Kurzgeschichte
Ich brauche Hilfe! - .... aber wer?

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"Einsam & gefangen in sich selbst"
Veröffentlicht am 23. August 2015, 8 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
© Umschlag Bildmaterial: Elena Okhremenko - Fotolia.com
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Einsam & gefangen in sich selbst

Ich brauche Hilfe! - .... aber wer?

Ich brauche Hilfe!

Ich bin wieder daheim, in Italien, in Rom, der Stadt, in der so viel Wein jeden Tag getrunken wird, wie ich es gar nicht schaffen würde, selbst wenn ich ein ganzes Leben Zeit dafür hätte. Und doch bin ich dort zu Hause. Ich komme nach Hause, um Ruhe zu finden, um den Kopf frei zu bekommen, von der Arbeit, welche mich nur an den Kapitalmarkt von Europa denken lässt. Ich muss eine Insel der Entspannung für mich schaffen, sonst dreh ich noch durch. Ein Mann, den ich, glaube ich, in Amerika getroffen hatte, um über den Wissensfortschritt in der Biologie zu debattieren, meinte mal

zu mir, dass man in seinen inneren Ozean heimkehren und seine Gefühle, seinen Geist in Gleichgewicht bringen müsse, um keine Angst vor der Zukunft zu haben.

Mir war das lange ein Rätsel, was er damit meinte und doch habe ich das Geheimnis lüften können. In einem Buch über Gesundheit im Geiste fand ich den Sinn des Rätsels. Es ist eine Technik zur Entspannung. Ja, ich höre jetzt Musik, sobald ich daheim bin und vielleicht schaffe ich es irgendwann Ruhe in mein Herz zu bekommen.

Es gibt echt nicht viel Sonne in meinem Leben und ich kann mich manchmal nicht

mehr mit dem Finanzwesen, Kredite und Zinsen ablenken. Ich brauche Hilfe. Ohne Hilfe geht es nicht mehr weiter.

Ich kenn da jemanden, dem ich einen Brief schreiben könnte. Dem ich all meine Gedanken, Sorgen und Ängste erzählen, der meine Geschichte verstehen, mir beistehen könnte. Doch ich werde ihr wahrscheinlich nicht schreiben. Sie ist meine große Liebe und ich habe nicht die Hoffnung, dass sie meine Trauer, meine Erfahrungen verstehen, mich annehmen wird.

Im Beruf muss ich Autorität ausstrahlen und doch kehren meine Gedanken ständig

zur Mondbeschienen Nacht zurück, in der meine Tochter starb. Wann kann ich den Tod der kleinen Figur in meinen Armen vergessen? Sie kommt in jedem Traum vor. Sie ist der Grund, die Ursache warum ich mich so in die Arbeit stürze. Aber ich kann jetzt nicht mehr. Das was ich gerade durch mache, steht in keinem Verhältnis zudem, was andere in mir sehen. Die Komposition, die Musik in meinem Herzen ist eine Andere. Sie hat eine zu große Macht über mich. Ich versinke in meinem eigenen Ozean. Ich brauche eine andere Beschäftigung. Die Arbeit funktioniert nicht mehr. Sport ist für mich auch keine Option, nicht nachdem was passiert ist. Kunst kommt

von Können, aber nicht bei mir. Ich habe keine Hoffnung mehr, dass ich noch Glück empfinden kann. Warum auch, ich bin eine Quelle von Trübsal. Ich bin kaputt. Ich kann einfach nicht mehr. Vielleicht ist Liebe, das was ich brauche? Vielleicht sollte ich mich wirklich durchringen ihr zu schreiben. Abhängigkeit empfinden von ihrer Liebe? Liebe benutzen wie eine Medizin, die mein Herz heilt? Könnte funktionieren. Aber ich habe Angst, dass sie mich nicht liebt und wenn doch…

Ich will sie nicht verlieren.

Ich brauche Hilfe, aber wen? Keine Ahnung.

Höre nun Musik. Versuch mich zu entspannen, um alles für einen Moment zu vergessen.

Lola?

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Otonijel

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kullerchen Ich hoffe, ich lese nix autobiografisches, nicht mal etwas, was daran angelehnt ist. Dieses Meer an Trübsal nannte man früher Todessehnsucht oder lebensmüde. Heute ist da ein medizinischer Bergiff. Burnout, oder schon Suizidgefahr?

Es kommt auf selbe heraus. Jeder Mensch hat sein Säcklein zu tragen und dem einen ist es reichlich schwer und der andere, dessen Sorgen eigentlich viel größer sind, somit auch das Säcklein, er kann es tragen, da er das Morgen sieht, die Morgenröte steht für den Hoffnungsschimmer und er weiß, dass die Sonne jeden MOrgen neu aufgeht.

Aber diese Hoffnungslosigkeit, von der ich lese, sie zieht mich in ein schwarzes Loch, in dem auch ich lange steckte. Ursache liegt woanders. Aber ich kam heraus.

Doch ich habe das, wonach sich jeder augenscheinlich auch du, so sehr sehnt. Nach Liebe, Nähe, Verständnis, nach Zweisamkeit mit einem Seelenverwandten.

Ja, mein Säcklein trägt der Hase, mein Seelenverwandter mit, wenns arg schwer wird. Das macht alles erträglich und nun ist die Zeit heran, in der ich schaue, dass ich wieder alles allein trage, damit es auf seinen Schultern nicht so schwer wird. Er ist auch nur ein Mensch.

Die ewige Stadt-Rom! Ich war noch nie da, aber ich höre das Flattern der Tauben auf diesem großen Platz und sehe im Hintergrund verfallene Mauern, die kreisförmig stehen und Zeugnis ablegen.

Als in Deutschland die letzte große Mauer fiel, da wollte ich reisen, überall hin. Die Mauer ist weg, leider nicht in allen Köpfen und ich war mal hier und da im Urlaub, doch die Welt bereist, das habe ich nicht. Ein Traum.

Ein Albtraum ist es, ein Kind gehen lassen zu müssen. Ich kann und will nicht darüber nachdenken. Mein Kleiner lag damals leblos in meinen Armen und er hat sich schließlich durchgekämpft. Bis einem so etwas geschieht ist man unbeschwert, naiv, das Leben leicht. Aber nur allein diese Ahnung des Bösen.....Ein Albtraum.

Sehr fesselnd geschrieben, doch ich hoffe nicht autobiografisch. Es würde mich schmerzen.

Liebe unter diesem Gesichtspunkt? Ich weiß nicht, vielleicht würde sie helfen, aber als Medizin, als Mitleidspille? Dein Gegenüber, die Lola, sie hätte nicht die Chance dich wirklich kennen zu lernen. Ein schlechter Zeitpunkt für eine neue Liebe. Selbst für eine bestehende wäre es eine Prüfung.

Nach außen stark, ja auch das kenn ich. Aber das ist oftmals falsch. Zumindest in so krasser Form. Ich würde mich im Job auch gern unangreifbar machen, aber nicht hart. Menschlich, mit Abstand okay und überzeugend durch Leuístung, noch besser.

Aber diese abzurufen, wenn da Seele und Herz Trauer tragen, es ist nicht für lange Zeit aushaltbar.

Mein ganz persönlicher, sehr subjektiver Rat?! Wenn es dir so geht,: nimm dir eine Auszeit. Gib dir selbst den Raum und die Zeit und lasse dein Leid verheilen. Erst danach schaffst du es, dich zu erden, einen Pol zu finden und dich auszupendeln. Dann, erst dann findet man sein inneres Gleichgewicht.

Es braucht Zeit und Träume, wovon auch immer, sind gut dabei. So ausgeglichen, gesund an Körper und Geist findet man oft das, wonach man suchte und wenns dann mal nicht läuft, verkraftet man das schneller. Die Liebe, sie hat genau dann die besten Vorraussetzungen.

Ein ehrliches, ein gesundes Lachen zieht jeden an.

Doch zunächst sollte man sich selbst die Zeit geben, um zu gesunden. Das kann dauern, aber ohne diesen Heilungsprozess kann man es NICHT schaffen. Einem Partner, einem künftigen Partner eine Bürde aufzulasten wäre unfair.

Wenn du einen Zuhörer brauchst, du findest mich über PN. Nur eine Geschichte, Puh, das wäre gut! Sie ist gut, diese Geschichte, weil lebensnah und alles andere als selten!

Das Morgenrot als Hoffnungsschimmer! Auf Wiederlesen, Simone
Vor langer Zeit - Antworten
Otonijel Hi Simone,
Nein, zum glück ist das nichts autobiografisches.
Diese Geschichte entstand durch eine Aufgabe, die daraus bestand 60 Wörter in einen Text ein zu bauen. Ich habe so gute rückmeldungen bekommen, dass ich den Text einfach hoch laden musste.
Und vielen vielen Dank für den sehr langen Kommentar. Wow^^ und danke für deinen Rat und dein Angebot. Vieleicht komme ich darauf zurück ;)
Dein Otonijel
Vor langer Zeit - Antworten
kullerchen Du kannst dich wirklich auf mich verlassen, ich biete nicht proforma Hilfe an.

Aber ich bin sehr froh, dass dies nicht autobiografisch ist, es macht e mir Angst, Angst um dich. Auch wenn ich für den Autor solcher Storys eine Fremde bin, genau die sind es dann, die wirklich auch helfen können, zumindest um jemand von "Dummheiten" abzulenken und einen ersten Schritt in eine sinnvolle Richtung zu machen. Es hilft oft sogar einfach nur zu zuhören und ein wenig Verständnis zu zeigen um Schlimmeres zu verhindern.

Da ich bei dir nicht sicher war, kam dieser Kommi, den ich in all den vielen Kleinigkeiten jedoch ernst meinte. Vielleicht liest ihn ein anderer und dann ist er nicht umsonst geschrieben, zumindest in dieser Länge, die ja jeden Rahmen sprengt. Aber so bin ich, wenn man mich irgendwie mit einem Thema anrührt, dann kann ich einfach nicht aufhören.

Aber G U T, dass dies eher eine fiktive Geschichte ist, die du sehr gut schriebst, fast ein wenig zu gut !

Also auf Wiederlesen einmal,vielleicht sogar bei mir? Bleib schön gesund und freu dich an dem, was dich umgibt, was du hast, was dir gut tut und neide nichts und niemandem etwas, was dir angeblich fehlt. LG Kullerchen
Vor langer Zeit - Antworten
Otonijel Klar das mach ich und nochmals vielen Dank.
Vor langer Zeit - Antworten
mohan1948 Das klingt nach einem großen Hilfeschrei Deiner Seele! Du bewegst Dich auf eine Burnout zu! Schreibe Deinen Brief - ist eine gute Therapie, sich bewusst zu machen, was Dir fehlt! Fasse wieder Hoffnung und sehe das Licht am Ende des Tunnels. Ich glaube dass jeder diese Phase einmal mitmacht, wenn uns die Seele aufzeigt, dass es so nicht mehr weitergeht.
Liebe Grüße
Hannelore
Vor langer Zeit - Antworten
Otonijel Hi Hannelore,
Vielen Dank fürs lesen und die Coins.
Ich schrieb zwar diese Geschichte in der Ich perspektive, jedoch bin ich nicht diese Person. Ich fühle mich zwar immer wieder einsam, aber dann muss ich nur jemanden anrufen, oder etwas mit jemanden machen und dann geht's wieder.

Vielen Dank, dass dir die Kurzgeschichte gefallen hat.

Gruß Otonijel
Vor langer Zeit - Antworten
mohan1948 Freut mich, dass es Dir gut geht!
LG Hannelore
Vor langer Zeit - Antworten
Otonijel ^-^
Vor langer Zeit - Antworten
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