Gedichte
Vom Glück nichtsnutziger Stunden - Der Zeitwächter und ich

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"Vom Glück nichtsnutziger Stunden - Der Zeitwächter und ich"
Veröffentlicht am 02. Januar 2014, 10 Seiten
Kategorie Gedichte
© Umschlag Bildmaterial: MerleSchreiber
http://www.mystorys.de

Über den Autor:

Unter dem Pseudonym MerleSchreiber veröffentliche ich seit etwa fünf Jahren Gedichte und kleine Kurzgeschichten. Neben Alltagsthemen möchte ich auch tabuisierte Lebenswelten so aufbereiten, dass sie das Interesse und den Zugang zu den Herzen der Leser finden.
Vom Glück nichtsnutziger Stunden - Der Zeitwächter und ich

Vom Glück nichtsnutziger Stunden - Der Zeitwächter und ich

Vom Glück nichtsnutziger Stunden

              

             "Monde und Jahre vergehen

             und sind auf immer vergangen,

                aber ein schöner Moment

             leuchtet das Leben hindurch"

                      (F.Grillparzer)


                     






                       Zeitenfraß

             Ruhelos war sie, die Zeit             geizte arg mit Augenblicke            zerteilte uns`re Zweisamkeit             in rationierte Einzelstücke       

          Fraß mich restlos auf, die Zeit            nahm sich nur das Allerbest         so wurd` aus meinem Seelenkleid

           ein ramponierter Fetzensrest






"Vergeude sie nicht...

nutze sie, nutze sie...

teile sie Dir gut ein...

   DEINE ZEIT"


So spricht er zu mir, mein kleiner Zeitwächter, der mir schon seit vielen Jahren im Nacken sitzt, mir ab und an über die Schulter schaut und sich ungefragt in meine ganz persönlichen Belange einmischt.

  

"Sagtest du gerade DEINE Zeit? Dann heißt das ja wohl auch, dass ICH und nur ICH darüber verfügen kann. Also, du vorwitziger Wicht, ich verbitte mir deine Einmischung in meine

Angelegenheiten!"


"Das kannst du wohl, aber so einfach wirst du mich nicht los, hihi! Um zu erreichen, dass ich verschwinde, musst du dich schon erst noch etwas mehr mit mir beschäftigen. Denk mal

darüber nach, warum ich überhaupt hier bin. Ich sag` nur: Oma so lieb, Oma so nett... "


"Ja, da könntest du schon recht haben. Großmutter konnte es gar nicht leiden, wenn man seine Zeit einfach so verplemperte. Wer das tat, war in ihren Augen nichtsnutzig."


"Siehst du, da haben wir`s. Diesen sittlichen Tadel deiner Oma hast du wohl verinnerlicht und für eine lange Zeit war dir das ja auch ganz recht, nicht wahr?! Aber jetzt, wo du für dich eine neue Zeitrechnung beschlossen hast, jetzt würdest du dieses Vermächtnis und damit auch mich gerne möglichst schnell loswerden."  


"Stimmt, ich würde liebend gern öfter etwas tun, das auf den ersten Blick ohne Nutzen ist. Aber vielleicht beim näherem Hinsehen unverhofft einen Wert in sich trägt, den nur ich und bestimmte andere Menschen erkennen und

wertschätzen können."


"Worauf wartest du dann noch? Lass dir etwas einfallen, damit ich aus deinem Leben verschwinden kann!" 


"Du meinst, ich sollte der Zeit MEINE Vorgaben aufdrängen? Vielleicht so:" 

       

                    

                   Zeitspeicher

          Schritt zu halten, mit der Zeit das möchte ich versuchen erforsche eine Möglichkeit mir Zeitvorrat zu buchen           Ha, lacht da die Zeit mit Hohn nun lernst du mich erst kennen deinem Zeiten-Geiz zum Lohn werd` ich noch schneller rennen


"Ach, herrjemine - ist das amüsant zu sehen, wie naiv du doch bist. Du überschätzt deine Möglichkeiten. Die Zeit hat ihre eigenen Gesetze. Alles, was du tun kannst, ist dich mit ihr zu arrangieren, sie zu deinem Freund zu machen. Hey, du bist doch kreativ - lass dir etwas einfallen!" 


"Ich glaube, jetzt habe ich dich verstanden!"


                     Zeitenwende

           Zeit, ich lad`dich zu mir ein,

           und gefällt dir mein Daheim 

       mal` ein Bild, trink` ein Glas Wein  

        tanz mit mir, schreib einen Reim


          Da fährt ihr Tempo sie zurück

         zieht gemächlich nun die Runden

           und genießt mit mir das Glück

             bei nichtsnutzigen Stunden



        "Das war`s dann wohl, Zeitwächter

oder soll ich sagen: Zeitteufelchen.

               Du hast mir sehr geholfen.

                 Servus und ciao, ciao!" 

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Über den Autor

MerleSchreiber
Unter dem Pseudonym MerleSchreiber veröffentliche ich seit etwa fünf Jahren Gedichte und kleine Kurzgeschichten. Neben Alltagsthemen möchte ich auch tabuisierte Lebenswelten so aufbereiten, dass sie das Interesse und den Zugang zu den Herzen der Leser finden.

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Brigitte Lange war ich nicht mehr hier und gerade heute fällt mir dein wundervolles Büchlein über die Zeit in die Hände. Ich sage gerade heute, weil ich heute morgen schon einen kleinen Anfall an Altersdepression hatte und ein paar Tränchen verdrückt habe. Kennst du sowas? Früher hatte ich immer gedacht, dass das bei mir unmöglich wäre, aber je mehr Zeit vergeht, desto mehr denkt man darüber nach, was man noch alles hätte unternehmen sollen oder müssen. Und dann fehlt einem der Mut und die Kraft irgendwas Neues in Angriff zu nehmen. Ich wünsche dir ein wunderschönes Wochenende mit ganz viel schöner ausgefüllter Zeit. Liebe Grüße Brigitte
Vor ein paar Monaten - Antworten
derrainer liebe merle,
gibt es sie wirklich nichtsnutzige stunden, ich denke nein,
die zeit die wir erleben, erleben wir nicht immer bewußt, es ist auch gut so,
denn eine intensiv bewußte erlebte zeit, könnte uns von vielen abhalten.
würden wir noch spontan, etwas unternehmen, würden wir hier unsere zeit verbringen,
zeit ist kostbar, wie gesundheit, beides stellen wir dann in fokus, wenn das eine und das andere sich bei uns bemerkbar machen.

lieben gruß rainer
Vor ein paar Monaten - Antworten
MerleSchreiber Ich denke wie Du, Rainer. Nichtsnutzig ist sie ja nicht von vornherein. Das würde bedeuten, sie wird uns so gegeben und wir können unsere Hände in Unschuld waschen. Mir kommt gerade ein Bild in den Sinn. Die Zeit ist ein Klumpen Lehm und wir können mit ihr modellieren..... Oder auch nicht, dann bleibt`s ein Klumpen, wird hart und .......... ist irgendwie nichtsnutzig ;-)
VIELEN DANK, lieber Rainer und schöne Grüße, Merle
Vor ein paar Monaten - Antworten
Memory 
Was ist eigentlich Zeit?
Obwohl sie nicht sichtbar ist, kann sie uns durch die Finger rinnen wie Sand.
Nach meinem Supergau ist für mich die Zeit irgendwie stehen geblieben. Um so mehr erschreckt es mich zu sehen, wie sie um mich herum rast.
Es wird "Zeit", dass ich wieder eine halbwegs normale Umlaufbahn finde, auch wenn ich immer noch nicht weiß, wo ich anfangen soll zu suchen.
Gedanken, die mir beim Lesen deines wertvollen Buches durch den Kopf schwirren, liebe Merle.
Danke, dass du es noch einmal hervor geholt hast. Es freut mich sehr, dass du dein Verhältnis zu ihr aufbessern konntest und wünsche dir nur ganz wenige "Rückfälle".
Lieben Gruß zu dir
Sabine
Vor ein paar Monaten - Antworten
MerleSchreiber Ich wünsche sie dir von Herzen - liebe Sabine - eine Zeit, die dich mitnimmt und Sonnenstrahlen im Gepäck hat. Eine Zeit, die dabei aber nur so schnell voranschreitest, dass du nicht außer Atem gerätst.
Rückfälle? Hm, hüstel, na ja ... mein Zeitverhältnis besteht nur aus Rückfällen, das ist praktisch der Regelfall. Seufz.
Danke für alles und liebe Grüße zu Dir, Merle
Vor ein paar Monaten - Antworten
FLEURdelaCOEUR Je älter wir werden, desto wichtiger wird uns unsere Restzeit und ich mag gar nicht mehr darüber nachdenken, vor allem nicht im Streit ...
Sehr gern noch einmal eingetaucht, liebe Merle!
Lieben Gruß
fleur
Vor ein paar Monaten - Antworten
MerleSchreiber Ich lese zur Zeit ein Buch über die Gelassenheit im Alter. Da schreibt der Autor: Es ist ein Schritt zur Gelassenheit, ihnen (Anm.: den Zeiten des Lebens) die Zeit zu geben, die sie sich ohnehin nehmen.
Danke, liebe Fleur und schöne Grüße, Merle
Vor ein paar Monaten - Antworten
Annabel Merle, das ist so toll geschrieben. Ich bin absolut begeistert. Was für eine schöne Idee. So sehe ich es jetzt auch mit der Zeit. Wundervoll und lieben Dank für deine Gedanken. Hab einen schöne Abend
Vor ein paar Monaten - Antworten
MerleSchreiber Dein "wundervoll" ist wundervoll für mich, Annabel.
DANKE dafür und liebe Grüße, Merle
Vor ein paar Monaten - Antworten
derrainer liebe merle
die zeit , so nah nicht greifbar doch zeigt sie sich jeden augenblick
wir beten sie an , verfluchen sie ,
zeit ist ein dehnbarere begriff , mal lang mal kurz ,
mal nur ein augenblick.
doch will ich dir deine zeit nicht stehlen.
ich kann dir aber auch keine geben ,
so tauschen wir den augenblick ,
ich llese deine zeit und du mich.
ansonsten zum abschluß noch mein lob für dich
eine schöne geschichte , mit gewicht .

lieben gruß rainer
Vor langer Zeit - Antworten
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