Krimis & Thriller
EINMAL LEUCHTTURMWÄRTER SEIN

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"EINMAL LEUCHTTURMWÄRTER SEIN"
Veröffentlicht am 15. September 2014, 38 Seiten
Kategorie Krimis & Thriller
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Über den Autor:

Ich bin Musiker, Tonmeister und immer mehr Kinderbuchautor... Ich möchte LIEBE, Wärme und eine bunte Welt schenken.
EINMAL LEUCHTTURMWÄRTER SEIN

EINMAL LEUCHTTURMWÄRTER SEIN

Einmal Leuchtturmwärter sein

Eher beiläufig, so beim durchblättern der Tageszeitung, sah er die Anzeige:

Einmal Leuchtturmwärter sein! Das ist möglich: RUF JETZT AN!

Für die Rettung des alten Leuchtturmes.

Wie unter Hypnose schaute er sich die Anzeige immer und immer wieder an...

Dabei sah er sich als Leuchtturmwärter. Alleine, jeden Abend den Blick in die Ferne gerichtet, das Meer beobachtend, den Schiffen sehnsuchtsvoll hinterher schauend...

Er wählte gedankenverloren die Telefonnummer.

Eine Frauenstimme meldete sich: „Leuchtturmevent. Einmal Leuchtturmwärter sein. Schönen guten Tag, was kann ich für Sie tun?“ Hörte er die Frau monoton aufsagen. Sollte er wirklich?

„Hallo? HALLOoo???“ rief die Frauenstimme genervt. "Sind Sie noch dran?“

„Tja, äh ich wollte, ...ich habe gerade die Anzeige gelesen und da wollte ich...“

„Schon klar, wann denn?“

„Nächstes Wochenende?“ hörte er sich fragend antworten.

„Kein Problem, ich trage Sie ein und melde mich, wenn das Geld überwiesen wurde ...auf Wiederhören.“

„Ja, das ist gut! Ich überweise sofort morgen...“ versuchte er zu erwidern, aber die Frau hatte schon aufgelegt. Alles was er wissen musste stand in der Anzeige und die Überweisung konnte er gleich morgen von seinem Arbeitsplatz machen.

Alle nannten ihn Sloty.

Er arbeitete in einer Bank und war ein schrulliger Typ.

Leicht untersetzt mit einem devoten Blick. Um die 1,70 groß mit hängenden Schultern. Sein Beruf war sein Leben und so sah er auch aus. Graues und eingefallenes unsympathisches Gesicht, durchzogen von Narben aus der Pubertät.

Schütteres graues kurzes Haar. Müde, stechende Augen. Er wollte nicht auffallen.

Die Kleidung spiegelte das wieder. Er lebte allein.

Wenn er an ferne Länder dachte, Schiffe und das Meer, dann glänzten seine Augen. Denn er war ein Abenteurer!

Ganz tief in ihm schlummerte das wilde Tier...

Sloty drehte jeden Cent mehrfach um, bevor er sein Geld ausgab...

aber meist landete das Geld auf seinem Sparbuch.

Er hätte bestimmt Monate den Leuchtturm mieten können, soviel hatte er gespart.

In der Anzeige ging es um eine Nacht. Ganz alleine mit dem Leuchtfeuer und dem Blick in die Ferne. Es war im Grunde wie eine Übernachtung in einem Hotel.

Ja! Das wollte er! Das würde ihm niemand zutrauen! Es einmal allen zeigen.

'Das hätt' ich ihm nie zugetraut'

'Hut ab, der hat Mumm'

'Hab ich ja immer gewusst, der hat es Faustdick hinter den Ohren'

Es allen zeigen, aber er kannte eigentlich nur die Verkäuferin vom Supermarkt und die Kollegen von der Bank. Einen verstohlenen Blick hatte er allerdings für seine neue Chefin übrig. Ja, der würde er gerne zeigen was für ein wildes Tier in ihm steckt. Sie würdigte ihm allerdings keines Blickes.

Sie war doppelt so jung, sah sehr hübsch aus und war für ihn unerreichbar.

Aber wenn sie wüsste was er für ein Abenteurer war...

Eine Kollegin in der Bank hatte den Abenteurer Sloty schon mal kennen gelernt, im Kopierraum. Ein für Sloty, dunkles Kapitel, das er am liebsten aus seinem Leben streichen würde, obwohl es ja schon lange her war. Die Kollegin hatte danach die Filiale wechseln müssen und Schwor irgendwann Rache.

Sloty hatte nie wieder was von ihr gehört.

Er hatte ein Foto von ihr ausgedruckt. Ein Foto das auf der Homepage der Bank zu finden war. Das Bild von Olga in seiner Brieftasche, war so eine Art Trophäe.

Olga war eine kleine hübsche, aufgedrehte Frau, Mitte dreißig. Mit schwarzen Haaren, die sie als Zopf trug. Einen schönen vollen Mund und dazu blaue Augen. Sie hatte immer das Falsche an. Viel zu sexy, für die Bank. Die Bluse war meist durchsichtig und ein Knopf zu tief geöffnet, der Rock grenzwertig. So stöckelte sie durch die Bank und alle männlichen Kollegen, wirklich alle, hätten sie gerne

einmal…na ja, wie die Männer so sind...

An diesem Tag sah sie besonders scharf aus. Eine rote Bluse bedeckte den schwarzen BH, der deutlich zu erkennen war.

Sie stolzierte zum Kopierraum und wer von den männlichen Kollegen konnte, schaute fantasievoll hinter Olga her.

Sloty hatte auch plötzlich etwas zu kopieren. Irgendwie war er innerlich sehr unruhig und eine Stimme in ihm, schickte ihn auf den Weg. Er platzierte sich direkt hinter Olga, genug Abstand um sich den abzeichnenden Slip unter ihrem Rock anzuschauen und genug Nähe

um ihren Geruch aufzunehmen.

Olga stand leicht gebückt am Kopierer. Sie merkte natürlich die Blicke von Sloty und fing an ihren Hintern zu bewegen, ganz leicht nur, aber in typischer Pose. Dabei summte sie eine Melodie...

Sie hatte Sloty schon ein paar Mal eindeutige Blicke zugeworfen, einfach weil sie wissen wollte ob er wirklich so prüde war, wie er aussah. Das reizte sie und machte ihr nicht nur Spaß, sondern gab ihr ein leichtes Zittern. Erotik pur.

Sloty kam ihr näher.

Der süße Geruch ihres Parfüms stieg ihm in die Nase und wirkte stimulierend.

Seine Mundwinkel fingen an zu zucken. Die Stimme in ihm meldete sich und wurde energischer. 'LOS! PACK SIE! LOS!'  Diese Stimme kannte er nur zu gut, sie war von Anbeginn in seinem Kopf und verschwand nur wenn er Tabletten einnahm. Er nannte die Stimme seinen „bösen Freund“ und der gewann immer.

Und dann konnte er einfach seine Hände nicht kontrollieren.

Er packte Olga kräftig von hinten an die Brüste und jetzt war er der, der er wirklich war...der böse Freund in ihm

hatte übernommen.

'LOS! WÜRG SIE! LOS'!  Befahl die Stimme. Ja! Er wollte sie würgen und Olga juchzte und dachte es wäre so eine Art Spaß. Sloty riss ihr die Bluse kaputt und den schwarzen BH zog er, hektisch nach unten...'

JA! SO IST ES GUT! JA!'  liebkoste ihn sein „böser Freund“.

Olga drehte sich ruckartig um und stand entsetzt vor ihm.

Wunderschöne Pralle Brüste schauten ihn an...

Der Blick von Olga war schockiert und

starr, ihre Augen weit aufgerissen.

Sloty lief der Speichel aus dem Mund, er wollte sie nun packen. Dabei bebte sein ganzer Körper. ICH WILL DICH! ICH WILL DICH!'…gefeierte sein „böser Freund“.

Panik erfasste Olga. Ekel kam in ihr hoch, als sie die Grimasse von Sloty sah.

Der Blick von Sloty war verzerrt und gierig. Er schaffte es ihren Arm zu greifen.

Ihre Haut war samtweich. Mit der anderen Hand versuchte er ihren Hals zu würgen, aber irgendwie schaffte Olga

sich zu befreien und sie lief so wie sie war aus dem Kopierraum an allen vorbei. Ohne sich umzuschauen,lief sie halbnackt durch die Bank, bis zur Umkleidekabine. Hier warf sie sich eine Jacke über die nackte Haut. Mit Tränen in den Augen, zitternd am ganzen Körper und weiß im Gesicht, verschwand sie aus der Bank.

Sloty vertrieb seinen „bösen Freund“ mit einer Tablette.

Er nutzte dass allgemeine Wirrwarr, um mit dem Absatz von seinem Schuh, die Scheibe vom Kopierer einzuschlagen.

Sloty machte auf unschuldig, kam aus dem Kopierraum heraus und zeigte allen seine blutige Wunde im Gesicht. Die hatte er sich als Zeichen des Alibis selber zugezogen, bevor er vor seine Kollegen trat. Sein Gesicht allerdings war noch immer verzehrt.

Mittlerweile hatten alle Kollegen ihren Blick in Richtung Kopierraum gewandt.

„Seht nur, seht, ich blute, sie hat mich geschlagen und ist völlig ausgerastet, nur weil sie den Kopierer kaputt gemacht hat...es ist ihr was drauf gefallen... und dann ist sie an den scharfen Enden hängen geblieben...“ rief

der sonst so schüchterne Mitarbeiter aufgeregt, mit hoch rotem Kopf.

Nun, das klang nicht überzeugend und irgendwie ahnte jeder was da abgelaufen sein konnte und die erste Eingebung war meist ja auch die richtige.

Sloty war nicht beliebt, er war ein guter Bankangestellter, auf den sich die Kollegen und die Bank verlassen konnten.

Er war schon so lange in der Bank und Olga viel zu sexy...und zu lebendig.

So kam es, das alle stillschweigend seine Geschichte hinnahmen und keine

große Sache daraus machten. Es war ja auch nichts weiter passiert, außer dass Olga gedemütigt wurde...

Das war lange her und Sloty ist dann nie wieder aufgefallen. Er hatte sich wirklich seit damals im Griff, dank der wunderbaren Erotikseiten im Internet und einigen Medikamenten, die er schon seit seiner Kindheit nahm.

Er dachte an das Geld, das er überweisen sollte und machte sich zarte Vorwürfe.

Na, egal, ist ja auch für einen guten Zweck. Durch das kurzfristige vermieten

soll der Leuchtturm renoviert werden und die Sponsoren bekamen auf einer Tafel einen Eintrag mit ihrem Namen. Vielleicht schrieb die Tageszeitung ja auch darüber, dann würden alle seinen Namen, in der Zeitung bewundern können.

Er legte sich schlafen und träumte von der Anerkennung die ihm Zustand.

Noch einen Tag bis zum Wochenende. Die Tage verliefen wie immer. Er sagte niemanden etwas von seinem Abenteuer und der anstehenden Großtat. Er freute sich schon auf das Wiedersehen mit seinen Kollegen, vor allem mit seiner

Chefin...die würde ihn bestimmt dann angemessen behandeln, so wie Sloty sich das vorstellte. Sie würde ihm zu Füssen liegen und ihn anflehen...nun, das wollte er jetzt nicht raus lassen...er nahm eine Pille.

Am Freitagabend, pünktlich nach seiner Arbeit, meldete sich die Frau vom Leuchtturmevent dann telefonisch wieder. Er sollte sich Samstagmorgen um 6 Uhr am Busbahnhof in Richtung Nordsee in den Bus setzen und dann bis zur Endstation fahren. Dort ging die Reise mit einem Taxi zum 1879 gebauten alten Leuchtturm, das war im Preis enthalten. Nicht enthalten war die Verpflegung.

Es gab ein Lokal im Ort, 10 km vor dem Leuchtturm, das von der Frauenstimme sehr angepriesen wurde. Nee, nee das war dann doch zu viel des Guten. Er hatte schon am Donnerstagabend sein Lunchpaket vorbereitet, mit einer Thermosflasche voll Pfefferminztee und seinen Tabletten.

Am Vorabend schlief er sehr unruhig.

Von seinen Kollegen hatte er sich wie immer ins Wochenende verabschiedet, wobei später jeder sagen würde: „ Irgendwie war Sloty anders, so aufgedreht.

Endlich war Samstagmorgen.

Pünktlich erreichte er den Busbahnhof und war fast alleine im Bus. Zwei Stunden später war er an der Endstation wo das Taxi ihn schon erwartete.

Die herrliche Seeluft stieg ihm in die Nase und er bekam Hunger, aber das musste jetzt warten.

Der Taxifahrer versuchte ein Gespräch aufzuzwingen, über das Wetter und dem Lokal „Krabbenspaß“ an dem sie gerade vorbei führen und in dem man richtig gediegene Krabbengerichte bekam. Als Sloty aber nicht antwortete, blieb der

Fahrer ruhig und dachte sich sein Teil. Am Ziel schließlich angekommen bewahrheitete sich was der Taxifahrer von seinem Fahrgast dachte, denn natürlich gab Sloty kein Trinkgeld.

Als das Motorengeräusch vom Taxi sich entfernte und nur noch das Rauschen der Nordseewellen zu hören war, fühlte Sloty sich frei und wie ein kleiner Herrscher.

Der Leuchtturm stand erhaben an den Klippen und schien das Ende der Welt anzuzeigen, zumindest für Sloty.

Über einen kleinen Steg konnte man den

Leuchtturm erreichen.

Es war noch früh am Tage und die Möwen kreisten, kreischend um Nahrung zu suchen. Die Wellen schlugen träge gegen den Strand und die Sonne versuchte hervorzuschauen.

Keine Fotografen, kein Interview...na, das kommt wohl morgen, dachte Sloty fröhlich. Ist ja auch Logisch, denn dann wollen alle wissen wie es denn so war, die eine Nacht, alleine im alten Leuchtturm.

Er ging den Steg wie ein Eigentümer langsam in Richtung Leuchtturm. Schritt

um Schritt genoss er. Angekommen schloss er die Tür auf, mit dem Schlüssel, der ihm schon vor ein paar Tagen zugeschickt wurde.

Ein fader, muffiger Geruch empfing ihn und dann sah er die Treppe und die vielen im Kreis nach oben führenden Stufen.

Oh je, so viele Stufen.

Einen Fahrstuhl gab es nicht, also begab er sich frei nach dem Motto: Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt, an das Erklimmen des alten Leuchtturmes.

Zu diesem Zeitpunkt war Olga in Urlaubsstimmung.

Sie war wieder Solo und hatte an der Nordsee, in der Nähe eines alten Leuchtturmes ein kleines Appartement für ein paar Tage gemietet.

Heute sollte es ihr letzter Urlaubstag werden, obwohl sie noch eine ganze Woche gehabt hätte, aber das wusste sie da noch nicht.

Sie wanderte gerne Frühmorgens um sich Appetit zu machen, denn das wunderbare Krabbenlokal „Krabbenspaß“ hatte auch Frühstücksangebote und die waren nicht

nur günstig sondern echt gediegen und lecker.

So lief sie, wie jeden anderen Morgen auch, in Richtung alten Leuchtturm.

Sie genoss die Ruhe und Einsamkeit. Aber heute schien sie nicht alleine am Strand zu sein. Von weiten konnte sie eine Person auf den Steg, der zum Leuchtturm führt, gehen sehen. Sie konnte nicht ahnen diese Person nicht zu mögen, irgendwie kam ihr die Person aber bekannt vor, vom Gang, oder war das ihr fraulicher Instinkt?

Olga ging weiter in Richtung Leuchtturm, getrieben von einer inneren

Kraft.

Stufe um Stufe bezwang derweil Sloty den Leuchtturm und er wurde mutiger.

Er nahm zwei Stufen auf einmal, als wenn er Leistungssportler wäre.

Die Tür stand offen als Olga am Leuchtturm ankam. Sie trat in den Vorraum.

„Hallo, ist da jemand?“ rief sie beherzt.

Sloty erschrak und blieb sofort stehen. Die Stimme kannte er doch…

„Hallo, HAAAlllooo...“

Ja, das war doch die freizügige Olga, kein Zweifel. Das war ja eine schöne Überraschung und irgendwie wurde er unruhig. In ihm stieg etwas hoch, was er lange nicht mehr gespürt hatte... Das Parfüm von Olga stieg ihm in die Nase. Die Mundwinkel fingen an zu zucken. Leise, Schritt um Schritt kehrte er um.

'DU MUSST ES DIESMAL SCHAFFEN! DU MUSST!'  hörte er seinen wohlbekannten „bösen Freund“ in sich.

Olga traute sich nicht nach oben zu gehen. Sie verharrte in ihrer Position im Vorraum und meinte ein röcheln zu hören.

Sloty nahm Witterung auf. Diesmal war Olga dran, das wollte sein inneres Tier.

Noch ein Stockwerk zu seiner Befriedigung. „Hallo, ist alles in Ordnung?“ rief Olga.

Das röcheln wurde lauter und Sloty merkte wie sich der Speichel in seinem Mund sammelte. 'LOS! SCHNELLER, LOS!'  heizte die Stimme ihn an.

Er konnte sie schon sehen, allerdings war sie überhaupt nicht sexy angezogen.

Aber das machte nichts, denn er hatte seine Vorstellungen.

Vor lauter Lust fing er an zu stöhnen und das hörte auch Olga.

Ihr wurde das nun doch zu unheimlich und sie drehte sich in Richtung Ausgang.

'NEIN! LASS SIE NICHT ENTKOMMEN! NEIN!' schrie es in ihm…'NEIN!'

Er nahm jetzt drei Stufen auf einmal. Schweiß stand ihm auf der Stirn. Olga lief nach draußen. Da stimmte doch was nicht, dachte sie. Panik stieg in ihr hoch und kam ihr irgendwie bekannt vor. Sie fingerte an ihrem Handy herum. Sie wollte die Polizei anrufen, aber das

Handy fiel ihr aus den Händen, in den Sand. Sie hörte wie der Unbekannte die Stufen röchelnd und stöhnend herabsprang. Sie fing an zu zittern und dunkle Flecken wanderten vor ihren Augen.

'MACH SCHON! DU MEMME! MACH SCHON!'  höhnte die Stimme in ihm.

Endlich hatte sie das Handy aufgehoben und vom Sand befreit. Sie wählte die Nummer der Polizei, als sie einen Schrei hörte.

Sloty stolperte und flog wie ein Stuntman die Eisenstufen hinunter, dann

knallte er mit dem Kopf unglücklich auf die Eisensprossen.

Sein „böser Freund“ in ihm war schlagartig stumm.

Olga hatte die Polizei endlich per Handy erreicht und erklärte das sie Hilfe bräuchte und das schnell. Der Polizist am anderen Ende versicherte sofort eine Polizeistreife zum alten Leuchtturm zu schicken.

Nachdem sie aufgelegt hatte, kauerte sie auf dem Steg und wartete. Es waren nur die trägen Wellen zu hören und ein seichter Wind strich ihr behutsam übers

Gesicht.

Die Polizeistreife kam schnell und der Beamte lief, nachdem er Olga beruhigt hatte, in den Leuchtturm. Der Polizist konnte nur noch den Tod des Urlaubers feststellen. Sloty wusste nichts von der Polizei, von den Reportern und dem schönen Zeitungsartikel am Montag:

Urlauber tödlich verunglückt, im Denkmal geschütztem alten Leuchtturm.

Der Polizist fragte Olga ob sie sich zutraute den Verunglückten anzuschauen, denn er hatte ein Bild von

ihr in der Brieftasche. Sie zuckte zusammen.

Ja, sie wollte sich den Verunglückten ansehen. Vom Polizisten gestützt, gingen sie in den Leuchtturm und da sah sie ihn liegen, auf der untersten Stufe.

Olga traute ihren Augen nicht und schaute ungläubig auf die Blutverschmierte Fratze und war wie damals schockiert und entsetzt.

„Das ist Sloty, ein ehemaliger Mitarbeiter...ich habe ihn schon lange nicht mehr gesehen...“ Das klang zwar überzeugend, aber auch rechtfertigend.

Olga stand fassungslos vor Sloty.

Der Polizist nahm ihre Personalien auf. Olga wurde immer blasser. Sollte die Polizei etwa denken, dass sie aus Rache Sloty umgebracht hatte...?

Schon einmal wurde ihr nicht geglaubt.

„In den nächsten Tagen werden Sie eine Vorladung ins Revier bekommen. Bitte halten sie sich zur Verfügung“ meinte der Polizist förmlich.

In Olga stieg Hass hoch und sie schnaubte, aber sie sagte nichts.

Die Welt nicht verstehend, nickte sie bejahend. Der Polizist fuhr sie zum Appartement zurück und begleitete sie

bis zur Tür.

Ihr Hunger war verschwunden und sie nahm eine heißes Bad, danach legte sie sich ins Bett und fing an zu Lächeln.

Es gibt eben doch noch Gerechtigkeit, dachte sie und schlief mit einer schönen Melodie der Beatles, in ihrem Kopf, ein... 

Bang, bang, Maxwell's silver hammer
Came down upon his head
Bang, Bang, Maxwell's silver hammer
Made sure that he was dead

Nachtrag:

Es wurde eindeutig und ohne Zweifel festgestellt, das Sloty durch einen Unfall ums Leben kam. Ein Neuroleptika in seiner Reisetasche, konnte eine paranoide Schizophrenie beweisen.

31.08.2014

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Hörbuch

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warmsoul
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Ich möchte LIEBE, Wärme und eine bunte Welt schenken.

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Traum71 Eine wunderbare Geschichte, die ich sehr gerne und mit viel Freude gelesen habe. Vielen Dank dafür.

LG, Traum71
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warmsoul Hallo und das freut mich aber sehr!!! VIELEN DANK und das ist auch Ansporn weiter zu schreiben...LG, warmsoul.
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KaraList Eine gut erzählte Geschichte ... die Protagonisten bildhaft charakterisiert. Gern gelesen!
LG
Kara
Vor langer Zeit - Antworten
warmsoul DANKE...LG....
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abschuetze "doppelt so jung" das muss ich mir merken, besser als "halb so alt" :))
Ich drücke mich mal nicht so professionell aus, wie meine Vorgänger. Dein Krimi hat mir sehr gut gefallen. Gern gelesen. Klasse Story, spannend berichtet. Tolle Charaktere.

LG von Antje
Vor langer Zeit - Antworten
warmsoul ...DANKE...und wunderbar Dein Kommentar...Liebe Grüße.
Vor langer Zeit - Antworten
Ameise Geniales Ende. Hast mich gefesselt. Lg Ameise
Vor langer Zeit - Antworten
warmsoul DANKE!!! Mein erster Krimi...ich merke was in diesem Bereich möglich ist...
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Heidrun Gute Spannungskurve und guter Überraschungseffekt,

Deine Heidrun
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Frettschen Gute Story. Spannend bis zum aufklärenden Ende ...
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