Kurzgeschichte
Morgendämmerung

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"Nichts ist so wie es scheint ..."
Veröffentlicht am 11. Februar 2017, 6 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Über den Autor:

"Ich kann kein Buch schreiben, dass so bedeutend ist wie ein Stück von Shakepeare, aber ich kann eines schreiben, das von mir stammt!" Dale Carnegie
Nichts ist so wie es scheint ...

Morgendämmerung

Morgendämmerung

Der Tag erwacht aus seinem dunklen Traum. Einem roten Feuerball gleich steigt die Sonne aus dem rubinfarbenen Japanischen Meer. Durch das matte dämmrige Rot wirkt der Morgen-himmel unwirklich und der Strand und seine Umgebung wirken mystisch. Die Grenze zwi-schen dem goldrot funkelnden Wasser und dem leicht bewölkten Himmel verschwimmen ineinander. Dunkelblaue hohe Wellen lassen die schäumende Gischt im nassen Sand zurück, während sie wie von einem Band gezogen ins Meer zurückgleiten. Ein erfrischender kühler Wind streicht durch die trockenen Büsche und lässt sie beruhigend rascheln. Aufgeschreckt durch die plötzliche Bewegung der Zweige verstummen die Grillen, um sofort danach mit ihrem zarten Zirpen fortzufahren. Ein rotgrauer Schleier legt sich langsam über den einsamen Strand. Im feuchten Sand sitzend erfüllt mich

ein tiefes Glücksgefühl und das warme Licht der Morgenröte lässt mich wohlig frösteln. Wie klein sind meine Sorgen im Gegensatz zu diesem wunderbaren Naturschauspiel. Wie klein bin ich selbst angesichts dieser mächtigen Wasserfläche und dem unendlich weiten rotglühenden Himmel. Ich breite die Arme aus und atme tief die salzige feuchte Seeluft ein. Das aufwühlende Gefühl, mit dem Universum eins zu sein, belebt meine Sinne und eine wohlige Zufriedenheit durchströmt mich. Zum ersten Mal strahlt die Morgensonne die weißen bauschigen Regenwolken rot an und erscheint schließlich in ihrer vollen Pracht am Horizont. Die Konturen der Insel sind jetzt klar zu erkennen. Das mächtige Meeresrauschen umfängt den Strandbesucher. Ein neuer Tag beginnt. Während der sanfte Wind durch mein Haar streicht, spüre ich das Leben mit allen Fasern meines Körpers. Das Bewusstsein, jedes Problem birgt auch eine Lösung und nichts kann

zu schwierig sein, macht mich stark für den Tag, als plötzlich neben der goldenen Himmelskugel eine pilzförmige weiße Wolke empor steigt und die Luft nach Blei schmeckt.

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MarieLue
"Ich kann kein Buch schreiben, dass so bedeutend ist wie ein Stück von Shakepeare, aber ich kann eines schreiben, das von mir stammt!" Dale Carnegie

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Frieden38 Danke für den Text. Sehr traurig was manche Menschen anrichten.
Vor langer Zeit - Antworten
MarieLue Ja, nicht wahr? Hoffen wir, dass es nie wieder passiert...
Danke fürs Lesen und die klingenden Münzen!
Herzliche Grüße
Marie
Vor langer Zeit - Antworten
Gast Es sind immer diese Momente die einen hilflos wwrden lassen. Und die Frage nach dem Warum beantwortet dir niemand.
Lieben Gruß vom Trollbär
Vor langer Zeit - Antworten
MarieLue Ja, und leider heute aktueller denn je, das Damoklesschwert schwebt leider wieder über uns ...
Ich freue mich sehr, dass Du mich besucht hast!
Herzliche Grüße
Marie
Vor langer Zeit - Antworten
Lindenblatt 
Hallo MarieLue,
das ist eine wunderbare Bildbeschreibung.
Alles fäng die Seele auf, genießt das Leben, spürt mit allen Sinnen.
Bis......
Lieben Sonntagsgruß
Linde
Vor langer Zeit - Antworten
MarieLue So war es wohl in Hiroshima damals. Irgend jemand hat den Sonnenaufgang genossen bis das Leben plötzlich völlig verändert war.
Danke für deinen Kommentar, die Münzen und den Favo!
Eine schöne Woche und herzliche Grüße!
Marie Lue
Vor langer Zeit - Antworten
KaraList Sehr schön den Zauber eines beginnenden Tages beschrieben und ... die von Menschen herbeigeführte Kurzlebigkeit schöner Momente. Gern gelesen, liebe Marie-Lue.
LG
Kara
Vor langer Zeit - Antworten
MarieLue Ja, leider sind die Menschen nicht immer so klug, wie sie sein sollten...
Vielen Dank, dass Du hier warst und dein Geschenk!
Herzliche Grüße
Marie Lue
Vor langer Zeit - Antworten
Herbsttag Winzig ist der Mensch gemessen an der Natur, seien es Berge, Wüste oder Meer. Interessante Beschreibung des Japanischen Meeres. LG Ira

Wir leben in einem gefährlichen Zeitalter. Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen. Albert Schweitzer
Vor langer Zeit - Antworten
MarieLue Hallo liebe Ira! Ich freue mich sehr, dass Du wieder vorbeigeschaut hast. Danke für deinen Kommentar und die klingenden Münzen!
Albert Schweitzer hat da eine wichtige Erkenntnis von sich gegeben...
Herzliche Grüße
Marie Lue
Vor langer Zeit - Antworten
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