Humor & Satire
Bereite Freude und freue Dich!

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"Bereite Freude und freue Dich!"
Veröffentlicht am 06. November 2018, 10 Seiten
Kategorie Humor & Satire
© Umschlag Bildmaterial: Cover-Design © Willy Rencin
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

"Manches ist in den Sand geschrieben - anderes in Stein gemeißelt"
Bereite Freude und freue Dich!

Bereite Freude und freue Dich!

Bereite Freude und freue dich!

 

Wenn uns selbst nichts Erfreuliches zuteil wird und wir weder kleine noch große Freuden erleben, finden wir an den Freuden anderer einen schönen Ersatz.

Trägt eine Dame zum Beispiel einen hochmodischen, wahrscheinlich neu erstandenen Hut oder ein besonders hübsches Kleid, so müssen wir ihr dazu aus vollem Herzen gratulieren, sogar, wenn sie eine uns völlig Unbekannte ist. Wir werden sie auf der Straße ansprechen, uns vorstellen und ihr unsere Freude darüber ausdrücken, wie hübsch sie aussehe. Über alles dürfen wir uns freuen, über die Blüten, den blauen

Himmel, den Bettler an der Straßenecke, die wohlgefüllten Schaufenster mit all den überflüssigen Krimskrams und wir müssen die Freude auch anderen mitteilen. Halten wir also jeden auf der Straße an und sagen wir ihm: ,,Gestatten Sie, mein Herr (gnädige Frau), wie schön wärmt und scheint doch heute die Sonne! Ich versichere Ihnen, mein Herr, dass ich ungeheure Freude daran habe, wie dort auf dem Dach eine schwarz-weiß gefleckte Katze herumklettert. Oder; „Bitte freuen Sie sich mit mir, über das Individuum, das da gelenkig wie ein Zirkusaffe in der Mülltone nach Speiseresten sucht."

Schönheiten gibt es viele! Entdecken Sie

diese, erfreuen Sie sich daran und teilen Sie ihre Freude mit Anderen!

 

 

Lachen wir nicht über fremdes Unglück!

 

Sehr oft ereignet es sich, dass wir Zeugen fremden Unglücks sind. In solchen Fallen müssen wir einfühlsam sein. Sehen wir zum Beispiel, dass jemandem die Straßenbahn beide Beine abgeschnitten hat, sollten wir uns nicht fragen, womit er nun Fußball spielen werde. Das gehört sich keinesfalls! Nein, wir schauen nur kurz und gehen dann weiter; ohne jede rohe Bemerkung. Die

Leiden unserer Mitbürger dürfen uns niemals lächerlich erscheinen. Wenn wir sehen, wie jemand ertrinkt und dabei verschiedene Grimassen macht, dürfen wir nicht übers ganze Gesicht lachen. Wenn wir uns nicht zurückhalten können, entfernen wir uns besser von dort. Vielleicht noch dies; Blinde Menschen lieben es nicht, wenn sie urplötzlich angesprochen werden. Sehen wir zum Beispiel einen Blinden auf eine offene, nicht abgesperrte Baugrube zu gehen, wäre es grundfalsch, ihn durch Zurufe davon abzuhalten. Warten wir in gebührender Entfernung besser ab, was geschieht; notfalls können wir dann immer noch nach Hilfe rufen. Allgemein

gilt, dass Behinderte sehr gut allein mit sich zurechtkommen, sich immer selbst zu helfen wissen, nicht auf unsere Hilfe angewiesen sind!

 

Sei nicht unmoralisch!

 

Wenn wir verheiratet sind, können wir überzeugt sein, dass es uns keine Ehefrau verzeihen wird, wenn wir des Nachts in das Zimmer unserer polnischen Haushaltshilfe eindringen. Tut wir es dennoch, müssen wir entschieden eine glaubhafte Ausrede parat haben. Sich darauf auszureden, dass wir lediglich das Mädchen kontrollieren wollten, ist Blödsinn. Davon sprechen, dass wir nur

das Zimmer aus Versehen verwechselt hättet, ist genauso dämlich. Die Entschuldigung urplötzlich mondsüchtig geworden zu sein, ist noch weniger glaubhaft. Für die beste Ausrede halte ich, wenn wir erklären, dass wir dort unser Taschentuch vergessen haben. Das Klügste ist aber jedweder für uns peinlichen Situation aus dem Wege zu gehen. Verabreden wir uns mit dem Mädchen in einem Stundenhotel oder laden sie in einen Swingerklub ein. Natürlich nicht in dem allwo wir mit unserer Gemahlin Stammgast sind.

Schlußwort

 Es gibt noch eine Menge guter und notwendiger Ratschläge, aber die kleine

Auswahl sollte genügen, dass Sie, und selbstredend auch ich, bei Beherzigung viel mehr Freude am Leben haben.
Im Übrigen wird unser Herr Jesu immerdar seine schützende Hand über uns, seine reuigen Schäfchen, halten.

Halleluja!

Jaroslav Hašek [ˈhaʃɛk] (* 30. April 1883 in Prag; † 3. Januar 1923 in Lipnice nad Sázavou) war ein tschechischer Schriftsteller, der vor allem durch seine literarische Figur des „braven Soldaten Schwejk“ berühmt wurde.

Sein Schreibstil widersprach der damaligen Literaturkonvention, er

verwendete die derbe und vulgäre Volkssprache in einem für die damalige Zeit unerhörten Maße. Deshalb wurde er auch von der damaligen Literaturszene ignoriert, die ihn in die Sparte „Gossenliteratur“ einordnete. Hašek selbst brachte seinen Manuskripten ebenfalls wenig Achtung entgegen, meist verzichtete er darauf, sie nach Drucklegung überhaupt zu lesen.
Quelle; 

https://de.wikipedia.org/wiki/Jaroslav_Ha%C5%A1ek

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Willie
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HarryAltona Ha, tolles Ding. Der Mann hatte den Dreh raus. Respekt, und Danke dafür.
lg... harryaltona
Vor einem Monat - Antworten
Willie Danke Jörg, der Hasek war schon eine verrückte Nudel.
lg
Sweder
Vor einem Monat - Antworten
Bleistift 
"Bereite Freude und freue Dich!..."
Ich kennte den Hašek und mag seinen Humor.
"Melde gehorsamst, Herr Obrleitnant,
die Katz' hat den Kannarie gefressen..."
Als ich vor Jahren mal in Prag war, saß ich einst wie er
im "u Kalicha" und trank gutes böhmisches Bier... ...smile*
Feines Geschichtchen von Dir, das hat mir gefallen
und ich als Rollifahrer, ich darf auch darüber lachen... ...grinst*
LG
Louis :-)
Vergangenes Jahr - Antworten
Willie Jaroslav Hašek [?ha??k) (* 30. April 1883 in Prag; † 3. Januar 1923 in Lipnice nad Sázavou) war ein tschechischer Schriftsteller, der vor allem durch seine literarische Figur des „braven Soldaten Schwejk“ berühmt wurde. die hier vorgestellte (stark gekürzte) Ausgabe basiert auf einer Ausgabe, die ich vor Jahren Freunden auf dem Portal Bookrix vorstellte.
Willy
Vergangenes Jahr - Antworten
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