Fantasy & Horror
Vrael (3) - Schattenwächter

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"Vrael (3) - Schattenwächter"
Veröffentlicht am 17. Juni 2009, 12 Seiten
Kategorie Fantasy & Horror
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Vrael (3) - Schattenwächter

Vrael (3) - Schattenwächter

Beschreibung

Das Abenteuer von Conn wird fortgesetzt.

Ein neuer Begleiter

Es war nicht leicht gewesen Fumé ausfindig zu machen. Er hatte einen beträchtlichen Abstand zwischen sich und seinen Verfolgern eingenommen. Schließlich war es nicht Conn gewesen, der Fumé fand, sondern der Krieger selbst. Als der 23jährige durch ein kleines Waldstück schritt, trat Fumé hinter einem Baum hervor und grinste ihn wissend an. „Sei gegrüßt“, Conn hob die Hand verlegen, er fühlte sich aus einem irrationalen Grund ertappt. Es gab nichts wofür er sich hätte schämen müssen. Vielmehr beschämte es ihn, nicht bemerkt zu haben, dass er beobachtet wurde. Er fragte sich wie lange Fumé ihm schon auf den Fersen war. Dieser Mann überraschte ihn, obwohl er ihm durch aus zutraute im Kampf als Sieger hervorzutreten, hatte er nicht für möglich gehalten einen fähigen Spitzel vor sich zu haben. „Warum seid ihr mir gefolgt?“, „Ich euch? Ich hatte gerade das Gefühl, ihr habt mich die ganze Zeit verfolgt“, erwiderte Conn. Fumé nickte beipflichtend und wieder erschien ein Lächeln auf seinen Lippen. Ein Mann, der seine Lebensfreude offen präsentierte. Die beiden waren von Grund auf verschieden, doch davon lies er sich nicht beirren. „Ich hoffe, ihr haltet mich nicht für neugierig…“. Eigentlich wusste er gar nichts über diesen Kämpfer, deshalb zögerte er für einen Augenblick. „Warum sind diese Männer hinter euch her?“, „Das habt ihr doch gehört. Morcan möchte etwas zurück, dass ich ihm abgenommen habe“. Bevor er auch nur weiter nachhaken konnte, hob Fumé abwehrend die Hand und schüttelte den Kopf. „Es ist besser, wenn ihr mich nicht fragt“. Conn seufzte enttäuscht. Also würde er nicht mehr über das Geschehen im Küstendorf erfahren, jedenfalls im Moment nicht. „Ihr müsst in den Norden?“, versuchte er nun anders an Fumé heran zu kommen. „In der Tat. Par Melon ist mein nächstes Ziel“, eifrig nickte Conn. „Dorthin wollte ich auch. Wie wäre es, wenn…“, „Nein, ihr habt selbst gesehen, wozu meine Verfolger imstande sind. Es ist zu gefährlich“. Was sollte er darauf erwidern? Sollte er die Stimme erwähnen, die ihm dazu riet sich Fumé anzuschließen? Wohl kaum, dann hielt dieser ihn womöglich für geistig gestört. So schnell lies er sich nicht abweisen. Entschlossen trat er einen Schritt auf den anderen Mann zu. „Ob ihr wollt oder nicht, ich werde euch entweder begleiten oder euch weiterhin verfolgen. Es liegt bei euch. Wie entscheidet ihr euch?“, Fumé wirkte alles andere als begeistert von seinem Entschluss. Eine scheinbare Ewigkeit sahen sich beide nur an. Als Conn bereits annahm, tatsächlich gezwungen zu sein diesem Mann hinterher zu reisen, nickte Fumé zustimmend. „Also gut, ihr habt gewonnen. Wir können aber nicht auf direktem Wege nach Par Melon reisen… unsere Verfolger wissen, das ich dorthin muss“. Fumé´s Worte klangen einleuchtend. Es war zu gefährlich. Vermutlich lauerten Morcan und seine Männer ihnen auf und demnach war es ratsam eine Richtung einzuschlagen, die nicht zu erwarten war. 

Sie reisten von diesem Tag an gemeinsam und kamen an Landschaften vorbei, die dicht bewaldet waren. Weite ebene Flächen und hüglige Landstriche waren keine Seltenheit, doch im südlichen Teil von Chandor dominierten Nadelwälder das Festland. Fumé verlangte viel von ihnen ab. Obwohl Conn sich als erfahrener Wandersmann bezeichnen würden, fühlte er sich bald ausgezehrt und erschöpft. Seine Füße schmerzten vom schnellen Tempo, dass sein Gefährte vorgab. Mit der Erklärung, Morcan könnte ihnen längst auf der Spur sein und ihre kleine List durchschaut haben, trieb er den jüngeren Mann an. Ihre Verfolger besaßen höchstwahrscheinlich Reittiere, mit denen sie schneller vorankamen. Noch einen weiteren Grund mehr von sich abzuverlangen. Es dauerte eine scheinbare Ewigkeit bis sie es wagten eine Rast einzulegen. Sie befanden sich mittlerweile tief im Inneren eines Waldes. Die Nacht war angebrochen und die daraus resultierende Dunkelheit lies den Wald düster erscheinen. Sie errichten sich notdürftig ein Lager, achteten darauf schnell aufbruchfertig zu sein, falls eine schnelle Flucht nötig wäre. Während Fumé die Gegend auskundschaftete, entfachte Conn ein kleines Lagerfeuer. Mit einem Feuer konnte die nächtliche Kälte vertrieben werden. Zufrieden ließ er sich nieder und starrte in die Flammen. Er war so fasziniert vom Farbenspiel, welches sich ihm darbot, dass ihm Fumé´s Erscheinen entging. Aufgebracht warf der Krieger frische Erde auf die Feuerstelle. Vom Sauerstoff in der Luft beraubt, erstickten die Flammen schnell. „Seid ihr von Sinnen? Das Feuer kann uns verraten“, Conn zuckte merklich zusammen und wäre es nicht dunkel, dann wäre Fumé sein blass gewordenes Gesicht aufgefallen. „Oh, es tut mir Leid. Ich habe nicht darüber nachgedacht“, „Das ist mir aufgefallen. Ihr solltet aus diesem Fehler lernen“. Er versuchte sich erst gar nicht zu rechtfertigen. Bisher war er noch nicht auf der Flucht gewesen, davon einmal abgesehen, dass noch nie Jemand ihm auf der Fährte war. Fumé wirkte nun wieder beruhigt. Sein anfänglicher Zorn war längst verflogen. „Ich werde die erste Wache übernehmen. Jedem von uns stehen zwei Stunden zu, indem wir uns ausruhen können. Wir sollten nicht zu lange hier an diesem Ort verweilen, Morcan und seine Männer werden uns keine Pause gönnen“. Conn wollte erst widersprechen, er bräuchte keinen Schlaf, aber damit hätte er sich Lüge gestraft. Die Müdigkeit laugte ihn aus. Seine Gliedmaßen fühlten sich bleiendschwer an und mehr als nur einmal hatte er lautstark gegähnt, um seine Übermüdung mehr Ausdruck zu verleihen. Also legte er sich wortlos hin. Es fiel ihm nicht schwer in den süßen vergesslichen Schlaf zu versinken.  Seine Umgebung hatte sich schlafartig verändert. Es war als löste sich der Wald um ihn herum auf. Die Dunkelheit hüllte ihn ein und drohte ihn zu erstricken. Zumindest fühlte er sich beengt als würde etwas Schweres auf seiner Brust lasten und ihn langsam die Luftzufuhr abschnüren. Eine unnatürliche Stille legte sich auf die vorherrschende Schwärze der Umgebung. Wovor fürchtest du dich? Es ist ein Teil von dir, drang plötzlich die vertraute Stimme der Königin in sein Unterbewusstsein. Ein Teil von ihm? Wie kann diese Düsternis ein Teil von ihm sein?  Plötzlich hörte er in einiger Entfernung ein Rauschen und Jaulen des Windes. Es klang nach einem Sturm als käme er auf ihn zu. Als ihn diese Erkenntnis durch den Kopf schoss, wurde die Dunkelheit durch ein grelles Licht durchbrochen. Geblendet hob Conn den Arm und schirmte seine lichtempfindlichen Augen ab. Im nächsten Augenblick spürte er unter seinen Füßen festen Boden, wo zuvor nichts gewesen war. In der Dunkelheit kam es ihm vor als schwebe er im nichts dahin. Zögerlich öffnete er seine Lider. Nachdem sich seine grauen Augen an die Helligkeit gewöhnt hatten, verschlug es ihm den Atem. Er befand sich auf einem riesigen Felsplateau und die atemberaubende Aussicht hatte er noch nie erblickt. Er schaute fassungslos den Abgrund hinab. Eine Wüste erstreckte sich über die ganze Ebene. So weit das Auge reichte, sah er nur Sand und Dünen. Von seinem Standort aus bemerkte er den Sandsturm, der auf ihn zu kam. Die hohe Plattform erwies sich als tückisch. Er fand keinen Unterschlupf, wo er sich vor dem Sturm hätte schützen können. Im nächsten Moment war es auch schon zu spät. Der Sturm hatte ihn erreicht und erfasste ihn.  Der starke Wind zog und zehrte an ihm bis er auf den von der Sonne erwärmten Fels stürzte. Er hielt sich mit den Händen am Gestein fest, aus Furcht der Sturm risse ihn mit. Der vom Wind mit gebrachte Wüstensand kroch unter seine Kleidung. Die Sandkörner machte ihm zu schaffen, sie schlugen auf seine nackte Haut und hinterließen gereizte Hautstellen. Verkrampft hockte er eine ganze Weile auf der Plateau und verharrte bewegungslos. Die Augen fest zusammen gekniffen, um das Eindringen des Sandes zu vermeiden. Erwache… Sie kommen… sie kommen Unheilbringer. Erschrocken und schweißgebadet wachte Conn auf. Er richtete sich kerzengerade auf und blickte sich gehetzt um. Ungewöhnliches war in der Dunkelheit nicht auszumachen. Fumé war nicht zu sehen, vermutlich schlich er um das Lager herum und hielt für sie Ausschau. Es konnte noch keine zwei Stunden vergangen sein, sonst hätte sein Begleiter ihn geweckt. Er hörte das schwache Knistern der verbrannten Überreste vom gesammelten Holz. Conn wischte sich mit dem rechten Handrücken den kalten Schweiß von der Stirn und warf noch etwas Erde auf das Lagerfeuer. Er glaubte schon wahnsinnig zu werden. Die Träume gewährten ihm auch keinen erholsamen Schlaf. Vielleicht hatte er es sich auch dieses Mal nur eingebildet. Der Schlafmangel könnte die Ursache sein für sein Problem. Eine Hand legte sich auf seine Schulter. Bevor Conn jedoch aufschreien konnte, erschien Fumé vor seinem Blickfeld. Dieser legte den Zeigefinger auf seine Lippen und bedeutet ihm leise zu sein. Wie machte der Krieger es immer, unbemerkt an ihm heran zu schleichen. Er nahm sich vor seinen Gefährten daraufhin anzusprechen. „Wir bekommen Schwierigkeiten“, flüsterte Fumé. „Morcan?“, vermutete Conn, doch Fumé schüttelte den Kopf. „Nein, schlimmer… schnell. Wir müssen weiter… wenn sie uns bemerken, sind wir Todgeweihte“.
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Oona

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