Kurzgeschichte
Dem Mondschein sollst du nie vertrauen

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"Dem Mondschein sollst du nie vertrauen"
Veröffentlicht am 15. Mai 2015, 10 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Hallo! Ich wurde 1996 in der Ukraine geboren. Gegenwärtig bin Ich als Übersetzerin und Virtuelle Assistentin bei einer in der Schweiz ansässigen Firma tätig. Mein Ukrainisch und Russisch sind muttersprachlich, zusätzlich spreche ich auch Englisch, Deutsch und ein bisschen Spanisch. In diesem Jahr ich fange ich mit meinem Studium in Deutschland an. Ich habe nie in Deutschland mehr als einen Monat gelebt, stamme nicht aus einer multinationalen ...
Dem Mondschein sollst du nie vertrauen

Dem Mondschein sollst du nie vertrauen

"Dem Mondschein sollst du nie vertrauen"

















Komm, stille Nacht, und streichle mich begehrlich, Mit deinen Händen, seidenweich und warm. Lass deine Augen flammen, wild und herrlich, Ich spiele mit, ich teile deinen

Tanz. Lisa D.


“Sie würden vielleicht darüber streiten und nach ein paar Minuten meiner Rede meine kleine Stube verlassen. Sie sind aber völlig im Recht, so zu tun. Ich habe keine Angst davor. Ich habe nur wenig Zeit, bevor ich meine Kräfte zusammennehme und mich von meinem Leben verabschiede. Wir sind alle hier verrückt, deshalb hören sie mir ruhig zu und versuchen mich nicht zu retten. Ich bin euer Professor und sie sind meine Schüler. Sie tragen Zwangsjacken, während ich meinen Rollkragenpullover anhabe. Sie sind schmutzig und unrein, während ich jeden Morgen mein Gesicht

wasche und meine plombierten Zähne oberhalb der weißen Waschbecken sorgfältig abputze. Manche von ihnen sitzen in Rollstühlen, weil sie einmal den Selbstmordversuch ausführen wollten, solange ich aufrecht gehe und keine Ursachen hatte mich zu töten. Ich schütze euch, ich führe euch, ich bin der einzige Freund, die sie irgendwann haben würden. Haben sie mich lieb? „ Die Verrückten nickten. Ein rothaariger Mann mit einem Armstrumpf lächelte erfreut und hüpfte. Eine Dame im Rollstuhl, beinah haarlos, mit verstümmelten Lippen, schaute vertrauensvoll auf den Mann. Ein blauäugiges blasses Mädchen winkte

treuherzig zu. Der Mann trat an die drei krummen Gestalten, umarmte jede und sagte: “Wollen sie mit mir gehen, ins Unendliche? Es gibt Welten, die sie noch nie gesehen haben! Haben sie mich lieb?“ Die Verrückten nickten. “Aber nein, nein, sie müssen leben… „ Der Mann sah traurig aus. Der Rothaarige fasste ihn an die Hand und murmelte etwas. Der Mann seufzte. “Na gut… Ich verstehe… ich vertraue euch. „ Man konnte vier Schatten sehen, die durch die taupen Korridore die Psychiatrie polterten. Sie hielten vor der Balkontür an. Der

Vollmond schien durch das trübe Glas und beleuchtete die verzerrten Gesichter der schwungvollen Irrsinnigen. Der Mann öffnete die Tür und sie traten heraus. Die Balustrade war längst abgerutscht. Alles war still. Die feuchte nächtliche Luft kitzelte die warmen Wangen der Freunde und der Mond zeigte Ihnen den Weg. Die Verrückten schauen einander freudig an und lächelten den Mann an. Der hockte sich ein bisschen, richtete sich dann aber auf, trat ein, verschloss die Tür und ging. Durch die taupen Korridore der Psychiatrie konnte man für eine Weile das sardonische und zappelige Lachen

hören.

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Hörbuch

Über den Autor

Elizabeth
Hallo!
Ich wurde 1996 in der Ukraine geboren. Gegenwärtig bin Ich als Übersetzerin und Virtuelle Assistentin bei einer in der Schweiz ansässigen Firma tätig. Mein Ukrainisch und Russisch sind muttersprachlich, zusätzlich spreche ich auch Englisch, Deutsch und ein bisschen Spanisch. In diesem Jahr ich fange ich mit meinem Studium in Deutschland an. Ich habe nie in Deutschland mehr als einen Monat gelebt, stamme nicht aus einer multinationalen Familie, habe keine deutsche Wurzeln und habe die deutsche Sprache zuerst mal ein paar Jahre selbständig und später vier Jahre an der Uni gelernt. Trotzdem wage ich es, in deutscher Sprache zu schreiben und meine Texte hier in einer deutschsprachigen Community zu veröffentlichen. Ich würde mich darüber sehr freuen, wenn Sie nicht nur den Inhalt meiner Texte, sondern auch den rein sprachlichen Aspekt in Betracht nehmen. Denn ich will mich vor allem sprachlich verbessern:)
Lisa

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erato 
Der bleiche Mond
am schuldigen Himmel
zerstreute Gestirne.....
sie alle tragen Narben - deiner blutigen Schreibfeder, liebe Lisa !!

Klasse!!!!
Herzliche Grüße vom Thomas
Vor langer Zeit - Antworten
AngiePfeiffer Boh!!!!
Wieso habe ich diese tolle Kurzgeschichte noch nicht gelesen????
Ich bin total begeistert, meine Liebe!
LG
Angie
Vor langer Zeit - Antworten
Dakota 
Liebe Lisa,
auch ich sage zauberhaft!
aber nur zu den romantischen Eingangszeilen :-)

Deine Geschichte ist ein Albtraum, aber ein toll geschriebener,
der mich gefesselt hat und ich bin froh, dass ich mich
und meine Ohren wieder von dem zappligen Lachen befreien konnte.

Gri0es Kompliment und lieber Gruß,
Dakota
Vor langer Zeit - Antworten
adventor89 
Eine interessante Geschichte ...
Ja, das Licht des Mondes verändert die Farben. Der Bruch zwischen zwei Welten kann entstehen ... und Sichtweisen werden sich verändern.
Die Romantik der Eingangszeilen werden verwischt durch ein seltsam schräges Gefühl ... Wie gesagt: Sehr interessant !!!
Viele Grüße
Michael
Vor langer Zeit - Antworten
Boris Deine Geschichte ist ein wenig surrealistisch ...

LG Jürgen
Vor langer Zeit - Antworten
SternVonUsedom 
Schöne Zeilen

Herzlichst
Der Stern
Vor langer Zeit - Antworten
Boris Dein Gedicht hat mir gut gefallen
nur der Titel ist zu lang

LG Jürgen
Vor langer Zeit - Antworten
Elizabeth Aber das ist eine Kurzgeschichte..)))))))))
LG
LIsa
Vor langer Zeit - Antworten
Gast sorry - hab nur die Seite 1 gelesen
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Boris ich komme noch einmal
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