Kurzgeschichte
Ich will sein was ich bin - Forumsbattle33

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"eine sehr spezielle Metamorphose ;)"
Veröffentlicht am 05. Juli 2014, 16 Seiten
Kategorie Kurzgeschichte
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Über den Autor:

Körperlich 53, aber doch innen auch irgendwie ein bisschen Kind - manchmal auch ein bisschen arg was wohl zum Teil auch an meinen diversen Krankheiten liegt. Ich schreibe gerne Bücher um mich von der Welt ein bisschen abzulenken die ich zu einem grossen Teil nicht verstehen kann, und auch grösstenteils gar nicht will. Das führt dazu dass in meinen Büchern einerseits viel von mir zu finden ist, und doch spielen auch viele andre Elemente in ...
eine sehr spezielle Metamorphose ;)

Ich will sein was ich bin - Forumsbattle33

Vorwort

Das folgende ist eine Geschichte zum Forumsbattle 33 - Thema Metamorphose.

Die Wörter, die man einfügen sollte/musste sind dick geschrieben.


Viel Spass beim Lesen


Gruss


(c) Jeanne Darc

Ich will Sein was ich bin


Eigentlich war es für Susanne ein ganz normaler Sommertag. Wie immer, ging sie morgens zur Arbeit, und wie es ihre Gewohnheit war so hatte sie auch heute eine ihrer Handpuppen dabei. Heute wollte sie nach der Arbeit noch auf die Straußenfarm ganz in der Nähe gehen. Sie wollte unbedingt wieder ihren Lieblingsstrauß besuchen. Manchmal hatte sie schon den Eindruck, dass dieser Strauß sich in sie verliebt hatte. Doch konnte das wirklich sein? Zumindest war es schon ein bisschen merkwürdig, dass dieser Strauß jedes Mal, wenn sie ihn besuchen ging, hingebungsvoll seinen Balztanz

aufführte. 

Suanne hasste ihren Job, aber sie wusste auch, dass sie von irgendetwas leben musste. Also brachte sie diese acht Stunden jeden Tag irgendwie hinter sich. Wenn sie dann endlich aus dem Büro draußen war, fühlte sie sich wie eine Blume, die nach einer langen Dürreperiode wieder anfing zu blühen. Sie war gesundheitlich ziemlich angeschlagen, sie liebte Tischtennis, doch damit hatte sie es die letzte Zeit ziemlich übertrieben. Sie wusste ja, dass man sich vom Tennis spielen einen Tennisarm zuziehen konnte, dass es allerdings auch einen Tischtennisarm gab, war ihr neu bis sie diesen selbst zu spüren bekam. 


Susanne litt noch unter vielen weiteren kleineren und größeren Krankheiten. Sie konnte manchmal kaum ihre Füße bewegen, weil diese wieder so angeschwollen waren, wegen Ihrer Lymphprobleme. Ihre Knie waren auch schon mehrfach am Meniskus operiert worden, und nicht zuletzt hatte sie auch noch eine Schilddrüsenunterfunktion. Als sie dann endlich wieder von der Arbeit zuhause war, um noch kurz etwas zu essen, bevor sie sich auf den Weg zur Straußenfarm machte, rief ihr guter Freund Richard an und fragte sie, ob sie nicht wieder einmal zusammen angeln gehen sollten. 

Richard dachte noch, dass sie dann an dem

großen Angelwettbewerb antizipieren könnten. Er war der festen Überzeugung dass er und Susanne zusammen glorreich den 1.Preis in diesem Wettbewerb gewinnen würden. Doch Susanne enttäuschte ihn und sagte ab. Sie wollte unbedingt auf die Straußenfarm zu ihrem Lieblingsstrauß. Diese Straußenfarm war für Richard so etwas von langweilig, dass er da niemals mitgehen würde, selbst dann nicht, wenn Susanne ihn dort ins Restaurant einladen würden. Dort gab es zwar ein sehr leckeres Kartoffelpüree, aber alleine wegen eines Püree`s auf eine Straußenfarm zu gehen, das lohnte sich seiner Ansicht nach nicht. Manchmal dachte er, dass er und Susanne in komplett verschiedenen Welten,

ja geradezu verschiedenen Universen lebten. 


Als Susanne endlich auf der Straußenfarm angekommen war, suchte sie nach ihrem Lieblingsstrauß. Leider konnte sie ihn nirgends entdecken. Da fragte sie sich was denn hier geschehen war. Der Schmetterling, der sich dann auf ihren Arm setzte, brachte sie noch mehr zum Nachdenken über die Menschen, die Tiere und die Natur. Sicher, die Menschen versuchten durchaus etwas gegen den Klimawandel, für den Artenschutz und so weiter zu tun, aber letztlich waren das alles doch nur sehr rudimentäre Aktionen. Da sie ihren Strauß

nicht finden konnte ging sie in den kleinen Farmladen, der sich auch auf der Farm befand. Dort erfuhr sie es dann. Ihr Lieblingsstrauß war verkauft worden an eine Schlachterei und war inzwischen wahrscheinlich schon irgendwo als Steak verspeist. Susanne dachte noch bei sich: „Irgendwie eine Metamorphose, die der Strauß da mitgemacht hat“ Doch schon bald sollte sie noch eine ganz andere Metamorphose kennenlernen, von der sie im Moment noch nichts ahnte.Susanne musste so sehr heulen dass die Verkäuferin so bei sich dachte. „Wegen einem Strauß, was ist Susanne doch nur für eine Mimose." 


Susanne holte ihre Handpuppe aus ihrer

karierten Tasche. Immer wenn Susanne traurig war, nahm sie eine ihrer Handpuppen in den Arm und spielte mit ihr. Es war ihr auch reichlich egal, was die anderen Menschen, die ihr so begegneten, dabei über sie dachten. Ihr halfen die Puppen etwas über schwierige Momente im Leben hinweg. Mittlerweile hatte sie über dreissig Puppen. Am liebsten hätte sie jeden Tag alle dreissig mitgenommen was natürlich nicht möglich war


.Deshalb hatte sie sich selbst die Regel auferlegt, dass jeden Tag immer nur eine mitgehen durfte. Heute hatte sie Yuna dabei. Susanne machte es auch immer großen Spaß Charaktere für ihre Puppen zu entwickeln. Yuna war für Susanne ein Fragenkind.

Immer und überall wurde etwas gefragt. Yunas Lieblingswörter waren ganz klar: "Wieso, weshalb, warum." Susanne hatte sich inzwischen wieder etwas beruhigt und damit abgefunden, dass ihr Lieblingsstrauß inzwischen nicht mehr lebte.


Da geschah es. Ein kleines übrig gebliebenes Tränchen rann erst über Susannes Wangen, und tropfte dann langsam auf Yuna. Und schon hörte Susanne eine kleine leise Stimme die sagte: „Wo bin ich?“ Erst war diese Stimme so leise, dass Susanne dachte, dass sie sich das nur eingebildet hatte. Dann hörte sie die Stimme etwas lauter, diesmal sagte diese: „Wer bin ich?“ Doch

immer noch war die Stimme so leise,

dass Susanne an Einbildung dachte. Doch dann streifte ein Blick ihre Yuna und da erschrak sie fast zu Tode. Yuna war nicht mehr aus Stoff, sondern es war ganz klar zu erkennen, dass Yuna jetzt aus Haut und Knochen bestand. Dass sie ein richtiger Mensch geworden war. Als Yuna merkte, dass Susanne erkannt hatte, dass ihre Puppe auf einmal völlig anders war, da erschrak auch Yuna. Sie wussten beide nicht, wie das geschehen war, und auch nicht wieso, und schon gar nicht ob, und wenn ja wie, diese Metamorphose wieder rückgängig gemacht werden konnte.

Sie wussten beide, dass das eigentlich nicht

sein konnte, dass es aber trotzdem so war. Zum Glück hatten die Mitarbeiter im Farmladen der Straußenfarm nichts von Yunas Metamorphose mitbekommen. So fuhren Susanne und YUna erst einmal nach Hause. Lange, sehr lange brauchten Yuna und Susanne, um sich gemeinsam anzufreunden. So manches Mal dachte Susanne, dass sie Yuna lieber einen anderen Charakter hätte geben sollen. Denn genau den hatte sie auch in der jetzt lebenden Form noch, und diese dauernde Fragerei ging Susanne so manches Mal gewaltig auf die Nerven.


Yuna und Susanne unternahmen sehr viel gemeinsam. Sie gingen gemeinsam

schwimmen, fuhren Achterbahn in einem Freizeitpark, und sie besuchten auch oft die Straußenfarm auf der alles angefangen hatte.


Yuna fühlte sich als Mensch alles andere als wohl und sie hätte alles dafür gegeben wieder eine Puppe zu werden. Denn es ist nicht einfach zu erklären, aber Yuna fühlte sich irgendwie im falschen Körper. Und sie wollte unbedingt wieder das sein, was sie wirklich war. Daher betete sie jeden Tag und fragte „Lieber Gott, warum darf ich nicht sein, was ich wirklich bin?“

Doch leider bekam sie darauf keine Antwort. Susanne hätte Yuna gerne geholfen, aber auch sie wusste darauf keine Antwort,

allerdings konnte Susanne wenigstens bleiben, was sie war. Und soweit es irgendwie möglich war, wollte sie auch bis ans Lebensende sich nicht für andere verbiegen, sondern sein und bleiben was sie eben war, auch wenn das nicht jedem gefiel. Diese Geschichte zeigte Susanne einmal mehr, dass man sich nicht wohlfühlt, wenn man nicht sein darf und kann, wer man wirklich ist.

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Hörbuch

Über den Autor

JeanneDarc
Körperlich 53, aber doch innen auch irgendwie ein bisschen Kind - manchmal auch ein bisschen arg was wohl zum Teil auch an meinen diversen Krankheiten liegt.
Ich schreibe gerne Bücher um mich von der Welt ein bisschen abzulenken die ich zu einem grossen Teil nicht verstehen kann, und auch grösstenteils gar nicht will.
Das führt dazu dass in meinen Büchern einerseits viel von mir zu finden ist, und doch spielen auch viele andre Elemente in meine Bücher mit rein.

Ich bin mittlerweile in einigen Anthologien vertreten, daher zieht es mich auch nicht runter, wenn jemand meine Geschichten mal nicht mag. Geschmäcker sind nun einmal verschieden. Und wenn sie niemandem gefallen würden, hätten es nicht einige Geschichten von mir in Bücher hinein geschafft


Ausser Bücher schreiben spiele ich Keyboard, und habe so einiges an Handpuppen.
auch auf meinem Profilbild ist normalerweise eines zu sehen.


und zum schluss noch was mich inspiriert : Eigentlich das Leben und was in diesem so passiert,
das kann manchmal ein Lied sein oder ein Erlebnis, oder auch ganz was anderes...
Beim Schreiben mag ich gerne Country Music (Classic Country) während ich sonst mehr Liedermacherinnen höre wie z.b. mein muskalisches Idol Juliane Werding.
Ich bin gerade sehr stolz darüber dass ich im Keyboardunterricht nach gerade mal 1 Jahr mich nun erstmals an einem Lied von meinem Idol versuchen darf.
Was die schriftstellerischen Erfolge angeht - nunja - der eine oder andre Wettbewerb wurde mitgemacht und das beste was ich erringen konnte war ein 2.Platz (nicht hier auf mystorys) schaun wir mal wie sich mein Leben weiter entwickelt, obwohl, es ist eigentlich nicht ganz, aber fast, egal, denn das Leben schreibt die besten Bücher, ich schmücke sie nur aus und schreibe sie dann auf
Meine Vitag im Net Verlag: http://www.net-verlag.de/weinsanto-susanne.html

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koollook Eine gute Geschichte. Der Strauß tut einem schon leid.
Vor langer Zeit - Antworten
JeanneDarc freut mich wenn sie gefällt ;,-)
Vor langer Zeit - Antworten
Andyhank Hab dein Buch gelesen. Man könnte meinen, du hättest eine Biografie geschrieben! :)
Vor langer Zeit - Antworten
JeanneDarc Hehe - naja nicht ganz, aber beeinflusst wurde es natuerlich schon von mir und meinem Leben ;)
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Phil_Humor Eine Träne erweckt Puppe zum Leben - in Märchen das Signal, dass die Puppe gebraucht wird, aktiv werden soll. Nur Yuna hat dazu gar keine Lust, sie will wieder Puppe sein - überhaupt keine Lust auf Veränderung. Also will da jemand Handpuppe bleiben - sie will geführt werden, sie braucht ihre Anweisungen.

Doch der Strauß ist nicht mehr da - Strauß als Symbol für Vogel, der gut zu Fuß unterwegs ist, aber das eigentliche Vogel-Element, den Luftraum, meidet. Interessantes Märchen.

LG
Phil Humor
Vor langer Zeit - Antworten
JeanneDarc Interessanter Kommentar - Danke ;)
Vor langer Zeit - Antworten
KatharinaK Deine Ungeduld ist zu einer herzigen Geschichte mutiert. Fein gemacht. Viel Glück bei der Schlacht. Liebe Grüße,
Katharina
Vor langer Zeit - Antworten
JeanneDarc Freut mich wenns gefällt ;)
Vor langer Zeit - Antworten
baesta Eine wirklich schöne Geschichte. Gefiel mir gut.
Drück Dir die Daumen.

LG Bärbel
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JeanneDarc Freut mich wenn sie dir gefällt ;)
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