Kurzgeschichte
Mia das Kätzchen mit dem besonderen Blick

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"Mia das Kätzchen mit dem besonderen Blick"
Veröffentlicht am 03. Januar 2015, 14 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
© Umschlag Bildmaterial: Luisa Venturoli - Fotolia.com
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Ich bin Musiker, Tonmeister und immer mehr Kinderbuchautor... Ich möchte LIEBE, Wärme und eine bunte Welt schenken.
Mia das Kätzchen mit dem besonderen Blick

Mia das Kätzchen mit dem besonderen Blick

Mia, das Kätzchen mit dem besonderen Blick

So ein Blick … dachte ich und wollte das kleine Kätzchen auf den Arm nehmen.

Da fiel mir aber meine Katzenallergie ein.

Ich bekam immer juckende Augen und meine Nase fing an zu schniefen...

Dieser Blick, voller Unschuld. „Hast Du Hunger?“, fragte ich besorgt.

Und schließlich nahm ich das Kätzchen doch in meine Arme.

Aber die Geschichte fing ja eigentlich so an:

Nun, ich möchte erwähnen, das ich in einer fremden Stadt war, um mir die Sehenswürdigkeiten anzuschauen und mehr aus der Vergangenheit dieser schönen, alten Stadt zu lernen.

Meine Oma hatte hier gelebt und Oma sagte immer:

„Junge, Junge … was hatten wir für ein schönes, altes, großes und edles Haus, mit nem herrlichen Blumengarten und Obstbäume … viele Obstbäume.

Das hättest du sehen sollen.“

Dann hatte sie immer so einen besonderen Blick und eine Träne lief ihr übers Gesicht...

Nun gab es hier hunderte von schönen, alten, großen und edlen Häusern und die Gärten waren allesamt bezaubernd.

Ich suchte nicht nach dem Haus von Oma, nur nach der Seele, denn Oma war schon vor 30 Jahren verstorben.

Mit der Reisegruppe liefen wir nun dem Reiseleiter hinterher und hörten uns die vielen Zahlen und Namen der Verstorbenen Ritter, Maler, Musiker und Bürgermeister an.

Bei einem sehr schönen, alten Haus hörte ich ein herzzerreißendes Jammern aus einem herrlichen Blumengarten.

Mutig und ritterlich bin ich natürlich sofort in den Garten gelaufen. Da sah ich in Mitten der vielen Obstbäume … dieses Kätzchen.

Ich taufte es Mia, von Miau und meine Oma hieß so, das fand ich passend.

Als ich nun Mia auf den Arm hatte, hatte ich die Stadtführung natürlich verloren.

„Egal“, dachte ich: „Das kann ich ja nachholen. Aber dieses kleine Kätzchen braucht jetzt was zu essen. Das ist wichtiger.“

So ging ich mit Mia auf dem Arm in das nächstliegende Lokal und bestellte?

Ja, was bestellt man denn einem kleinen Kätzchen?

Einen Pudding? Bonbons? Eine Schokolade?

Nee, das dürfen Kätzchen nicht! Aber Fisch und Milch, na klar!

„Herr Ober, ne richtige Portion Fisch und

ein Glas Milch, bitte!“

    

Als das Essen kam, sah mich Mia gelangweilt an, drehte den Kopf zur Seite und zeigte mir deutlich: Nicht gut!

Okay, dann Hühnchenbrust mit Erbsen und Wurzeln.

Als das Essen kam, sah mich Mia gelangweilt an, drehte den Kopf zur Seite und zeigte mir deutlich: Nicht gut!

Hmmm, dann eben Zwiebelmett mit Champagnersoße und nem Himbeeromelett mit Schlagsahne.

Als das Essen kam, sah mich Mia wiedermal gelangweilt an, drehte den Kopf zur Seite und zeigte mir deutlich: Nicht gut!

Ich versuchte noch eine Reihe von Köstlichkeiten, bis der Wirt meinte, ich solle doch mal einen Blick auf die Rechnung werfen. Oh je, da kam was zusammen...

Ich bezahlte mit hochrotem Kopf, weil mir ganz warm bei diesen Zahlen wurde und verließ das Lokal etwas schwindelig.

Mia nahm ich auf den Arm und sie kuschelte sich in meine Jacke, als ob sie

das schon immer gemacht hätte.

So konnte ich Mia mit in mein Hotelzimmer schmuggeln.

Im Zimmer angekommen nahm ich sie unter der Jacke hervor und legte sie behutsam aufs Bett.

 

Neben dem Bett befand sich ein Nachtschränkchen und darauf stand eine nicht sehr hübsche, völlig vergilbte Lampe.

Daneben, genauso unansehnlich lag mein angebissenes, leicht gekrümmtes, Frühstücksbrot, mit Leberwurst auf dem Tisch.

Ich hatte es heute Morgen in meiner Eile völlig vergessen und so sah es dann nach einigen Stunden eben nicht mehr so frisch aus und beinahe genauso vergilbt wie die Nachttisch Lampe.

Es musste wohl sehr unwiderstehlich gerochen haben, denn so schnell konnte ich es nicht in den Papierkorb werfen, schon hatte es Mia verputzt.

Dann legte sich Mia aufs Bett und rekelte sich ausgiebig.

Dabei schaute sie zu mir und ich begriff: Ich sollte den Bauch kraulen.

Da war er wieder, dieser besondere Blick, durch und durch ging er,

direkt ins Herz.

Ich setzte mich zu Mio und streichelte den kleinen Kullerbauch und ich verstand. Die Köstlichkeiten aus dem Lokal waren nicht wichtig, aber Streicheln, Liebkosen und ein olles Leberwurstbrot, waren der Schlüssel zum Herzen.

So einfach war das.

 

Alles was Mia wollte, war LIEBE und dabei schlief sie wieder schnurrend ein.

Ach ja, lieber Leser, ich habe Mia mit zu mir nach Hause genommen und das liebste was Mia mag ist?

Na, klar Leberwurstbrot und kraulen und im herrlichen Blumengarten spielen.

Und wenn sie dann müde ist schaut sie mich mit ihrem besonderen Blick an, als wenn sie sagen wollte: „Junge, Junge was haben wir für ein schönes, altes, großes und edles Haus. Mit nem herrlichen Blumengarten, nur die vielen Obstbäume fehlen...“

Und dann kommt mir immer meine Oma in den Sinn.

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warmsoul
Ich bin Musiker, Tonmeister und immer mehr Kinderbuchautor...
Ich möchte LIEBE, Wärme und eine bunte Welt schenken.

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Tellme Das ist eine wirklich schöne Geschichte! :)
Ich habe sie spontan meiner kleinen Schwester vorgelesen und die findet sie auch schön. Ich habe selbst zwei Katzen und als Kinderbuch eigent sich eine solche kurze, aber einprägsame Handlung wirklich gut. Auch der sentimale Punkt mit der Oma kam schön rüber!
Es ist zwar kein Harry Potter aber eine Anerkennung durchaus wert! :)

~Tellme
Vergangenes Jahr - Antworten
warmsoul WOW...DANKE für die netten Worte. Dafür lohnt es sich zu schreiben...Liebe Grüße, warmsoul.
Vergangenes Jahr - Antworten
GertraudW 
Welch seltener "Glanz in meiner Hütte" - freut mich sehr,
dass wir doch wieder einmal "zusammentreffen".
Ich musste diese Geschichte, obwohl sie mir immer noch
gut in Erinnerung war, einfach nochmals lesen.
Herrlich geschrieben.
Übrigens, unser Kater "Kasperl" liebt auch Leberwurst ...
Liebe Grüße in Deinen Tag
Gertraud
Vor langer Zeit - Antworten
warmsoul ...ja, ich habe die Geschichte noch einmal überarbeitet...langsam gefällt sie mir...liebe Grüße.
Vor langer Zeit - Antworten
Loraine Eine schöne Geschichte und warmherzige Oma-Erinnerungen die ins Jetzt hinein wehen. Gerne gelesen. LG Loraine
Vor langer Zeit - Antworten
Tintenklecks auch du bist also jemand, der solchen Fundstücken nicht widerstehen kann. Anrührend, deine Geschichte.
Und das was dich und ein Kätzchen verbindet, eine Oma mit einem Haus. Die Erinnerungen an geliebte Großmütter scheinen in Vielem auf, denn ihre Seele erzählt uns von ihrem Leben in dem, was wir selbst erleben und mit ihr verbinden.
danke sagt der Tintenklecks
Vor langer Zeit - Antworten
warmsoul Es freut mich sehr, wenn die Geschichte ins Herz geht...Liebe Grüße und FROHE OSTERN...
Vor langer Zeit - Antworten
Dakota Zitat von dir:
Und da war er wieder, dieser besondere Blick. Durch und durch ging er, direkt ins Herz.
Gedanken von mir:
durch und durch geht sie,
deine zauberhafte Geschichte, direkt ins Herz.
Belohnung wird nachgereicht, da mein Beutel mit den Coins für heut schon leer ist...
Lieber Gruß, Dakota
Vor langer Zeit - Antworten
warmsoul DANKE...für die netten Worte...Liebe Grüße...
Vor langer Zeit - Antworten
GertraudW 
Ich habe nach lesenswerten Kurzgeschichten gesucht und bin hier gleich mal "hängen" geblieben. Das ist ja eine ganz zauberhafte Geschichte von "Vio" - so richtig was für Katzenfreunde (habe einen schwarzen Kater "Kasperl", der stellt sich beim Fressen auch immer so an). Sehr kurzweilig geschrieben - herrlich zu lesen.
Liebe Grüße an Dich - und bis bald mal wieder
Gertraud
Vor langer Zeit - Antworten
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