Fantasy & Horror
Herrscher der Finsternis - 13.Kapitel

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"Herrscher der Finsternis - 13.Kapitel"
Veröffentlicht am 23. Oktober 2018, 30 Seiten
Kategorie Fantasy & Horror
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Über den Autor:

Wir schreiben heute den 24.Mai 2014 und ich trete voller Erwartung in die Gefielde von "myStorys" ein. Ich bin A.B.Schuetze. Wir kreuzen das Sternenbild "Schütze" und erkunden dessen Eigenschaften. Da wir gerade davon sprechen ... vergesst alles, was ihr über Schütze-Frauen gelesen habt. So ganz unter uns ... ihr werdet mein Wesen darin nicht entdecken. Hab ich eure Neugier erweckt? Wollt ihr mich kennen lernen? Nichts leichter ...
Herrscher der Finsternis - 13.Kapitel

Herrscher der Finsternis - 13.Kapitel

„Oh nein. Nein, nein, nein. Nicht was ihr denkt. Es war doch nur ein Traum. Und außerdem … so ist Anna nicht. Ich weiß es“, beeilte sich Larissa, die Männer zu beschwichtigen. Ihre Tränen wegwischend und den Rotz hochziehend brachte sie ein missglücktes Lächeln zustande. „Sie ist dir zwar weggelaufen, Giles, aber nicht um so ein abgefahrenes Leben zu führen.“

Fabrice reichte Larissa ein Taschentuch. Er fand es schon seltsam, dass sie genau wusste, was ihnen durch den Kopf ging. Steckte da mehr in ihr, als alle annahmen? Charlotte, die kaum glauben konnte, welch unglaublich brutale und perverse Dinge und Taten während des Schlafens den Geist bevölkern konnten, musste an ihre eigenen

seltsamen Träume denken. Sie betrachtete Larissa nachdenklich. „Lara, das mit deinem Traum … vielleicht ist es eine Vision, ein Omen oder ähnliches gewesen? Wir haben Freundinnen, die können im Schlaf ihren Geist wandern lassen. Dabei sind sie in der Lage, unentdeckt am Leben anderer Personen teilzunehmen. Ich selbst träume ebenfalls. Aber wieder anders. Das lässt sich schwer erklären. Ich sehe das Geschehen als Ganzes auf einer anderen Ebene. … Wer weiß schon, wie viele Möglichkeiten des Träumens es gibt und möglicherweise bist du ein weiterer Träumer.“

Träume, die wahr sind? Oh mein Gott. Das würde ja dann bedeuten, die Insel mit den Höhlen gibt es wirklich. Das kann nicht sein.

Und wenn doch? Aus Larissas hellblauen Augen sprach blanke Panik. Krampfhaft schluckte sie die aufsteigende bittere Galle hinunter. Das Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen, drückte schwer auf ihren Brustkorb. Nervös knetete sie ihre Hände.

Ich muss es tun. Ich muss Gewissheit haben. „Ihr denkt wirklich, mein Traum könnte … Okay. … Ähm, ich kann das prüfen. Denke ich.“

Was? Hatte Larissa soeben gesagt, sie will prüfen, ob ihr Traum real war? Wie? Atemlose Spannung schwängerte plötzlich die Luft.

„Ich pendel meinen Traum aus. … Ich … Wartet einen Moment.“ Sie sprang auf und lief aus dem Zimmer, um wenige Minuten später zurückzukehren. In den Händen hielt sie einen

schwarzen Seidenschal und einen daumengroßen Glastropfen, ähnlich einer Träne. Eingefräste filigrane Zeichen zierten das Äußere und im Inneren bewegte sich träge eine rote Flüssigkeit.

Beim Anblick dieses Kleinodes stockte Fabrice, Manuel und Lochlann der Atem. Wie konnte das sein?

„Was ist denn das? … Hey, Jungs, und was stiert ihr denn das Ding so an? Lara wird euch damit schon nicht umbringen wollen. Das schafft ihr nämlich allein, wenn ihr nicht bald weiteratmet.“

Die zu Stein erstarrten Gesichter der drei Männer gaben Anlass, dass sich Lilly genau wie Charlotte, Giles und Julius über den Tisch beugte, um sich dieses Glasdings in Larissas

Hand genauer anzusehen. Es war wunderschön.

„Was ist das Rote da drin?“

„Mein Blut. Ich habe diese Träne allein hergestellt. Das Glas geblasen, einen Tropfen meines Blutes darin eingeschlossen und die Symbole der septem rationem creationis eingraviert. … Es ist mein ganz persönliches Pendel.“ In Larissas Worten klang ein gewisser Stolz mit. Sie war noch sehr jung gewesen, als sie ihre Gabe erkannte und herausfand, dass herkömmliche Pendel nicht ihren Bedürfnissen entsprachen.

„Die Symbole … Symbole unseres Volkes. Ich möchte behaupten, kaum ein Mensch weiß um die septem rationem creationis, geschweige denn, dass es Symbole dafür

gibt. Lara, woher …“

„Ein Traum. Und als Alexander meinen Träne das erste Mal gesehen hat, reagierte er beinahe so wie ihr. Dann hat er mir die Symbole erklärt und mir die Lehren, die dahinterstecken, nahegebracht.“ „Alexander?“, fragten die Salwidizer unisono. Sie ahnten schon, dass es sich bei Alexander nur um Larissas Beschützer des Lebens handeln konnte. Jedes Mädchen, welches von den Steinen auserwählt wurde, bekam von Menanim einen Salwidizer zur Seite gestellt, der unentdeckt als Bodyguard, Pate und Lehrer fungierte.

„Ähm … ich nehme an ein Freund meiner Eltern. Früher dachte ich immer, er wäre mein Onkel, weil ich ihn schon mein ganzes Leben

lang kannte. Aber das konnte nicht sein. Wie ich später erfuhr, hatte ich keine lebenden Verwandten. Außerdem sah ich ihn nur sehr selten.“ Larissa zuckte mit den Schultern, als sei diese Erkenntnis nicht von Bedeutung. Doch ganz tief drinnen vermisste sie Alexander immer ein wenig. War er doch ihr einziger Vertrauter, der ihre außergewöhnlichen Gaben kannte und förderte.

„Okay. Wozu brauchst du dieses Ding? Und was sind die … na ja die Zeichen eben, die du da eingraviert hast?“

Lochlann lag wohl nicht so ganz verkehrt, als er meinte, die Lehren seien weitestgehend unbekannt. Nicht nur Lilly schaute verdattert auf den Tropfen. Auch Giles, Julius und sogar

Charlotte, die bereits seit mehr als drei Jahren zu den Salwidizern gehörte, wüssten gern Näheres. Larissa betrachtete liebevoll ihre Träne. Sie hielt sie zwischen Zeigefinger und Daumen hoch, fuhr sacht über jedes einzelne Symbol und offenbarte den Freunden die jeweilige Bedeutung. „Septem rationem creationis bedeutet so viel wie die sieben Dimensionen der Schöpfung. Das ist ein sehr komplexes und kompliziertes Thema. Für euch aber das Ganze in Kurzform. … Dieses Zeichen steht für Mineralien. Alles funktioniert hier völlig eigenständig und dient zur Aufrechterhaltung von universellen Strukturen. … Dies hier symbolisiert die lebende Natur. Also Pflanzen und Tiere. Sie handelt intuitiv und strebt nach Ausgleich,

Harmonie und Aufrechterhaltung des Lebens. … Das dritte … Es ist unser irdisches Leben. Wir. Hier spielt sich unser bewusstes Denken und Handeln ab. … Das waren Symbole für das physische, das körperliche Sein.“ Larissa drehte langsam den kleinen Tropfen weiter und wies auf das Symbol an der runden Unterseite. „Zeit. Die Zeit ist eine mysteriöse formlose Struktur die zwar unendlich ist, aber unser physisches Leben begrenzt. Gleichzeitig ist sie relativ. Ihr kennt das bestimmt, jeder Mensch besitzt ein eigenes Zeitempfinden. Für einen vergeht sie schnell, für einen anderen zu langsam. … Die Zeichen hier oben unterhalb der Spitze stehen … auf dieser Seite für Gefühle … und auf der anderen Seite für Emotionen. Man verkörpert

permanent Liebe, Harmonie und Freude ohne dabei von niederen, belastenden Gedankengängen beherrscht zu werden. Ähm … Ich weiß, selten machen Menschen einen Unterschied zwischen Gefühlen und Emotionen und dennoch ist das nicht ganz das Gleiche. Gefühle und das Fühlen sind Ausdruck der Seele und Emotionen sind die treibende Kraft, das Werkzeug der Seele. … So und letztendlich an der Spitze das Symbol für … außerhalb von Zeit und Raum. Hier verschwinden die physischen Strukturen. In dieser Dimension gibt es keine Grenzen, keinen Raum und keine Zeit. Es gibt nur eine Existenz als reines energetisches Bewusstsein. Warum an der Spitze? Weil das nur sehr wenige erlangen.“

Die Gruppe betrachtete Larissa, als käme sie von einem anderen Stern. Lag es daran, dass sie als Mensch über Wissen verfügte, wie es von den Salwidizern gelebt wurde oder weil sie, einige der Zuhörer, nicht hinter den eigentlichen Sinn des soeben Gehörten stiegen?

Von Anbeginn der Zeit galten die septem rationem creationis als die Grundlage allen Seins, so die Lehren Adanwes. Irgendwann im Laufe der Jahrtausende verließen die Menschen den Weg der septem rationem creationis und büsten damit einen Teil ihrer Gaben und Fährigkeiten ein. Das Leben der Salwidizer basierte weiter auf den Grundlagen der Schöpfung. Alles hatte ein Bewusstsein, egal welcher Form der Existenz. Gefühle und

Emotionen wurden ausschließlich von Liebe, Harmonie, Freude und Frieden bestimmt. Die siebte Dimension, die Existenz außerhalb von Zeit und Raum galt als Gabe, die jeder inne haben konnte. Die sechste Dimension jedoch gab noch heute den Wissenschaftler in Adanwe Rätsel auf. War die Zeitverschiebung der beiden Welten, ein Tag in Adanwe entsprachen 6 Tage in der Welt der Menschen, der Grund der unterschiedlichen Entwicklung oder war es umgekehrt. Im Prinzip hatte Alexander mehr als ein Beschützer des Lebens für Larissa getan. Er hatte sie auf das Leben als Salwidizerin vorbereitet. Nur ahnte diese nichts davon.

Die junge Frau sah die Fragezeichen in den Gesichtern der anderen und beeilte sich

hinzuzufügen: „Ich sagte ja … sehr komplex und kompliziert. Dafür haben wir aber jetzt keine Zeit. Und um auf Lillys Frage zu antworten, wofür ich dieses Ding brauche … Es ist mein Pendel.“

„Ohne Schnur?“

„Ja. Ohne Schnur, Charlie. Ich mache das mit purer Energie, die ich aus meinem Bewusstsein direkt in die Träne fließen lasse. Ich zeige es euch. Für den Fall, dass die Höhle wirklich nur in meinen Träumen existierte, sollte ich einen unabhängigen Test machen. Was soll ich suchen?“

Verwirrter denn je blickte einer den anderen an. Pendeln ohne Pendel. Wie sollte das funktionieren? Keiner konnte sich das vorstellen, aber Zeuge davon zu sein, ließ

schon eine gewisse Spannung und Freude aufkommen.

„Nun? Was soll ich suchen?“

„Meinen schwarzen Hengst. Den, auf dem ich vorgestern geritten bin.“

„Gut.“ Larissa legte die Träne auf die Karte und band sich den Schal um die Augen. Ihre linke Hand wanderte in zirka zwanzig Zentimetern Höhe über den Tisch. Plötzlich begann der Tropfen zu rotieren, kreiselte über die Karte und blieb dann mit der Spitze auf einem Punkt stehen. Larissa befreite ihre Augen und sah Loachlann herausfordernd an. „Nun? Ist das der Ort, an dem sich dein Pferd befindet?“

Der konnte es nicht fassen. Direkt ins Schwarze. Es war schon irre anzuschauen,

wie sich der Glastropfen magisch über die Karte bewegte, doch die Genauigkeit des Ergebnisses … damit hatte keiner gerechnet. Fabrice grinste wie ein Honigkuchenpferd. Sein Herz lief über voller Stolz. Seine Emotionen platzen aus ihm heraus. Seine Seelengefährtin. Er signalisierte ihr auf dem privaten telepathischen Pfad einen Daumen hoch. „Du warst toll. Deine Gabe ist in der Tat etwas Einmaliges“ und laut sagte er: „Dann wollen wir doch mal sehen, ob dein Traum nur ein Traum war. Lara, konzentriere dich nur auf den Höhleneingang. Kannst du das?“

Schon diese sonore ruhige Stimme verursachte bei ihr Gänsehaut. Allein seine Nähe brachte sie durcheinander. Sie spürte ihn nicht nur unter ihrer Haut, jede Zelle ihres

Körpers war sich seiner überaus bewusst. Hitze stieg ihr in die Wangen und ließ sie erröten. Was hat er nur an sich, das solche Reaktionen bei mir auslöst? Larissa sah kurz zu Fabrice auf und rutsche dann auf ihrem Platz zurecht. Zum Glück musste sie ihm nicht weiter in seine gefährlichen braunen Augen schauen. Sie legte den Schal um und begann erneut mit der nach unten gedrehten Handfläche über die Karte zu gleiten. Sofort schoss der Tropfen nach Süd-Westen auf die Insel zu und stoppte an einem Felseinschnitt auf der Südseite unweit des Leuchtturms. Schweigen.

Die Luft schien zu knistern.

Sie waren also so weit. Die Suche war beendet. Doch keiner wusste, wer oder was

sie auf dieser kleinen Insel erwartete.

Fabrice, der von Anbeginn der Suche nach Adanna die Fäden in der Hand hielt, atmete mehrmals tief durch. „Tja Leute, dann lasst uns mal unser Mädchen zurückholen. Lanny, Manuel, Giles und ich werden uns um die nötige Ausrüstung kümmern. Du hast doch noch das Lager in deiner Burg?“, wandte er sich an Lochlann. Der nickte nur stumm. „Charlie … Lilly … Lara, ihr sorgt bitte für Proviant. Ein paar Tage, würde ich meinen. Lieber zu viel als zu wenig.“

„Und ich?“

Fabrice sah Julius an, als ob er sagen wolle, oh … du bist ja auch noch da.

„Nun sag schon. Mit euch kann ich ja wohl kaum mitkommen. Und den Frauen stehe ich

eh nur im Weg … Denke ich. Also? Wie kann ich helfen?“

„Du nimmst meinen Pickup und fährst nach Fresgoe. Dort suchst du im Hafen den alten MacRury auf. Viele Grüße von mir und er soll morgen Vormittag ein Boot für uns bereithalten. Mit der Bezahlung klären wir später. Schau es dir an. Wir müssen alle an Bord … und eine beträchtliche Ausrüstung. Pass auf, dass es nicht zu klein ist. Dann lass dir auch gleich sagen, wo wir auf der Insel an Land gehen können.“ Lochlann, der bei seinen Worten Julius seine Hand auf die Schulter gelegt hatte, stand auf und begann die Karte einzurollen.

Giles warf ihm von der Seite einen fragenden Blick zu. „Wie? Das war's jetzt? Wollen wir

nicht noch einen Schlachtplan machen, wie wir weiter vorgehen wollen?“

Lochlann hielt kurz inne und zog eine Augenbraue hoch. „Haben wir das nicht? Wir holen die Ausrüstung und machen eine Expedition auf die Insel. Die liegt im Naturschutzgebiet und wir erforschen die Seevogel, die dort nisten. Ganz klar, dass wir Zelte dabei haben, denn so eine Beobachtung dauert in der Regel mehrere Tage.“ Dabei konnte er sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Giles, alles weitere planen wir auf der Insel. Wir werden Adanna da schon rausholen. Hab einfach Vertrauen.“ Mit einem Augenzwinkern fuhr Lochlann in seiner Tätigkeit fort.

Charlotte und Manuel hatten sich schnell

verkrümelt und auch Lilly hüpfte von einem Bein auf das andere. Sie wollte ebenfalls lieber jetzt als später mit ihren Gefährten verschwinden und die wenigen Stunden bis zum allgemeinen Aufbruch mit ihm allein sein. Nur Giles bemerkte davon nichts. In Gedanken versunken schien er jeden Handgriff Lochlanns zu verfolgen.

Julius rempelte ihn beim Hinausgehen an und deute mit dem Kopf auf die quirlige Blondine, die mit in den Hüften gestemmten Händen und blitzenden graublauen Augen wartete. Zurückblieben, nachdem Lochlann auch endlich das Feld geräumt hatte, Fabrice und Larissa. Sie hatte ihm ja einen Spaziergang versprochen und so harte sie der Dinge, die da kommen würden.

Plötzlich war er ihr viel zu nah. Sie nahm seinen männlichen und sehr angenehm Duft war … ein herber Touch mit einer geheimnisvollen Süße abgerundet … zum Verführen aller Sinne. Schon schweiften ihre Gedanken ab und gingen eigene Wege. „Und? Wollen wir? Oder möchtest du dich nur draußen auf eine Bank setzen?“ Fabrice wusste, dieses „Wollen wir“ konnte durchaus zweideutig aufgefasst werden. Aber er ließ es bewusst so im Raum stehen.

Aus ihren sinnlichen Fantasien gerissen, errötete Larissa zum gefühlten tausendsten Mal, seit sie ihm begegnet war. „Oh … draußen im Hof … das ist völlig in Ordnung“, stammelte sie leise und drehte nervös die Glasträne in ihrer Hand.

Fabrice griff danach und schloss ihre Hand mit seiner ein. „Gott, Lara. Du bist wie das Aprilwetter … unberechenbar. Mal aufbrausend, dann wieder eingeschüchtert, kämpferisch und im nächsten Moment ängstlich. Liegt es an mir?“ Er nahm die Träne in seine andere Hand, ließ ihre aber nicht los. Sie setzten sich, ohne die Hofbeleuchtung anzuschalten, auf eine Bank und schwiegen sich an. Fabrice, weil er auf eine Antwort wartete und Larissa, weil sie nicht wusste, was sie darauf erwidern sollte. Außerdem war es ihr nicht recht, dass er noch immer ihre Hand hielt. Doch sie ihm entziehen, wollte sie dann auch nicht. Sie fühlte sich einfach hin und her gerissen. Durcheinander. Konnte keinen klaren

Gedanken fassen. Und so saß sie ganz still neben diesem Typen von einem Mann, der alle Alarmglocken in ihr läuten ließ, und kam sich vor, wie ein eingeschüchtertes Häschen bevor es von der Schlange gefressen wurde. Fabrice beobachtete sie von der Seite. Sacht zog er ihre Hand an seine heißen Lippen und hauchte verehrungsvoll zarte Küsse auf jeden ihrer Finger. „Lara“, wisperte er. „Schau mich an. Die bist eine wundervolle Frau … unverdorben ... im Sinne von anmutig, aufrichtig, charakterfest, ehrlich, freundlich, gebildet, gewissenhaft, herzlich, natürlich. Ich könnte noch so viel mehr hinzufügen. ... Und doch versteckst du dein Wesen hinter einer Unsicherheit, die ich nicht verstehen kann und will. Ich kann deine Gedanken lesen. Du

hast nicht den kleinsten Grund, dich von der Meinung anderer einschüchtern zu lassen. Lara, mit deiner Gabe bist du in der Lage, die Lüge hinter den Worten zu erkennen. … Wenn ich dir sage, dass du mich total verrückt machst … dass ich schon viele hundert Jahre auf dich gewartet habe … Schau mich an.“ Fabrice griff unter ihr Kinn und hob ihren Kopf, bis sich ihre Augen trafen. „Du bist die einzige Frau für mich.“ „Aber …“

„Nein warte. Hör mich erst zu Ende an. Ich weiß, wir haben uns erst gestern kennenlernt. Aber in meinem Volk gibt es die Liebe auf den ersten Blick.“

„In deinem Volk? Lochlann hat so etwas schon einmal gesagt und ich wollte es nicht

wissen. Doch ich sollte es wissen wollen? Es wissen müssen. Oder?“ Larissa hielt seinem Blick stand. Alles was er sagte, auch wenn es sich seltsam anhörte, war die Wahrheit. Und sie fühlte es nicht nur tief in ihrem Herzen. Auch ihr Körper und ihre Seele waren sich dessen sicher.

„Ja, du solltest es wissen. Lara … unser Volk, das von Lochlann, von Manuel und Charlotte, von Giles und von mir, aber auch von Adanna … unser Volk ist beinahe unsterblich. Unsere Heimat ist Adanwe, eine Anderwelt. Wir leben unter den Menschen, weil unsere Frauen Menschen sind. Wir Salwidizer können keine weiblichen Nachkommen zeugen. Wobei … Es war seit Anbeginn der Zeit so, dachten wir. Doch scheinen sich die Überlieferungen in

dem Punkt geirrt zu haben. Wie in manch anderer Hinsicht auch. Schau, deine Kette mit dem Feueropal erkennt dich als meine Seelengefährtin.“

„Deine Seelengefährtin? Ähm … ich …“ Meine Kette? Wie sollte sie … Oh mein Gott. Der Stein enthält seine DNA. Und was ist dann mit Annas Kette? Lochlann? Aber Lilly … Geirrt in manch anderer Hinsicht. Dann finden die Männer anscheinend auch ohne die Ketten ihre Gefährtinnen. Dann wäre es doch eigentlich wie bei uns Menschen.

„Ich lese deine Gedanken“, raunte ihr Fabrice schmunzelnd zu. „Deine Überlegungen wären schon logisch … für einen Menschen. Nicht aber für einen Salwidizer. Der erkennt immer seine wahre Gefährtin. Er bekommt nur bei ihr

eine Erektion.“ Den letzten Satz flüsterte er nahe ihrem Ohr und deutete auf die die Beule in seinem Schoß.

Oh! Sie wollte nicht schauen, aber ihr Blick ging wie von allein nach unten. Alles Blut schoss ihr in den Kopf. Und jeder Gedanke schrie: Ja! Ja! Ja! Es ist die Wahrheit. Oh meine Gott. Ich bin sein. Er will mich. Dieses Wissen gab ihr das Gefühl schön, sexy und sehr begehrenswert zu sein. Ein Lächeln huschte über ihr Gesicht. Scheu und doch verführerisch … oder gerade deshalb verführerisch … blickte sie Fabrice an. Diesem stockte beinahe der Atem. Der weiße Strahlenkranz um die Pupille verlieh ihren Augen einen ganz besonderen Glanz. Er beugte sich zu ihr hinüber.

Sein Kuss war nur ein Wispern seiner Lippen über ihren Wangenknochen, aber sie konnte im spüren, sie gehörten definitiv zusammen. Alles um sie herum war für den Augenblick vergessen. Es gab nur noch sie beide, viele Fragen, viele Antworten und besonders viele Zärtlichkeiten.

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abschuetze
Wir schreiben heute den 24.Mai 2014 und ich trete voller Erwartung in die Gefielde von "myStorys" ein.
Ich bin A.B.Schuetze.

Wir kreuzen das Sternenbild "Schütze" und erkunden dessen Eigenschaften.

Da wir gerade davon sprechen ... vergesst alles, was ihr über Schütze-Frauen gelesen habt. So ganz unter uns ... ihr werdet mein Wesen darin nicht entdecken.

Hab ich eure Neugier erweckt? Wollt ihr mich kennen lernen?

Nichts leichter als das.
Ich treibe mich meist auf myStorys ... lest meine "Bücher" ... oder auf Facebook, Google u.s.w. herum :))
Irgendwo werdet ihr mich schon finden.

LG von Antje

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