Biografien & Erinnerungen
Verprügelt und im Stich gelassen - Überfall beim Bockbierfest

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"Ehrenamt ist die Ehre ein Amt anzunehmen und es mit Freude zu erfüllen? Das glaubte ich auch mal ..."
Veröffentlicht am 05. November 2014, 52 Seiten
Kategorie Biografien & Erinnerungen
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Über den Autor:

Als ich 1958 zur Welt kam dachte niemand daran, dass ich einmal Brücken baue. Doch schon früh waren Gedichte und kleine Geschichten für mich die Verbindung zwischen Phantasie und Realität. Anfangs schrieb ich sie nur für mich selbst, wesentlich später begann ich damit auch für andere, in Form von Artikeln, Berichten, Geschichten und Gedichten, so dass man meine Texte heute vielerorts finden kann, während ich selbst mich immer weiter zurückzog ...
Ehrenamt ist die Ehre ein Amt anzunehmen und es mit Freude zu erfüllen? Das glaubte ich auch mal ...

Verprügelt und im Stich gelassen - Überfall beim Bockbierfest

Zehn Jahre ist es her, doch mir ist, als wäre es gestern gewesen. Mein ganzes Leben stellte dieser 5. November 2004 für immer in Frage, nicht nur für einen Tag.

Du fragst dich: „Was ist passiert?“ Nun, ich will es dir schildern.

Aus Überzeugung gründete ich am 9. April 1999 einen Verein, der sich um chronisch kranke Menschen, ihre Angehörigen wie auch durch schädliche Umweltfaktoren gefährdete Menschen kümmern, wie auch die diese Menschen behandelnden Ärzte stützen sollte. Ebenso engagiert wie couragiert arbeitete ich fortan für diesen Verein.

Ja, ich schaffte es sogar das erste unabhängige Gesundheits- und Umwelt-Beratungszentrum auf die Beine zu stellen, zuerst in meiner eigenen Wohnung, dann in anderen Räumen. Und nur kurze Zeit später stellte ich die ersten gesundheitlich benachteiligten Menschen ein, denen ich die Chance einer kaufmännischen Ausbildung bot. Denn ich hatte zwei Ausbildungen absolviert, eine in der Krankenpflege und einer im kaufmännischen Bereich, der sich sofort die Ausbildung zum Ausbilder anschloss. Nichts schien mich bremsen zu können, niemand erschien mir gefährlich, bis zum Abend des 5. November 2004, der alles veränderte ...

Irgendetwas Schreckliches würde mir an diesem Abend passieren. Das spürte ich ganz genau als ich am 5. November 2004 den Anruf unseres Schatzmeisters erhielt, der mir mit samtiger Stimme erklärte: „Gisela freue dich! Ich habe alles erledigt, so dass Ihr zum Aufbau Eures Ausstellungsstands kommen könnt. Der heiße Draht ist da und die Tische für das Glücksrad stehen auch schon bereit.“

In diesem Moment merkte ich, wie eine eisige Kälte in mir hoch stieg, konnte sie mir aber nicht erklären. Was war nur los? Ich freute mich doch sonst immer

auf die Veranstaltungen in Mettlach. Aber heute war es anders. Alles in mir sträubte sich, nach Mettlach zum Bockbierfest zu fahren, um dort wie in jedem Jahr, als Aussteller tätig zu sein.Ich hatte das klare Gefühl, dass etwas ganz Fürchterliches passieren würde.

Nur, wo kam dieses Gefühl her? Bildete ich mir etwa nur ein, dass irgendwas an der Sache heute nicht stimmte?

Ich war doch sonst wie besessen davon, den Verein, den ich vor vielen Jahren gegründet hatte, in die Öffentlichkeit zu tragen. War ich doch immer bestrebt, die Öffentlichkeit für die Not der Umwelterkrankten zu sensibilisieren.

Aber heute? Heute lief in mir alles vollkommen anders ab als sonst.

Am liebsten hätte ich jetzt sofort unsere Teilnahme an dieser großen Veranstaltung abgesagt. Doch das konnte ich nicht tun, denn mein Verein war auf jeden einzelnen Cent mehr als angewiesen.

Deshalb sagte ich, obgleich ich ein Gefühl hatte, als würde sich gleich der Erdboden vor mir auftun, um mich darin zu versenken: „OK wir kommen. In ca. 1 Stunde sind wir da!“

Ich drehte mich um und hätte mich am liebsten verkrochen, doch das konnte ich nicht.

„Gisela, was ist mit dir los?“, kam es

von Beate, die mich beobachtet hatte. „Du siehst aus, als wäre dir soeben ein Geist erschienen. Stimmt irgendwas nicht?“

In diesem Moment sahen auch die anderen von ihrer Arbeit auf.

Ich stammelte nur: „Das war Walter, der mir mitgeteilt hat, dass er alles besorgt hat. Unser Standaufbau kann also beginnen.“

„Na, das ist doch ganz prima“, erklärte Beate sofort. „Wir wissen doch, dass das Bockbierfest dem Verein immer recht viel Geld beschert hat und uns half unsere Arbeit voran zu bringen. Aber du gefällst mir gar nicht Gisela, ist dir nicht gut? Du bist nämlich leichenblass!“

„Ich spüre, dass mir dort heute etwas ganz Schreckliches passieren wird!“, kam es daraufhin von mir „Und wenn ich ehrlich bin, würde ich am liebsten zu Hause bleiben.“

„Ruf an und sag ab“, rief mir nun Karlchen zu „Wenn dein Bauchgefühl recht behält, dann ist es morgen zu spät! Ich habe mal gehört, dass sich das oft einschaltet, bevor etwas Böses geschieht!“

„Ach, das ist doch alles Quatsch“, schaltete sich nun Norbert ein „du wirst dich doch nicht etwa vor dem Handschlag des Ministerpräsidenten fürchten?“

„Nein, davor fürchtet sie sich garantiert

nicht“, gab Beate zu bedenken „denn dem begegnet sie schließlich nicht zum ersten Mal, auch wenn sicherlich kein gutes Verhältnis zwischen den beiden besteht. Schließlich hat unsere Chefin den Ministerpräsidenten oft genug um Geld für unsere Arbeit angebettelt, ohne auch nur einen einzigen Cent zu erhalten.“

Beate wandte sich wieder mir zu, um mich zu fragen „Gisela, soll ich für dich absagen oder wie soll es nun laufen?“

„Nein“, entgegnete ich entschieden, „ruf die anderen an und sag ihnen Bescheid, dass wir nach Mettlach starten. Sie sollen sich beeilen, denn schon in rund zwei Stunden beginnt das Bockbierfest.

Und bis dahin muss der Aufbau abgeschlossen sein! Ich gehe in der Zwischenzeit zur Bank, um die Glücksradkasse aufzufüllen. Der Weg durch die frische Luft wird mir sicher gut tun und die dunklen Geister aus mir vertreiben.“

„Packst du den Weg allein oder soll ich mit dir gehen?“, erkundigte sich Iris. „Du siehst nämlich wirklich alles andere als gesund aus!“

„Danke es geht schon, ich werde das schon allein schaffen!“ entgegnete ich, um mich gleich zu berichtigen „Nein, Norbert komm bitte mit, denn ich brauche heute Abend viel Kleingeld und das ist schwer. Deshalb trägst du es

besser!“

„Wir anderen machen in der Zeit die Schilder für den heißen Draht und das Glücksrad. Und wenn du zurückkommst, dann ruhst du dich noch ein wenig aus bis die anderen da sind. Du wirst sehen, danach geht es dir besser!“, gab Beate entschieden bekannt.

Nach einem kurzen Okay verließ ich mit Norbert das Büro des Vereins und ging mit ihm schweigend in Richtung Bank. Dort versorgte ich mich mit dem nötigen Kleingeld, bevor wir uns auf den Rückweg machten. Norbert der erkannte, dass es nun besser war mich meinen Gedanken nachhängen zu lassen, schwieg.

Mir selbst gingen viele Gedanken durch den Kopf und mein Bauch warnte mich immer noch vor dieser Veranstaltung. Aber ich wusste ich hatte keine andere Wahl, denn die anderen waren bereits auf dem Weg zum Büro.

Kaum dort angekommen erkannte ich, dass die Autos der anderen bereits vorgefahren waren. Wir hatten uns unterwegs länger aufgehalten als sonst, aber ich hatte ja auch, nur um mich abzulenken, unterwegs in so manches Schaufenster geschaut.

Gerade stieg die Mannschaft fürs Bockbierfest aus, um ins Büro zu gelangen, als auch Norbert und ich wieder das Büro erreichten. Joshua, der

mich ansah, bemerkte erschrocken: „Gisela, du siehst heute aber gar nicht gut aus, was ist los mit dir? Willst du hier bleiben? Zur Not schaffen wir die Sache heute auch alleine!“

„Nein, ich komme mit. Doch mein Bauch sagt mir, dass heute etwas ganz Schreckliches geschehen wird“, erwiderte ich „Aber mit mir ist soweit alles in Ordnung!“

Nun schaltete sich Oswald ein, mit den Worten: „Mach keinen Blödsinn, was soll denn schon großartig passieren? Wenn einer ein schlechtes Gefühl haben müsste dann doch der Ministerpräsident, dem seit Jahren dein loses Mundwerk, auch in der Öffentlichkeit, bekannt ist. Also,

wie sieht es aus, bist du fertig?“

„Ich muss nur noch mal kurz für kleine Mädchen, dann steige ich ein! Packt Ihr in der Zwischenzeit bitte die Spendendosen, die Kasse, das Kleingeld und die nötigen Schilder ein“, lautete meine Antwort bevor ich mich zum Toilettentrakt zurück zog.

Mein Handy hatte ich in der Tasche und mit diesem würde ich jetzt noch kurz meinen Freund darüber informieren, dass wir jetzt zum Bockbierfest in Mettlach aufbrechen würden.

Kaum in der Toilette angekommen, nahm ich mein Handy aus der Tasche und wählte die Nummer von Arnold, der sich auch sogleich mit einem fröhlichen

„Hallo Gisela, was gibt´s?“, meldete.

„Hallo Arnold, ich wollte dir nur kurz Bescheid geben, dass wir jetzt zum Bockbierfest in Mettlach aufbrechen werden. Walter hat angerufen und gesagt, dass er jetzt alles vor Ort hat“, teilte ich meinem Freund mit.

Es krachte in der Leitung und ich dachte schon die Leitung wäre zusammengebrochen, als von Arnold kam: „Gisela, ich habe das Gefühl, dass irgendwas mit dir nicht stimmt. Was ist los?“

„Nein, dein Gefühl trügt dich“, entgegnete ich, wobei meine Stimme sich fast überschlug „Ich habe nur ein ganz merkwürdiges Gefühl und zwar so, als

würde mir heute Abend etwas ganz Furchtbares passieren.“

„Dann bleib der Veranstaltung fern“, entschied Arnold in diesem Augenblick „Doch davon abgesehen, was sollte dir schon Großartiges passieren? Du weißt doch, dass Walter noch bei jeder großen Veranstaltung einen Sicherheitstrupp engagierte. Nein, mach dir keine allzu großen Sorgen. Aber wenn dir gar nicht wohl dabei ist, dann bleib besser im Büro.“

„Das kann ich nicht, denn ich habe mein Kommen schon fest zugesagt“, erwiderte ich. „Deshalb werde ich jetzt auch bei den anderen einsteigen und mit ihnen nach Mettlach fahren.“

„Na, dann mal viel Erfolg für heute Abend und vielleicht hast du ja die Möglichkeit heute Abend in entspannter Atmosphäre mit dem Ministerpräsidenten endlich Frieden zu schließen. Dazu wäre es nämlich mittlerweile allerhöchste Zeit.

Anders wirst du es nie erreichen, dass er sein Säckel für dich aufmacht, um deine Arbeit zu unterstützen“, kam es nun von Arnold „Du kannst dich ja morgen mal melden und mir mitteilen wie der Abend gelaufen ist.“

„Ja, das werde ich machen, doch nun muss ich los. Also bis morgen.“ Mit diesen Worten legte ich auf, noch bevor Arnold ein weiteres Wort sagen konnte.

Dann verließ ich die Toilette und machte mich auf den Weg zu den anderen.

„Bist du soweit, können wir nun endlich fahren?“, fragte mich Oswald, der bereits ungeduldig am Auto auf mich wartete.

„Ja“, sagte ich nur und stieg ein.

Unterwegs betete ich, dass sich mein Bauchgefühl legen möge und dieser Abend genauso wie alle anderen Veranstaltungsabende in Mettlach verlief. Denn schließlich hatte ich schon sehr oft als Aussteller für meinen Verein eine Veranstaltung in Mettlach besucht. Und noch nie war irgendetwas Dramatisches dabei passiert.

Oswald dem auffiel, dass ich während

der Autofahrt außergewöhnlich still war, fragte mich „Hast du etwa vor dem heutigen Abend wirklich Angst? Und wenn ja, vor was? Wir waren doch schon so oft bei Walter, und noch nie hast du dich davor gefürchtet.“

„Ach, ich weiß auch nicht was heute mit mir los ist“, gab ich zu „mein Bauch sagt mir, dass heute Abend irgendwas ganz Fürchterliches geschieht. Er sagt mir aber nicht was!“

„Du spinnst“, entgegnete daraufhin Oswald im Brustton der Überzeugung. „Sieh keine Gespenster wo keine sind. Und mit dem Ministerpräsidenten musst du dich ja nicht unterhalten, wenn du es nicht willst.“

„Ja, das sehe ich auch so“, erklärte ich, mit meinen Gedanken gar nicht bei der Sache „Nun bin ich schon froh, wenn wir endlich dort sind und aufbauen können. Denn dabei wird es mir sicher wohler!“

In diesem Moment kamen wir auch schon auf dem Parkplatz unseres Schatzmeisters an, der uns fröhlich empfing.

„Hallo“, meinte Walter, „Ihr seid gleich hier vorne.“

Er zeigte mit dem Finger auf einen Platz im Eingangsbereich des Festzelt „Ich habe Euch extra einen Heizkörper hingestellt, damit Ihr nicht krank werdet. Schaut Euch um und sagt mir, ob Ihr noch irgendetwas braucht.“

„Es ist alles soweit Okay“, teilte ich kurz darauf Walter mit und zu den anderen gewandt erklärte ich: „Könntet Ihr bitte schon mal alles hierher bringen? Ich verteile es dann auf den Tischen.“

„Kein Problem“, erklärte nun gut gelaunt Joshua, der bereits von Walter die ersten Bierbons in der Tasche hatte. Damit war sein Abend gerettet .Er lief flink zum Auto und kam gleich darauf mit einer der Kisten fürs Glücksrad zurück.

Schnell war der Aufbau erledigt und schon trudelten die ersten Gäste ein, von denen mir einige durchaus bekannt waren. Vor allem die Vertreter der Medien waren mir gut bekannt, so dass

sich so mancher nette Plausch ergab. Walter versorgte uns währenddessen mit Getränken und Essen.

Darüber vergaß ich komplett mein ungutes Gefühl, bis Oswald mich fragte: „Na, habe ich dir nicht gesagt, dass all deine Aufregung unnötig war? So ein Quatsch, von wegen Bauchgefühl. Du hattest sicher nur Hunger!“

Geschlagen stürzte ich mich in die Arbeit, denn es standen bereits die ersten Kinder vor unserem Glücksrad.

Hei, machte das einen Spaß, den Kindern dabei zu zuschauen, wie viel Freude ihnen das Glücksrad doch bescherte. Und da jedes Kind für jeden Dreh etwas erhielt, sprach sich das auch sehr schnell

herum, so dass immer mehr Kinder mit ihren Eltern zu uns kamen.

Die Kinder erfreuten sich am Glücksrad und die Eltern am heißen Draht. Und für ein ungutes Gefühl war nun wirklich keine Zeit mehr.

Auf einmal ertönte ein Tusch und mit diesem erschienen die Akteure des Abends, unter ihnen auch der Ministerpräsident des Saarlandes. Dieser hatte für das Bockbierfest die Schirmherrschaft übernommen. Das stand ihm auch gut denn es war ja bekannt, dass er so schnell kein Bier stehen ließ. Und das Mettlacher Bier war schon eine ganz besondere Köstlichkeit unter den Bieren.

Der Abend verging im Nu, und so mancher Euro fand den Weg in unsere Kasse.

Auf einmal kam der Ministerpräsident auf mich zu, umringt von Bodyguards. Wir gerieten in ein gutes und langes Gespräch, bei dem der Ministerpräsident aus dem Nähkästchen plauderte. Dabei trank er so manches Glas Bier. Ich hingegen trank die Gläser nur an und gab sie dann unbemerkt an Joshua weiter, mit dem ich das zuvor, wie jedes Mal wenn wir gemeinsam unterwegs waren, so abgesprochen hatte.

Dennoch musste ich irgendwann zur Toilette. Freundlich teilte ich dem Ministerpräsidenten mit, dass ich mich

kurz entfernen würde. Er nahm das mit einem Scherz auf den Lippen zur Kenntnis, als ihn plötzlich seine Bodyguards umringten und im Laufschritt nach draußen brachten, was ich aber nur noch aus den Augenwinkeln heraus wahrnehmen konnte. Denn ich war bereits auf dem Parkplatz, von wo aus die Toilette zu erreichen war.

Joshua, der mir unterwegs begegnete, bat ich darum, langsam mit dem Abbau des Glücksrads zu beginnen.

Denn es waren keine Kinder mehr anwesend und mich schien so langsam die Müdigkeit zu übermannen. Darüber hinaus teilte ich ihm mit, dass ich mich zur Toilette begeben wollte, mich aber

unmittelbar danach wieder einfinden würde.

Er meinte daraufhin nur zu mir „Alles klar! Wird gemacht“, und entfernte sich Richtung Festzelt, wo sogleich der Abbau des Glücksrads vonstatten ging.

Ich aber setzte meinen Weg fort, denn ich wollte nun so rasch wie möglich nach Hause.

Im Kopf ging mir auf einmal rund „Na, hat dich dein Bauchgefühl wohl doch betrogen? Du siehst ja, es ist nichts passiert!“

Oswald und Joshua hatten längst das Glücksrad mitsamt seinen Preisen abgebaut. Doch ich war immer noch nicht da, was sich keiner erklären

konnte. Deshalb ging Joshua auf die Suche nach mir, ohne mich allerdings zu finden. Also lief er zurück zu Oswald und teilte ihm das mit.

Der jedoch lachte nur und erklärte „Ach, mach dir mal keine Sorgen, Gisela wird sich schon wieder bei uns einfinden. Trink in der Zeit lieber noch ein Bier.“

Auf einmal kam die Sekretärin von Walter auf die beiden zu mit einer Miene, als wäre sie gerade dem Teufel begegnet und bedeutete ihnen, dass sie ihr ganz schnell folgen sollten.

Oswald, der das nicht recht verstand, fragte sie: „Was ist denn geschehen? Warum sollen wir mitkommen? Und warum bist du so aufgeregt?“

Daraufhin teilte Frau Kauberger, die nun den Laufschritt eingelegt hatte, mit: „Gisela ist da hinten auf der Mauer und spricht mit keinem mehr! Ihr muss etwas Fürchterliches passiert sein!“

Joshua und Oswald schauten sich an, als würden sie die Welt nicht mehr verstehen und folgten ihr auf dem Fuß. Denn nun hatte die Ruhe auch sie verlassen.

Als sie bei mir angekommen waren stellten sie fest, dass ich um mich herum gar nichts mehr wahrnahm und ganz übel zugerichtet war. Blind vor Tränen saß ich da und war nicht mehr ansprechbar. Meine Brille lag komplett verbogen neben mir, der Riemen der Handtasche

war zerrissen und ich selbst stöhnte nur noch vor Schmerzen.

Aus diesem Grund fragten sie mich: „Gisela, was ist geschehen?“

Mir jedoch ging es so hundeelend, dass ich nicht in der Lage war darauf zu antworten. Deshalb ließen sie mich erstmal in Ruhe und setzten sich neben Karla auf die Mauer, die tröstend neben mir saß.

„Karla, was ist mit Gisela passiert?“, wollte Oswald von Karla erfahren.

„Mein Bruder rief mich hierher denn er bekam mit, dass Gisela wohl ganz übel zusammengeschlagen wurde. Was aber ganz genau geschehen ist das kann auch ich Euch nicht sagen. Denn auch ich

weiß es nicht.“

Da Joshua und Oswald in der Zeit, in der man mich suchte mitbekamen, dass sowohl die Polizei als auch ein Rettungsdienst bei diesem Fest im Einsatz waren gingen sie davon aus, dass man sich auch um mich gekümmert habe. Deshalb brachten sie mich zunächst auch zurück ins Festzelt.

Von dort aus sollte der Aufbruch nach Hause erfolgen, wenngleich ich auch immer noch nicht ansprechbar war. Walter, der sich zwischenzeitlich dazu gesellt hatte, entschied: „Ihr lasst alles hier. Wir werden dafür sorgen, dass nichts wegkommt. Kümmert Euch nun bitte nur noch darum, dass Gisela

möglichst gut nach Hause kommt! Und morgen sehen wir uns dann hier wieder!“

Das ließen sich Joshua und Oswald nicht zweimal sagen. Sie brachten mich sofort zum Auto, mit dem sie mich nach Hause fuhren.

Dort schleppten sie mich die Treppen hinauf und sorgten dafür, dass ich mich, so wie ich war, auf mein Bett legte.

Am nächsten Tag kam das jähe Erwachen.

Überall war ich grün und blau, übersät mit Hämatomen. Am seitlichen Hinterkopf befand sich eine große, offene Wunde. Joshua und Oswald kamen, um sich nach meinem Befinden zu erkundigen. Darüber hinaus wollten

sie von mir wissen, was denn, um Himmelswillen, geschehen sei.

Als sie mich sahen, erschraken sie fürchterlich, denn ich war zu einem winzigen Häufchen Elend geschrumpft. Dann fragten sie mich: „Gisela, wie ist das passiert?“

Ich weinte nur vor wahnsinnigen Schmerzen.

„Joshua, du weißt doch noch, dass ich dir auf dem Parkplatz begegnete und dir sagte, ich wolle zur Toilette.“

„Ja, das weiß ich, doch was ist dann geschehen?“

„Auf dem Weg zur Toilette lag ein Mann wie tot auf dem Parkplatz“, berichtete ich weiter „Ich bückte mich zu ihm, um

zu sehen ob ich ihm helfen kann...“

„Und dann? Was geschah dann?“, wollte Oswald wissen.

„Ich weiß es nicht. Ich weiß nur noch, dass ich heute aufgewacht bin und ganz fürchterliche Schmerzen hatte“, gestand ich unter Tränen. Denn ich konnte mich kaum auf den Beinen halten, so große Schmerzen rasten durch meinen gesamten Körper.

„Leg dich wieder hin“, entschied daraufhin Oswald „Wir fahren allein nach Mettlach zum Bockbierfest. Vielleicht erfahren wir dort Näheres zu der Sache!“

Mir selbst konnte das nur Recht sein, denn ich war nicht in der Lage

irgendetwas zu tun. Viel zu schlecht ging es mir. Und so begab ich mich wieder ins Bett, von wo aus ich, als ich hörte dass die Haustüre ins Schloss gefallen war, meinen Freund anrief.

Als Arnold erfuhr was passiert war, erschrak er darüber ganz fürchterlich. Dann aber nahm er mir das Versprechen ab, mich sofort telefonisch bei meinem Hausarzt zu melden.

Ich wählte mit zitternden Händen die Nummer meines Hausarztes und teilte ihm stockend mit was passiert war.

Doktor Don jedoch erklärte mir, nachdem ich meine Schilderung beendet hatte: „Bleib im Bett! Jetzt kann nämlich eh keiner mehr etwas tun, denn jetzt

hilft nur noch Bettruhe! Ich schicke dir ein sofort ein Medikament!!!“

Da es mir Hundeelend ging blieb ich im Bett und wartete ab, ob Joshua und Oswald nach ihrem Einsatz in Mettlach noch einmal zu mir reinkommen würden.

Das taten sie auch und dabei überbrachten sie mir die Nachricht: „Wir haben gehört, dass ein uns völlig fremder Mensch heute zwei junge Männer fragte, ob sie denn eigentlich überhaupt wüssten, dass sie am Vorabend eine Frau ganz brutal zusammengeschlagen hätten.“

Die Männer jedoch hätten nur verneinend den Kopf geschüttelt.

„Da seht Ihr mal wie besoffen Ihr ward!

Macht so etwas bloß nicht noch einmal.

Ich kann für Euch nur hoffen, dass das kein böses Nachspiel hat!“, wäre der weitere Kommentar des fremden Mannes gewesen, woraufhin sich die beiden jungen Männer so fluchtartig vom Bockbierfest entfernt hätten, dass weder Joshua noch Oswald sie noch erreichten.

In dem Moment fragte mich Joshua: „Sag mal, kannst du dich wirklich an gar nichts anderes mehr erinnern, als an die Szene auf dem Parkplatz?“

Ich konnte das nur verneinen, denn mehr war in meinem Kopf davon nicht hängen geblieben. Und so sehr ich auch nach mehr suchte, es wollte einfach keine weitere Erinnerung mehr aufkommen.

Joshua, dem das alles keine Ruhe ließ, rief daraufhin sofort die Polizeidienststelle in Mettlach an.

Dort erfuhr er, dass die Polizei diesen tätlichen Angriff auf mich nicht aufgenommen hatte und auch, dass weder der Notarzt noch die Rettungskräfte sich um mich gekümmert hatten.

Der Polizist erklärte ihm, dass man sich nur um eine zur gleichen Zeit stattgefundene Schlägerei in der Brauereigaststätte gekümmert habe.

Er meinte zu Joshua: „Ich bin gerne bereit diese Sache jetzt aufzunehmen. Können Sie sofort mit dem Opfer herkommen?“

Joshua aber erläuterte dem Polizisten,

dass ich dazu viel zu sehr verletzt sei, so dass ein Transport aus seiner Sicht heraus nicht durchgeführt werden könne.

Daraufhin war der Polizist sofort bereit die ganze Sache telefonisch aufzunehmen. Er erklärte Joshua welche Angaben er dazu benötigte und schien alles mitzunotieren.

Joshua verabschiedete sich von dem Polizisten und gleich darauf auch von mir.

Auch Oswald ging gleich darauf mit den Worten: „Gisela, nun versuche zu schlafen, denn der Schlaf sorgt sicher dafür, dass die Heilung eintritt. Doch wenn ich dir noch bei irgendetwas helfen kann, dann lass es mich wissen. Ich

komme dann vorbei!“

Die Polizeidienststelle in Mettlach begann kurze Zeit später mit der Fahndung, die jedoch bis heute erfolglos blieb.

Kein einziger der Befragten wollte etwas von dem Überfall auf mich gesehen haben.

Trotz allem brachte ich die Ausbildung der gesundheitlich benachteiligten Menschen im Vereinsbüro noch zu einem guten Abschluss, bevor ich mich beim zehnten Kongress des Vereins auf der gleichen Bühne, auf der das Vereinsgeschehen begann, für immer aus meinem Amt verabschiedete.

Der Täter aber wurde niemals gefasst,

und bis heute hat sich nicht ein einziger Augenzeuge gemeldet. Ach, würde das doch endlich geschehen. Denn nur so könnte Klarheit in die Angelegenheit kommen und ich selbst wieder in mir zur Ruhe. Wie oft bete ich darum, dass sich doch noch ein Zeuge melden möge um mir meinen Seelenfrieden zurück zu geben!

Denn mich ereilt noch heute in jeder Nacht dieses furchtbare Geschehen immer wieder, so dass ich mir nie verzeihen werde, dass ich damals nicht auf mein Bauchgefühl hörte.

Dabei könnte ich diese fürchterliche Sache längst verkraftet haben. Aber die einzig mögliche Hilfe wurde mir erst

einmal kategorisch vom Medizinischen Dienst der Krankenkasse (MdK) verweigert! Erst ein wahnsinnig kräftezehrendes Widerspruchsverfahren erlaubte es endlich eine Traumatherapie im Westpfalz-Klinikum Kaiserslautern zu machen.

Als es endlich soweit war, dass ich nach Kaiserslautern durfte, befand ich mich in einem hochakuten Rheumaschub. Und damit ging es mir hundeelend. Deshalb war die Zeit in Kaiserslautern auch geprägt von fürchterlichen Schmerzen rund um die Uhr, verbunden mit gefährlichen Blutzuckerentgleisungen. Ja, es ging mir mittlerweile so schlecht, dass es trotz eines sehr, sehr sorgsam

angelegter Therapieplan fast täglich zu körperlichen Zusammenbrüchen kam. Und dennoch tat man in Kaiserslautern alles, um mir zu helfen.

Aber kaum war ich wieder zu Hause, schon ging es mir wieder sehr schlecht, nicht zuletzt auch deshalb, weil keiner in der Lage und/oder bereit war die in Kaiserslautern begonnene medikamentöse Therapie voll und ganz weiter zu führen.

Hinzu kamen sofort, kaum aus der Klinik entlassen, wieder Briefe zum seit viereinhalb Jahren geführten juristischen Prozess in dieser Angelegenheit.

Doch wer nun glaubt, dass dieser Prozess ablief um mir zu helfen, der irrt. Denn obwohl der Richter ganz klar

deklarierte, dass alle Verletzungen von diesem Abend herrührten gab er in seinem Urteil weiter  bekannt: „Wo keine Täter gefunden wurden, kann es sich nicht um einen tätlichen Angriff gehandelt haben.“ Damit sprach er die Unfallkasse Saar wie auch die BG für Gesundheit frei und verurteilte mich zu einem Bußgeld wegen Mutwilligkeit, weil ich es wagte mein Recht zu suchen. (Näheres hierzu unter: http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=13731&css=print)

Zwar wurde in einem weiteren Verfahren auf das Bußgeld verzichtet, doch das war es auch schon. Statt wirkliche Hilfe zu erfahren wurde mir von Seiten der

Gewerkschaft, die mich im Namen des DGB damals vertrat, mitgeteilt ich könne mich freuen, die Sache vor Gericht sei vorbei … - Freuen, worüber? Dass sich bis heute, zehn Jahre danach, keiner dafür interessierte nach den Tätern zu suchen? Freuen darüber, dass ich nie wieder gesund werden darf, und auch meinen Seelenfrieden so nie wieder finde? Ist das nicht ein wenig zu viel an Freude verlangt?

Ich versuchte es hinzunehmen und damit klar zu kommen, doch es gelang mir nicht mehr.

Denn ich wusste nicht mehr weiter, und auch Peter Kleinert, der Chefredakteur der NrhZ, der im Jahr 2009 den Artikel

in der Neuen Rheinischen Zeitung (NrhZ) veröffentlichte, konnte mir nicht helfen. Er versuchte zwar mit diesem Artikel die nötige Aufmerksamkeit zu erringen und schickte ihn zu vielen anderen Medien, mit der Bitte sich der Sache anzunehmen. Doch interessieren tat es scheinbar keinen bis heute. Nein, selbst „Bild kämpft“ war es egal, denn von dort schrieb man mir damals lediglich, dass man sich nicht der Sache annehmen würde, da ich ja bereits vom DGB vertreten sei. Ich fühlte mich mehr als im Stich gelassen, denn solange ich funktionierte fanden sich die Medien immer bei Veranstaltungen etc. des von mir am 9. April 1999 gegründeten

Vereins, bis zu diesem tätlichen Angriff auf mich, ein. Und auch sonst fragten sie regelmäßig bei mir an, was denn innerhalb des von mir gegründeten Vereins geplant sei.

Ab dem tätlichen Angriff auf mich scheint sich die Welt für mich in eine andere Richtung zu drehen. Die Medien, auf die ich viele Jahre innerhalb der Vereinsarbeit vertraute, zogen sich aus der Sache raus, als ginge sie das alles nichts an, und das obgleich ich sie selbst über das informierte was geschehen war und mehrfach um Hilfe bat, solange ich dieses noch konnte. Die BG für Gesundheit, die in ihrem ersten Brief an mich noch schrieb: „Da es sich um einen

Arbeitsunfall handelte kommen wir selbstverständlich für alles auf ...“, ließ sich einen Freibrief vom Richter geben etc. Und auch der damalige Schatzmeister, auf dessen Grund und Boden es damals geschah, hätte mich ebenso wie fast alle damaligen Mitglieder heute noch das erste Mal zu fragen wie es mir geht.

Ich aber leide heute noch an den Spätfolgen des Geschehens, die ich nun für den Rest meines Lebens mit mir herumtragen muss. Und selbst mehr als vierzig Klinikaufenthalte seither, wegen dieser Sache, brachten bis heute kaum eine Erleichterung. Ich werde die Angst aus all dem nicht los, doch eine

Traumatherapie kann nicht passieren, solange mein gesundheitlicher Zustand sich nicht stabilisiert. Nur, wie soll das gehen?

Meine Hände werde ich nie wieder so benutzen können, wie vor diesem brutalen Überfall auf mich, meine Knie sind für immer kaputt, fast jede Kopfdrehung schmerzt nach wie vor fürchterlich und ich finde mich immer wieder über Wochen und Monate im Rollstuhl und am Rollator oder in Kliniken wieder. Eine Besserung ist nicht mehr in Sicht ...

Keiner der vielen Ärzte, die sich wirklich redlich um mich und meine Gesundheit bemühten, sofern sie die

richtige Diagnose stellten und nicht versuchten mich auf Gedeih und Verderb nach ihrem Gutdünken zu behandeln, konnte mir helfen. Denn leider ist auch das nachweislich zu oft passiert, was zu weiteren gesundheitlichen Einschränkungen wie auch dazu führte, dass ich zum Pflegefall wurde.

Doch die Frage danach, warum man mir nicht mehr helfen kann, erübrigt sich wohl, so lange keiner gewillt ist nach den Tätern von damals zu suchen, und ich jede Nacht auch heute noch aufwache mit dem Satz auf den Lippen: „Ich wollte doch nur helfen ...

Genau heute ist es zehn Jahre danach. Es sind zehn Jahre im Trauma, zehn Jahre im Schmerz, voller  Zweifel, wenn nicht gar Verzweiflung, und mehr. Nichts ist mir geblieben, nicht meine Gesundheit, nicht meine Ehe, nicht der Zusammenhalt meiner Familie, nicht meine angeblichen Freunde von damals, nichts, wirklich rein gar nichts. Doch den Tätern von damals geht es vermutlich nicht schlecht …

Aus diesem Grund kann ich heute nicht mehr für mich sagen: „Ehrenamt ist die Ehre ein Amt anzunehmen und es mit Freude zu erfüllen.“ Und auch mein

Glauben und Vertrauen in die deutsche Justiz ist seitdem nachhaltig mehr als erschüttert.

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gisegi
Als ich 1958 zur Welt kam dachte niemand daran, dass ich einmal Brücken baue. Doch schon früh waren Gedichte und kleine Geschichten für mich die Verbindung zwischen Phantasie und Realität. Anfangs schrieb ich sie nur für mich selbst, wesentlich später begann ich damit auch für andere, in Form von Artikeln, Berichten, Geschichten und Gedichten, so dass man meine Texte heute vielerorts finden kann, während ich selbst mich immer weiter zurückzog und die Brücke nach draußen oft nur noch aus der Ferne betrachte ...


Auch ich rufe laut aus: "Je suis Charlie!"

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"Verprügelt und im Stich gelassen - Überfall beim Bockbierfest"

Zunächst habe ich erst einmal Deinen, in sehr persönlicher Weise geschilderten Bericht mit einiger Erschütterung gelesen, die mich in einigen grundsätzlichen Dingen hinsichtlich der Aktivität unserer Justiz und an denen einiger der beteiligten Behörden gehörig zweifeln lassen...
Natürlich drängen sich mir diesbezüglich sogleich auch mehrere völlig ungelöste Fragen auf.

Mir ist beispielsweise bekannt, dass zu jeder öffentlichen Veranstaltung von den zuständigen Sicherheitsbehörden ein probates Sicherheitskonzept erstellt und von der übergeordneten Behörde gebilligt und genehmigt werden muss. Dies scheint hier aber überhaupt nicht der Fall gewesen zu sein oder dieses Konzept war nur in einem völlig unzureichenden Maße umgesetzt worden und damit wirkungslos im Beamtenschlamassel versunken.
Zudem ergibt sich die Frage, warum niemand der beteiligten Anwesenden auf die Idee kam, eine so schwer misshandelte und verletzte Person, bei der u.U. sogar schwerwiegendste innere Verletzungen hätten relevant sein können, nicht umgehend in ein Krankenhaus und damit in einer sicheren medizinische Behandlung zugeführt worden ist...
Es gibt in diesem Bericht ohnehin eine ganze Menge von Wieso's, mit den entsprechend bekannten Folgen, um die sich scheinbar niemand so recht gekümmert hatte...
Möglich wäre sogar eine politsch motivierte Straftat gewesen, wenn deine längere Unterhaltung mit dem MP irgendjemanden ein Dorn im Auge gewesen wäre. In diesem Fall hätte sogar der Staatsschutz ermitteln müssen. Das alles ist jedoch nicht geschehen und warum hat man Dir nicht einen juristischen Berater, einen Rechtsanwalt bei der Durchsetzung deiner juristischen Belange vor Gericht an die Seite gestellt? Das soll mitnichten ein Vorwurf sein, ganz im Gegenteil.
Dies alles sind nur Fragen die ich mir stelle, wenn ich so eine, in Deutschland tatsächlich passierte Geschichte mit solch katastrophalen Folgen und dessen gravierenden Auswirkungen lese.
Dann gibt es noch den "Weißen Ring", eine Organisation, die sich seit Jahren speziell in Deutschland um die Opfer von Gewaltverbrechen kümmert und diese bei Gericht und in vielen anderen praktischen Dingen, wie der Rehabilitierung usw. unterstützt. Nur ich denke, all diese Leute werden nie von diesem Vorfall erfahren haben und konnten demzufolge möglicherweise auch gar nicht aktiv werden.
So kommt es am Ende dazu, dass der, oder auch die verantwortlichen Täter sich immer noch auf freiem Fuß befinden und ihrer gerechten Strafe bislang entgehen konnten.
An dieser Stelle spreche ich Dir mein tief empfundenes Mitgefühl aus
und hoffe, dass Du wenigstens sobald als möglich die gesundheitlichen Spätfolgen dieses brutalen Verbrechens wirst überwinden können, denn allein die emotionalen Wunden, die Dir damit zugefügt worden sind , die wird wohl niemand so schnell heilen können...
GGlG Louis


Vor langer Zeit - Antworten
gisegi Lieber Louis, danke fürs Lesen. So gut ich kann habe ich dir eben deine "möglichen" Fragen per PN beantwortet, warum als PN wirst du sicher beim Lesen verstehen. Danke dafür, dass es dich gibt. GlG Gisi
Vor langer Zeit - Antworten
Kiimi So ein bewegender Text. Erstmal mein Beileid. Auch ich habe für das Urteil der Staatsanwaltschaft keinerlei Verständnis, es ist einfach nur grausam, was du da durch machen musstest und an was für Folgen du leidest. Dann aber einfach zu behaupten es stimme nicht und das du dann noch Bußgeld zahlen sollst, finde ich ziemlich dreißt und liegt außerhalb meines Verständnisses.
Bitte geb nicht auf und vielleicht gibt es ja doch noch mal eine Möglichkeit diese Geschehnisse irgendwie zu verarbeiten.
Vor langer Zeit - Antworten
gisegi Hab ganz lieben Dank Liebes, das bittere ist, dass der Staatsanwalt ganz klar feststellte, dass alle Verletzungen von diesem Abend kamen. Und kein Mensch kann sich allein so zurichten, dass er ausschaut als hätte ihn ein Panzer überrollt. Gleichzeitig behauptete ja der Schwager des Schatzmeisters, der am nächsten Tag 2 junge Kerle fragte ob sie denn überhaupt wüssten, dass sie am Abend zuvor eine Frau zusammen geschlagen haben (es gab aber keine andere verletzte Frau an diesem Abend als mich): "Gisela hat sich in eine Schlägerei eingemischt und da ist es schon möglich, dass sie dabei etwas abbekommen hat ...", was aber auf den Richter überhaupt keinen Einfluss machte, sonst hätte er niemals so urteilen können, es sei denn er war gut geschmiert ...
Danke dafür, dass es dich gibt, ich wünsche dir einen richtig zauberhaft schönen ersten Advent.
GlG Gisi
Vor langer Zeit - Antworten
Kiimi Das ist echt ziemlich dreist. Anstatt dem Opfer helfen, den Beschuldigten in Schutz zu nehmen. Da kann man echt das Menschliche in Frage stellen. Wie gewissenlos kann ein Mensch da sein, oder wie du sagtest, halt geschmiert? Echt unglaublich.
Wünsche dir eine schöne Adventszeit
Liebe Grüße,
Kim
Vor langer Zeit - Antworten
gisegi Liebe Kim, das was mir geschah ist nichts Neues. Wir haben in Deutschland ein Täter- doch bis heute kein Opferschutzgesetz, leider. Ich könnte allein über das was mir geschah Bücher, vielleicht sogar ganze Bücher Regale, schreiben. Diese Sache mit dem tätlichen Angriff auf mich ist nur eine davon. Leider! Hab dennoch eine wirklich schöne Adventszeit und von ganzem Herzen DANKE. GlG Gisi
Vor langer Zeit - Antworten
mohan1948 Tief erschüttert habe ich Dein Buch gelesen! Mir sind die Tränen gekommen! Mein tiefes Mitgefühl für dieses unglaubliche Leid!
Um Deiner Selbst Willen bitte ich Dich, lerne zu verzeihen! Nur so kommst Du aus dieser Seelenpein heraus
in Gedanken bin ich bei Dir
Hannelore
Vor langer Zeit - Antworten
gisegi Mein Liebes, hab ganz, ganz lieben Dank für deine tröstenden Worte, die mir einfach nur gut tun. Was das Verzeihen anbetrifft ist es schwer jemandem zu verzeihen, so lange er sich nicht zu erkennen gibt. Wären die Täter bekannt, ich glaube, ich könnte verzeihen, wenn auch nicht vergessen. Doch solange sie nicht bekannt sind, so lange finde ich meinen Seelenfrieden nicht mehr, leider. Ich drück dich ganz herzlich lieb, deine Gisi
Vor langer Zeit - Antworten
mohan1948 Liebe Gisi! Dein Leid beschäftigt mich intensiv! Ich will Dich nicht belehren, oder Dir gute Ratschläge erteilen! Ich höre nur aus diesem Buch den verzweifelten Schrei Deiner verletzten Seele, die einen Ausweg sucht!
Wenn ich Dir irgendwie helfen kann?
meine private E-Mailadresse : m48.hannelore@gmail.com
meine Telefonnummer : 004369911927845 ( ich habe Europa dabei, ich könnte Dich zurückrufen, da ich ein Kontigent dabei habe).
Ich umarme Dich in Gedanken
Hannelore
Vor langer Zeit - Antworten
gisegi Mein Liebes, das ist ganz, ganz lieb von dir. Vielleicht komme ich, wenn ich soweit bin, wirklich darauf zurück, doch noch bitte ich um Geduld, denn noch bin ich einfach nicht soweit, obwohl du ein unheimlich liebenswerter Mensch bist. Doch ich kann derzeit noch keinen Telefonhörer in Händen halten, auch kein Handy, bitte verzeih. Ich drück dich ganz herzlich lieb und schicke dir viele liebe und Gute Gedanken, deine Gisi
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