuschen bist, weil wir zum einen Adanna so nahe sind und du zum anderen unsere übersinnlichen Gaben erkennen kannst. Doch Charlie braucht noch einige Minuten der Erholung. Ihre Traumgabe schlaucht sie ungemein und danach ist sie hochgradig empfänglich für Gefühle, weit über das Normalmaß hinaus. … Vielleicht, dass du später nochmal wiederkommen kannst?“

Betreten starrte Larissa auf ihr Schuhspitze, mit der sie kleine Grasbüschel hin und her schob. „Entschuldigung. Du hast recht. Ich war nur … Entschuldigung“, murmelte sie und schon fiel die Zeltplane hinter ihr.

Charlotte blickte Manuel mit hochgezogenen Augenbrauen teils liebend und teils tadelnd an. „Du hast ja recht mit deiner Aussage und du warst auch echt lieb und bemüht, Larissa behutsam darauf hinzuweisen, und doch …“ Ratlos schüttelt sie den Kopf und lehnt sich wieder an die starke Brust ihres Seelengefährten. Sie fühlte mit Larissa. Vor zwei Tagen stand die noch allein mit der ungeheuren Nachricht von Annas Verschwinden. Keiner wollte ihr glauben, dass sie nicht tot war. Dann erscheinen ein Haufen

Typen, die da behaupteten, keine Menschen zu sein. Letztendlich war sie die Seelengefährtin von einem von ihnen. Das musste man erst einmal einfach so wegstecken können. Auf jeden Fall war Larissas erste Begegnung mit Salwidizer um ein Vielfaches turbulenter als ihres. „Hm. … Ich bin froh, dass ich dich habe. Ich liebe dich, Manuel.“

Derweil konnte Larissa gar nicht schnell genug von den Zelten wegkommen. Mit sich hadernd stampfte sie auf die andere Seite der Insel. Was habe ich mir nur dabei gedacht, da so hineinzuplatzen. Das ist doch sonst nicht meine Art. Aber dass wir unserem Ziel so nah sind … Ich … Mich überwältigt das einfach so. Gestern noch sah alles so hoffnungslos

aus. Hoffnungslos für mich, denn ich wusste nichts von den Fähigkeiten dieser Leute, meiner Freunde … Freunde? Sind sie meine Freunde? … Na auf jeden Fall deren Fähigkeiten … Wer konnte ahnen, dass es die überhaupt gibt. Eine andere Spezies aus einer anderen Welt. Nein, einer Anderwelt. Einer Parallelwelt. Und diese besonderen Gaben … Gedankenlesen. Telepathie. Teleportieren. Unsterblichkeit. Magie. Das ist doch etwas gänzlich anderes als das, zu dem Anna und ich in der Lage sind. Wobei … bei Anna oder Adanna, wie sie eigentlich richtig heißt, bin ich mir da nicht mehr so sicher. Was hat sie mir alles verheimlicht? Sie ist eine von ihnen. Wusste sie das?

In Gedanken versunken blieb Larissa an den

Klippen stehen und schaute hinaus aufs Meer.

In den frühen Morgenstunden waren sie auf dieser kleinen Insel mitten im Ozean gelandet. Sie hatten das Lager aufgebaut. Bestehend aus mehreren kleinen Zelten zum Schlafen und einem großen Gemeinschaftszelt, ausgerüstet mit einem großen Tisch, der auch als Konferenz- und Planungstisch genutzt wurde, diversen Sitzgelegenheiten und einer Feuer- und Kochstelle vermittelten sie wahrlich den Eindruck, eine Forschungsgruppe zu sein.

Unmittelbar nach der Ankunft hatten sich Manuel und Charlotte zurückgezogen. Sie sollte schlafen und träumen, klärte Fabrice dem Rest der Gruppe. Er selbst setzte sich

mit Giles und Lochlann zusammen. Gemeinsam konzentrierten sie sich auf Manuels Geist, der eng mit Charlottes verbunden war, und suchten nach dem richtigen Zeitpunkt, mit Adanna Kontakt aufzunehmen. Larissa und Lilly beobachteten die Männer, die wie in Trance wirkten.

Julius?

Keiner hatte bemerkt, wie sich Julius entfernte. Jeder war in seine Aufgabe in dieser Mission vertieft … Doch nun, da Larissa hier stand und ihr so vieles durch den Kopf ging, fiel ihr der blonde, gutaussehende und humorvolle junge Mann wieder ein.

„Ich lese deine Gedanken, Liebling. Verschwende nicht zu viel Zuneigung an diesen Kerl. Sonst muss ich ihn beseitigen

und hier in den Höhlen verschwinden lassen.“ Ein leises Lachen folgte den Worten in Larissas Kopf und sprudelte wie Sektperlen durch ihre Adern. Sie konnte ein glückliches Schmunzeln nicht verhindern.

„Fabrice. Solltet ihr nicht arbeiten? … Natürlich denke ich nur an dich, was das …“ Sie schickte ihm Bilder ihrer Fantasien. „ … betrifft. Aber ich kann Julius nicht entdecken. Wann ist er denn gegangen? Und wohin?“ Sich auf diese Weise zu unterhalten fand sie toll. Aber dass Fabrice ständig in ihrem Kopf rumwuselte und sie kaum ihren privaten Gedanken nachhängen konnte, fand sie hin und wieder schon ganz schön nervig. Sie beherrschte es noch nicht, sie hinter einer Barriere zu verstecken. Selbst dann war sie

sich nicht sicher, dass Fabrice nicht einen Weg hinein finden würde. Und wieder war dieses leise, arrogante Lachen in ihrem Kopf zu hören.

„Verschwinde endlich aus meinem Kopf. Du solltest dich wirklich auf deine Aufgabe konzentrieren. Je eher wir Adanna befreien können, um so eher sind wir hier wieder weg. … Ich habe kein gutes Gefühl, wenn ich … “ Sie hatte den Leuchtturm und die darum im Kreis aufgestellten Solarmodule im Blickfeld. Eine negative Aura schwappte zur ihr herüber.

Oben auf der Aussichtsplattform konnte sie Julius ausmachen. Er winkte ihr herunter und machte ihr Zeichen, sie solle auf ihn warten. Merkwürdig war das schon, denn er hätte ihr

ja auch zurufen können. Langsam schritt sie den kleinen Hügel hinan und als sie am Eingang des Leuchtturms ankam, stolperte der junge Mann atemlos heraus.

„Ich dachte, ich hätte hier vor wenigen Minuten einen Kerl hineingehen sehen. Doch da ist keiner. Und dennoch liegt da unten ein kleines Motorboot, das gestern noch nicht da war.“ Julius trat nahe an die Klippen, um sich zu vergewissern, dass er sich nicht geirrt hatte. Das Boot war auf dem schmalen Strand bis direkt an die Felswand gezogen und dort festgemacht worden. Gehört hatte es keiner. „Scheinbar ist der Besucher gegen den Wind gekommen. Aber woher?“ Julius hatte vom Leuchtturm aus kein größeres Schiff ausmachen können und das Festland lag in

der anderen Richtung. „Und vor allem, wo ist der Besitzer des Bootes abgeblieben?“ Larissa drehte sich um ihre eigene Achse, vielleicht, dass ihr etwas Außergewöhnliches auffiel. Sie sah Julius über die Schulter an und zuckte diese unschlüssig.

„Hm. Mir fällt dazu auch nichts ein. Aber sag mal, findest du nicht, dass es doch relativ viele Solarmodule für so einen Leuchtturm sind? Selbst wenn die Anlage Energie für schlechte Tage speichert. Na und ein Transfer zum Festland scheint auf jeden Fall zu kostenintensiv. Also liegt eine anderweitige Verwendung nah. … Übrigens konnte Giles mit Anna Kontakt aufnehmen. Charlie hat von ihr und den Höhlen geträumt. Sie wollten mir nichts Näheres sagen, aber ich glaube, es ist

genauso, wie in meinem Traum. … Gott, allein bei dem Gedanken dreht sich mir der Magen um.“

„Ihr wird nichts passieren. Wenn die Entführer das gewollt hätten, wäre sie jetzt nicht da unten.“ Er zeigte in Richtung Höhleneingang, unweit dessen sie ihre sogenannte Forschungsstation mit allen möglichen Messgeräten aufgebaut hatten.

„Du vergisst, was die da unten treiben. Sexorgien und so. Und wer kann schon wissen, was sie mit Adanna geplant haben.“ Ein leichtes Zittern durchlief Larissa und alle ihre Härchen stellten sich auf.

Julius runzelte die Stirn. Larissa malt sich wieder die schrecklichsten Szenarien aus. „Lara, du siehst das viel zu schwarz. Du hast

sie auf einem Thron geträumt. Also wird sie keine Sexsklavin sein. … Was machen eigentlich die Jungs im Moment?“ Kaum war die Frage raus, musste Julius auch schon grinsen. Es hörte sich seltsam für jemanden an, der genau wusste, was die Jungs sind. Nämlich Hunderte Jahre älter als er.

„Ich meine, wir könnten in der Zwischenzeit vielleicht den Leuchtturm nochmals inspizieren. Möglicherweise hat er ja doch geheime Türen oder so, denn ich könnte schwören, der Kerl ist hier hinein verschwunden“, flüsterte er hinter vorgehaltener Hand und wackelte mit den Brauen.

„Aber du erinnerst dich? Ich bin keineswegs abenteuerlustig. Sobald etwas merkwürdig

scheint, kehren wir um.“ Sich rieb sich über die Arme, um die Kälte unter ihrer Haut zu vertreiben. War ihre innere Unruhe dem ungewissen Schicksal Adannas geschuldet oder drohte in der Tat Unheil von diesem Leuchtturm? Aber allein konnte und wollte sie Julius nicht gehen lassen. Er war in den letzten Tagen für sie da gewesen und hatte ihr als einziger Glauben geschenkt, wo andere der Meinung waren, ihre Fantasie ginge mit ihr durch. Wahrscheinlich war dies im Moment sogar der Fall. Ihre Fantasie spielte ihr einen Streich. Sie atmete tief durch und schloss dann zu Julius auf, der bereits die Stufen hinab in den Keller des Leuchtturms nahm.

In den Keller? Niemals wäre Larissa auf die

Idee gekommen, dass Treppen in einem Leuchtturm auch abwärts gehen könnten. Sie verband stets nur die Aussichtsplattform und das Signallicht mit einem solchen Gebäude. Auf der letzten Stufe blieb sie stehen. Die Treppe führte in einen Raum, in dem zwei Personen schon zu viel waren. Eine Tür führte zu einem kleinen Vorratskeller, in dem, neben diversen Regalen bestückt mit allerlei nützlichen Zeugs zur Instandhaltung des Turms und für einen kurzfristigen Aufenthalt auf der Insel, auch ein Transformator stand. Enttäuscht stellten Julius und Larissa fest, dass alles ganz normal aussah. Sie schauten sich um und fragten sich, was sie eigentlich erwartet hatten. Und doch.

Ich verstehe zwar nichts von Strom … außer

dass ich ihn für alles Mögliche brauche … und dessen Gewinnung. Aber was passiert mit der ganzen Energie, die mit den Modulen gewonnen wird? Das kann nicht alles sein. „Ist dann wohl eine Sackgasse“, meinte Julius ernüchternd. „Lass uns wieder nach oben gehen. … Was hast du … “ Mitten im Satz stockte er und sprang beiseite. Larissa hatte sich die Utensilien in einem der Regale näher angeschaut, als plötzlich das benachbarte Regal aufschwang. Ein Laut zwischen Erschrecken und Erstaunen entschlüpfte ihr. Eine Geheimtür durfte scheinbar in keinem Horrorszenarium fehlen und sie passte definitiv zu Larissas Empfindungen. „ … gemacht?“

„Ich habe keine Ahnung. Irgendetwas muss

diesen Mechanismus ausgelöst haben. Eines der Gegenstände, die ich aus dem Regal genommen und wieder hineingestellt habe.“ Mit geschürzten Lippen betrachtete sie das Holzgestell und dessen Inhalt. Aber da war nichts Auffallendes. Vorsichtig streckte sie ihren Kopf durch die Öffnung.

Julius vor ihr zog scharf den Atem ein und stieß einen Pfiff der Bewunderung aus.

Eine Höhle tat sich auf … kein gewöhnlicher Raum, kein Gewölbe als solches, sondern in der Tat eine Höhle im Naturgestein … Und das Interieur glich einem Umspannwerk. „Fabrice! Das hier müsst ihr sehen. Wir haben eine geheime Höhle entdeckt.“ Larissa schickte ihm auf telepathischem Weg das Bild, welches sich ihnen bot. Sofort vernahm

sie auch von den anderen ein kollektives Luftholen. Eine geheime Höhle. Dann sollten die beiden dort nicht sein. Nicht allein.

„Wartet auf uns. Geht auf keinen Fall allein hinein. Wir sind schon auf dem Weg.“

Doch bevor Larissa die Warnung an Julius weitergeben konnte, war der zwischen all den Transformatoren und Schaltanlagen verschwunden. Selbst wenn sich die junge Frau, die nicht klein war, reckte und streckte, sie konnte ihren Freund nicht entdecken. Die Höhle schien riesig. Beklommen stand Larissa am Eingang und fühlte sich hin und her gerissen. Sollte sie Julius folgen, um ihn nicht allein zu lassen oder sollte sie auf Fabrice hören?

Die Entscheidung wurde ihr just in dem

Moment abgenommen, als sie beschlossen hatte, sich auf die Treppe zu setzen und auf die anderen zu warten.

„Lara! Das hier musst dir unbedingt anschauen. Mess- und Regeltechnik mit allem Pipapo. Alles vom Feinsten und Modernsten. … Hey! Wo bleibst du denn? Komm schon! … Oh Mann! …“

„Fass das nicht an!“ Larissa stand plötzlich hinter Julius und versuchte leicht panisch, ihn davon abzuhalten, über die polierte Oberfläche einer Wand zu streichen, deren Existenz an einem solchen Ort total unsinnig war. Rundherum sah die Höhle aus, wie grob aus dem Stein gehauen. Und dann eine Wand von der Länge eines Fußballfeldes, die durchsichtig schien, um Einblick in weitere

Räume im Inneren der Insel zu gewähren. „Wow … Wo kommst du denn auf einmal her? Ich hab dich gar nicht gehört.“

Larissa war hastig aufgesprungen und Julius' Stimme gefolgt. Er musste etwas entdeckt haben, was außergewöhnlich war. Und das war diese Wand auf jeden Fall. Beim Nähertreten erhellte ein gedämmtes Licht einen Gang direkt vor ihnen. Einen Gang, an dessen Ende sich ein großes, mit Edelsteinen besetztes Tor erahnen ließ. Der Boden war warm, glatt und auf Hochglanz poliert. Ein sanfter Luftzug wehte ihnen entgegen. Larissa empfand diesen als sehr angenehm. Was? Woher kamen denn das jetzt? Sie schüttelte sich und starrte entsetzt die Wand an. Ein Déjà vu. Sofort fühlte sie sich

zurückversetzt in ihren Traum.

In der Tat befand sich genau an der Stelle, an der sie zusammen mit Julius vor der Wand stand, ein Korridor, zu dessen Seiten Türen abgingen.

„Lass uns hier verschwinden, Julius, und draußen auf die anderen warten. Fabrice meinte, es sei viel zu gefährlich allein hier unten. Und bei dieser seltsamen Wand habe ich ein übelst ungutes Gefühl. Mit der stimmt etwas nicht. Das sehe ich nicht nur, sondern spüre es in jeder Faser meines Körpers. Sie geht mir in die Knochen und Eingeweide.“ Sie zupfte Julius am Ärmel seiner Jacke und versuchte, ihn hinter sich herzuziehen. Der war aber so von der Ausstrahlung der Wand gefangen, fühlte sich unweigerlich zu ihr

hingezogen, dass Larissas Bemühungen keinen Erfolg zeigten.

Julius stand einfach nur da und betrachtete aufmerksam das Gebilde als suchte er nach irgendetwas ganz Bestimmten. Er streckte die Hand aus und berührte trotz Larissas Warnung mit den Fingerspitzen die Oberfläche. Da wo gerade noch ein Gang zum Weiterlaufen einlud, kam geräuschlos die Öffnung eines Fahrstuhls zum Vorschein. „Neiiiin!“, donnerte Fabrice hinter ihnen.

Zu spät. Julius war bereits in den Aufzug getreten. Noch bevor seine Freunde bei ihm waren, schlossen sich die Türen und das Gebilde der Wand zeigte sich den Betrachtern, als ob nicht geschehen wäre. „Mist! Verdammt! Warum habt ihr denn auch

nicht auf mich gehört? Hab ich nicht ausdrücklich gesagt, ihr solltet an der Treppe auf uns warten? Ihr hättet nicht einmal diesen Raum hier betreten sollen!“ Fabrice war außer sich. Vor wenigen Augenblicken ein Lichtblick in ihrer Mission und im nächsten Moment stürzt alles in tiefste Finsternis. Sie fanden einen und verloren einen anderen. Und das nur, weil Abenteuerlust und Neugier übermächtig waren. Gerade Julius sollte es doch besser wissen, dass übereiltes Handeln Übles nach sich ziehen konnte. War er doch vor Jahren dabei gewesen, als bei der Suche nach Corri, Seelengefährtin eines Freundes und gleichzeitig Freundin von Julius und seiner Zwillingsschwester Judith, um ein Haar Letztere verloren war. Sicher, sie war damals

von all den Informationen über die Salwidizer heillos überfordert gewesen und rannte deshalb kopflos in ihr Verderben ...

Eine Hand legte sich auf seine Schulter. Lochlann bedeutete Fabrice, Ruhe zu bewahren, bevor auch er einen schwerwiegenden Fehler machte. „Du solltest dich jetzt erst einmal um deine Seelengefährtin kümmern. Was Julius angeht, wir werden durch Adanna auf dem Laufenden gehalten werden. … Lass uns nach oben gehen.“

Beschämt über seine unbedachte Reaktion weniger auf das Verhalten von den beiden als viel mehr über die Ohnmacht, es nicht verhindert zu haben, blickte Fabrice zu Larissa. Sie stand am ganzen Körper zitternd

noch immer vor der Wand und starrte auf den Fleck, wo sich die Fahrstuhltür geschlossen hatte. Tränen liefen ihr über die Wangen, wobei sie nicht zu sagen vermochte, ob sie über den Verlust eines guten Freundes, über ihr Unvermögen, ihn zurückhalten zu können oder über die Reaktion von Fabrice weinte. So kannte sie ihn nicht. Bisher war er stets die Ruhe selbst gewesen und wirkte in seiner Art eher arrogant und übermäßig selbstbewusst. Dass er jetzt hier so ausgetickt war, zeigte ihr eine ganz andere … eine zu tiefst emotionale Seite von ihm. Larissa spürte den wahren Grund seines Ausbruchs, besser als er selbst. Und Charlotte hätte ihr in diesem Punkt recht gegeben.

„Komm her, mon coeur. Nicht weinen. Ich hab

es nicht so gemeint und Julius bekommen wir auch wieder. … Komm zu mir.“ Kaum merklich nickte Fabrice Lochlann ein „Danke.“ zu und küsste Larissa die Tränen weg. Er nahm sie in den Arm und sie kuschelte sich in seine Halsbeuge.

„Ich weiß. Es ist nur … die Erinnerungen an diese fürchterliche Nacht, an diesen Albtraum … Auf einmal stand plötzlich alles so real vor mir. Und Julius wollte einfach nicht auf mich hören. … Halt mich einfach nur.“ Und Fabrice hielt sie ganz fest. Sie gehörte hierher, zu ihm. Ein Räuspern ließ die beiden aufschauen. Lochlann sah sie mit hochgezogenen Brauen und einem gelangweiltem Lächeln an. „Wir sollten jetzt endlich zu Giles zurückkehren. Er hat noch immer Adanna an der Strippe. …

Und er meint, es wäre wichtig. Adanna hat ihm mitgeteilt, dass etwas passiert sei, was Tenebrosus in pure Aufregung versetzt hat.“ „An der Strippe? Von dir hätte ich nicht eine solche Ausdrucksweise erwartet“, erwiderte Larissa. „Tenebrosus? Wer ist das? Ähm … meint ihr, sie haben Julius schon entdeckt? … Erzählt ihr mir auch, was ihr bisher herausbekommen habt? Was Charlotte in ihrem Traum gesehen hat?“ Fragend blickte sie in die braunen Augen Fabrices, als ob sich dort die Antworten verbargen. Sie bekam einen kleinen Nasenstupser, einen Kuss auf die Stirn.

Die Arme gegenseitig um die Taille gelegt verließen sie diese seltsame Höhle. Auf dem Weg zu Giles und Lilly setzte Farbice seine

Frau in Kenntnis.

0

Hörbuch

Über den Autor

abschuetze
Wir schreiben heute den 24.Mai 2014 und ich trete voller Erwartung in die Gefielde von "myStorys" ein.
Ich bin A.B.Schuetze.

Wir kreuzen das Sternenbild "Schütze" und erkunden dessen Eigenschaften.

Da wir gerade davon sprechen ... vergesst alles, was ihr über Schütze-Frauen gelesen habt. So ganz unter uns ... ihr werdet mein Wesen darin nicht entdecken.

Hab ich eure Neugier erweckt? Wollt ihr mich kennen lernen?

Nichts leichter als das.
Ich treibe mich meist auf myStorys ... lest meine "Bücher" ... oder auf Facebook, Google u.s.w. herum :))
Irgendwo werdet ihr mich schon finden.

LG von Antje

https://www.facebook.com/LeserWunschKugelSchreiber
https://www.facebook.com/Salwidizer
https://www.facebook.com/A.B.Schuetze

Leser-Statistik
3

Leser
Quelle
Veröffentlicht am

Kommentare
Kommentar schreiben

Senden
trixi1303 So Kapitel 12 bis 15 verschlungen. Endlich mal wieder zum Lesen gekommen. Wow. Mehr kann ich eigentlich nicht dazu sagen. Ich finde es krass was du so für Fantasien hast. Manchmal schon bedenklich ;) :D
Vergangene Woche - Antworten
abschuetze Danke für deine Treue. Auch, wenn ich nur noch selten hier bin.

LG von Antje
Vergangene Woche - Antworten
Bleistift 
"Herrscher der Finsternis - 15.Kapitel..."
Wieder richtig spannend geschrieben und nun warte ich auf
den weiteren Fortgang deiner Story, denn diese Insel scheint
ja nun der Ausgangspunkt zum Eintritt in Tenebrosus Reich
zu werden, wenn mich nicht alles täuscht... ...smile*
LG
Louis :-)
Vergangene Woche - Antworten
abschuetze Mein treuester Leser :-)
Danke !!!!

LG von Antje
Vergangene Woche - Antworten
Zeige mehr Kommentare
10
4
0
Senden

160198
Impressum / Nutzungsbedingungen / Datenschutzerklärung