Biografien & Erinnerungen
Die Schausteller Tochter - Eine wahre Geschichte

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"Lebensgeschichte"
Veröffentlicht am 17. November 2014, 24 Seiten
Kategorie Biografien & Erinnerungen
© Umschlag Bildmaterial: Patrizia Tilly - Fotolia.com
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Viele Anfänge und kein Ende...
Lebensgeschichte

Die Schausteller Tochter - Eine wahre Geschichte

Vorwort und Inhalt


Verfasst von der freien Autorin und Künstlerin:



© JieLi MengPeng 2014



 präsentiert:




 Die Schaustellertochter



Eine autobiographische Erzählung




 Inhaltsverzeichnis





 Vorwort

Einleitung............................Seite 4 Kapitel 1.............................Seite




 Vorwort



 Eine autobiographische Erzählung, aus dem Leben und aus der Sichtweise, meiner eigenen Kindheit. Ich habe mir erlaubt, Namen und Orte zu ändern, um die Anonymität zu wahren. Es handelt sich um eine echte Lebensgeschichte. Die Schauplätze und Charaktere sind alle echt und nicht erfunden.


 Einleitung


 Mein Leben verlief nicht immer, in geregelten Bahnen. Eher das Gegenteil ist und war der Fall. Damit möchte ich nicht sagen, dass es nicht schön war. Nein! Das ganz und gar nicht. Da gibt es schlimmeres. Ich war eine Außenseiterin unter Außenseitern. So habe ich es immer wieder empfunden. Und deshalb, habe ich mich,

am wohlsten unter meines Gleichen gefüllt.

Vielleicht bekommt, jemand dieses Buch in die Hände, der mich kannte und selbst ein Schaustellerkind war, der oder die werden mich gut verstehen. Diejenigen, die keine solche Vorgeschichte haben, wie wir, werden uns besser kennenlernen und verstehen lernen, wenn sie das möchten.




 Kapitel 1






 Die Schaustellertochter

Hallo Welt! Ich bin hier! Siehst Du mich? Dieses Kind, dass alleine ohne viel Beachtung, stolz, schmutzig,

nicht älter als 5 Jahre, kurzhaarig, wie ein Junge herum wuselt. Ich bin mir nicht ganz sicher, wann meine erste Erinnerung im Leben war. Meine Kindheitserinnerungen tauchen unverhofft auf, schemenhaft, aus der Versenkung, wie Schnappschüsse.

Ich sehe mich unter einer Beton Brücke, an einem Fluss, auf dem Enten laut schnatternd, im grünlich schimmernden Wasser wippen, in

dem Lastkähne wie rostige Häuser dahin gleiten, die Wellen


geräuschvoll schmatzend ans Ufer klatschen lassen.

Gelb und Blau Weiße Karussell wagen, schwere Lkws prägen das Bild. Die Räder sind viel größer als ich. Ich laufe alleine dazwischen herum. Ich sehe keine mir bekannte Person. Ich glaube ich bin ca. 3

Jahre alt. Ein fremder Mann nimmt mich auf seinen Schoß.

Mir wird mit einem Mal ganz warm. Was ist das für ein seltsames Gefühl? Und was ist das harte auf dem ich sitze?

Ich reiße mich wieder los. Ich bin ein wildes Kind. Ich nehme mir was mir gefällt. Ich gehe und komme wann ich will. Keiner sagt mir was

ich tun muss oder was ich lassen soll. Ja! Was für ein Leben!

Da sind zwei Jungs, so ungefähr 9 bis 12 Jahre alt. Sie sind Schaustellerkinder und ich kenne sie. Sie streiten sich um etwas. Die Kinder und ich sind oft zusammen und spielen miteinander, auch wenn sie älter sind als ich, macht mir das nichts aus.

Ich möchte nicht alleine sein. Außerdem sind es auch Schaustellerkinder wie ich. Wir haben etwas gemeinsam. Unser Leben, immer woanders zu sein. Immer wieder woanders aufzuwachen. Neue Gesichter zu sehen, neue Städte und Dörfer begleiten uns. Manchmal haben wir feste Plätze, das heißt das wir jedes Jahr wieder dort hin kommen werden. Und dort freuen

sich unsere Freunde vom letzten Jahr auf uns, weil das für sie aufregend ist, uns zu kennen, schließlich sind wir etwas Besonderes. Nichts alltägliches und es gibt vielleicht die eine oder andere Freikarte für das Karussell oder etwas anderes. Ich habe viele Ideen. Einmal habe ich eine Rolle Schnur gefunden. Und damit habe ich ein herrliches

Gespinst gespannt, so dass jeder der da rein gelaufen ist, hängen geblieben ist und ich vor Freude laut gelacht habe. Allerdings fand der Opa das überhaupt nicht lustig, weil die Arbeiter und er gerade dabei waren, das Karussell aufzubauen und deshalb unnötig aufgehalten wurden. Ich verstand gar nicht, dass ich nicht gelobt worden bin, und nur laut angefahren

wurde. Ich war so verletzt. Meine Kinderseele schrie entsetzt und wütend auf. Die Erwachsen sind immer so Ernst und fangen gleich das Schreien an. Ich habe Angst vor den bösen Blicken und lauten Worten von meinem Opa. Eigentlich, mag ich ihn gar nicht, nichts darf man. Ich spiele oft mit einem kleinen schwarzen Hund, der zu

uns gehört und Lumpi heißt. Dem geht es auch so, wenn er nicht hört und irgendetwas anstellt, was er nicht tun darf, wird er angeleint. Und er tut oft was er nicht darf z. B. Schuhe kaputt beißen oder in die Planen, die für das Karussell gebraucht werden, Löcher beißen oder Eier klauen. Ich klaue auch. Am liebsten klaue ich für andere

Kinder Spielsachen, die uns keiner kaufen würde, das ist für mich ganz normal. Ich weiß nicht, das ich dass nicht darf, mich hat keiner gesehen, das ich kein Geld bezahle, um mir von den schönen bunten Sachen etwas zunehmen. Wieso sollten auch so kleine Kinder Geld haben, um etwas zu bezahlen? Das Geld haben doch die Erwachsenen.

Trotzdem weiß ich Instinktiv, mich dabei, nicht erwischen zu lassen. Ich mach dass immer so, das niemand etwas bemerkt. Ob mir da schon klar war, das man ohne Geld nichts bekommt? Ich glaub es nicht, es war immer etwas davon da, als dass ich mir deshalb Sorgen gemacht hätte. Die Oma hat immer gesagt: Du musst mal nicht arbeiten, für Andere.

Wir haben genug Geld. Es fehlt uns an nichts. Oft habe ich versucht Geld zu zählen, weil ich aber nicht zählen konnte, habe ich die Größen verglichen. Wenn es sich um Fahrkarten handelte verglich ich nur die Höhe der Karten Häufen, die Oma abgezählt hatte und so half ich ihr beim kassieren im Kassen wagen, bevor die Kinder ihre Runde drehen

durften, auf dem Karussell.

Am Anfang hatten wir ein Sport Karussell, da bewegen sich, auf einer runden Plattform, die Fahrzeuge, im Kreis herum.

Da gab es Motorräder, Autos, auch einen Feuerwehr wagen mit Glocke und flache Rennwagen. Außerdem, hatten wir eine Losbude und einen Schieß wagen. Irgendwann kaufte der Opa das Pferde Karussell dazu. Auf einer

runden Plattform waren Holz Pferde in verschiedenen Farben festgeschraubt. Eine Kutsche mit einer roten Bank gehörte dazu.

Das war mein Lieblings Karussell. Ich liebte es während der Fahrt auf zuspringen. Ich schnappte nach einer senkrecht befestigten Eisenstange, die im Dach eingehängt und am Boden befestigt war.


Ich ließ mich einfach mitreißen, von der Fahrt, des Karussells und sprang dabei hoch und wieder runter. Der Fahrtwind streicht mir durch das Haar. Ich genieße es und drehte stolz meine Runden. Vor jeder Fahrt sammle ich die grünen Karten, mit unserem Namen darauf ein, die an der Kasse ausgegeben werden. Bevor die Fahrt los geht, bimmelt die Oma, mit einer

Messing Glocke, das die Leute wissen, gleich geht es los. Den ganzen Tag laufen alte Schlager und Marschmusik, die sich mit benachbarten, anderen Geschäften, der Schausteller mischen, so das alles durcheinander hallt. Ein Durcheinander von Gerüchen der unterschiedlichen Menschen und dem was sie essen und trinken liegt in der Luft.


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JieLiMengPeng
Viele Anfänge und kein Ende...

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HarryAltona Interessanter Einblick in eine bisher unbekannte Welt. Schön erzählt, ohne falsches Pathos oder übertriebener Wehmut.
lg... harryaltona
Vor langer Zeit - Antworten
JieLiMengPeng Vielen Dank lieber HarryAltona;))
Da freue ich mich sehr darüber, wenn ich mal ein Lob bekomme. Da springt das Herzchen gleich höher, vor lauter Freude;))

Liebe Grüsse JieLi
Vor langer Zeit - Antworten
cliffy Sehr schöne Geschichte gefällt mir sehr gut

lieben Gruß Jenny
Vor langer Zeit - Antworten
JieLiMengPeng Vielen lieben Dank Jenny;))
Solche positiven Rückmeldungen, Betten mein Seelchen in ein weiches Himmelbettchen;))

Viele liebe Grüsse von JieLi
Vor langer Zeit - Antworten
cliffy ich glaube ein Lob tut jedem gut und du schreibst wirklich ganz toll Jenny
Vor langer Zeit - Antworten
Resina Sehr interessante Einblicke. die du dem Leser gewährt.
Ich habe mich immer gefragt, wie Schaustellerkinder ihre Kindheit meistern.
Wenn ich deine und meine dabei vergleiche, ist sie in Teilen nicht mal unähnlich, obwohl ich kein Schaustellerkind bin. Aber es gibt Dinge im Leben, die gönnen einem Kind keine Ruhe und Regelmäßigkeit.
Liebe Grüße von
Resina
Vor langer Zeit - Antworten
Gast Vielen Dank, freut mich sehr, das sich jemand dafür interessiert.
Dachte ich arbeite meine Kindheitserlebnisse auf..das war nur ein kleiner Einblick...
Liebe Grüße von JieLi
Vor langer Zeit - Antworten
FLEURdelaCOEUR 
Ein buntes Mosaik von bewegten, aber auch bewegenden Bildern aus deiner Kindheit.... gefällt mir sehr!

Liebe Grüße
fleur
Vor langer Zeit - Antworten
Gast Vielen Dank für deine Anwort...das ist ein schöner Auftakt, für mehr davon, für mich ;-)
Liebe Grüße von JieLi
Vor langer Zeit - Antworten
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