Romane & Erzählungen
Bas Orra (5) - Tod ├╝ber Sie

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"Bas Orra (5) - Tod ├╝ber Sie"
Veröffentlicht am 04. August 2016, 24 Seiten
Kategorie Romane & Erzählungen
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Über den Autor:

Meine Kreativit├Ąt entsteht durch mein Leben und meine Tr├Ąume ...
Bas Orra (5) - Tod ├╝ber Sie

Bas Orra (5) - Tod ├╝ber Sie

Kapitel

6 Tage sp├Ąter ... Ich war Ian so weit wie m├Âglich aus dem Weg gegangen, doch es lie├č sich nicht vermeiden, dass ich ihm begegnete. Er hatte kein Wort ├╝ber diesen Tag verloren, und ich fragte mich, ob er seine Handlungen immer noch als gerechtfertigt ansah. Der Campbell hatte sich nur langsam von dieser Tortur erholt. Sein eiskalter Blick begegnete mir jeden Tag, doch ich konnte es ihm nicht ver├╝beln. Doch er gewann an Mobilit├Ąt und bald w├╝rde er aufbrechen k├Ânnen. Vielleicht w├╝rde dann wieder

Ruhe einkehren. Und es w├╝rde eine Hochzeit bevorstehen. Je mehr ich dar├╝ber nachdachte, um so ungl├╝cklicher wurde ich. Ian war nicht mehr derselbe Mann, der er damals gewesen war. Er war nicht mehr mein bester Freund und ich fragte mich zusehends, wie eine Ehe mit ihm aussehen w├╝rde. Doch ich hatte zugestimmt, was hatte ich also noch f├╝r eine Wahl? Es war bereits sp├Ąt, als ich noch einmal nach dem Campbell sah. Diesmal sa├č Hamish vor der T├╝r. Als er meine Schritte wahrnahm, zuckte er zusammen und sah auf. Er war kurz vor dem Einschlafen gewesen.

"Pass auf, dass dich Ian nicht erwischt", sagte ich und l├Ąchelte ihm zu. Hamish war jung, doch er k├Ąmpfte hart um seine Stellung im Clan. Er tat mir oft leid, da keiner ihn wirklich ernst zu nehmen schien. Ich ├Âffnete die T├╝r und blieb ├╝berrascht stehen. Der Campbell lag nicht in seinem Bett. "Wo ist er?", fragte ich und sah Hamish an. Der sch├╝ttelte den Kopf und sah mich erschrocken an. Wenn herausk├Ąme, dass der Campbell geflohen war, w├╝rde es auf Hamish zur├╝ckfallen. Schnell betrat er den Raum und sah sich um. Ich sah aus

den Augenwinkeln die Porzellanvase und schrie auf, w├Ąhrend ich ein Schritt zur├╝ckwich. Hamish, der die Porzellanvase auf den Kopf bekommen hatte, brach auf dem Boden zusammen und blieb reglos liegen. Blut sickerte auf den kalten Steinboden. Ich sah den Campbell mit weit aufgerissenen Augen an, als er den Dolch aus Hamish G├╝rtel zog. Ich wich weiter zur├╝ck, wollte losrennen, doch es war zu sp├Ąt. Hart packte er mich am Handgelenk und zog mich an sich. Mein Brustkorb hob und senkte sich schneller als sonst und mein Herz pochte. Was hatte er jetzt vor? Langsam setzen wir uns in Bewegung

und steuerten auf die Treppen zu. Ich sp├╝rte die kalte, scharfe Klinge an meinem Hals und versuchte mich zu beruhigen. Eine falsche Bewegung, und sie w├╝rde in meine Haut schneiden. Wir kamen ungesehen voran, gingen die Treppe Stufe f├╝r Stufe hinunter. Ich sah das Licht der Halle. Sollte ich schreien? Die Angst lie├č mich keinen klaren Gedanken fassen. Doch ich musste nicht schreien, denn Ian und Gregor standen vor Ians Arbeitszimmer und unterhielten sich. Der Campbell blieb abrupt stehen, scheinbar unsicher, ob er es wagen konnte. Ich h├Ârte ihn fluchen, doch dann setzten wir uns in Bewegung. Seine Hand legte sich auf meinen Mund und mein

Puls stieg weiter an. Sie w├╝rden uns entdecken, das war klar. Mein Puls stieg weiter an und ich wand mich in seinem Arm. Wir hatten die H├Ąlfte der Halle durchquert, als Ians Blick zu uns wanderte. Er schien die Luft anzuhalten, w├Ąhrend sich sein ganzer K├Ârper anspannte. "Campbell!", hauchte er voller Hass. "Lasst sie los!" "Oh aye, ihr werdet Sie wiederbekommen. Aber nicht jetzt", sagte er und bewegte sich weiter auf die T├╝r zu. Ich wand mich weiter in seinen Arm und trotzdem er geschw├Ącht war, hatte ich keine Chance mich zu befreien. Ians

Blick verd├╝sterte sich zusehends und ich fragte mich, was er ausrichten konnte. Noch bevor er bei mir gewesen w├Ąre, h├Ątte der Campbell mich umgebracht. Ich ├╝berlegte fieberhaft. Mittlerweile hatten wir die T├╝r erreicht. "Ich werde euch h├Âchstpers├Ânlich erschie├čen, wenn ihr nicht sofort meine zuk├╝nftige Frau losl├Ąsst." "Sie sichert mein ├ťberleben. Ich gebe euch mein Wort, dass ihr nichts passieren wird." "Ich gebe nichts auf das Wort eines Verr├Ąters!", sagte Ian und kam auf uns zu. Ich sah meine Chance gekommen und holte mit meinem Fu├č aus. Leider traf

ich nicht wie erwartet das Knie des Campbells, doch sein Arm lockerte sich und ich wand mich aus ihm hinaus. Sekunden sp├Ąter riss er mich an den Haaren zur├╝ck und ich w├Ąre beinahe zu Boden gegangen. Er hatte mich wieder fest im Griff und ich wusste, es war zwecklos. Ich war ihm ausgeliefert. Auch Ian wusste das, denn er konnte nichts tun. Ich sah es in seinen Augen, die Angst. "Ich werde dich zur├╝ckholen, Blair.", sagte er, w├Ąhrend der Campbell mich durch die T├╝r zog. "Wo sind die Stallungen?", fragte er und zerrte mich auf den Weg. "Rechts", sagte ich ersch├Âpft und lie├č

mich von ihm mitziehen. Ich w├╝rde es ihm zumindest nicht leicht machen. Wir betraten den Stall und er ging zielstrebig auf eines der Pferde zu. "Es tut mir leid, Madame", sagte er und lie├č mich los. Ich wollte etwas erwidern, doch es wurde pl├Âtzlich alles dunkel. Ich kniff die Augen zusammen und versuchte den Schmerz am Kopf ausfindig zu machen. Ich hatte nicht getrunken, woher kam dieser Schmerz nur? Er war anders, als ein Kater. Pl├Âtzlich riss ich die Augen auf, wollte aufstehen, doch der Schmerz zwang mich, mich ruhig zu verhalten. Ich

lauschte auf die Ger├Ąusche um mich herum. Alles war still, bis auf den Atem vom Campbell und das Knistern des Feuers. Er sa├č genau neben mir, so viel hatte ich gesehen, doch ich wusste nicht, wo wir waren, und wie lange ich schon ohnm├Ąchtig gewesen war. W├╝rde Ian bereits hinter uns her sein? "Geht es Ihnen gut?" Am liebsten h├Ątte ich vor Absurdit├Ąt den Kopf gesch├╝ttelt, doch ich unterlie├č es, um mich nicht noch mehr Schmerzen auszusetzen. Ich war w├╝tend, und alles, was ich zu sagen hatte, w├╝rde meine Lage nur verschlimmern. "Sie werden mich holen", sagte ich

stattdessen. "Aye, aber sie werden eine Weile brauchen." Ich runzelte die Stirn. "Was wollen Sie damit sagen?", fragte ich und richtete mich nun doch vorsichtig auf. "Habe die Pferde freigelassen. Sie werden eine Weile damit besch├Ąftigt sein, sie wieder einzufangen. In einer halben Stunde brechen wir auf" f├╝gte er hinzu und starrte weiter auf das Feuer. "Warum haben Sie das getan? Mich entf├╝hrt?", fragte ich und sah ihn an. Er sah ersch├Âpft aus, und ich fragte mich, wie lange er sich noch auf den Beinen halten konnte.

"Sie waren dabei, als ihr Mann mir das angetan hat. Ich nehme an, Sie haben meine Wunde erneut gen├Ąht. Er hat mir gedroht, mich umzubringen. Ich musste also handeln." Das h├Ârte ich zum ersten Mal. Warum sollte er ihm gedroht haben? F├╝r Ian w├Ąre es ein Leichtes gewesen, den Campbell auf der Stelle umzubringen. "Dann h├Ątte er es bereits getan, als er herausgefunden hat, wer Sie sind. Und er ist nicht mein Mann. Noch nicht." Er zuckte mit den Schultern, als h├Ątte er nichts weiter dazu zu sagen. Ich schloss meine Augen und lie├č die Stirn auf meine Handfl├Ąchen fallen. Wie lange

musste ich diese Gesellschaft aushalten? Wir hatten nichts zu essen, oder zu trinken und ich hatte nichts au├čer meiner Kleidung. Zudem war der Campbell geschw├Ącht und ich konnte nicht einsch├Ątzen, wohin wir reiten w├╝rden. Wie lange w├╝rde er bei Kr├Ąften bleiben? Ich hatte den Campbell so gut es ging ignoriert, doch als wir aufbrachen, sa├č ich vor ihm auf und ich wand mich weiter, als ich seinen Oberk├Ârper an meinem R├╝cken sp├╝rte. Es f├╝hlte sich falsch an und es war mir unangenehm. Ich dachte an Rowan, mit dem ich gerne ausgeritten war und eine Tr├Ąne rann meine Wange hinab. Was h├Ątte er getan,

wenn er jetzt noch am Leben w├Ąre? Ich wusste, dass er bis zu seinem Tode gek├Ąmpft h├Ątte. Doch das hatte er bereits. In Culloden. Es gab in letzter Zeit viel Tratsch, und ich hatte mitbekommen, wie Gregor zu Ian gesagt hatte, dass die Engl├Ąnder durch die Highlands reisten und ein Schlachtfeld zur├╝cklie├čen. Alle Schotten, die in Culloden gek├Ąmpft hatten, wurden entweder umgebracht, oder aber gefangen genommen. Ich wusste nicht, ob diese Ger├╝chte wahr waren, doch den Engl├Ąndern war dies zuzutrauen. Ich blendete die N├Ąhe zu dem Campbell aus und beobachtete die Umgebung, versuchte alles wahrzunehmen. Wir

waren in Richtung S├╝den unterwegs, was mit jedoch schon vorher klar gewesen war. Wir w├╝rden etwa einen Tag brauchen, bis wir auf Campbellland kamen und ich konnte nur hoffen, dass Ian uns bis dahin eingeholt hatte. Wir waren bereits Stunden geritten und meine Kopfschmerzen breiteten sich immer mehr aus. Ich wollte anhalten und absteigen, doch es schien nicht so, als w├╝rde der Campbell eine Rast einlegen wollen. Es d├Ąmmerte bereits und wir waren nun schon mehrere Stunden unterwegs. Erst als die Sonne sich ihren Weg ├╝ber die H├╝gel bahnte, hielten wir an einem W├Ąldchen an. Wir ritten direkt hinein,

weg vom Weg. W├Ąhrend der Campbell das Pferd anband, ging ich zum Fluss und trank gierig daraus. Das Wasser ran wohltuend meinen Hals hinab. Ich bespritze auch mein Gesicht mit Wasser und genoss die K├╝hle auf meiner Haut. Ich nahm die Schritte wahr, als der Campbell sich mir n├Ąherte. Er hockte sich neben mich und reichte mir seine Hand. Darin lagen Taybeeren. Gierig nahm ich sie und a├č. Ich hatte nicht wahrgenommen, dass ich Hunger hatte. Neben der Angst, wie es weiter ging, hatte ich nicht einen Gedanken daran verschwendet. Die Beeren schmeckten sauer, doch sie waren k├Âstlich und f├╝llten meinen Magen zumindest

vor├╝bergehend. "Wohin gehen wir?", fragte ich und sah auf. Der Campbell war aufgestanden und sein Plaid wehte im Wind. "Inveraray", sagte er, sah mich dabei jedoch nicht an. Sein Gesichtsausdruck war angespannt. Dachte er, wir w├╝rden es nicht bis dahin schaffen? Ich selber hoffte jede Sekunde, dass Ian auftauchen w├╝rde, doch bis jetzt hatte es keine Anzeichen gegeben, dass sie uns auf den Fersen waren. "Warum lassen Sie mich nicht einfach zur├╝ck und reiten alleine weiter?", fragte ich und sah zu ihm auf. Jetzt richtete sich sein Blick auf

mich. "Ich werde Sie nicht allein in den Highlands zur├╝cklassen Mylady. Wenn wir in Inveraray sind, werde ich pers├Ânlich daf├╝r sorgen, dass wir Sie zur├╝ck nach Hause bringen." Es beruhigte mich ein wenig, dass er nicht vorhatte, mir etwas anzutun, doch ich war nach wie vor sauer ├╝ber die Situation. Ich starrte auf den Fluss und konzentrierte mich auf meine Gedanken. "Darf ich Sie etwas fragen?" "Aye." "Ihre Wunde ... Woher haben Sie die?" Ich beobachtete ihn und sah, wie sich sein Blick verdunkelte. Es herrschte

Schweigen und ich dachte fast, dass er mir nicht antworten w├╝rde, als er die Luft ausblies. "Das ist in Culloden passiert ..." Es klang als w├╝rde er noch etwas anh├Ąngen wollen, doch er schwieg. Ich wartete noch einige Sekunden, bis ich sicher war, dass er nichts mehr sagen w├╝rde. "Warum sind Sie auf unser Land gekommen? Sie wussten doch, was Ihnen drohen w├╝rde. "Aye", sagte er und lachte bitter auf. "Aber ich war auf der Flucht. Vor den Engl├Ąndern. Ich musste einen anderen Weg einschlagen als sie. Dann habe ich die Orientierung verloren und wurde

ohnm├Ąchtig. Das N├Ąchste, an das ich mich erinnern kann, sind Sie." Ich wich seinen Blick aus und sah auf das flie├čende Wasser. Dieser Mann konnte nicht erwarten, dass er mich mit seiner Geschichte weichklopfen konnte. "Ihre Vorgehensweisen sind jedoch fraglich", sagte ich und stand auf, um zu gehen. Ich lehnte mich gegen einen Baum und sah in die gr├╝nen Kronen. Der Fr├╝hling war eine reine Farbenpracht, doch wie konnte ich das genie├čen, wo ich doch offensichtlich in Gefangenschaft war. "Wir reiten weiter. In ein paar Stunden k├Ânnen wir in Inveraray sein." Zornig blickte ich zu ihm.

"Ich m├Âchte nicht mit euch mitkommen!" "Ihr habt keine Wahl Mylady." "Ich h├Ątte euch sterben lassen sollen. Schon als ich herausfand, dass Sie ein Campbell sind. Es stimmt, was man sich erz├Ąhlt. Sie sind r├╝cksichtslos und ohne Skrupel. Barbaren." Das Gesicht des Campbells wurde hart, da er seinen Kiefer anspannte. "Steigt auf", zischte er, doch ich machte keine Anstalten. Ich lehnte mich weiter gegen den Baum. "Ihr wisst nichts ├╝ber uns Mylady und nun kommt." Er kam auf mich zu und zog mich

vorw├Ąrts. Ich wehrte mich gegen ihn, bis es ihm reichte. Er dr├╝ckte mich gegen den Sattel und sein Gesicht war nur wenige Zentimeter von meinem entfernt. "Ihr werdet jetzt aufsteigen", zischte er, w├Ąhrend ich meinen Kopf beiseite drehte. Ich ertrug seinen Anblick nicht. Er drehte mich so schnell herum, dass ich nicht damit gerechnet hatte, und hob mich hoch. Resigniert gab ich auf und setzte mich in den Sattel. Der Campbell sa├č hinter mir auf und wir ritten weiter in Richtung S├╝den.

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LinneaHazel :) Sehr schön. Wenigstens hat er sie jetzt aus den Fängen von Ian befreit. Aber ich schätze dass lässt Ian nicht lange auf sich sitzen und wir mit Sicherheit die Verfolgung aufnehmen.
Ich bin gespannt.
Ich trau mich gar nicht weiter zu lesen. Denn das nächste Kapitel ist ja das Neueste. Schreibst du bitte schnell weiter liebe Sis?:D
Vor langer Zeit - Antworten
FindYourselF Du magst Ian wohl nicht.. Eigentlich war er ja kein mega schlechter Kerl ^^ ist halt nur sehr impulsiv ^^

Ja lade gleich ein Neues hoch :D

Danke fürs lesen :*
Vor langer Zeit - Antworten
LunaBielle Also mit dem hätte ich jetzt nicht gerechnet und es freut mich, dass es nicht so läuft, wie ich es mir ausgemalt habe. irgendwie scheint er ja doch ein guter Mensch zu sein dieser Alec, andererseits muss er natürlich auch dem Ruf der Campbell gerecht werden.. Bin gespannt wie es weitergeht!
Vor langer Zeit - Antworten
FindYourselF Oh, also doch eine Überraschung? ;) Das freut mich, dass ich das geschafft habe.
Naja lassen wir uns mal überraschen, wie mit den Clans weitergeht. ;)

glg Jule
Vor langer Zeit - Antworten
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