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Matchday - Kapitel 1 - »Lesbische Literatur«

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"Matchday - Kapitel 1 - »Lesbische Literatur«"
Veröffentlicht am 10. Mai 2015, 36 Seiten
Kategorie Romane & Erzählungen
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Matchday - Kapitel 1 - »Lesbische Literatur«

Matchday - Kapitel 1 - »Lesbische Literatur«

Kapitel 1

Der Schlusspfiff ertönte, der Sieger stand fest und das Wichtigste: wir waren eine Runde weiter! Wie üblich, lief ich zu jedem Einzelnen, gab die üblichen Floskeln von mir, lobte den engagierten Einsatz, wie es sich eben für den Kapitän gehörte. Während sich die Halle langsam leerte, ging ich zu unserem Trainer und verwickelte ihn in ein Gespräch. Ich musste Zeit schinden und zu meinem Glück war unser Trainer beim Thema Handball so gesprächig, dass man meistens nur nicken und gelegentlich einen bestätigenden Ton wie „Ah“ oder „Mhm“ von sich geben

musste. 


Zu meinem Pech war er heute mehr als kurz angebunden und wimmelte mich schnell ab, weil er und seine Frau bei Bekannten zum Essen eingeladen waren. Verärgert blickte ich mich im Publikum um, das sich gemächlich aus die engen Türen der Halle zwängte. Ich fing meine Klassenlehrerin ab, um noch ein wenig Zeit zu gewinnen. Sie war eine ziemliche Trantüte, mit der ich mich nur sehr ungern unterhielt, aber wenn es hieß, dass ich länger in der Halle bleiben konnte, sollte es mir recht sein.



Nach ein paar Minuten die sich eher

angefühlt hatten wie Dekaden gefüllt mit langweiligen Vorträgen über die sportlichen Erfolge unserer Schule, machte ich mich auf dem Weg. Während ich die schwere Prallwand-Tür öffnete, die den schmalen Gang freilegte, der zur Umkleide führte, schlug mein Herz langsam schneller. Nicht auf eine angenehme Art und Weise, die begleitet wurde von Schmetterlingen im Bauch und Blümchenduft, sondern von nackter Angst und schwitzenden Händen. Während ich nach der Klinke griff, atmete ich noch einmal tief durch und öffnete anschließend die Tür.



Ich wurde von einer Dampfschwade

begrüßt, die mir jegliche Sicht nahm. Manchmal fragte ich mich, ob meine Kameradinnen wirklich nur duschten oder doch heimlich an dem Bau einer Sauna arbeiteten. Als ich eintrat, stolperte ich über etwas, das auf dem Boden lag. Vermutlich verirrte Sportschuhe, was mich zum Fluchen brachte. Nachdem sich meine Augen an die spärliche Sicht gewöhnt hatten, stellte ich erleichtert fest, dass die Umkleide bereits ziemlich leer war und sich vereinzelt welche bereits die Schuhe anzogen.



Etwas entspannter ging ich zu meinem Standardplatz, der sich in einer Ecke

befand. Abgelegen genug, um nicht aufzufallen und zugleich ideal geeignet, um den eigenen Blick an die Wand zu heften. Während ich mein Handtuch aus der Tasche kramte, erklang die wohlvertraute Stimme von Lena. „Da ist ja unser Lieblingskapitän.“ Ich blickte zu ihr und stellte schockiert fest, dass sie nur gute zwei Meter von mir entfernt war. Das eigentlich Schlimme bei der Sache war allerdings, dass sie nichts trug, wenn man das Handtuch außen vor ließ, das lässig auf ihrer Schulter ruhte.



Ich spürte schon deutlich die Hitze in meinen Kopf steigen, weshalb ich mich wegdrehte und so tat, als ob ich etwas in

meiner Tasche suchen würde, obwohl ich genau wusste, wo mein Shampoo war. „Was gibts?“, entgegnete ich trocken und klang bei weitem unfreundlicher als beabsichtigt. 


„Bitte ein bisschen bessere Laune, Kapitän, wir haben schließlich gewonnen! Ich habe extra auf dich gewartet, damit du nicht alleine duschen musst.“, den letzten Teil betonte sie bewusst anrüchig, woraufhin ich mich fragte, womit ich das nur verdient hatte.

„Können wir dich mit Lena alleine lassen oder müssen wir Angst haben, dass sie dich anspringt, wenn wir weg sind?“, fragte mich Sandra scherzhaft, die mit

den letzten beiden anderen Kameradinnen an der Ausgangstür stand. 


„Habt ihr nicht heute ihren grenzwertigen Körpereinsatz an der rotznäsigen Stürmerin gesehen? Sie kommt mit so einer halben Portion wie mir schon klar.“ Sandra und die anderen lachten und gingen aus der Umkleide. Die Tür fiel ins Schloss und binnen weniger Sekunden, kehrte Stille im Raum ein. Nur mein Herz schlug für mich deutlich hörbar und kräftig. Lena war erst seit kurzem an unsere Schule. Sie war ein sehr extrovertierter Mensch, dem es leicht fiel Freundschaften zu

schließen, und sie war lesbisch.



Lesbisch zu sein war an sich keine Charaktereigenschaft, es war eine sexuelle Ausrichtung, etwas Privates, das niemanden anging. Für Lena hingegen war es ein Aushängeschild, sie brüstete sich förmlich damit und machte keinen Hehl daraus, dass sie Frauen attraktiv fand, flirtete oft und mit vielen. Für die anderen war es ein Spaß, eine nette Abwechslung zum tristen Schulalltag. Für mich hingegen war es bitterer Ernst. Einerseits hasste ich sie, weil sie sich in der Öffentlichkeit so auf ihre Sexualität reduzierte, anderseits bewunderte ich sie, wie offen sie damit umgehen konnte.




Ich konnte es eindeutig nicht! Man möge meinen, im 21. Jahrhundert sollte es kein Problem darstellen, sich zu outen. Die Realität sah allerdings ganz anders aus. Zumindest für mich. Allein die Vorstellung es meinen Eltern zu sagen, bereitete mir Unbehagen. Ich kannte sie gut genug, um zu wissen, dass sie nie etwas dagegen sagen würden, aber sie würden mich in einem anderen Licht sehen und sie wären traurig. 


Meine Mutter würde niemals ein Enkelkind bekommen, das sie betüddeln konnte, mein Vater würde mich niemals in einer Kirche zum Traualtar führen

können und über beide würde in der Nachbarschaft gelästert werden, ganz nach dem Motto: Schau, das sind die Eltern mit der Lesben-Tochter, die haben in ihrer Erziehung völlig versagt!



„Ist alles okay?“, riss mich Lenas Stimme aus meinen Gedanken. Hecktisch rieb ich mir übers Gesicht, um die aufkeimenden Tränen zu kaschieren. „Klar, habe nur etwas ins Auge bekommen.“ Ich fing mich relativ schnell und blickte fragend zur Seite, als Lena keine Anstalten machte, in die Dusche zu gehen. „Ich würde mich gerne ausziehen.“, erläuterte ich ihr unsicher.


„Schön, ich warte oder soll ich dir helfen?“, sie lachte, als mir die Kinnlade nach unten fiel. Ich war alles andere als auf dem Mund gefallen, dennoch hatte ich in diesem Moment nichts, was ich darauf entgegnen konnte. Ich konnte ihr schlecht sagen, dass es mir unangenehm war, wenn sie mich beobachtete. Die Blöße würde ich mir sicher nicht geben! Außerdem sah sie mich ohnehin nackt, ob jetzt gleich oder in der Dusche, spielte eigentlich keine Rolle.



Demonstrativ wandte ich mich von ihr ab und begann, mir mein verschwitztes Trikot auszuziehen. Der Stoff klebte förmlich wie eine zweite Haut an mir,

ziemlich eklig, aber nach so einem harten Spiel nichts Ungewöhnliches. Obwohl in der Kabine Wetterverhältnisse wie in den tiefsten Tropen herrschten, spürte ich, wie ich eine Gänsehaut bekam, was unmittelbar damit zusammenhing, dass ich Lenas Blicke förmlich auf mir spürte. Ich wollte es einfach schnell hinter mich bringen, schnell nach Hause, wo ich mich in meinem Zimmer verkriechen konnte. Daher trennte ich mich schnell von meiner verbliebenen Kleidung.



Als ich mich zu ihr umdrehte, verlangte es mir einiges ab, nicht peinlich berührt die Arme vor mir zu verschränken. Ich

bin keine 12 mehr! Soll sie mich doch anglotzen, redete ich mir resolut ein, wobei ich wusste, dass ich die Selbstsicherheit nur vortäuschte. Wie zu erwarten, wanderte ihr Blick mehrmals rauf und runter, bevor sie mir wieder in die Augen sah. Sie runzelte die Stirn und sagte mit dunkler, verstellter Stimme: „Schaut passabel aus, ich denke, Sie haben keine Probleme, durch den TÜV zu kommen.“ Egal wie unangenehm mir die ganze Situation auch war, konnte ich ein kurzes Lachen nicht verhindern und meine Laune wurde ein wenig besser.



Ohne ein weiteres Wort zu verlieren,

ging sie in die Gruppendusche und ich folgte ihr mit einem kleinen Sicherheitsabstand. Lena drehte bereits einen Wasserhahn auf, sodass die Stille durch das Hämmern des Wassers auf den weißen Kachelboden verschwand. Noch bevor ich mit den Gedanken spielen konnte, einen Platz auszuwählen, der ja weit genug von Lena entfernt war, deutete sie demonstrativ auf den Platz neben sich. Noch während ich ihrer Aufforderung nachkam, fragte ich mich, warum ich eigentlich gehorchte. Auch ich drehte den Wasserhahn auf und wurde von einer Flut begrüßt, die mir zum einen vorübergehend die Sicht nahm und mich zum anderen von sämtlichen

anderen Geräuschen isolierte.



Es fiel mir wirklich schwer, die junge Frau neben mir zu ignorieren, welche sich eindeutig gründlicher und mit mehr Körpereinsatz einseifte, als notwendig gewesen wäre. Ich konnte nicht umhin, sie gelegentlich zu mustern. Lena war ein sehr schönes Mädchen. Zwar entsprach sie nicht dem Schönheitsideal dafür war sie zu schlaksig gebaut und ihre Oberweite zu klein aber dennoch passte bei ihr alles zusammen. Insbesondere ihr wohlgeformter Apfelpo hatte es mir angetan. Oh mein Gott, wo sah ich eigentlich hin? Ich musste hier schleunigst raus!




Plötzlich spürte ich zwei Hände auf meinem Rücken, was mich so erschrak, dass ich fast geschrien hätte. Ein kurzer Seitenblick reichte aus, um zu sehen, dass Lena nicht mehr an ihrem Platz stand. Ihre feingliedrige Hand kam zum Vorschein, die den Wasserhahn zudrehte. Das laute, gleichmäßige Prasseln verschwand und wich einem gelegentlichen Tröpfeln. Lenas zweite Hand legte sich wieder auf meinen Rücken und verharrte dort ruhig. Von ihren Handflächen ging eine angenehme Wärme aus. Ich konnte mich nicht bewegen, war zu einer Salzsäule erstarrt. „Was machst du da?“, fragte ich mit

fremder und brüchiger Stimme. „Ich mache dir Avancen.“, flüsterte sie mir verführerisch ins Ohr. Was sollte ich darauf sagen? Ich spürte ihre nassen Brüste an meinem Rücken, ihre Scham an meinem Hintern. Nur leicht, aber deutlich. „Hör bitte auf damit.“ Meine Stimme klang ängstlich. Warum? Ich hatte wohl ein gutes Recht, es nicht zu wollen! Das war allerdings der springende Punkt, wollte ich es nicht? „Warum denn?“, fragte sie gelassen. „Weißt du, ich bin nicht blöd, blond schon, aber nicht blöd. Du glaubst zwar, dass du total unauffällig bist, aber mir ist es nicht entgangen.“ Meine Knie nahmen langsam die Konsistenz von

Gelee an. „Was ist dir nicht entgangen?“ Lenas Hände wanderten meine Taille entlang, quälend langsam und zärtlich. „Deine Blicke und ich rede jetzt nicht nur von denen hier in der Dusche.“ Ihre Lippen legten sich an meinem Ohr, ich konnte ihr gleichmäßiges Atmen hören. „Wie oft hast du mir schon in den Ausschnitt geschaut, wenn ich mich zu dir rüber gebeugt habe? Wie oft ist dein Blick an meinen Beinen entlanggewandert, wenn mir der Rock hochgerutscht war? Wie oft hast du mir auf meinen Hintern geglotzt, wenn ich ihn für dich besonders schön geschwungen habe? Das war alles volle Absicht, aber dennoch. Soll ich es dir

verraten?“ Ich antwortete nicht, selbst wenn ich gewollt hätte, hätte ich keinen Ton raus gebracht. Sie biss mir leicht ins Ohrläppchen, was mir eine Gänsehaut über meinen Körper jagte. „Jedes Mal.“



Sie begann meinen Nacken zu küssen, anscheinend eine riesige Schwachstelle von mir, denn mein Körper reagierte mit zitternden Beinen. Ihre Hände wanderten auf meinen Bauch, der unter ihren Berührungen zusammenzuckte. Mein Körper entgleiste mir allmählich und als sie mir über die Brüste streichelte, entwich mir ein Ton, von dem ich nicht einmal wusste, dass ich ihn von mir geben konnte.




Mir wurde klar, dass sie mich verführte und ebenso wurde mir klar, dass mich das sauer machte. Auch wenn ich schon gar nicht mehr daran geglaubt hatte, fand ich das Gefühl in meinen Beinen wieder und wich ihr aus, drehte mich zu ihr um und verschränkte schützend die Arme vor mir. „Lass mich in Ruhe, ich bin nicht irgendein Sextoy, das du dir zwischen die Beine einführen kannst. Dafür kannst du irgendeine andere hernehmen.“, während ich sie anschrie, wurde mir bewusst, was mein eigentliches Problem dabei war: Ich fühlte mich benutzt und das tat

weh.



Sichtlich überrascht blickte sie mich mit offenem Mund an. Nach ein paar Sekunden verzog sich ihr Gesicht zu einer Grimasse und sie funkelte mich an. „Für was hältst du mich bitte?“, fragte sie bissig. Sie war gekränkt, aber das war ich auch. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, ging sie aus der Dusche und ließ mich zurück. Ich hörte einiges Geraschel aus der Umkleide und kurz darauf wurde eine Tür aufgerissen und anschließend ruckartig zugeschlagen. Mein Zorn verpuffte relativ schnell und kurz darauf stelle ich mir die Frage, ob ich überreagiert hatte. Letztendlich kam

ich zu dem Schluss, dass ich es ihr auch anders hätte sagen können. Schließlich hatte sie die Initiative ergriffen und auch, wenn es ihr sicherlich leicht fiel, kostete es schließlich eine gewisse Überwindung.




Ich drehte wieder den Hahn auf und ließ mich von dem warmen Wasser berieseln. „Verdammt.“, zischte ich schließlich, als ich merkte, dass Lenas Berührungen nicht spurlos an mir vorbeigegangen waren. Es war schon länger her, dass ich mich selbst angefasst hatte, was vor allem daran lag, dass es mich in letzter Zeit beunruhigte, wenn Lena dabei in meinen Gedanken auftauchte.




Unschlüssig tapste ich von einem aufs andere Bein, presste meine Schenkel zusammen und verfluchte mich selbst, als ich wusste, was ich nun tun würde. Resigniert drehte ich den Wasserhahn wieder zu und schloss meine Augen. In der Regel brauchte ich recht lang, bis ich mir ein Szenario in meinem Kopf ausgemalt hatte, das mir erleichterte, mich selbst zu berühren. 


Diesmal brauchte ich nicht lange und stellte mir einfach vor, dass die Situation von vorhin einfach nicht beendet wurde. Ich stützte mich mit einer Hand an der Kachelwand ab und

fuhr mit der anderen zwischen meinen Beine. Ich wollte es schnell zum Punkt bringen, damit ich den Tag abhaken konnte, aber es wollte nicht so recht. Frustriert legte ich meine Stirn an die Wand und fluchte leise. Ich konnte einfach nicht im Stehen kommen. Ich brauchte ein weiches Bett, viel Zeit und nicht diese beschissenen Schuldgefühle, die gerade in mir aufkeimten.



„Brauchst du eine helfende Hand, Kapitän?“ Jeder hat diesen einen Moment im Leben, in dem er am liebsten tot umfallen würde. Meiner war gerade jetzt, in diesem Augenblick, in der Dusche meiner Schule. Langsam drehte

ich mich um, in der Hoffnung, dass ich mich verhört hatte, aber natürlich war dem nicht so. Lena lehnte mit verschränkten Armen im Rahmen und musterte mich mit einem Grinsen, das von einem Ohr bis zum anderen reichte. Sie war noch nackt, hatte sich allerdings abgetrocknet, da ihre schulterlangen, honigblonden Haare in alle Richtungen weg standen. 


„I-Ich.“, fing ich an zu stammeln, konnte den Satz allerdings nicht weiterführen. Was sollte ich denn bitteschön sagen? Es war ja alles mehr als eindeutig. Sie stellte sich gerade hin und kam langsam auf mich zu. „Also, um

es kurz festzuhalten: Ich darf dich nicht anfassen, weil du kein Sextoy bist wie du so schön formuliert hast es ist aber völlig okay, wenn du mich als Masturbationsvorlage benutzt?“ 



Ich spürte, wie mein Gesicht anfing zu brutzeln, ich schämte mich so sehr, dass ich einfach nichts erwidern konnte und betreten zu Boden blickte. Als ich ihre Füße erspähte, war mir klar, dass sie direkt vor mir stand. „Verstehe mich nicht falsch, es stört mich überhaupt nicht, wenn du an mich denkst und dich dabei anfasst. Es war total schön, dir dabei zuzusehen, aber ich finde, dass dann auch nichts dagegen spricht, wenn

ich dich anfasse.“ Eine Hand schob sich unter mein Kinn und zwang mich, ihr ins Gesicht zu sehen. Es fiel mir schwer, aber ich sah in ihre dunkelblauen Augen, die mich nicht zu verspotten schienen, wie es ich es befürchtet hatte.



„Was du gerade gesagt hast, tat mir wirklich ein bisschen weh. Ich weiß, dass ich mich oftmals etwas zu freizügig gebe, aber das ist meine Taktik, damit umzugehen. Wer sich selbstsicher gibt, wird nicht angegriffen. Bitte stelle mich nicht so, ... wie soll ich sagen, ... so billig dar.“ Sie küsste mich zärtlich. „Ich mag dich wirklich, du bist schön, klug, loyal und so verdammt adrett und

unschuldig. Das finde ich total sexy.

“

Ihre Worte sorgten nicht wirklich dafür, dass die Hitze in mir abnahm. „So schnell bekommst du keinen Ton mehr raus, oder?“, fragte sie mich und lachte leise. „Tut mir leid, dass ich dich so kalt erwischt habe, aber nun gut. Dann muss ich es schon ausnutzen, dass du so paralysiert bist.“



Sie nahm mich an die Hand und führte mich aus der Dusche, zurück in die Umkleide. Paralysiert traf es ziemlich gut, vermutlich hätte sie mir eine scheuern können, ohne dass ich etwas gesagt hätte. Als wir wieder in Umkleide

waren, schnappte sich Lena ein Handtuch und trocknete mich provisorisch ab. Irgendwie fühlte ich mich hochgradig behindert. Ich hätte nicht mal nach etwas greifen können, so taub fühlten sich meine Hände an. Als sie fertig war, drückte sich mich bestimmend auf die lange Holzbank, faltete das Handtuch und warf es zu meinen Füßen.



So recht verstand ich nicht, was das sollte. Erst als sie sich darauf kniete, meine Beine leicht spreizte und sich zwischen sie zwängte, fiel bei mir so langsam der Groschen. „W-Was machst du da?“, stammelte ich. Ihre Augen glitzerten und ein Grinsen legte sich auf

ihr Gesicht. „Nun, als neutraler Beobachter würde ich denken, dass das kniende Mädchen dich oral befrieden wird. Tut mir echt leid, ich weiß, dass du noch nicht viele Erfahrungen hast, aber die Szene ist seit Tagen in meinem Kopf und sie wird wohl nur verschwinden, wenn ich es einfach tue. Schließ einfach die Augen und entspann dich, die meisten Frauen finden das schön.“ Während sie mir mit ihren Händen über die Oberschenkel streichelte, die auf ihre Berührungen mit Zittern reagierten, sah sie mir tief in die Augen. „Mein Gott, ich wusste gar nicht wie erotisch es ist, vor einem Mädchen zu knien, das so einen knallroten Kopf

hat.“



Sie zog mich mit einem Ruck näher an sich heran, sodass ich fast von der Bank gerutscht wäre. Als ich ihre Lippen zwischen meinen Beinen spürte, schloss ich meine Augen und war bemüht, ja keinen Ton von mir zu geben, was sich mehr als schwierig gestaltete und letzten Endes auch nicht funktionierte. Es war ein unbekanntes und schönes Gefühl, das sich in mir ausbreitete. Als ihre Zunge sanft zwischen meine Schamlippen fuhr, hatte ich das Gefühl, als würde die Hitze die sich zwischen meinen Schenkel gesammelt hatte mich von innen heraus verbrennen. Ich hatte nicht gewusst, dass

Lust ein so starkes Gefühl sein konnte.

Mittlerweile konnte ich meine Finger wieder bewegen, die ich haltsuchend zwischen die schmalen Holzlatten der Sitzbank zwängte. Mein Becken zitterte leicht, ich wusste, dass mir nicht mehr viel fehlte und bei Gott, ich sehnte mich auch nach der Erlösung.



Doch als ich kurz vor dem Ziel war, hielt Lena plötzlich inne. Sprechen war bei mir nicht mehr möglich, dafür war ich zu aufgewühlt, stattdessen gab ich einen Ton von mir, mit dem ich nicht viel anfangen hätte können, Lena hingegen verstand wohl, was ich wollte. „Ich weiß, ich mach gleich weiter, lass

es mich noch ein bisschen auskosten.“ 


Eine Weile hielt sie mich in diesem quälenden Zustand, der zugleich doch irgendwie schön war, bevor sie meinen Kitzler reizte, leicht daran saugte und mir meinen ersten richtigen Orgasmus bescherte. Für einen kurzen Augenblick überschlug sich alles in mir, wie in einem Looping in einer Achterbahn, deren Endstation pure Entspannung war. Ich atmete schwer, wie jemand der kurz vor dem Ertrinken war. Als ich mich dazu aufraffen konnte, meine schweren Augenlider zu öffnen, sah ich Lena, die auf ihren Unterschenkeln saß und mich selbstzufrieden angrinste. 


„Habe ich dir zu viel versprochen?“ Sie richtete sich etwas auf und gab mir einen Kuss, ich konnte meinen eigenen, leicht salzigen Geschmack wahrnehmen. „Du stöhnst echt süß, wenn du kommst, das gefällt mir. Ich muss jetzt leider los, ich erwartete mir von dir, dass du dich bei mir meldest, sonst wäre ich ziemlich gekränkt. Ich stehe nämlich nicht auf One-Night-Stands.“ Während Lena aufstand und sich anzog, bekam ich langsam mein Körpergefühl wieder, auch wenn ich mich ziemlich ausgelaugt fühlte. Ich setzte mich etwas aufrechter hin und blickte zu Lena, die bereits zur Tür ging. „Übrigens sind wir quitt. Ich

glaube, wenn ich heute Abend in meinem Bett liege, werde ich auch an dich denken, vorzugsweise nackt und stöhnend.“ Sie zwinkerte mir zu, bevor sie aus der Umkleide ging und mich zurückließ, mit einem heißen Kopf und vielen Gedanken unterschiedlicher Natur.

Impressum:

2015/05

©Cover: Anna Breinlinger

©Inhalt: Anna Breinlinger

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Anna92

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Annabel Ein tolle Story. Sehr gern gelesen. Lieben Gruß an dich und einen schönen Tag, herzlichst, Annabel
Vor langer Zeit - Antworten
Anna92 Hallöchen Annabel! Ich komme momentan zu nichts, daher kommt mein Dank etwas spät ;) Freut mich, dass es dir gefallen hat! LG, Anna
Vor langer Zeit - Antworten
monalisa592107 klasse zu lesen kompliment
Vor langer Zeit - Antworten
Anna92 Hallöchen, vielen Dank für Dein nettes Kommentar :) freut mich sehr, dass Dir das erste Kapitel gefallen hat. LG, Anna :)
Vor langer Zeit - Antworten
Bleistift 
"Matchday - Kapitel 1 -..."
Intelligent und interessant geschrieben,
selbst für mich als Hetero.
Der Plot ist absolut schlüssig und
die benützten Wendungen und Formulierungen,
von Dir ausgezeichnet erwählt,
sind passend in die Geschichte integriert.
Es fließt also in deiner Story,
ich werde wohl alle Teile davon lesen... ...smile*
LG
Louis :-)
Vor langer Zeit - Antworten
Anna92 Hallöchen Louis! Danke für die lieben Worte!, sie haben meinen Montag versüßt :) Da Matchday vermutlich mich noch länger begleiten wird, würde ich mich natürlich freuen, wenn dir die Geschichte zusagt! Ich bin ehrlich gesagt überrascht, dass in meiner längeren Abwesenheit doch ein paar Leser dazugestoßen sind, damit habe ich gar nicht mehr gerechnet ... vielen Dank! Deine Anna
Vor langer Zeit - Antworten
Sunshine84 Meine erstes Buch das ich hier lese, und gleich eine Story, die mir super gefallen hat. Kann kaum abwarten, mich auf den nächsten Teil zu stürzen

lg Michaela
Vor langer Zeit - Antworten
Anna92 Hallo, Michaela! Vielen Dank für die tolle und liebe Rückmeldung :) Es gibt übrigens ein neues Kapitel, falls es dich interessiert :) LG Anna
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