Humor & Satire
Idioten unter sich

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"Etwas idiotisches. Nur so nebenbei!"
Veröffentlicht am 15. Mai 2016, 10 Seiten
Kategorie Humor & Satire
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Über den Autor:

Über mich gibt es nichts interessantes. Aber jetzt auch mit schönen bunten Bildern.
Etwas idiotisches. Nur so nebenbei!

Idioten unter sich

IDIOTEN UNTER SICH






Nachdem Björn von einer großen gelben Blume hart am Kopf getroffen wurde, mussten wir notgedrungen unsere Pläne für den Tag überarbeiten.

Ach ja, Er sagte vorher noch: „Autsch!“

Außerdem kippte sein Kopf nach hinten, die Beine knickten ein, und er fiel auf den Arsch. Was ihm ein weiteres „Autsch“ entlockte.

Ich half ihm hoch.

Wir sahen uns an. Dann sahen wir die

große gelbe Blume an, die ganz harmlos auf der Erde lag. Und die sich nach eingehender Begutachtung als großer gelber Stein, auf den jemand „Blume“ geschrieben hatte, entpuppte.

„Na sowas.“ Glaubte ich sagen zu müssen.

Wir gingen weiter. Wahrscheinlich aus rein sentimentalen Gründen nahmen wir den Stein mit. Eigentlich bestand unser heutiger Plan darin, unsere Nummer abzuziehen, Spaß zu haben, und eventuell später dann noch ein paar gammlige Fische im Garten des Bürgermeisters zu vergraben.

Spaß eben.

Doch daraus wurde nichts.

Björn tat der Kopf weh. Besonders beim Gehen. Also legten wir mal ne Pause ein. Gleich unterhalb der großen Hundewiese, auf der zum Glück momentan kein einziger Hund anwesend war. Stattdessen entdeckten wir ein rundes buntes Zelt. Aber nachdem Missgeschick mit der großen gelben Blume, misstrauten wir gründlich unserem ersten Eindruck. Wir gingen näher ran. Das Zelt blieb ein Zelt. Ein recht schmuckes obendrein. Grün, Blau, Violett und Rot schimmerte es in der Mittagssonne. Über dem Eingang hing ein Schild aus Pappe auf dem „Wahrsagerin“ geschrieben war. Wir guckten dreimal hin, um uns ja nicht zu täuschen.

„Famos.“ Hörte ich Björn sagen.

Und schon ging er hinein. Ich folgte ihm ins Halbdunkel.

„Sie sind in Hundescheiße getreten!“ Schallte es uns entgegen. Und die Stimme stammte von einem alten weiblichen Wesen, das hinter einem runden Tisch mit allerlei Firlefanz oben drauf hockte. Die Olle trug einen bunten Teppichähnlichen Umhang, einen Turban, und jede Menge billigen Modeschmuck. Ihre Augen strahlten in himmlischem Braun.

„Oh Mann, Sie sind echt gut. Sie können wahrlich Wahrsagen edle Dame. Wie können Sie das wissen?“

„Sie stinken!“

„Hä?“

Sie stinken nach Hundescheiße!“

„Ach so.“

„Ja genau.“

„Aber auch egal.“

„Sie wollen einen Blick in ihre Zukunft wagen? Dem Schicksal ein Schnippchen schlagen? Nur zu. Ziehen Sie ihre Schuhe aus und setzen sich.“ Bot uns die Olle an. Stumm beratschlagten wir dieses Angebot, wogten das Für und Wider ab. Schmissen dann unsere Schuhe raus und setzten uns hin, ganz gespannt auf unser Schicksal.

Die olle Scharteke fuchtelte mit einem Stapel Karten rum, summte und pfiff so vor sich hin.

„Doch zuerst muss ich euch um eine Spende bitten:“

„Sie wollen Geld?“

„Ganz genau.“

Wir haben so was nicht. Und wenn Sie ne gute Wahrsagerin sind, hätten Sie es gewusst.“ Musste ich einwenden.

„Was habt ihr denn sonst?“

„Diesen großen gelben Stein.“

"Was soll ich denn damit?"

"Sagen Sie ´s mir?"

„Aber Sie müssen doch irgendetwas haben. Womit bestreiten Sie ihren Lebensunterhalt?“

„Wir sind Unterhaltungskünstler.“

Ihr alter Mund formte ein tonloses Fragezeichen.

„Wir unterhalten uns - vorwiegend in Kneipen, Biergärten, Wurstbuden und Stehausschänken die Leute hören uns zu, und wenn ihnen unsere Unterhaltung gefällt spendieren sie uns das eine und andere Bier, Wurst und Brötchen, und Schnaps.“

Das Fragezeichen wurde größer.

„Na gut, das mag keine richtige Arbeit sein, aber sie ernährt uns, und man kommt unter Leute. Wollen Sie eine Unterhaltung?“

„Ihr verscheißert mich doch!“

„Nee… würden wir nich wagen.“

„Jetzt aber raus hier, ihr Idioten!“

„Na gut.“

Also gingen wir wieder. Die Frau war

nicht sehr nett, sie wollte noch nicht einmal unseren gelben Stein ansehen. Unsere stinkigen Schuhe waren auch

verschwunden. Was für ein blöder Tag. Jetzt mussten wir uns einen Schuhmacher suchen. Einen, der auf Unterhaltung abfuhr. Das Leben war nicht leicht, besonders wenn man keine Schuhe mehr hatte und über eine Hundewiese wanderte. Der Bürgermeister musste warten, ebenso sein Garten und die gammligen Fische.








Text: harryaltona

Cover: Christiaane/www.pixelio.de




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tooshytowrite Gammlige Fische sind geduldig...
Och, ich möcht' so gern mitmachen! Muss gleich den zweiten Teil 'reinziehen!!
LG tooshytowalkondogshit
Vor langer Zeit - Antworten
HarryAltona Bist ganz herzlich eingeladen.
Tausend Dank, Tooshytobark!!!
lg... harryaltona
Vor langer Zeit - Antworten
Willie Gauklertreffen mit einer "Buchella", die (welch "Hohe Gabe" Hundescheiße erschnüffeln kann.
Da soll noch einer sagen, diese Leute seien Scharlatane und Schwindler. Die kleine Geschichte ist wohl Beweis genug, dass dem nicht so ist. Jawoll!
b.G.
Sweder
Vor langer Zeit - Antworten
HarryAltona Oaaaach, diese Leutchen machen das, oder es soll auch welche geben, die sind in die Politik gegangen. Hab ich so gehört.
Tausend Dank, Sweder!!!
lg... harryaltona
Vor langer Zeit - Antworten
KaraList Die Wahrsagerinnen sind auch nicht mehr was sie einmal waren. Die gute Frau hätte doch die Unterhaltungskünstler sofort erkennen müssen. Sie gehören ja nicht unbedingt zu einer seltenen Spezies.
Das war wieder tolle Schmunzellektüre!
LG
Kara
Vor langer Zeit - Antworten
HarryAltona Stimmt genau. Wahrsagerinnen sind auch nich mehr das wahre.
Tausend Dank, Kara!!!!
lg... harryaltona
Vor langer Zeit - Antworten
Himbeere Ich schmeiss mich weg- die Unterhaltungskünstler haben mich prima unterhalten und auf die Wahrsagerin bin ich doch auch etwas stolz- immerhin hat sie sich nicht aus ihrem Konzept bringen lassen :D . Prima geschrieben LG Himbeere : )
Vor langer Zeit - Antworten
HarryAltona Na, das freut mich ungemein.
Tausend Dank, Himbeerchen!!!
lg... harryaltona
Vor langer Zeit - Antworten
Boris Lustige Geschichte

LG Jürgen
Vor langer Zeit - Antworten
HarryAltona Tausend Dank, Jürgen!!!
lg... harryaltona
Vor langer Zeit - Antworten
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