Gedichte
Herbstelegien

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"erdrosselt liegt der Star..."
Veröffentlicht am 08. November 2018, 8 Seiten
Kategorie Gedichte
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Über den Autor:

Getauft, Geschieden, Geimpft: 3G also, tretet näher, Herrschaften! Was ich so schreibe, ist natürlich erlebt, erlauscht, erlesen und erlogen; von alberich bis böse oder dunkeltrüb, und mit Vorliebe gereimt. Erfreue mich an Musik verschiedener Richtungen, an Literatur und natürlich an Menschlichem wie Situationskomik und liebevolle Reaktionen abseits des jeweiligen Business'. Solange ich die komische Seite der Dinge erkenne, geht's mir gut -- und ...
erdrosselt liegt der Star...

Herbstelegien

1. Drin

Der Herbst bringt trübe Tage, beim Tee schon brennt das Licht. Ich bin vom alten Schlage und tue meine Pflicht. Der Chef verschwand mit Mischa, Gott weiß, was er diktiert. Die Küchenfrau raucht Shisha – nichts, was mich irritiert. Das Rechnernetz streikt lange, drum schreib ich auf Papier. Die Stille auf dem Gange … Nur ich bin brav noch

hier. Das Telefon bleibt stille, das Fax springt nicht mehr an. Mich füllt der Vorstandswille und ich erfüll den Plan. Doch wird mir wohl nichts bleiben, als mit der Zeit zu gehn, zu müde längst zum Schreiben, zu alt, um durchzustehn …


 

2. Draußen

Die Taube will nicht hören. Die Eule weiß nichts mehr. Der Rohrspatz guckt in Röhren. Längst schnarcht der Nasenbär. Die Ente murmelt Lügen. Die Biene läuft am Stock. Die Kampfkuh will nicht siegen. Das Reh hat keinen Bock. Das Schlachtroß kam zum Schlächter. Das Rentier lohnt nicht mehr. Der Möwe Hohngelächter sank weich ins

Wattenmeer. Die Linde schlug zu Buche. Den Skunk stank an, was roch. Der Nacktmull schläft im Tuche. Die Schneegans kokst nur noch.


Der Mops sitzt, weil er klaute. Der Vampir floh vorm Floh. Verstummt ist jede Laute. Kein Glückskeks macht noch froh. Beim TÜV der Große Wagen. Beim Mond ein Visagist … Und niemand kann noch sagen, wie Sonnenschein so ist.




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© 2018 Brubeckfan

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Hörbuch

Über den Autor

Brubeckfan
Getauft, Geschieden, Geimpft: 3G also, tretet näher, Herrschaften! Was ich so schreibe, ist natürlich erlebt, erlauscht, erlesen und erlogen; von alberich bis böse oder dunkeltrüb, und mit Vorliebe gereimt. Erfreue mich an Musik verschiedener Richtungen, an Literatur und natürlich an Menschlichem wie Situationskomik und liebevolle Reaktionen abseits des jeweiligen Business'. Solange ich die komische Seite der Dinge erkenne, geht's mir gut -- und das ist allermeistens.

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MerleSchreiber Lieber Herr vom alten Schlage,
die äußerst flotten Reime haben mich extrem belustigt und mich aus meiner Novembertristesse herausgerissen. Besonders die, die sich "Draußen" abgespielt haben. Klasse!
Liebe Grüße, Merle
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Brubeckfan Herzlichen Dank, liebe Merle!
Es freut sich
Gerd
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AngiePfeiffer Moin Gerd,
spüre ich einen Hauch von Melancholie?
Vielleicht lässt Dich die Küchenfrau mal ziehen! Das beruhigt ungemein.
Grinsegrüße
Angie
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Brubeckfan Ein Hauch ... Hab ichs ja wohl richtig gemacht ;-)
Und das spezielle Rauchen, man sollte ja auch mal was Neues testen. Hm...
Viele Grüße und herzlichen Dank,
Gerd
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Memory 
Ach herrlich, lieber Gerd.
November ist Mist, aber deine Zeilen würzen ihn mit Humor. Das ist dir sehr gut gelungen. Und - Shisha rauchen mit der Küchenfrau könnte vielleicht wirklich helfen :)
Lieben Gruß
Sabine

PS. Ist das Coverfoto ein realer Ausblick?
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Brubeckfan Das Foto ist real, aber schon einige Jahre alt. Ich wußte damals, ich werde es mal brauchen können.
Herzlichen Dank! Und über die Küchenfee denk ich mal nach.
Viele Grüße, liebe Sabine,
Gerd
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Valerina 
ach, das sind doch eigentlich so traurige Verse,
warum lach ich denn?

weil es ein Lesegenuss ist, lieber Gerd!
lieber Gruß
Valeri :-)
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Brubeckfan Solange wir noch etwas zum Herumalbern finden, halten wirs doch aus.
Und gar zum Genießen 8-)
Fröhliche Grüße und vielen Dank,
Gerd
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HarryAltona Wie Stimmungsvoll, da deucht mir der Tag noch düsterer. - Zeit für ´n Bier, oder doch lieber n Grog, n steifen?
lg... harryaltona
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Brubeckfan Ja, min Harry, was Warmes braucht der Mensch. Ich fand neulich sogar eine Sorte trinkbaren Glühwein, der also nicht bloß umbenanntes Zuckerwasser ist. (Märchengestalt mit Kuchen, Wein und Wolf.)

Vielen Dank fürs Weihnachtsgeld und alles.
Viele Grüße!
Gerd
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