Kurzgeschichte
Spinnweben und Einzelsocken

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"Spinnweben und Einzelsocken"
Veröffentlicht am 28. Juni 2017, 6 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Autorin Geschichten und Gedichte
Spinnweben und Einzelsocken

Spinnweben und Einzelsocken

Spinnweben und Einzelsocken Beim Kaffeekränzchen mit ein paar Damen aus der Nachbarschaft schwärme ich von meiner neuen Küche. Hilda mit ihrem perfekten Haushalt kann es nicht lassen, mich auf einen ersten Fleck hinzuweisen. Mein Gott, man muss die Lupe nehmen um ihn von einem Fliegenschiss zu unterscheiden. "Hilda ich habe vor in meiner Küche zu leben und zu essen. Nicht sterile Operationen durchzuführen." Denke ich und gebe extra zwei Stück Zucker in

ihren Kaffee, obwohl sie stets nur ein Stück nimmt. Bei Hilda ziehen Mäuse und Spinnen freiwillig aus, weil es ihnen in ihrem Haushalt zu sauber ist. Einzelsocken kennt Hildchen nur aus der Sendung Frauentausch. Apropos Frauentausch. Nach einem Tausch in Hildes Wohnung, könnte jede Frau direkt zur Kur um sich von so viel ständigem Putzen zu erholen. Genau einmal war ich bei ihr zu Besuch. Ein Kniggekurs wäre nebst dieser Erfahrung beinahe wie ein Ausflug in den Freizeitpark Rust. Bei Hilde sitzt man steifer als zum Tee bei der Queen. Die unbequemen

Sessel mit Schonhäkeldecken belegt. Selbstredend in stundenlangen filigranen Momenten selber gehäkelt. In ihren Schränken und Schubladen sieht es aus wie in der Zeitschrift "Schöner Wohnen". Socken und Geschirr wie im IKEA Katalog unter der Rubrik Ordnung halten leicht gemacht. Ja liebe Hilde. Der Fleck ist immer noch da. Ich lasse ihn wie eine Trophäe meiner Eigenständigkeit. Beim "Sockenlotto" lache ich herzhaft über die übrig gebliebenen Einzelsocken. Es klingelt an der Tür. Der Sohnemann

bringt die Mitglieder seiner Band nach Hause. Schuhe türmen sich, Teenagergeruch vermischt sich mit Pizzaduft, welche ich rasch vom Tiefkühler in den Ofen schiebe. Sie lachen, erzählen und veranstalten eine spontane Jam Session in der Küche. Alles neben Hildes Fleck. Aber ich grinse über das ganze Gesicht. Denn so sieht für mich Leben aus. Karin Balmer

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KarinB
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matzetino Sehr schöne Geschichte, ich sage dazu, leben und leben lassen. Ein jeder wie er mag.

Lachende Grüße
Martina
Vor langer Zeit - Antworten
KarinB Genau....das sag ich auch immer :)

LG Karin
Vor langer Zeit - Antworten
Frettschen ja, die Hilda - - - die würde sich bei uns ganz schön umgucken! :D
Sympathische Protagonistin - - - könnte glatt ich sein!
Ich habe den Sohn, die jungen, unglaublich netten Freunde dazu ...
Ja, und die Küche hatte ich ebenfalls :)
Sehr schön!
Vor langer Zeit - Antworten
KarinB Lach....ein herrlicher Kommentar :)

Danke Dir dafür

LG Karin
Vor langer Zeit - Antworten
GertraudW 
Liebe Karin,
ich habe diese Geschichte schmunzelnd gelesen. Das hast Du so
herrlich beschrieben, dass ich mir das Gesicht von "Hilde" so gut vorstellen konnte,
wie sie da kerzengerade in ihrem Sessel sitzt und die Nase rümpft, weil sie
immer auf diesen Fleck schauen muss ... grins*.
Liebe Grüße und einen schönen Abend
Gertraud
Vor langer Zeit - Antworten
KarinB Lach ja genau :)

LG und schönen Abend

Karin
Vor langer Zeit - Antworten
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