Gedichte
Die braune Gefahr

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"Die braune Gefahr"
Veröffentlicht am 08. Oktober 2018, 6 Seiten
Kategorie Gedichte
© Umschlag Bildmaterial: redcollegiya - Fotolia.com
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

"Friedemann" ist nur mein Vorname, für meinen Nachnamen "Kriegsfuß" reichte (aufgrund der von myStorys vorgegebenen Obergrenze von 14 Zeichen) leider der Platz nicht mehr. Mein Name besagt, dass ich im Grunde ein sehr friedliebender Mensch bin, der aber verbalen Auseinandersetzungen nicht grundsätzlich aus dem Weg geht. Diese sind gelegentlich die Folge von satirischen Texten, für die ich schon seit meiner Schulzeit (als noch Lehrer und ...
Die braune Gefahr

Die braune Gefahr

 


Die braune Gefahr

Sie ruht im Verborgenen, harmlos nach außen,

und stellt sich mitunter als Heilbringer dar.

Doch wehe man weckt sie: Verheerung und Grausen

begleiten den Vormarsch der braunen Gefahr.

Sie schlummert am Anfang noch zahm in der Tiefe,

entstanden aus uraltem pflanzlichen Müll.

Als Braunkohle dient sie als Alternative

zu Merkels Atomstop, den sie so sehr will.

 

Im Tagebau fressen sich Monstermaschinen

durch Felder, durch Wälder, durch üppige Flur,

woran Energieriesen üppig verdienen -

auf Kosten der Anwohner und der Natur.





So reißt man sie vorschnell, weil maßlos begierig,

aus ihren Inkohlungs-Prozessen heraus.

Darüberhinaus ist ihr Abbau nicht schwierig,

doch schauts hinterher wie auf Schlachtfeldern aus.

Man kanns retuschiern, doch bleibt irreparabel:

Verheizt man sie, zeigt sich welch Fluch in ihr

steckt.

Die Umweltbilanz ist extrem miserabel,

denn sie maximiert noch den Treibhauseffekt.

Kein Brennstoff setzt derart gewaltige Mengen

an schädlichem Kohlenstoffdioxid frei,

die jedwede Klimaschutz-Vorgabe sprengen.

Der Braunkohle-Strom ist und bleibt Narretei!

* * *

Den Baumhausbewohnern im Hambacher

Forst sowie dem BUND gewidmet.

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Hörbuch

Über den Autor

Friedemann
"Friedemann" ist nur mein Vorname, für meinen Nachnamen "Kriegsfuß" reichte (aufgrund der von myStorys vorgegebenen Obergrenze von 14 Zeichen) leider der Platz nicht mehr. Mein Name besagt, dass ich im Grunde ein sehr friedliebender Mensch bin, der aber verbalen Auseinandersetzungen nicht grundsätzlich aus dem Weg geht. Diese sind gelegentlich die Folge von satirischen Texten, für die ich schon seit meiner Schulzeit (als noch Lehrer und Mitschüler ihre Opfer waren) eine Vorliebe habe. Gemäß meinem Motto - Humor ist das Knopfloch, mit dem wir verhindern können, dass uns der Kragen platzt - kommt hierbei allerdings der Humor (meistens) nicht zu kurz.

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tooshytowrite So was von mir aus dem Herzen gedichtet! Grosse Solidaritätsbekundungen lagen gesundheitlich schlicht nicht drinne. Vielleicht bei den paar nächsten Gegengrossraumsäuberungsabholzplattwaltzzubetonierweiterverkauf?
'Braune Gefahr' nannten wir mal koffeinfreie, kunstmilchgefärbte Schlabberbrühe (hektoliterweise aus Riesencontainern tröpfelnd), ging notfalls im Becher zum Händewärmen. Weitererzählen?
'Braune Gefahr' lauwarm, mit viel viel Wodka und Pokerface den 'Direkten Feinden' untergejubelt... erheiterte Jugend. Unruhe unterstützend lockerte diese Plörre Ordnung, brachte Hüter zum Taumeln, Straucheln und Kotzen. Jugend putzte Kotze weg, liess Uniformierte liegen. Jugend war bewegt!
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Friedemann 
Guten Abend, tooshytowrite,
offenbar gibt es noch weitere braune – zum Glück aber angenehmere – Gefahren, ganz ohne langfristige und irreparable Schäden. Das bisschen Kopfweh am nächsten Morgen ist ja schnell wieder überwunden und wird durch den Anblick eines aufstehunfähigen Uniformierten mehr als ausgeglichen.

Liebe Grüße und herzlichen Dank für die Aufnahme des Büchleins in Dein Favoritenregal,
Friedemann
Vergangenes Jahr - Antworten
baesta Die Gier der Konzerne ist halt unermesslich, ebeno deren Unlogik.
Kein Affe würde an dem Ast sägen, auf dem er selber sitzt. Der Mensch tut es......
Gut verknüpft "die braune Gefahr".
Nun kann ich kein Talerchen mehr geben, das hat Dein Katerchen erst mal bekommen.
LG Bärbel
Vergangenes Jahr - Antworten
Friedemann 
Ja, liebe Bärbel,
der Energiekonzern RWE hat unserer Regierung bereits vorgerechnet, wie viel die zu erwartende Verzögerung bei ihrem Braunkohle-Abbau kosten wird. Die „Schuld“ daran wird er allerdings (m.E. zu Recht) an die Regierung weiterreichen.
Du hast Recht: Der Mensch ist intelligenter als der Affe, aber auch blöder. Zwar hat er die Säge erfunden, doch will er nicht einsehen, dass er damit nicht am eigenen Ast sägen darf. Zwar kennt er die Gefahr, hofft aber, dass der Ast erst ein oder zwei Generationen später brechen wird.

Liebe Grüße,
Friedemann

Vergangenes Jahr - Antworten
baesta Leider ist das so. Energie wird gebraucht, da ist der Mensch ziemlich hemmungslos. Wir fahren im Urlaub oft ins Zittauer Gebirge und auf der polnischen Seite, gleich hinter der Grenze zu Zittau befindet sich auch so ein riesiger Tagebau, da kann man sehr gut beobachten, welche Umweltschäden der Abbau anrichtet. Die Energieerzeuger nutzen ihre Vormachtstellung rigoros aus, da kann keine Regierung gegensteuern, auch nicht indem man den Handel mit Stom in viele Hände gibt.
Ich finde sowieso, dass banken und alle öffentlichen Einrichtungen, wie Wasser, Strom und Straßen nicht in private Hände gehören, sondern staatlich verwaltet werden sollten. Aber der "schlanke" Staat zieht sich immer mehr zurück und überlässt viel zu viel der Gier der Privatwirtschaft.

Liebe Grüße
Bärbel
Vergangenes Jahr - Antworten
Friedemann Guten Abend, liebe Gertraud,
mich freut sehr, dass Du meine Meinung teilst und deswegen mit mir auch ein wenig darunter leidest, dass sie – wie nicht anders zu erwarten - kaum Gehör bei denjenigen findet, deren Eigeninteressen größer sind als ihr Umweltbewusstsein. Doch steter Tropfen höhlt den Stein vielleicht auch hier: Immerhin ist es dem BUND endlich gelungen, vor dem NRW-Oberverwaltungsgericht einen Rodungsstop im Hambacher Wald zu erwirken.

Liebe Grüße,
Friedemann

PS: Ich wüsste keinen Grund, Deinen Kommentar zu löschen. Im Gegenteil ...
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GertraudW 
NACHTRAG

Den ersten Kommentar von mir kannst Du
- sofern er überhaupt erscheint - löschen. Bitte.
Gruß Gertraud
Vergangenes Jahr - Antworten
GertraudW 
Lieber Friedemann,
mit diesen Zeilen hast Du den Nagel auf den Kopf getroffen - sehr gut
geschrieben. Ich bin völlig Deiner Meinung. Aber wie`s halt so ist, die,
die es angeht hören nicht auf uns ...
Liebe Grüße und nochmals ♥lich willkommen
Gertraud
Vergangenes Jahr - Antworten
Myriel Lieber Friedemann,
bravo, da teilen sich Ohnmacht und Wut mit. Du triffst mit jedem Satz den Punkt. Ein gutes Gedicht. Ich hab es gern gelesen und bin auf Deiner Ebene.
Liebe Grüße
Myriel
Vergangenes Jahr - Antworten
Friedemann Ja, liebe Myriel,
Wut und Ohnmacht spielen da sicherlich mit, doch man hat sich schon so sehr daran gewöhnt, dass man deswegen nicht mehr in Ohnmacht fällt. Sonst würde man ja aus Tiefschlaf kaum mehr erwachen.
Herzlichen Dank für Deine zustimmenden und lobenden Worte.

Liebe Grüße und gute Nacht,
Friedemann
Vergangenes Jahr - Antworten
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