Fantasy & Horror
Herrscher der Finsternis - 12.Kapitel

0
"Herrscher der Finsternis - 12.Kapitel"
Veröffentlicht am 12. Oktober 2018, 28 Seiten
Kategorie Fantasy & Horror
© Umschlag Bildmaterial: pixabay
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Wir schreiben heute den 24.Mai 2014 und ich trete voller Erwartung in die Gefielde von "myStorys" ein. Ich bin A.B.Schuetze. Wir kreuzen das Sternenbild "Schütze" und erkunden dessen Eigenschaften. Da wir gerade davon sprechen ... vergesst alles, was ihr über Schütze-Frauen gelesen habt. So ganz unter uns ... ihr werdet mein Wesen darin nicht entdecken. Hab ich eure Neugier erweckt? Wollt ihr mich kennen lernen? Nichts leichter ...
Herrscher der Finsternis - 12.Kapitel

Herrscher der Finsternis - 12.Kapitel


Larissa staunte nicht schlecht, was Lochlann aus den drei Gebäuden des 18. Jahrhundert gemacht hatte.

Ursprünglich bestand sein jetziges Domizil aus einer Hütte und zwei Nebengebäuden, die in U-Form um einen Wirtschaftshof erbaut wurden. Irgendwann hatte er das Land und den angrenzenden Wald erworben und sich etwas Eigenes geschaffen. Er ließ die Gebäude durch Ecktürme, deren Außenfronten abgerundet waren, miteinander verbinden, die Dachgeschosse ausbauen und große Fenster einsetzen.

Im Haupthaus gab es neben der Wohnküche, einen Wirtschaftsraum und den Salon. Im Dachgeschoss besaß Lochlann für seine

seltenen Besuche auf dem Anwesen einen bescheidenen Rückzugsort. Eine Wohnstube, eine Schlafkammer, ein kleiner Arbeitsbereich sowie ein Bad waren ihm genug. Die Türme und die Nebengebäude nutzte er als Gästetrakt. Alle Räume des Cottages waren entgegen den Turmzimmern eher schlicht eingerichtet. Was man so schlicht nennen mochte bei einem Mann, der sich nichts aus Reichtum machte, sich aber auf ganz natürliche Weise damit umgab. Neben hochwertig und geschmackvoll stand bei allem die Funktionalität an erster Stelle. Wieder kam Larissa zu dem Schluss, Lochlann musste ein seltsamer Kauz sein. Kopfschüttelnd, mit einen Lächeln, welches ihr ebenmäßiges Gesicht zum Strahlen

brachte, stand sie in der großen Doppeltür, die in den großen Salon des Haupthauses führte.

Diesen Raum hatten sich Charlotte und Lilly für den Schluss des Rundganges aufgehoben. Und das nicht nur, weil genau hier die Besprechung mit den Männer statt finden sollte, sondern weil es das wahrscheinlich beeindruckendste Zimmer, das Herzstück des Gebäudekomplexes war.

Er war so breit, wie das gesamte Vorderhaus und schon beim Eintreten beeindruckte Larissa eine Glasfront mit Blick auf einen Innenhof, der zum Verweilen einlud und kaum einen Wunsch offen ließ und ihr genau jenes Lächeln entlockte.

Sie riss sich von diesem erstaunlichen Bild los

und musterte die Inneneinrichtung des Salons, wobei ihr Lächeln in ein Grinsen überging. Eine große Tafel, umgeben von zwölf Stühlen, trennte eine gemütliche Leseecke, bestehend aus einem deckenhohem Bücherregal, zwei Ohrensesseln und einem Tischchen, von einer Wohnlandschaft vor einem aus Feldsteinen gemauerten offenen Kamin. Widersprüchlicher kann nun wirklich keiner sein Heim einrichten. Auf der einen Seite Mobiliar aus der Gründerzeit um 19Hundert. Stühle mit gedrechselten Beinen und kostbaren Schnitzereien an den hohen Rückenlehnen und ein schweres, reich verziertes Bücherregal mit ledergebundenen Originalausgaben der Weltliteratur in allen

möglichen Sprachen … Auf der anderen Seite eine moderne Sitzecke aus bordeauxfarbenen Nappaleder mit komfortablen Lehnen und durch Steppung abgetrennte, ergonomischen Polstern. Nicht dass nicht alles harmonieren würde, aber eine solche Stilvielfalt unter einem Dach … „Lara? … Kommst du zu uns rüber?“

Sie war doch tatsächlich stehen geblieben und hatte nicht bemerkt, dass sich Charlotte und Lilly bereits zu den Männern gesetzt hatten.

Julius winkte sie zu sich heran. Er hatte ihr einen Platz freigehalten. Unglücklicherweise saß sie dann auch neben Fabrice, der sie erwartungsvoll anschaute.

„Komm schon, ich beiße nicht. Ich bedaure

ganz ehrlich, dass wir uns heute Morgen auf dem falschen Fuß erwischt haben.“ Dabei schenkte er ihr ein offenherziges Lächeln und zeigte seine schönen weißen Zähne.

Larissa atmete tief durch. Sie wusste, dass Fabrice die Wahrheit sagte und immerhin trug er die Schuld ja nicht allein. Sie war müde, gereizt, mit der Welt fertig gewesen und hatte total überreagiert. Also nahm sie zwischen Julius und Fabrice Platz. Nebenbei bemerkte sie, wenn sie Julius Lochlann zuordnete, die Zweierkonstellation in der Sitzordnung. Na prima. Fabrice und ich, schoss es ihr durch den Kopf. Das Jucken unter der Haut begann. Sie spürte das Blut in ihre Wangen jagen. Rote Flecke eroberten Hals und Dekolletee. Entspann dich Lara. Du musst viel gelassener

werden.

Ein überraschtes Glucksen entschlüpfte ihrer Kehle. Irritiert blickte sie reihum. Keiner schien etwas bemerkt zu haben. Nur die dunkelbraunen Augen, in denen sie sich wieder einmal verlieren konnte, sprühten belustigt goldene Fünkchen. Das waren doch nicht meine Gedanken. Oder doch? Ich meine, ja, ich muss ruhiger werden. Aber gedacht habe ich das nicht. Noch immer schaute sie wie gebannt in Fabrices Augen. Er? … Wie? Das kann doch gar nicht sein. "Lara, grübel nicht so viel. Ich würde es dir gern erklären. Begleitest du mich nach der Besprechung auf einen Spaziergang?"

Jetzt war es ganz deutlich. Larissa hörte Fabrice in ihrem Kopf. Und er wollte mit ihr

eine Runde spazieren gehen. Mit ihr allein. Sie allein mit Fabrice. Bleib cool. Nicht wieder rot werden. Ich kann das. Sie nickte nur ganz leicht mit dem Kopf und widmete sich ganz und gar Lochlann, der soeben im Begriff war, die Aufmerksamkeit aller einzufordern. Manuel und Charlotte beobachteten nicht nur Giles und Lilly, die ihre Finger nicht bei sich lassen konnten und jede Minute die neue Situation ihrer Liebe auskosteten, sondern analysierten gleichzeitig deren Verhalten in einem telepathischen Gespräch. Ihre Mimik sprach Bände. Es zuckte verräterisch um ihre Lippen und der Schalk blitzte in ihren Augen. Eindeutig Zeichen dafür, dass sie sich lautes Lachen verkniffen.

Lochlann räusperte sich. „Ohne große Worte

… Wir wissen alle, warum wir hier sind. Adanna ist seit drei Tagen verschwunden. Wir wissen alle, dass sie nicht tot ist. Also, was ist passiert und wo beginnen wir mit unserer Suche? Lara hat schon die Polizei verrückt gemacht. Die konnte nicht helfen. Ich habe die Akten beschönigt und nun könnten sie es nicht mehr, auch wenn sie wollten. Adanna taucht in den Untersuchungsergebnissen nicht mehr auf. Auch die Beweismittel habe ich hier.“ Er legte eine Kette mit einem walnussgroßen Feueropal auf den Tisch. Jeder starrte auf das Schmuckstück und jeder aus anderen Beweggründen.

Mancher wusste, es war Lochlanns Stein. Andere wiederum glaubten, er gehörte Adanna. Aber einige kannten die Wahrheit.

„Fein. Da ist ja dann noch so eine Kette. Wir Mädels hatten vorhin schon mal darüber geredet. Charlotte wollte oder konnte oder was auch immer … uns nichts sagen. Na auf jeden Fall möchten Lara und ich und bestimmt auch Giles wissen, was es nun mit diesen Klunkern auf sich hat. Ich meine, es wird hier ein Hype darum gemacht …“ Charlotte stöhnte leise in sich hinein und versteckte ihr Gesicht in den Händen. Lilly, immer musste sie mit der Tür ins Haus fallen. Sie war von jeher direkt in ihrer Art. Charlotte, die ihrem Wesen nach ruhiger und bedachter war, fand es stets anstrengend und eher peinlich. Den anderen schien das jedoch nicht aufzufallen. Giles blickte auf eine Erklärung wartend zu Lochlann, ebenso

Larissa und Lilly. Fabrice, Manuel und Julius saßen zurückgelehnt und grinsten wissend und eher neugierig, wie wohl Lochlanns Erklärung aussah. Der fuhr sich unsicher durchs Haar. Ein fragender Blick zu seinen Freunden verriet ihm, die Aufklärung würde an ihm hängen bleiben. Dabei schwand in letzter Zeit sein Glaube an die Überlieferung der Rolle der Feueropale in der Geschichte der Salwidizer. Was soll ich sagen? Sicher haben die Steine magische Kräfte, aber können sie das Schicksal bestimmen? Ließ sich das Schicksal überhaupt bestimmen? Die letzten Ereignisse lassen wahrhaft Zweifel daran. Lilly und Giles sind ein erneutes Beispiel dafür.

„Lanny. Heute noch. Es gibt noch mehr zu

besprechen.“ Fabrice erinnerte seinen Freund an die Zeit, die sie nicht hatten. Lochlann schüttelte seine Gedanken ab und nahm den Kettenanhänger in die Hand. Während er die wundervolle Arbeit betrachtete, begann er zu erzählen. „Seit Anbeginn der Zeit wird in unserem Volk bei der Geburt die DNA eines jeden männlichen Nachkommen in so einen Feueropal gebannt. Sobald ein weibliches Gegenstück geboren wird, findet die Kette zu ihr.“

„Warte! Warte! Weibliches Gegenstück? Soll das heißen, diese Kette erkennt … ähm …“ Larissa suchte nach den richtigen Worten. Eine tiefe Falte bildete sich zwischen ihren Brauen. Sie konnte nicht glauben, was sie da hörte. „Du willst also damit sagen, dass es

von vornherein feststeht, wen die Besitzerin einer solchen Kette einmal lieben wird?“ Sie schaute Lochlann herausfordernd an. Als der nur nickte und meinte, das ja die Chemie der Liebenden stimmen müsste und der Feueropal dies erkennen könnte, glaubte sie, das alles wäre nur ein blöder Scherz. Sie zuckte mit den Schultern und sah sich hilfesuchend im Kreis ihrer neuen Freunde um. Außer Giles und Lilly schienen alle von Lochlanns Worten überzeugt zu sein. Das brachte Larissa auf. Sicher, dass das meine Freunde sind? „Das kann doch nicht euer Ernst sein. Deshalb das Gefasel von Liebe auf den ersten Blick? Und was ist mit Giles und Lilly? Sie hat keine von den Ketten.“ Plötzlich schnappte sie nach Luft. Beinahe

wäre es ihr doch entgangen. Sie war so auf die Ketten fixiert, dass eine entscheidende Information wie nebensächlich schien. „In eurem Volk? Waaas zum Kuckuck soll das denn nun wieder heißen? Euer Volk? Wer oder was seid ihr?“ Kaum waren die Fragen raus, hielt sie abwehrend die Hände nach vorn. „Okay, ich will es gar nicht wissen. Ich will nur Anna finden und dann ganz normal weiterleben. Mit oder ohne sie. Aber definitiv ohne euch.“ Sie sprang auf, fuchtelte verärgert mit den Armen in der Luft herum, ließ sich wie ein bockiges Kind wieder in die Polster fallen, verschränkte die Arme vor der Brust und gab ein böses Knurren von sich. Ihr Gesicht sprach Bände. Noch immer war die steile Falte an der Nasenwurzel zu sehen, die

Lippen waren zusammengekniffen und der weiße Strahlenkranz ihrer wunderschönen blauen Augen war verschwunden. Und wieder haben die es geschafft, mich aus der Fassung zu bringen. Krrrr … Was passiert hier bloß mit mir? Ich bin doch sonst nicht so. Seit wann lassen mich ungewöhnliche Dinge dermaßen ausflippen? Ich habe meine Gaben. Anna hat ihre Gaben. Jeder hier hat übersinnliche und magische Fähigkeiten. Warum lässt es mich das alles kalt? Aber ein Schmuckstück des Schicksals schafft es, dass ich durchdrehe. Na gut … und dass sie definitiv etwas Anderes sind. Wer vermag schon solche … solche magischen Gegenstände herstellen. Nein, nein, nein. Damit will ich nichts zu tun haben. Ich will

wirklich nur Anna finden. … Hm … Wirklich? „Okay. Sagt mir nur, was ihr über Annas Aufenthaltsort herausgefunden habt. … Ihr habt doch schon was herausgefunden?“ Ohne jemand speziell anzusprechen oder auch nur anzuschauen, brachte sie die Frage gereizt zwischen den Zähnen hervor.

Den anderen in der Runde war klar, dass das Thema Kette, Feueropal, Schicksal und Liebe damit für den Moment tabu waren. Und Fabrice wusste, dafür würde ein anderer Zeitpunkt gefunden werden müssen … zum Beispiel beim späteren gemeinsamen Spaziergang, sofern der nicht ins Wasser fiele. Mit einem ruhigen Blick musterte er Larissa und ein kaum wahrnehmbares Schmunzeln huschte über sein Gesicht, was

ihm ein kurzes Schnauben ihrerseits einbrachte. Doch Fabrice schien das nur zu amüsieren. Er beugte sich nach vorn und tippte auf die Karte von Schottland, die auf dem Tisch ausgebreitet lag. „Genau hier habe ich Adanna aufgespürt.“

Erwartungsvoll folgten sechs Augenpaare Fabrices Finger. Alle starrten die Stelle an, die er ihnen zeigte. Er konnte ihre Gedanken förmlich hören. Ihm erging es nicht anders, als er das erste Mal die Koordinaten nachgeschlagen hatte.

Auch Larissa hatte sich aus ihrer Ecke erhoben und riskierte ein Auge über Julius' Schulter. „Aber da ist doch gar nichts. Nur Wasser. Soll das heißen, sie treibt da irgendwo im Meer? Seit Tagen? …“

„ … auf einem Boot. Oder einem U-Boot“, warf Julius einfach dazwischen und grinste sie schelmisch an.

Wenn Blicke töten könnten. „Du Idiot!“, blaffte ihn Larissa an. „Das ist hier nicht zum Lachen. Während du deine Witze reißt, schwebt Anna vielleicht in Lebensgefahr.“ Sie drängte Julius beiseite und baute sich vor Fabrice auf. „Und du bist ganz sicher, dass deine Methode, Leute zu finden, unfehlbar ist? … Das sieht mir nämlich nicht danach aus. … Mitten im atlantischen Ozean. Das ist deine Erklärung … ja?“ Auch wenn sie wollte, sie konnte sich Fabrice gegenüber nicht normal verhalten. Sie ärgerte sich über sich selbst. Darüber, dass sie sich in seiner Nähe so wenig beherrschen konnte. Das machte

sich in ihrer schroffen und herausfordernden Art bemerkbar.

Fabrice, als ihr Seelengefährte, spürte ihren inneren Konflikt und reagierte deshalb gelassen. Er öffnete einen Laptop, den er mitgebracht hatte, und gab die Koordinaten ein. Sofort erschien mitten im weiten Blau des Ozeans eine Insel.

„Nicht mitten im atlantischen Ozean. Hier … auf diesem Eiland. Nur … auf der Insel ist nichts. Ich habe mich schlau gemacht. Lanny und ich waren dort. Sie ist nur 1,1km² groß und besteht überwiegend aus Felsgestein. Außer ein paar Ruinen und einem ferngesteuerten Leuchtturm ist da nichts. Neben Kegelrobben und einer Seevogelkolonie, die die Insel bevölkern, wird

sie lediglich als Weideland genutzt.“

Ratlos stierte die kleine Gruppe auf diese Winzigkeit von einer Insel. Ein Fliegenschiss im Nordatlantik.

„Was ist mit dem Leuchtturm? Könnte sie da festgehalten werden?“

„ … oder in irgendwelchen Höhlen?“

Lochlann schüttelte zu den Fragen von Charlotte und Manuel den Kopf. „Nichts was darauf hinweisen würde, dass in letzter Zeit irgendwer dort gewesen wäre.“

„Fabrice, hast du schon versucht, Adanna telepathisch zu erreichen? Es muss doch einen Weg geben …“

„Tut mir echt leid, aber mir fehlt der Kommunikationspfad, um mit ihr Kontakt aufzunehmen. Und du beherrschst die

Telepathie über diese Entfernung nicht. Noch nicht. Aber sollte sie in der Tat auf, in oder unter dieser Insel sein, werden wir sie auch finden.“

Giles fuhr sich frustriert durch sein schulterlanges schwarzes Haar und nickte zustimmend. Er konnte nur … ja, er musste nach jedem Strohhalm greifen. Sein Blick blieb an Lilly hängen. Lilly, sein Sonnenschein. Seine Gefährtin mit einer seltenen Gabe. „Schatz … kannst du nicht den Ring finden? Ihr wisst schon, den schwarzen Ring mit der weißen Perle und den dreizehn schwarzen Diamanten.“

Hoffnung keimte auf. Wenn sich der Ring ebenfalls auf jenem Flecken Erde befand, waren sie sicher auf der richtigen Spur.

Lilly fühlte aller Blicke und Erwartungen auf sich ruhen. Das machte sie nervös, denn so funktionierte ihre Gabe nicht. Sie kannte den Ring nur aus Erzählungen. Gesehen hat ihn bisher nur Adanna. Also musste sie nach einem Gegenstand aus ihrer Fantasie suchen. „Ich kann es versuchen. Aber … es wird nicht so klappen, wie ihr euch das vorstellt. Ich kann nur nach einem Ring suchen, von dem ich denke, dass er so aussieht. Deshalb werde ich meine Suche auch nur auf die Insel beschränken. Sollte da so ein Ding sein … Ach was soll's.“ Lilly marschierte schnurstracks hinaus in den Hof und orientierte sich nach Nord-West. Ein kurzer Augenblick der Fokussierung und schon war sie mit einem verheißungsvollen

Lächeln zurück. Und wieder fühlte sie aller Blicke und Erwartungen auf sich ruhen.

„Und? Das war's schon? Was ist denn nun?“ Larissa konnte eine Antwort kaum erwarten und drängte Lilly entgegen. „Nun sag schon. Mach's nicht so spannend. … Lilly!“

Die legte Larissa einen Arm um die Schulter und gesellte sich mit ihr wieder zu den anderen.

Damit die beiden Frauen nebeneinander sitzen konnten, rutschten Giles und Julius je einen Platz weiter. Fabrice warf den beiden einen bösen Blick zu. Es hatte ihm gefallen, Larissa neben sich zu haben. Und nun? Nun hatte sie sich aus seiner Nähe weggemogelt und seine Freunde unterstützten das scheinbar noch. Ganz offen und mit einer

Spur Humor betrachtete er sein Mädchen, wie er sie unter anderem in Gedanken nannte. Ja, sie ignorierte ihn sogar. Aber das würde sich noch an diesem Abend ändern, schwor sich Fabrice. Doch für den Moment war seine Achtsamkeit im Jetzt und Hier gefragt. Gerade noch hörte er, wie Lilly bestätigte, dass sich auf der Insel ein solcher Ring, wie ihn Larissa beschrieben hatte, befand.

„Na dann. Auf einer kleinen Insel südlich von hier gibt es eine Reihe von miteinander verbundenen Seehöhlen. Wir haben auf unserer auch eine Höhle gesehen, die mit dem Meer verbunden war. Doch sonst …“ „Höhle. … Höhle. … Hm … vielleicht sollte ich mit dem Pendel …“, murmelte Larissa vor sich hin und weckte wieder einmal mehr das

Interesse der anderen an ihrer Person. „Lara? Was ist mit den Höhlen? Fällt dir da irgendwas dazu ein?“ Fabrice hatte mitten im Satz abgebrochen und sich Larissa zugewandt. Sie wirkte in sich gekehrt und schien sich an etwas erinnern zu wollen. Erst seine Berührung riss sie aus ihren Gedanken. Er hatte sich über den Tisch gebeugt, ihre Hände in die seinen genommen und sie nachdenklich angeschaut. Larissa zuckte zurück und sah in zwei dunkelbraune Augen, die auf ihren ruhten. Blut schoss ihr in die Wangen, unter der Haut prickelte es. Ihr Herz schien viel zu laut zu pochen. Sie riss ihre Hände aus den seinen und schob sie unter ihre Schenkel. „Ähm … na ja, ich hatte doch da diesen Traum in der Nacht, als Anna

verschwand. Hab ich euch doch erzählt? Oder nicht? … Egal. Auf jeden Fall hatte ich so einen Albtraum. Ich bin über den Ozean geflogen und in einer Höhlenöffnung auf einer kargen Insel gelandet. Ein Tunnel führte tief in das Innere. Viele Kammern reihten sich aneinander. Käfige mit Menschen, die gerade noch so am Leben waren. Am Ende des Tunnels … eine wahnsinnsgroße Höhle, in der eine Orgie gefeiert wurde. Eine Sexorgie … Sadomaso … Blut … Gier … Lust … So viel Gewalt. Im Zentrum stand ein Thron auf weiß polierten Knochen und … und Anna saß da oben und trug diesen Ring.“ Während Larissa ihren Traum schilderte, begann sie zu zittern und Tränen liefen ihr über das Gesicht. Lilly und Charlotte zogen scharf die Luft ein.

Die Männer starrten mit hochgezogenen Augenbrauen Giles an.

0

Hörbuch

Über den Autor

abschuetze
Wir schreiben heute den 24.Mai 2014 und ich trete voller Erwartung in die Gefielde von "myStorys" ein.
Ich bin A.B.Schuetze.

Wir kreuzen das Sternenbild "Schütze" und erkunden dessen Eigenschaften.

Da wir gerade davon sprechen ... vergesst alles, was ihr über Schütze-Frauen gelesen habt. So ganz unter uns ... ihr werdet mein Wesen darin nicht entdecken.

Hab ich eure Neugier erweckt? Wollt ihr mich kennen lernen?

Nichts leichter als das.
Ich treibe mich meist auf myStorys ... lest meine "Bücher" ... oder auf Facebook, Google u.s.w. herum :))
Irgendwo werdet ihr mich schon finden.

LG von Antje

https://www.facebook.com/LeserWunschKugelSchreiber
https://www.facebook.com/Salwidizer
https://www.facebook.com/A.B.Schuetze

Leser-Statistik
5

Leser
Quelle
Veröffentlicht am

Kommentare
Kommentar schreiben

Senden
Zeige mehr Kommentare
10
0
0
Senden

159586
Impressum / Nutzungsbedingungen / Datenschutzerklärung