Biografien & Erinnerungen
eine Nacht - der verlorene Schlüssel

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"eine Nacht - der verlorene Schlüssel"
Veröffentlicht am 16. September 2014, 58 Seiten
Kategorie Biografien & Erinnerungen
© Umschlag Bildmaterial: Majra Lakota
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

MajraLakota Ich wurde 1949 in Landshut, Deutschland in eine Horrorfamilie geboren, in der Gewalt an der Tagesordnung stand. seit 1957 Iebe ich in Wien, wurde in sämtliche Klosterheime abgeschoben die es gab...ich interessierte einfach niemanden...Gefühle, Liebe, Zuneigung, Vertrauen....kannte ich nicht...aber Schläge, Missbrauch und Missachtung, davon bekam ich genug, aber damals interessierte es niemanden...wir Kinder hatten keine Rechte und ...
eine Nacht - der verlorene Schlüssel

eine Nacht - der verlorene Schlüssel

Eine Nacht

Kurzgeschichten

Eine Nacht


Freitag 25.11. 16.00- Samstag ..10 Uhr

Das Telefon läutet, sie wird ziemlich unsanft aus ihren Gedanken geschreckt.

Wer mag das sein? Selten, dass das Telefon mal klingelt.

„Hallo?“

Fragt sie

erstaunt.

Kichern am anderen Ende

„Hi, Maya, ich bins, Klaus!“

Erfreut antwortet sie

„Hi Klaus, das ist aber nett, dass du mich einmal anrufst.“

„Ja, ich möchte gerne am Christkindlmarkt gehen, hast du Lust mich zu begleiten?“

Ihr Herz machte einen Sprung vor Freude, sie musste schlucken. Wie lange

war es her, dass sie

<<DRAUSSEN>> war? Kaum jemand weiß, oft nicht einmal ihre besten Freunde, von ihrem

>>PROBLEM>>. Sie hält es fest in sich verschlossen.

Sie sagt erfreut zu. Sie verabreden sich für 18 Uhr. Sie dreht den Radio auf. Sie hört zärtliche

Musik. Beschwingt, leise mitsummend geht sie ins Bad.

Eine heiße Dusche ist jetzt genau das,

was sie brauchen kann. Sie lässt das Wasser über ihren Körper

laufen, während sie das nach Jasmin duftende Duschgel darauf verteilt. Ihre Hände streicheln sanft

über ihren Körper. Wohlige Schauer durchrieseln sie. Sie schließt ihre Augen, verliert sich wieder

ein bisschen. Sie denkt an Meer, Sonne Sand….Leidenschaft, zärtliche Hände……..als sie jäh von dem

lauten Bellen ihrer Hündin unterbrochen wird.


Erschrocken beginnt sie nun noch schnell ihre Haare zu waschen. Ein Blick auf die Uhr zeigt ihr, dass

sie sich nun sputen muss, sonst läuft ihr durch ihre Träumereien noch die Zeit davon.

Sie frottiert sich mit dem weichen gut duftenden Handtuch ab bis ihre Haut ganz rot geworden ist

und zu kribbeln beginnt. Das regt ihre Durchblutung an.

Sie schaut kritisch in den Spiegel. Hier

ein paar Pölsterchen zuviel…….. vielleicht hier auch…sie

dreht sich…sehr weiblich ist ihre Figur nun geworden. Ein bisschen stolz ist sie. Also wie 56 sieht sie

nicht aus! Sie lächelt sich zaghaft an………..

Hi du, junge Frau……wann beginnt endlich das Leben……?

Gibt es einen Neubeginn, mit 56 oder bleibt es einer ihrer vielen unerfüllten

Träume?

Nun aber schnell noch die Haare geföhnt ein wenig Rouge aufgelegt, Lippenstift, fertig, passt

Zufrieden mit sich selbst geht sie nun in das Ankleidezimmer.

<<Herrje>>

denkt sie

>> was ziehe ich bloß an? Kalt ist es, und wir gehen bestimmt viel im Freien,

also nichts mit Reizwäsche >>


Sie grinst verlegen vor sich hin.

Die Vernunft siegt!

Energisch nimmt sie eine warme Strumpfhose, ihre beige Lederhose, ein schönes orangefarbenes

T-Shirt, den passenden BH dazu… noch den in der gleichen Farbe passenden Schmuck. OK fertig. Sie

betrachtet ihr Werk. Ja, kann man so lassen.

Ein Blick auf die Uhr zeigt ihr, dass sie

sich nun beeilen muss. 17.30. Sie muss nun noch schnell mit

ihren Hunden raus.

Schwupp, die Leine, Schuhe an, und ab geht die Post. Freudig laufen die beiden voraus, wartend,

dass die Eingangstüre sich öffnet.

Sie tollen im Neuschnee, wälzen sich, es ist ein Freude ihnen dabei zuzusehen.

Plötzlich, ihr gefriert das Blut in den

Adern.

Schlüssel……..

wo ist ihr Wohnungsschlüssel?

Verzweifelt greifen ihre Hände in ihre Taschen, suchen, wühlen. Leer, nichts.

Ein Gedanke schießt in ihren Kopf…Nachbarin, ja klar, die hat ja ihre Reserveschlüssel. Sie wird

gleich bei ihr läuten. Sie ruft ihre Hunde zurück und geht zur Eingangstüre. Mist, ohne

Brille,

dunkel ists auch schon, wo steht denn der Name? Endlich, sie hofft, sie hat den Richtigen,

sie läutet, einmal, zweimal, dreimal. Das kann nicht sein

<<sie ist 70, wo kann sie denn sein?... Ja …einkaufen, klar…was denn sonst?<<

So versucht sie sich zu beruhigen. Sie atmet tief durch, schaut zum immer wieder Fenster…….nur

Dunkelheit sieht sie, kein Lichtschimmer

der nach Außen dringt.

Ihr wird mulmig. Sie ist zwar warm gekleidet, mit ihrer warmen Daunenjacke, aber…keine Mütze,

keine Handschuhe und zu schneien beginnt es auch noch. Sie friert. Tränen steigen auf, während sie

nun versucht, ihre Situation zu überdenken. Verschämt wischt sie sich die Tränen mit dem

Handrücken ab. Muss ja niemand sehen dass sie weint. Sie fragt einen vorbeieilenden Passanten


nach der Uhrzeit. 17.45. Um 18 Uhr wird Klaus da sein.

<< Schlimmer kann ihre Situation ja nicht werden<< sinniert sie im Stillen vor sich hin. Wenn sie

gewusst hätte…………..!

Nach einer Ewigkeit sieht sie, dass die Geschäfte schließen. 18 Uhr, ok, nun kommt Klaus ja gleich.

Eigentlich ist Klaus ja immer sehr

pünktlich.

Der Schneefall nimmt an Intensität zu, sie friert, steigt von einem Fuß auf den Anderen.

Stunden vergehen….Wieder fragt sie einen Passanten nach der Uhrzeit. 18.15…..es waren doch keine

Stunden. Wo bleibt Klaus, wo die Nachbarin? Hat sich alles gegen sie verschworen?

Ein Gedanke schießt in ihren Kopf.. Das Handy………was, wenn Klaus sie anruft um ihr mitzuteilen,


dass er sich verspätet, oder er gar nicht kommen kann, aus welchen Gründen auch immer?

Er kann sie ja nicht erreichen. In dieser Sekunde muss sie sich gegen die Hausmauer lehnen. Ihr Herz

beginnt zu jagen. Immer bewusster wird ihr ihre verzweifelte Situation. Tränen laufen über ihre

Wangen, Sie kann sie nun nicht mehr zurückhalten. Sie wendet ihr Gesicht ab, als jemand an

ihr

vorbei geht. Aber den Menschen fällt es ohnehin nicht auf. Sie sind mit ihren Gedanken ja ganz

woanders.

Um sich etwas abzulenken, spielt sie mit ihren Hunden., die sofort Freudig dabei sind.. Allerdings

fühlen sie, dass ihr Frauchen nicht ganz glücklich ist, immer wieder bleiben sie stehen, und schauen

sie fragend an, kommen zu ihr, lecken

ihre Hand, drücken ihre Körper an den Ihren.

Plötzlich eine Stimme aus einem Auto

„Maya!“

Sie dreht sich um, ein Stein plumpst aus ihrem Herzen.

Klaus….noch nie hat sie sich so gefreut ihn zu sehen.

„Was machst du denn hier, warum hebst du nicht ab, ich versuche dich schon seit einer

halben

Stunde anzurufen?“

ruft er ihr fragend aus dem Auto zu.

Sie antwortete ganz kleinlaut

„Bitte such dir einen Parkplatz, ich bin ohne Schlüssel……“

Der Rest ihrer Worte wird übertönt von dem Gehupe der Autos, die sich hinter Klaus befinden. Er

fährt ein Stück die Strasse hoch und parkt sich ein.


Nun laufen Tränen der Erleichterung über ihr Gesicht. Während sie ihm entgegen geht, versucht sie

sich zu fassen. Er soll nicht sehen, wie elend ihr zumute ist.

Er kommt fragend auf sie zu

„ Was ist denn passiert, Süße?“

Sie erzählt es ihm. Gemeinsam kommen sie nun zu dem Entschluss in eine nahe gelegte Konditorei zu

gehen, damit sie sich etwas aufwärmen

kann. Immerhin befindet sie nun schon seit gut einer Stunde

im Freien. Sie friert gewaltig. In der Konditorei überlegen sie, was nun am Besten zu tun sei. Sie

sprechen sämtliche Möglichkeiten durch, versuchen aber zu Beginn noch, den Schaden so gering wie

möglich zu halten. Klaus versucht sie zu beruhigen indem er ihr seine Hoffnung mitteilt, dass die

Nachbarin bestimmt bald nach Hause kommt.


Sie ist etwas erleichtert, es tut ihr gut, ihr Problem nun mit Klaus teilen zu dürfen.

Ja, es tut ihr sehr gut…….

Nachdem sie den Kaffee getrunken haben, gehen sie wieder zu ihrer Wohnung und versuchen bei der

Nachbarin zu läuten, aber ein Blick auf die dunklen Fenster sagen ihr, dass es eigentlich sinnlos war.

Klaus überlegt kurz und packt sie und ihre Hunde nun flugs in das Auto und

fuhr mit ihr zum

Christkindlmarkt. Er schaltete ihr die Sitzheizung ein und ist sehr fürsorglich. Sie beginnt sich

wieder ein bisschen zu fangen und genießt den kleinen Luxus. Sie lächelt ihm dankbar zu, das er fröhlich zur Kenntnis nimmt.

Am Christkindlmarkt wird sie durch die wunderschönen Glaskugeln und dem ganzen Glitzer

abgelenkt, mit großen staunenden Augen sieht sie all diese herrlichen Sachen,

atmet tief den Duft

der ihr von überall entgegen strömt ein. Sie liebt dieses Flair……..ist doch schon länger her, dass sie

so etwas erlebt hat…

<<Wann war es? <<

Achja zuletzt mit ihrem deutschen Malerfreund Andreas, der sie letztes Jahr ein paar in Wien

besucht hatte.

<< Andreas,<<


ja .ihr bester Freund, sie erinnert sich …..sie war im letzten Sommer bei seiner Hochzeit eingeladen.

Schön war sie………

Sie vergisst ein bisschen ihr Fiasko und lässt sich in ihren Erinnerungen treiben.

Sie träumt so gerne……

Klaus holt sie mit den Worten

„ Ich habe Hunger, gehen wir etwas

essen?“

aus ihre Träumen hervor. Auch sie verspürte nun dieses Hungergefühl.

Sie betreten ein kleines heimeliges Lokal und ließen es sich gut schmecken. Klaus versucht sie

liebevoll abzulenken, indem er ihr einige Geschichten aus seinem Büro erzählt. Dankbar nimmt sie

diese Hilfe an. Auch die Wirtin beginnt sich mit ihnen zu unterhalten, denn auch sie hat

einen

Border-Collie, und da gibt es viel zu plaudern.

Bei Gesprächen über Hunde ist sie in ihrem Element, da kennt sie sich aus und vergisst alles rund um sich.

Klaus schaut auf die Uhr, schon 23 Uhr. Wird wohl Zeit nach Hause zu fahren. Die Nachbarin ist nun

bestimmt schon zu Hause.

Zu Hause angekommen, ein Blick zu dem Fenster……Dunkelheit schreit ihr

entgegen.

Sie beginnt langsam in ein Loch zu fallen, spürt wie in ihren Adern das Blut stockt.

Sie versucht trotzdem mehrmals zu läuten, ja möglich, dass die Nachbarin sich schon hingelegt hat

, aber kein Ton kommt aus der Sprechanlage.

Klaus wartet mit den Hunden inzwischen im Auto.

Langsam verliert sie die Fassung.


Sie schließt die Augen……

Sie spürt, sie fällt……….

Ihre Gedanken machen sich selbstständig, es hämmert und pocht in ihrem Kopf…

<< Warum gehe ich auch nach DRAUSSEN? Warum bleibe ich nicht zu Hause, in meiner FESTUNG, in

die ich mich seit 1 ½ Jahren zurückgezogen habe. Wieder einmal bekomme ich die Bestätigung,

dass

es besser ist, DRINNEN zu bleiben. Die WELT hier DRAUSSEN ist so bedrohlich. Ich weiß nicht mehr

mit ihr umzugehen.<<

Das Hämmern in ihrem Kopf nimmt zu, sie muss sich an die Wand lehnen, die Knie zittern

<<HEIM, bitte ich will HEIM…….BITTE…… BITTE …….BITTE lieber Gott lass mich rein.<<

Nun ist sie nur mehr ein Häufchen Elend.

Sie weiß, sie darf nicht richtig weinen solange sie nicht

alleine ist.

<<Wer sagt immer, geh raus, verlass deinen BAU…. DRAUSSEN ist es schön? Sehen die Freunde denn

nicht, dass es nicht schön ist da DRAUSSEN <<

denkt sie verzweifelt.

Sie erinnert sich an Klaus der ja auf sie

wartet,

atmet noch mal tief durch und steigt zu ihm ins Auto.

„Nichts, sie ist nicht da“

Mit diesem Satz erklärte sie ihm die für sie nun schon fast unerträgliche Situation. Es war ihr so

unendlich peinlich Klaus in so eine Situation gebracht zu haben. Sie sieht kaum mehr einen Ausweg.

Er erkennt natürlich ihren inzwischen hochgradig verzweifelten Zustand und

versuchte nun

seinerseits die Initiative zu ergreifen.

Er beginnt lau nachzudenken.

„Gibt es niemanden hier, den du näher kennst?“

Sie schaut ihn mit großen Augen an, denkt kurz nach, legt ihren Kummer in seine Obhut.

„Nein, niemand“

<< HEIM-------HEIM---Bitte HEIM…...lasst mich wieder in meine

BURG….BITTE<<

So hämmert es in ihrem Kopf, sie möchte es hinausschreien, aber sie schweigt.

„OK, wir versuchen es nun über die Auskunft“

sagt Klaus mit klaren Worten und betätigt nun auch schon sein Handy. Still hört sie zu, gibt ihm

bereitwillig über Namen und Strassen Namen Auskunft.

Kein Erfolg, keine angemeldeten Handys.


„Gut, nun bleibt als einzige Möglichkeit der Schlüsselnotdienst“

Über die Auskunft erfährt er die richtigen Telefonnummern und beginnt zu telefonieren.

Sein zweiter Anruf bringt Erfolg,

Knapp 40 Minuten später kommt der Mann, der nun ihre Türe öffnen soll. Sie sieht schwarz. Sie hat

eine Sicherheitstüre………

Nach knapp 20 Minuten gibt der Mann

frustriert auf. So eine Türe hatte er noch nie.

Nun war guter Rat teuer.

<<HEIM….BURG….FESTUNG…MAUER….BITTE ich will HEIM, nie mehr mag ich nach DRAUSSEN gehen,

will DRINNEN bleiben, wo ich geschützt bin. Mir das Alles net passieren kann, ich weiß schon warum

ich nicht raus will……..ich weiß……..!!!<<

So hämmert ihr Kopf…Poch------Poch


Seit fast 1 ½ Jahren hat sie das nun schon, dass sie es kaum mehr schafft, alleine außer Haus zu

gehen. Nur wenn sie ein Ziel hat erledigt sie das was sie tun muss, jedoch anschließend versucht sie

so rasch als möglich wieder in ihre Burg zurück zu kehren. Hier fühlt sie sich so sicher wie sonst

nirgendwo. Wieder einmal wird sie bestätigt in ihrem Denken. Sie weiß nicht, warum sie in

diese

Lage geraten ist, was in ihr passiert ist. Es ist viel passiert in ihrem Leben. Fast zuviel-------Nein----

es war ZUVIEL. Vermutlich erträgt sie es nicht mehr---nein… nicht vermutlich-------SIE erträgt es

nicht mehr……

<<HEIM……HEIM<<

Hämmert es…….

Irgendwann sind dem Menschen Grenzen

gesetzt.

Es war nun schon nach Mitternacht, als ihr ein Gedanke durch den Kopf kam. Sie blickt nach oben.

Im 4. Stock brennt noch Licht…ja, sie kennt doch diese Leute Da wohnt ein Ehepaar, mit ihnen

unterhält sie sich manchmal über ihre Hunde. Kurz entschlossen läutet sie bei denen.

Sie erklärt ihnen ihre unglückliche Situation und wird sofort in die Wohnung gebeten. Sie


verabschiedet sich von Klaus, und ist nun ein bisschen hoffnungsvoller

<< Ich habe mich nicht richtig bedankt bei ihm….habs in meiner Aufregung vergessen…...es tut mir so leid<<

denkt sie, als sie mit dem Ehepaar nun versucht, eine Lösung zu finden.

Man erklärt ihr, dass sie ohne weiteres bei ihnen schlafen kann und sie bleiben kann bis die

Nachbarin am nächsten Tag

auftaucht

Plötzlich fällt der Frau ein, dass ihre Tochter mit dem Enkel der Nachbarin in dieselbe Schule geht.

Schon wurde ein reges Telefongespräch geführt, und schwups, ist auch schon der erste kleine

Erfolg zu verzeichnen. Noch ein Telefongespräch und die Nachbarin war gefunden. Sie feierte

genau bei diesem Enkel dessen

Geburtstag.

Plumps machte es wieder einmal, nun konnte nichts mehr schief gehen. Locker wartete man auf die

Nachbarin, die versprach sich zu beeilen.. Es wurde Kaffee getrunken, Vanillinkipferl wurden ihr

gereicht, sie griff herzhaft zu und ließ es sich gut schmecken.

Als nach gut einer Stunde, mittlerweile war es schon fast 3 Uhr früh, noch nichts von der

Nachbarin

zu sehen war, überkommt sie zum x.ten male ein komisches Gefühl in dieser Nacht.

Sie badete in einem Wechselbad an Hochs und Tiefs……..

Ihre Gedanken rasen……..

<<Hat sie sich auf dem Heimweg verletzt…. sich den Fuß gebrochen…….Herzinfarkt

gestorben????????? Lieber Gott, BITTE lass nicht zu dass ihr etwas zugestoßen

ist…wegen meiner

Dummheit……..<<

Alles in ihr verkrampft sich

<<Bitte lieber Gott, mach mich nicht auch noch verantwortlich dafür--------Es genügt doch schon

meine Schuld mit der ICH zu leben habe-------<<

Sie versinkt in ihre eigene Gedankenwelt, in der niemand mehr Zugriff

hat

Sie fällt, fällt, tiefer……..und niemand der sie hält….keine Hände--------

Damals……….

Als ihr erster Mann mit 29 Jahren an einem Sonntagmorgen im Bett neben ihr kerngesund an einem

Herzinfarkt starb, so schnell, dass sie kaum begreifen konnte, was da

geschah.---

Sekunden---------

Schlecht war ihm, ja, man war ja bei den Nachbarn feiern, fettes Essen, zuviel getrunken……..man

war ja noch so jung…….übergeben musste er sich, klar………wer wohl nicht in diesem zustand…….Tee

hatte sie ihm gemacht…..geschimpft mit

ihm……….klar……..

Aber

Sie hätte die Rettung holen sollen…..

HÄTTE .. HÄTTE .. HÄTTE…….

Aber---------

Verdammt………warum hat sie es denn nicht getan?????

Ihm war doch nur vom Essen und Trinken schlecht………oder ?

Immer wenn ihre Gedanken an diesem

Punkt ankamen begann ihr Herz zu stechen, ihr Puls zu rasen,

die Hände zittern………

warum nur ist es so passiert wie es passierte?

Was hätte sie tun können?

Nichts…..sie weiß es doch, ihr Kopf sagt es ihr, die Ärzte sagten es ihr, Alle sagten es ihr, aber

Ihr Herz sagt etwas anderes

Jäh wird sie aus ihren Gedanken gerissen

als ihre Hündin anschlägt, weil es an der Türe läutet.

Die Nachbarin

Am liebsten würde sie ihr um den Hals fallen, aber sie ist wie erstarrt, traut sich nicht mehr sich zu

freuen.

Sie steht auf, bedankt sich freundlich, und geht mit der Nachbarin nach unten in dessen Wohnung.

<<Einen Wein muss ich den netten Menschen schenken, für ihre Hilfe, darf

ich nicht vergessen,

demnächst<<

So denkt sie, während sie neben der Nachbarin mit dem Lift nach unten fährt.

<<bald ist es ausgestanden, schnell den Schlüssel holen, mit den Hunden noch mal raus, und ab ins

Bett, schon fast 4 Uhr………..<<

Sie ist so müde, kann sich fast nicht mehr gerade halten, alles hört sie nur mehr gedämpft, was

ihre

Nachbarin von sich gibt,

langsam registriert sie Wortfetzen die die Nachbarin heraussprudelt

„ gesucht….. ja……. eine Stunde………finde nicht…….verzweifelt……….ausgeräumt…….wollte….kann

nicht……..Schlüssel…….finde nicht“

Sie dreht sich um, schaut, erschrickt…….sie sieht ein Chaos, steht im Chaos. Alle Laden ausgeleert,


nichts in dieser Wohnung ist mehr dort wo es sein sollte, Wäsche türmt sich, die Nachbarin, sie

sieht sie nun bewusst an, hektische rote Wangen, Schweiß auf ihrer Stirn, fahrige Bewegungen……….

Mein Gott…

„ Was tun sie hier?“

Fragt sie entsetzt die Nachbarin

„ Suchen, ich finde ihren Schlüssel nicht, muss ihn verlegt

haben………..versuche es ihnen doch die

ganze Zeit zu erklären!“

Ein Erdbeben…….warum schwangt der Boden so

Sie lässt sich in einen Berg Wäsche fallen, der sich auf der Couch türmt. Ihre Füße tragen sie nicht

mehr. Still sitzt sie da, verfolgt fast nicht begreifend was sie sieht…….

Zum x.ten male leert die Nachbarin die Laden aus und räumt sie wieder ein….sinnlose


Handlungen…….

. Sie denkt

<<kein Schlüssel, kein Handy, die Nachbarin hat kein Geld mehr drauf, kein Internet, kein

Telefonbuch, kein Geld………..aber 2 Hunde hat sie………natoll……

Wie in Trance verlangt sie einen Kugelschreiber und einen Block und beginnt zu schreiben……….und

zu schreiben……die Gelenke tun ihr

weh….egal, sie MUSS schreiben….kann nicht mehr anders

Sie schreit………..nach innen

Keiner hört diesen Schrei.

Kaffee, plötzlich steht Kaffee vor ihr, sie trinkt ihn, tut gut……aber sie unterbricht nicht ihr

tun…..sie schreit schweigend weiter

Nach fast 5 Stunden, es ist hell geworden, sie hat fast den ganzen Block verbraucht Endlich ruft

die

Tochter der Nachbarin an, sie hat ein Internet, sie kann nachsehen wie die Firma heißt, woher ihre

Sicherheitstüre stammt………eines fügt sich in das Andere……….nach 10 Minuten war der

Spezialtürnotdienst verständigt., weitere 30 Minuten danach die Türe geöffnet, sie um 130€

leichter

Es ist nun Samstag 10 Uhr früh……….


Sie fällt fast tot in ihr Bett, umarmt ihr Kopfkissen und lässt endlich ihren Tränen freien lauf…….

Der Schlaf umhüllt sie zärtlich und legt seine Decke auf sie…………

Copyright by

Maria Lamböck

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Hörbuch

Über den Autor

MajraLakota
MajraLakota
Ich wurde 1949 in Landshut, Deutschland in eine Horrorfamilie geboren, in der Gewalt an der Tagesordnung stand. seit 1957 Iebe ich in Wien, wurde in sämtliche Klosterheime abgeschoben die es gab...ich interessierte einfach niemanden...Gefühle, Liebe, Zuneigung, Vertrauen....kannte ich nicht...aber Schläge, Missbrauch und Missachtung, davon bekam ich genug, aber damals interessierte es niemanden...wir Kinder hatten keine Rechte und es hörte niemand zu...so blieb mir nichts anderes als mein Leid, meine Gefühle und Gedanken niederzuschreiben.....heimlich....wurden meine zeilen gefunden, wurden sie vernichtet....so blieb alles in meinem Kopf
Ich schreibe über mein Erlebtes, aber auch Kurzgeschichten , die ich seit 2003 der Öffentlichkeit zugängig machte....über lange Geschichten oder Romane habe ich mich noch nicht drüber getraut....aber vielleicht schaffe ich das ja jetzt....

" Meine Bilder, Gedichte und Geschichten
zeigen meine kleine Welt in der ich lebe.
Sie sind für mich zu einer Art Ventil geworden.
ich kann in ihnen meine Freude, meine Trauer, meine Ängste
aber auch meine Träume zum Ausdruck bringen.
Es hilft mir Erlebtes zu verarbeiten.
Wenn mich etwas sehr bewegt,
fasse ich diese Gedanken und Gefühle in Farben oder Worte.
Meine Bilder und Gedichte sind der Spiegel meiner Seele.
Wer sie kennt, kennt mich
Wer sie studiert, studiert mein Innerstes.
Meine Phantasien, meine Erleben, mein Fühlen, mein Denken
wird erkennbar, begreifbar und
VIELLEICHT
für manche Menschen verstehbar

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phoebe2210 Liebe Maria,
ein recht harmlos klingender Titel und dann SO eine Geschichte! Wow, da spielen die Gefühle Achterbahn. Sehr gut geschrieben, die Verzweiflung der Protagonistin war geradezu greifbar für mich. Ich danke dir für diese schönen Lese-Momente!

LG, Conny
Vor langer Zeit - Antworten
MajraLakota tja...das sind so meine Erlebnisse...lach....freue mich über dein positives feedback.....glg. maria
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