Kurzgeschichte
Komm mit mir ins Nimmerland

0
"Komm mit mir ins Nimmerland"
Veröffentlicht am 12. Dezember 2014, 12 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
© Umschlag Bildmaterial: pixabay.com
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Halli Hallo! Dann stell ich mich euch allen mal kurz vor: Mein Name ist Nill, ich bin 20 Jahre alt und wohne in einer kleinen Gemeinde in Baden-Württemberg. Schon immer habe ich lesen geliebt, vor allem die Bücher, die meine Mutter mir verboten hat. Ich habe zum Beispiel schon mit 11 mein erstes Buch von Stephen King gelesen. Vielleicht liegt es daran, dass King jetzt zu meinen Lieblingsautoren gehört, neben anderen, wie Dan Brown, ...
Komm mit mir ins Nimmerland

Komm mit mir ins Nimmerland

Ein Gedankenspaziergang

„Am zweiten Stern rechts vorbei und dann immer geradeaus bis zur Morgendämmerung“, das ist der direkte Weg ins Nimmerland. Nimmerland. Die Heimat von Peter Pan, einem Jungen, der nie erwachsen werden will. Erwachsen sein. Jeder freut sich darauf, erwartet sehnsüchtig den Tag, an dem man sagen kann: Jetzt ist es so weit. Ich bin erwachsen und kann endlich tun und lassen, was ich will. Warum sollte man sich das als Kind auch nicht wünschen? All die Dinge die man sonst nicht machen kann. So lange wegbleiben, wie man möchte, Auto

fahren, sich kaufen, was man will. Dies sind die Vorteile des Erwachsenseins. Doch kaum ist es soweit und man ist frei von allen Vorschriften, die einen an das Kindsein binden, stellt man sich viele Fragen. Bin ich überhaupt schon so weit? Kann ich wirklich schon die volle Verantwortung für mein weiteres Leben übernehmen? Ist man automatisch schon erwachsen, sobald man volljährig wird? Die Antwort lautet, nein. Denn jeder ist so viel Erwachsen oder so viel Kind, wie man sich fühlt. Manche Menschen werden im Herzen immer Kinder bleiben. Andere werden schon viel zu früh dazu gezwungen erwachsen zu werden. Wegen

der Gesellschaft. Diese verändert sich nämlich. Wie? Nach vorne natürlich, was sonst. Alles verändert sich, es gibt hunderte, tausende Beispiele dafür. Als man noch Kind war, was hat man da mit seinen Freunden gemacht? Ganz einfach, man verabredete sich zum Spielen. Heute passt man sich der Gesellschaft an, die dauerhaft mit neuen Dinge wirbt um uns zu beschäftigen. Ein Beispiel: Wirklich jeder von uns kennt dieses Problem, man sitzt mit den Freunden gelangweilt auf dem heimischen Sofa und beratschlagt, was man unternehmen solle. Für den Discobesuch ist es zu früh, das Museum zu öde, und Eislaufen

mitten im Sommer? Da bleibt nur eine Möglichkeit, ein Kinobesuch. Der Vorschlag ist schnell beschlossene Sache und der Nächste sucht schon in seinem neuesten Smartphone die Kinolisten nach dem passenden Film ab. Routiniert gehst du dann an die Kasse, bezahlst dein, durch den Schülerausweis ermäßigtes Ticket, setzt dich in den viel zu überfüllten Kinosaal und schaust dir irgendeinen Film mit den neuesten Nachwuchs-Schauspielern an, der dich eigentlich überhaupt nicht interessiert. Genauso wenig, wie die nervigen Kinder in der zweiten Reihe, welche mit Popcorn um sich schmeißen. Nach dem Film gehst du wieder nach Hause und

empfiehlst all deinen Freunden, diesen Film auf gar keinen Fall anzusehen. Seien wir ehrlich, das kommt jedem von uns bekannt vor. Doch einmal, als ich wieder in einem der mehr oder weniger komfortablen Kinosesseln sitze, erinnere ich mich zurück. An meinen allerersten Kinobesuch. Peter Pan. Damals war ich sieben und Kino war noch etwas ganz Besonderes, das man sich nicht ständig leisten konnte. Ich weiß noch ganz genau wie aufgeregt ich war und meine Vorfreude sich anfühlte. Endlich durfte ich auch einmal mit meiner Mutter dort hin, wo die Bildfläche überdimensional groß ist.

Ganz anders war dieses Gefühl als es heute ist. Ich war fasziniert von dem riesigen Raum, indem sich alle in eine Schlange reihten, um noch die besten Plätze zu ergattern, die Luft gefüllt von einem wundervollen süßen Geruch nach Popcorn und Eis. Die gigantische Leinwand und der Sessel, in den ich förmlich einsank, als ich mich hineinsetzte. Und dann wurde es dunkel. Plötzlich war ich mitten in Nimmerland, mit Peter Pan, den verlorenen Jungs und seltsamen Figuren, die versuchten, mir ihre Geschichten zu erzählen. Selbst die vielen Menschen um mich empfand ich nicht als störend, da alle, wie auch ich, gebannt auf den Bildschirm

starrten. Wir lachten, wenn es etwas zu lachen gab und weinten, wenn es traurig wurde. Als der Film nach einem überraschenden Ende dann vorbei war, dachte ich noch lange darüber nach. Eine schöne Erinnerung aus meiner Kindheit, die ich niemals wieder so erleben werde wie damals. Es hat einfach an Faszination und Einzigartigkeit verloren. Aber warum? Weil es wohl einfach zur Gewohnheit geworden ist, mal schnell ins nächste Kino zu fahren. Außerdem haben die Filme von heute nicht mehr viel mit großer Schauspielerei oder tollen Erzählungen zu tun. Auch eine Moral

oder Botschaft findet man nur noch selten. Jede noch so langweilige Story wird mit hübschen, jedoch untalentierten Schauspielern zum Verkaufsschlager gemacht. Kein Wunder, dass auf einmal jedes Mädchen einen Vampir zum Freund haben will. Aber hauptsache die Filme bringen jede Menge Geld ein. Und wenn du dann doch zu Hause bleiben willst, kein Problem. Immerhin gibt es heutzutage Heimkinos, wo du bequem mit deinen Freunden die neuesten Kinofilme ohne Probleme anschauen kannst, denn die gibt`s ja sowieso schon zwei Tage nach der Premiere online zu sehen. Man wünscht sich als Erwachsener oft,

wieder Kind zu sein. Alles war einfach und unkompliziert. Du lerntest ein anderes Kind kennen, schautest ihm in die Augen und schon wart ihr Freunde. So einfach war das. Du brauchtest nicht viel um glücklich zu sein, wenn du nur Menschen um dich hattest, denen du vertrauen konntest. Tatsache ist: Man kann sich nicht zurückbewegen, sondern nur nach vorne. Man muss die Zukunft und das Erwachsen sein so akzeptieren, wie es nun mal ist, mit allen positiven und negativen Veränderungen der Zeit. Wenn einem das klar wird, ist es wahrscheinlich leichter, mit optimistischen Gedanken seinen

Lebensweg weiterzugehen. Und wer weiß, vielleicht wartet hinter der nächsten Kreuzung schon jemand auf dich, der sagt: „Komm mit mir ins Nimmerland!“

0

Hörbuch

Über den Autor

NillTiarusa
Halli Hallo!

Dann stell ich mich euch allen mal kurz vor: Mein Name ist Nill, ich bin 20 Jahre alt und wohne in einer kleinen Gemeinde in Baden-Württemberg.

Schon immer habe ich lesen geliebt, vor allem die Bücher, die meine Mutter mir verboten hat. Ich habe zum Beispiel schon mit 11 mein erstes Buch von Stephen King gelesen. Vielleicht liegt es daran, dass King jetzt zu meinen Lieblingsautoren gehört, neben anderen, wie Dan Brown, Cornelia Funke, Nele Neuhaus, Sebastian Fitzek, J.R.R Tolkien und vielen mehr.
In der Grundschule habe ich dann das erste mal eine Geschichte als Hausaufgabe geschrieben und meine Lehrerin war begeistert. Seit dem habe ich das Schreiben für mich entdeckt, es irgendwann wieder verloren und nun neu gefunden.
Ja die Resultate seht ihr in meinen Veröffentlichungen.
Lasst mir gerne Feedback da, egal ob es positiv oder negativ ist, bin für alles offen ;)

Leser-Statistik
29

Leser
Quelle
Veröffentlicht am

Kommentare
Kommentar schreiben

Senden
Silbenfaeller Hallo,
das "Erwachsen werden" beschäftigt mich derzeit auch intensiv - in Form einer 16-jährigen Tochter. Die Pubertät hat sich Mutter Natur ja recht schlau ausgedacht, um es dem Nachwuchs zu erleichtern, das Nest zu verlassen. Nur ist es in unserer Gesellschaft zurzeit in diesem Alter nicht leicht, sich das selbst zu finanzieren und Hotel Mama ist, was die Grundversorgung betrifft, einfach unschlagbar. Auch die Oberflächlichkeit und das Miteinander-Umgehen, das du ansprichst, trägt nicht zum schnelleren Erwachsen-werden bei. Als Resultat sehe ich, dass heutzutage die Pubertät durch das Info-Zeitalter mitunter zwar früher beginnt, aber dafür länger dauert.
lg SF
Vor langer Zeit - Antworten
minimaus21 Hallo NillTiarusa,
deine Kurzgeschichte gefällt mir, weil sie wahr ist ...
Aber ich glaube, dir ist ein kleiner Fehler unterlaufen, der ganze Text ist nämlich am Stück zweimal drin ... oder soll das so sein?
Wie lange bist du schon auf myStorys?
Liebe Grüße, minimaus21
Vor langer Zeit - Antworten
NillTiarusa Hallo minimaus21
Ich freue mich sehr über deinen Kommentar und wie du dir wahrscheinlich denken kannst bin ich noch neu hier
Der Text soll natürlich nur einmal drin sein, werd das gleich mal andere
Ganz liebe grüße zurück
Vor langer Zeit - Antworten
Zeige mehr Kommentare
10
3
0
Senden

122564
Impressum / Nutzungsbedingungen / Datenschutzerklärung