Jugendbücher
Die Flut

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"Die Flut "
Veröffentlicht am 27. September 2015, 42 Seiten
Kategorie Jugendbücher
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Über den Autor:

Ich bin Luca, bin 15 Jahre und kein Psychokiller:D Wenn ihr euch fragt warum ich so heiße, dann ist hier die Antwort, ich mag das Lied Psychokiller von den Talking Heads eben sehr! Ich schreibe seit meinem 8 Lebensjahr. Ich spiele Klarinette, Klavier und Gitarre. Viel Spaß beim Lesen meiner Geschichten! Neben deim Schreiben bin ich auch mit ein paar Freunden auf Youtube Aktiv. Wir heißen "Lords of the Parodies". Würde mich freuen wenn ihr ...
Die Flut

Die Flut

Barnebie

Barnebie lag auf dem Bett und hörte Musik. Von unten aus dem Wohnzimmer hörte der die laute Stimme seiner Mutter, die sicherlich nach ihm rief. Genervt schloss er die Augen und drehte die Musik lauter. Kurz darauf polterte seine Mutter die Treppe rauf und kam ohne anzuklopfen in sein Zimmer. Barnebie nahm einen Stöpsel aus dem Ohr ohne etwas zu sagen. „Der Fernseher tut nicht. Da kommt nur flimmern und rauschen.“ Sagte seine Mutter aufgebracht. Boah, der Weltuntergang, dachte Barnebie. Es war nicht das erste mal das

seine Mutter mit dem Fernseher nicht klar kam. Obwohl Barnebie ihn nur sehr selten benutzte kannte er sich auf diesem Gebiet bestens aus. Da er wusste das seine Mutter, was den Fernseher betraf keinen Spaß verstand, stand er mit innerlichem seufzen auf, bevor seine Mutter mal wieder einen Anfall bekam. Er folgte seiner Mutter ins Wohnzimmer. Wenn man wollte konnte man es durchaus als solches bezeichnen, auch wenn es sehr klein war. Es bestand lediglich aus dem eher kleinen Fernseher und zwei Sesseln. Barnebie verbrachte nur sehr wenig Zeit dort. Generell verbrachte er wenig Zeit mit seinen Eltern, was so eine in den letzten

Jahren so eine Art Überlebenstaktik geworden war. Manchmal lies es sich jedoch einfach nicht vermeiden, wie jetzt , wenn der Fernseher wieder spann. Meistens lag es aber weniger an dem Fernseher als eher an seiner Mutter, die mal wieder ein Tick zu viel Alkoholische Getränke getrunken hatte. Dann fand sie meistens den Anschaltknopf nicht oder vergaß den Ton laut zu drehen, und wunderte sich dann das keiner kam. Diesmal jedoch schien seine Mutter ihm absolut nüchtern zu sein, was zum Wochenende und noch dazu Abends, nicht oft vorkam. Doch es lag weder an dem Skart-Kabel noch an den Batterien.

Barnebie konnte keinen Fehler finden. Seine Mutter lies sich enttäuscht auf einen Sessel sinken, nachdem Barnebie ihr erklärt hatte, das er nichts tun konnte. Jetzt stand er etwas ratlos im Raum und wusste nicht so recht was er tun sollte. Kurz hielt er noch inne doch dann erlaubte er sich die etwas freche Bemerkung: „Lies doch zur Abwechslung mal ein Buch, ich habe gehört das soll sowieso gesünder sein.“ Er war sich nicht mal sicher ob seine Mutter überhaupt noch einen besaß. Auf solch eine Bemerkung folgte normal ein Wutausbruch und eine Gardinenpredigt die es echt in sich hatte. Doch zu Barnebies Überraschung reagierte seine

Mutter gar nicht auf ihn, sondern glotzte weiter in die Ferne, oder an die Wand. Barnebie war es egal wohin seine Mutter blickte. Er verließ den Raum wieder, ging in der Küche vorbei und nahm eine Tüte Chips und eine Flasche Cola mit auf sein Zimmer. Jetzt steckte er seine Ohrstöpsel wieder an ihren Platz und ließ sich von leichter Dudelmusik berieseln und genoss den Rest des Abends. Beflügelt von der Musik träumte er wie so oft davon, an einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit, und vor allem, mit anderen Eltern aufgewachsen zu sein.

Am nächsten Morgen tat der Fernseher immer noch nicht. Auch das Radio und das Inernet funktionierte jetzt nicht mehr. Barnebie rätselte schon den ganzen Morgen was wohl los war. Konnte es etwas mit Sonnenstürmen zu tun haben? Nein, das war eher Blödsinn, denn der Strom funktionierte ja bestens. Auf Tagesnachrichten und auf neue Songs von Katy Perry, Justin Bieber, Selena Gomez und co. konnte er getrost verzichten. Aber vom Internet waren die meisten Menschen hier abhängig. Kein Internet- keine flächendeckende Organisation- also folglich auch keine Nahrungssendungen und solche Dinge. Es war jetzt Sonntag und das Wetter war

nicht gerade toll. Graue Wolken hingen am Himmel, doch bis jetzt schien es erst mal trocken zu bleiben. Aber Barnebie hatte jetzt keine Zeit sich über das Wetter aufzuregen, denn in seinem Zimmer türmten sich noch Mathe Hausaufgaben, die bis jetzt noch am selben Platz lagen, an dem Barnebie sie am Freitag nach der Schule hingelegt hatte. Doch auf Grund von - Barnebie nannte es „außergewöhnlichen Ereignissen- beschloss er mal wieder seine Hausaufgaben, Hausaufgaben sein zu lassen. Stattdessen wollte er lieber den Rest des Tages genießen. Er floh also mal wieder von dem bedrohlich wirkenden Berg von Hausaufgaben und

sprang aus dem Fenster. Er fiel etwas anderthalb Meter, doch das war kein Problem für ihn. Er trainierte täglich im Hallenbad. Er schwamm jeden Tag, zumindest versuchte er es jeden Tag zu tun, 40 Bahnen. Dadurch war er über die Jahre sehr muskulös geworden. Zu seinem täglichem Training gehörte auch Jogging. Das schaffte er jedoch nicht so oft, denn meistens war er dann doch zu Faul. Doch jetzt strotzte er mal wieder nur so von Energie. Durch das Laufen bekam er einen klaren Kopf und konnte besser nachdenken. Also lief Barnebie die Uferstraße hinab und bog danach rechts ab. Er lief den Höhenweg entlang. Sein Ziel war die

Spitze des Hügels, an dessen Rand sich sein Haus befand. Dort stand eine Bank ohne Zugang, die er einmal durch Zufall entdeckt hatte. Den letzten halben Kilometer zog er das Tempo noch mal an. Außer Puste und ziemlich verschwitzt, gelangte er an sein Ziel. Er ließ sich auf seine Bank fallen und holte eine Flasche unter der Bank hervor. Er hatte einmal ein Sixpack hierher gebracht um nicht jedes mal etwas zu trinken mittragen zu müssen. Er trank eine Flasche halb leer und sein Puls beruhigte sich allmählich. Für einen Moment schloss Barnebie die Augen, um sie jetzt wieder zu öffnen und seinen Blick über den Horizont schweifen zu

lassen. Von hier konnte man fast nur Häuser und Wiesen sehen. Nur vereinzelt war von der einst riesigen Waldfläche etwas übrig geblieben. Doch ganz weit hinten, kaum erkennbar, da die Sicht heute nicht allzu gut war, konnte er eine Unregelmäßigkeit erkennen die ihm bis jetzt noch nicht aufgefallen war. Er starrte eine ganze Weile in die Richtung und rätselte weiter was das nur sein könnte. Es erinnerte ihn ein bisschen an einen See oder einen Fluss. Wahrscheinlich hatte man einfach einen neuen Baggersee angelegt oder etwas in der Art. Eine ganze Zeit lang saß er noch da. Doch dann beschloss er heim zu joggen bevor

die Dunkelheit herein brach. Wie zu erwarten hatte sich in der Lage mit dme Fernseher nichts geändert. Als Barnebie das Haus betrat beschloss er kurz im Wohnzimmer vorbei zu schauen. Er fand seine Mutter nicht auf. Auch im Schlafzimmer war sie nicht. Er scherte sich nicht weiter darum und ging in sein Zimmer. Wie an den meisten Tagen schneckelte er sich in sein Bett, las zuerst noch in einem seiner vielen Bücher, hörte dann noch ein wenig Musik und schlief dann ein. In Gedanken rätselte er immer noch über den Tag nach.

ken

Heute wurde Barnebie nicht von seinem Wecker geweckt, der normalerweise um 6.15 klingelte. Er wachte einfach so auf. Da es Sommer war, war es draußen schon fast ganz hell. Schlaftrunken wälzte er sich aus dem Bett. Wie jeden Morgen ging er zunächst zu seinem Schrank und zog sich Jogginghose und ein T-Shirt an. Er ging zu seinem Fenster, schob Gardinen beiseite, und zog den Rollladen hoch. Jetzt war der Blick auf die Straße frei. Was er sah, ließ sein Gehirn für einen Moment stehenbleiben, um es dann glühen zu lassen. Da draußen auf der Straße liefen

unzählige Menschen. Voll bepackt mit Koffern, Taschen, Rucksäcken und Handgepäck. Es waren auch alte dabei. Auch viele Kinder liefen neben ihren Eltern her. Die meisten der Leute aus dem Zug sahen erschöpft und müde aus. Barnebie lies die Gardinen wieder zurückgleiten. Er lief die Treppe hinunter und rief nach seiner Mutter. Keine Antwort. Doch das scherte Barnebie im Moment kaum. Er wollte lieber herausfinden was da draußen los war... Er trat vors Haus und lief auf die Straße zu. Es war im vollkommen gleichgültig, dass er so saumäßig verpennt aussah. Ans Gartentor gelehnt, beobachtete er

eine Zeit lang die vorüber ziehende Menge der Menschen. Barnebie hatte ein solches Schauspiel schon öfters im Fernsehen gesehen. Flüchtlinge die aus Kriegsgebieten voller Angst, Leid und Schmerz strömten, um in Nachbarländern um Asyl zu bitten. Doch das hier war kein Land im Nahen Osten, und auch kein Kriegsgebiet. Das war die Uferstraße, seine Heimat. Dieser Straßenname würde bald eine ganz neue Bedeutung bekommen. Er stand eine ganze Weile an das Gartentor gelehnt, doch irgendwann packte ihn die Neugier mit einem Ruck. Er musste jetzt einfach sofort wissen was los war. Also

lief er auf einen etwa 30 jährigen sympathisch, müde wirkenden Mann zu. „Wohin geht die Reise?“, fragte er und bereute die Art der Fragestellung gleich. Doch der Mann bleib ganz ruhig, blieb einen Moment stehen, und sah Barnebie an. „Wir haben kein Ziel. Nur weg.“,erwiderte er. „Weg? Weg von was?“, Barnebie's Neugier wuchs. „Weg vom Wasser. Es steigt immer schneller. Bevor du fragst, keiner weiß wie das zu Stande kommt.“ sagte der Mann. „Welches Wasser?“ fragte Barnebie weiter.

„Du hast noch nichts mitbekommen?“ Barnebie schüttelte den Kopf. „Es war plötzlich da. Über Nacht! Es war bis an unsere Haustür gestiegen. Es ging schon länger das Gerücht um, der Meeresspiegel würde schnell steigen. Aber ich hätte es nie für möglich gehalten, dass es in einer Nacht so schnell steigt. Jetzt ist es passiert. Es war etwa vor drei Tagen an meinem Haus angekommen. Ich habe sofort die Flucht ergriffen.“ Barnebie war sprachlos. Wie konnte er das nicht mitbekommen haben? Sicher er hatte in den letzten Tagen, außer mit seiner Mutter und ein paar Freunden, mit

niemandem gesprochen. Er bedankte sich für die Auskunft und ging gedankenverloren wieder zurück ins Haus. Der Mann hatte ihm noch geraten ebenfalls seine Sachen zu packen und sich dem Zug anzuschließen. Aber Barnebie war sofort klar gewesen, dass das nicht in Frage kam. Er verstand auch gar nicht wohin diese Menschen überhaupt hinwollten. Diese Städtchen lag etwa auf 350m. Der Adlerberg war zwar 450m hoch, doch das war dann wohl der höchste Punkt im Umkreis von mindestens hundert Kilometern. Sollte das Wasser also auch diese Stadt erreichen, dann wäre der Adlerberg die einzige Rettung, wenn nicht auch er

verschlungen würde. Aber es war eigentlich nicht Vorstellbar, dass der Meeresspiegel um ganze 450m ansteigen konnte. Woher sollte denn bitte so viel Wasser herkommen? Barnebie ging total verträumt und immer noch in Gedanken verloren in die Küche und schenkte sich eine Milch ein. Er setzte sich an den Tisch und schaute wie hypnotisiert aus dem Fenster. Die Vorstellung, dass dieses Städtchen bald eine Flüchtlingsmetropole sein würde, machte ihn extrem nervös. Nicht das er etwas gegen Fliehende hatte, aber so viele auf einem Haufen... Das konnte nicht gut gehen. Nach einer Weile des aus dem Fenster

Starrens, entdeckte Barnebie einen Jungen, der ihm aus den vielen Menschen heraus, sofort ins Auge viel. Der Junge lief mit hängenden Schultern die Straße entlang. Er lief etwas langsamer als die anderen und sein Blick war auf den Boden gesenkt. Der Junge war Barnebie auf Anhieb sympathisch. Auch wenn er ihn bis jetzt nur angesehen hatte. Er schien Barnebie sehr ähnlich zu sein – und das war er auch. Von seinem inneren Etwas gepackt, stand Barnebie ruckartig auf, und rannte auf die Straße. Er lief jetzt direkt auf den Jungen zu. Dieser hatte ihn schon bemerkt, und war stehen geblieben. Seine

Miene schien sich verändert zu haben. Sie hatte die schwere verloren und er lächelte sogar ein wenig. Jetzt runzelte er fragend die Stirn. Barnebie wusste nicht so recht was er sagen sollte, also fragte er einfach: „Äh.... Hallo. Hast du Hunger? Du siehst ein bisschen müde aus... willst du mit reinkommen?“ „Also weißt du, mein Mamachen sagte einmal zu mir, ich soll nicht mit Fremden mitgehen! Aber ich bin dringend gewillt eine Ausnahme zu machen. Außerdem hat mein Magen längst ja gesagt.“ antwortete der Junge mit einem etwas schiefen aber echten lächeln. Barnebie deutete seinem neuen

Freund den Weg zum Haus. Der Junge fragte nach seinem Namen. „Ich bin Barnebie. Aber du kannst mich auch Barb, Barbie oder so nennen wenn du willst! Und wie ist dein Name?“ fragte er zurück. „Ich heiße... weißt du was? Nenne mich einfach Ken. Das passt so schön und ich mag den Namen!“ Barnebie lachte. „Alles klar. Okay Ken, dann mal rein in die gute Stube.“ Barbie hielt Ken die Tür auf. „Lass die Schuhe ruhig an, und fühle dich bitte ganz wie zu Hause!“ „Oh nein lass mal gut sein“ Ken blickte wieder zu Boden. Barnebie schien einen etwas Wunden Punkt erwischt zu haben.

Statt etwas zu entgegnen, schob er Ken den Flur entlang in die Küche. Sie setzten sich. „Aber jetzt erzähl mir doch mal. Wo kommst du her? Wer bist du? Und wohin willst du?“ An seiner Miene erkannte Barbie dass Ken jetzt nicht nach solchen Fragen zu Mute war. „Ach wie dumm von mir... Also ich hab Brot anzubieten, Cornflakes, oder kalte Pizza von Gestern.“ Barnebie hatte das Gefühl einen guten Freund für die Zukunft gefunden zu haben. Diese Tatsache erfüllte ihn mit Freude und Glück. „Kalte Pizza wäre super. Ich liebe kalte

Pizza! Hast du mir ein Wasser dazu?“ fragte er. „Kalte Pizza am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen!“ sagte Barnebie lachend. Er holte den Pizza Karton vom Schrank und stellte zufrieden fest, das noch einige Stücke übrig waren. Als er jedoch Ken ein Glas Wasser einschenken wollte, fand er heraus das nun auch der Wasserhahn nicht mehr funktionierte. Das überraschte sie beide kaum, es war schon absehbar gewesen. Also schenkte Barnebie im Sprudel ein. Kurz darauf breitete sich eine gefräßige Stille in der Küche aus. Barnebie beobachtete Ken, wie er mit seinen Augen die Küche studierte und während dessen genüsslich

ein Stück Pizza Hawaii aß. Bald darauf brach Ken die Stille. „Was machen wir jetzt eigentlich? So wie ich das verstanden habe, sind wir hier bald vom Wasser eingekreist. Das Wasser steigt sicher noch weiter, und wenn es diese Stelle erreicht hat, dann gibt es immer weniger Platz für immer mehr Menschen die aus allen Himmelsrichtungen kommen werden.“ Barnebie überlegte kurz. „Also ich denke hier zu bleiben, ist keine gute Lösung. Ich will nicht hier sein wenn diese Menschen da draußen keinen Platz mehr haben. Oder nichts mehr zu Essen.“ „Was schlägst du dann vor? Wo sollen wir hin?“ fragte Ken.

„Also hier zu bleiben steht für mich außer frage. Die einzige Alternative die also bleibt, ist also ein Boot zu bauen, und der Gefahr einfach ins Auge zu sehen, statt zu versuchen davonzulaufen. „Du meinst wir bauen so eine Art Arche Noah 2.0?“ Ken zog die Augen brauen Ironisch in die Höhe und grinste. „ Nein so groß muss es jetzt auch wieder nicht sein. Vorerst reicht es ja wenn wir beide drauf passen . Barnebie zerschnitt das letzte Stück Pizza in zwei Hälften. „Ich habe schon eine Idee. Hier in der Nähe gibt es, soweit ich weiß, eine Tankstelle. Dort finden wir viele Kanister. Die geben mächtig Auftrieb.

Vielleicht finden wir auch ein paar Lebensmittel, wenn die anderen was übrig gelassen haben...“ schilderte Barbie seine Idee. „Gute Idee. Und ich kann mir auch richtig vorstellen, wie wir auf Kanistern sitzend durch die Gegend paddeln und dabei Seemannslieder singen!“ Ken fing laut an zu lachen. „Nein aber jetzt mal im Ernst, bauen wir daraus ein Boot?“ fragte er interessiert und schob sich den Rest der Pizza in den Mund. „Ja ich denke schon. Wie wir das allerdings anstellen werden, weiß ich noch nicht. Das sehen wir dann wenn wir da sind!“ sagte Barnebie. Sie unterhielten sich noch eine Weile und

entschlossen sich dann dafür, heute noch aufzubrechen und keine Zeit zu verlieren. Barnebie fing gleich an seine Sachen zu packen. Ken hatte sie ja schon gepackt, sortierte aber noch einige eher unnötige Dinge aus. Das ging ziemlich schnell, und so erklärte er sich bereit den ersten Proviant aus belegten Broten zusammen zu stellen. Barnebie lief die Treppe zu seinem Zimmer hoch. Das letzte mal das er das tat. Er vermutete das es so war, wusste es jedoch nicht. Im Zimmer angekommen zog er seinen recht Hochwertigen Rucksack aus dem Schrank und begann wahllos

irgendwelche Klamotten einzupacken. Er packte ein paar T-Shirts und ein paar wärmere Sachen ein. Allzu viel Platz gab es nicht. Also entschied auch er, wie Ken, ein paar Klamotten wieder aus zu sortieren. Eine halbe Stunde später war er fertig und ging wieder hinunter und traf Ken mit gepackten Sachen im Flur an. Ken hielt im eine Tüte mit ordentlich vielen belegten Broten hin. „Hast du an deine Badehose gedacht? Wir könnten Nass werden!“ fragte Ken im Spaß. Barnebie kam es plötzlich so vor, als kannten sie sich schon eine Ewigkeit.

„Noch viel besser.“ sagte er. „Ich habe Neopren Anzüge dabei!“ „Wo w, das ist sehr gut! Woher hast du die denn?“ „Ich schwimme ganz gern, weißt du...“ sagte Barnebie. „Ach nein, wie praktisch!“ Ken lachte schon wieder. Er schien öfters zu lachen. Das verrieten Lachfalten in seinem Gesicht. Barnebie war er auf Anhieb sympathisch gewesen. „Dann hast du doch sicher auch an Spirituskocher, Feuerzeug, Karte und Kompass gedacht?“ fragte Ken und schaute Barnebie erwartungsvoll mit hochgezogenen Augenbrauen

an. „Ja klar, die Survival Basics halt.“ Barnebie grinste. „Scheiße man. Das hört sich ja an wie eine Scheiß Fernseh-Show an!“ Ken schulterte seinen Rucksack nun ebenfalls. Einen Moment lang war Stille und dann brachen sie in einen Lachanfall mittleren Ausmaßes aus. Um 10:52 schlug Barnebie mit Schwung das Gartentor zu und sie liefen Ohne sich auch nur einmal umzudrehen die Uferstraße hinab. Barnebie verließ seine Heimatstadt. Er sollte nie mehr hierher zurückkehren.

abreise

Ken und Barbie liefen die Uferstraße abwärts, entgegen all der Menschen- Die Himmelsrichtung war ihnen erstmal egal. Es war zwar schon Spätsommer, doch die Sonne bretzelte trotzdem unerbittlich. Beide hatten sie schwere Rucksäcke auf, die ihnen den Schweiß auf die Stirn trieben. Barnbie schätzte seinen auf 18 Kilo, Kens war vermutlich noch schwerer. Zusätzlich zogen sie noch abwechselnd einen Bollerwagen hinter sich her. Dorthinein hatten sie die Werkzeuge und ein paar Bretter geladen. Die anderen Menschen beachteten sie gar nicht. Manchmal wurden sie eines

Blickes gewürdigt, doch niemand sprach sie an. Das Einzige was man immer wieder von den Entgegenkommenden hörte, war ein müdes Seufzen, oder ein klägliches Stöhnen. Erst nach anderthalb Stunden des Laufens, endete der Zug der entgegenkommenden Menschen. Kurze Zeit später erreichten sie auch endlich die Tankstelle. "Das nennst du "In der Nähe"?",fragte Ken und wischte sich den Schweiß von der Stirn. "Ja es war schon eine Weile her dass ich hier war... da war ich klein, und wir waren mit dem Auto unterwegs!",gab

Barbie ein wenig trotzig zurück. "Hauptsache wir sind jetzt da.",fügte er noch hinzu. Jetzt konnten sie sich endlich ihre Hüften und Schultern, von den mörderisch schwer gewordenen Rucksäcken befreien. Barnebie fühlte sich plötzlich so leicht, dass er das Gefühl hatte, gleich vom Wind davon geweht zu werden. Nichts der gleichen passierte. Es ging ja nicht mal Wind. "Hey sieh mal, da haben wir ja schon was wir brauchen!" Vor der Tankstelle standen mindestens 30 Kanister voll mit Benzin. Sie waren zwar gerade erst angekommen, doch der Tag war nicht

mehr jung, also beschlossen sie ohne Zeitverlust mit der Arbeit zu beginnen. Barnebie übernahm es die Kanister zu leeren, während Ken die Tankstelle inspizieren ging. Barbie war fast fertig als Ken aus der Tankstelle gelaufen kam. Auf seinem Arm hatte er zwei Paletten voll mit billigem Dosenfutter. Sie zählten die Dosen, die Ken gefunden hatte. 52. "Ein bisschen viel vielleicht oder?" fragte Ken. "Ja schon. Aber lass uns mal das Boot bauen und dann sehen wie viel wir laden können. Außerdem werden wir auch viel zu Essen brauchen.", antwortete Barbie. "Dann lass uns doch einfach den Rest des

Tages hier verbringen, ein Boot bauen und auf das Wasser warten." Schlug Ken vor. Barbie war gleich einverstanden. "Guter Plan." Ein Boot, oder eigentlich sollte es ja eher ein Floß werden, zu bauen war schwieriger als gedacht. Sie überlegten eine Weile hin und her, wie sie das anstellen sollten, und Ken hatte schließlich eine gute Idee. Er lief zu dem nächsten Haus, Barbie folgte ihm. Ken betätigte die Klingel. Keine Antwort. Nochmal. Keine Antwort. Also ging Ken zum Fenster neben der Tür und zertrümmerte es gründlich mit einem Stein und stieg ein.

Barnebie war fassungslos. Ken machte jetzt die Tür von innen auf. "Herein in die gute Stube!" rief Ken und grinste Barnebie an. "Was schaust du so blöd? Glaubst du jetzt kommt die Polizei oder was?" Barnebie löste sich aus seiner Schockstarre und trat ohne etwas zu sagen ein. Ken lief zu einer Tür und hob sie aus den Angeln. Barbie verstand erst nicht worauf Ken hinauswollte. Doch dann verstand er und half mit. Sie trugen vier Türen hinüber zur Tankstelle. Daraus sollte jetzt ein Boot entstehen. An die vier Türen klebten und schraubten sie jetzt die Kanister fest. Anschließend verbanden

sie die Türen noch mit den mitgebrachten Brettern. Den Rest des Tages verbrachten sie damit, noch einige Verbesserungen an ihrem Boot anzubringen. An den Vier Ecken des Bootes brachten sie noch kleine Nägel an, an welcher sie eine Plane befestigen konnten, jene sollte sie vor dem rauer werdenden Wetter schützen. Dann hatten sie sich noch zwei Holzkisten gebaut, die sie am Boot befestigten, und ihre Sachen hineinverstauten. Ein kleineres Boot, dass mit dem großen durch ein Seil verbunden war, trug die Lebensmittel. Sie brauchten vier Kanister dafür, denn

es musste ein enormes Gewicht tragen. Die Fast 50 Dosen, weitere Lebensmittel, wie Gummibärchen und etwas zu trinken. "Also das ist echt gut geworden! Da muss ich uns jetzt mal loben." bemerkte Ken, als sie den Bau abgeschlossen hatten. "Ja, das haben wir echt doch noch ganz schön gut hinbekommen!" sagte Barbie. "Aber lass uns uns noch nicht auf die faule Haut legen. Suchen wir doch noch ein paar leer stehende Häuser nach nützlichen Dingen ab."

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Psychokiller
Ich bin Luca, bin 15 Jahre und kein Psychokiller:D
Wenn ihr euch fragt warum ich so heiße, dann ist hier die Antwort, ich mag das Lied Psychokiller von den Talking Heads eben sehr!
Ich schreibe seit meinem 8 Lebensjahr. Ich spiele Klarinette, Klavier und Gitarre.
Viel Spaß beim Lesen meiner Geschichten!
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