Kurzgeschichte
Plötzlich lief mir ein kalter Schauer den Rücken hinunter - Dieter Battisti

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"Kurzgeschichte, Autopanne, Sommernacht, Geisterstunde, Messer werden gewetzt"
Veröffentlicht am 14. Februar 2015, 12 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Über den Autor:

Hallo! Mein Name ist Dieter, und ich bin 67 Jahre jung. Das schreiben von Kurzgeschichten aus dem nicht mit Puderzucker bestreuten Leben, als E-Book, vertreibt mich aus meiner Hängematte. Täglich lerne ich im zarten Rentenalter dazu.
Kurzgeschichte, Autopanne, Sommernacht, Geisterstunde, Messer werden gewetzt

Plötzlich lief mir ein kalter Schauer den Rücken hinunter - Dieter Battisti

Plötzlich Lief mir ein kalter schauer den rücken hinunter

Haben Sie schon einmal zur Geisterstunde in einer lauen Sommernacht, eine Autopanne durchstehen müssen?

Einfach dumm da gestanden und keine Hilfe weit und breit in Sicht?

Günter und Ursula Sturmland können ein Lied davon singen.

"Ach ja," mein Name ist Günter und ich arbeite mit verschiedenen Tieren, als Tierpfleger." Ich bin 46 Jahre alt, mit

kurzen schwarzen Haaren, 1,80 cm groß. Ich ziehe mich gerne modisch an. Fleißig, vernünftig in meinem Beruf, sind für mich zu einer zweiten Haut geworden. In meiner Freizeit, gehört Pokern zu meiner Leidenschaft.

Mit Ursula bin ich drei Jahre verheiratet. Ursula hat langes blondes Haar und ist kindergärtnerin von Beruf. Wir leben in einer drei Zimmerwohnung in der Kleinstadt Kamp-Lintfort, mit Internationalen Mietern in einem Zweifamilienhaus.

"Auch das noch".

Plötzlich starb der Motor völlig ab.

Starten lies er sich nicht mehr. Vorher schnurrte er, wie ein Kätzchen. Versuche den Wagen wieder richtig flott zu machen, blieben nun erfolglos.

Der schwüle Sommerabend 1999, lud zu einer spritzt Tour ins nahegelegene Naturschutzgebiet ein. Tagsüber grasen hier friedlich die Kühe auf saftigen grünen Wiesen. Dann kam ich auch noch von der Straße, von der Hauptstraße ab. Ungewollt landete ich in eine Nebenstraße und alles kam, wie ein Bumerang auf uns zu.

Die Gegend hier, war kaum bewohnt. Eine Gegend, wo sich Haas und Fuchs

gute Nacht sagten. Da lief mir ein kalter Schauer den Rücken hinunter. Einige wenige Häuser schauten wie Zinnsoldaten hervor. Alle Häuser schienen verlassen zu sein. Ursula brachte es nicht fertig, dass Auto zu verlassen. Sie blieb wie angewurzelt sitzen. Mit ungutem Gefühl, machte ich mich dennoch auf den Weg. Es kam mir vor, als sah ich ein erleuchtetes Fenster.

"Ist hier jemand?"

Konnte man hier etwa aus einer Werkstatt anrufen? Eine Werkstatt, die Notdienst hatte. Eine Werkstatt, wo dem Kunden noch der rote Teppich ausgerollt wird?

Ich war gnadenlos dieser Situation

ausgesetzt. Mit den Hausbewohnern konnte ich doch noch, kaum zu glauben, aber war, einige Worte wechseln. Ich schilderte kurz die Autopanne und stolperte ins Haus. Die schwere knarrende Tür fiel hinter mir ins Schloss.

Ursula erfuhr später von mir, dass ich aus der Tür hinaus-stürzte. Mit schleppenden Schritten näherte ich mich dem Auto. Ich kletterte zu meiner Frau ins Auto. Im schwachen Licht, bemerkte sie, wie ich am ganzen Körper zitterte. Kreidebleich im Gesicht. Neugierig, wie sie nun einmal war, mit ihren Nerven völlig am Ende, erfuhr sie bald alles.

Ich schwieg, hockte einfach nur da und

zog kräftig an meinem Glimmsterngel Sie blieb hartnäckig. Sie wollte unbedingt wissen, was da denn passiert war.

Langsam, kam ich zu mir.

"Ursula, es war das blanke entsetzen."

Die Menschen da, waren verschlossen, unheimlich und verschwiegen, wie ein stilles Grab. Der Vater hatte wohl viel mit Kaninchen und Meerschweinchen zu tun. Er stotterte nicht schlecht. Der Sohn verdiente sich sein Brot in einer nahegelegenen Flugschule. Er trug eine schwarze Augenklappe über dem rechten Auge. Sie bewohnten das Haus bereits etwas länger. Als ich eintrat, stockte mir der Atem.

Der Vater, der Sohn, hatten nichts

besseres zu tun, als Messer zu wetzen. Ich sollte den beiden wohl als Festschmaus dienen. Ich traute meinen Augen nicht.

"Du kannst es glauben oder nicht."

"Das ist ja dieses mal ein Leckerbissen der besonderen Art."

"Es ist, wie Ostern und Weihnachten an einem Tag."

"Den zerlegen wir später und frieren ihn dann gleich ein."

"Vater," schau ihn dir doch mal genauer an."

"Birken schlank."

"Er wird uns bestimmt richtig gewürzt, schmecken."

"Sollen wir ihn kochen, oder lieber

Grillen"?

Schluss mit lustig. Der Sohn streichelte meine Wange. Er hatte sich wohl in mich vergafft.

"Brosius!"

"Sie wollen doch nicht etwa?"

"Ja, genau das will ich."

"So einen Braten, lässt man sich doch nicht entgehen."

"Los jetzt", mach keine Faxen, runter in den Keller.

Ich versuchte mich, mit Händen und Füßen zu wehren. Ehe ich mich versah, stieß man mich die Wendeltreppe hinunter. Der Sohn himmelte mich weiter an. Unsterblich, wie es mir schien, hatte

er sich in mich verknallt. Er sprach noch mit seinem Vater, drängte ihn, an die weissgetünchte Wand und packte meine Hand.

Er schleifte mich die Wendeltreppe nach oben und riss mit großer Freude die Tür auf. Angewurzelt stehe ich da, wie ein Eisen er Mann im Wind. Der Mond lacht in die schwarze Nacht. Eine sehr, sehr schwarze Nacht. Kühl noch dazu.

Drei Wochen später, stellte sich heraus, Vater und Sohn hatten sich mit mir einen schlechten Scherz erlaubt. Sie hatten uns so richtig verarscht. Der Tankwart, ist ein guter Freund von mir und schraubte

ein Weilchen an dem Motor.

"Der Motor konnte nicht anders". "Kolbenfresser"

Die Geschichte erzählt man sich immer, immer wieder am ganzen Niederrhein. Manchen lief dabei sogar ein kalter Schauer über ihren Rücken.

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Über den Autor

Emser
Hallo!
Mein Name ist Dieter, und ich bin 67 Jahre jung. Das schreiben von Kurzgeschichten aus dem nicht mit Puderzucker bestreuten Leben, als E-Book, vertreibt mich aus meiner Hängematte. Täglich lerne ich im zarten Rentenalter dazu.

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gela556 Nur gut das ich nicht gerne im dunkel raus gehe,
in den Garten schon, aber der muss am Haus sein.
Nun habe ich keinen mehr, also, auch nicht mehr hinaus gehen
Schöne Geschichte,
GlG, Gela
Vor langer Zeit - Antworten
Ameise Böse Freunde ersetzen Dir Feinde. Mit Gänshaut, gern gelesen. lg Ameise
Vor langer Zeit - Antworten
Emser Hallo!

Danke fürs lesen, und ein verrücktes Wochenende noch!

Dieter/Emser
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