Jugendbücher
Kiss me

0
"*abgschlossen* Playboy, Sex, Umzug, Unsicherheit, Liebe, Freundschaft, Zusammenhalt"
Veröffentlicht am 09. Oktober 2015, 164 Seiten
Kategorie Jugendbücher
© Umschlag Bildmaterial: Melinda Nagy - Fotolia.com
http://www.mystorys.de
*abgschlossen* Playboy, Sex, Umzug, Unsicherheit, Liebe, Freundschaft, Zusammenhalt

Kiss me

Kapitel 1

"Und bist du schon aufgeregt?" Mein Dad sieht mich erwartungsvoll an.

"Und wie!", antworte ich ihm und das entspricht der Wahrheit.

 

Ich heiße Mila, bin 17 Jahre alt und hatte fast mein ganzes Leben lang kein richtiges Zuhause. Mein Dad war wegen seines Berufes sehr oft versetzt worden und da meine Mutter aufgrund ihres Berufes, sie war Schriftstellerin, sehr flexibel war sind wir eben mitgezogen.

Das gute daran war, dass ich so schon an sehr viele Orten war und dadurch schon vier Sprachen flüssig sprechen kann:

Englisch, Deutsch, Spanisch und Französisch. Ich habe das Leben auf Achse geliebt. War auf sehr, sehr vielen, unterschiedlichen Schulen und habe überall sehr viele Erfahrungen gesammelt.

Mir fehlte nie ein Zuhause, denn dort wo meine Familie war, war mein zuhause. Kennt ihr diesen Spruch: Wenn du dir aussuchen könntest, wo du gerade sein möchtest, wäre es ein Ort, oder eine Person? Naja, viele Menschen antworten auf diesen Satz: Zuhause oder bei meinem Partner. Meine Antwort dagegen würde lauten: bei meinen Eltern, denn egal wo wir sind, bei ihnen bin ich immer zuhause.

Klar, dass wird sich jetzt anhören als wäre ich das totale Elternkind, aber ganz im Gegenteil. Ich glaube ich fühle genau so, weil meine Eltern immer versucht haben, dass es mir gut geht und dass ich auch viel darf. Ich habe regelmäßig die Schule besucht, so wie jeder andere auch, nur eben immer nur für ein bis zwei Jahre, bevor wir wieder umgezogen sind.

 

Natürlich war es für mich immer schlimm, wenn ich meine Freunde nach kurzer Zeit schon wieder verlassen musste, aber so habe ich Freunde auf der ganzen Welt. Im großen und ganzen habe ich es also sehr genossen so viel

unterwegs zu sein, doch das änderte sich schlagartig, als meine Mutter vor zwei Jahren plötzlich starb.

Für mich und meinen Dad brach unsere kleine Welt zusammen. Also beschloss mein Dad einen Antrag zu stellen in dem er wünschte von seiner Arbeit bei einem festen Standort eingesetzt zu werden. Was ihm schließlich, nach längerem hin und her auch gelang.

 

Durch das viele Reisen hat mein Dad in den vergangenen 10 Jahren sehr viel Geld verdient, wodurch wir ein mehr oder minder großes Vermögen zusammen hatten. Dadurch konnten mir meine Eltern immer schon sehr viel

ermöglichen, wodurch ich viele Vorteile hatte. Ich wurde bekannten Fotografen vorgestellt und hatte dadurch schon viele Modeljobs, ich habe schon immer sehr viele Klamotten und ich hatte Gesangs und Gitarren Unterricht, wobei mir meine Mutter das Gitarre spielen schon sehr früh beigebracht hat.

Seit dem Tod meiner Mutter sucht mein Dad für uns beide ein Haus, das in der Nähe von seiner neuen Arbeit liegt und wurde vor einem halben Jahr fündig.

 

Ich habe dieses Haus noch nie gesehen, denn mein Vater wollte immer, dass es für mich eine Überraschung wird. Er dagegen ist seitdem sehr oft bei unserem

neuen Haus gewesen um es fertig einzurichten und nun ist es endlich so weit.

Eine Wochen bevor mein erster Schultag an einem neuen Gymnasium beginnt, ziehen wir endlich ein. Normalerweise kann ich nicht mitten im Jahr an einer Schule anfangen, aber da nun noch Juni und Juli vor den Sommerferien Unterricht ist, hat mein Vater - fragt mich nicht wie - klären können, dass ich am Unterricht teil haben kann.

Ich kann es kaum erwarten. Wir sitzen nun schon zwei Stunden in unserem VW - Bus in dem wir schon so viel mir meiner Mutter erlebt hatten und sind immer noch nicht da. In diesem Moment

fährt mein Vater an den Straßenrand und parkt. Ich sehe nach draußen und sehe nichts. Nein ernsthaft, da ist wirklich nichts. Nur Felder und ein paar einzelne Bäume.

 

"Wow, Dad. Ich muss schon sagen, unser neues Haus ist der Hammer. So offen. Aber Nasenbohren dürfen

wir da nicht, das würde ja gleich jeder sehen", sage ich belustigt. Mein Dad verdreht die Augen.

"Wir sind noch nicht da. Aber bald und deswegen...", er zieht einen Schal von der Rücksitzbank nach vorne und hält ihn mir vor die Nase.

"Das meinst du nicht ernst."

"Doch natürlich. Es soll bis zum letzten Moment eine Überraschung bleiben."

"Du weißt wie neugierig ich bin."

"Genau deswegen ja."

Er bindet mir den Schal um die Augen und testet ob ich noch etwas sehe.

"Du weißt, dass uns jeder der uns in unserer neuen Stadt so sieht, sofort für bekloppt hält oder?"

"Ja und du weißt, dass mir die Meinung anderer eigentlich schon immer egal war, da sie immer, egal wie

perfekt und vorbildlich man sich verhält etwas zu lästern haben."

Just in diesem Moment ertönt im Radio das Lied 'Lass die Leute reden' von den Ärzten. Mein Vater lacht laut auf.

"Siehst du die wissen es eben."

 

Er dreht das Radio laut auf und singt mit. Ja mein Vater singt. Und wie! Meine schöne Stimme habe ich von ihm und da Widerstand jetzt sowieso zwecklos ist singe ich laut mit. Keine zehn Minuten später hält er erneut.

"Darf ich den Schal abnehmen?"

"Noch nicht, warte."

Kurz darauf höre ich wie er aussteigt und die Autotüre auf meiner Seite öffnet. Er hilft mir aus dem Auto und sagt:"Jetzt darfst du sie abnehmen."

 

Sofort reiße ich mir den Schal vom Kopf und sofort klappt meine Kinnlade nach

unten. Es ist P-E-R-F-E-K-T.

Vor mir sehe ich ein großes Haus das gleichzeitig so alt und total neu aussieht. An der Wand wächst Efeu nach oben, vor mir beginnt ein gepflasterter Weg durch einen Blumengarten zur Haustüre daneben steht in der offenen Garage ein 125 Motorrad. In matt schwarz. Moment einmal. Das ist genau so eine die ich immer

wollte. Auch mein Vater scheint zu bemerken, dass ich bei dem Motorrad angekommen bin.

 

"Mila, das ist dein Einzugsgeschenk, damit ich dich nicht immer zur Schule fahren muss. Die passende Lederjacke

und den passenden Helm liegen in deinem Zimmer." 

Ich umarme ihn stürmisch.

 

"Na komm sehen wir uns das Haus von innen an."

Ich gehe den Weg durch die Blumen entlang bis zur Haustüre, dort steckt ein Schlüssel an dem ein Schutzengel und ein weiterer Schlüssel hängt. Ich sehe meinen Vater fragend an.

"Das ist deiner. Pablo, der sich um unseren Garten und auch ein wenig um Haus kümmert hat ihn vorhin noch gebracht."

Also sperre ich auf und gehe nach drinnen. Dort ist alles sehr freundlich

und hell eingerichtet. Es gibt eine große Küche, ein Wohnzimmer, ein Büro, ein Bad, einen Speiseraum, einen Waschraum und das Zimmer von meinem Dad. Alles sehr schön eingerichtet. Mein Vater geht hinter mir her bis er schließlich sagt: "Na los geh endlich in dein Zimmer hoch. Das ist doch sicher viel interessanter für dich."

 

Ich grinse ihn an und sprinte die Treppe nach oben. Dort finde ich einen langen Gang von dem vier Türen weggehen, als ich die erste aufmache, sehe ich einen Fitnessraum mit einem Stepper, einem Laufband, einem Gerät für die Beine, ein Gerät für Hantelübungen und einem

weiteren Gerät für die Arme.

Ich liebe Fitness. Früher war ich oft in Fitnessstudios, aber durch das viele umziehen, war das ziemlich kompliziert mit den Verträgen. Der Raum ist sehr offen. eine Wand ist komplett aus Glas und führt zu einem Balkon, die andere besteht aus einem riesigem Spiegel an dem eine Ballettstange befestigt ist. Früher habe ich Ballett getanzt, später bin ich zu Jazz und Hip-Hop übergegangen, wodurch ich zu vielen verschiedenen Musikrichtungen sehr gut tanzen kann.

Im nächsten Raum befindet sich ein Partyraum. An der Decke sind viele verschiedene Lichter befestigt, es stehen

ein paar Stehtische und eine große Couch im Raum und in einer Ecke ist eine große Bar mit einem Kühlschrank. Der nächste Raum ist dann das Bad, besser gesagt, mein Bad. Denn als ich die Schränke aufmache, befinden sich nur meine Sachen darin. Ich könnte schreien. Mein eigenes Bad, oh man wie cool.

Jetzt stehe ich vor der letzten Tür, das heißt: Meine Zimmertür. Ich reise sie auf und komm aus dem Staunen nicht mehr heraus. In der Mitte von der Wand mir gegenüber steht leicht erhöht ein riesiges Bett. Ein großer Schreibtisch mit einem Laptop steht an der anderen Wand, neben einer Wendeltreppe, an der

Wand bei der Tür steht ein großes Regal auf dem ein Fernseher mit einer Playstation 4 und mit einem Videorekorder und meiner zugegebenermaßen sehr großen DVD-Sammlung, das einzige, dass mir fehlt ist mein Kleidungsschrank, doch da entdecke ich eine Tür. Mein Vater wird doch nicht... . Ich renne auf die Tür zu und reise sie auf.

Jetzt kreische ich wirklich. Mein eigener, begehbarer Kleiderschrank! Und der ist auch noch riesig. Auf jeweils einer der schmalen Seiten des Raumes stehen meine Schuhe und meine Taschen auf den restlichen beiden Seiten stehen Regale und Kleiderständer mit

meinen Röcken, Kleidern, Hosen, Oberteilen und Jacken.

Ich habe sehr viele Kleidungsstücke, das wusste ich ja schon immer, aber das hier überwältigt mich gerade, es ist unglaublich. Und da entdecke ich sie, die Lederjacke und den Helm, von dem mein Dad gesprochen hat. Er hat genau meinen Geschmack getroffen. Mit einer Engen und ein wenig kürzeren Lederjacke, in der man einfach nur heiß aussehen kann, fühle ich mich eben wohl und der Helm ist perfekt passend zu meinem Motorrad matt schwarz.


Als ich schließlich noch einmal in mein Zimmer gehe, fällt mein Blick erneut auf

die Wendeltreppe. Wohin die wohl führt? Kurzerhand beschließe ich einfach nachzusehen. Oben angekommen, kann ich meinen Augen kaum trauen. Ich bin auf dem Dach! Besser gesagt auf einer Dachterrasse. Dort steht ein Tisch mit zwei Stühlen und daneben so eine Liege für zwei Leute. Da bemerke ich einen Zettel an dem Geländer. Darauf steht: 

Ich hoffe dir gefällt unser neues Zuhause und du bist zufrieden mit deiner Einrichtung.

Wenn du in die Richtung, in der du gerade stehst, siehst, wirst du heute Abend sicher einen wunderschönen

Sonnenuntergang über den  Dächern unseres neuen Zuhauses sehen. Vielleicht aber auch nur einen unserer netten Nachbarjungen, der übrigens auch auf deine Schule gehen ;).

Wenn du dagegen jetzt nach unten siehst wirst du sehen, wie sich die Sonne in unserem neuen, ultra coolen (Wie ihr Jugendlichen so schön sagt) Pool spiegelt. Und da heute so schönes Wetter ist könntest du ihn doch gleich einmal testen, unseren ultra coolen Pool.

Dein Dad

Und tatsächlich. Als ich nach unten sehe, sehe ich einen riesigen Pool an dem sich mein Vater schon sonnt.

Zum Glück in der längeren  Badehose,

die ich ihm das letzte Jahr gekauft habe und nicht in diesen alten, ultra kurzen Badehosen. Schnell laufe ich in meinen Ankleideraum und suche mir meinen schwarzen Bandeau Bikini heraus, ziehe mich um und mache meine Haare mit einem Dutt oben am Kopf zusammen.

 Unten angekommen laufe ich durch den Garten und lande mit einer Arschbombe im Wasser, sodass auch mein Vater auf seiner Liege nass wird. Dann steige ich wieder aus dem Wasser und umarme ihn.

 

"Dad, dass ist der Hammer hier. Ich will hier nie wieder weg. Das muss dich ja ein halbes Vermögen gekostet

haben."

"Das viele Arbeiten hat sich eben endlich ausgezahlt. Es freut mich, dass es dir gefällt."

"Wie könnte es mir nicht gefallen? Geiler gehts kaum."

"Dann hol Sekt aus dem Kühlschrank, damit wir auf unser neues Zuhause anstoßen können."

"Dad es ist mitten am Nachmittag."

"Bei so einem Anlass darf man auch um diese Uhrzeit Alkohol trinken."

 

Soll mir recht sein. Also stehe ich auf, ziehe mir eine Hotpen und ein T-shirt über und gehe in die Küche um den Sekt zu holen, gerade als ich wieder nach draußen gehen will, klingelt es an der

Haustüre.

Nachdem ich die Türe geöffnet habe stehe ich vor einem ziemlich gut aussehendem Jungen. Sofort fängt er an zu reden als hätte er den Text auswendig gelernt: "Hey ich bin von nebenan und meine Mam liegt ziemlich viel Wert auf Nachbarschaft und diesen Schwachsinn. Also hier ist ein Kuchen und äh willkommen in der Nachbarschaft oder so."

"Äh, danke."

Erst jetzt sieht er mich wirklich an.

"Oh, äh hey."

"Heißt das jetzt wir müssen euch auch Kuchen bringen oder irgendwie so etwas machen?"

"Naja keine Ahnung ich hab auf so etwas eigentlich immer null Bock, weil hier normalerweise nur so langweilige Schnösel herziehen."

"Oh, dann passen mein Dad und ich hier definitiv nicht rein."

"Geht mir genauso."

"Sag mal willst du eigentlich mit rein kommen, mein Dad und ich wollen gerade auf unser neues Zuhause

anstoßen." 

Wie zur Bestätigung hebe ich die Sektflasche in die Höhe.

"Ihr seit definitiv anders."

Er lacht. Er sieht echt süß aus wenn er lacht. Er hat so schöne, braune Augen denen ich sofort vertrauen würde.

"Oh nein, du hast jetzt bestimmt total den schlechten Eindruck von uns."

"Ganz im Gegenteil. Du bist mir ehrlich gesagt jetzt schon die Liebste hier."

Nachdem er das gesagt  hat wird er leicht rot. Aw wie süß.

"Das ist schön."

"Ach ich bin übrigens Finn von nebenan."

"Freut mich Finn von nebenan. Ich bin Mila und jetzt komm rein dann können wir alle zusammen anstoßen."

 

Ich gehe wieder nach drinnen um noch ein weiteres Glas zu holen, dabei sehe ich mich im Vorbeigehen in einem

Spiegel. Oh nein meine Haare sehen ja

richtig beschissen aus. Wenigstens ist meine Mascara nicht verwischt.

 

"Oh, ich sehe normalerweise nicht so beschissen aus."

"Du siehst doch echt toll aus."

"Haha hast du meine Haare nicht gesehen?"

"Ja doch die sind halt nass, aber naja meine Haare sind auch nass."

Stimmt das fällt mir erst jetzt auf. Er hat auch noch seine Badehose an.

"Warst du beim Baden?"

"Ja mit ein paar Freunden an einem nahegelegenem See. Du kannst ja mal mitkommen wenn du willst."

"Wenn es deinen Freunden Recht wäre

gerne."

"Die freuen sich sicher. Ich frag sie später mal. Wir fahren sicher in den nächsten Tagen mal wieder."

"Gib mir dann einfach Bescheid."

"Gibst du mir deine Handynummer, dann schreibe ich dir."

"Ja klar, warte."

Ich hole kurz mein Handy und gebe es ihm, während er mir seines hinhält. Ich speichere mich ein und gebe es

ihm zurück.

"Woher kommst du eigentlich, Mila?"

"So ungefähr von überall."

Er sieht mich fragend an.

"Naja weißt du mein Dad wurde früher sehr viel versetzt, also von seiner Arbeit

und da meine Mutter

Schriftstellerin war, war es leicht für uns mitzukommen. Für uns hieß das, immer nach circa ein bis zwei Jahren

in eine neue Stadt zu ziehen."

"War das nicht dumm für dich immer wieder irgendwo hin zu ziehen, wo du wieder keinen kennst und immer

wieder deine alten Freunde zu verlassen."

"Weißt du ich kenne nichts anderes seit ich klein war. Ich habe es geliebt immer wieder neue Erfahrungen zu

machen, so viel zu erleben und so viel kennen zu lernen. Dadurch hatte ich so viele Möglichkeiten."

"Hast du dich dann nicht mit der Sprache

schwer getan?"

"Naja anfangs schon aber jetzt kann ich Spanisch, Englisch, Deutsch und Französisch fließend sprechen."

"Wow das ist beeindruckend. Aber wenn ihr es so liebt wieso seit ihr jetzt an einen festen Ort gezogen?"

"Naja meine Mam starb vor zwei Jahren und seit dem war das Herumreisen einfach nicht mehr das selbe. Weißt du früher habe ich kein Zuhause gebraucht, denn egal wo wir waren, wenn meine Eltern bei mir waren, war das wie ein Zuhause, vielleicht habe ich mich deshalb immer so gut mit ihnen vertragen, aber seit meine Mam gestorben ist, war es einfach anders.

Anstelle des Gefühls, dass man zuhause ist, war einfach nur Trauer. Alles hat uns an sie erinnert. Deshalb haben wir beschlossen an einen festen Ort zu ziehen. Mein Dad hat alles geplant und ich durfte heute das erste mal hierher."

"Das mit deiner Mam tut mir leid."

"Ja das war eine sehr harte Zeit für uns, aber jetzt komm jetzt stoßen wir endlich auf eine neue Zeit an."

 

Als wir in den Garten kommen sitzt mein Vater auf seiner Liege.

 

"Wurde aber auch Zeit Mila. Ich dachte schon ich müsste hier verdursten... . Oh wer ist den dieser Junge?"

"Dad das ist Finn."

"Hallo Finn, schön dich kennen zu lernen."

"Freut mich auch Sie kennen zu lernen Mr. ...ähm."

Finn sieht hilfesuchend zu mir.

"Lancaster, aber du kannst mich auch Jack nennen. Das wäre mir lieber. Und bitte sieze mich nicht. Das mag

ich privat nicht so gerne."

"Na gut dann schön dich kennen zu lernen Jack."

"Trinkst du mit uns auf unser neues Zuhause?"

"Sehr gerne."

 

Finn blieb dann noch eine ganze Weile

und erzählt uns ein wenig über das Leben hier und schimpft über ein

paar Spießer, während wir ihm von unserem Leben auf Achse erzählen.

 

"Wow, so ein Leben hätte ich auch gerne geführt."

"Ja, aber es ist auch nicht schlecht wenn wir jetzt mal an einem Ort wohnen."

Nachdem Finn gegangen war grinst mich mein Dad an.

"Was schaust du denn so?"

"Ich wusste, dass es nicht lang dauern wird bis wieder die nächsten bei dir Schlange stehen, aber so schnell?

Ich bin beeindruckt. Wenn du ihn mal abends mit nach Hause nimmst will ich

davon nichts mitbekommen ja?"

"Oh man, Dad!"

"Aber er war schon ein lieber Kerl."

"Ich geh jetzt hoch, Dad."

"Haha ich sag doch nur die Wahrheit."

Ich bin ehrlich gesagt sehr froh, dass mein Dad damit so locker umgeht. Ich meine es ist ja nicht selbstverständlich, dass bei mir mit 17 Jahren Jungs übernachten dürfen. Aber er vertraut mir voll und ganz. Ich hatte zwar noch nie Sex und bin ehrlich gesagt auch sehr froh darüber, da ich finde das das etwas besonderes ist und ich mich noch nie zu einem Jungen so hingezogen gefühlt habe, dass ich mit ihm schlafen hätte wollen.

Einmal war ich mit einem Jungen zusammen, mit dem ich sogar geschlafen hätte, es hinterher aber bestimmt bereut hätte, denn er hat einen Monat bevor ich wegzog wild mit einer ehemaligen, guten Freundin geknutscht hatte und ich hatte sie auch noch dabei erwischte.

Seine Entschuldigung war, dass er meinen Umzug nicht verkraftet hätte. Naja mir hat dieser Ausrutscher von ihm auf jeden Fall den Abschied erleichtert. Geheult habe ich trotzdem noch drei Monate danach, aber wir waren ja auch eine ziemlich lange Zeit zusammen und er war auch noch mein erster und seit dem auch einziger Freund. So etwas wollte ich mir so schnell nicht mehr

antun. Seit dem habe ich ab und an einmal einen Jungen mit nach Hause genommen, aber weiter als knutschen und kuscheln bin ich nie gegangen. Ihr denkt euch jetzt wahrscheinlich, was meine Eltern davon hielten und wie es gegenüber anderen herübergekommen musst, die nicht wussten, dass ich nie mit den Jungen, die ich immer mit nach Hause nahm schlief, von mir halten mussten, aber ihr müsst euch vorstellen, dass diese Leute euch vermutlich nicht mehr oft in eurem Leben begegnen werden und ich bin zudem auch noch jemand, der eigentlich, wie mein Vater, nicht viel auf die Meinung anderer gibt.

Diese Einstellung hat mir schon sehr

viele Erfahrungen und auch sehr viel Spaß eingebracht. Meine Mutter hatte nur immer zu mir gesagt, dass ich bloß verhüten solle, wenn ich dann mit einem Jungen schlafen wollte, der Rest wäre ihr egal und würde nur mich etwas angehen. Dafür war ich ihr immer sehr dankbar und dennoch ließ ich nie einen Jungen an mich heran. Ich war einfach noch nie bereit genug, obwohl es schon viele Gelegenheiten gegeben hätte.

Als ich nach oben gehe zeigt mir mein Handy an, dass ich eine neue Anfrage auf Facebook habe und als ich nachsehe von wem, ist sie von Finn. Ich bestätige sie und sehe mir sein Profilbild an.

 Er sieht genau so aus wie ich ihn

kennengelernt habe: Gut gelaunt, hübsch, offen und freundlich. Mich würde interessieren, von wem er das Bild machen hat lassen, da es eher professionell aussieht. Ich kenne mich ein wenig damit aus, da ich selber eine kleinere Ausstattung habe. Meine Gedanken werden von einer Whatsapp Nachricht unterbrochen. Sie ist von Finn:

 

Dein Bild auf Facebook ist echt richtig schön.

 

Ich sehe mir mein Bild noch einmal an.

 Dann antworte ich ihm:

 

Kann ich nur zurückgeben.

Wir fahren übrigens übermorgen schon wieder zum See und die anderen würden dich gerne kennenlernen. Bist

du dabei?

 

Na klar. Ich freue mich schon.

 

Die anderen sind auch schon neugierig. Du wärst die erste aus meiner Gegend die nicht spießig ist.

 

Haha nein also spießig bin ich definitiv nicht. Das war ich noch nie und das würde auch nicht zu mir passen.

 

Ja ich glaube du wirst ganz gut zu uns passen.

Seit ihr nur unter Jungs oder sind auch Mädchen dabei?

 

Wir sind drei Jungs und zwei Mädchen. Also keine Sorge du bist nicht alleine.

 

Oh das hätte mir nichts ausgemacht. Ich habe kein Problem damit wenn ich nur mit Jungs unterwegs bin. Ich

hab mich schon oft viel schneller mit Jungs angefreundet und bin meistens auch lieber mit Jungs befreundet,

weil es da nicht so schnell Zickereien gibt.

 

Irgendwie bist du anders als die meisten Mädchen, die ich kenne.

Anders ist doch nicht unbedingt schlecht.

 

Nein ganz im Gegenteil.

 

Ja ich bin vielleicht nicht das typische Mädchen. Ich hasse Zickereien, ich zocke gerne, mache viel Sport und

lästere nicht gerne. Aber gleichzeitig gehe ich unglaublich gerne shoppen und habe deshalb auch ziemlich viele

Klamotten und habe vor Freude gekreischt als ich meinen begehbaren Kleiderschrank heute gesehen habe und

trage auf Partys und manchmal auch so total gerne High Heels. Ich bin total leicht zu erschrecken und bei

Horrorfilmen habe ich dann schreckliche

Angst.

 

Du zockst?

Haha als du gekreischt hast, habe ich gedacht ihr seit auch so schnöselige Nachbarn, die schon ausrasten,

wenn auch nur ein Fusselchen auf dem Boden liegt.

 

Klar zocke ich. Habe mir letztens erst die neue Playstation 4 gekauft. Ich weiß nicht wieso, aber mir macht so

etwas total Spaß.

Du hast das gehört?

 

Wie siehts aus, hast du morgen schon was vor, oder hättest du Lust auf einen

Zockernachmittag bei mir?

Haha das war kaum zu überhören.

 

Klar wann soll ich kommen?

Oh Gott wie peinlich!

 

So gegen 15.00 Uhr?

Halb so schlimm. Wie gesagt ich bin die Schreie schon gewohnt, nur eben normal aus einem anderen Grund.

 

Passt ich komm dann rüber.

Erwartet deine Mam einen Kuchen oder so?

 

Ne meine Mam ist auch keine so eine Spießerin und war ehrlich gesagt heute

ziemlich froh, als ich ihr erzählt

habe, dass ihr eigentlich ziemlich cool seit.

 

Eigentlich?

 

Definitiv

 

Schon besser.

Finn ich geh jetzt schlafen.

Ich bin noch ziemlich geschafft von der langen Fahrt.

Also bis morgen, gute Nacht.

 

Gute Nacht, Mila.

Kapitel 2

Am nächsten Morgen werde ich von den Sonnenstrahlen die durch mein Fenster

strahlen geweckt. Also stehe ich auf und suche mir in meinem Kleiderschrank eine passende Kleidung für heute. Ich entscheide mich für ein bauchfreies Top mit einem Cardigan darüber und dazu eine Hotpan. Dann gehe ich ins Bad und dusche, glätte mir meine Haare, putze meine Zähne und schminke mich dezent, meine morgendliche Routine im Bad also. Dann schnappe ich mir meinen Helm, meine Bikerjacke und meine alte Bikerhose, die ich ich zum fahren über meine Hotpan anziehen muss, damit meine Beine beim Fahren bedeckt sind. 
Dann laufe ich nach unten und schreibe meinem Vater einen Zettel, dass ich in die Stadt fahre. Nachdem ich meine

125er aus der Garage gezogen habe fahre ich los. Wie sehr ich dieses Gefühl beim Fahren vermisst habe wird mir erst jetzt wieder klar. Ich liebe es einfach Motorrad zu fahren. 
Innerhalb von 20 Minuten bin ich in der Stadt, wobei ich nach 15 Minuten an meiner Schule vorbei gekommen bin. In der Stadt angekommen gehe ich erst einmal zum Bäcker und kaufe mir ein belegtes Brötchen und einen Coffee to go. Dann fahre ich zu einem nahegelegenem See und setze mich auf eine Bank um mein Frühstück zu genießen. Es dauert nicht lange bis ein ein Mädchen, das circa in meinem Alter ist und Sportklamotten an hat auf mich

zu joggt. Sie lässt sich neben mich auf die Bank fallen und sieht mich erschöpft an.

"Shit bin ich unsportlich geworden", schimpft sie.

"Oh wieso das?"

"Ich weiß auch nicht, vielleicht liegt es auch nur daran, dass ich gestern feiern war."

"Haha oh ja, das kenne ich nur zu gut."

"Ach übrigens, ich bin Molly."

"Ich bin Mila."

"Bist du neu hier? Ich hab dich hier noch nie gesehen."

"Ja gestern hergezogen."

"Gestern erst? Hä, aber gehst du dann schon zur Arbeit?"

"Ne mein Dad konnte das irgendwie regeln, dass ich das restliche Schuljahr noch hier zur Schule gehen kann."

"Oh oke cool, auf welche Schule gehst du dann und in welche Klasse?"

"Gymnasium, Oberstufe, Q11."

"Schade ich gehe in die zehnte. Wäre cool gewesen, wenn wir in einer Klasse wären."

"Stimmt."

"Hätte mich auf jeden Fall gefreut. Ich lauf dann mal weiter. Vielleicht sieht man sich mal wieder."

"Ja, bis dann."

 

Mollys Sicht:

Wieso ist mir dieses Mädchen nur so

bekannt vorgekommen? Als ob ich sie schon sehr oft gesehen hätte. Ich

laufe meine Runde noch zu Ende und komme erschöpft zuhause an. Sport ist wohl doch Mord. Obwohl ich Sport eigentlich total liebe und auch regelmäßig ins Fitnessstudio gehe, bin ich heute total erschöpft. Ich muss allerdings wahrscheinlich auch erwähnen, dass ich in der vorherigen Nacht noch feiern war. Nachdem ich mich noch einmal gedehnt habe gehe ich ins Bad, ziehe meine verschwitzen Klamotten aus und springe unter die Dusche. Das tut gut. Ich lasse das Wasser über meinen Körper fließen. Es gibt doch echt nichts, was nach dem 

Sport besser tut, als eine angenehme Dusche. Dort denke ich dann noch einmal über meine Begegnung mit diesem Mädchen von vorhin nach. Sie war sehr hübsch und als sie ihren Namen sagte, kam sie mir noch bekannter vor. Ich steige aus der Dusche und gehe in ein Handtuch gewickelt in mein Zimmer.

Mila, Mila, Mila. Das gibt es doch nicht ich kenne sie ganz sicher. Als ich so durch mein Zimmer sehe fällt es mir plötzlich wie Schuppen von den Augen. Sie ist Mila Lancaster! Eine der jüngsten Mädchen, die es im Modelgeschäft schon sehr weit gebracht hat. Kein Wunder, so hübsch wie sie ist. Auch in meinem Zimmer hängt ein Foto

von ihr, da ich es sehr beeindruckend fand wie weit sie es in diesem Alter schon gebracht hat. Vermutlich habe ich sie vorhin nur noch nicht erkannt, weil sie nun eine andere Haarfarbe hat, nämlich braunhaarig, und noch ein wenig älter aussieht. Auf dem Foto, das neben vielen weiteren von meinen Freunden, meinem Bruder und mir und anderen Menschen von denen ich, wie von Mila, beeindruckt war, hat sie nämlich eine eine ganz blonde Haarfarbe.

Ich liebe dieses Foto, da sie darauf so unglaublich natürlich und glücklich aussieht, obwohl sie das eigentlich auf jedem Foto tut. Leider glaube ich, dass sie nun schon länger keinen

Modelvertrag mehr hatte, was ich sehr schade finde. Doch niemand weiß den Grund, wieso sie so plötzlich aus der Modelszene verschwand. Umso froher bin ich sie nun endlich einmal persönlich gesehen zu haben. Sie hat sich in dem einem Jahr, seit sie nicht mehr gemodelt hat, noch sehr verändert. Sie ist  noch hübscher geworden und sieht auch reifer aus. Schnell rufe ich meinen Bruder an. Nach dem zweiten Klingeln geht er ran.

"Hey was ist, Kleine?"

Ich verdrehe die Augen. So nennt er mich schon seit drei Jahren und dabei ist er nur ein Jahr älter als ich. Ziemlich genau sogar. Er hat in einem Monat

Geburtstag und wird 18 und ich habe in zwei Monaten Geburtstag und werde 17. Vermutlich stehen wir uns aber auch aufgrund des geringen Altersunterschied sehr nahe. Unsere Eltern sind fast immer in der Arbeit und so waren wir schon immer eher auf uns alleine gestellt.

"Du wirst nie glauben wen ich heute morgen beim Joggen getroffen habe."

"Nein, aber du wirst es mir sicher gleich erzählen."

"Mila Lancaster!"

"Und das war noch einmal?"

"Oh man, Rayn. Dieses Mädchen, das bis vor einem Jahr als Model gearbeitet hat."

"Die Blonde?"

"Ja, nur dass sie jetzt nicht mehr blond ist und ich sie daher nicht erkannt habe. Ich freue mich gerade riesig sie einmal getroffen zu haben."

"Das freut mich für dich. Aber pass auf, nicht dass sie recht eingebildet ist und dich verletzt."

"Nein so hat sie gar nicht gewirkt. Ich habe nämlich beim Joggen mit ihr unterhalten und sie war total offen und freundlich. Sie geht sogar ab nach den Ferien auf unsere Schule."

"Sie war also nicht überheblich?"

"Nein sie war genau so wie sie auf den Bildern aussieht. Total hübsch und nett. Von Überheblichkeit war keine Spur auch nicht in ihren Augen und du weißt

ja, Augen lügen nie."

Ich merke wie Rayn am anderen Ende der Leitung schmunzelt.

"Das freut mich für dich. Und wie ist es zuhause so?"

"Naja ziemlich leer ohne dich, aber morgen fahre ich mit den anderen an den See. Und bei dir?"

"Sehr geil. Ich versteh mich super mit unserem Onkel und es gibt richtig geile Discotheken hier."

"Lass mich raten. Du hast dir schon wieder eine aufgerissen?"

"Eine?"

"Oh man, Rayn. Wie kriegst du sie nur immer alle ins Bett?"

"Vergiss nicht du wärst auch schon

beinahe mal mit einem wildfremden Kerl ins Bett gestiegen."

"Ja und du weißt auch, dass ich froh bin es nicht getan zu haben."

"Naja. Was spricht schon gegen ein bisschen Spaß?"

"Gut, dass du Ende Juli 18 wirst und daher schon alt genug bist, das selbst entscheiden zu können."

"Ja und du weißt auch, dass ich schon länger keine feste Bindung mehr suche."

"Ja seit eineinhalb Jahren."

Damals wurde Rayn sehr verletzt und seitdem wurde er ein richtiger Playboy. Er hat schon so oft irgendwelche Tussen mit nach Hause genommen.

"Ja..."

"Ich bin aber davon überzeugt, dass es sich noch ändern wird."

"Ich weiß gar nicht ob ich das möchte."

"Wir werden es sehen. Ich leg jetzt auf Rayn, bis in zwei Tagen."

"Ja wir werden sehen."

 

Milas Sicht:

 

Ich sehe Molly noch ein bisschen hinterher. Die Menschen hier sind echt offen. Jetzt habe ich schon zwei nette Leute in meinem Alter, innerhalb von zwei Tagen kennengelernt.

Später gehe ich noch ein bisschen shoppen und kaufe mir einen neuen Trianglbikini, den ich mir schon sehr

lange gewünscht habe.

 

Um 14:30 komme ich nach Hause. Dort richte ich mir noch einmal die Haare und locke sie ein wenig. Dann gebe ich meinem Dad Bescheid und gehe anschließend zur Nachbartür. Eine schlanke Frau mit Jenas und chilligem Oberteil öffnet mir die Tür.

"Oh du bist bestimmt Mila."

"Ja genau. Schön Sie kennenzulernen... ähm."

"Lily. Finn ist oben in seinem Zimmer du kannst zu ihn gehen. Die Treppe rauf, zweite Tür links."

Oben angekommen klopfe ich an seine Türe.

"Ja?"

Als ich die Türe aufmache, steht Finn in Boxershorts vor mir.

"Oh shit, sorry, ich dachte 'ja' heißt soviel wie 'herein'."

Wir müssen beide lachen.

"Schon oke. Ich wollte mich nur noch schnell umziehen. Du kannst dir derweilen ein Spiel aussuchen."

Wir zocken den ganzen Nachmittag durch und ich habe so viel Spaß wie schon lange nicht mehr. Als seine Mutter ins Zimmer kommt überredet sie mich gemeinsam mit Finn noch zum Essen zu bleiben. Also gehen wir mit ihr hinunter in die Küche und essen zusammen. Das Essen war echt köstlich,

danach beschließen Finn und ich noch einen Film anzusehen. Also sitze ich mich in seinem Zimmer auf das Bett, während er den Film einlegt. Einen gruseligen Film. Na toll.

"Du weißt, dass ich dann total Angst bekomme?"

"Ja das weiß ich."

Er grinst mich an.

"Es kommt mir vor als würden wir uns schon ewig kennen und du wärst mein bester Freund und möchtest mich

jetzt damit ärgern."

Er sieht mich nachdenklich an.

"Mir kommt es auch so vor als würden wir uns ewig kennen."

"Ich bin irgendwie froh, dass ich mich so

gut mit dir verstehe."

"Und ich bin froh, dass du hierher gezogen bist."

"Hast du eigentlich eine beste Freundin?"

"Ne, halt nur so gute Freundinnen, wieso fragst du?"

Ich grinse ihn schief an.

"Ich kenne dich zwar noch nicht so gut, aber hatte in den vergangenen zwei Tagen schon sehr viel Spaß mit

dir und irgendwie vertraue ich dir total und würde dir so ziemlich alles erzählen, also, möchtest du mein bester

Freund sein, Finn?"

Er lacht mich ein bisschen wegen meiner komischen Frage aus.

"Ja, Mila, ich möchte dein bester Freund sein. Aber um das gleich einmal klarzustellen, mehr Hoffnungen

brauche ich mir nicht machen, oder?"

"Da du nun mein bester Freund bist, nein."

"Schade, aber gut das ich das jetzt weiß."

Ich boxe ihm in die Seite.

"Jetzt starte endlich den Film, damit ich ihn hinter mich bringen kann."

Ich ziehe mir seine Bettdecke bis zum Kinn, um mich bei gruseligen Stellen notfalls dahinter verstecken kann

und lehne mich an ihn.

"Verdammt ich glaube ich will doch nicht dein bester Freund sein, wenn du dann für mich tabu bist."

"Tja, ich hab dich aber schon als meinen besten Freund ausgesucht."

Der Film war echt gruselig. Ich habe mich irgendwann ganz eng an Finn gekuschelt und habe einfach die

Augen zugemacht. Anscheinend bin ich dann sogar eingeschlafen, denn irgendwann höre ich Finns Stimme.

"Hey du kleiner Schnarchzapfen, dein Dad hat dich jetzt schon zwei mal angerufen, ich glaube er macht sich

schon Sorgen wo du bleibst."

Gleichzeitig streicht er mir über das Gesicht, um mich wach zu bekommen.

"Was?"

"Dein Dad, Mila. Ich glaube er möchte, dass du nach Hause kommst."

Plötzlich schrecke ich hoch.

"Oh Fuck wie spät ist es schon?"

"Keine Sorge es ist erst 22:00 Uhr."

"Ist der Film schon aus?"

"Nein ich habe nur auf Stopp gedrückt. Willst du ihn noch fertig schauen, oder lieber gleich nach Hause

gehen?"

"Ich bin irgendwie total müde, Finn. Ich glaube ich gehe nach Hause und wir holen das wann anders nach."

"Ja warte ich bring dich noch schnell rüber."

"Das musst du nicht."

"Ich weiß doch, dass du jetzt sicher Angst hast."

Er zwinkert mir zu und ich muss

schimpfend zustimmen. Also begleitet er mich bis zu meiner Haustüre und

umarmt mich dort.

"Also morgen gehen wir zum Schwimmen. Nicht vergessen."

"Mach ich nicht und danke für den schönen Tag. Ich bin echt froh, dass du mein neuer bester Freund bist."

 

Am nächsten Tag bin ich schon etwas nervös. Heute werde ich Finns Freunde kennenlernen. Ich ziehe meinen

neuen Bikini und darüber ein kurzes Sommerkleid an, mache meine Haare zu einem Dutt zusammen und

schminke mich dezent. Kurz darauf werde ich von Finn abgeholt. Auch er

steht vor einem Motorrad.

"Hey Süße. Du siehst echt gut aus", begrüßt er mich.

"Dankeschön, Finn."

"Freust du dich schon?"

"Ja total, aber irgendwie bin ich auch ganz schön aufgeregt. Was ist wenn sie mich nicht mögen?"

"Das werden sie. Ich mag dich ja schließlich auch. Ich glaub dich muss man einfach mögen."

"Oh, glaub mir ich kann auch ganz anders. Wenn man mich oder meine Familie und Freunde beleidigt kann ich

ganz schon ausrasten."

"Das glaub ich sofort. Finde ich aber nur noch besser."

Nun wende ich mich seinem Motorrad zu.

"Ich wusste gar nicht, dass du auch Motorrad fährst."

"Auch?"

"Ja ich fahre auch. Ich liebe es Motorrad zu fahren, es..."

"... gibt einem das Gefühl von unglaublicher Freiheit", beendet Finn meinen Satz. Verwundert sehe ich ihn an.

"Ja genau!"

Er lacht ein wenig.

"Du bist wirklich anders, Mila. Ich glaube ich kenne sonst kaum ein Mädchen, dass Motorrad fährt."

"Doch ich liebe es."

"Du verwunderst mich von Tag zu Tag mehr."

Ich lache vergnügt.

"Dann wird dir mit mir sicher nie langweilig werden."

"Davon bin ich überzeugt."

"Na los. Ich hole noch mein Motorrad und dann können wir los."

"Schade und ich dachte schon du würdest bei mir mit fahren."

"Haha, da muss ich dich wohl enttäuschen."

Ich hole mein Motorrad aus der Garage und Finn pfeift anerkennend durch die Zähne.

"Heißes Teil."

"Oh ja. Das war mein Willkommensgeschenk von meinem Dad."

"Na dann los."

Wir steigen beide auf und sind in 10 Minuten am See angekommen. Hier ist es wirklich wunderschön. Es gibt sogar einen Sandstrand.

"Die anderen sind schon da", reißt mich Finn aus meinen Gedanken und sieht mich von der Seite an.

"Du brauchst wirklich nicht nervös sein."

"Wenn du das sagst."

Ich lächle ihn an.

Als wir bei einer kleinen Bucht, die abgeschirmt von Blicken, ein wenig abseits ankommen sind, sitzt dort eine ziemlich große Gruppe an Jugendlichen in meinem Alter.

"Hey Leute, also das ist... ", will Finn

mich vorstellen.

"... Mila!", beendet eine weibliche Stimme seinen Satz.

Moment mal, die Stimme kenne ich doch. Als ich mich ihr zuwende, sehe ich Molly auf mich zu laufen. Ich grinse sie an.

"Hey, Molly. So schnell sieht man sich wieder."

"Haha stimmt du hast recht. Übrigens weiß ich jetzt wer du bist."

"Gruselig, was meinst du damit?"

Sie lacht laut auf.

"Du bist Mila Lancaster. Ich kenne dich durch deine Modeljobs."

"Ich wusste nicht, dass sich das so verbreitet."

"So gut wie du in deinem Alter schon warst. Und ich interessiere mich sehr für bekannte Models."

Ich werde ein wenig rot.

"So bekannt bin ich auch wieder nicht", antworte ich verlegen.

"Aber unglaublich gut. Ich liebe deine Fotos."

"Das freut mich sehr, Molly."

"Jetzt komm, dann stellen wir dich den Restlichen vor."

Nachdem ich allen vorgestellt wurde, stellte ich fest, dass sie alle sehr offenherzig und nett waren. Sie nahmen mich alle sofort in ihrer Gruppe auf und dafür war ich ihnen sehr dankbar. Ich verstand mich mit allen auf Anhieb sehr

gut, ganz besonders auch mit Molly. Wir schienen sehr viel gemeinsam zu haben.

"Wir müssen unbedingt in den Ferien noch was zusammen machen, ich mag dich jetzt schon total gerne", sagt sie jetzt.

Ich stimme ihr sofort zu.

"Wie wärs bei dir in drei Tagen? Ich will die nächsten Tage noch ein wenig Zeit mit meinem Dad verbringen, immerhin kennt er hier noch keinen."

"Ja klar. Passt perfekt! Magst du gerne Sport?"

"Ja ich liebe Sport!"

"Wie wärs wenn wir dann erst zusammen ein wenig Sport treiben und dann einen gemütlichen Filmeabend bei mir

machen?"

"Klingt sehr gut. Ich brauche sowieso mal wieder eine neue Trainingspartnerin. Allerdings nur unter der Bedingung, dass ich dann bei dir duschen darf!"

Sie lacht laut los.

"Natürlich! Ich will ja nicht, dass du stinkst wenn du neben mir beim Filmeansehen sitzt."

Ich stimmte in ihr Lachen mit ein. Ich haben noch ein wenig Spaß zusammen bis ich mich schließlich verabschiede und auf den Weg nach Hause mache.

Zuhause angekommen fragte ich meinen Dad ob er Lust hätte morgen seinen Tag mit mir zu verbringen. Er war total

begeistert und freute sich über mein Angebot. Wir beschlossen endlich einmal wieder Fotos zu schießen, was eine große Leidenschaft von uns beiden war und auch immer noch ist.

 

Am nächsten Tag schminke ich mich dezent und machen meine Haare schön. Dann suche ich mir verschiedene Outfits raus und mache mich mit meinem Dad auf die Suche nach einer schönen Kulisse. Da mein Dad schon eine weiß fahren wir mit dem Auto dorthin. Sie liegt ein Stückchen entfernt von der Stadt in der Nähe eines Sees. Wir verbrachten den ganzen Tag dort und ruhten uns nur zwischendurch ein wenig

aus und aßen die mitgebrachten Brötchen. Am Ende des Tages sind wir beide total fertig, aber auch richtig glücklich. Das Fotografieren hat uns nach so langer Zeit wieder unendlich viel Spaß gemacht. Ein Foto davon stellte ich als ich zuhause bin auf Instagram und ein anderes, das mich irgendwie genau so zeigt wie ich bin als Profilbild in Whatsapp.

Ich liebe solche Bilder, denn sie sind spontan und man kann einfach man selbst sein. Ich muss mich vor der Kamera nie verstellen und so viele lieben mein ehrliches Lachen. Es dauert nicht lange da bekomme ich auf Instagram schon die ersten Kommentare:

So hübsch!

Du wirst hier vermisst... :(

Immer noch sportlich wie damals ;)

So kennen wir dich

Meine Süße, sieht hammer aus

 

Und so weiter. Das war immer so. Meine Freunde von überall her schreiben mir immer liebe Kommentare. Auch bekomme ich immer sehr viele Likes auf meine Bilder, worauf ich allerdings nicht sehr viel Wert lege. Ich meine klar jeden freut es, da es doch ein Zeichen von Beliebtheit ist, aber was bringt mir das? Eben. Gar nichts. Umso mehr freut es mich allerdings, dass als ich Whatsapp öffne eine Nachricht von

Molly erscheint.

 

Wow, wie schön ist bitte dein neues Profilbild?!

 

Haha, du Süße, dankeschön!

 

Hast du das heute aufgenommen?

 

Ja mit meinem Dad.

 

Das zeigt dich irgendwie genau so wie ich dich kennengelernt habe. Offen, freundlich, lachend und glücklich.

Du bist so eine Liebe! Ich mag dich irgendwie jetzt schon so gerne.

 

Ich dich auch ich bin total froh dich kennengelernt zu haben. Aber eine Frage habe ich, Mila. Wieso hast du das Modeln aufgehört, wenn es dir noch immer so extrem liegt?

 

Weißt du es liegt eine ziemlich harte Zeit hinter mir, ich kann es dir einmal persönlich sagen, schreiben möchte ich darüber ungern das finde ich irgendwie nicht richtig.

Oh natürlich das musst du auch nicht.

 

Danke für dein Verständnis, Molly.

Das ist selbstverständlich. Ich freue mich allerdings schon darauf dich näher kennenzulernen. Denn bis jetzt weiß ich

noch nicht so viel über dich, nur das du unglaublich nett und fotogen bist und dass dein Dad total gute Fotos macht.

 

Das mit dem Fotografieren ist eine Leidenschaft von mir und meinem Dad, wenn du willst kann ich auch mit dir einmal Fotos machen.

Oh ja ich hab immer noch kein schönes Profilbild von mir.

Soll ich gleich am Freitag wenn ich bei dir übernachte meine Kamera mitnehmen?

 

Braucht dein Dad die Kamera am Freitag?

 

Dein jeder von uns hat seine eigene Kamera, also das dürfte kein Problem werden.

 

Na gut, dann sehr gerne. Lass uns aber bitte vor dem Sport Fotos machen, sonst sehe ich ja unmöglich aus! 

Haha ja klar machen wir. Ich freue mich schon auf Freitag, aber ich gehe jetzt schlafen, Molly.

Gute Nacht.

 

Ich mich auch, Süße.

Gute Nacht.

Die nächsten Tage vergingen wie im Flug und ich freute mich schon riesig auf Freitag. Als es dann endlich soweit

ist, packe ich meine Schlafsachen, meine Badeartikel, eine enge Jeans und ein bauchfreies T-shirt, meine Kamera und noch ein paar Sachen, die ich zum Fotografieren benötige in meine Tasche und ziehe mir gleich meine Leggins und mein T-Shirt, die ich später auch zum laufen anlassen werde, an, da ich erstens oft so herumlaufe und zweitens ja nur Fotos mache und nicht selbst vor der Kamera stehen werde. Dann fahre ich mit dem Motorrad zu Molly. Sie wohnt nur etwa 12 Minuten von mir entfernt. Bei ihr angekommen schiebe ich mein Motorrad unter den Carport und gehe auf die Haustüre zu. Noch bevor ich klingeln kann reißt Molly diese schon

auf.

"Da bist du ja endlich!"

"Hey, Molly!"

Ich umarme sie herzlich und sie bittet mich herein.

"Mein Bruder ist gerade noch bei einem Freund, wir können also gleich ungestört Fotos machen. Deine Tasche kannst du in mein Zimmer legen, komm mit."

In ihrem Zimmer angekommen staune ich nicht schlecht. Eine Zimmerwand ist komplett mit Fotos und Postern beklebt und es sieht hammer aus. Ich entdecke sogar ein Foto von mir.

"Da bin ja ich", sage ich erstaunt.

"Ja das ist eines meiner Lieblingsfotos.

Ich hoffe es stört dich nicht."

"Ganz und gar nicht. Es freut mich ehrlich gesagt total."

"Das ist gut. Schau mal ich hätte mir dieses Outfit für die Fotos ausgesucht. Was sagst du dazu."

"Fühlst du dich wohl darin?",frage ich während ich mich zu dem Outfit umdrehe.

Wow, es ist wirklich ein schönes Outfit. Ein schönes, besticktes T-shirt und dazu eine enge dunkelblaue Hose.

"Ja, darin fühle ich mich wohl."

"Es sieht auch hammer aus. Na dann los, umziehen und dann werden Fotos gemacht."

Wir gehen nach unten, machen Musik an

und schießen Fotos und haben dabei unglaublich viel Spaß. Wir albern herum und flechten aus Blumen Kränze, die wir uns auf den Kopf setzten. Und dann schieße ich DAS Foto. Molly sieht dabei einfach nur traumhaft aus. Als ich es mir ansehe, bin ich richtig stolz.

"DAS ist es."

"Das ist was?"

"Das ist da perfekte Foto."

"Zeig her."

Neugierig kommt Molly zu mir. Als ich ihr das Foto zeige klappt ihr Mund leicht auf.

"Es ist echt schön."

"Du wirst erst noch schauen wie schön es noch wird."

"Häh?"

"Mich stört nur der Hintergrund auf dem Foto noch. Der lenkt irgendwie noch ab. Ich bearbeite es noch auf meinem Laptop, wenn es dir recht ist."

"Aber den hast du doch zuhause, oder?"

"Nein den habe ich dabei."

"Na dann los."

"Oke, aber du darfst erst das Endergebnis sehen."

"Das ist nicht fair!"

"Dann ist der Effekt viel größer, glaub mir."

"Na gut, aber dann beeile dich. Ich kann es kaum erwarten."

Eine Viertelstunde später bin ich fertig. Molly wartet schon die ganze Zeit ganz

aufgeregt.

"Molly, ich bin fertig."

Kaum habe ich das gesagt, sprintet sie auch mich zu und als sie dieses Mal das Foto sieht, klappt ihre Kinnlade wirklich nach unten.

"Wow. Das ist unglaublich! Wie hast du das hinbekommen?"

"Durch jahrelange Übung und durch meinen Dad, der mir unglaublich viel beigebracht hat."

"Es ist wunderschön, Mila. Ich hatte noch nie so ein schönes Foto von mir."

Ich kann ihr nur zustimmen. Das Foto ist wirklich unglaublich schön.

Molly sieht dabei schon viel reifer aus und so natürlich. Durch den schwarzen

Hintergrund sticht sie richtig hervor. Nachdem wir das Foto noch ein wenig bewundert haben und Molly es kurzerhand auf Facebook als Profilbild eingestellt hat, mit dem Spruch: Little moments like this, with people we won't forget 3, was mich total freut, beschließen wir nun endlich laufen zu gehen. Als wir eineinhalb Stunden später total erschöpft und verschwitzt wieder bei Molly ankommen, sagt Molly ich dürfe als erstes ins Bad, da ich der Gast bin. Ich bin ihr deshalb total dankbar. Also schnappe ich mir meine Badeartikel und mache mich auf den Weg ins Bad. Ich beeile mich natürlich, damit Molly nicht so lange warten.

Als ich in ein Handtuch gewickelt und mit nassen Haaren wieder in Mollys Zimmer gehe, sprintet sofort Molly ins Bad. Gerade als ich meine Dessous angezogen habe, reißt jemand die Zimmertür auf. Ich dachte es wäre Molly, die vielleicht ihre anderen Klamotten, oder ein Handtuch vergessen hat, doch dann sagt eine männliche Stimme plötzlich: "Kann ich dir vielleicht behilflich sein, obwohl mir das ausziehen deutlich mehr Spaß machen würde."

Ich schreie erschrocken auf und drehe mich um. Vor mir steht ein unglaublich heiß aussehender Kerl.

"Nein danke, ich kann mich durchaus

selbst anziehen und für dich wird es sicher nicht die Gelegenheit geben mich auszuziehen."

Schnell schnappe ich mir mein bauchfreies T-Shirt und ziehe es über.

"Das ist wirklich schade." Er kommt einen schritt auf mich zu und sieht mich anzüglich an.

"Hallo kannst du mal verschwinden? Ich ziehe mich gerade an!"

"Viele andere Mädels würden sich über meine Hilfe freuen."

"Tja ich bin aber keine von deinen Mädels."

"Vielleicht wirst du, aber eines davon."

"Ich werde sicher keines von deinen Flittchen."

Ich will ausholen und ihm eine klatschen, aber er scheint es zu bemerken und hält meine Hände fest um mich wenige Sekunden später näher an sich zu ziehen.

"Bist du dir da sicher?"

Verdammt es ist ganz schön schwer sich in der Nähe von ihm zu konzentrieren, obwohl ich ihn ja eigentlich noch gar nicht kenne. In diesem Moment fällt mir auf, was für wunderschöne blaue Augen er hat.

Man, Mila, reiß dich zusammen!

"Willst du mich gerade als billige Schlampe bezeichnen?", zische ich ihm entgegen.

"Das habe ich nie gesagt. Obwohl ich

nichts dagegen hätte."

Er lässt seinen Blick an mir hinunter gleiten.

"Obwohl, ein bisschen mehr Oberweite wäre mir schon lieber."

Wütend reiße ich mich los.

"Arschloch. Raus aus dem Zimmer, ich will mich anziehen!"

"Ich hab dich doch eh schon in Unterwäsche gesehen, Babe."

"Nenne mich nicht so."

"Wie? Babe?"

"Ja."

"Ich finde es passt zu dir. Babe, ja das passt definitiv. Wie heißt du eigentlich."

"Mila, obwohl ich nicht glaube das dich das etwas angeht."

Nachdem ich das gesagt habe, weiten sich seine Augen ein wenig und er tritt einen Schritt zurück.

"Du bist es wirklich",sagt er nun fast flüsternd.

"Wer bin ich?"

"Mila Lancaster."

"Woher weißt du das?"

"Meine kleine Schwester war und ist immer noch total begeistert von dir und hat mir erst neulich wieder gesagt wie hübsch du bist."

"Sie ist so eine Liebe."

Plötzlich wird sein Gesichtsausdruck ganz hart.

"Wehe du tust ihr weh, dann kann ich für nichts mehr garantieren!"

"Für was für einen Menschen hältst du mich eigentlich? Du hast mich jetzt schon als billiges Flittchen und nun auch noch als schlechten Menschen dargestellt. Du kennst mich doch nicht einmal." Auf einmal habe ich Tränen in den Augen. Auch er scheint es zu bemerken, weshalb ich schnell meinen Blick senkte. Doch er legte seine Finger unter mein Kinn und zwang mich dadurch ihn anzusehen.

"Sorry, das war dumm von mir. Aber es geht eben um meine kleine Schwester."

"Ich würde nie jemanden absichtlich verletzen. Wie kannst du nur so etwas von mir denken?"

"Es tut mir leid."

"Kannst du jetzt bitte gehen."

"Und du bist dir sicher, dass du nicht Hilfe beim anziehen brauchst."

Ich sehe ihn fassungslos an. Dieser Junge scheint es wirklich nicht zu verstehen. ich gehe ganz nah auf ihn zu fahre ihm leicht mit meinen Fingern über die Brust und sage:" Nein das schaffe ich schon noch alleine."

Dann drehe ich mich um und hole meine Hose. In dem Moment höre ich, wie die Badetüre geöffnet wird. Auch dieser Kerl scheint es zu bemerken, denn er schlüpft schnell aus dem Zimmer. Auf dem Gang ertönt jetzt Mollys Stimme.

"Oh hey Rayn! Seit wann bist du wieder hier?"

"Seit vorhin."

"Na gut. Ich sehe mir später noch einen Film mit Mila an, willst du mit sehen?"

"Ja klar, aber nur wenn es ein guter Film ist."

"Klar doch, dann bis später."

Kurz darauf kommt Molly ins Zimmer.

 

 









Kapitel 3

Rayns Sicht:

Nachdem Molly in ihrem Zimmer verschwunden ist und die Türe hinter sich zugezogen hat, stelle ich mich dahinter.

"Hast du Rayn schon kennengelernt?", höre ich meine Schwester fragen.

"Ja, aber es war keine so besonders erfreuliche Begegnung."

 "Oh nein was ist passiert."

 "Naja der erste Satz, denn ich von ihm gehört habe, war eine Anmache."

"Oh nein. Das tut mir echt leid, Mila. Ich hätte dich warnen sollen. Das war eigentlich total vorhersehbar."

"Schon okey, Molly. Es ist ja nicht deine Schuld."

"Wie findest du ihn sonst so?"

"Er hat unglaubliche Beschützerinstinkte dir gegenüber, davor habe ich großen Respekt."

"Ja, dadurch stehen wir uns sehr nahe.

Und sonst? Wie findest du ihn sonst so?"

Ich höre Mila lachen. Sie hat echt ein sehr schönes Lachen.

"Was meinst du damit?"

"Naja Aussehen, Charakter, so etwas halt."

"Das gute Aussehen liegt wohl in der Familie. Und seine Augen, die faszinieren mich echt, die sind richtig schön. Aber Charakter kann ich dir bis jetzt noch nicht viel gutes sagen, bis auf diesen Beschützerinstinkt."

Ich wende mich von der Tür ab und gehe in mein Zimmer. Oh man. Lauschen ist normal gar nicht meine Art, doch irgendwie macht mich dieses Mädchen neugierig. Nicht viele Mädchen hätte

nach meiner Anmache vorhin so reagiert, sondern hätten sich direkt an mich geschmissen. Das verwirrt mich. Sie scheint irgendwie anders zu sein. Ich finde es irgendwie zwar schade, dass sie nicht auf meine Anmache eingegangen ist, da ich sie richtig scharf finde und auch ihrer Oberweite nicht, wie ich behauptet habe, zu klein fand, sondern ehrlich gesagt perfekt groß, aber irgendwie macht es sie nur noch interessanter. Nur mein Freund da unten findet ihre Abneigung zu meiner Anmache extrem schade. Shit sie ist eine Freundin deiner Schwester reiß dich mal zusammen ermahne ich mich selbst, doch meinen kleinen Freund

scheint das null zu interessieren. Der findet Mila nur unglaublich heiß und kann es nicht erwarten sie zu spüren.

Wie hat sie das mit mir angestellt, dass ich sie, kaum nachdem ich sie das erste mal gesehen habe unbedingt ficken will? Liegt es daran, dass sie mich nicht sofort ran gelassen hat? Nein, das nicht. Das haben vor ihr auch schon ein paar Mädchen und auch bei ihnen hat es mir nichts ausgemacht. Nachdem ich mir jetzt einen runter geholt habe und später noch ein bisschen Musik gehört habe, ruft mich Molly zum Essen.

Also gehe ich nach unten. Schon auf der Treppe steigt mir ein unglaublich köstlicher Geruch in die Nase. Gekocht

wird bei uns eher selten. Meine Eltern geben uns, wahrscheinlich als Entschuldigung dafür, dass sie nie da sind, genug Geld, dass wir uns so ziemlich jeden Tag etwas bestellen können. In der Küche bestätigt sich nun mein Verdacht. Der Tisch war schön gedeckt und es standen mehrere Töpfe darauf.

"Ihr habt gekocht?", frage ich verwundert.

"Ich habe noch nie jemanden getroffen, der so gut kocht wie Mila, ich schwörs dir, Rayn."

Mila dreht sich um und wird leicht rot. Das sieht echt total süß aus. Verdammt! Süß? Was ist denn mit mir los? Seit wann

finde ich so etwas süß? 

"Naja so gut koche ich nun auch wieder nicht."

"Paperlapap! Das brauchst du gar nicht leugnen. Und jetzt setzt euch sonst wird das Essen kalt."

Also setze ich mich auf meinen Platz und Molly auf ihren. Mila sitzt jetzt gegenüber von mir. Ich tu mir etwas von dem Fleisch und den Beilagen auf den Teller und probiere ein Stück. Daraufhin weiten sich meine Augen ein Stück und ich sehe Mila an. Diese blickt verunsichert zurück.

"Wow, Molly hat echt nicht gelogen. Wie gut kochst du bitte?", gebe ich erstaunt von mir. Das Essen war einfach

nur köstlich.

"Ach ihr übertreibt."

"Wo hast du gelernt so zu kochen?"

"Meine Mutter hat mir das gelernt.", als sie das sagt wird ihre Stimme leicht traurig. Habe ich etwas falsches gesagt? Ich sehe zu Molly, die kaum merklich den Kopf schüttelt. Sie weiß also Bescheid. Also tue ich so als hätte ich nichts bemerkt und esse genüsslich weiter. Als wir fertig sind und gemeinsam abgeräumt haben gehen die Mädchen nach oben um sich gleich ihre Schlafsachen anzuziehen und ich gehe gleich ins Wohnzimmer. Als sie wieder nach unten kommen, sehe ich Mila an. Sie hat kurze Mädchenboxershorts und

ein bauchfreies T-Shirt an. Sie scheint meinen Blick zu bemerken und sieht mich fragend an.

"Meinst du nicht, dass dir so kalt wird?", frage ich kühl.

Sie zuckt ein wenig zusammen und ich sehe in ihren Augen, dass ich sie verletzt habe. Verdammt, wieso mache ich das?

"Wir haben ja schließlich Decken und ich habe auch fast nichts anderes an als Mila", antwortet mir Molly sauer. Ich sehe ihr an, dass sie enttäuscht von mir ist. Entschlossen sehe ich von ihnen weg.

"Sehen wir uns einen Horrorfilm an?", fragt Molly nun.

Mila lacht und antwortet: "Sag mal steht

ihr hier alle auf Horrorfilme? Mit Finn musste ich mir letztens auch einen ansehen." Ruckartig drehte ich meinen Kopf wieder zu ihr.

"Du kennst Finn?", frage ich sie erstaunt.

"Ja, er wohnt neben mir."

"Dann bist du das Mädchen von dem er mir erzählt hat."

"Er hat von mir erzählt?", fragt sie mich interessiert. Wieso stört mich das bloß, dass er sie zu interessieren scheint?

"Ja aber nicht viel",antworte ich schnell. Das war gelogen. Er hat mir ehrlich gesagt ziemlich viel von ihr erzählt, allerdings nie ihren Namen erwähnt. So wie er sie beschrieben hat ist sie ein ziemlich tolles Mädchen. Sie

war sogar schon bei ihm, aber gefickt haben die beiden noch nicht, das weiß ich.

Wir setzten uns auf die Couch und ich setzte mich ohne groß nachzudenken neben Mila, sodass auf dem kleinen Sofa kaum mehr Platz für Molly ist. Auch Mila scheint das aufzufallen, denn kurz darauf fragt sie:"Oh, Molly, willst du dich auf die Couch setzen, ich will dir nicht deinen Platz wegnehmen."

"Oh nein, kein Problem. Ich sitze eh am liebsten im Sessel", sagt sie ganz ernst, was glatt gelogen war.

Molly saß sonst immer auf der Couch. Nun wirft sie uns auch noch eine Decke zu und sagt:"Hier ein Decke wird euch

schon reichen oder?"

Mila sieht mich verunsichert an, aber ich nicke nur und sehe Molly an, doch diese ist ganz mit dem Fernseher beschäftige. Also nehmen ich die Decke und lege sie über meine und Milas Beine. Diese hat sie angewinkelt auf die Couch gelegt, wodurch sie leicht zu mir gelehnt dasitzt. Ich würde nur zu gerne wissen was Molly hier für ein Spiel spielt. Als erstes das mit dem Horrorfilm, Molly hasst Horrorfilme, dann das mit ihrem Platz auf der Couch und jetzt das mit der Decke. Das Einzige was ich weiß ist, dass Mila definitiv nichts davon weiß. Das sehe ich ihn ihren Augen als ich sie unauffällig

ansehe.

Sie hat wunderschöne Augen. Haselnussbraun mit kleinen goldenen Sprenkeln. Ich muss mich überwinden meinen Blick von ihr abzuwenden.

Als wir uns den Horrorfilm dann ansehen, drückt sich Mila schon bei der ersten spannenden Stelle an mich. Sie scheint es gar nicht zu bemerken, so vertieft ist sie in den Film. Deshalb lege ich wie von selbst meinen Arm um sie und ziehe sie ein wenig näher an mich. Sie lässt es geschehen. Auch als ich beginne mit ihren Haaren zu spielen. Bei der nächsten gruseligen Stelle vergräbt sie sogar ihr Gesicht an meiner Brust. 

"Keine Sorge, das ist nur ein Film",

raune ich ihr ganz leise, sodass es Molly nicht mitbekommt, mit meiner rauen Stimmt ins Ohr.

Sie zuckt leicht zusammen und sieht mich dann an. Dann dreht sie ihren Klopf so, dass sie ganz nah an meinem Gesicht ist.

"Ich weiß, und trotzdem macht es mir Angst. Kindisch, ich weiß."

"Ganz und gar nicht."

Sie lächelt mich an und wendet sich wieder dem Film zu. Ich ziehe sie noch ein Stück weiter zu mir, sodass sie fast auf meinem Schoß sitzt und lege beide Arme um sie. War das Mollys Plan? Wollte sie uns verkuppeln? Nein, dass bezweifle ich.

Milas Sicht:

Das war echt süß von ihm. Es kommt mir fast so vor als wolle er mich vor dem Film beschützen, als würde er bemerken wie extrem große Angst ich dabei habe. Er zieht mich noch ein Stück zu sich, sodass ich nun ganz nahe bei ihm bin. Wieso zieht mich seine Nähe nur so an? Eigentlich habe ich das Gefühl als würde ich ihn für das wie er mich vorhin beleidigt hat, nicht mögen, doch gleichzeitig finde ich ihn unglaublich heiß. Als er mir vorhin mit seiner rauen Stimme zugeflüstert hat, begann mein Herz schneller zu schlagen und auch jetzt, wo er wieder begonnen hat mit meinen Haaren zu spielen scheint

es sich nicht beruhigen zu wollen. Aber vielleicht liegt es ja auch nur am Film, denn der ist wirklich ziemlich gruselig. Nachdem der Film endlich aus ist beschließen wir uns noch irgendeinen harmlosen Film anzusehen. In der Mitte des Films muss ich wohl eingeschlafen sein - ich habe das so an mir leicht einzuschlafen -, denn als ich die Augen wieder öffne ist es draußen schon hell und ich liege in Mollys Zimmer. Von Molly ist keine Spur also gehe ich ins Bad um mich ein wenig frisch zu machen, ziehe mein T-Shirt und meine Jeans an und gehe nach unten.

"Na Schnarchzapfen, bist du endlich ausgeschlafen?", werde ich in der Küche

von Rayn begrüßt.

"Ich habe geschnarcht?", frage ich nach. Oh nein, bitte nicht, wie peinlich wäre das denn?!

"Nein hast du nicht, du hast geschlafen wie ein kleines Baby. Ich habe noch nie jemanden so süß schlafen sehen wie dich", antwortet mir Molly und wirft Rayn einen bösen Blick zu, den er gekonnt ignoriert.

"Setz dich zu uns wir haben schon Frühstück gemacht", sagt nun Molly, also setze ich mich zu ihnen an den Tisch.

"Die anderen wollen heute Abend ausgehen und wollen, dass du mitkommst. Du bist doch dabei oder?"

Ich bin mir nicht sicher, doch als Molly mich flehend ansieht, kann ich nur zusagen. Sie freut sich total, dann wendet sie sich Rayn zu.

"Hast du eigentlich schon mein neues Facebookprofilbild gesehen?"

"Ne, seit wann hast du ein neues?", fragt er mit vollem Mund.

Er hat echt keine Manieren.

"Mila hat es gestern von mir aufgenommen, warte ich zeige es dir."

Schnell packt sie ihr Handy aus und hält ihm das Bild vor die Nase. Als er es sieht weiten sich seine Augen leicht und er sieht mich an. In seinen Augen sehe ich reine Bewunderung.

"Du hast das Bild aufgenommen?"

"Ja, hat sie. Unglaublich oder?", ruft Molly dazwischen.

Ich werde schon wieder rot. Oh man, ich hasse das. Das ist total peinlich.

"Ja, unglaublich", sagt er, ohne den Blick von mir abzuwenden. Auch ich halte seinem Blick stand, bis er sich räuspert den Kopf schüttelt und aufsteht.

"Naja egal, sieht nicht schlecht aus Molly."

"Nicht schlecht, dein Ernst Rayn?", fragt Molly sauer.

Er zuckt nur leicht mit den Schultern und geht dann aus der Küche, ohne sich noch einmal umzudrehen. Komischer Kerl.

Kurz nach dem Frühstück verabrede ich

mich mit Molly für heute Abend zum herrichten für die Party bei mir. Dann schiebe ich ich mein Motorrad unter dem Carport hervor, ziehe meine figurbetonende Bikerjacke an, setze den Helm auf und schwinge ein Bein über das Motorrad. In dem Moment merke ich, wie mich jemand anstarrt, also wende ich meinen Blick zum Fenster. Und tatsächlich. Hinter einem der Fenster steht Rayn und sieht mich an. Seinen Blick kann ich jedoch null deuten. Er sieht so zurückgezogen aus. Zum Glück bemerkt er meinen Blick durch die getönte Visierscheibe meines Helmes nicht.

Ich starte den Motor und fahre davon.

Zuhause angekommen teile ich meinem Dad mein Vorhaben für den Abend mit und er scheint sich sehr für mich zu freuen, dass ich so schnell Anschluss gefunden habe.

Oben suche ich mir denn erst einmal ein schönes Kleid heraus. Es ist schwarz, leicht rückenfrei und betont meine, zugegeben recht schöne, Figur. Dazu lege ich mir noch schwarze High Heels und dann rufe ich Finn an. Nachdem wir telefoniert haben weiß ich, dass wir zu sechst ausgehen werden: Finn, Molly, Rayn, ich und noch zwei weitere Freunde von den Dreien.

Molly kommt dann so gegen 20:00 Uhr zu mir und wir gehen gemeinsam nach

oben. Sie ist ganz begeistert von unserem Haus. Als sie meinen begehbaren Kleiderschrank sieht kreischt auch sie los.

Als erstes machen wir uns ans Schminken. Ich schminke mich dezent und betone aber meine Augen mehr als sonst, sodass diese mehr herausstechen. Anschließend sind die Haare dran. Ich glätte Mollys Naturlocken und sie macht mir in meine glatten Haare ein paar große Locken, die mir schön über den Rücken fallen. Als wir fertig sind, staunen wir nicht schlecht. Wir sind begeistert vom Ergebnis.

Schnell schlüpfen wir in unsere Kleider. Molly hat ein kurzes, trägerloses Kleid

und dazu rote High Heels an. Dann bestellen wir uns ein Taxi und machen uns auf den Weg zur Discothek. Von weitem können wir schon die Anderen sehen. Als wir aussteigen kommen sie auf uns zu.

"Wow, ihr zwei seht echt heiß aus", begrüßt uns Finn grinsend. Ich lächle ihn an.

"Meint ihr nicht, dass die Kleider ein wenig zu kurz sind", fragt Rayn uns verächtlich.

Was ist den mit dem schon wieder los?

"Du hältst mich doch eh schon für ein billiges Flittchen, also kann dir das doch egal sein", gebe ich schnippisch zurück, hacke mich bei Finn unter und

gehe an ihm vorbei. Natürlich nicht ohne einen gekonnten Hüftschwung, den ich als Model gelernt habe. Ich spüre förmlich seinen Blick auf meinem Arsch, was mir nun wirklich egal ist. Und überhaupt, so kurz ist mein Kleid nun wirklich nicht, es reicht circa bis zehn Zentimeter unter den Arsch und wenn ich mich hier umsehe, ist mein Kleid definitiv eines der Längeren.

"Was war das denn gerade?", fragt Finn mich nun erstaunt.

"Sagen wir einfach Rayns und meine erste Begegnung verlief nicht gerade prickelnd."

"Er hat dich angemacht oder?"

"Ja, aufs Übelste."

"Ich hätte dich vermutlich vorwarnen sollen, es war klar, dass er dich früher oder später anmachen würde."

"Wieso war das klar?"

"Erstens: sieh dich doch mal an. So hübsch wie du bist würde dich vermutlich jeder Junge, der nur ein wenig Mut hat ansprechen und zweitens: Rayn ist ein Playboy."

"Toll, das soll er mal schön lassen."

"Gefällt er dir nicht?"

"Doch klar... ."

"Aber?"

"Einerseits ist er total lieb und auf der anderen Seite hat er so ein blödes Benehmen, so wie eben. Was sollte das?"

"Er hat wohl deine Abfuhr nicht ganz

verkraftet. Anders kann es nicht sein, denn er findet dich definitiv heiß."

"Du bist süß Finn."

"Danke, aber wie kommst du jetzt darauf?"

"Das ist mir gerade wieder aufgefallen. Du bist einfach der tollste beste Freund den ich je hatte."

"Das ist schön zu hören", sagt Finn und gibt mir einen leichten Kuss auf die Wange. Hinter mir höre ich, wie jemand lautstark die Luft einzieht. Was war das denn? Naja egal.

Drinnen angekommen ziehe ich erst einmal Finn auf die Tanzfläche. Ich liebe tanzen. Doch kaum eine Viertelstunde später steht Rayn neben

uns.

"Darf ich mal ablösen?", fragt er Finn.

"Klar doch, du kennt doch mich und meine zwei linken Füße", lachend geht Finn von der Bühne und lässt mich mit Rayn alleine.

"Hast du nicht Angst jemand könnte dich mit so einem 'Flittchen' wie mir sehen?", zische ich ihn an.

Ja, ich bin immer noch sauer wegen vorhin.

"Jetzt hab dich doch nicht so, Ich hab nur darauf hingewiesen, dass dein Kleid sehr kurz ist."

"Hast du dich mal umgesehen? Die Kleider der anderen Mädchen sind noch viel kürzer."

"Die sind ja auch nicht mit mir hier."

"Ach komm schon. Mit wie vielen von diesen Flittchen hattest du schon etwas?"

Er sieht mich verlegen an.

"Siehst du also urteile nicht über mich."

In diesem Moment ertönt ein langsamer Song im Club und es bilden sich Paare, die eng zusammen tanzen. Entschlossen drehe ich mich um und will von der Tanzfläche gehen, doch da hält mich Rayn an der Hand fest und dreht mich wieder zu sich. Plötzlich ist mein Gesicht nur wenige Zentimeter von seinem entfernt. Er legt seine Hände um meine Hüfte und zieht mich noch ein Stück näher zu sich. Ich lege meine Arme um seinen Hals und sehe ihm in die

Augen. Ich kann seinen Blick aber leider nicht deuten. Was soll das denn jetzt? Er fährt mit seinen Fingern über meinen nackten Rücken bis er wieder den Stoff meines Kleides berührt, ganz knapp über meinen Po hält er kurz inne. Wieso lasse ich das mit mir geschehen. Als er dann allerdings mein Gesicht mit seiner Hand berührt, sein eigenes leicht neigt und immer näher kommt reiße ich mich entschieden los, drehe mich um und gehe von der Tanzfläche. Was war das denn gerade? Ich hätte mich fast nicht mehr beherrschen können. Schnell gehe ich an die Bar und bestelle mir einen Drink. Schon werde ich von einem Kerl rechts von mir angesprochen.

"Hey wer bist du denn?"

Ich kenne ihn zwar nicht, habe aber im Moment auch sehr wenig Lust auf Smalltalk.

"Tut mir leid, ich bin gerade nicht in der Stimmung um zu plaudern", gebe ich daher wenig freundlich zurück. Beleidigt zieht er von Dannen.

"Was war das denn gerade?", fragt mich Finn, der plötzlich neben mir steht.

"Was meinst du? Das mit Rayn, oder das mit dem Kerl gerade?"

"Das du diesem armen Kerl gerade einen miesen Korb gegeben hast, habe ich mitbekommen", sagt er grinsend,"ich meine das mit dir und Rayn."

"Das wüsste ich auch gerne. Was sollte

das?"

"Naja ihr habt ziemlich eng getanzt und er hat das wohl als perfekte Gelegenheit gesehen dich zu küssen."

"Er wollte mich also wirklich küssen?"

"Soweit ich ihn kenne, ja."

"Oh man dann habe ich heute schon zwei Kerlen einen Korb gegeben."

"Ich glaube das schadet Rayns Ego nicht. Bereust du es, ihn nicht geküsst zu haben?"

"Keine Ahnung", gebe ich wahrheitsgemäß zurück. Ich lasse meinen Blick durch die Menge schweifen. Und da sehe ich ihn wieder. Dieses mal tanzt er eng umschlungen mit irgendeiner blonden Tusse. Seine

Hände liegen auf ihrem Arsch. Es scheint als würde sie ihn küssen wollen, doch in diesem Moment dreht er seinen Kopf und begegnet meinem Blick. Mir wird schlecht.

"Ich muss hier weg", presse ich heraus und da auch Finn meinen Blick gefolgt war, lässt er mich gehen.

 Ich renne aus dem Club und dann die Straße entlang, dann erst werde ich langsamer. Ich habe Tränen in den Augen. Verdammt wieso hat mir denn das jetzt etwas ausgemacht? Aber gut welches Mädchen würde das gerne sehen? Er hat sich zuerst an mich ran gemacht und als ich nicht nicht zu haben war hat er sich sofort eine Andere

gesucht. Aber gut irgendwie bin ich ja auch selbst schuld. Wieso habe ich es zugelassen, dass wir so eng tanzen, ich mag ihn doch eigentlich gar nicht!

"Mila!", höre ich jemanden nach mir rufen.

Finn? Nein, seine Stimme war das nicht. Doch schon im gleichen Moment sehe ich, wie Rayn um die Ecke kommt.

"Verschwinde!", rufe ich ihm  entgegen.

"Mila, verdammte Scheiße! Was sollte das?"

"Was meinst du damit?"

"Wieso rennst du einfach aus dem Club?"

"Ist das gerade dein Ernst?", frage ich ihn entgeistert.

Er scheint es echt nicht zu begreifen.

"Du bist so ein Arsch, Rayn."

Er kommt auf mich zu und schon wieder habe ich Tränen in den Augen.

"Geh weg, verdammt!"

"Nein, ich will aber nicht." Seine Stimme ist plötzlich ganz sanft.

"Ich will dich aber nicht sehen."

"Wieso bist du aus dem Club gelaufen?"

"Weißt du was das für ein Gefühl war? Zuerst machst du dich an mich ran und als ich dich nicht ran lasse machst du sofort mit einer anderen rum."

"Ich habe nicht mit ihr rumgemacht."

"Ach komm ich habe dich doch gesehen."

"Wir haben nur getanzt."

"Das habe ich gesehen."

"Und außerdem sind wir nicht zusammen,

also bin ich dir auch keine Rechenschaft schuldig."

Schön langsam werde ich sauer. Wütend beiße ich auf meine Lippen um ihn nicht anzuschreien.

"Zum Glück nicht. Mit so einem wie dir möchte ich nicht einmal zusammen sein."

Ich drehe mich um und gehe davon, als ich wieder herumgedreht werde und plötzlich Rayns Lippen auf meinen spüre. Zuerst bin ich erschrocken, doch dann erwidere ich seinen Kuss. Ich drehe mich ganz zu ihm um, schließe die Augen und schmiege mich an ihn. Er drückt mich an die Wand, die hinter mir ist und ich lege meine Hände um seinen Hals um ihn noch näher zu mir zu ziehen.

Er spaltet meine Lippen mit seiner Zunge und umspielt meine damit. Ich stöhne leise auf. Verdammt was mache ich da. Ich kann deutlich seine Erregung in seiner Hose spüren, doch als er nun mit einer Hand meinen nackten Oberschenkel hinauffährt, stoppe ich ihn für einen kurzen Moment.

"Warte", flüstere ich zwischen zwei Küssen.

Kurz lässt er von mir ab.

"Was ist mit Molly. Ich glaube nicht, dass sie das so toll finden würde."

"Würde? Jetzt ist es doch eh schon egal."

Für ihn scheint das Thema abgehackt zu sein, denn er will mich schon wieder küssen. Ich halte ihn davon ab, indem ich

ihm meine Hand auf die Brust lege und ihn leicht von mir schiebe. Er verdreht die Augen.

"Mila. Jetzt mach dich doch nicht verrückt. Molly wird das verstehen."

"Sie ist im Moment meine einzige gute Freundin hier und ich möchte das nicht aufs Spiel setzen."

"Sie hatte am Freitag auch nichts dagegen. Sie hat sich sogar gefreut, dass ich dich nach oben getragen habe."

"Du hast mich nach oben getragen?"

"Natürlich wie wärst du sonst in dein Zimmer gekommen? Obwohl das nicht einmal leicht war, so schwer wie du bist."

Ich sehe ihn fassungslos an. Ich und

schwer? Der hat sie wohl nicht mehr alle. Solche Kerle sind der Grund, wieso so viele Mädchen magersüchtig sind und sich nicht mehr hübsch finden. Entschlossen will ich ihn wegschieben. Leider ist er definitiv stärker wie ich und ich schaffe es nicht. Plötzlich wird sein Gesichtsausdruck hart und er drückt mich erneut gegen die Wand. Er legt eine Hand rechts neben meinen Kopf und die andere in meinen Nacken. Dann küsst er mich erneut, doch nicht so wie zuvor. Nun fühlen sich seine Lippen hart und seine Küsse viel verlangender an. Ein heißer Schauer jagt mir über den Rücken. Verdammt fühlt sich das gut an. Er fährt mit seinen Händen über meine

Brüste und massiert sie leicht. Erneut beginne ich zu stöhnen. Er grinst in den Kuss hinein, doch es ist kein freundliches Grinsen. Es wirkt eher wie ein Siegergrinsen. Er meint also er hat mich für sich gewonnen? Schlagartig höre ich auf zu stöhnen und schmiere ihm eine.

"Fass mich nie wieder an", zische ich ihm entgegen.

Er hält sich die Wange und sieht mich immer noch grinsend an.

"Ach komm, als hätte es dir nicht gefallen, Babe."

Ich drehe mich einfach weg und gehe die Straße zurück.

"Ach ja. Ich würde nicht mehr zu den

anderen in den Club gehen, deinen Haaren nach zu urteilen würde jeder vermuten, dass du gerade so richtig hart durchgenommen wurdest."

Anstatt ihm zu antworten, zeige ich ihm ohne mich umzudrehen den Mittelfinger. Vorne an der Straße, gehe ich zu einem Taxi und setzte mich hinein.

Der Taxifahrer, ein älterer Herr, der ziemlich freundlich aussieht, sieht mich fragend an. Ich schüttele nur erschöpft den Kopf und nenne ihm meine Adresse. Ich will nur noch nach Hause. Dort angekommen ziehe ich mich nur noch schnell um und lasse mich dann ins Bett fallen.

Kapitel 4

 Rayns Sicht:

 

Diese Mädchen bringt mich noch um den Verstand. Was ist nur los mit mir? Warum beleidige ich sie nur immer? Und wieso möchte ich sie, kaum dass ich sie sehe sofort küssen? Klar sie ist mega heiß und hat einen Traumkörper, aber das haben auch noch andere. Aber bei ihr

ist das anders. Ich kann die Augen kaum von ihr abwenden. Deshalb musst ich mich auch vorhin mit dieser Tusse ablenken. Die war ja nicht einmal hübsch, aber eben leicht zu haben. Ich lehne mich an die Wand, an die ich sie vorhin gedrängt habe. Was habe ich nur wieder falsch gemacht? Sie ist doch total auf mich eingegangen. Sie hat sich nicht einmal abgewendet, als ich ihre Titten gestreichelt habe.

Erst als meine Schwester ins Spiel kam wurde sie unsicher. Und dann? Stimmt, dann habe ich gesagt, dass sie schwer war, was natürlich überhaupt nicht stimmt. Sie war total leicht und ich hatte keinerlei Schwierigkeiten, sie zu

heben. Wieso habe ich das dann gesagt? Und wieso hat es mich vorhin gestört, als Finn ihr einen Kuss auf die Wange gegeben hat? Sie ist schließlich nicht mein Besitz!

Um mich abzulenken gehe ich zurück in den Club, in dem mich schon wieder das nächste Mädchen angräbt. Ich gehe auf ihre Anmache ein und stehe wenig später mit ihr draußen in einer anderen Seitengasse. Noch immer sind meine Gedanken bei Mila. Entschlossen hebe ich das viel zu voll gekleisterte Mädchen auf einen Stromkasten, der in der Nähe steht, hebe ihr den Rock hoch, ziehe ihr den String zur Seite und dringe ohne großes Vorspiel in sie ein. Schon

stöhnt sie laut auf. Kann sie nicht still sein? Ich will an Mila denken. Ist das falsch? Ist es falsch, dass ich hier während ich mit solch einem Flittchen vögele nur an Mila denke. Ach, ich sollte mich einfach ein bisschen ablenken, sicher bin ich nur kurzfristig ein wenig von ihr abgelenkt worden. Ich stoße noch ein paar mal hart meinen Schwanz tief in das Mädchen, dass ich nicht einmal kenne bevor ich komme. Dann ziehe ich meinen Schwanz aus ihr heraus und verschließe meine Hose. Sie sitzt noch immer mit weit gespreizten Beinen vor mir.

"Willst du mich nicht auch noch zum Höhepunkt bringen?", flüstert sie mir

angeregt zu.

"Ich muss los, sorry", lüge ich.

Sie sieht mich enttäuscht an, doch ich drehe mich einfach um und gehe. Komisch sonst besorge ich es den Mädchen so richtig, aber irgendwie ist mir heute die Lust vergangenen.

Den restlichen Sonntag verbringe ich damit mir ein paar Vorwürfe von Finn anzuhören, der natürlich mitbekommen hat, dass zwischen mir und Mila etwas lief. Ich solle sie nicht als eines meiner Sexobjekte sehen. Hallo? Spinnt der? Ich bin sein bester Freund und er kennt meine Art nun wirklich schon lange genug!

Durch ein Klopfen an der Tür werden

meine Gedanken unterbrochen.

"Ja?", gebe ich genervt von mir.

"Da hört sich ja jemand begeistert an."

Meine kleine Schwester kommt ins Zimmer und lässt sich neben mich aufs Bett fallen.

"Wehe du machst mir jetzt auch noch Vorwürfe wegen gestern", knurre ich sie an.

"Nein für seine Gefühle kann man nichts."

"Gefühle? Vergiss es, ich hasse das Mädchen."

"Erstens ist Hass auch ein Gefühl und zweitens lügst du."

"So ein Schwachsinn. Du kennst mich, ich bin ein Playboy."

"Du bist nur ein Playboy um dich vor deinen Gefühlen zu schützen."

"Selbst wenn, so bin ich eben und ich lasse mir sicher nicht mein Konzept durch so ein Mädchen durcheinander bringen."

"Sie verwirrt dich, stimmts?"

"Sie nervt mich. Seit sie da ist verhalten sich alle anders. Du und Finn ganz besonders."

"Nur weil wir erkannt haben, dass sie auch besonders ist, aber keine Sorge das wirst du früher oder später, wenn du es zulässt, auch noch begreifen."

Mit diesen Worten verlässt Molly wieder mein Zimmer. Was soll denn das? Verschwören sie sich jetzt alle gegen

mich? Die können mich alle mal. Wütend schleudere ich den Football, den ich die ganze Zeit gegen die Wand geworfen habe, quer durchs Zimmer.

 

Milas Sicht:

 

Ich bin ganz schön aufgeregt. Morgen beginnt mein erster Schultag an einer neuen Schule. Man sollte meinen das ich das inzwischen gewohnt sein sollte, doch so ist es nicht. Finn hat mir versprochen mit mir zusammen mit dem Motorrad hinzufahren. Gerade suche ich mir heraus was ich anziehen will. Am Ende entscheide ich mich für eine enge Jeans und ein leicht bauchfreies Top mit

langem Cardigan darüber. Diesen werde ich ins Helmfach legen, da es sicher doof aus schaut wenn er unter meiner Lederjacke hervorlugt. Abends sehe ich noch ein wenig fern und gehe dann frühzeitig ins Bett um am nächsten Tag ausgeschlafen zu sein. Nachdem ich mir den Wecker gestellt habe schlafe ich sofort ein.

Als ich am nächsten Morgen durch meinen Wecker unsanft geweckt werde muss ich mich überwinden aus dem warmen Bett zu kriechen.

Nachdem ich schnell geduscht habe richte ich meine Haare und schminke mich dezent. Dann schlüpfe ich in meine Klamotten und ziehe meine weinroten

Vans an. Nachdem ich mir meine Echtledertasche mit einem Block und ein paar Stifte geschnappt habe, werfe ich noch einen Apfel dazu, verabschiede mich mit einem Kuss auf die Stirn von meinem Dad und gehe nach draußen. Dort atme ich erst einmal die Morgenluft ein und sehe mich dann nach Finn um. Auch er steht vor seinen Motorrad und winkt mir zu. Ich lege meinen Cardigan in das Helmfach, ziehe meine Lederjacke an und starte den Motor meines Motorrades. Dann fahre ich hinter Finn her zur Schule. Dort angekommen, spüre ich direkt die Blicke von einigen Schülern. Ich steige elegant von meinem Motorrad ab, nehme den

Helm vom Kopf und schüttle meine Haar. Als ich mich umsehe, starren mich wirklich einige Schüler an. Einige Mädchen sehen mich freundlich an, andere herablassend und wieder andere neidisch. Auch einige Jungs sehen mich an, bei den meisten erkennt man sofort, dass sie mich heiß finden. Das verunsichert mich ein wenig. 

"Du scheinst keine schlechte Wirkung auf die Jungs hier zu haben", flüstert mir auch Finn zu. Da entdecke ich in der Menge auch Rayn. Als sich unsere Blicke begegnen sieht er mich ausdruckslos an. Da versteh mal einer diesen Kerl!

Schnell wende ich meinen Blick ab und

gehe mit Finn in das Gebäude, wo er mir sogleich das Sekretariat zeigt. 

"Schaffst du den Rest alleine, Süße?", fragt er mich.

"Ich denke schon", gebe ich unsicher zurück und gebe ihm einen leichten Kuss auf die Wange, dann betrete ich das Sekretariat. Eine unfreundliche Sekretärin sieht mich an.

"Mein Name ist Mila Lancaster und ich soll hier meinen Stundenplan abholen."

"Ja hier. Du hast Mathematik in der ersten Stunde. Raum 135. Treppe rauf, Gang entlang letzte Tür rechts."

Ich bedanke mich und mache mich auf den Weg.

Vor der Tür angekommen atme ich noch

einmal tief durch, bevor mich eine eher junge, männliche Stimme hereinbittet. Als ich eintrete steht ein sehr junger, gut aussehender Lehrer vor mir.

"Guten Tag, wie kann ich dir behilflich sein?"

"Hallo, ich bin Mila, die neue Schülerin."

"Ah ja, Mila Lancaster, richtig?"

" Ja genau."

"Ich denke vorstellen wirst du dich nicht groß müssen wir sind schließlich nicht mehr in der Unterstufe."

Dafür bin ich ihm sehr dankbar.

"Setzt dich doch bitte auf den freien Platz neben Rayn. Wir reden gerade über unsere Exkursionsfahrt übernächste

Woche, weißt du davon schon etwas?"

"Nein noch nicht."

"Wenn du möchtest könntest du dich bis Ende dieser Woche noch bei mir melden. Der Rest der Klasse fährt auch mit und ich denke, das wäre für dich keine schlechte Gelegenheit den Anschluss zu finden."

Ich nicke ihn dankbar an und sehe mich im Raum um. Neben Rayn soll ich mich setzen, dass wir doch nicht dieser... . Doch wird er. In der vorletzten Reihe am Rand sitzt er alleine auf einer Doppelbank und neben ihm Finn und ein weiterer Freund, der am Freitag beim feiern dabei war.

Finn grinst mich schon an und so gehe

ich auf ihre Reihe zu, schenke Finn noch ein Lächeln und setze mich dann neben Rayn.

Die Hälfte der Stunde ist schon um und ich bemerke, wie mich Rayn die ganze Zeit anstarrt.

"Habe ich etwas im Gesicht, oder wieso starrst du mich so an?", zische ich ihn nicht gerade freundlich an.

"Ich habe dich nicht angestarrt."

"Das ist gelogen."

"Woher willst du das wissen?"

"Ich merke doch, dass du mich anstarrst."

Ups das war vielleicht eine etwas komische Aussage. Ich merke es wenn er mich anstarrt? Auch er zieht eine

Augenbraue nach oben und sieht mich belustigt an. Verdammt sieht er heiß aus. Schon wieder spüre ich dieses Kribbeln und den wohlig warmen Schauer, den es mir auch über den Rücken gejagt hat, als er mich küsste. Am liebsten würde ich ihn zu mir ziehen und ihn küssen, aber ich reiße mich zusammen. Verdammt seit wann stehe ich auf arrogante, selbstverliebte Playboys? Ich muss schleunigst etwas dagegen tun, sonst tue ich mir bloß selbst weh.

Nach dieser Stunde vergleiche ich meinen Stundenplan mit dem von Finn und muss fest stellen, dass wir viel zusammen Unterricht haben. Leider auch

mit Rayn zusammen. Mit beiden habe ich Sport, Mathematik und Biologie. Mit Finn alleine noch Geschichte und Geologie und mit Rayn Deutsch, Englisch und Chemie. Dann wird das mit dem aus dem Weg gehen mit Rayn wohl nichts werden. Ich sitze in Mathematik und Englisch direkt neben Rayn, in Chemie und Biologie nur einen Platz weiter und in Geschichte und Geologie neben Finn, in Deutsch sitze ich neben einem netten Mädchen namens Amy und in Chemie und Biologie neben einen von Rayns Freunden. Meine Englischlehrerin und auch meine übrigen Mitschüler waren richtig begeistert von meinem Englisch, kein Wunder ich habe ja auch 1

Jahr in England und knappe zwei Jahre in Amerika gewohnt. Als wir am Donnerstag dann Sport haben freue ich mich schon richtig. Ich liebe Sport. Das ist eines der einzigsten Fächer in denen ich richtig abschalten kann und mein ganzes Können zeigen kann. Zu meinem Glück, ist zur Zeit auch noch Turnen das Thema. Die Jungs hassen es natürlich, bis auf wenige Ausnahmen und einige Mädchen wirken dabei auch ziemlich ungelenk. Sie scheinen heute die erste Stunde mit turnen zu beginnen, denn am Anfang soll jeder erst einmal zeigen was er kann. Dadurch, dass ich auch jahrelang getanzt habe kann ich gleichzeitig auch unglaublich gut turnen,

da die meisten Turmübungen mit in Tänze eingebaut werden. Als ich an der Reihe bin stehen fast alle Schüler aus meinem Kurs daneben und schauen zu, auch Finn und Rayn befinden sich unter ihnen. Einige Mädchen sehen mich herablassend an. Denen werde ich es schon noch zeigen. Als unsere Lehrerin mir das Startzeichen gibt hole ich Anlauf mache eine Radwende gefolgt von einem Flickflack und ende mit einem gekonnten Salto und perfekter Landung. Plötzlich ist es in der Turnhalle mucksmäuschen still. Alle starren mich an, bis meine Lehrerin begeistert in die Hände klatscht.

"Unglaublich, wie sauber und gekonnt du

das ausgeführt hast."

Auch die übrigen sehen mich nun begeistert an und sogar in Rayns Blick kann ich so etwas ähnliches wie Anerkennung sehen.

Er kommt mit Finn auf mich zu.

"Nicht schlecht", sagt Finn grinsend.

"Ja, ziemlich beeindruckend", fügt Rayn hinzu.

Ich bin echt stolz auf mich.

 

Rayns Sicht:

 

Wow, das war der hammer! Es sah unglaublich leicht aus bei ihr. In diesem Moment hat sie mich vollkommen in ihren Bann gezogen. Als sie jetzt so vor

uns steht mit ihren zerzausten Haaren und den kurzen Sportklamotten, sieht sie unglaublich heiß aus. 

Ich sehe wie ein paar Mädchen aus der Cheerleadergruppe, die uns Footballspieler bei unseren Spielen immer unterstützen auf Mila zulaufen.

"Du musst eine Cheerleaderin werden!", ruft Britney ihre Anführerin und die anderen stimmen zu. 

"Ich weiß gar nicht ob ich das kann", gibt Mila verlegen zurück.

"So wie du gerade geturnt hast?"

"Na gut ich sehe euch vielleicht einmal beim Training zu."

Da die Cheerleader immer Donnerstags Nachmittag zeitgleich mit uns

Footballspielern trainieren freue ich mich schon darauf, Mila in den heißen Cheerleaderoutfit zu sehen.

Als wir uns dann draußen aufwärmen, merke ich wie die Blicke einiger Jungs plötzlich zur Umkleide schweifen und einige sogar ein anerkennendes Pfeifen von sich geben. Als ich ihrem Blick folge, sehe ich Mila, die in den verdammt knappen Cheerleadershorts und bauchfreiem Oberteil dasteht. Sie hat echt einen Traumkörper. Am liebsten würde ich nun mit meinen Fingern über ihren Körper fahren und bei diesem Gedanken spüre ich schon wieder dieses Ziehen im Lendenbereich.

Verlegen geht Mila nun auf die anderen

Mädchen zu. Sie scheint einige Komplimente zu bekommen, denn nun wirkt sie noch verlegener.

"Ich glaube, ich mache mir Mila das nächste Mal klar. Vielleicht besuche ich sie heute ja einmal", ertönt es plötzlich neben mir von Finn. Ich knurre leicht.

"Wenn du meinst", gebe ich schlecht gelaunt zurück.

Soll mir doch egal sein. Ich will eh nichts von ihr. Als ich noch ein paar mal den Blick zu den Cheerleadern werfe, sehe ich, dass Mila sich unglaublich gut anstellt. Ob es ihr aber wirklich Spaß macht kann ich nicht genau sagen.

 

Milas Sicht:

Klar ist es ein tolles Gefühl so schnell dazuzugehören, aber ich weiß noch nicht ob cheerleading dafür das Richtige ist. Ich meine es macht mir schon Spaß, aber ich weiß nicht, das Outfit ist mir definitiv zu knapp und ein paar richtige Tussen sind auch in der Gruppe. Eine hätte mich vorhin beinahe abgeworfen, als wir eine Hebefigur geprobt haben und ich konnte mich gerade noch abrollen, sonst wäre ich mit dem Gesicht voraus auf dem Boden gelandet. Nach dem Training sieht mich Britney erwartungsvoll an.

"Und?", fragt sie mich gespannt.

"Ich weiß nicht recht. Ehrlich gesagt würde ich mich lieber vorerst ein wenig

eingewöhnen. Da ist mir das ein bisschen zu stressig."

Britney sieht enttäuscht aus. In diesem Moment höre ich wie hinter mir Rayns Stimme erklingt.

"Also das du dich mit deiner Figur überhaupt in so ein Outfit traust?"

Ich wende mich um und sehe puren Spott in seinen Augen. Sofort drehe ich mich wieder zu Britney um.

"Weißt du was, Britney ich bin doch dabei. Ihr könnt auf mich zählen."

Dann gehe ich mit einem gekonnten Hüftschwung an Rayn vorbei zu den Umkleiden und wieder spüre ich seinen Blick auf meinem Arsch. Nachdem ich mich umgezogen habe gehe ich zurück in

den Gang. Kurz bevor ich die Türe zum Parkplatz erreicht habe, werde ich an meinem Arm herumgerissen und an die Wand gedrückt. Erschrocken sehe ich ihn an. In seinem Blick liegen so viele verschiedene Dinge. Wut, Überheblichkeit, aber auch Verlangen und wenn mich nicht alles täuscht, auch Leidenschaft.

Jetzt drückt er seine Lippen fest auf meine und fährt mir mit seinen Händen durch die Haare. Mein Kopf schreit lauthals 'Nein!', doch mein Körper reagiert ganz anders. Meine Hände legen sich um seinen Hals, mein Körper drückt sich nah an seinen und meine Lippen erwidern seinen Kuss. Was ist nur los mit

mir. Sein Kuss wird immer fordernder bis ich mich endlich überwinden kann ihn leicht von mir zu schieben. Doch sofort wird sein Kuss härter. Er will es nicht zulassen, dass ich ihn wegschiebe. Entschlossen schubse ich ihn jetzt.

"Was soll das?", frage ich wütend, was leider durch die Tatsache, dass ich vom Küssen außer Atem bin, leicht gemildert wird.

"Was?"

"Wieso überrumpelst du mich so und küsst mich dann?"

"Ich will dir nur zeigen, dass du mir eh nicht widerstehen kannst, Babe."

"Verständlich, wenn man so überrumpelt wird, kann man sich ja gar nicht

wehren."

Er drückt mich wieder leicht gegen die Wand und sein Gesicht kommt meinem gefährlich nahe.

"Rede dich nicht mit so einem Schwachsinn hinaus."

"Tue ich nicht. Auch auf der Party hast du mich so überrumpelt."

Er streift ganz leicht mit seinen Lippen die meinen und ich muss mich extrem anstrengen um ihn nicht erneut zu küssen. Was stellt er nur mit mir an? Mein Körper fühlt sich so zu ihm hingezogen. Jetzt beginnt er meinen Hals zu küssen.

"Wieso machst du das?", flüstere ich leise.

"Das weiß ich selbst nicht. Du bist schuld."

"Ich? Such dir doch eine andere von deinen 1000 Tussen und überfalle die."

0

Hörbuch

Über den Autor

moni9991

Leser-Statistik
23

Leser
Quelle
Veröffentlicht am

Kommentare
Kommentar schreiben

Senden
FunnystarxD Ich will noch mehr! Ich möcht wissen wie es weiter geht :o Sau gut! mach weiter so!
Vor langer Zeit - Antworten
Heidrun Mir gefällt deine Geschichte sehr gut! Sie ist fließend geschrieben und leicht zu lesen!

Deine Heidrun
Vor langer Zeit - Antworten
Nereus umfangreiche erzählung,der eine straffung nichts im wege stehen würde
ansonsten ganz gut
bis bald
Vor langer Zeit - Antworten
Zeige mehr Kommentare
10
3
0
Senden

135561
Impressum / Nutzungsbedingungen / Datenschutzerklärung