Romane & Erzählungen
Mortally - tödlich für den Anderen

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"zwei Menschen - zwei Leben - eine Geschichte?"
Veröffentlicht am 04. Mai 2014, 188 Seiten
Kategorie Romane & Erzählungen
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Über den Autor:

Ich bin wirklich grottenschlecht im über mich selbst schreiben. Aber ich versuchs mal. Also ich bin eine dezent verrückte (also so kreativ-verrückt) 17- Jährige aus dem Süden Deutschlands. Dass Schreiben zu meinen Hobbys gehört, ist schätzungsweise nicht schwer zu erkennen, aber ansonsten liebe ich Lesen, Musik hören, Volleyball spielen und Circus. Ich bin absoluter musicaddict und wenn ihr mich jemals ohne meine Kopfhörer irgendwo hingehen ...
zwei Menschen - zwei Leben - eine Geschichte?

Mortally - tödlich für den Anderen

Prolog - kleine beobachtungen

Immer wieder sah ich neugierig zu dem jungen Mann herüber, der sich an einem Schloss zu schaffen machte. Dass er absolut kein Talent zum Schlösser knacken hatte, sah ich ihm auf den ersten Blick an. Schon seit ich ihn gestern das erste Mal gesehen hatte, wusste ich, dass das nicht er war. Dazu wirkte er viel zu sanft und er konnte einfach keine kriminelle Ader haben. Jedenfalls nicht veranlagt. Und genau das, machte ihn so interessant. Irgend etwas, an ihm faszinierte mich. ich konnte nicht direkt sagen was, denn

normalerweise faszinierte mich so gut wie gar nichts. Nichts, außer der Adrenalinkick, bei einer der Aktionen, die meine Eltern mich machen ließen. Sehr zu meinem Leidwesen, durfte ich zur Zeit keine Aufträge ausführen, da selbst meinen Eltern ein guter Schulabschluss wichtig war. Das gehörte sich einfach so in der Gesellschaft, in der wir uns auf hielten. Das verstand ich ja sogar. Genauso, wie ein Auslandsjahr zum guten Ton in der High society gehörte, war eine gute Ausbildung auch in inoffizielles Kriterium dafür, wie angesehen eine Familie tatsächlich war. Mein Schnitt war perfekt. 100 von 100 möglichen

Punkten. In jedem Fach. Das lag an meinem Verstand, der immer wach, klar und schnell war. Genauso wie jetzt. Ich sah die Blicke der Menschen, die langsam in die Richtung des jungen Mannes schweiften. Ich wusste genau, dass sie ihn bald entdecken würden. Noch nahmen sie ihn nur unterbewusst war, doch bald, würde er ihnen auffallen. Und das wäre nicht gut. Ich wusste das. Ich wusste so etwas immer. Mein Gefühl war untrügbar. Doch ich würde es nicht einmal Gefühl nennen, eher eine Vorahnung, die ich durch ausgezeichnete Kenntnisse hatte. Meine Familie und der Clan hatten mich perfekt ausgebildet. Ich wusste alles.

Ich war tödlich. Absolut tödlich fü jeden, den ich ins Visier nahm. Ich beobachtete den jungen Mann weiter. Er schien nichts zu merken. Natürlich nicht. Er würde es erst merken, wenn es sowieso schon zu spät war. Dann, wenn die Aufmerksamkeit der Menschen um ihn herum, schon auf ihm liegen würde. Ich würde ihn nicht warnen. Ich warnte die Menschen nie. Ich beobachtete ihr Schicksal und wusste, dass ich nicht so versagt hätte und, was ihr Schicksal sein würde. Das machte ich oft. So wie ich nun sein Schicksal verfolgte. Schicksal mochte so geheimnisvoll klingen, doch eigentlich wahr es sehr leicht vorher zu

sehen. Er hatte sich inzwischen umgedreht, schien irgendetwas wahrgenommen zu haben, jedenfalls sah er irgendwie panisch aus. Aber gemerkt haben konnte er es nicht. Dafür war er zu menschlich. Zu naiv. Zu leichtgläubig. Zu unerfahren. Da war ich mir absolut zu einhundert Prozent sicher. Langsam startete ich den Motor meines Autos und fuhr von meinem geheimen Platz aus zurück. Der junge Mann drehte sich um und schien mich zu bemerken. Seine blauen Augen bohrten sich erschrocken in mein Gesicht und ich erkannte, wie sich Entsetzen auf sein Gesicht legte. Pure Angst und

Entsetzen. Ich fuhr ungerührt vorbei. Ich hatte schon mit weitaus panischeren Blicken zu tun gehabt. Meine Opfer schauten ständig so und irgendwie war er ja auch mein Opfer. Ich hatte mir ihn ausgesucht, um sein Schicksal zu verfolgen. Eventuell auch, um es negativ zu beeinflussen oder ihn auf unsere Seite zu ziehen. Ihn meinen Eltern zu zeigen und sie entscheiden lassen.


Ich fühlte die Stechenden Blick beinahe. Ich wusste auch nicht wieso, aber ich merkte einfach, dass ich beobachtet wurde. Irgendeine kalte Präsenz legte sich auf mich und schien

mir etwas zu zu flüstern. Sie war hämisch, kalt und gemein. Ich konnte sie jetzt schon nicht ausstehen. Sie war So gefühllos. So unmenschlich. So, wie ich es verachtete. Dennoch, symbolisierte sie mir Gefahr. Unfreiwillig. In ihr war irgendein Widerstand, den ich nicht verstand. Aber mir war klar, dass irgendetwas nicht stimmte. Als ich mich vorsichtig umsah, bemerkte ich nichts. Niemand hatte mich bemerkt und alle schienen ungestört zu sein. Dennoch, war ich mir sicher, dass mich jemand beobachtete. Ein Motor startete und kurz darauf fuhr ein teuer aussehendes schwarzes Auto an

mir vorbei. Kalte braune Augen starrten mich an. Unerbittlich, gefährlich und gefühllos. Aber auch wissend. Sie wusste irgendwas. Das kalte Mädchen in diesem Auto wusste etwas. Etwas, das wichtig für mich war. Ich starrte sie an. Sie war schön. Und kalt. Eine gefährliche Mischung, die mir bisher jedes Mal zum Verhängnis geworden war. Doch dieses Mal sollte das nicht so sein.Schnell wandte ich mich ab und rannte davon, kaum dass das Auto um die Straßenecke verschwunden war.


Sie hatte ihn gerettet. Doch das, würden beide erst später erfahren. Sie würde ihn auch wieder retten,

doch auch das, würden beide erst später erfahren

Sonne, Strand und meer

Wie die meisten Tage zuvor auch, strahlte auch heute die Sonne wieder vom Himmel. Sie erleuchtete die weißen Strände, die zum Mount Maunganui gehörten. Überall war ein fröhliches Stimmengewirr zu hören, da es in diesen Tagen, einfach wenige Gründe gab, unglücklich zu sein. In wenigen Tagen würde das Weihnachtsfest beginnen und der Sommer zeigte sich gerade von seiner besten Seite. Wie viele andere auch, saß auch Celine Esposito an diesem Tag am Strand. Neben ihr saß ihre beste Freundin Felicia Ricci, die angeregt auf sie

einredete. Ihre Hände fuhren wild durch die Luft und sie versuchte begeistert, ihre Freundin dazu zu über reden, mit ihr auf irgendeine Party zu kommen. "Ich geh nicht mit dir auf irgendeine bescheuerte Party, auf der nur irgendwelche Idioten sind, die niemals ihren Abschluss machen werden, weil sie dazu zu bekifft sind", empörte sich Celine gerade und unterbrach damit den Redeschwall von Felicia. "Manchmal frage ich mich echt, wieso ich mit dir befreundet bin?", seufzte Felicia enttäuscht und sah Celine bittend an. "Weil ich der Einzige normale Mensch an unserer Schule neben dir bin

vielleicht", antwortete Celine grinsend und umarmte ihre beste Freundin grinsend und schmiss sie dann in den Sand. "Hey meine Haare", jammerte diese los, kaum hatte sie fest gestellt, dass die voller Sand waren, "Die werdens überleben." Grinsend ließ Celine ihren Blick über den Strand schweifen und blieb schließlich am Meer hängen."Kommst du noch mal mit ins Wasser?" "Klar gerne." Felicia sprang sofort auf und rannte dann zusammen mit Celine lachend ins Wasser. Die Sonne brannte auf die beiden genauso hinab, wie auch auf die

Anderen, die beschlossen hatten ihren Tag am Strand zu verbringen. Unter ihnen war auch Will. Er lag gemeinsam mit einer blonden, jungen Frau und seinem besten Freund Nic auf einigen Handtüchern, gar nicht weit von Celines und Felicias Platz entfernt. "Aber Honey warum willst du schon wieder nicht ins Wasser? Ich bin sicher, deine Haare sehen auch in nassem Zustand wunderschön aus", versuchte Will gerade seine Freundin zu überzeugen, die mal wieder nicht mit schwimmen kommen wollte. So wie immer. Für eine Wasserratte wie Will unverständlich. Dieser Fakt war vermutlich das Einzige, das ihn an seiner

Freundin störte. Ansonsten akzeptierte er wirklich jede Seite an ihr. Egal ob gut oder schlecht. Er verzieh ihr alles, auch die Tatsache, dass er sie etwa alle zwei oder drei Wochen dabei erwischte, wie sie ihn betrog.Sein Freund Nic verzieh das Rosaly nicht ganz so gut. Er war empört über ihr Verhalten und versuchte immer wieder, Will davon zu überzeugen, Rosaly doch raus zu werfen. Sehr zu seinem Missfallen, war er damit aber bisher nicht erfolgreich gewesen, und so waren Rosaly und Will immer noch ein Paar. "Ich gehe jetzt jedenfalls ins Wasser", verkündete Will und stand von seinem Handtuch auf. "Kommst wenigstens du

mit Nic?" "Nein danke. Du schwimmst mir sowieso nur davon", entgegnete dieser grinsend und reckte sein Gesicht weiter in die Sonne, während Will auf das Meer zu schlenderte, das an so einem sonnigen Tag blaugrün glitzerte. Will warf sich in die Wellen und fühlte, wie die Ruhe ihn durchströmte, die ihn immer überkam, wenn er im Wasser war. Beim Schwimmen fühlte er sich immer frei und gleichzeitig so geborgen im Wasser, das ihn von allen Seiten umgab. Das war der Grund warum er das Schwimmen, und auch das Tauchen, so sehr liebte. Einige Meter von ihm entfernt, planschte

Celine gemeinsam mit Felicia im Wasser. Die beiden hatten sich gerade eben eine Wasserschlacht geliefert, nun aber aufgehört, da Felicia gebannt an den Strand starrte. "He was ist denn los? Hast du einen Geist gesehen oder was?" Celine spritzte etwas Wasser auf ihre Freundin und kam näher, als diese immer noch nicht reagierte. "Halloo?" Sie wedelte mit der Hand vor deren Gesicht herum und endlich bekam sie eine Reaktion. "Oh Sorry ich war abgelenkt." "Von was denn?" "Hast du den heißen Typen da gerade eben gesehen?", begeistert blickte Felicia sich um und zeigte dann wage mit

dem Finger auf eine Stelle am Rand des Meers. "Da sind viele Menschen Feli, den seh ich da nicht", entgegnete Celine, sah sich aber dennoch genauer um. "Er ist sowieso weg." Enttäuscht blickte Feli nach unten setzte aber kurz darauf ihr Grinsen wieder auf. "Der hätte dich sowieso nicht bemerkt. Hier sind viel zu viele Leute und er hat wahrscheinlich sowieso eine Freundin." Auf diese Antwort hin blickte Felicia ihre beste Freundin entsetzt an und fragte sich wieder einmal, wie sie es mit dieser pessimistischen Person Tag für Tag aushielt. "Wieso bist du nur so pessimistisch?",

verzweifelt warf sie ihre Hände in die Luft und sah Celine kopfschüttelnd an. Die fand das ganze jedoch recht amüsant und lachte ihr trockenes Lachen. "Ich bin nur realistisch." "Na wie du meinst. Ich bin lieber unrealistisch, als so verbittert zu sein wie du." Kichernd schubste Celine Felicia als Rache ins Wasser und kämpfte sich dann möglichst schnell durch die Wellen, um dem Mädchen zu entkommen, dass sie gerade prustend wieder aus dem Wasser kämpfte. Die Beiden liefen laut kreischend wieder auf den Strand zu und verspritzten dabei

sehr viel Wasser. Die beiden Mädchen, die beide ziemlich hübsch waren, zogen nicht nur Wills Aufmerksamkeit auf sich. "Irgendwoher kenne ich dieses eine Mädchen", murmelte er nachdenklich, während er einige Meter weiter aus dem Wasser lief. Er war sich sicher, dieses Gesicht schon einmal irgendwo gesehen zu haben, hatte aber keinen blassen Schimmer, wo das gewesen sein könnte. Während Will über den Strand lief, ließ ihn dieses Gesicht nicht mehr los. Diese braunen Augen, kannte er irgendwo her. Auch ihr schmales Gesicht mit der Stupsnase kam ihm bekannt vor. Völlig in Gedanken versunken, bemerkte er gar nicht, wie er an den zwei Mädchen

vorbei lief. Diese hatten es sich wieder auf ihren Handtüchern bequem gemacht und als er vorbei lief, starrte Felicia ihn mit großen Augen an. "Schau da. Das ist er", rief sie freudig und deutete hektisch in die Richtung, in der Will war. "Aha", kommentierte Celine lustlos, riskierte dann aber doch einen Blick. Im Gegensatz zu Will wusste sie sofort, woher sie sein Gesicht kannte. Diese blauen Augen, würde sie überall wieder erkennen. Sie ließ sich davon jedoch nicht aus der Fassung bringen sondern sah ihm nur ungerührt hinterher, während er seinen Weg fort

setzte. "Er ist so heiß", schwärmte Felicia und starrte ungeniert auf Wills Hintern. "Und offensichtlich vergeben", bemerkte Celine, als sie beide sahen, wie er auf Rosaly zuging und ihr einen Kuss gab. Während dieses Kusses schweiften Wills Gedanken immer wieder zu dem Mädchen. Hätte er sich umgedreht, hätte er gewusst, dass sie ihn beobachtete. Hätte er sich umgedreht, hätte er sie vielleicht auch erkannt. Hätte er sich umgedreht, wäre vielleicht alles ganz anders gekommen. Denn hätte er sich umgedreht, hätte er nie gesehen, dass Rosaly ihn offensichtlich schon wieder hintergangen

hatte.

offene rechnungen

Wenige Tage später, saß Will immer noch deprimiert auf dem kaputten Sofa in seiner kleinen Wohnung. Seit Tagen, saß er nun schon hier und starrte unglücklich vor sich hin. Ab und zu stand er auf, um sich etwas zu essen zu machen oder um aufs Klo zu gehen, aber ansonsten hatte er sich seit Tagen kaum gerührt. Auch jetzt, als es an der Tür klopfte, reagierte er nicht. Nicht einmal ein kleines Zucken. Keine einzige Reaktion. Als es jedoch anfing wild zu hämmern, seufzte er laut und rief schließlich: "Ist offen. Kannst

reinkommen." Die Tür öffnete sich mit einem grässlichen Quietschen und herein trat Nic. "Alter du hast die Tür ja immer noch nicht wieder gerichtet", beschwerte er sich, sah seinen besten Freund jedoch gleichzeitig besorgt an, weswegen Will die Beschwerde nicht wirklich ernst nahm. "Keine Lust gehabt", murmelte er nun und machte keinerlei Anstalten, seinen Freund in irgendeiner Weise zu begrüßen. Eine Weile lang stand Nic nur da, und beobachtete seinen Freund, wie er da auf seinem Sofa saß, aus dem an allen

möglichen Stellen das Futter quoll, und vor sich hin starrte. Um ihn herum lagen ein paar Teller mit Essensresten und an den Wänden blätterte noch mehr Putz ab, als damals, als er das letzte Mal bei ihm gewesen war. Wills Wohnung war zwar schon immer sehr heruntergekommen gewesen, doch bisher hatte Will immer dafür gesorgt, dass sie so bewohnbar wie möglich aussah. Den Schimmel hatte er regelmäßig weg gekratzt und das Sofa hatte er mit Decken bedeckt, die er aus Stoffresten der Altkleidersammlung zusammengestückelt hatte. Diese Decken lagen nun auf dem Boden und Will sah so fertig aus, dass er

perfekt zu seiner Wohnung passte. Stumm stand Nic immer noch da und versuchte sich zu sammeln. Das Bild, dass sich ihm bot, erschreckte ihn. Er hatte nicht erwartet, dass es Will so schlecht gehen würde. "Scheiße man, das bist doch nicht du. Vergiss sie endlich. Die hatte dich sowieso nie verdient", schaffte er schließlich zu sagen und versuchte so, Will ins Gewissen zu reden, endlich wieder etwas zu tun. Es tat Nic weh, seinen besten Freund so zu sehen. Er kannte ihn fast nur als gut gelaunten Menschen, der auch in aussichtslosen Situationen immer optimistisch blieb. Will hatte er noch nie in einem Zustand

wie diesem gesehen, und er hätte auch nie erwartet das jemals zu tun. Dass er auch noch ein bisschen Schuld an dieser Situation war, machte sein schlechtes Gewissen nicht besser. "Ich kann nicht", konnte man Will nach einer Weile des Schweigens schließlich flüstern hören. "Es tut einfach so weh." "Tut mir leid. Aber sie verdient das trotzdem nicht. Sie hat dich doch die ganze Zeit über nach Strich und Faden belogen und betrogen." "Ich habe sie trotzdem geliebt. Und ich dachte immer, dass sie mich auch mag, es nur eben nicht so richtig zeigen kann. Da war ich mir echt sicher", Will legte seinen Kopf in die Hände und fing

an, leise zu weinen. "Oh Fuck! Nicht weinen man", rief Nic etwas hilflos aus und strich seinem besten Freund etwas hilflos über den Rücken. "Du musst angefangen sie zu hassen. Nur dann, kannst du das wieder in den Griff bekommen", riet Nic Will noch zum Abschied, bevor er wieder durch die quietschende Tür verschwand und Will alleine zurück lies, damit dieser weiter vor sich hin starren konnte. Ganz tief drin in seinem Inneren, wusste Will längst, dass er Rosaly nicht mehr liebte. Dieses Gefühl hatte schon angefangen zu verschwinden, als sie ihn das erste Mal betrogen hatte. Inzwischen

war es ganz weg. Es war in dem Moment ganz verschwunden, in dem er gesehen hatte, dass Rosaly sich an seinen besten Freund ran gemacht hatte, während er schwimmen gewesen war. Das hatte das Gefühl für immer verschwinden lassen. Genauso, wie dieser Moment in ihm eine Wut auf Nic entfacht hatte, die er genauso wenig akzeptieren wollte. "Ach Scheiße", fluchte Will leise und sah dann weiterhin deprimiert vor sich hin und bemitleidete sich irgendwie selbst. Eigentlich hatte er die Kraft, wieder aus diesem Loch heraus zu kommen, aber er musste sie erst noch suchen. Im Moment könnte sie überall

sein. In seinem Herzen, in dem Pizzarest auf einem der vielen Teller oder in einem der unzähligen Löcher auf seinem Sofa. Vielleicht sogar in dem Schimmel, der an den Wänden der Wohnung hing und sich einfach nicht vertreiben ließ. Tatsache war jedoch, dass Will auf diese Kraft im Moment nicht zugreifen konnte, und das war der Grund, warum er auch Tage später noch nichts ansatzweise verkraftet hatte. Will bräuchte einfach einen Ruck. Irgendein einschneidendes Ereignis, dass diese Kraft wecken würde. Und dieses Ereignis sollte schneller kommen, als man auch nur ahnen

konnte. Fast ohne einen Laut zu machen, segelte der Brief auf den Boden hinter der Tür. Will hörte es trotzdem. IN den Tagen der herum sitzen, hatte sein Gehör sich darauf spezialisiert,m selbst das leiseste Geräusch wahr zu nehmen. Will hörte den Brief zwar, reagierte jedoch nicht darauf. Genauso, wie er auch auf andere Dinge nicht reagierte. Noch einmal einige Zeit später, polterte jemand mal wieder auf der Treppe zu der Wohnung, in der Will seit Wochen saß und vor sich hin starrte. Er hatte inzwischen schon seit Tagen kaum etwas gegessen und sah völlig

verwahrlost aus. Er war so abgemagert, dass ihm die Klamotten die er trug schon zu groß schienen und sein Bart wuchs wild und völlig verquer über sein Gesicht. "Sie müssen zahlen. Jetzt sofort", rief eine tiefe dröhnende Stimme noch bevor sich die Eingangstür öffnete. Erschrocken wandte Will den Kopf und regte sich damit zum ersten Mal seit Tagen um etwas anderes zu tun, als aufs Klo zu gehen. Noch während der große, bullige Mann, der nun im Türrahmen stand, die Worte fertig gesprochen hatte, war Will klar geworden, was diese Briefe zu bedeuten gehabt hatten. Es waren Mahnbriefe

gewesen. Er war seit Wochen nur hier gewesen und hatte daher keine Tagesjobs annehmen können, mit denen er normalerweise das Geld für die Miete irgendwie auftrieb. Vom Rest kaufte er Vorräte für schlechte Zeiten. Schaffte er es einmal nicht, genug Geld auf zu treiben, griff Will zu Anderen Mitteln. Kleine Diebstähle hatten ihm schon oft geholfen und bisher war immer alles gut gegangen. Nur einmal war es brenzlig geworden,aber auch in dieser Situation hatte er Glück gehabt und war noch rechtzeitig davon gekommen. "Ich kann nicht." Will stand auf und sah den Mann bittend an. "Bitte geben sie mir Zeit bis Morgen Mr. Johnson, dann

habe ich das Geld." "Dieses eine Mal hast du Glück Bursche. In den Briefen kannst du schauen, wie viel du mir schuldest. Viel Spaß beim auftreiben." Mr. Johnson sah mit einem abschätzigen Blick auf die Briefe, die immer noch unangetasten vor der Tür lagen und grinste schließlich fies. Er wusste, er würde seine Wohnung bald wieder haben, sollte nicht ein Wunder geschehen. Kaum waren die Schritte verklungen, stürzte Will auf die Briefe zu und riss sie schnell auf. Diese Worte, waren der Ruck gewesen, den er gebraucht hatte. Will las eine Rechnung nach der Anderen und rechnete schließlich die

Summen zusammen. Am Ende, starrte er verzweifelt auf die Summe, die ihn von dem Papier aus entgegen prangte. Das war unglaublich hoch. Zu hoch für Will. "2000 Dollar? Das kann nicht sein. Ich bin am Arsch", rief er wütend und schmiss den Zettel auf das Chaos in seiner Wohnung. "Scheiße, Scheiße, Scheiße", brüllte er, und schlug verzweifelt gegen die Wand. Beim Anblick dieser Summe, war ihm sofort bewusste gewesen, dass seine kleinen "Maßnahmen", dieses Mal nicht ganz so klein bleiben würden, wenn er irgendwie hier bleiben wollte und es schaffen wollte, sein Leben wenigstens

wieder ein Bisschen in den Griff zu bekommen.

Rettung

"Ich geh dann Mal schnell ein Eis holen", rief Celine ihrem Freund Jason zu. Obwohl, eigentlich war er nicht wirklich ihr Freund. Was die beiden waren, war niemandem so ganz klar. Am allerwenigsten ihnen selbst. Würde es nach ihren Eltern gehen, wären Jason und Celine schon längst verlobt oder würden zumindest eine feste Beziehung führen. Aber irgendetwas in Celine sträubte sich gegen diesen Gedanken und so fing sie jedes Mal an, ein bisschen zu rebellieren, sobald ihre Eltern das Gespräch auf ihre Beziehung zu Jason brachten. Sie betrachtete Jason

als ihren besten Freund, der durchaus Einige Vorzüge zu bieten hatte, und den sie vermutlich tatsächlich einmal heiraten würde, so wie ihre Eltern, und auch Seine, es sich wünschten. Celine selbst, war es eigentlich gar nicht so wirklich wichtig, wen sie einmal heiraten würde. Sie glaubte nicht wirklich an die Liebe und ihr Einziger Wunsch war, jemanden zu heiraten, der so war wie sie und ihre Familie akzeptierte. Celine lief zu ihrer Lieblingseisdiele, die zwei Straßen von dem Brunnen war, an dem sie mit Jason gesessen war. Während sie durch die Straßen lief, drang lautes Gemurmel an ihre

Ohren. Verwirrt sah Celine sich um und lief schließlich mit schnellen Schritten in die Richtung, aus der das Gemurmel kam, dass nun immer weiter anschwoll. Es waren sogar einige empörte Schreie zu hören. Celine war neugierig, was passiert war, und so lief sie schließlich direkt durch die Menge, die ziemlich aufgebracht war. Neugierig lief Celine immer weiter in das Zentrum der aufgebrachten Menge und hielt Ausschau nach dem Grund der allgemeinen Aufregung. Sie kämpfte sich rücksichtslos durch die Menschen und landete so schließlich direkt vor dem

Geschehen. Vor ihr stand Will, der sich in einem wilden Gerangel mit zwei weiteren jungen Männern und einem Polizisten befand. Sein Gesicht war von Schmerz verzogen und die Verzweiflung, war deutlich in seinem Blick zu erkennen.Seine Augen erkannten Celine und so war Will kurz abgelenkt. Beim Anblick einer bekannten Person, hatte sich in Will zumindest eine kleine Hoffnung breit gemacht. Ein klitzekleiner Funken zwischen all der Verzweiflung und der Panik, die in Will drin herrschte. Nie, hätte er gedacht, dass das so ausarten würde. Natürlich hatte er sich über mögliche

Konsequenzen Gedanken gemacht, allerdings auch nur kurz, hatte dann aber beschlossen, das Risiko ein zu gehen. Das es so schlimm enden würde, hatte er nie erwartet und mittlerweile sah er kaum noch einen Ausweg. Ihr Anblick jedoch, gab ihm zumindest eine kleine Hoffnung. Sie hatte ihm schon einmal geholfen, er hatte sie sofort erkannt. Die Frage war nur, ob sie es auch noch einmal tun würde. "Komm schon Bursche", raunzte der Polizist Will an, der verzweifelt versuchte den Schlägen, die auf ihn ein hagelten aus zu weichen. Die beiden jungen Männer hatten äußerst ungehalten

reagiert, als er versucht hatte, sie zu überfallen. Will hatte einfach keinen anderen Ausweg mehr gesehen und so beschlossen, lieber früh als spät mit seinen drastischeren Taten zu beginnen.Das dies keine so besonders gute Idee gewesen war, hatte er recht bald fest gestellt, aber da war es schon zu spät gewesen. Dieses Mal, war niemand da gewesen, um ihn zu warnen. Auch wenn das, für ihn fremde, Mädchen auch hier nun wieder in seiner Nähe war. Diese rührte sich jedoch nicht. Nein, Celine dachte nicht einmal daran, Will zu helfen. Celine hatte ihn natürlich sofort erkannt,

aber sie war nicht wirklich gewillt Will zu helfen. Sie war sich ziemlich sicher, dass er sich den Schlamassel, in dem er steckte, selbst eingebrockt hatte. Zu gut konnte sie sich noch an die erste Begegnung erinnern. Damals hatte sie ihm wohl geholfen, auch wenn sie nicht direkt etwas getan hatte, und einmal helfen, reichte, wie Celine fand, völlig aus. Die Situation um Will wurde immer schlimmer. Die beiden jungen Männer dachten nicht einmal daran, Will loszulassen und auch die zwei Polizisten, die nun zur Verstärkung angerückt waren, konnten da nicht viel ausmachen. Will wurde von den beiden

Männern heftig geschlagen und es glich einem Wunder, dass er überhaupt noch auf seinen Beinen stand und nicht schon längst unter den heftigen Schlägen zu Boden gegangen war, denn gewehrt hatte er sich noch nicht ein Einziges Mal. Die Polizisten waren inzwischen mehr damit beschäftigt, die beiden Männer davon ab zu halten, Will zu schlagen, als Will fest zu nehmen. Das schafften sie sogar nach einer Weile. Sie waren jedoch alle drei komplett darauf konzentriert, die jungen Männer zu bändigen und fest zu halten. Will jedoch, stand mit schmerzverzerrtem Gesicht da und

blickte flehend in die Menschenmenge. Alleine retten konnte er sich nicht mehr, dazu war er zu schwer verletzt, aber jemand anderes konnte ihm vielleicht retten. Langsam sank er zu Boden, als die Schmerzen ihn überwältigten. Das Adrenalin, das ihn stehen hatte lassen, ließ nach. Seine ganze Hoffnung lag auf Celine. Er glaubte an das Gute in ihr, auch wenn sie es nicht einmal selbst tat. Celine selbst, wusste, dass sie nicht immer besonders menschlich handelte, abgesehen von manchen Ausnahmen, aber ihr war das auch egal. Sie wollte kalt sein. Sie war stolz darauf, fast nie Gefühle zu zeigen. Das gehörte sich

nicht für die Tochter eines Mafiabosses. Wills blaue Augen bohrten sich in Celines braune und er schaffte es sogar, sich ein gequältes Lächeln ab zu ringen. Er glaubte an das Gute in Celine, glaubte an ihre Hilfe, und würde nicht aufgeben. Celine spürte Will Blicke ganz genau und irgendwie waren sie ihr unangenehm. Ihr war klar, dass sie schnell handeln musste, bevor die Aufmerksamkeit wieder zurück auf Will gehen würde, aber noch hatte sie ein klein wenig Zeit, um ihn fort zu schaffen. Also rein theoretisch, falls sie das vorgehabt hätte. Celine sah Will zweifelnd an. Seine Verzweiflung

berührte sie irgendwie. Und seine Hoffnung in sie auch. "Ach zum Teufel auch", murmelte sie leise und biss sich, wütend über sich selbst, auf die Lippe. Celine ging eine kleinen Schritt nach vorne und dann noch einen. Schließlich war sie bei Will und streckte ihm ihre Hand entgegen. "Du kommst jetzt ganz schnell mit und wenn sie uns folgen, lass ich dich sofort alleine. Ich hab keinen Bock auf Stress mit denen", knurrte sie ihm leise zu und half schließlich dem, sie dankbar anstrahlenden Will, auf und drängte sich mit ihm schnell durch die Menge. Will konnte kaum gehen vor Schmerzen, aber er schaffte es dennoch irgendwie,

mit Celine schritt zu halten. Die Verzweiflung und Angst trieb ihn zu Höchstleistungen an. "Schneller", fauchte Celine ihn wütend an und fragte sich gleichzeitig, warum genau sie das überhaupt machte. Sie half gewöhnlich niemandem außer sich selbst und vielleicht noch Felicia, aber ansonsten sah es eher schlecht mit ihrer Hilfsbereitschaft aus. Nachdem Celine mit Will einige verwirrende Wege durch die Gassen gelaufen war, drehte sie sich wieder zu ihm um. Sein regelmäßiges Keuchen und die kleinen Schmerzschreie hatten sie die ganze Zeit über daran erinnert, dass er noch da war, sie war jedoch

überrascht, dass er ihr so dicht gefolgt war. "Du solltest besser aufpassen. Noch einmal mache ich das nicht. Und jemand Anderes bestimmt auch nicht. Ich fass immer noch nicht, dass ich das getan habe." Celine sah Will wütend aus zusammengekniffenen Augen an und genau in diesem Moment, in dem sie so wütend vor ihm stand, wurde Will ihre Schönheit noch deutlicher bewusst, als beim ersten Mal, als er sie gesehen hatte. "Danke", stammelte er und blickte ihr direkt in die Augen. Sein Gesicht sagte genau aus, was er empfand und da Celine sowieso sehr gut im Menschen

lesen war, erkannte sie sofort, was in ihm vorging. Sie wollte mit so etwas jedoch nichts zu tun haben. "Pass echt besser auf wirklich", knurrte sie und drehte sich um. Will sah ihr noch lange nach, selbst als ihre Schritte verklungen war und auch ihre Rückansicht schon lange nicht mehr zu sehen war. Celine war längst wieder in die eigentlich eingeschlagene Richtung gegangen und hatte sich endlich ihr Eis geholt. Beim Weglaufen entdeckte Will, dass vor ihm etwas auf der Straße lag. es waren zwei Zettel und einige Geldscheine. Er strahlte und bückte sich schließlich mühsam und sammelte die

Hinterlassenschaften von Celine auf. Es waren insgesamt 500 Nz-Dollar und zwei Zettel Papier. Lächelnd las Will sich durch, was auf ihnen stand: Es waren Tipps für Kleinverbrechen. Sehr professionelle Tipps. Und wieder einmal fragte er sich, wie schon die ganze Zeit über, wer dieses Mädchen eigentlich war.

Gedanken

Mit Genugtuung überreichte Will am nächsten Tag seinem grässlichen Vermieter die zweitausend Nz-Dollar, die er ihm schuldete. Mr. Johnson sah Will ungläubig und zugleich auch wütend an. Will wusste, dass er sich sicher gewesen war, die Wohnung heute zurück zu erhalten. Will war sich ja auch ziemlich sicher gewesen, die 2000 Dollar niemals an einem Tag auftreiben zu können. Das ganze war ihm wie ein Ding der Unmöglichkeit erschienen. Das war es gewesen, was ihn dazu gebracht hatte, einfach so los zu ziehen und die erstbesten Menschen aus zu

rauben. "Das war es dann wohl oder?", fragte Will seinen Vermieter und versuchte so herablassend wie möglich zu lächeln. Eigentlich war er nicht so ein Mensch, aber in dem Zettel von dem Mädchen stand, dass man sich so Respekt verschaffte, was wichtig war, wenn man nicht erwischt werden wollte.Der Zettel, der ihn gestern gerettet hatte. Mithilfe dieser Tipps, war es Will gelungen, die restlichen 1500 Dollar auf zu treiben. "Ja das war es", knurrte Mr. Johnson und schaute Will grimmig an. Der Groll, den er gegen Will hegte, war deutlich zu erkennen und so wurde es Will doch ein

wenig unbehaglich zu mute. "Dann auf Wiedersehen", sprach er mit leiser Stimme und beförderte Mr. Johnson in Richtung Tür. Die Nähe des Mannes, war ihm unangenehm und so versuchte Will, in so schnell wie möglich, wieder los zu werden. "Wir werden uns ganz bestimmt bald wieder sehen", versprach Mr. Johnson Will grimmig. "Und glaube nicht, dass du das nächste Mal so leicht davon kommst." Erleichtert darüber, seinen schrecklichen Vermieter endlich los zu sein, schlug Will die Tür hinter Mr. Johnson so heftig zu, dass sie nicht

einmal quietschte. Die Drohung, hatte ihre Wirkung jedoch nicht verfehlt. Will fühlte sich unwohl in seiner Haut und fragte sich die ganze Zeit über, in der er versuchte, seine Wohnung wieder auf Vordermann zu bringen, Gedanken über die Worte Mr. Johnsons. Während er schrubbte und putzte, glitten seine Gedanken aber schließlich doch wieder zu dem Mädchen, dass ihn gerettet hatte. Sie beschäftigte ihn schon die ganze Zeit über immer wieder und ihre gefährliche Aura, faszinierte ihn. Will fragte sich, wo diese Aura herkam und auch, was genau es war, dass dieses Mädchen so geheimnisvoll machte. Sie wirkte so kalt und gleichzeitig doch

freundlich und warmherzig auf ihn, Eigenschaften, die sich normalerweise nicht vereinen ließen. Will war sich sicher, dass er dieses Mädchen finden musste. Er wollte sich bei ihr bedanken, denn er verdankte ihr alles. Ohne sie, wäre er auf der Straße oder sonst wo gelandet und sein Leben, war sowieso schon schwer genug. Er hatte nie genug Geld und nun war er seit einigen Monaten sogar seine Gelegenheitsjobs los. Heute, bereute er es manchmal sogar, vor seinem Vater nach Neuseeland geflohen zu sein. Er hätte wenigstens die Schule fertig machen sollen, dachte er sich, wenn er mal wieder eine Absage von einer

Bewerbung kam.Aber andererseits, fühlte er sich hier wenigstens frei und war seiner Mutter ein wenig näher, als in England und diese Nähe, gab Will die Kraft, seine Probleme durch zu stehen. Nachdem Will wenigstens wieder den gröbsten Schmutz und Schimmel aus seiner Wohnung entfernt hatte, zog er sich seine Schuhe an und beschloss durch Mount Maunganui zu laufen und zu versuchen, das Mädchen irgendwo zu entdecken. "Und wie war es gestern mit Jason?", fragte Stella ihre Tochter beim gemeinsamen Frühstück. Ein seltenes Bild im Hause der Espositos. Normalerweise, waren Celines Eltern die

meiste Zeit bis tief in die Nach unterwegs und so immer erst lange nach Celine wach. Celine störte das nicht besonders. Sie war gerne alleine in dem großen Haus und genoss dessen Stille. "Wie immer eben", antwortete Celine knapp und widmete sich dann weiter ihrem Frühstück. Die Neugier ihrer Eltern bezüglich Jason, nervte sie recht schnell. Celine hatte ihren Eltern schon mehrmals gesagt, dass sie ihnen sagen würde, sollte sich etwas ändern. Da das aber bisher nicht der Fall gewesen war, nervten sie die Fragen ihrer Eltern ziemlich. "Wann trefft ihr euch denn wieder?", fragte Celines Mutter neugierig weiter

und schien nicht zu merken, dass ihre Tochter mittlerweile so genervt war, dass sie kurz davor war, ihrer Mutter das Brötchen in ihrer Hand ins Gesicht zu klatschen. "Morgen Stella", stöhnte Celine und stand schließlich abrupt von ihrem Stuhl auf. "Ich geh zu Feli", verkündete sie ihren Eltern und verließ mit ihrem Brötchen in der Hand das Haus. Auf dem Weg zu ihrer besten Freundin, beruhigte sich Celine wieder etwas und so war ihre Wut schon fast wieder verraucht, als sie an der Tür zum Haus von Felicia klingelte. "Da bist du ja schon", begrüßte Felicia

sie, als sie kurz darauf die rote Haustür öffnete. "Ja meine Eltern haben mich mal wieder wegen Jason genervt", gab Celine knapp zurück und marschierte in das Haus hinein. Felicia sah ihr mit einem besorgten Blick hinter her. Sie kannte den ewigen Streitpunkt zwischen Celine und ihren Eltern und ihr war klar, dass sie sich heute wieder einiges würde anhören müssen. Sie war Celines Ventil und die Einzige Person, der Celine wirklich vertraute. Celine jedoch, erzählte ihrer besten Freundin nicht von ihren Eltern und davon, wie sehr sie wieder einmal nervten. Nein, sie beschloss kurzerhand,

ihrer besten Freundin von dem gestrigen Vorfall zu erzählen. Es kam ihr selbst einfach seltsam vor, dass sie diesem jungen Mann geholfen hatte, obwohl sie normalerweise niemandem half. Sie wusste auch nicht, was sie da geritten hatte. "Du findest ihn eben berechtigterweise heiß", stellte Felicia fest, nachdem Celine ihr die Geschichte erzählt hatte. "Nein das tue ich nicht so wirklich", protestierte Celine. "Das sagst du nur, weil du ihn heiß findest." "Er ist ja auch heiß." Felicia grinste Celine fröhlich an, wurde aber kurz darauf wieder ernst. "Vielleicht kannst du eben manchmal auch ein guter

Mensch sein. Also auf deine Art, schließlich hast du ihm dabei geholfen, von einer Verhaftung los zu kommen." "Ich bin aber nie nett zu anderen Menschen", bemerkte Celine und sah ihre beste Freundin nachdenklich an. Sie mochte doch wohl nicht recht haben. Das würde nämlich heißen, dass Celine tatsächlich nett sein konnte, und das, erschreckte Celine. Sie war es einfach von sich selbst gewöhnt, dass sie zu niemandem nett war, sondern immer nur für sich und Felicia einstand. "Ach lass uns das Thema wechseln", beschloss Celine nach einer Weile des Grübelns, in der sie immer noch zu keinem Ergebnis gekommen war. "Das

hat sowieso keinen Sinn. Also was machen wir heute?"

Tauranga

Tagelang lief Will immer wieder durch die Straßen von Mount Maunganui und suchte das Mädchen, dass ihn gerettet hatte. Zwischendurch versuchte er immer wieder, einen Job zu bekommen, doch hauptsächlich, konzentrierte er sich darauf, dieses Mädchen zu finden. Er wollte sich unbedingt bei ihr bedanken, denn er war ihr sehr dankbar. Dank ihr, ging es in seinem Leben endlich wieder bergauf. Ihre Tipps hatten ihm geholfen, sich das nötigste leisten zu können und so hatte er sich gestern erst, endlich einen effektiven Schimmelreiniger leisten können. Für

Will ein Geschenk des Himmels, da seine Wohnung nun endlich nicht mehr wie die Letzte Müllhalde aussah, sondern nur noch wie die Vorvorletzte. In diesen Tagen, hatte Will viele Menschen nach diesem Mädchen gefragt, doch natürlich kannte niemand sie genauer. Mount Maunganui, was zu Tauranga gehörte, hatte tausende von Einwohnern und da war es nur logisch, dass es schwer war, eine einzelne Person zu finden, deren Name man nicht einmal wusste. Dennoch, gab Will nicht auf.Er wollte dieses Mädchen mit jeder Faser seines Körpers finden und er selbst hatte sich versprochen, nicht eher auf zu hören, sie zu suchen, bis er

sie gefunden hatte. Auch heute, lief Will wieder durch die Straßen, auf der Suche nach Celine. Die, hatte er eigentlich gar nicht finden können, da sie die letzte Woche in Italien bei ihrer Verwandtschaft gewesen war. Ihre Mutter stammte von dort und so hatten die Espositos alle Verwandten dort besucht. Celine stand gerade am Flughafen mit einem großen Koffer in der Hand und wartete darauf, dass ihr Vater fertig telefoniert hatte. Es hatte wohl einige Komplikationen während seiner Abwesenheit gegeben, die er nun schnellstmöglich klären wollte. Celine wusste, dass, sollte jemand jemals herausfinden, was die

Firma ihres Vaters wirklich tat, ihre ganze Familie und auch viele andere Menschen verhaftet werden würden. Ihr Vater würde für das, was er tat, wahrscheinlich für immer ins Gefängnis kommen. Er war, wenn man es so sah, ein Massenmörder. Er war für unglaublich viele Tode verantwortlich und in den Jahren, hatte sich eine ganze Menge an Menschen angesammelt, die er hatte ausschalten lassen. Die Hände wirklich selbst schmutzig gemacht, hatte er sich aber fast nie. Dafür hatte er genug Menschen, die das für ihn erledigten. "Ich komme sofort, das muss ich mir persönlich anschauen", hörte Celine

ihren Vater ins Telefon sprechen. Schließlich legte er auf und bedeutete seiner Frau und seiner Tochter, sich zu beeilen. "Wir müssen sofort zum Quartier", befahl er dem Fahrer, kaum dass alle ins Auto gestiegen waren. Dieser nickte nur stumm und fuhr sofort los. Celine ließ sich in ihren Sitz zurück sinken und schloss die Augen. Der lange Flug hatte sie müde gemacht und sie würde alles geben, nur um jetzt in ihr Bett liegen zu können. Doch wie es aussah, hatte ihr da irgendwer einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sie wusste nicht genau, was passiert war, aber sie war sich recht sicher, dass es

etwas mit dieser Organisation zu tun hatte, die ihrem Vater und seinem Clan schon seit bald einem Jahr das Leben schwer machte. Es war eine Organisation, die dafür kämpfte, die Mafia zu besiegen und immer wieder verschieden Aktionen sabotierte und den Clan auch schon mehrmals fast aufgedeckt hatte. Celine hatte auch schon einmal bei einer Gegenaktion mitgewirkt. Nach einer guten Stunde waren sie endlich im Hauptquartier in Taurangas Innenstadt angekommen und Celine wurde unsanft aus ihrem Schlaf gerissen. Schlaftrunken, stieg sie hinter ihren Eltern aus dem Auto und lief ihnen

hinterher in das große Glasgebäude in dessen dritten Stock, sich das Quartier des Clans befand. Von hier aus beherrschte ihr Vater, und einige anderen, wie zum Beispiel Jasons Vater, den Clan und dessen Machenschaften. "Stella ich hab keine Lust mehr", murrte Celine, nachdem sie und ihre Mutter seit einer Stunde neben ihrem Vater und Mr. Furlong, Jasons Vater, gesessen hatten und zügehört hatten, wie die beiden über seltsame Vorgehen redeten, die Celine sowieso nicht verstand. Dafür wurde sie nicht genug informiert. Sie durfte zwar Einiges über den Clan wissen, aber es gab noch mehr Dinge, die sie noch nicht erfahren dürfte.

Später, würde sie sowieso einmal alles erfahren, damit sie das Erbe ihres Vaters antreten konnte. "Fahr doch schon mal nach Hause", schlug Stella ihrer Tochter vor und lächelte sie besänftigend an. Sie wusste, wie schnell ihre Tochter aufbrauste. Sie kannte das genauso auch von ihrem Mann. Manchmal, machte ihr die Ähnlichkeit zwischen ihrer Tochter und ihrem Mann sogar ein bisschen Angst. Schon als kleines Mädchen, hatte Celine ihre Puppen lieber zerschnitten, als mit ihnen zu spielen und sie war schon immer knallhart gewesen, wenn es darum ging, das durch zu setzten, was sie wollte. Dennoch liebte Stella ihre

Tochter von ganzem Herzen und war äußerst froh, dass sie in Felicia eine Freundin gefunden hatte, die sich wie ein normales Mädchen verhielt, aber auch die Art von Celine verstand. Celine nickte erleichtert und ging eilig aus dem großen Gebäude, um möglichst schnell in ihrem eigenen Bett sein zu können. Sie lief die Straßen entlang zu der Straßenbahn, die sie nach Mount Maunganui bringen würde, wo das große Haus ihrer Familie stand. Maunt Maunganui, war einer der Vororte von Tauranga. Celine liebte den Strand und das Meer, dass direkt in ihrer Nähe war und an dem sie viel Zeit

verbrachte. Will lief zu diesem Zeitpunkt ebenfalls durch die Straßen Taurangas. Er hatte seine Suche für heute aufgeben müssen, da er ein Vorstellungsgespräch in Tauranga hatte. Während er durch die belebten Straßen lief, fiel ihm auf einmal dieses Mädchen ins Auge. Er hatte sie in den letzten Tagen so oft vor seinem inneren Auge gesehen, dass sie ihm nun sofort auffiel. Ohne zu zögern, rannte Will über die Straße und erreichte Celine schließlich völlig außer Atem. Diese, schaute ihn nur genervt an, da sie sich denken konnte, warum er zu ihr gelaufen war. Ohne weiter auf Will zu achten, setzte

sie ihren Weg fort und lief davon, bevor Will wieder genug Luft zum reden bekam. Seufzend gab Will den Gedanken an den Job auf und rannte ihr hinter her. Ihm war klar, dass seine Freunde, sollten sie seinen Lebensstil herausfinden, nicht gerade zimperlich mit ihm sein würden, aber das Mädchen, war ihm im Moment wichtiger. "He jetzt warte doch". schrie er ihr hinterher und rannte wieder los. Celine begriff, dass er ihr ewig folgen würde und so machte sie widerwillig halt und wartete, bis er sie eingeholt hatte. "Was willst du denn?", fragte sie ihn unfreundlich und hoffte, ihn so ab zu

weisen. "Mich bei dir bedanken. Ich würde dich gerne irgendwohin einladen zum Dank", keuchte Will und sah Celine dankbar und fröhlich an. Er war unglaublich glücklich, das Mädchen endlich gefunden zu haben. "Du hast doch selbst kaum was. Ich kann auf deine Einladung verzichten." Celine sah ihn immer noch grimmig an, doch auch diese unfreundliche Antwort, konnte Wills Freude nicht dämpfen. "Ich möchte dich trotzdem gerne einladen." Er sah sie hoffnungsvoll an und hoffte, sie überzeugen zu können. Will könnte es nicht ertragen, sich nicht in irgendeiner Form, neben den Worten,

bei seiner Retterin bedankt zu haben. "Das ist mir egal. Ich möchte nicht kommen", erwiederte Celine brüsk und lief wieder los. Sie hatte sich genug mit diesem Typen aufgehalten. Geschockt starrte Will ihr hinterher, wie sie davon lief. Er hatte begriffen, dass sie nichts von ihm wissen wollte. "Sagst du mir wenigstens deinen Namen", rief er ihr dennoch hinter her. "Nein", sie drehte sich kurz um und sah ihn wütend an. "Lass mich doch einfach in Ruhe und freu dich, dass du davon gekommen bist." Dann drehte sie sich wieder nach vorne und lief ungerührt weiter. Will stand noch kurze Zeit bedröppelt da

und sah ihr nach. Er beschloss, es für heute sein zu lassen, aber dennoch nicht aufzugeben. Der Zufall hatte sie nun schon dreimal (eigentlich sogar vier Mal, aber das wusste Will ja nicht) zusammengeführt und Will war sich sicher, dass er sie auch noch ein weiteres Mal finden würde. Er beschloss, doch noch zu versuchen, pünktlich zu seinem Vorstellungsgespräch zu kommen und rannte los. Er musste sich ja nicht unbedingt Ärger mit seinen Freunden einhandeln, wenn es sich vermeiden ließ.

Glück

Empört über die Dreistigkeit dieses Typen, lief Celine wütend weiter durch die Straßen. Ihr nun in die Quere zu kommen, wäre keine gute Idee gewesen und so war es gut, dass Will gerade bei seinem Vorstellungsgespräch saß und nicht Gefahr laufen konnte, Celine noch weiter zu reizen. Celines Laune war so schlecht, dass sie sogar zuerst an der Straßenbahnhaltestelle vorbeilief und es in ihrer Rage gar nicht bemerkte. Erst eine Straße weiter fiel ihr auf, dass sie viel zu weit gelaufen war. Wütend über sich selbst, stampfte sie mit dem Fuß

auf und kehrte dann um und lief zurück zur Haltestelle. Ihre Laune hatte sich dadurch nicht gerade gebessert und sie schaute so grimmig, dass manche Leute ihr sogar erschrocken auswichen, kaum kreuzte ihr Blick den von Celine. Immerhin kam wenigstens kurz nachdem Celine die Haltestelle erreicht hatte, eine Bahn, mit der sie fahren konnte und so stieg sie wenigstens nicht noch wütender in die Bahn ein. Ihre Laune war so weit unten, dass ihr nicht einmal auffiel, wie die Menschen tuschelten. Das Mädchen, das so wütend vor sich hinblickte, fiel natürlich den meisten sofort auf. Und dank der Firma ihres Vaters, war ihr Gesicht in Tauranga auch

nicht unbekannt. Unzählige Male, war es schon zusammen mit denen ihrer Eltern auf den Titelblättern irgendwelcher Tageszeitungen gedruckt gewesen. Zur gleichen Zeit, saß Will ziemlich nervös in einem Warteraum, in den man ihn nach dem Vorstellungsgespräch geschickt hatte. Nervös nestelte er die ganze Zeit an seinem Hemdkragen herum und versuchte ihn so her zu richten, dass man nicht ganz so gut sehen konnte, wie abgetragen sein Hemd eigentlich war. Tief in ihm drin, war die Hoffnung, dass es vielleicht dieses eine Mal klappen könnte. Das er wenigstens einmal in seinem Leben Glück haben würde. Nur ein verdammtes einziges

Mal. Dieser Job, würde sein komplettes Leben umkrempeln. Er hätte ein relativ gutes festes Einkommen, von dem er gut würde leben können. Ziemlich sicher sogar in einer besseren Wohnung.Nach außen hin, wollte Will sich keine Hoffnung zu gestehen. Er wollte es sich selbst nicht einmal erlauben, zu hoffen. Zu groß war seine Angst, doch wieder eine Absage zu bekommen. "Kommen sie bitte wieder in das Büro des Chefs", riss die Stimme einer schick gekleideten Frau Will aus seinen Gedanken. "Äh natürlich. Gerne", antwortete er hastig und sprang ein wenig unbeholfen von seinem Stuhl

auf. "Sie müssen die zweite Tür rechts nehmen", half die Frau Will netterweise, die wohl seinen fragenden Blick bemerkt hatte. Als er vor einiger Zeit hier her gekommen war, war er so nervös gewesen, dass er sich nicht mehr genau daran erinnern konnte, wo er lang gelaufen war. "Danke", murmelte Will und machte sich dann mit eiligen Schritten auf zum Büro des Chefs. Kurz vor der Bürotür, stockten seine Schritte plötzlich. Was, wenn er nun eine Absage bekam?Nervös wie er war, setzte Will nun langsam einen Fuß vor den anderen, unsicher, ob er überhaupt in dieses Büro hinein

wollte. Schließlich, war er aber selbst in diesem langsamen Tempo an der Tür angelangt und konnte nun nicht mehr warten., ohne dass es komisch gewirkt hätte. Sollte nun ein Angestellter vorbei laufen und ihn stundenlang vor der Tür stehen sehen, würde das ziemlich seltsam wirken. Und seltsam wirken war genau das, was Will auf keinen Fall wollte. "Zieh das jetzt durch",zischte er und versuchte sich selbst Mut zu zu sprechen. Wenn doch nur Nic jetzt da wäre. Er hätte ihn an den Schultern gepackt und ihm verklickert, dass er das rocken würde. Will nahm einen letzten tiefen Atemzug

und schüttelte dann kurz seine Schultern, bevor er an die Tür klopfte. Er hatte es geschafft, seine Nervosität so gut wie möglich zu verbergen und wirkte so auch auf den Chef ziemlich selbstbewusst, als er in den Raum hinein getreten kam. Das Zweite Vorstellungsgespräch lief noch besser als das Erste und so wurde Will versprochen, bald von der Firma zu hören. Eine Nachricht, die Will fast in Freudengeschrei ausbrechen ließ. Aufgrund seiner Umgebung, hielt er sich jedoch zurück. Endlich lief in seinem Leben mal etwas so, wie es sollte und darum lief Will wenig später auch im Hopserlauf zur

S-Bahn. Heute, könnte nichts seine Laune trüben. Kein Hurrikane, keine Flutwelle und ganz bestimmt keine schlecht gelaunte Retterin. Die, beschloss Will, würde er einfach in Ruhe lassen, wenn sie das so wollte. Er hatte schließlich nur nett sein wollen. Für Celine, sah es zu dieser Zeit nicht ganz so rosig aus. Sie war zwar nach Hause gekommen, doch auch dort hatte sie keine Ruhe gefunden. Ihre schlechte Laune wühlte sie einfach zu sehr auf und so hielt sie es nicht lange im Haus aus. Kurzerhand stieg sie auf ihr Motorrad und fuhr die paar Kilometer zum Außenquartier, des Clans. Dort befand sich ein Schießplatz, den Celine

kurzerhand in Beschlag nahm. Außer ihr, waren sowieso nur vier Männer da, die sich nicht besonders dafür interessierten, was die Tochter ihres Bosses so trieb. Sie hatten sie zwar bei ihrer Ankunft neugierig angeschaut, sich beim Anblick ihrer Laune aber sofort abgewendet und ihren eigenen Beschäftigungen gewidmet. Nun hörte man nur regelmäßig Schüsse peitschen, begleitet von Wutschreien, die Celine bei jedem Schuss ausstieß. Kugel für Kugel schoss sie in eine der Puppen, die zum Üben bereit stand. Zwei hatte sie schon zerstört und auch die Dritte sah inzwischen schon ziemlich ramponiert aus. Normalerweise

zerschossen die meisten in einer Trainingseinheit höchstens eine Puppe, doch Celine war so wütend, dass ihre Energie schier grenzenlos war. Sie verspürte auch nach zwei Stunden immer noch nicht das kleinste Bisschen Erschöpfung und sie schoss schlussendlich so lange weiter, bis es dunkel war und einer der fünf Männer, Julian, sie schließlich vom Platz holte und nach Hause fuhr, da er wusste, dass sein Boss nicht wollte, dass sein kleines Mädchen, das eigentlich nicht mehr besonders klein war, nachts alleine auf der Straße war. Schießen lassen, wollte er sie um diese Uhrzeit erst recht nicht. Also packte Julian die

protestierende Celine in sein Auto und fuhr mit ihr zu m großen Anwesen der Espositos. Da Celines Wut sich durch das Schießen aber immerhin ein Bisschen gelegt hatte, schaffte er es sogar, sie problemlos Zuhause ab zu liefern. Ihre Eltern, konnten sich denken, was geschehen war - Celine hatte das nicht zum Ersten Mal getan - und ließen Celine kommentarlos ins Haus ein. Stella bedankte sich schließlich noch lächelnd bei Julian, während James seine Tochter ausfragte, wie gut sie getroffen hätte. Typisch für ihn. Ihm war egal, dass seine Tochter offensichtlich ein kleines Aggressionsproblem hatte. Für ihn zählte

nur, dass sie fit für seine Mafia war. Und das war sie auch. Das Einzige, was Stella Sorgen machte, war, dass Celine nicht bereit war um sich auf ihre Gefühle ein zu lassen. Und dieser Tag würde kommen, an dem sie das musste, das wusste Stella aus eigener Erfahrung.

Noch mehr glück

Die nächsten Wochen ihrer Sommerferien verbrachte Celine größtenteils auf dem Schießplatz. Ihre Eltern sagten selten Etwas, doch die besorgten Blicke Stellas, entgingen Celines Aufmerksamkeit natürlich nicht. Sie tat dennoch so, als bemerke sie sie nicht. Das konnte sie ziemlich gut. Schon von Beginn an, hatte man ihr bei gebracht, sich nicht auf das zu konzentrieren, was andere wollten, sondern ihre Ziele durch zu setzen, koste es, was es wolle. Und Celines Ziel war zurzeit nunmal im Schießen perfekt zu werden. Oder auch

nicht. So genau wusste sie das selbst nicht. Wenn sie ganz ehrlich zu sich selbst war, brauchte sie nur Ablenkung, da sie irgendwie total verwirrt war, da aber nicht wirklich einen Zusammenhang fand. Und dass es an dem Typen lag, dem sie geholfen hatte, hatte sie für sich selbst ausgeschlossen. Was nicht heißen musste, dass sie nicht an ihn dachte. Nein, ganz im Gegenteil. Ziemlich oft sogar, stellte sie sich vor, beim Schießen auf seine verwirrend blauen Augen zu zielen und zu treffen. Dass das auf die meisten Menschen vielleicht etwas befremdlich wirken musste, war ihr nicht klar und außerdem ließ sie

sowieso niemanden an ihrem Innenleben teilhaben. Ihr Innenleben war ganz und allein ihrses und sie ignorierte es so gut sie konnte. In der Zeit, in der Celine ihre Laune im wahrsten Sinne des Wortes aus sich heraus schoss, genoss Will das Glück, dass er zum ersten Mal in seinem Leben hatte. Er hatte den Job doch tatsächlich bekommen und arbeitete nun seit einem Tag in der Firma. Die übrigen Mitarbeiter waren sehr freundlich zu ihm und er genoss es, mal wieder unter Menschen zu sein, die nicht Nic hießen und ihn die ganze Zeit vorwurfsvoll ansahen, weil es immer noch keinen Job gefunden hatte. Vielleicht war auch

Mitleid in den Blicken von Nic gewesen, aber egal was es war, Will hatte sie jedenfalls ziemlich unerträglich gefunden. Als Will an diesem Morgen in die Firma kam, wurde er schon von einigen seiner Kollegen freundlich begrüßt und hängte darum ziemlich glücklich seine Jacke an den Haken in der großen Garderobe, der nun ihm gehörte. Die Firma, in die Will gekommen war, war allgemein ziemlich luxuriös. Die Arbeiter bekamen bestes Essen, wurden rundum versorgt und falls es nötig war, gab es auch eine Psychologin, die einen betreuen konnte. Das, war aber nur, um BurnOuts und alles bei den Mitarbeitern zu vermeiden,

wie einige Kollegen Will gestern schon belustigt erzählt hatten. Man wollte sie schließlich so gut wie möglich nutzen und nicht dutzende Krankheitsausfälle zahlen müssen. Will störte das jedoch nicht im geringsten. Er war absolut begeistern von seiner neuen Arbeitsumgebung, die tausend Mal besser war, als die sämtlicher Arbeitsplätze, die er zuvor schon gehabt hatte. Und Will konnte da auf ein gewaltiges Repertoire an verschiedenen Jobs zurück blicken.Er hatte schon in fast allen Berufen gearbeitet und wenn er etwas konnte, dann war es, sich schnell an zu passen und schnell zu

lernen. So überraschte es auch nicht, dass Will schon an seinem zweiten Arbeitstag gut zurecht kam und ihm kaum noch etwas erklärt werden musste. Will Chef war sehr zufrieden mit seiner Wahl und es sah tatsächlich so aus, als hätte Will wirklich einmal längerfristig Glück in seinem Leben gehabt. So verbrachte Will also die nächste Woche arbeitend, während Celine sich auf dem Schießplatz immer noch ins Verderben schoss. Sie war inzwischen noch besser als zuvor geworden und traf so ziemlich alles. Niemand wusste davon, wie gefährlich Celine dadurch geworden war. Natürlich war sie auch

davor schon ein nicht zu verachtender Gegner gewesen, mit ihren unzähligen Kampftechniken und dem nicht vorhandenen Gewissen, aber nun schien sie nahezu unschlagbar. Die Männer um sie herum, beobachteten sie jedenfalls immer wieder ehrfürchtig, während sie ohne sie wahrzunehmen trainierte. Ihre braun gebrannte Haut glänzte in der Sonne vor Schweiß und in dem kurzen Hemdchen und den Shorts, bot sie sicher auch dem ein oder anderen der Männer einen erfreulichen Anblick. Nicht dass es jemals einer gewagt hätte, sie auch nur an zu rühren. Dazu hatten alle viel zu viel Angst vor ihrem Vater, der das gar nicht gerne sah,

solange es nicht gerade Jason war. Nachdem Celine beinahe zwei Wochen ihrer Ferien mit trainieren verbracht hatte, griff schließlich Felicia an. Sie tauchte auf dem Schießplatz auf und stiefelte durch den Sand zu ihrer besten Freundin, die sie anfangs stur ignorierte. "Du kommst jetzt sofort mit", befahl Felicia Celine. Zum Glück kannte sie ihre Freundin gut genug, um zu wissen, wie sie ihren Willen durchsetzen konnte. So schaffte sie es schließlich die laut protestierende Celine zu ihrem Auto zu bringen und mit ihr in die Stadt zufahren. In der Zeit, in der Felicia Celine nun kannte, hatte auch sie einiges von ihr gelernt, Ein Teil davon, war eben

gnadenlos zu sein. So kam es, dass Celine mit Felicia schließlich shoppen ging, so sehr sie es auch hasste. Für Celine war es völlig ausreichend, sich das selbe Top zehn mal zu kaufen und dann an zu ziehen, bis es kaputt war, Danach bestellte sie es sich erneut. Ihr ganzer Kleiderschrank sah so aus, bis auf die wenigen Teile, zu denen entweder ihre Mutter oder Felicia sie gezwungen hatte. Und ihre Schuluniform hing auch noch in dem Schrank. Ansonsten war er voll von schwarzen, braunen und blauen Tops und Jeans in allen Längen und Weiten. Ihre obligatorischen schwarzen Chucks, stapelte Celine

darunter. "Heute bringe ich Leben in deinen Kleiderschrank", verkündete Felicia der stöhnenden Celine,die sich nur widerwillig hinterher ziehen ließ. Im Gegensatz zu ihrer besten Freundin, interessierte Felicia sich sehr für Mode und ihr Kleiderschrank sah ganz anders aus. Er war voll gestopft mit allen möglichen Klamotten und es stapelten sich die verschiedensten Dinge darin. Einige Modesünden waren auch darin versteckt. "Ich will nicht", sagte Celine bockig und blieb stehen. "Du musst", befahl Felicia erneut und zog Celine hinter sich her, die keine Lust

mehr hatte, sich zu wehren. Hätte sie gewusst, wer sich gerade an der nächsten Ecke mit seinem besten Freund Klamotten kaufte, hätte sie sicher länger Widerstand geleistet.

Läden

Will stand zum ersten Mal seit langer Zeit gelöst und gut gelaunt in einem Kleiderladen. Die letzten Jahre waren diese Einkäufe die Hölle gewesen, da er meist in irgendwelchen zwielichtigen Secondhandläden gewesen war und dort versucht hatte, Schnäppchen zu finden, die er sich leisten konnte. Nun hatte er aber Geld zur Verfügung und konnte sich endlich einmal normale Klamotten leisten. Das hatte er heute auch direkt zusammen mit Nic ausgenutzt und war in die Stadt gefahren. Nun standen sie in einem Geschäft, dass zu einer bekannten Kette gehörte und Will suchte

aus einem Stapel mit Angeboten verschiedene T-Shirts heraus. Obwohl seine finanzielle Situation nun besser war, war Will dennoch aufs Sparen bedacht. Man konnte schließlich nie wissen, wie lange sein Glück anhalten würde. Dies war auch der Grund, warum er immer noch zögerte, sich eine größere oder zumindest komfortablere Wohnung zu suchen. Will vertraute seinem Glück einfach noch nicht ganz, zu lange, hatte er immer wieder Pech gehabt, eines zerstörerischer als das andere. Er war sich ziemlich sicher, dass es ihn auch dieses Mal früher oder später wieder erwischen

würde. "Komm schon Alter, das wird auch mal gut gehen",versuchte Nic seinen Freund auf zu muntern "und wenn nicht, dann helfen dir die Jungs bestimmt." "Hmpf", grunzte Will nur und ließ sich weiterziehen, ohne sich groß zu wehren. "Schau mal Cel", rief zu genau diesem Zeitpunkt eine aufgeregte Felicia und deutete auf die beiden jungen Männer, die gerade tiefer in den Laden hinein liefen. "Hm? Was ist da?" "Da ist dieser Typ vom Strand", quietschte Felicia aufgeregt und drückte die Hand ihrer besten Freundin. "Was?" Erschrocken weiteten sich

Celines Augen, als sie einen der Rücken im hinteren Teil des Ladens erkannte. Das war doch der Junge, den sie gerettet hatte. Der, der sie um eine Wiedergutmachung gebeten hatte und den sie abgewiesen hatte. Aus gutem Grund. Wenn es nach ihr ginge, müsste sie ihn nie wieder sehen. Obwohl Celine das nicht gerne zugab, und es sich vermutlich auch nicht gerne eingestehen würde, wusste sie doch irgendwie, dass dieser Typ für ihren kleinen Ausraster zumindest mitverantwortlich war. Irgendwas an ihm hatte sie aggressiv gemacht, auch wenn sie nicht sagen konnte was. "Wir gehn jetzt." Celine kniff die Augen

zusammen und zerrte an der Hand ihrer besten Freundin. "Warum das denn?", verwirrt schaute Felicia Celine an. "Weil ich diesen Typen nie wieder sehen möchte", zischte Celine und so langsam kroch die ganze Wut wieder in ihr hoch, die in den letzten Tagen eigentlich angefangen hatte zu verschwinden. "Aber wieso denn?" Nun war Felicia völlig verwirrt und zu der Verwirrung gesellte sich auch eine leichte Gereiztheit. So gern sie ihre beste Freundin auch hatte, manchmal verstand sie sie einfach nicht und in Momenten wie diesem hätte sie Celine gut und gerne einmal genommen und

kräftig durchgeschüttelt. "Hab ich doch gesagt. Ich will ihn nie wieder sehen", zischte Celine und zerrte noch stärker an Felicias Hand. "Aber warum?" Felicia blieb stur auf ihrem Platz stehen und sah Celine mit fragendem Blick an, in dem sich aber auch Gereiztheit wieder spiegelte. "Ist egal", winkte Celine ab. "Aber wir gehen jetzt bitte hier raus." Das hatte sie so laut gesagt, dass der Streit nun auch den anderen Kunden auffiel, unter anderem auch Will und Nic. "Wow da ist aber ein ordentlicher Bitchfight im Anmarsch", grinste Nic und deutete auf die zwei

Mädchen. "Hm", brummte Will und schaute gar nicht erst richtig hin. Solche Dinge interessierten ihn nicht wirklich. Ihm taten diese Menschen eher leid. Außerdem empfand er es irgendwie als unangenehm, wenn Leute sich in der Öffentlichkeit stritten. Doch seine Bemühungen den Streit zu ignorieren, schlugen fehl, da der Streit nun zu er´skalieren schien. Die Stimmen wurden immer lauter, sodass Will sich irgendwann gezwungen sah, sie nicht mehr zu ignorieren. Nic starrte schon die ganze Zeit gebannt die beiden Mädchen an, die sich nun ziemlich heftig

anschrien. "Jetzt schau doch mal man", forderte er Will auf auf und schließlich wandte Will doch seinen Blick in die Richtung des Streits und augenblicklich stockte ihm der Atem. Dieses Gesicht kannte er doch. Das war seine Retterin, die offenbar nicht nur ihm gegenüber so unfreundlich war. Nun war er doch in den Bann gezogen von dem Streit und obwohl er es ursprünglich nicht gewollt hatte, sah er nun doch zu, wie Felicia und Celine sich anschrien. "Mir reichts, ich gehe jetzt", verkündete das schwarzhaarige Mädchen, dass Will

nicht kannte und stürmte aus dem Laden. Äußerlich betrachtet sah sie ziemlich zart und sensibel aus, was sie aber offensichtlich nicht war, sonst wäre sie nicht mit seiner Retterin in so einer Situation. Seine Retterin nämlich sah gerade so aus, als würde sie den Nächsten Menschen, der ihr zu Nahe kam auffressen. Schließlich stürmte auch sie aus dem Laden, nachdem sie davor wütend mit dem Fuß aufgestampft hatte. "Wow die geht ja richtig ab", bemerkte Nic grinsend und sah Will an. "He alles in Ordnung?", fragte er, als er dessen Gesichtsausdruck bemerkte. "Ich muss da mal hinterher", sagte Will

schnell und rannte dann aus dem Laden. Nic ließ er stehen. "He was? Ich raffs nicht man", brüllte dieser ihm hinterher. "Kennst du die etwa?" Will antwortete nicht sondern rannte einfach auf die Straße, wo er sich umblickte. Auf der rechten Seite, konnte er die schwarzen Haare des anderen Mädchens ausamchen, die sich gerade durch die Menschenmasse bewegten. Dort würde seine Retterin also vermutlich nicht hin gelaufen sein. Will schaute nach links und blickte suchend über die Menschenmasse, soweit er jedenfalls etwas sah.

Nirgendwo konnte er die braunen Haare von ihr erkennen. Aber irgendwo dort war sie bestimmt. Da war Will sich sicher. Und er wollte sie jetzt finden und sich ordentlich bedanken. Dass das bei der Wut, die das andere Mädchen vorher zu spüren bekommen hatte, eigentlich keine so gute Idee war, merkte Will nicht einmal in seinem Eifer. Er sprintete über die Straße und quetschte sich durch die Menge. Die wütenden Blicke der Menschen, die er anrempelte ignorierte er und er murmelte nicht einmal ein Entschuldigung, wie er es sonst tat, wenn er schnell durch eine Menschenmenge kommen

musste. Einige Meter weiter sah Will schließlich doch das Mädchen und rannte ihr weiter hinterher. Er war schon fast bei ihr, als sie die Richtung änderte und in eine Seitengasse hineinlief. Atemlos bremste Will ab und rannte hinterher. "He warte", brüllte er in die fast Menschenleere Gasse hinein. Celine drehte sich um und sah den Typen hinter sich her rennen. Verdammt, sie hatte ihn doch loswerden wollen. Sie hatte sich doch gerade nicht umsonst mit Felicia gestritten. Statt ihm zu antworten drehte sie sich wieder na h vorne und rannte noch

schneller weiter. Sie hörte weiterhin Schritte hinter sich, also rannte ihr der Typ wohl immer noch hinterher. Er musste eine beachtliche Kondition haben, wenn er es immer noch hinter ihr aushielt, ohne zusammen zu brechen. Schließlich hatte sie eine große Kreuzung erreicht und sah ihre Chance, ihn los zu werden. Er würde ihr doch sicher nicht über die komplette Kreuzung hinterher rennen? So verrückt war eigentlich niemand. Außer ihr.

"Von mir aus"

Will sah wie das Mädchen vor ihm ohne zu zögern über die voll befahrene Kreuzung rannte. War sie etwa wahnsinnig oder wollte sie ihn einfach nur schnellstmöglich los werden? Will wusste es nicht und was auch immer es war, eigentlich war es egal, denn weg war sie so oder so. Er könnte sie zwar einholen, aber dazu müsste er ebenfalls über die Kreuzung rennen. Genauso wie sie. Genauso bescheuert sein wie sie. Will holte tief Luft und sprintete los. Er sah sich weder nach rechts oder nach links um, sondern rannte einfach

zwischen den Autos hindurch, von denen Einige empört hupten, was Will einfach ignorierte. Er sah nur das Mädchen vor sich, dass die andere Straßenseite inzwischen fast erreich hatte. Er würde sich beeilen müssen. Mist, das hatte Celine nicht gedacht. Sie war sich verdammt sicher gewesen, dass Will ihr nicht folgen würde, aber nun sah sie ihn, wie er sich, wesentlich ungeschickter als sie, durch die Autos schlängelte, nur um ihr zu folgen. Etwas zögerlich rannte sie weiter, blickte jedoch immer wieder über die Schulter. Sie war ein Mafiakind und hatte daher auch keine Probleme mit töten, aber von sinnlosem Töten hielt sie

nichts, und das was Will da machte, war purer Selbstmord. "Ich hasse ihn", rief Celine und drehte um. Sie sah das Auto schon kommen, das Will offenbar nicht sah, oder einfach der Meinung war, es hätte genug gehupt. Will merkte nichts sondern rannte weiter zwischen den Autos hindurch. Das war nun schon das Zweite Mal, dass Celine Will retten musste und das kotzte sie gewaltig an. Sie mochte ihn nicht und eigentlich hatte sie ihn nur los werden wollen, stattdessen war sie nun schon wieder nett zu ihm. Aber ihn einfach dort lassen konnte sie auch nicht, sie war kein Unmensch, egal was

andere dachten. "Du Idiot", brüllte sie Will zu, kaum dass sie ihn erreicht hatte. Er schaute sie nur mit großen Augen an und konnte es offenbar nicht fassen. "Na jetzt lauf wenigstens bevor wir beide Matsch sind", rief Celine und packte ihn an der Hand, um sich und Will aus der Gefahrenzone zu zerren. Wesentlich geschickter als Will schlängelte sie die beiden durch die Autos durch, die sich inzwischen in einem ziemlichen Chaos befanden und kurz darauf standen sie auf der anderen Straßenseite. "Du Idiot, wie dumm bist du eigentlich?",schimpfte Celine sofort los,

kaum standen sie. Will antwortete nicht. Er stand da und starrte seine Retterin an, die ihn erneut gerettet hatte. Worte waren nicht das, wozu er im Moment im Stande war. "Na dir hats wohl das Gehirn weg gepustet was?", bemerkte Celine unfreundlich und starrte ihr gegenüber aus braunen Augen eindringlich an, In diesem Moment fiel Will etwas sehr seltsames und in einem solchen Moment unpassendes ein. Eigentlich hätte er wenigstens über eine Antwort nachdenken sollen, stattdessen fiel ihm auf, wie kalt Celines braune Augen waren, obwohl man doch sonst immer sagte, braune Augen würden immer

warm aussehen. "Kannst du überhaupt reden?", fragte Celine unwirsch weiter. Sie ahnte nichts von Wills Gedanken, was wohl auch besser so war, andernfalls wäre sie wohl noch ungehaltener geworden. "Ähm ja", brachte Will endlich ein paar Worte heraus. "Danke, jetzt hast du mich schon wieder gerettet." Verlegen fuhr er sich durch die Haare und überlegte, ob er es wagen konnte, sie noch einmal ein zu laden. Er beschloss, es einfach zu wagen. Zu verlieren hatte er sowieso nichts. "Darf ich dich wenigstens dieses Mal einladen? Du hast mich jetzt schon

dreimal gerettet, irgendwie muss ich mich doch revanchieren." "Von mir aus", brummte Celine und überraschte damit nicht nur Will. Eigentlich hatte sie nein sagen wollen, aber offensichtlich war ihr Mundwerk anderer Meinung. Sie beschloss kurzerhand das zu akzeptieren, schließlich konnte sie so vielleicht Situationen wie diese in Zukunft vermeiden. "Aber danach will ich dich nie wieder sehen müssen", sagte Celine und sah Will eindrücklich an. "Klar", sagte Will glücklich. Er konnte es nicht fassen, dass sie zugestimmt hatte und wusste noch gar nicht richtig,

wie ihm geschah. "Wann hast du denn Zeit?" "Fast immer, ich habe Ferien", brummte Celine. Ihre Laune war immer noch schlecht und Will bekam mal wieder ihre ganze Ruppigkeit zu spüren. "Ah stimmt. Also ich habe immer abends ab sechs Uhr Zeit. Was hältst du davon wenn wir übermorgen Essen gehen?" "Nicht viel aber ich hab ja leider schon ja gesagt." "Das bringt mir nicht viel." Will errötete und sah verlegen auf den Boden. Er hatte noch nie mit so einem unfreundlichen Mähen zu tun gehabt und wusste bei diesen Kommentaren einfach nicht, wie er reagieren sollte. Dass er

nicht unbedingt der selbstbewussteste Typ war, half da auch nicht unbedingt weiter. "Also was ist jetzt, willst du weiterhin auf den Boden starren oder mir sagen wo wir uns treffen?" "Ach du kannst?" Will war verwirrt. Er verstand dieses Mädchen nicht, dass da vor ihm stand, vermutlich größer war als er und ihn aus kalten braunen Augen musterte. "Ja ich kann, hab ich doch vorher gesagt." "Okay wir treffen uns also am Mittwoch um halb sieben im Cold Meal, kennst du das?" Will holte tief Luft und hoffte diese

Gespräch zu überstehen, ohne noch röter zu werden. "Ja das kenn ich, bis Mittwoch dann", sagte Celine und verschwand. Sie war ziemlich schnell um die letzte Ecke verschwunden,m aber dieses Mal war das egal, denn Will hatte sie jetzt ja endlich eingeholt und sogar ihre Zustimmung zu einem Dankeschön bekommen. Will war immer noch ziemlich verwirrt von diesem seltsamen Gespräch und stand deswegen noch eine ganze Weile an der Kreuzung und versuchte zu verstehen, was gerade eben passiert war. So ganz konnte er nicht glauben, dass das geheimnisvolle Mädchen mit

ihm essen gehen würde. Er kannte schließlich immer noch nicht ihren Namen und wusste auch sonst nichts über sie, abgesehen davon, dass sie sehr unfreundlich war. Kaum war Celine in ihrem Zimmer, ihre Mutter hatte sie, kaum war sie nach Hause gekommen mit unzähligen Fragen gelöchert, denen sie geschickt ausgewichen war, schnappte sie sich ihr Handy, das noch auf ihrem Schreibtisch lag und wählte Felicias Nummer. "Hi Celine", nahm diese sogar ab, hörte sich jedoch nicht begeistert an. "Ich weiß, dass du sauer bist, aber ich erklär dir gleich alles. Treffen wir uns am

Strand?" "Von mir aus aber wehe ich bekomme keine Antworten", sagte Felicia und Celine wusste schon in genau diesem Moment, dass zwischen ihr und ihrer besten Freundin wieder alles gut werden würde. Felicia war ihr selten lange böse und alles was sie wollte, waren Antworten und die konnte sie ihr geben. "Also ich höre?", verlange Felicia, kaum hatte sie sich neben Celine in den Sand fallen lassen. Celine saß an ihrem gemeinsamen Stammplatz, der ein Stück in den Dünen war, und den nur die wenigsten kannten. "Der Typ den wir da gesehen haben, dem habe ich vor ein paar Wochen mal

geholfen der Polizei zu entkommen und danach hat er mich immer wieder verfolgt und wollte mich zum Essen einladen. und ich bin eben immer vor ihm weg gerannt und deswegen bin ich auch so ausgeflippt, als du nicht weg wolltest ich konnte es dir aber schlecht erklären, weil du dann erst recht geblieben wärst", haspelte Celine und erklärte Felicia damit die Kurzversion ihres ganzen Dilemmas. "Und jetzt?" "Na er hat mich eingeholt, beziehungsweise ich hab ihn davor bewahrt nicht überfahren zu werden und dann hat er mich nochmal eingeladen und ich hab ja

gesagt." "Du weißt schon, dass du sowas normalerweise nicht machst?" Felicia sah ihre beste Freundin fassungslos an. Genauso wenig wie Will konnte sie begreifen, dass Celine tatsächlich ja gesagt hatte. "Weiß ich aber ich habs trotzdem gemacht", erklärte Celine und hielt das Thema damit für beendet. "Und wieso?", fragte Felicia weiter, die noch nicht genug wusste um zufrieden zu sein. "Weiß ich doch nicht, ich hab halt ja gesagt." "Aber irgendeinen Grund muss es doch haben", beharrte Felicia, die genau

wusste, dass Celine nichts tat, ohne dessen Vor- und Nachteile abzuwägen. "Hat es nicht." "Glaube ich dir nicht." "Dann glaub es eben nicht, das ändert trotzdem nichts." Nun war Celine wieder sauer und Felicia merkte,. dass sie ihr wohl etwas zu weit gegangen war mit der Fragerei. Sie wusste genau, wie sehr Celine diese Fragen hasste und normalerweise konnte sie auch gut abschätzten, wann sie besser aufhörte. "Ist ja schon gut", beschwichtigte sie darum und wechselte dann das Thema. Irgendwann würde sie trotzdem noch einmal versuchen mehr aus Celine heraus

zu bekommen.

AMO

"Jetzt komm schon Will", zischte Nic und blickte böse zu seinem besten Freund hinüber. "Wir können uns keine Verzögerungen leisten, sonst erwischen die uns noch irgendwann." "Weiß ich doch", zischte Will zurück und setzte sich langsam in Bewegung. Seit er ein paar Dates mit Celine gehabt hatte, fiel es ihm nicht mehr so leicht, sich ständig bei seinen Kumpels auf zu halten und das mit ihnen zu tun, was sie sonst auch immer taten. Planen, ausführen und sich in Gefahr bringen -

vielleicht andere damit retten. Die Treffen mit Celine waren nicht schlecht gelaufen, jedenfalls nach Celinischen Maßstäben. Er kannte inzwischen immerhin ihren Namen und wusste auch so ein paar Dinge über sie, doch so wirklich, kannte er sie immer noch nicht. Seltsamerweise störte das Will kaum. Er war sich von Anfang an ziemlich sicher gewesen, das Celine ihn auch mochte und hatte auch nicht auf Nic gehört, der ihm immer wieder abgeraten hatte, sich noch einmal mit ihr zu treffen. Wills bestem Freund erschien dieses

Mädchen, obwohl er sie bisher nur aus Erzählungen kannte, ziemlich kalt und eingebildet und die perfekte Wahl, wenn man sich das Herz brechen lassen wollte. Etwas, das Will zu seinem Pech ziemlich gut konnte. Er suchte sich eigentlich immer die Falschen aus. "Sag Mal ist das jetzt wegen deiner Tussi oder warum bist du so komisch", fragte Nic ziemlich angepisst und wartete ungeduldig, bis sein bester Freund endlich auch einmal die anderen zwei Jungs und ihn eingeholt hatte. "Was nein. Ich bin heute nur irgendwie ein bisschen angespannt", sagte Will

schnell und sah in eine andere Richtung, um seinen besten Freund nicht ansehen zu müssen. Eigentlich war es nämlich doch wegen Celine. Es war ihr Nachname. Der hatte ihn ein wenig stutzig gemacht. Er hatte viel mit diesem Namen zu tun. So ziemlich jedes Mal, wenn er sich mit Nic und den ganzen anderen traf, wurde ausschließlich über diesen und ein paar andere Namen geredet. Und darüber, wie man ihnen das Handwerk legen konnte. Wenn Celine wirklich eng mit diesem Nachnamen verwandt war, dann konnte

Will ziemlich sicher davon ausgehen, dass er gegen sie sein musste. Das beschäftigte ihn so sehr, dass er sich kaum auf seine heutige Aufgabe konzentrieren konnte, weshalb er Nic und die anderen schon wieder warten ließ. "Entweder du kommst jetzt oder wir ziehen das ohne dich durch", rief ein anderer Typ über die Schulter zurück. Er war groß, breit und übermäßig tätowiert und besaß die Eigenschaft jedem ohne irgendwelches Zutun Angst ein zu jagen. Für die anderen oft ein Vorteil, auch wenn Einige von ihnen nicht wirklich weniger angst einflößend

aussahen. "Ich komm gleich", rief Will und beschleunigte seine Schritte. Angestrengt versuchte er die nervigen Gedanken aus zu schalten, die ihm immer wieder in den Sinn kamen. Er musste sich einfach nur auf seine Aufgabe hier konzentrieren und alles andere war egal. So, wie er es sonst auch immer machte. "Okay dann mal los", murmelte der große Typ, kaum war Will bei den anderen angelangt und runzelte konzentriert die

Stirn. "Ty was siehst du?", fragte er einen etwas kleineren Typen, der konzentriert das Gebäude betrachtete. "Da ist noch jemand in dem einen Raum, aber da das Licht schon aus ist, denke ich, er wird gleich gehen, Taschenlampen gibt es offensichtlich auch keine." "Sehr gut", murmelte der Typ und entspannte sich etwas. "Dann läuft ja bis jetzt alles nach Plan." "Ich sag euch, wenn wir los können",

berichtete Ty und starrte weiter gebannt auf das Gebäude, während die anderen leise flüsternd noch einmal ihren Plan durch gingen. "Will und du beruhigst die Menschen dann, damit sie keine Angst bekommen in Ordnung?", fragte Alex noch einmal nach und Will nickte. "Klar ich geb mein Bestes." "Perfekt. Und die anderen machen das was sie machen sollen. Und auch nur das!" Warnend sah Alex einen anderen,

rothaarigen Typen an, der sich unter seinem Blick sichtlich unwohl zu fühlen schien. "Geht klar", presste er hervor und verkroch sich noch ein Stück weiter in seinem Pullover, falls das überhaupt noch möglich war. "Wir können anfangen", flüsterte Ty und alle sieben jungen Männer gingen gleichzeitig auf das Gebäude zu. Ihre Mienen waren konzentriert und jeder von ihnen wusste, dass er sich keinen Fehler erlauben durfte. Das konnte das eigene und das Leben vieler andere kosten, sollte irgendetwas schief

gehen. "Okay Rob dann lass uns mal ein", flüsterte Alex und klopfte leise an die vereinbarte Tür. Dreimal kurz und nach 5 Sekunden noch dreimal lang. Das ausgemachte Zeichen. Es knackte leise und die Tür öffnete sich von innen. Heraus schaute ein ältere Mann, der die jungen Männer vor sich wachsam anblickte. "Kommt rein. Und haltet euch an den Plan, ich hab keine Lust zu sterben", zischte er und trat einen Schritt zur

Seite. Die anderen sieben gingen in das Gebäude und von da an ging alles ziemlich schnell. Die Jungen Männer verteilten sich und jeder nahm sich eine der Türen vor, um diese zu Öffnen. Die Menschen, die dahinter waren, wurden herausgeholt und Will ging umher, um sie zu beruhigen und am Schreien zu hindern. Sollten sie damit anfangen, wäre alles vorbei. Die Wachleute oben würden aufmerksam werden und herunter kommen. "Ruhig, wir sind hier um sie hier raus zu

bringen", flüsterte Will einer Frau zu und hielt ihr die Hand vor den Mund. "Hm..hmm...mmm", macht sie verzweifelt und strampelte wild um sich los zu machen. Ihr ganzer Körper war vor lauter Angst angespannt und sollte sie sich irgendwie von Will los machen, wäre das der Beginn einer Katastrophe. "Wir wollen sie retten, das geht nur, wenn sie still sind. Atmen sie tief ein und aus und denken sie nach", flüsterte Will der Frau wieder ins Ohr und wiederholte das ganze wie eine Art Mantra. Langsam spürte er, wie die Atemzüge ruhiger wurden und die

Spannung ein wenig aus dem Körper der Frau wich. "Ich lasse sie jetzt hier und sie machen, was ihnen gesagt wird, dann sind sie bald weg von hier", versprach Will der Frau und eilte weiter zum Nächsten Menschen, der dringend beruhigt werden musste. Insgesamt waren es acht Menschen, die Will und die anderen in dieser Nach aus dem Gebäude holten. Alles war gut gegangen und kaum waren sie ein großes Stück von dem unheilvollen Gebäude entfernt, machte sich eine kollektive Erleichterung unter den

versammelten Menschen breit. "Was geschieht jetzt mit uns?", fragte ein alter Mann leise und sah sich ratlos um. "Wir verschaffen ihnen nun eine neue Identität und dann können sie sicher weiter leben. Es wäre allerdings von Vorteil, wenn sie dafür woanders hin gehen, hier sind sie zu leicht auffindbar", erklärte Alex und ging zügig zu den bereitstehenden Autos, in die die Menschen einstiegen. Dann fuhren alle los in Richtung der kleinen Halle, die ihr Territorium

war. Will saß im Auto und ließ seinen Blick über die Lichter, die von der Stadt kamen wandern. Das Adrenalin in seinen Adern ließ langsam aber sicher nach und er konnte wieder frei atmen. Dennoch war es noch nicht vorbei. Die Fälscher würden den acht geretteten Menschen nun neue Papiere erstellen und dann würden sie fortgehen und ein neues Leben beginnen können, frei von den Fängen der

Mafia. "Also sie halten sich am besten aus Italien fern, von dort kommt die Familie Esposito, aber ansonsten können sie eigentlich überall hin", erklärte May, die "Oberfälscherin", den Menschen, die sie neugierig betrachtete und so langsam wieder aussahen, wie normale Menschen. Sie hatten neue Kleidung bekommen und etwas zu Essen und außerdem noch etwas viel wichtigeres: Hoffnung. "Wir müssen schnell hier weg, da kommen Leute die so aussehen als suchen sie nach uns",meldete sich Ty

eilig zu Wort, der gerade vom Eingang her gestürzt kam. "Okay Leute wir müssen das hier leider vertagen", sagte May angespannt. "Sie folgen bitte diesem jungen Mann hier." Sie deutete auf Ty und machte sich dann daran eilig all ihre Unterlagen ein zu packen und ihre Spuren zu beseitigen. Überall in der Halle herrschte eine große Anspannung und jeder tat das, was er in den unzähligen Fällen wie diesem schon immer getan

hatte. Wieder durchflutete Will das Adrenalin und er packte eilig die ganzen Dinge zusammen, für die er zusammen mit Nic und Ty zuständig war. "Okay weg von hier", brüllte Alex, als alle Spuren entfernt waren und die Menschen brachten sich nach ihrem Plan in Sicherheit. Will stürmte zum Unterausgang aus dem Gebäude und verharrte dort mit einigen anderen, bis er hörte, wie Menschen in das Gebäude eindrangen. Dann stürmten sie hinaus in die kalte Nach und rannten

im wahrsten Sinne des Wortes um ihr Leben. Die Autos standen zur Sicherheit ein ganzes Stück von der Halle entfernt, dort, wo die letzten Wohnsiedlungen aufhörten, was mindestens ein Kilometer war. "Auf an der Küste entlang", befahl Nic und übernahm die Führung der Gruppe. Will rannte hinter seinem besten Freund hinter her und hoffte, dass alle mit kamen. Sollte auch nur ein einziger von ihnen gefangen werden, war das für sie alle vorbei, denn fast niemand konnte

den Foltermethoden des Esposito-Clans über lange Zeit stand halten. "Verdammt jetzt kommt", rief Nic nach den anderen vier, die noch relativ neu waren und nicht ganz so gut mit zogen, wie Nic und Will. "Wir können uns keine Verschnaufpause leisten, wir müssen jetzt weg. Das war sonst die letzte Verschnaufpause eures Lebens." Die Vier wurden wieder ein wenige schneller und vermutlich hatten Nics Worte neues Adrenalin frei gesetzt und diese neue Kraft ließ sie Will und Nic

bald einholen. "Okay Scheiße man", rief Nic laut, als das Auto, in das sie sich gerettet hatten, durch die Straßen von Tauranga fuhr. In der Stadtmitte, wo sie sich nun befanden, waren sie sicher, aber nun ohne Quartier. "jetzt geht das wieder los. Dabei haben wir das doch erst seit zwei Wochen gehabt", rief Nic und schlug auf das Lenkrad. "He wenn du jetzt nen Unfall baust, hat uns das auch nicht geholfen", rief Will und erinnerte seinen Freund daran, dass

da auch um diese Uhrzeit noch ein wenig Verkehr auf den Straßen war und er sich aufs Fahren konzentrieren sollte. "Sorry", murmelte Nic und lenkte dass Auto schnell wieder auf die richtige Bahn. "Schon okay. Ich finds ja auch scheiße", sagte Will und sah aus dem Fenster. "So ein Dreck",schimpfte auch einer der vier Typen von hinten. Will war sich nicht sicher, wer das war, da er die Neuen noch nicht so gut kannte, als dass er ihre Stimmen erkannt

hätte. Er war in letzter Zeit wenig bei der AMO gewesen, da sein Privatleben ihn ziemlich auf Trab gehalten hatte und außerdem hatte er ein wenig Schiss vor seinen Freunden gehabt, da sie definitiv nicht begeistert davon wären, wenn sie erführen, dass er geklaut hatte. Egal aus welchem Grund, der Ehrenkodex der AMO verbot es und die Folgen waren meist schlimmer als ein Ausschluss. "Okay dann bis bald mal. Lass dich ,mal wieder öfter Blicken", rief Nic Will zu, während er die Autotür zu

schlug. Will nickte und verschwand dann in dem Haus, in dem seine neue Wohnung sich befand. Er war letztlich doch umgezogen, da er es in seiner schimmeligen Bruchbude nicht ausgehalten hatte. Er bemerkte nicht, dass hinter ihm im Gebüsch zwei Männer versteckt lagen. "James wird nicht begeistert sein, wenn er erfährt mit wem Celine sich da rum treibt", flüsterte einer. "Das ist eine totale Untertreibung. Mir

tut der Typ jetzt schon leid", flüsterte der andere.

Strandhaus

Celine hatte die letzten Tage in einer erstaunlich guten Stimmung verbracht und war selbst zu ihren Eltern erstaunlich freundlich gewesen, was diese nach ihrem Benehmen in den Wochen davor natürlich besonders erstaunte. Während Stella Esposito sich über die positive Entwicklung ihrer Tochter freute, war James misstrauisch geworden und dieses Misstrauen war der Grund, weshalb nun zwei Männer im Gebüsch vor dem Haus lagen, in dem sich Wills Wohnung befand. Es ahnte jedoch weder Will noch Celine

etwas von diesen Zweien, als sie sich das nächste Mal trafen. „Hey“, lächelte Will, als er sah, dass Celine auf ihn zu kam. Er saß schon eine ganze Weile am Strand, wo sie sich verabredet haben. „Hi“, sagte auch sie, lächelte jedoch nicht so enthusiastisch zurück. Will störte das nicht weiter, da er ziemlich schnell gelernt hatte, dass Celine von Natur aus alles andere als ein freundlicher Mensch war. Celine setzte sich neben Will in den Sand und sah aufs Meer

hinaus. „Hier hat meine beste Freundin übrigens beschlossen, dass sie dich heiß findet“, lachte sie und zeigte auf einen Platz etwas weiter oben, an dem sie und Feli damals an diesem einen Nachmittag gelegen hatten. „Aha“, sagte Will nur, wurde jedoch ein klein wenig rot, was Celine grinsen ließ. Die Atmosphäre zwischen den beiden war immer noch etwas angespannt und keiner wusste so wirklich, worüber er mit dem anderen reden sollte. Dennoch mochte Celine Will irgendwie, auch wenn

er ihrem üblichen Beuteschema so gar nicht entsprach. Sie zog ihn sogar Jason vor, auch wenn sie wusste, dass er vermutlich eines Tages ihr zukünftiger sein würde. „Weißt du manchmal würde ich echt gerne aus diesem Leben hier abhauen“, sagte Celine unvermittelt und starrte weiter auf das Meer. Sie sah Will nicht an, seine Reaktion wollte sie nicht sehen. „Ich auch. Wieso bei dir?“ Seine Antwort überraschte Celine und sie wartetet etwas, bevor sie

antwortete. „Ach meine Eltern beharren ständig auf ihrer scheiß High Society und das kotzt mich total an. Außerdem wollen sie mich mit meinem besten Freund verkuppeln“, sagte Celine ärgerlich und grub ihre Zehen aufgewühlt im Sand ein. „Bei dir?“ „Na ich bin ein Loser, wer würde da nicht gerne ein besseres Leben haben wollen“, sagte Will, wurde dann aber unvermittelt ernst. „Aber wenn ich hier mit dir bin, scheint es manchmal gar nicht ganz so

schlecht.“ Celine antworte nicht. Ihre Miene gab nichts von ihren Gefühlen preis und Will wurde ganz schön nervös, während er so neben ihr saß und auf eine Reaktion von ihr wartete. Vielleicht hätte er das doch nicht sagen sollen. Vielleicht war ihr das ja zu viel Gefühlsduselei. „Das ist schlecht.“ Will atmete erleichtert auf, als sie doch endlich etwas sagte, stockte jedoch sofort, als er den Sinn ihrer Worte begriff. „Wieso?“, fragte er

nervös. „Weil das noch große Probleme geben wird mit uns. Meine Eltern halten mit ihrer Meinung nicht gerade hinterm Berg.“ „Du doch auch nicht“, sagte er und war erleichtert, dass das Problem so „einfach“ war. „Stimmt auch wieder“,sagte sie und legte sich in den Sand. „Schau mal die Wolken.“ Celine deutete mir ihrem Zeigefinger auf

die Wolkentürme, die sich weiter hinten am Himmel türmten. Für den heutigen Tag war noch ein Gewitter angesagt und wenn man die schwarzen Wolken so sah, glaubte man der Wettervorhersage ausnahmsweise mal sofort. „Sieht nicht gut aus“, bemerkte Will. Trotz der schwarzen Wolken, blieben sie einträchtig nebeneinander im Sand liegen. Die wenigen Menschen, die ebenfalls am Strand gewesen waren, verschwanden nach und nach doch Will und Celine blieben im Sand liegen, die Augen geschlossen und die Finger, die sich irgendwann berührt hatten,

ineinander verschränkt. „Eigentlich hasse ich sowas“, sagte Celine irgendwann einmal und Will nickte nur und war glücklich, weil sie es dennoch geschehen ließ. jE mehr Zeit verging, desto dunkler wurde der Himmel direkt über Mount Mauntanui und dem Strand, an dem Celine und Will lagen. Irgendwann lösten sich schließlich einzelne Tropfen aus den Wolken und fielen auf die Erde. Die Tropfen wurden immer mehr, bis es schließlich in Strömen regnete. „Shit“, fluchte Will und sprang auf, als

ein wahrer Schauer sich auf die beiden ergoss. „Unser Strandhaus ist nicht weit weg, gehen wir da rein“, beschloss Celine kurzerhand und zerrte Will an der Hand hinter sich her durch den strömenden Regen. „Ihr habt hier ernsthaft noch ein Strandhaus“, fragte Will ungläubig, als sie vor einer ziemlich großen Holzhütte standen, in die vermutlich Wills gesamte Wohnung gepasst hätte. „ja, irgendeinen Vorteil muss reich sein a auch haben, wäre a sonst unfair“,

grinste Celine und knackte das Türschloss mit ihrer Haarklammer. „Meine Eltern wollen nicht, dass ich hier mit Freunden alleine hingehe, deswegen hab ich keinen Schlüssel“, erklärte sie schulterzuckend, als sie Wills entgeisterte Blicke sah. „Ah okay“, sagte er vorsichtig, da er nicht wusste, was er von der Situation halten sollte. Er wollte eigentlich keinen noch schlechteren Eindruck bei Celines Eltern machen, als sie ihn offensichtlich sowieso schon von Menschen wie ihm zu haben schienen. „Keine Angst sie merken das sowieso

nicht“, sagte Celine und öffnete die Tür. „Et Voilà.“ Vorsichtig trat Will ins trockene und sah sich staunend um. Die Wände waren mit Kunst behängt, die ziemlich teuer aussah und auch das dunkle Parkett wirkte edler, als ein normales Strandhaus. „Wow.“ „Schon krass für was meine Eltern ihr Geld so ausgeben“, bemerkte Celine trocken und lief in das Bad um Handtücher zu

holen. „Hier“, sie reichte Will eins, kaum war sie wieder zurück. „Danke“, meinte er und nahm das Handtuch entgegen. „Wir müssen aus den nassen Sachen raus“, erklärte Celine und begann, ihr Top aus zu ziehen. „Äh in Ordnung“, meinte Will verlegen und wusste nicht so recht, wo er hinschauen sollte. Die Mädchen die er sonst so kannte, zogen sich nicht einfach so in der Gegenwart eines

Jungen aus, außer sie wollten etwas bestimmtes von ihm. „Jetzt starr nicht so sondern zieh dich auch um“, rief Celine und begann ihren BH von hinten auf zu machen. „Äh klar.“ Will errötete und wandte sich ab, um sich ebenfalls aus zu ziehen. Celine hatte a recht, aber es wäre ihm irgendwie lieber gewesen, wenn sie sich in einem extra Raum ausgezogen hätte. „Ich mach uns mal Tee“, rief Celine und verschwand in einen anderen

Raum. Erleichtert zog Will sich schnell ganz aus und wickelte seinen Unterleib in das weiche Handtuch, das Celine ihm gegeben hatte. Celine stand in der Küche und dachte grinsend daran, wie Will rot geworden war, kaum hatte sie begonnen sich aus zu ziehen. Obwohl er vier Jahre älter war als sie, schien er ihr manchmal ziemlich verklemmt und sich seiner Ausstrahlung nicht bewusst. „Kann ich dir helfen?“, hörte sie Will

rufen. „Bin gleich fertig, warte einfach“, rief sie zurück und beeilte sich, das aufgekochte Wasser in eine Teekanne zu den Beuteln zu füllen. Sie schnappte sich das Tablett, auf dem Kanne und Tassen standen und lief zurück in das Wohnzimmer, in dem Will stand und sich neugierig im Raum umsah. Auch wenn nicht viel persönliches in dem Raum war, wirkte er doch imposant. Für Celine war er völlig normal aber für Will war so eine Zurschaustellung von Reichtum etwas sehr

ungewohntes. Während es Tees unterhielten Will und Celine sich ungewöhnlich normal und Will erfuhr endlich etwas mehr über Celine, die ihm wohl immer ein Rätsel bleiben würde. Im einen Moment dachte er, er hätte sie durchschaut, im nächsten tat sie wieder etwas total unerwartetes und nicht zu ihrem üblichen Verhalten passendes. „Dein Handtuch ist verrutscht“, murmelte er, als ihm auffielt, wie sich das eine Ende zu lösen begann. Er bezweifelte dass es sie störte, aber er wusste nicht, wie er mit einer halb

nackten Celine umgehen sollte, weswegen er es ihr sofort gesagt hatte. „Kannst dus bitte fest machen, ich hab grad keine Hand frei“,murmelte sie und hantierte weiter mit irgendwelchen komischen Kabeln, von denen Will keinen blassen Schimmer hatte, was sie damit wollte. „Äh Okay“, murmelte Will nervös und langte vorsichtig an das lose Ende. Er steckte es in den Rest des Handtuchs merkte aber schnell, dass es so nicht halten würde. Seufzend langte er das Handtuch an und stopfte das Ende

hinein. Dass er dabei den Ansatz ihrer Brüste berühren musste, fand er einerseits gar nicht so schlimm, andererseits auch komisch, da es ihr gar nichts aus zu machen schien. „Danke“, sagte Celine und schaute ihm ins Gesicht. „Kein Problem“,murmelte er und wurde rot. „Das ist dir wirklich unangenehm oder?“, fragte sie überrascht nach. „Irgendwie schon ein bisschen“, gab er zu und starrte ihr ins

Gesicht. Sie war so anderes als die anderen Mädchen mit denen er bisher was gehabt hatte. Nicht dass zwischen Celine und ihm schon etwas passiert war, aber Will hoffte, dass das noch passieren würde. „Muss es nicht“, sagte Celine und lächelte eines ihrer seltenen Lächeln. „Okay“, sagte Will wieder nur und kam sich gleich darauf bescheuert vor. Weniger intelligent hatte er auch nicht antworten

können. In seinem Kopf tobte eine Wilde Diskussion und um das ganze ab zu brechen, beugte sich Will einfach vor und drückte seine Lippen endlich auf Celines.

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Über den Autor

Fia__Sophia
Ich bin wirklich grottenschlecht im über mich selbst schreiben. Aber ich versuchs mal.
Also ich bin eine dezent verrückte (also so kreativ-verrückt) 17- Jährige aus dem Süden Deutschlands.
Dass Schreiben zu meinen Hobbys gehört, ist schätzungsweise nicht schwer zu erkennen, aber ansonsten liebe ich Lesen, Musik hören, Volleyball spielen und Circus.
Ich bin absoluter musicaddict und wenn ihr mich jemals ohne meine Kopfhörer irgendwo hingehen seht, stimmt irgendetwas nicht so ganz (oder ich habe meine Kopfhörer mal wieder verloren).

Achja und dann liebe ich noch Sprüche über Träume, das Leben und alles, was irgendwie schön ist.

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